Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer, Illegale Theologie, Part II. LAD Rosary

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Bonhoeffer

 

c) Dritter Kurs. Volksmission und Konferenz von Chamby
15. Aprilโ€“23. August 1936

A. VORLESUNGEN UND รœBUNGEN

15. VORLESUNG โ€žDAS NEUE LEBEN BEI PAULUSโ€œ1

15.1. VORLESUNGSABSCHNITT ZU: TEILGEWINNEN AM SEIN IN CHRISTUS (MITSCHRIFT)2

Wie gewinne ich teil an diesem Sein in Christus?3

I Wie bewahre ich das? Wie ist Einpflanzen4 zu denken in bezug auf mich. Kein magischer Akt (also nicht an meine Person und Entscheidung gebunden); kein naturhaftes Geschehen (= mere passive5); meine persรถnliche Existenz soll getroffen werden. Auch nicht psychisches Erlebnis = Erneuerung, Umwandlung und Verรคnderung meiner psychischen Substanz; ich bin auch meine Natur und Psyche (ich habe es), aber nicht wesentlich seiend. Folge dann = meine Existenz jetzt naturhaft und seelisch neu; neues Leben in mir existentiell = meiner Entscheidung enthoben = organische Entfaltung; keine Sรผnde mehr (magische Verwandlung; psychologische Erfahrung). Es lebt etwas in mir, das nicht ich bin.
Fรผr all das gibt es NTโ€“Stellen. Organische Entfaltung: Gal 5,25 = Frรผchte des Glaubens6 sรผndlos; neues Sein: nicht mehr sรผndigen kรถnnen; Rm 6,8 etwas Neues in mir: Gal 2,20.
1.) Der NTโ€“Imperativ bleibt bei dieser Auffassung unverstรคndlich.
2.) Die Botschaft von der Rechtfertigung aus Glauben allein; Glaube als der Grund des Glaubens. Meine Gerechtigkeit auรŸer meiner selbst. Im Glauben an den Christus auรŸer mir habe ich Christus in mir. (Rm 3 und Rm 12 ff unverstรคndlich bei magischem Rm 6.) NTโ€“Imperative (Gesetz) und Paulus Glaubensaussagen und Mystik7 verbinden. Sein in Gott โ€“ Sein in Christus โ€“ Akt des Glaubens.

II Vermittlungsbegriff = Glaube, Taufe setzt Glauben voraus. Taufe ฮตแผฐฯ‚ ฮงฯฮนฯƒฯ„ฯŒฮฝ โ€“ Glaube ฮตแผฐฯ‚ ฮงฯฮนฯƒฯ„ฯŒฮฝ:8 Gal 2,16 Rm 10,14 (Neuschรถpfung der NTโ€“Sprache) Phil 1,29 Kol 2,5 glaubt ฮตแผฐฯ‚ แผฮผฮญ = Joh 4,359 in den Leib10 hinein. Glaube bezieht sich auf Christus. ฯ€ฯแฝธฯ‚ ฯ„แฝธฮฝ Philemon 511 zielt auf Vereinigung mit der Gemeinde hin. Ruht jetzt in Christus.
ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ แผฮฝ ฮงฯฮนฯƒฯ„แฟท12 = Ruhen! Eph 1,15 Kol 1,4 1. Tim 1,14 3,13 2. Tim 1,13 3,15.
ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ แผฯ€สผ ฮฑแฝฯ„แฟท13 Rm 9,33 1. Tim 1,16 (sich auf ihn grรผndend).
ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ แผธฮทฯƒฮฟแฟฆ ฮงฯฮนฯƒฯ„ฮฟแฟฆ14 [genitivus] subjectivus oder objectivus? Der Glaube, der von Jesus herkommt, an ihm entsteht und von ihm gewirkt ist, sich an ihn hรคlt. Gal 2,16 3,22.26 Phil 3,9 2. Kor 13,5 Rm 3,26 Apoc 14,12.
ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ ฮธฮตฮฟแฟฆ15 Rm 3,3; แผ”ฯ‡ฮตฯ„ฮต ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฮฝ ฮธฮตฮฟแฟฆ = habt Glauben, der von Gott herkommt Marc 11,22.
ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ แผธฮทฯƒฮฟแฟฆ16 โ€“ nur einmal Rm 3,26; wie tief der Glaube hinab muรŸ in die Menschlichkeit.
ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ ฮŠฮทฯƒฮฟแฟฆ ฮงฯฮนฯƒฯ„ฮฟแฟฆ Rm 4,16 Abraham analog? Glaube immer des Sรผnders Glaube an Sรผndenvergebung. Deshalb nicht Glaube Jesu. Stellvertretender Glaube Christi? Kommt in der Bibel nicht vor. Christus ist Vorbild unseres Glaubens โ€“ nicht mehr Grund und Ziel. Gal 2,16 Werke, die an dem Gesetz entstehen (genitivus objectivus); Glaube, der an Christus entsteht.
ฮตแผฐฯ‚; แผฮฝ; ฯ€ฯฯŒฯ‚; แผฯ€ฮฏ17; Genitivus objectivus.

III Rechtfertigungslehre und ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ18
Glaube, an Jesus Christus entstehend, reines Geschenk Gottes. Rm 10,17 Joh 6,29 Hebr 4,2. Heiliger Geist durch Wort Glauben schaffend. Eph 1,17โ€“19 1. Thess 1,5 1. Kor 2,5.8 ohne eigenes Werk Gal 2,16 3,2 Rm 4,5.

IV Glaube zugleich Entscheidung, zu der der Mensch aufgerufen wird. Ohne diesen EntschluรŸ ist der Glaube nicht in mir. Ich glaube; nicht etwas glaubt in mir Rm 4,17โ€“21. Aber kein Gegensatz zu III. Deshalb Appell an den Glauben. Marc 5,36 Joh 14,1.

V Was ist die Gabe des Glaubens? Im Glauben empfangen wir Rechtfertigung = Zuspruch der Gerechtigkeit Gottes.
Es geht um die Erlangung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ. 2. Kor 5,21; vorher geredet vom Versรถhnungshandeln Gottes โ€“ geschieht, damit wir werden die Gerechtigkeit Gottes. (Jesus hatte nicht Sรผnde, sondern wurde zur Sรผnde gemacht; deshalb auch umgekehrt fรผr uns = [zur Sรผnde] gemacht = [damit wir zur] Gerechtigkeit werden.) Sรผnde von Christus getragen, aber nicht selbst sรผndig. Gerechtigkeit zwar dem Menschen angerechnet, aber nicht selbst so.
1.) ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ steht im Gegensatz zur แผฐฮดฮฏฮฑ ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท = Rm 10,3 [zur] แผฮผแฝด ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท = Phil 3,9.19 Erlangung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท = ฮดฮนฮบฮฑฮฏฯ‰ฯƒฮนฯ‚ Rm 4,2520 = Rechtfertigung. ฮดฮนฮบฮฑฮฏฯ‰ฮผฮฑ21 = Rechtsgehalt des Gesetzes. Erlangung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ist meine ฮดฮนฮบฮฑฮฏฯ‰ฯƒฮนฯ‚, wird nie meine ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท, sondern bleibt Gottes Gerechtigkeit.
2.) ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ sollen wir erlangen, damit wir vor Gott bestehen kรถnnen; ohne diese Gerechtigkeit sind wir vor Gott in unserer Sรผnde verurteilt. Rm 3,12โ€“20 ohne ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ kann der Mensch nicht vor Gott bestehen.
3.) ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ ist bisher verborgen gewesen und muรŸ nun von Gott offenbart werden; es bedarf einer แผ€ฯ€ฮฟฮบฮฌฮปฯ…ฯˆฮนฯ‚ (Tat Gottes; allein auf Gott reflektierend Rm 1,17)22. ฯ†ฮฑฮฝฮญฯฯ‰ฯƒฮนฯ‚ Rm 3,2123 (Offenbarung an uns) Tat, auf Menschen reflektierend. แผ”ฮฝฮดฮตฮนฮพฮนฯ‚24 Erweis und Beweis. (Anfang und Ende ist der Glaube = Rm 1,17 โ€“ keine Vervollkommnung.)
Rm 3,21 ff; ฮดฯŒฮพฮฑ25 kommt dem Menschen zu als gรถttliches Gnadengeschenk. โ‰ˆ ฮบฮฑฯฯ‡ฮทฮผฮฑ26 soll der Mensch haben; er braucht es (ist das Kreuz); soll keinen falschen haben (2. Kor 11/12 Gal 6,14). โ€“ Aber Mensch will sich falsche ฮดฯŒฮพฮฑ geben. Ruhm ist die Gemeinde. 2. Thess 1,4 (?) 2. Kor 1,14.
Was stand vor der Offenbarung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ an ihrer Stelle? แผ€ฮฝฮฟฯ‡ฮฎ โ€“ Rm 3,26.27 แผ€ฮฝฮฟฯ‡ฮฎ birgt Gefahr in sich in bezug auf Erkenntnis der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ. แผ€ฮฝฮฟฯ‡ฮฎ droht die ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท unglaubwรผrdig zu machen. Gott ist nicht gerecht.28
4.) Um dieser Zeit der แผ€ฮฝฮฟฯ‡ฮฎ ein Ende zu machen, tritt Aufzeigung (แผ”ฮฝฮดฮตฮนฮพฮนฯ‚) der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ ein. Gott fรผhrt Beweis fรผr seine eigene Gerechtigkeit. Gott rechtfertigt sich selbst und zeigt sich als der Gerechte. Gott muรŸ seine Gerechtigkeit unter Beweis stellen; โ€žwegen der Vergebung der Sรผndenโ€œ muรŸ Gott sich selbst rechtfertigen. Vergebung der Sรผnden kรถnnte Ungerechtigkeit sein. Er muรŸ sich erweisen, als darin gerecht seiend. Gottes Gerechtigkeit (genetivus subjectivus) = seine Gerechtigkeit = daรŸ Gott selbst gerecht sei. Rm 3,26.
5.) Dieser Beweis fรผr Gottes Gerechtigkeit wird im Kreuz Christi erbracht; hier แผฑฮปฮฑฯƒฯ„ฮฎฯฮนฮฟฮฝ29 fรผr รœbertretung des Gesetzes selbst stellend. (Sรผhnemittel). Damit der Forderung des Gesetzes genugtuend (durch Tod des รœbertreters und Erfรผllung des Willens Gottes). Darin erweist sich Gott als gerecht. Gerechtigkeit am Kreuz. Damit wird gezeigt, daรŸ er allein gerecht ist und kein Mensch. Gott stellt das แผฑฮปฮฑฯƒฯ„ฮฎฯฮนฮฟฮฝ. Gott hat sich im Kreuz gerechtfertigt.
6.) In dieser Tatsache, daรŸ Gott sich als allein gerecht erweist, liegt unsere Rechtfertigung beschlossen. Anerkennung dessen, daรŸ Gott allein gerecht ist, nennt Paulus Glauben an Jesus. Rm 3,26.23. Durch diesen Glauben an Jesus (allein Gerechtigkeit Gottes seiend) kommt Gerechtigkeit zu allen, die da glauben. Dieser Glaube ist Glaube, der uns zur Gerechtigkeit gerechnet wird. Rm 4,5. Glaube = Anerkennung der Gerechtigkeit Gottes in Christus. In dieser Anerkennung kommt der Mensch in rechte Stellung vor Gott. Mensch ist Sรผnder, Gott gerecht. So ist Mensch rechtfertig gemacht.
7.) Gerechtigkeit (Gott allein eignend) wird vom Glauben bejaht; dem Glauben teilhaftig. Als solche Gerechtigkeit, die Gott dem Glauben zuspricht. Gott rechtfertigt den, der ihn, Gott, allein gerecht sein lรครŸt. Grund in der Selbstrechtfertigung Gottes liegt fรผr unsere Rechtfertigung.30
8.) Christus = Gerechtigkeit Gottes. 1. Kor 1,30. Gerechtigkeit extra nos31. So sein lassend, werden wir die Gerechtigkeit Gottes. Gerechtigkeit, die Gott eignet, zugleich iustitia salvifica32. Gott in seiner Gerechtigkeit ist unsere Gerechtigkeit Jer 33,15โ€“23 Jes 54,7.
Ps 143,2 Unterschied Gerechtigkeit: Gericht. iustitia salvifica (schenkend). Gericht = Strafe? Zustand der Verfolgung nicht = Gericht. Gericht = Richterspruch; verwerfen. Gerechtigkeit kann gegen Gericht angerufen werden โ€žum deines Namens willenโ€œ.
Ps 69,28 Gerechtigkeit hier nicht durch Gericht ersetzbar.
Ps 62,13 โ€žBezahle einem jeglichenโ€œ = Gnade und Gericht. Gericht aus Werken hat Oberbegriff = โ‰ˆ Gnade.
Gerechtigkeit Gottes; er allein gerecht; aber so unsere Gerechtigkeit seiend. Gott ist unsere Gerechtigkeit (handelt nicht mit uns nach seiner [strafenden] Gerechtigkeit).33

15.2. VORLESUNGSFRAGMENT BONHOEFFERS ZU: STERBEN UND RECHTFERTIGUNG34

6. Das Bekenntnis der Sรผnden vor Gott und die Anerkennung, daรŸ Gott allein gerecht sei, ist zugleich die Anerkennung Gottes und die Trennung von unserer Sรผnde. Indem wir als die Sรผnder gerechtfertigt werden, werden wir von unserer Sรผnde getrennt, wir sterben unserer Sรผnde ab โ€“ wir werden gerechtfertigt แผ€ฯ€แฝธ ฯ„แฟ†ฯ‚ แผ€ฮผฮฑฯฯ„ฮฏฮฑฯ‚ โ€“ von unserer Sรผnde weg, nicht แผฮฝ ฯ„แฟ‡ แผ€ฮผฮฑฯฯ„ฮฏแพณ35. Wir sind der Sรผnde gestorben. [Rรถm] 6,7! 3.10.f. 1 Petr 2,2436 Inwiefern? Insofern als wir den Tod37 Christi als unseren Tod vor Gott gelten lassen, insofern Er also der Sรผnde gestorben ist. Dieses Sterben ist aber etwas einmaliges gewesen bei Christus (R 6,10) so ist es das auch fรผr uns; wir halten uns dafรผr, daรŸ wir der Sรผnde gestorben sind (R 6,11). So also erkennen wir im Tod38 Christi die Gerechtigkeit Gottes, als unseren Tod, und darin als unsere Rechtfertigung, indem Gott allein gerecht ist. In dieser Erkenntnis erkennen wir uns als in Christus miteingeschlossen. So ist die Aussage รผber die Gerechtigkeit Gottes mit der รผber unser โ€žSein in Christusโ€œ unlรถslich verbunden.
7. Indem wir gerechtfertigt sind von der Sรผnde weg, stehen wir als Gerechtfertigte in einem neuen Verhรคltnis zur Sรผnde. Allein, es wรคre eine rein negative Bestimmung, wenn es beim Sterben Christi bliebe. Christus lebt und indem Gott seinen Sohn auferweckt hat, lรครŸt er uns wissen, daรŸ der durch das Sterben Gerechtfertigte vor Gott leben soll. Rechtfertigung geschieht durchs Sterben in der glaubenden Erkenntnis des Urteils Gottes im Kreuz Christi. Aber der so Gestorbene โ€“ Gerechtfertigte soll vor Gott leben. Er lebt in Christus. Er starb der Sรผnde einmal, er lebt hinfort Gott (R 6,10 f) ฮฟแฝ•ฯ„ฯ‰ฯ‚ ฮบฮฑแฝถ แฝ‘ฮผฮตแฟ–ฯ‚39 โ€ฆ Im Bereich des Lebens40
Wie steht der Gerechtfertigte zur Sรผnde.41
a.) Die Sรผnde ist gebrochen und entmรคchtigt. Sie herrscht nicht mehr. (R 5,21 6,12.14) Wir sind nicht mehr Knechte (6,17.20.) wir sind frei (6,18.22.) Das alles darum, weil er uns zur Sรผnde gemacht ist โ€“ auf ihm liegt die ganze Sรผnde, er hat sie getragen. (1 Joh 3,5 1 Petr 2,24 Joh 1,29 cf. Kol 1,19) Joh 8,11 der Christ kann nicht mehr sรผndigen 1 Joh 3,6.9 Hebr 6. 10. 12.42
Das Recht zu diesen Aussagen liegt in der Einmaligkeit und Abgeschlossenheit der Trennung von der Sรผnde, das Gestorbensein mit Christus in der Taufe und Rechtfertigung. Von nun [an] ist die Sรผnde das schlechthin Unmรถgliche. Es kann nicht mehr gesรผndigt werden โ€žin Christoโ€œ, im โ€žLebenโ€œ43, in der โ€žฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯƒฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆโ€œ. Sondern wer aus Gott geboren ist, der โ€žtut die Gerechtigkeitโ€œ (1 Joh 2,29).
b. Aber der Christ lebt noch แผฮฝ ฯƒฮฑฯฮบฮฏ44 (Gal 2,20). Darum lebt er tรคglich im Glauben, darum stirbt er tรคglich (1 Kor 15,31), darum wird er von Tag zu Tag erneuert (2 Kor 4,16). Darum liegt Geist und Fleisch45

15.3. VORLESUNGSFORTSETZUNG ZU: STERBEN UND RECHTFERTIGUNG (MITSCHRIFT)46

Darum liegt Geist und Fleisch tรคglich im Kampf. Rm 8,12/13 Gal 5,24. Aufgrund dessen, daรŸ sie Christus angehรถren, wird Fleisch tรคglich in den Tod gegeben; aber der Kampf des Geistes wider das Fleisch ist zugleich ein Kampf, der die VerheiรŸung des Sieges hat. Ohne Furcht kรคmpfen.
c) Dennoch geschieht das Unmรถgliche der Sรผnde; wir tun sie und bedรผrfen der tรคglichen Vergebung. Hebr 12,1 (anklebt47) 1. Joh 1,8 2,1 Jak 5,16. Sรผnde des Christen unterschieden von der Sรผnde des Nichtchristen = Ungetauften. Es gibt Sรผnde, die von der Gemeinde scheidet. 1. Kor 5 1. Joh 5,16 bei Sรผnde zum Tode keine Fรผrbitte; diese Sรผnde erkennbar; Leugnung der Fleischwerdung? Das Interesse liegt daran: Hรผte dich, daรŸ du nicht diese Sรผnde tust!! Matth 12,33 Luk 12,3048 1. Joh 5,16 Hebr 6 1249 Es kann jede Sรผnde die Sรผnde wider den Heiligen Geist sein; das willentliche Absagen und Sรผndigen gegen die Gnade. Es wird nicht gesagt, worin das besteht. Immer offen! Immer BuรŸruf: Hรผte dich! Komm zum Kreuz.
Es ist sehr auffallend, wie wenig Paulus von der tรคglichen Sรผnde und der tรคglichen Sรผndenvergebung50 zu sagen weiรŸ. Sรผnde innerhalb der Gemeinde getragen und vergeben.
Unmรถglichkeit: Tatsรคchlichkeit der Sรผnde. Sรผnde, die von der Gemeinde scheidet. Sรผnde, die innerhalb der Gemeinde vergeben wird 2. Kor 2,10 Eph 4,32 Kol 3,13 1. Joh 1,9 2,2 Jak 5,15 ff.
Paulus erfuhr unseren Bruch nicht so. Paulus hat die Bekehrung lebend; nicht in viele Akte zerfallend. แผฮผฮฑฯฯ„ฯ‰ฮปฯŒฯ‚ ist der Christ nicht mehr. 1. Tim 1,15 (imperfektisch). Dagegen Rm 5,8 5,19 (wir แผฮผฮฑฯฯ„ฯ‰ฮปฮฟฮฏ51 damals vor Versรถhnung) jetzt Christ แผ…ฮณฮนฮฟฯ‚52; nicht mehr unter der Sรผnde, sondern unter Christus, der Sรผnden vergibt. Aber so in Christus, wie Christus die ฯƒฮฌฯฮพ53 trรคgt (Rm 8,2/3); aber er hat auch Sรผnde und tut sie; aber wieder wie Christus nicht Sรผnder seiend, sondern โ€“ glauben kann. (Christus nicht grรถรŸter Sรผnder (wie etwa Luther sagt).54) Und so wieder durch Glauben von der Sรผnde getrennt. Es gibt fรผr Paulus nicht ein tรคgliches Herausfallen, sondern ein getragen werden.55

15.4. VORBEREITUNGSAUFZEICHNUNGEN BONHOEFFERS: DAS GUTE WERK56

Das gute Werk

Sprachliches
1. แผ”ฯฮณฮฑ โ€“ ฮบฮฑฮปฮฌ57 Mt 5,16 1 Tim 5,10 Hebr 10,24 etc.58, แผ€ฮณฮฑฮธฮฌ59 Eph 2,10 Kol 1,10 1 Tim 2,10 etc., (ฮบฮฑฮบฮฌ60), ฯ€ฮฟฮฝฮทฯฮฌ61 Joh 3,19 Kol 1,21 etc., แผ„ฮฝฮฟฮผฮฑ62 2 Petr 2,8, ฮฝฮตฮบฯฮฌ63 Hebr 9,14 6,1 แผ„ฮบฮฑฯฯ€ฮฑ Eph 5,1164
2. แผ”ฯฮณฮฑ โ€“ ฯ„แฟ†ฯ‚ ฯƒฮฑฯฮบฯŒฯ‚ Gal 5,1865 dagegen: ฮบฮฑฯฯ€แฝธฯ‚ ฯ„ฮฟแฟฆ ฯ€ฮฝฮตฯฮผฮฑฯ„ฮฟฯ‚66, ฯ„แฟ†ฯ‚ แผ€ฯƒฮตฮฒฮตฮฏฮฑฯ‚67 Jud 15, ฯ„ฮฟแฟฆ ฯƒฮบฯŒฯ„ฮฟฯ…ฯ‚68 R 13,12, (ฮผฮตฯ„ฮฑฮฝฮฟฮฏฮฑฯ‚69 Act 26,20)
3. แผ”ฯฮณฮฑ ฯ„ฮฟแฟฆ ฮฝฯŒฮผฮฟฯ…70 โ€“ die vom Gesetz geforderten Werke R 3,20.28. Gal 2,16 3,2 5,71 10 etc. Dagegen Gnade R 11,6 4,4 f 9,672 2 Ti 1,9 Ti[tus] 3,5
4. แผ”ฯฮณฮฑ โ€“ ohne Hinzufรผgung wie (3.) R 4,2.6 Eph 2,9 etc.

Theologisches
1. Die Rechtfertigung geschieht unabhรคngig von den Werken des Gesetzes, allein durch den Glauben an Jesus (R 3,28) Eph 2,9 Gal 2,16
2. Das letzte Gericht wird ein Gericht nach den Werken sein (Mt 16,27 Rm 2,6 2 Kor 5,10 1 Kor 3,8.14 4,5 R 14,10 ff etc.)
3. Darum muรŸ der Glaubende im Stande guter Werke erfunden werden. Ti 3,14 2 Tim 2,21 3,17 Ti 1,16 3,1.8.
4. Gute Werke geschehen allein in Jesus Christus, in der Gemeinde. Hier sind sie den Gerechten von Gott bereitet. Sie sind Gottes Werke in Christus R 3,31! und durch ihn die guten Werke der Geheiligten (Eph 2,10 Phil 1,6 2 Thess 2,17 Kol 1,10 1 Tim 2,10 5,10.)
5. Gute Werke sind ein Zeugnis nach auรŸen, aber sie sind den Glรคubigen unbewuรŸt und unbekannt. (Mt 5,16 1 Tim 2,10 5,10 Mt 6,3 25,31 ff)
6. Glaube und Werke gehรถren unlรถslich zusammen. Kein Glaube, der ohne Werke ist, rechtfertigt vor Gott (R 2,13 Jac 2,14 ff). Glaube und Werke mรผssen gรคnzlich unvermischt bleiben. Allein der Glaube, nicht das Werk, rechtfertigt.
7. Paulus hat den Glauben nach seinem Gegenstand vor Augen (Christus, Kreuz, Auferstehung, Heiliger Geist, Erlรถsung, Heiligung). Jacobus denkt an den Glaubenden, erinnert daran, daรŸ der Glaube in einem Glaubenden existiert. Als menschliches Handeln aber rechtfertigt nicht โ€žalleinโ€œ ฮผฯŒฮฝฮฟฮฝ73 der Glaube. Wer sich darauf zurรผckzieht, wird zum Werk gerufen. Die securitas74 des Glaubenden wird von Jacobus gebrochen durch die Demut des Gehorsams. Die securitas des Gehorsams wird von Paulus zerbrochen durch den Hinweis auf den Gegenstand des Glaubens. Sagt Paulus: der Glaube allein rechtfertigt, so sagt er: Christus rechtfertigt. Sagt Jakobus: der Glaube rechtfertigt nur in Einheit mit dem Werk, so sagt er: nicht mein Glaube und nicht mein Werk,75 sondern Christus allein rechtfertigt! Der Mensch lebt glaubend und gehorchend allein von der Gnade Jesu Christi.

15.5. VORLESUNGSABSCHNITT ZU: DAS GUTE WERK (MITSCHRIFT)76

IX Das gute Werk77

1) Gute Werke kรถnnen nur in Christus und Gemeinde getan werden = Werk des Geheiligten 2. Tim 2,21.
2) Gute Werke liegen in diesem Raum fรผr unser Tun bereit. Wir tun sie, indem sie von Gott getan und bereitet sind. Das gute Werk ist Gottes78. Wir sind sein Werk, bereitet zu guten Werken. Eph 2,10; Kol 1,10; Phil 1,6; 2. Thess 2,17; 1. Tim 2,10 5,10. Raum der Gemeinde; Werke, uns von Gott bereitet und von uns nachgetan. Eph 2,10 griechisch!79 โ€žโ€ฆ bereitet, daรŸ wir in ihnen (guten Werken) wandelnโ€œ.
3) Glauben drรคngt auf Werk. Glรคubiger muรŸ im Stand guter Werke erfunden werden. 2. Tim 2,12 3,17 Tit 1,16 3,8.14. Gutes Werk also etwas sichtbares; dadurch charakterisiert (Matth 5,16), daรŸ [man] in dem Augenblick, wo es angesehen wird, nicht die Menschen, sondern den Vater preist.
4) Letztes Gericht, Gericht nach Werken. Matth. 16,27 Rm 2,6 2. Kor 5,10 1. Kor 3,14. Der Glaubende wird gerechtfertigt. Der Geheiligte wird gerichtet; errettet durch Glauben.80
5) Rm 3: Jak 2 Rm 3,28โ€“31: Jak 2,17 ff
1) Paulus preist Glauben als ganze Gabe, in der Christus und sein Reich uns zuteil wird. Sein Blick fรคllt auf Christus und seine Gabe. Im Blick auf Christus ist Glaube alles, weil er alles empfรคngt.
Jakobus sieht auf Menschen der glaubt. Im Blick auf mich ist mein Glaube nichts. Ich hab Glauben โ€“ leere Beteuerung. Tue das Werk des Glaubens. Du dienst Gott nicht durch sagen, sondern durch gehorchen.
2) fรผr Paulus Glaube nicht ohne Werk; aber keine Rechtfertigung durch Werk81. Mensch steht durch Glaube vor Gott.
Jakobus bestreitet das nicht; will wehren der Selbstverstรคndlichkeit des Glauben habens. Will dem Ruhm des Glaubenden wehren, den dieser im Blick auf sich selbst haben kรถnnte.
3) fรผr Paulus Glauben Ausdruck hรถchster Demut vor Gott.
Jakobus erkennt auch hier noch Mรถglichkeit des Stolzes82, sich aus Glauben Ruhm bereiten zu kรถnnen und spricht um der Demut willen vom Werk. Indem der Glaubende nicht auf Glauben, sondern auf Werk angeredet wird, wird er gedemรผtigt. Tun = die der Gnade angemessene Demut des Menschen. So wird der Demut des Glaubens die Mรถglichkeit des Ruhms durch Jakobus genommen, indem er den Glaubenden auf sein Werk anredet. Der Demut des Werkes wird Mรถglichkeit des Ruhms genommen durch Paulus, indem er den Wirkenden anredet als im Glauben allein.83
Jakobus: Vorm Ruhm bewahren; nicht Ruhm, sondern gehorchen; so glauben. Abraham hรคtte nicht Glaube, wenn er nicht Werke des Gehorsams hรคtte; demรผtige Tat. Jakobus: demรผtig sein = gehorchen = am demรผtigsten. = Bergpredigt. Nicht sagen Herr Herr, sondern tun.84 Gnade โ€“ gegenรผber = Tun, Gehorsam. Glaube nicht aufgehoben.
Paulus und Jakobus sich ergรคnzend. Ruhm des Glaubens gebrochen = gehorchen. Ruhm des Werkes gebrochen = Glaube.
แผ”ฯฮณฮฟฮฝ = แผ€ฮณฮฌฯ€ฮท 1. Kor 1385
4) Jakobus = โ€žฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚โ€œ86 wichtig 1,4 3,2 ganz (ganzer Mensch). แผ€ฮฝแฝดฯ ฮดฮฏฯˆฯ…ฯ‡ฮฟฯ‚87 = 1,8; kein Unterschied zu Teufel [, der] glaubt auch; aber zittert, weil ungehorsam; glauben = Schuld, weil ungehorsam. Hier soll Glaube und Werk auseinander.
Daraus soll ein ganzer Mensch werden.88
Paulus sucht das zu gewรคhrleisten durch Werk Christi, das wir im Glauben empfangen.89
5) Paulus Rm 2,6/7 unumstรถรŸlich. Lob und Ehre dem, der gute Werke tut. UnumstรถรŸlich gilt Rm 2,13 ฮฟแผฑ ฯ€ฮฟฮนฮทฯ„ฮฑแฝถ ฮฝฯŒฮผฮฟฯ…90. Um der nicht erreichbaren Gerechtigkeit willen in Gesetz und Synagoge, Trennung davon, weil es ihm um gutes Werk und Gerechtigkeit geht, die im vollen Gehorsam besteht, แผ€ฮฝแฝดฯ ฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚. Das ist die Verkรผndigung des Jakobus; dieselbe Gerechtigkeit, um der sich Paulus willen [derentwillen sich Paulus] von der Synagoge trennte.
Der Glaube, der keine Werke hat, ist nicht der Glaube, der rechtfertigt. Gehorsamer Glaube! Zeige nicht deinen Glauben, sondern Gehorsam. Teufel glauben und haben keine Werke = falsch, ฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚ (Glaube im Gehorsam): ฮดฮฏฯˆฯ…ฯ‡ฮฟฯ‚ (Tatsache des Glaubens = Anklage. Kennt auch gnรคdigen Gott.) Unentschuldbarkeit im Wissen (Rm 2).91
Paulus = Mensch kann im Gerichtsakt nach seinen Werken bestehen; er wird untadelig und unbefleckt sein. Werk, das ihm von Christus gegeben und gewirkt wird. โ‰ˆ 1. Kor 3 (Rettung ohne Werke?) oder nur Bau der Gemeinde gemeint.92
Im Glaubensakt wird das Sein in Christus erkannt. Gesetzlichkeit des Tuns: in Christus hineingenommen sein. Nicht Norm, die erfรผllt wird, sondern um der Person Christi willen. Geheiligter = der, der die Imperative erfรผllt hat. Paulus redet Christen แผ„ฮณฮนฮฟฮน93 an = Ziel ist Heiligung. In unserem Tun soll 1. Gebot erfรผllt werden. Ehebrechen: Gott รผber alle Dinge lieben und ehren. Danach Gericht. โ€“ VerheiรŸung, wenn man Werke um Jesu Christi willen tut; dieses Werk ist eigener Beachtung entzogen. Was wir Werke nennen, ist nicht letztlich โ€žgutes Werkโ€œ. Werk: Gesetzeswerk; ist abgelehnt. Gรผte der Werke hรคngt allein am Glauben.
ฯ€ฮนฯƒฯ„ฮตฯฯ‰ und Rechtfertigung; nicht Aufhรถren der ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚94 in Heiligung. Aus dauernder ฯ€ฮฏฯƒฯ„ฮนฯ‚ heraus flieรŸt Heiligung. Aber Blick ruht auf geheiligter Gemeinde. Selig durch Glaube, gerichtet nach Werken.
Bei Paulus keine permanente Rechtfertigung โ€“ sondern Akt der Taufe โ€“, aber permanente Heiligung. โ€“ Rechtfertigung = mit der Gabe des heiligen Geistes das Siegel, ein fรผr alle Mal. Existenz = Glaube. Paulus sagt nicht tรคgliche Reue und BuรŸe.
Werk = sichtbar fรผr andere (= Vater gepriesen)95 unsichtbar fรผr uns selbst.96

15.6. NOTIZEN BONHOEFFERS ZU: WANDELN, WACHSEN UND FRUCHT97

Wandeln und Wachsen98

1. Das neue Leben ist nicht ein Zustand, sondern ein Wandeln, Schritte tun. Es ist aber auch kein bewuรŸtloses Schlafwandeln, sondern es ist bewuรŸtes, verantwortliches Wandeln, zu dem wir ermahnt werden mรผssen. Wir sollen wandeln โ€žim neuen Lebenโ€œ (R 6,4) im Geist (Gal 5,25.1699) in der Liebe (Eph 5,2) im Licht (Eph 5,9 1 Joh 1,7). Vorher wandelten wir im Fleisch (R 8,1.4. Eph 2,2 Kol 3,7 Ti 3,3 1 Petr 4,3). Dieser Wandel wird beschrieben als vorsichtig Eph 5,15 แผ€ฮบฯฮนฮฒแฟถฯ‚100 โ€“ ehrbarlich, wรผrdig nach auรŸen (R 13,13 1 Thess 4,12 Kol 4,5) wรผrdig vor Gott (1 Thess 2,12 Kol 1,10) โ€“ nach seinem Gebot (2 Joh 6). Es ist also nicht nur ein Getragen- und Gefรผhrtwerden, sondern auch ein Wandeln. Damit ist ausgedrรผckt, daรŸ die Heiligung, der Geist, das neue Leben nicht eine Qualitas des Menschen ist, sondern daรŸ es Christus selbst als Person ist, als Gegenรผber. Also weder Magie noch Mystik, sondern Wandeln als die Gerechten in guten Werken, die durch seinen Bund (Siegel) behalten werden und ihn halten. Aus dem Wandeln in der Finsternis unter der Sรผnde befreit zum Wandel in der Gerechtigkeit, Heiligung durch den heiligen Geist unter dem Gebot Gottes, das แผฮฝ ฮงฯฮนฯƒฯ„แฟท gilt.
2. Wachsen hat nicht unser Verstรคndnis des โ€žOrganischenโ€œ in sich, des โ€žNaturhaftenโ€œ, das dem Wissen und Willen widerstreitet โ€“ โ€žGrรถรŸer werdenโ€œ Kol 1,10 Erkenntnis Gottes 2 Thess 1,3 2 Petr 3,18 โ€“ sonst immer bezogen auf die Gemeinde, nicht auf den Einzelnen. Die Gemeinde wรคchst zur vollkommenen GrรถรŸe Eph 2,21 4,15.16. Kol 2,19. Es gibt ein โ€žZunehmenโ€œ in Glaube, Liebe, bei den einzelnen 1 Kor 15,58 โ€žim Werk des Herrnโ€œ 2 Thess 1,3 1 Thess 4,12? 1 Petr 2,2.
Die Tatsache der Ermahnung aber beweist gerade immer die Unvollkommenheit Ph 3,12 โ€“ Wachsen heiรŸt Sichausstrecken101 von Unvollkommenen zum Vollkommenen. Sรผndenerkenntnis, Wandeln in den Geboten.
Frucht: erstens: das Wunder zweitens: das allein von Gott gewirktsein nicht aber: das organische Wachsen unserer Heiligung, die wir kennen und beobachten. Gal 5,22 Eph 5,9 Phil 1,11 Jc 3,17102
Frucht bleibt nicht allein, ist fรผr das andere da โ€“ Samentrรคger โ€“ geforderte Frucht?
Ganzheit von Frucht und Pflanze
Frucht = Leben โ€“ totes Werk โ€“
Frucht = nicht reflektierbar
Befruchtung.103

15.7. VORLESUNGSABSCHNITTE ZU: NEUES LEBEN UND NACHFOLGEN (MITSCHRIFT)104

Bei Paulus: alle Inhalte ergeben sich aus โ€žin Christus seinโ€œ. Neues Leben = im Raum Christus (Arche Noah);105 in diesem Raum Schritte tun. โ€žWandelnโ€œ in den Geboten. Existenz nicht so, daรŸ Mensch da hineingeworfen und mitgerissen, sondern eben auch wandeln.106 Im Geist sein: im Geist leben.
Wandeln in diesem Raum = Nachfolgen bei den Synoptikern. Christliches Leben ist nicht Lebensstil, sondern ist durchgehendes Bleiben an Christus, der gerufen hat. Etwas, was sich vollzieht; was wir nicht aus uns heraussetzen. Wir dรผrfen es nicht in die Hand bekommen. Nicht nach unserem frommen Fleisch einrichten (= anpassen unseren Wรผnschen und Idealen der frommen Existenz). Nicht Lebensform gegen Lebensform (= ich kann auch anders); nicht von mir gestaltet, sondern ein Gehen unter den Geboten heute so wie morgen โ€“ innere Kontinuitรคt.
Christliches Leben auch Lebensform werdend. Besonders wenn viele als Christen zusammen leben. Es gibt da gemeinsame Tagesgestaltung.107 Christliches Leben nicht identisch mit christlichen Formen, sondern hinausragend รผber sich selbst ist die Form. Form = Hinweis, daรŸ รผber Wechsel der Umstรคnde und Verhรคltnisse Kontinuitรคt christlichen Lebens (unter Gebot wandeln). Hier und da ist und bleibt Gottes Gebot.
Christliche Lebensform: christlicher Lebensstil (= sich selbst beschauen); eigene Freude an eigener Gestalt. Predigt von christlichem Leben (= Wille Gottes); Lebensform kommt mit, nichts eigenwertiges. Nicht sich darstellen und sich selbst erkennen.108

[โ€ฆ] Kreuz Jesu Christi selbst ist es, was ich trage, nicht mein Kreuz. โ€“
Kein Programm, inhaltliche Gesetze. Bindung an Christus, den Gekreuzigten. = Paulus โ€žmit ihm gekreuzigt werdenโ€œ109. Bedingung fรผr Gemeinschaft mit Jesus = sein Kreuz tragen. Sich selbst absterben und Jesus leben.
Paulus = Rechtfertigung. Jesus = Weg unterm Kreuz. Gemeinschaft unterm Kreuz.
Paulus = Glauben (mit ihm gekreuzigt und gestorben; auf ihn allein sehen; mit ihm leben). Jesus = Nachfolgen (nicht auf uns, Schritt sehen; ihn, der Kreuz trรคgt; zu ihm treten).110

[โ€ฆ] Nachfolge: Befreiung aus ich und Sรผnde, Vergebung, Freude und Gemeinschaft mit Christus. Freude, von Jesus gerufen zu sein. Gebot = Gnade. Einheit Gebot und Evangelium. Gehorsam sein dรผrfen; ihr kรถnnt auch; mein Joch ist sanft;111 Kraft gegeben zu tragen auf seinen Ruf hin. Alles aufgehoben in VerheiรŸung der Gemeinschaft und Freude.
Fรผlle der inhaltlichen Gebote: inhaltsloser Ruf Jesu.112
Bergpredigt hebt nicht auf das Gesagte; nicht Verwirklichung ethischen Programms. Bergpredigt nicht relativieren durch Vorheriges. Es gibt konkrete christliche Ethik.113 Es geht im Neuen Testament um Werk, Tun, Erfรผllung der Gebote. โ€“ Gebote nicht Symbole und Sรผndenspiegel114. Reicher Jรผngling erhรคlt Gebot, um es zu tun (verkaufe!).115 Einfรคltiges Verstรคndnis und Tun.
Anweisung zum Tun eines Kรถnigs116; gegeben, daรŸ es getan wird. โ€“ Bitte eines Menschen, den wir lieb haben.117 Nicht Erkenntnis, daรŸ ich es nicht tun kann; sondern tun auf Gefahr hin, etwas falsch zu tun und mehr zu tun als gesagt. โ€“ Ausdruck echter Liebe = Tun, was geboten.118 Einfรคltiges: dialektisches Verstรคndnis der Gebote. โ€“ Dialektisches Verstรคndnis hat auch sein Recht auch.119
Einfรคltig = auf Schlag auf rechte Backe auch linke hinhaltend.120 Sรผnde und Gottlosigkeit diesem Gebot gegenรผber erkennend.
Bergpredigt durch Amt aufgehoben.121 Liebe drรผckt sich so aus, daรŸ wir anderen strafen um seines Bรถsen willen. Liebe so, daรŸ wir zur Waffe greifen.122 Gesetz des Berufs und der immanenten Lebensordnung gegen Gesetz Christi โ€“ dahineingestellt; nicht diesen Gesetzen entziehen. Was Gebot Jesu widerspricht, innerhalb der iustitia civilis getan. Aber Verschiedenheit (auch inhaltlich) iustitia civilis: Christi.123 Christ hat anderen Aspekt und iustitia civilis hat anderen Aspekt in bezug auf Welt und ihre Gerechtigkeit. Naumann in Offenheit, Gesetz Jesu und Gesetz der Welt gegeneinander sehend.124
Gebot Jesu gegeben, daรŸ es geschieht.
Christliche Kriegsverweigerung125: Rechtfertigung
Luther kannte beides.126 โ€“ โ€žLiebet eure Feinde.โ€œ127 Wie das mit Waffe? Mรถglichkeit der Einsicht, daรŸ auch ohne Waffe gesรผndigt wird. Weil man der Sรผnde und Verantwortung nicht entfliehen [kann], letzte Mรถglichkeit des Glaubens, in Glauben und Liebe zu richten und zu tรถten. Ist viel schwerer, weil gegen wรถrtliches Gebot Jesu angehen zu mรผssen.128 โ€“ Letztlich Inhalte nicht entscheidend. Also nicht ethische Programmatik entscheidend, sondern Bindung an Jesus. Wo nicht zunรคchst durch einfรคltigen Gehorsam gegangen, sondern gleich dialektisch umgebogen, dort nicht mit Recht Dialektik des Gebots angewandt.
Luther: Beruf, Amt, Krieg. Unter Voraussetzung eines einfรคltigen Gebotsverstรคndnisses.
Billige: teure Gnade.129 = Alltagsleben und sonntags in Kirche zu Sรผndenvergebung fliehen. Kirche = Sรผndentrost: ฯ€ฯŒฮปฮนฯ‚130, mit Christus eigenes Leben in eigenen Geboten fรผhrend (in Ungehorsam und Sรผndenerkenntnis in Kirche Gnade der Vergebung). Volkskirche = falsches Gnadenverstรคndnis. Gnade ohne Nachfolge: Gnade in Nachfolge.
Kirche und Welt; Mensch in Existenz in iustitia civilis (= nachlutherisch); Vater, Staatsmann, Beruf. Darรผber Himmel der Sรผndenvergebung. Existenz = bรผrgerlich. Rechtfertigung dessen durch Kreuz (iustitia aliena)131. Hier nicht Rechtfertigung des Sรผnders, sondern Rechtfertigung der Sรผnde. Es hรคngt an ihm allein. Wir sind nicht frei, alles mitzutun wie Welt; pecca fortiter132 nicht Prinzip christlichen Handelns, sondern letzter Trost verzagten Gewissens. Rechtfertigung des Sรผnders = Gemeinde in Nachfolge. Kirche nicht รถffentlichโ€“rechtliche Kรถrperschaft; sondern Existenz in Nachfolge.
Leben der Christen: Heiden grundsรคtzlich unterschieden. Andere ฯ€ฯŒฮปฮนฯ‚ und Gesetze. Gnade รผber der Sรผnde: Gnade fรผr Sรผnder, der in Nachfolge seine Gottlosigkeit erkennt. Gnadenwort = โ€žfolge mir nachโ€œ = erstes Wort, das Petrus von Jesus hรถrt; dann Bekenntnis zu Christus; dann Abfall; dann Begegnung mit Jesus am See Genezareth (wo er zum ersten Mal gerufen wurde). Letztes Wort = folge mir nach. Erster [Ruf] = aus alter Existenz; letzter Ruf = Vergebung der Sรผnden und vollzogene Gemeinschaft nach seiner Verleugnung (zweimal Gnadenruf).133 Gnade im mit ihm gehen. So auch Altes Testament Gesetzeslob = Freude an der Gnade.134

16. VORLESUNG รœBER KONFIRMANDENUNTERRICHT1

16.1. KONZEPT BONHOEFFERS ZU โ€žKONFIRMATION โ€“ GESCHICHTEโ€œ2

1. Katechismusverhรถr. 1536 institutio3 โ€“ Zehnjรคhrige Bekenntnis [vor der] Gemeinde โ€“ Zulassung zum Sakrament.
2. Bucer 1534 โ€“ Bekenntnis โ€“ Handauflegung โ€“ Heiliger Geist โ€“ [Act] 8,13โ€“17 โ€“ Hessen: Ziegenhainer Kirchenordnung 1539. Agende 1574 โ€žNimm hin den Heiligen Geist, Schutz und Schirm vor allem Argen โ€ฆโ€œ4
3. Die Gnesiolutheraner nur Katechismusverhรถr. Interim.
4. Spener โ€“ lernt hessische Kirchenordnung kennen, fรผhrt sie in Frankfurt ein. Ich bekenne zum Taufbund, zu Jesus.
5. Aufklรคrung โ€“ religiรถse Mรผndigkeit โ€“ VolksschulabschluรŸ โ€“ (Orgelspiel)5 โ€“ 1832 Konfirmation zuletzt6 in Hamburg.
6. Stoecker: 3 Teile 1.) AbschluรŸ des Unterrichts durch Gottesdienst. Gebet unter Handauflegung. Kein Bekenntnis โ€“ kein Gelรผbde โ€“ kein Recht zur Teilnahme am Abendmahl. 2.) Abendmahlsrecht im einzelnen Fall nach seelsorgerlichem Gesprรคch beim Pfarrer einzuholen. 3.) Bekenntnis und Gelรผbde der Erwachsenen รถffentlich โ€“ Recht am Rechtslehen teilzunehmen โ€“ Aktives und passives Wahlrecht etc.7

Fragen
1. Das Konfirmationsalter? โ€“ Jetzt nicht umzustoรŸen, aber durch lokale Regelung Fortsetzung bis zum 18. Jahr โ€“ dann
2. Zulassung zum Abendmahl erst spรคter โ€“ ich weiรŸ von keinem Kind, das aus freien Stรผcken in den Jahren nach der Konfirmation zum Abendmahl geht.8
3. Bekenntnis? Grundsรคtzlich jedes Alter kann sagen โ€“ Jesus Christus, mein Herr9 โ€“ aber der ร–ffentlichkeitscharakter โ€“ es mag subjektiv ehrlich sein โ€“ objektiv wahr sein โ€“ aber10 ist es kirchlichโ€“gemeindlich verantwortlich11, wenn man weiรŸ, was diesem รถffentlichen Bekenntnis folgt? wenn man weiรŸ, wie daher die Konfirmationsgemeinde dies Bekenntnis und Gelรผbde einschรคtzt. Also weder psychologisch noch theologisch unmรถglich โ€“ aber vielleicht kirchlich unverantwortlich.
4. Es lรครŸt sich gegen Alter,12 Abendmahlsgang und Bekenntnis vieles sagen. Puzzlespiel. Die Reformvorschlรคge solange sinnlos, als nicht die Gemeinde als ganze anders ist. In einer Bekenntnisgemeinde kommt das alles zum Recht, was in der Volkskirche unmรถglich geworden ist. Bis dahin โ€“ strenge Konfirmationszucht โ€“ hier Beginn der Kirchenzucht.13

16.2. โ€žZIEL UND AUFBAU DES KONFIRMANDENUNTERRICHTSโ€œ (MITSCHRIFT)14

Ziel des Konfirmandenunterrichts?15
a) DaรŸ sie Jesum sehen
b)16 Mรผndigkeit zu Predigt und Bibellesen. Bibelkunde
c) Bekenntnis
d) Abendmahlsteilnahme

Bescheidene Zielsetzung:
groรŸes Ziel.
(Luther, Calvin)
(Bucer)
kirchlich = Wort ausrichten;
Ziel = Bekehrung

Bekehrung liegt nur im Gebet vor und nach der Predigt: so auch immer im Konfirmandenunterricht. Ist nicht Regel und Form; sondern Trรคger und Handlanger des biblischen Wortes sind wir. Hineingestelltwerden in den Raum der Gemeinde der Heiligen. Geschieht durch bescheidene Arbeit mehr als durch evangelistische Arbeit. Das Wort solls tun.
Nachschriften zur Stunde; eventuell selbst etwas diktieren. โ€“ Zielsetzung: Methode.
โ€žDoctrina est coelum, vita est terra.โ€œ (Luther)17 โ€žIm Leben bin ich nicht besser als der Papst und die Pappistenโ€œ. Noch jetzt bin ich so schlecht wie der Pappist (damit beweist er sich als der demรผtige Christ). Heiligung macht uns nicht besser als die anderen. Von Gott aus gesehen, รคndert sich der Mensch nicht.
Kottwitz: โ€žHerr, gib, daรŸ ich mich in diesem Jahr endlich zu dir bekehre.โ€œ18 Ein Mann, der sein Leben lang in der Gemeinschaftsbewegung stand. Erstes Ereignis der Bekehrung nicht eine Sache, auf die ich mich berufen kann; wenn ich davon rede in Bezug auf andere, mache ich ja doch dieses erste Ereignis zu einem MaรŸstab. Ist kein Stรผtzpunkt. Ich weiรŸ, daรŸ ich immer nicht in der geforderten Richtung gehe. Dankbarkeit darรผber, daรŸ man nicht รผber des anderen Bekehrung zu urteilen hat. Wir geben Wort und Fรผrbitte. Wer weiรŸ, wer in Anfechtung fรคllt und fรคllt. Gnade, daรŸ wir in Freude zusammensein dรผrfen ohne Urteil, und den andern im Glauben hinnehmen. Ego19; nachdem mir Barmherzigkeit20, warum nicht auch den andern?21 Es ist immer der ganze alte Adam, der gebrochen wird. Blick nicht auf mein Leben, sondern auf Christus; auch nicht auf erste Bekehrung. โ€žLinke soll nicht wissen, was die Rechte tut.โ€œ22

Gesamtaufbau
Katechismusunterricht: anderer Aufbau. Wichtiger ist die Durchfรผhrung! Die Fragen, mit denen der Konfirmand kommt, aufnehmen und von innen her23 beantworten. Man soll nicht apologetisch arbeiten; die Fragen in die Verkรผndigung hineinnehmen.
โ€žVom Bekennenโ€œ, โ€žTaufenโ€œ, โ€žHeilige Schriftโ€œ, โ€žKircheโ€œ. Fรผr jeden Text24 ein Lied, Schriftlesung, Veranschaulichung, Spruch (zum Lernen).

1. Stunde: โ€žVom Bekennenโ€œ

Lied: O komm, du Geist der Wahrheit25; Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort26; (einen Vers lernen lassen; oder Vers 1โ€“3)
Schriftlesung: Act 5[,17โ€“33]; Petrusbekenntnis Mt 16[,16] (Inhalt!!)
Veranschaulichung: Kurfรผrst von Sachsen27; H. J. [Hitlerjugend]; Kirchenkampf.
Spruch: Mt 10,32 f.28
Stoff: 1.) Glaubensbekenntnis des Petrus29, 2.) Glaubensbekenntnis der Vรคter (Apostolikum, Mรคrtyrer, Luther und SB30), 3.) eigenes Bekenntnis (BK).
a)31 Wie kommt es zustande; wie kommt [d]er [Konfirmand] freiwillig zum BKโ€“Pastor? Bekenntnis = freiwillig!! Freiwilligkeit bestimmt besonderen Charakter des Konfirmandenunterrichts. Nicht Schule; nicht Schlagen; ihr seid in der Kirche. Sich nicht mit den Kindern auf KriegsfuรŸ stellen! Nicht zu vertraulich werden lassen. โ€“ MuรŸ aus freien Stรผcken zum Glauben kommend. Es kann niemand gezwungen werden. Bekenntnis = Jesus soll mein Herr sein. Du bist mein Herr; er allein. Bekenntnis meines Glaubens. Ich erkenne andere Herren, die neben ihm Gewalt haben wollen, in mir und drauรŸen. Dagegen richtet sich mein Bekenntnis. Gegen mich = Sรผndenbekenntnis und Bekenntnis gegen und vor der Welt.

2. Stunde: Taufe

Lied: โ€žIch bin getauft auf deinen Namenโ€œ32.
Schriftlesung: Taufe des Kรคmmerers Act 8,26โ€“40 (19,1โ€“6). Veranschaulichung: Chlodwich33; urchristlicher34 Taufritus. Spruch: โ€žLasset die Kindlein zu mir kommen โ€ฆโ€œ35 Mk 16,16.36
Lydia37 lassen sich taufen mit dem ganzen Haus. Act 16,15. Haus des Kornelius38. โ€“ Also auch Kindertaufe. Kindertaufe ist zweifelhaft. Anspruch ist da. Fรผr euch ist es gรผltig. Aber รผber die Institution ist zu sprechen; es sind alles Christen in einem Dorf, aber entlaufen. Taufe als VerheiรŸung, nicht ontologisch. VerheiรŸung = Gnade. โ€“ Das nicht in der Kirche verschleudern. โ€“ Was heiรŸt getauft sein fรผr euch Kinder?
Mt 28[,19] Einsetzung; Joh 3,5 Heilsgeburt; Mk 16,16 Abgrenzung; Gal 3,26 f. [Rรถm] 6,3 [f] neues Leben.39
Normale biblische Auffassung = durch Taufe kommt der Heilige Geist. Taufe = Vergebung der Sรผnden (die ganze Gabe). Gabe der Taufe = einmalige Tat Gottes. Diese Tatsache zeichnet den Menschen aus: entweder Glaube oder Gericht. Glaube macht nicht Tat Gottes; sondern sie bleibt objektiv bestehen als Tat, die den Glauben schafft. โ€“ Dem Kind wird in der Taufe seine Erbsรผnde vergeben.40

17. HOMILETISCHE รœBUNGEN

17.1. ZU ACTA 1,1โ€“11

A. AUS DER BESPRECHUNG1

Himmelfahrt.

1.) Glauben und nicht sehen: er schalt ihren Unglauben; aufs Warten gewiesen sein.
2.) Der Glaube durchs Zeugnis; รผber alle Welt. Dem Glauben entspricht das Zeugnis. Erscheinung [Christi] in der Gestalt des Wortes.2
3.) Christus durch Zeugnis Herrschaft รผber alle Erde angetreten und eingenommen hat. Einnehmen des Reiches; Herrschaft der Welt = Wunder.
โ€žDa er uns nah war, war er uns fern; jetzt, da er uns fern ist, ist er uns nahโ€œ (Luther).3
Warten auf Reich Gottes, auf Wiederkunft, auf Geist. Was wรคre, wenn Himmelfahrt nicht wรคre? Objektivitรคt = Schildern des Christus, der uns ergreift.

B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF4

1. Eine seltsame Unruhe, Ungeduld, ein Brodeln liegt รผber den Tagen nach der Auferstehung. Der Gekreuzigte war wieder unter seinen Jรผngern, er tat sich kund durch allerlei Zeichen und in allerlei Gaben. Er gab sich ihnen zu erkennen, verhรผllte sich wieder und war ihnen doch jeden Augenblick nahe. Auferstehung rief es den Jรผngern von allen Seiten entgegen. Auferstehung umhรผllte sie. Und unter dem heimlichen Aufjauchzen blieb die leise Bangigkeit, ja Auferstehung war geschehen, Ostern war da, aber wo soll das alles noch hinaus, wohin fรผhrt das noch, was wird geschehen, was ist das Ende von dem allen. Um auf diese Frage Antwort zu geben, erschien ihnen Jesus vierzig Tage lang โ€žund redete mit ihnen vom Reich Gottesโ€œ (Vers 3).
2. Das Reich Gottes, das muรŸte ja das Ende sein. Mit jedem Ereignis in der Geschichte Jesu hatte sich das Reich nรคher auf die Erde herabgesenkt, und doch war es noch nicht ganz da. Jesus lebte, seine Jรผnger sahen ihn. Aber die Welt, die Menschen hatten noch nichts vernommen, sie hatten daran noch keinen Teil, das Letzte also war noch nicht geschehen. Der Auferstandene bereitete seine Jรผnger darauf vor.
3. Darum befahl er ihnen, daรŸ sie nicht von Jerusalem wichen. Dieser Befehl war nรถtig. In Jerusalem war das Unheilvolle geschehen, in Jerusalem war Jesus gekreuzigt. Wie begreiflich, daรŸ die Jรผnger von diesem Jerusalem weichen wollten. Aber Jesus bindet sie an Jerusalem. Die Kirche Gottes, die schuldig geworden war am Blute des Sohnes Gottes, die Kirche der Untreue, des Verrates und der Verleugnung sollte der Ort der VerheiรŸung werden. LaรŸt diese Kirche nicht im Stich, sondern betet um die VerheiรŸung! Wartet auf das Letzte, auf das Kommen des Heiligen Geistes, daรŸ die Kirche neu werde, gerecht und geheiligt durch die Treue Gottes.
4. Jetzt erfaรŸt die Jรผnger ein ungeheures Verlangen, sie wollen in Jerusalem warten auf die Dinge, die da kommen sollen. Aber wird die neue Kirche denn auch wieder die sichtbare Herrlichkeit des Tempels Gottes haben? Werden dann alle erkennen mรผssen, daรŸ hier in dieser Herrlichkeit Kirche, gewiรŸlich Gottes Reich ist. โ€žHerr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?โ€œ Wie nah liegt uns diese Frage, wird Gottes Treue sich auch sichtbar in Kraft und Herrlichkeit bekunden?
5. Jesus wehrt diese Frage nicht ab, nur das Ungestรผm, die Begehrlichkeit, die Neugier in ihr. โ€žEs gebรผhrt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat.โ€œ Die Zeit der Herrlichkeit also kommt auch รผber Jerusalem und รผber die Kirche, รผber das Volk Israel. Aber bis sie kommt, bleibt den Jรผngern nur ein einziges untrรผgliches Zeichen รผber das Reich Gottes, nรคmlich daรŸ Zeugen da sind, die es verkรผndigen und Jรผnger da sind, die es glauben. โ€žIhr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judรคa und Samarien und bis an das Ende der Erde.โ€œ Nichts sonst, dies ist das Zeichen, daรŸ die Erfรผllung da ist. Das Zeugnis von Christus wird gehen รผber Jerusalem hinaus bis an der Welt Ende. Wo ist das Reich, wo wird es sichtbar? Wo das Zeugnis in der Kraft des Heiligen Geistes da ist und der Glaube. Das ist die Antwort Jesu auf der Jรผnger Frage.
6. Nun ist das Letzte gesagt. Der Blick weitet sich von der kleinen Schar der Apostel รผber das Ende der Welt. Die Enden der Erde warten jetzt auf die Botschaft von Christus, und sie wird zu ihnen dringen. Christus wird Herr sein รผber die Erde, die sein Werk und sein Eigentum ist, die ihn verworfen hat und von der er erstanden ist. Christus wird regieren durch sein Wort bis an das Ende der Erde. Das ist das Letzte, was Jesus seinen Jรผngern sagte. Wie mit zur Beglaubigung dieses Wortes geschieht es nun, daรŸ Jesus erhoben wird รผber die ganze Erde, aufgehoben zum Himmel, bis ihn schnell die Wolke dem nachblickenden Auge verhรผllt.
7. Nun hat er den Himmel eingenommen, nun ist er zur Rechten Gottes erhรถht รผber Raum und Zeit, nun ist er der Allmรคchtige und Allgegenwรคrtige, der sein Reich kommen lassen will, nun hat er alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Er ist Kรถnig geworden รผber die Erde. Nun erreicht ihn kein leibliches Auge mehr, er ist in die Unsichtbarkeit der Herrlichkeit Gottes eingegangen. Nun sollen wir auch nicht mehr nach sichtbaren Beglaubigungen verlangen. Wissen wir denn, ob wir nicht sehend an seiner Gestalt vorรผbergingen? Es bleibt sein Wort, nichts als sein Wort, bis zu der Stunde, da er wiederkommt, sein Zeugnis.
8. Darauf sehet! Was steht ihr und sehet gen Himmel? Ihr seht ihn nicht mehr. Blickt nicht in das Vergangene! Sucht Christus nicht in der Vergangenheit, ihr seht nichts als Wolken und Dunst! Ihr werdet ihn nicht sehen, bis er wiederkommt. Darum wartet, und haltet euch ans Zeugnis, das bis an der Welt Ende geht, an das Wort, in dem Christus Kรถnig ist! Wartet auf sein Kommen, und laรŸt euch bewahren auf seinen Tag durch sein kรถnigliches Wort!
9. โ€žAls er uns nah war, war er uns fern; nun er uns fern ist, ist er uns nahโ€œ (Luther).5 Als Christus zum Himmel fuhr, wurde er Kรถnig รผber die ganze Erde. Als Christus zum Himmel fuhr, senkte sich das Reich Gottes tiefer auf die Erde herab. Nun wird er bald kommen in Sichtbarkeit und Herrlichkeit. Er wird sein Reich aufrichten auf Erden. Dann ist das Ende da.

17.2. BONHOEFFERS ENTWURF ZU EXODUS 20,2โ€“3 (MITSCHRIFT)6 ALS TRINITATISPREDIGT7

a.) โ€žIch binโ€œ! So spricht Gott. Wer kann das auรŸer Ihm sagen? Wollen wir das sagen, so werden wir im Augenblick des Aussprechens andere als wir eben noch waren. So sehr steht alles im Wechsel, in der Vergรคnglichkeit. Wie schnell die Zeit flieht und die Dinge wechseln, wissen wir heute besonders gut, als Glieder der Bekennenden Kirche erst recht. Es ist ein groรŸer Trost, wenn wir mitten in dem Wechsel der Ereignisse hรถren dรผrfen: โ€žIch bin!โ€œ Wir kommen aus den Stรผrmen des Alltags. Gott spricht: โ€žIch bin!โ€œ Wir kommen aus den Leiden und den Nรถten des Menschen, Gott spricht: โ€žIch bin!โ€œ Wir kommen von den Sterbebetten, vom Vergehen8 und Gott spricht: โ€žIch bin!โ€œ Welche Gnade! Welches Evangelium, daรŸ wir wissen dรผrfen, daรŸ Gott nicht im Dunkeln bleibt und schweigt,9 welcher Halt und welche Zuflucht: โ€žIch bin!โ€œ So spricht der, der Anfang und Ende in den Hรคnden hat, der vor der Zeit war und nach der Zeit sein wird, aus dessen Hรคnden alles hervorgeht, der Anfang und Ende setzt. โ€žIch bin!โ€œ, so spricht Gott der Schรถpfer.
b.) โ€žIch bin der Herr!โ€œ, so spricht abermals Gott. Es gibt genug Menschen, die von sich sagen, sie seien der Herr. Aber noch bevor Tag und Jahr vergeht, sind sie nicht mehr und keiner kennt sie mehr.10 Sie sind anderen Herren zum Opfer gefallen. Wir haben keinen Herrn, aber wir mรถchten meinen, wir seien Herren. Aber wir wissen es dann bald, unsere Herrlichkeit hat schnell ein Ende. Wir kรถnnen unser Leben nicht fรผhren, es liegt nicht in unserer Macht. Krankheit, Tod und Sรผnde sind stรคrkere Herren als wir. Sie zerbrechen uns. Gott selbst muรŸ es sagen: โ€žIch bin der Herr!โ€œ Er hat es gesagt am Anfang und fรผr alle Zeit. Das gilt! Er ist der Herr รผber die Herren, die uns knechten, รผber Leid, Tod und Sรผnde. Er hat sie besiegt. Er lebt und ruft uns zu als der Auferstandene und Lebendige: โ€žIch bin der Herr!โ€œ Jesus Christus ist der Herr.
c.) โ€žIch bin der Herr, dein Gott!โ€œ Zum dritten Mal spricht Gott selbst. Was hilft uns ein Gott, der in Ewigkeit ist11 und stรคrker als die Herrlichkeit der Welt, als Sรผnde und Tod. Uns geht dieser Gott nichts an. Was hilft er uns denn? Fragt er nach mir? Ist er mir nicht Ursache zur Furcht, zur Resignation, daรŸ auch nach diesem Leben kein Ende ist, daรŸ ich zuletzt in seine furchtbare Ewigkeit falle? Er sagt: โ€žIch bin der Herr, dein Gott!โ€œ Der Gott, der von Anfang an war und bleiben wird, der gehรถrt mir, ist mein Gott, denn das heiรŸt ja: er ist mit mir, bei mir, fรผr mich, in mir. Ja ein Mensch, der zu mir sagt: โ€žIch bin dein!โ€œ12, wir gehรถren zusammen. Alles, was ich habe, ist dein. Alles, was du hast, ist mein! Gott und Mensch sind im Bunde. Seine Herrlichkeit gehรถrt mir. Gott ist nicht fern, sondern nahe. Was ist das fรผr ein Evangelium: โ€žIch bin dein Gott!โ€œ? So spricht Gott, der Heilige Geist!
d.) โ€žDer ich dich aus ร„gyptenland, aus dem Diensthause gefรผhrt habeโ€œ. Der dreieinige Gott, der zu uns gesprochen hat, gibt sich zu erkennen und uns zu eigen, seinem Volk. Er will ein Volk, eine Kirche. Und diese Kirche hat er sich selbst erwรคhlt, berufen und befreit. Aus der Knechtschaft der Welt hat er sein Volk herausgerissen sich zum Eigentum, ein sichtbares Zeichen Gottes fรผr die Welt.13 Gott ist seinem Volk treu. Es ist die Kirche die Gemeinde, die im Volk Israel ihren Anfang nahm und heute in der Bekennenden Kirche vor uns steht. Der dreieinige Gott ist seiner Kirche treu gewesen von Anfang an und sagt: โ€žIch bin โ€ฆโ€œ Er will auch seiner Kirche heute treu sein und sie aus dem Diensthause herausfรผhren.
e.) โ€žDu sollst keine anderen Gรถtter haben neben mir.โ€œ Der dreieinige Gott ist der eine und der einzige Gott, neben dem es keine Gรถtter geben kann. Gott Vater, Christus der Sohn, Gott der Heilige Geist. Das ist der eine Gott, dem wir trauen, der sich uns verheiรŸen hat und auf den zu bauen VerheiรŸung hat. Es ist dem Volke Gottes keine VerheiรŸung gegeben, daรŸ es gut sei, auf Menschen zu trauen, die auf Gรถtter bauen oder auf Organisationen oder auf Reiche dieser Welt. Es ist aber eine VerheiรŸung gegeben am Anfang aller Gebote, daรŸ es gut sei, sich auf den dreieinigen Gott zu verlassen, ihm zu glauben. Es ist kein anderer Gott!14

17.3. ZU MATTHร„US 17,1โ€“9

A. AUS DER BESPRECHUNG15

Wirkung durch Ansprechen: Wirkung durch Text!16 Rezitieren = Distanz. Rezitator: Rezitiertes. Zeugen! โ€“ Nicht einen [Predigtโ€“]Teil machen, in dem nicht angesprochen wird, und dann einen Teil, in dem die Gemeinde angesprochen wird. Dadurch wird Predigt uninteressant und langweilig. โ€“ Abgrenzung und Negationen unnรถtig, besonders am Predigtanfang. Man soll nicht das zu sagende Positive durch Negativa umschreiben und abgrenzen. Falsche Technik, wirkungsvoll zum Stoff zu kommen. Es ist zu einfach und billig.
Auf Jesus allein hinweisend. Mose und Elia mit ihrem Amt am Ende? Mose und Elia: Stรคrkung Jesu fรผr sein Leiden. Petrus erkennt Notwendigkeit seiner Erlรถsung nicht. Trรถstung fรผr Jesus, an der er seine Jรผnger teilnehmen lassen will.
Diese Auferstehungsherrlichkeit kann noch nicht endgรผltig sein. Rรผckweisung ans Kreuz. Wird jetzt Weg des Glaubens, weil man weiรŸ, daรŸ es der verherrlichte Jesus ist. Unsere Situation. Wir wissen vom Auferstandenen; wuรŸten die Jรผnger auch, gingen mit Wissen von Ostern ans Kreuz ran. Wo du den Auferstandenen siehst, sollst du den Gekreuzigten sehen.

B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF17

Matthรคus 17,1โ€“918

1. Bevor Jesus seine Jรผnger mit sich ins Leiden fรผhrt, in die Demรผtigung und Schande, in Verachtung, nimmt er sie zu sich und zeigt sich ihnen als der Herr der Herrlichkeit Gottes. Bevor die Jรผnger mit Jesus hinab mรผssen in den Abgrund menschlicher Schuld, Bosheit und Hasses, fรผhrt Jesus sie hinauf auf einen hohen Berg, von dem ihnen Hilfe kommen soll.19 Bevor das Angesicht Jesu geschlagen und bespeit, bevor sein Kleid zerrissen und blutbefleckt sein wird, sollen die Jรผnger ihn sehen in seinem gรถttlichen Glanz. Sein Angesicht leuchtet wie das Angesicht Gottes und Licht ist sein Kleid, das er anhat.20 Es ist eine groรŸe Gnade, daรŸ dieselben Jรผnger, die in Gethsemane das Leiden Jesu miterleben sollen, ihn sehen kรถnnen als den verklรคrten Sohn Gottes, als den Ewigen Gott. So gehen die Jรผnger im Wissen um die Auferstehung zum Kreuz. Sie sind darin uns ganz gleich. In diesem Wissen sollen wir das Kreuz ertragen kรถnnen.
2. Neben dem verklรคrten Jesus stehen Mose und Elia. Gesetz und Prophetie geben ihm die Ehre. Sie reden mit ihm. Lukas sagt: โ€žvon seinem Ausgangโ€œ21 โ€“ was sollen sie reden als ihr Christuszeugnis wiederholen und erkennen, daรŸ es hier wahr und wirklich geworden ist? Sie reden zusammen vom Kreuz22, von den Geheimnissen Gottes. Altes und Neues Testament begegnen sich im Licht der Verklรคrung und reden zusammen. Die VerheiรŸung ist nun Erfรผllung. Es ist alles am Ende.
3. Dies Ende dรผrfen die Jรผnger sehen. Aber es ist Jesus, der es sie sehen lรครŸt. Nun greifen sie selbst danach und wollen es bewahren. Sie wollen in der Welt der Verklรคrung bleiben, sie wollen nicht mehr zurรผck in die wirkliche Welt des Todes. Sie wollen in der Welt der sichtbaren Herrlichkeit Jesu, der sichtbaren Macht Jesu, der sichtbaren Erfรผllung der VerheiรŸung bleiben, sie wollen im Schauen bleiben und nicht mehr zurรผck ins Glauben. So geht es uns, wenn wir von der Auferstehung hรถren23. Wir wollen nicht mehr zurรผck. Wir wollen Jesus als den sichtbar Auferstandenen, den herrlichen, verklรคrten Jesus, seine sichtbare Macht und Herrlichkeit, und wir wollen nicht mehr zurรผck zum Kreuz, ins Glauben gegen den Augenschein, ins Leiden auf Glauben hin โ€ฆ gut sein โ€ฆ laรŸt uns Hรผtten bauen.24
4. Dies wird den Jรผngern verwehrt. Die Herrlichkeit Gottes kommt ganz nahe in der lichten Wolke der Gegenwart Gottes und die Stimme des Vaters spricht25: Dies ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hรถren. Hรถren sollen sie ihn, gehorchen sollen sie ihm. Und damit sie das kรถnnen, dazu ist ihnen diese Herrlichkeit gezeigt. Damit wir dem Herrn Jesus gehorchen im Leben, dazu ist die Botschaft von der Auferstehung da. Es gibt hier kein GenieรŸen der sichtbaren Herrlichkeit, es gibt kein Verweilen. Wer den verklรคrten Jesus erkennt, wer Jesus als Gott erkennt, der soll ihn sogleich auch wieder als den gekreuzigten Menschen erkennen, und ihn hรถren, ihm gehorchen. Luthers Christusvision โ€ฆ โ€žder gekreuzigte Herr!โ€œ.26
5. Da erschrecken die Jรผnger. Sie begreifen, worum es geht. Sie waren ja noch in der Welt. Sie konnten solche Herrlichkeit ja nicht ertragen. Sie haben sich an der Herrlichkeit Gottes versรผndigt. Da tritt Jesus zu ihnen, rรผhrt sie an. Er ist ihr Herr. Er ist der lebende Herr. Er hรคlt sich zu ihnen. Er fรผhrt sie zurรผck in die Welt, in der er und sie noch leben mรผssen.
6. Darum muรŸ jetzt das eben geschaute Bild der Herrlichkeit27 versinken. โ€žUnd sie sahen niemand, denn Jesus alleinโ€œ โ€“ wie sie ihn kannten, ihren Herrn, den Menschen Jesus von Nazareth. An ihn waren sie nun gewiesen. Ihn sollten sie hรถren, ihm gehorchen, ihm folgen. Sie wissen um den Auferstandenen, aber sie sehen nur noch den Menschen, den leidenden, zum Kreuz gehenden. Ihm sollen sie glauben, ihn hรถren, ihm folgen. Sie sind zurรผckgeworfen auf den Leidensweg. Sie gehen ihn nun mit grรถรŸerer GewiรŸheit, sie kรถnnen ihn nun im Glauben gehen, weil sie von der Auferstehung wissen. Aber noch leben sie nicht in der Welt des Auferstandenen, sondern in der Welt des Kreuzes. Da gilt es hรถren, glauben, folgen.
7. Was damals geschah, blieb ein Geheimnis bis zum Tag der Auferstehung. Es war ein trรถstliches Geheimnis fรผr die, die mit nach Gethsemane, mit ins Leiden muรŸten. Aber selbst ihnen zerbrach der Glaube. Das Gesicht auf dem Berge Tabor war vergessen als sie die Schmach Jesu auf Golgatha sahen. Der Glaube zerbrach. Aber der Tag der Auferstehung kam und ihr Glaube wurde ihnen wiedergeschenkt. Nun erkannten sie in dem Auferstandenen den Gekreuzigten und im Gekreuzigten den Auferstandenen, nun erkennen wir in Gott den Menschen Jesus, den wir hรถren und dem wir folgen sollen, und im Menschen Jesus den Sohn Gottes, der uns seine Herrlichkeit schauen lassen will.

17.4. ZU APOKALYPSE 1,9โ€“20

A. AUS DER BESPRECHUNG28

Siegel der Auferstehung und Jesu Handelns. Trost / Christliche Existenz. Er, der Auferstandene, Mittelpunkt der Gemeinden. Leuchter
I er ist der Erste und Letzte. Kรถnig โ€“ er war tot und ist lebendig. Sein Sterben29
II er hat die Schlรผssel der Hรถlle und des Todes; wo er ist, schlieรŸt er auf zum ewigen Leben. Von dort ist eine weitere30 Tรผr offen!! Er, der Auferstandene, ist Kรถnig und regiert durch seine Engel.
Apoc. 1,9โ€“20
Das Sehen! Die Antwort des Johannes. Johannes = Auftrag an die Gemeinden.
Die Echtheit des Zeugnisses des Johannes. Vision mit den echten Offenbarungsmerkmalen.31

Vers 9 Gemeinschaft [des] Johannes mit allen Gemeinden. So ist der Christenstand beschaffen. Not โ€“ Herrschaft โ€“ Geduld. Weissagung soll sagen, woher das alles kommt.
Vers 10โ€“11 Sonntag. Johannes = Werkzeug Christi, durch das sein Wort zu den Gemeinden kommt.
Vers 12โ€“16 Sieben goldene Leuchter als Gottes heiliges Eigentum. Jesus = Licht der Welt; seine Gemeinden sollen auch leuchten durch ihn. Gemeinde = Leuchter, wo Licht Jesu leuchtet. Gemeinde = Ort, wo Licht Jesu leuchtet; sie sind nicht selbst das Licht. โ€“ Jesu Gegenwart bei den Gemeinden; bei allen gleich. Alles an Jesu Leib ist in hellem Glanz. Jesus nicht in bestimmtem Amt. Als Mensch erscheint er; Menschensohn; im Feierkleid (Kampf ist zu Ende). Der ganze Leib Jesu strahlt in Herrlichkeit. Schwert aus seinem Munde = Richter = seine Gegenwart in den Gemeinden hat einen besonderen Zweck. Wort = Geist = Schwert = alles Bรถse in den Gemeinden vernichtend. Engel fรผhren den Willen des Christus an seiner Gemeinde aus.
Vers 17โ€“20 Dem Johannes schwindet die Kraft. Aus eigener Kraft kann er nicht vor Christus stehen. GrรถรŸe Jesu a) durch Erscheinung b) durch sein Wort (Erster und Letzter). โ€“ Schรถpfer und Kรถnig; er besitzt die Ewigkeit und damit das Leben. In diese Herrlichkeit ist aufgenommen, was er durch sein irdisches Werk erwarb. โ€“ Sterben und ewig Lebender, auch fรผr alle Sterbenden. Er schlieรŸt auf zum ewigen Leben. In seiner Macht liegt das Geschick. Nichts kann sich ihm entziehen.

Kirchliche Tradition: Exegese der letzten 50 Jahre. Johannes als Verfasser / ein Apostel als Verfasser.
Die Erscheinung Christi, zusammen mit seiner Gemeinde. In ihrer Herrlichkeit und Ewigkeit; am Tage des Sonntags; wo die Gemeinde irdischen Gottesdienst feiert. Johannes ist dabei; da sieht Johannes den Himmel offen und die ewige Gemeinde.
Hรถrt Stimme, die er als Gottes Stimme erkennen muรŸ. Stimme der Posaune = die zum Tempelfest oder Anbruch des neuen Jahres oder zum Gericht ruft. Es ist Zeichen fรผr anbrechenden Tag Gottes. Jesus nur als Richter gesehen in unbeschreiblicher Majestรคt. Davor erschrickt er. Immer Tag Gottes (auch als Sonntag) mit Gerichtsposaune.
Hoherpriester: รผberschwengliche Majestรคt. Erst Hoherpriester muรŸ redend trรถsten, erst dann wird sein solches Amt helfend.
Eine Homilie hat eine bestimmte Richtung und Zielpunkt und Hรถhepunkt, Vers 9: Christusvision; beide Dinge sind verschieden akzentuiert. Kunsthomilie. โ€“ Dieses Bild = Christus in Gemeinden, soll Gemeinde mit nach Hause nehmen.
Eindrรผcklichkeit ist kein Prinzip der Predigt (Brot: Torte). Fรผlle des Textes ist der Garant. Alles Unseres ist schwach.
Mitte des Textes braucht nicht unbedingt formulierbar sein. Aber es muรŸ alles gesagt werden.
Gewisser ist die Textpredigt; bei Thema[predigt] vergiรŸt man zu leicht etwas. Wenn eine Einteilung homilieartig undurchfรผhrbar ist, vielleicht Zeichen, daรŸ Text andere Richtung hat. Wir kรถnnen noch nicht so denken wie Johannes; aber wenn wir predigen, sollen wir nachdenken, wie Johannes es hatte.

Christusvision noch einmal stark hinstellen vor die Gemeinde. Ist Mittelpunkt des Textes.
Nicht zu langsamen Fortschritt in der Predigt machen. Einleitender Vers 9: Thema.
Nicht Charakter der subjektiven Vision; es ist uns noch nicht wirklich genug. Aufgerissener Himmel und Offenbarung Gottes.
Den Gemeinden nicht Unrecht tun, wenn wir von unserem mangelnden Glauben und seinen Erfahrungen sprechen.
Keine Verbindung von uns mit der Person des Johannes; es geht nur รผber den Kanon. Durchs Wort der Schrift sind wir mit allen Personen der Schrift verbunden; aber keine Identitรคt.
โ€žFรผrchte dich nicht, ich bin der Barmherzige; mir gehรถrt die Gewalt รผber Sรผnde usw.โ€œ
Welche Sรคtze der heiligen Schrift, zu Einzelnen gesprochen, dรผrfen wir auf uns beziehen? Wo wir uns selbst angesprochen fรผhlen = โ€žFรผrchte dich nichtโ€œ. Problem = Johannes der heiligen Schrift; und nicht der historische Johannes.
Diese Geschichte wird verkรผndigt, die Wort Gottes ist. Heilige Schrift: historische Situation (ist nicht reproduzierbar). Wir haben Wort als Zeugnis. Das uns gesagte Wort Gottes. Johannes gehรถrt mit in die Verkรผndigung hinein. Johannes selbst ist mit das uns gegebene Wort. Zeugen, die uns Zeugnis geben vom Wort. Immer die Situation des Gegenรผber (auch mit allem Alten Testament). โ€“ Versuch, hinter die Texte zurรผckzugehen auf bestimmte Situationen und von daher Texte zu bewerten! Ist unzulรคssig; Text redet. โ€“ Keine Psychologisierung!

B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF32

Offenbarung 1,9โ€“20. Entwurf aus einem homiletischen Kreis (Bonhoeffer)

1) Der gefangene Johannes wird gewรผrdigt, den Himmel offen zu sehen. Der um Christi willen Gefangene bekommt Augen zu sehen, was Gott ihm zeigt. Wir sind noch in Sicherheit und Freiheit. Unsere Augen sind stumpf. Aber je mehr wir leiden, desto mehr verstehen wir die Offenbarung des Johannes.
2) Der von seiner Gemeinde getrennte Johannes bekommt teil an dem Freudentag der Gemeinde, โ€ždem Tag des Herrnโ€œ, der Auferstehung, des Anbruchs der neuen Welt. Er darf seiner Gemeinde auf Gottes Befehl hin dienen; โ€žSchreibeโ€œ33. Er erfรคhrt die Herrlichkeit der Kirche mehr denn je. Wir leben noch mitten in der Gemeinde. Wir wissen nicht, was wir haben. Aber in der Trennung [von] der Gemeinde wird erst die Gemeinschaft in ihrer Herrlichkeit erkannt.
3) Johannes, zu dem keine Einladung zum Gottesdienst dringt, der nichts von den freudigen PosaunenstรถรŸen vernimmt, die zum Tempel laden, die zum Sabbath rufen, die auch beim Anbruch des neuen Jahres,34 die am Tage Gottes erklingen. Johannes hรถrt am Tage des Herrn den himmlischen PosaunenstoรŸ, der zum himmlischen Gottesdienst einlรคdt. Wie sich beim PosaunenstoรŸ der Tempel รถffnet fรผr alle Glรคubigen, so รถffnet sich hier dem Johannes der Himmel zum Gottesdienst.
4) Sein erster Blick erkennt sieben Leuchter, die sieben Gemeinden, das heiรŸt die vollendete Kirche Gottes aus aller Welt. Die Gemeinde ist versammelt, ihre Zahl ist voll, sie strahlt und leuchtet im Licht des Himmels. Aber aller Blick ist gerichtet auf den Einen, der in der Mitte steht, den โ€žAlten der Tageโ€œ, von dem Daniel geweissagt hat.35 Er hat Menschengestalt und ist doch Gott. Er ist Christus.
5) Der gefangene einsame Jรผnger sieht den Herrn, den er mit leiblichen Augen gesehen hatte, in seiner ewigen Herrlichkeit. Angetan mit dem Kleid des Hohenpriesters, sein weiรŸes Haar trรคgt das Zeichen des Uralten, der Ewigkeit.36 Seine Augen wie Feuerflammen durchbohren mich, durchschauen mich, bringen alles ans Licht. Ich kann in diese Augen nicht hinein sehen, so furchtbar sind sie. Seine FรผรŸe sind schwer wie Messing. Wo er hintritt, da zermalmt er im Gericht alles Irdische. Sie sind glรผhend wie Feuer. Wo er einhergeht, da wird es Licht und klar mitten in der Finsternis. Die Wege Gottes sind immer licht. Seine Stimme ist Gottesstimme. Kein Menschenohr kann sie ertragen. Sie รผbertรถnt alles. Die leise Stimme Jesu, die wir so leicht รผberhรถren, ist hier wie ein gewaltiges Wasserrauschen, das alle Welt durchdringt. Seine Hand trรคgt sieben Sterne, das Zeichen der Weltherrschaft, die er dem Kaiser abgerungen hat, die er ausรผbt durch die Engel der Gemeinde. โ€žDas Geheimnisโ€œ der Engel sind die Bischรถfe der Gemeinden. (Die Vorstellung, daรŸ Johannes an Engel, die im Himmel sind, schreiben soll verbietet sich von selbst!) Mit welch unvergleichlicher Wรผrde sind hier die Vorsteher, die Bischรถfe, der Gemeinde bekleidet! Mitten unter der Gewaltherrschaft des Kaisers erfรคhrt Johannes von der alleinigen, ewigen Herrschaft seines Herrn, die in der Kirche schon verborgen ist. Welch ein Trost! Aus seinem Munde geht ein Schwert. Das Schwert ist sein Wort, das verwundet und trennt, richtet und tรถtet. Dies Schwert ist das Schwert seiner Herrschaft. Und seine ganze Gestalt leuchtet wie die helle Sonne. Es ist alles ganz licht und von dieser Sonne her kommt das Licht der sieben Leuchter, die Christus umgeben.
6) Die vollendete Gemeinde vor dem ewigen Christus, das heiรŸt Gottesdienst. In solchem Gottesdienst ist es um uns geschehen. Das ist unser Ende. Daran sterben wir. Aber der schreckliche, allmรคchtige Christus trรคgt ja das hohepriesterliche Kleid. Wir erkennen Ihn in seiner Gnade. Er will nicht, daรŸ der Mensch an Gott stirbt. Er soll Ihn schauen und leben. Dazu ist er gestorben, dazu hat er Tod und Hรถlle besiegt. Niemand kann nun sterben als wen Er im ewigen Tod verschlieรŸt. Er hat die Schlรผssel, er ist der Erste und der Letzte.
7) Es ist heute wieder Tag des Herrn. Wiederum halten wir Gottesdienst. Trรผbsal ist รผber die Gemeinde gekommen. Brรผder sind im Gefรคngnis.37 Aber der Himmel ist uns nicht mehr verschlossen, auch droben ist Gottesdienst. Die Gemeinde steht vor Christus und leuchtet in Herrlichkeit. Hier ist nur matter Schein, hier hรถren wir nur das Wort in Menschenwort gehรผllt. Aber droben feiert der himmlische Christus umgeben von seiner Gemeinde. Dort sind sie beisammen fรผr die Ewigkeit. LaรŸt uns heute im Glauben, eins geworden mit den gefangenen Brรผdern, mit dem himmlischen Gottesdienst eins werden.38

17.5. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF ZUM VIERTEN GEBOT EXODUS 20,12 (MITSCHRIFT)39

a.) Es hรคngt alles am ersten Gebot. DaรŸ Gott allein der Herr ist, ist die erste VerheiรŸung, der wir glauben sollen. Wir sind nicht Herr, er ist Herr. Daran erinnert Gott uns tรคglich, daรŸ wir nicht Herren sind. Er setzt uns sichtbare Herren, denen wir uns zu beugen haben. Wir kรถnnten meinen, wenn Gott der Herr ist, seien wir frei und brauchten uns um niemand zu kรผmmern. Gott verwehrt uns diesen Ausweg und setzt uns sichtbare Herren, daรŸ wir erkennen, wir seien ganz und gar nicht Herren. Also entscheidend ist immer, daรŸ Gott unser Herr ist, nicht etwa die Eltern. Durch sein ausdrรผckliches Wort und Gebot setzt er uns Vater und Mutter als Herren. [Daran]40 sind wir um des Wortes willen gebunden. Das Wort bindet, sonst nichts.
b.) Ehren ist etwas anderes als lieben; es ist umfassender und unbedingter. Ehren als den Anspruch, den Gott dir fรผr [seine]41 Herrschaft gesetzt hat. Gott sollst du ehren in [ihnen]42. Erst Gott suchen. In den Eltern ist Erinnerung an Gott zu erkennen, auch in den unwรผrdigen Eltern. Gerade in ihnen wird gezeigt, daรŸ Gott Herr sein will.
c.) Damit ist das Verhรคltnis von Eltern und Kind ausgezeichnet in besonderer Weise. Das Kind ist Gehorsam schuldig in allen Dingen. Das vergessen wir heute. Unsere Kinder lernen es heute, von ihren Eltern anders zu denken. Man sagt ihnen: sie seien die Hauptsache. Auf sie komme es an. Sie mรผรŸten die Eltern belehren. Gehorsam gehรถre also in erster Linie der Jugendorganisation oder dem Staat.43 Viele Eltern buhlen heute um die Gunst ihrer Kinder und verlieren ihre Autoritรคt, die sie von Gott her haben. Der Vater aber hat die Macht. Er kann sich auf das Wort44 berufen. Es ist nicht die erste Aufgabe der Eltern, die Kinder verstehen zu kรถnnen, sondern in Liebe das Kind in den Gehorsam gegen die Eltern zu weisen. Vater und Mutter sind von Gott. Und sie sind ebenso wie das Kind an das Gebot Gottes gebunden.
d.) Das Gebot ist dem Volk Israel gegeben als dem Volk Gottes, als Volk und Kirche. Hier waren die Vรคter etwas Besonderes, die Trรคger des Wortes. An den Bestand dieser Ordnung ist der Bestand des Volkes Israel geknรผpft, darum die VerheiรŸung. Wo das Volk von den Vรคtern lรครŸt, da verliert es die VerheiรŸung Gottes und muรŸ zerstreut werden. Damit ist von den Lehrern der Kirche und des Wortes die Rede. Ihnen gebรผhrt der gleiche Gehorsam wie den leiblichen Vรคtern. Sie sind uns gesetzt zur Erinnerung daran, daรŸ Gott der Herr sei. An ihrem Wort hรคngt der Bestand der Kirche. Die Lehre, die rechte Lehre, die Verkรผndigung des Wortes erhรคlt den Raum der Kirche. Das Land, das uns Gott verheiรŸen hat, ist die Kirche, die gegrรผndet ist auf seinem wahren45 Wort hier und in Ewigkeit.
e.) Gottes Wort bindet uns an die leiblichen und geistlichen Vรคter. Gottes Wort aber macht uns allein auch recht frei und stellt uns in die Erfรผllung46. Es geht um Gottes Wort allein und nicht um irgendwelche menschlichen Wahrheiten. Es steht in seiner Macht und in seinem Wort allein, uns von dem Gehorsam gegen unsere Vรคter zu entbinden. โ€žWer seinen Vater nicht haรŸt โ€ฆโ€œ.47 In der Nachfolge des Herrn Christus sind wir so frei.48 In ihr erfรผllt sich sein Wort. In der Nachfolge empfangen wir nach Christi eigener VerheiรŸung alles, was wir hier verlassen haben: Vรคter, Mรผtter, Brรผder, Schwestern โ€ฆ hier unter Verfolgung.49 Das ist das Land der Gemeinde: die Kirche. Darum: Gottes Wort allein bindet, Gottes Wort allein [ent]bindet uns, Gottes Wort allein erfรผllt. Denn Er, Gott, Christus, der Vater und der Sohn ist allein unser Herr.

17.6. ZU LUKAS 18,1โ€“8

A. AUS DER BESPRECHUNG

[1936:]50 1.) Die Bedrohtheit des Menschen; sein Angegriffensein in der Welt. 2.) Bitte um Rettung; anhalten trotz Verziehen. Rettung kommt als โ€žletztesโ€œ. Wird Gott verziehen? 3.) Er wird kommen und retten; so wie der ungerechte Richter auch hilft. 4.) Je mehr Gebet, desto eher die Rettung. 5.) Dein Reich komme. Gebet nur mรถglich im Glauben an Christus als den auferstandenen Herrn, der jetzt schon regiert. Frรถhliche VerheiรŸung; er wird erretten! Gott wird Gebet erhรถren. Unmรถgliche Situation wird durch Gott mรถglich.

[1936/37:]51 Wichtig: die Gegenรผberstellung der hilflosen, ganz auf den Richter angewiesenen Witwe und der hilflosen, ganz auf Gott angewiesenen Gemeinde. Im Richter eben soviel Zรผge von Gott, wie von den Mรคchten des Bรถsen. โ€“ Freilich haben wir kein โ€žRechtโ€œ vor Gott, wie die Witwe vor dem Richter. An dem Richter selbst liegt im Gleichnis nichts; seine Beschreibung dient nur zur Beschreibung des Gebetes der Witwe. Zwischen dem Richter und Gott steht das โ€žwie viel mehr โ€ฆโ€œ, oder sogar ein Gegensatz; gewisse Beziehung allenfalls beim eschatologischen Verstรคndnis, das bei den vielen eschatologischen Begriffen sehr nahe liegt; vergleiche Zusammenhang mit Kapitel 1752. Es geht um das Gebet der Gemeinde, daรŸ der Satan gestรผrzt wird; solange das Gott nicht tut, erscheint er uns mรถglicherweise als แผ„ฮดฮนฮบฮฟฯ‚, Vers 6.53 Der Skopus: Das Gebet muรŸ Widerstand รผberwinden โ€“ nicht nur bei uns, die Mรผdigkeit usw., sondern auch bei Gott. Vers 8 b Umkehrung: Ihr fragt, ob Gott euch Recht schafft; Gott fragt, ob ihr ihm glaubt! So wird die Frage der angefochtenen โ€žAuserwรคhltenโ€œ umgekehrt. Es wird Vers 8 gefragt nach der anhaltenden โ€žTreueโ€œ im Gebet. โ€“ Im Wesen der Himmelreichsgleichnisse liegt es, daรŸ einmal eine gegensรคtzliche Beziehung da ist (wenn schon der Richter, wie viel mehr Gott!), andererseits eine parallele (der โ€žungerechtโ€œ scheinende Gott.) Gegen Jรผlichers Auffassung des Gleichnisses an sich.54

B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF (MITSCHRIFT)55

1.) Wissen wir es noch: Als wir Kinder waren, da schien uns nichts unmรถglich. Wir hatten kรผhne Plรคne und wollten etwas GroรŸes werden. Wir wollten alle Widerstรคnde zerbrechen. Es gab nichts Unerreichbares. Dann wurden wir รคlter. Wir lernten die Welt kennen. Wir wurden verstรคndiger und erkannten, die Welt ist stรคrker als wir. Nun haben wir uns eingerichtet. Wir haben die kindlichen Gedanken aufgegeben. Und es ist auch richtig so. Wir leben jetzt in der wirklichen Welt. Wir rechnen mit dem Mรถglichen.
2.) Wir sind an eine Mauer gestoรŸen. Durch sie kommen wir nicht hindurch. Wir stehen entsetzt und machtlos da wie ein Bergmann vor der undurchdringlichen Schicht von Stein, die ihn vom Ausgang abschlieรŸt.56 Eine namenlose Angst packt uns vor dieser Mauer. Wir hรคmmern, schlagen, und es brรถckelt ein Kรถrnchen Sand zur Erde und dahinter bleibt der harte Stein, der nicht weicht. Diese Mauer kann heiรŸen: Armut, Krankheit, Rechtlosigkeit, Gewalttat, aber auch Schuldverstrickung und Sรผnde. Zuerst wachsen mit der Angst die Krรคfte. Wir wollen hindurch, nicht im Gefรคngnis sein. Wir wollen es nicht wahr haben, daรŸ Menschen hungern mรผssen, an unheilbaren Krankheiten leiden mรผssen, [rechtlos den]57 Stรคrkeren ausgeliefert sind. Unser Idealismus wird groรŸ. Wir wollen mit dem Kopf durch die Wand. Tausendmal haben wir gegen unsere Sรผnde angekรคmpft, mit allen Mitteln des Verstandes und des Willens. Aber die Mauer bleibt undurchdringlich stehen. Und die kleinen Erfolge waren nur wie ein Hohn auf unsere Verzweiflung.
3.) Nun hรถrt das Unmรถgliche! Eine arme Frau wird von gewalttรคtigen Menschen um ihr Recht gebracht. Sie steht vรถllig allein. Sie hat in der Stadt keine Hilfe. Da ist ein Richter, der nicht nach Recht und Gott fragt, sondern der Willkรผr allein lebt. Die Gewalttรคtigen sind in seinem Schutz sicher. Es ist fรผr die arme Witwe unmรถglich, etwas auszurichten. Sie ist grenzenlos wehrlos. Es geschieht das Unmรถgliche. Es ist ihr eins geblieben: sie kann beten58. Was wird es helfen, den Gewalthaber zu bitten? Welch tรถrichter Versuch! Aber sie lรครŸt sich nicht irre machen. Sie weiรŸ, sie muรŸ die Mauer durchbrechen โ€“ und der Richter gibt nach! Nicht aus Gรผte, sondern aus Willkรผr! Wie geschah das Wunder? Dadurch daรŸ die Witwe sich den Glauben nicht nehmen lieรŸ, es mรผsse ihr geholfen werden und es kรถnne ihr geholfen werden.
4.) Die Gemeinde ist bedrรคngt von Widersachern mit รผbermenschlicher Gewalt. Sie erkennt, wie stark die Welt ist, wie wehrlos sie selbst. Sie ist von ihrem Ziel getrennt, wie die Witwe von ihrem Recht. Sie soll glauben an endliches59 Leben, Gerechtigkeit und Sieg und sieht doch Unrecht und Angst. Wer durchbricht diese Mauer? Wer hilft ihr zum Recht und zum Sieg? Wer errettet die Gemeinde von ihrem Widersacher heute und an jenem Tage?
5.) Sie hat in ihrer Wehrlosigkeit nur ein Mittel: ihr Gebet. Das dringt durch die Mauern hindurch. Das bringt sie vor Gottes Thron. Aber freilich, es muรŸ ein Gebet ohne UnterlaรŸ Tag und Nacht sein, sonst bleibt die Mauer vor ihr und macht ihr weiter Angst. Und der, zu dem sie betet, ist kein ungerechter Richter, sondern Gott, der die Seinen liebt und gerne erhรถren will. Sollte das Unmรถgliche, das die Witwe bei dem ungerechten Richter erreicht hat, der Gemeinde von ihrem Gott unmรถglich sein? โ€žEr wird sie erretten in einer Kรผrzeโ€œ. Schneller als sie zu hoffen wagt, plรถtzlich wird die Hilfe da sein. Plรถtzlich wird der letzte Tag da sein, und wir werden frei sein.
6.) โ€žAber glaubt ihr auch, daรŸ er Glauben โ€ฆ60?โ€œ Wir zweifeln an dem Helfer, an seiner Macht und seiner Bereitschaft. Jesus zweifelt an unserem Glauben. Er hat seinen Jรผngern den Glauben verkรผndigt, dem kein Ding unmรถglich ist; das Gebet gelehrt und geheiรŸen, dem kein Ding unmรถglich ist. Er lรครŸt ihnen diesen Glauben. Aber wird er solchen Glauben wiederfinden, wenn er kommt? Wird die Gemeinde seiner VerheiรŸung glauben? Gott will helfen, aber wir wollen nicht glauben. Fรคnde er solchen Glauben heute unter uns, wenn er heute wiederkรคme?

17.7. ZU NUMERI 21,4โ€“9

A. AUS DER BESPRECHUNG

[1936:]61 Exegese: I Warum fรคllt der Blick auf die eherne Schlange? II Wie ist eherne Schlange zu verbinden mit dem Murren des Volkes Israel nach Rรผckkehr nach ร„gypten?

I Allegorie, wenn getรถteter Tod; dann mรผรŸte es heiรŸen: tรถte eine Schlange und hรคnge sie [dann auf]62. Sondern es ist ein Bild der lebendigen Schlange. โ€“ Es ist nur wichtig, daรŸ es eine Schlange ist. Unterschied = Kreuz: Bild der Schlange.
Zeichen des รผber Israel verhรคngten Todes; dort sieh hin und flรผchte nicht davor. Zorn รผber Unglauben โ€“ Sรผnde ruft Zorn hervor.63
Schlange ist auch giftige Schlange, die tรถtet; es ist dieselbe Schlange, durch das Hinblicken lebt man. Anerkennung des Schuldurteils. Schlangen zum Vollzug des Todesurteils; davon Bild genommen (= Todesstrafe und Schuldurteil). Diese Schlange hat VerheiรŸung: sich dem Gottesurteil stellen und anerkennen und ihn64 darin finden.

II Volk wollte am Wort vorbeikommen und jetzt wird es gezwungen, doch dem Worte zu folgen und etwas ganz sinnloses zu tun. โ€“ Blick auf Schlange: Blick auf eigene Lage. Blick auf Gott: Blick auf ร„gypten (Wohl, Sicherheit). Wie wird der Blick wieder auf Gott gelenkt?
In Notzeit: Blick zu guten alten Zeiten โ€“ Blick aufs gelobte Land. Rettung aus falschem Blick durch Strafgericht Gottes. (ร„gypten oder Gott?)
Gebet des Mose: sรผndiges Volk braucht Mittler. Sie kรถnnen von sich aus nicht ihren Blick zu Gott richten, seelsorgerlicher Akt des Mose. Es gibt Zeiten, wo der Mensch nicht mehr beten kann; wo er nur noch sagen kann: bete du fรผr mich.

[1936/37:]65 Jeder Vers beginnt mit โ€ždaโ€œ; jeder ist die Antwort auf den vorhergehenden. โ€“ Das Vorbeiziehen an Edom, das heiรŸt das Vorbeigehenโ€“Mรผssen der Kirche an den Freuden der Welt, ruft das Murren hervor.
Zur Frage der applicatio66 beim Allegorisieren (ob bei jedem einzelnen Satz, oder der literarischen Auslegung gegenรผbergestellt): Die Gemeinde muรŸ jedenfalls spรผren, daรŸ die Ergebnisse der Predigt aus dem Text gewonnen sind, nicht schon vorher da gewesen und zur Behandlung des Textes schon vorbenutzt worden sind. Am besten schon jeweils nach dem einzelnen Schriftwort applizieren; aber doch nicht vermischt, sondern so, daรŸ die Geschichte als Geschichte plastisch wird. โ€“ Warum Schlange? Das vor den Schlangen fliehende Israel muรŸ gerade dem Gericht Gottes, der Schlange, ins Auge sehen. Aber das Gericht wird angesehen als gebanntes, totes. Was ist das tertium [comparationis]67: die bloรŸe Betrachtung des Gerichts, oder die รœberwindung und Bannung des Gerichts? โ€“ Israel kann als ganzes eigentlich nie beten, sondern betet durch Moses. โ€“ Die Schlange keine โ€žHomรถopathieโ€œ! Sondern sakramentales Zeichen; vgl. die Taufe: Die Schlange tuts nicht, sondern das Wort,68 das Moses denn auch weitergibt.

B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF (MITSCHRIFT)69

Wir betrachten den Text unter folgender รœberlegung:
1. Vom Blick auf ร„gypten.
2. Von der Folge, die dieses Abwenden des Blickes von Gott mit sich bringt: Zorn Gottes und Sterbenโ€“Mรผssen.
3. Erkenntnis der Sรผnde, aber die Unmรถglichkeit zurรผckzukehren.
4. Gott schafft die Mรถglichkeit durch die eherne Schlange: Entziehe dich ihr nicht, erkenne den Tod, beuge dich!70

1.) Das Volk Gottes ist auf dem Wege ins verheiรŸene Land. Es ist in groรŸer Not. Wohin soll es sich wenden? Vor ihm die groรŸe Wรผste und die VerheiรŸung des Wortes Gottes. Hinter ihm ร„gypten mit der ganzen Sicherheit und dem Wohlergehen, die gute alte Zeit und der Friede. Das Elend der Knechtschaft ร„gyptens scheint ganz vergessen. Es ist alles Vergangene auf einmal wie in Gold getaucht, aus HaรŸ gegen die Gegenwart und aus Furcht vor der Zukunft. Es ist jetzt Stunde der Entscheidung: Gott und die VerheiรŸung in der Zukunft โ€“ oder ร„gypten und71 โ€ฆ
Israel blickt zurรผck. Dieser Blick treibt ins Murren. Wer erliegt nicht immer [wieder] dem neidischen Vergleich der bรถsen mit den guten Tagen! Dieser Blick treibt dann in die Verzweiflung: โ€žDaรŸ wir hier sterben mรผssen in der Wรผsteโ€œ! Die guten alten Zeiten kรถnnen die heutige Not aber nicht brechen. Sicherheit, Murren und Verzweiflung gehรถren zusammen.
2.) Der Blick ist von Gott abgekehrt, die VerheiรŸung vergessen, der Weg Gottes ist verlassen. Und eben dieser Blick zurรผck ist es, der nicht nur nicht hilft, sondern noch tiefer in die Not hineinfรผhrt. Der Zorn Gottes fรคllt auf Israel. Es muรŸ sterben, weil es zurรผcksieht auf ร„gypten72. Das Volk, das Gott nicht mehr sieht, muรŸ sterben. Giftige Schlangen bringen den Tod.
3.) Das Volk begreift, mit wem es zu tun hat. Es erkennt, daรŸ es willkรผrlich die letzte Hoffnung weggeworfen hat und mit eigenen Wegen zugrunde gehen muรŸ. Der zornige Gott wird erkannt und die Sรผnde wird groรŸ. Es will zurรผck, aber kann nicht mehr. Es kann nicht mehr beten, den Blick nicht mehr zu Gott wenden. Die Sรผnde ist groรŸ geworden, zu fest ist der Blick auf ร„gypten gerichtet. Es braucht einen anderen, der betet. Mose muรŸ beten. Er muรŸ der Mittler sein.
4.) Wie wird der Blick des Volkes wieder auf das Wort, auf Gott gelenkt? Gott befiehlt dem Mose eine eherne Schlange zu errichten und gibt zu diesem Zeichen seine VerheiรŸung: Wer sie ansieht โ€ฆ73 Seltsames Zeichen: die todbringende Schlange wird erhรถht und soll Leben bringen. Nicht ein Siegeszeichen wird aufgerichtet, sondern ein Zeichen des Todes. Sie sollen den von Gott geschickten Tod und die von ihm geschickte Strafe, ihre eigene Schuld, als Zeichen erhรถht und aufgerichtet, ansehen.74 Sie sollen nicht flรผchten vor dem allen, sondern gerade in diesem Gericht und Zorn Gottes sollen sie Gott wiederfinden, der sie durch diese Strafe hindurch leben lassen will.
Wie geht das zu?75 Sie wollten Gott nicht sehen und erkennen in der Not. Nun sollen sie ihn sehen als den zรผrnenden, den strafenden und todbringenden Gott und ihm nicht ausweichen.76 Indem sie ihm hier gehorchen, sollen sie ihn finden. In dieser Gestalt muรŸ Gott um des Gehorsamseins willen gefunden werden.77 Durch Tod und Strafe hindurch ist Gott nur noch zu finden. Durch diesen Tod, mit dem Gott seinen Knecht Israel schlรคgt, soll das Leben kommen. Gott selbst ist in diesem Tod. Er selber ist in dieser Schlange78. Das ist Christus am Kreuz. Wer ihn ansieht, der wird leben. In der Strafe, Schuld und Not sollen wir den Blick auf Christus, auf dem alle Not, Schuld und Strafe liegt, lenken. Wer auf ihn sieht, der soll leben.79

18. BONHOEFFERS KATECHETISCHER ENTWURF โ€žHEILIGE SCHRIFTโ€œ1

1. Wo finden wir die Heilige Schrift?
a. Kanzel (auch Taufe, Krankenbett, Beerdigung)
b. auf dem Tisch bei der Hausandacht
c. auf dem Nachttisch.

2. Wozu brauchen wir also die Heilige Schrift?
a. zur Predigt โ€“
b. zu jedem Gottesdienst
c. zum tรคglichen Lesen und Beten. โ€žTag und Nacht โ€ฆโ€œ, sinnen โ€ฆ2

3. Warum zu dem allen gerade [die] Heilige Schrift?
a. Sie ist Gottes eigenes Wort und Wille.
b. Nur damit sind wir sicher, daรŸ wir uns nicht selbst etwas ausdenken.
c. Weil es Gottes Wort und Wille ist, mรผssen wir ihn so gut wie mรถglich kennen.
Wir sollen mit der Bibel ehrfurchtsvoll umgehen: Mittelalter.3

4. Was ist das Wort Gottes in der Bibel?
1. Christus โ€“ in der ganzen Bibel wird nur eines gepredigt, der Herr Christus, daรŸ Er unser Herr und der Sohn Gottes sei4. Im Alten und Neuen Testament. โ€žโ€ฆ suchet in der Schrift!โ€œ Joh 5,39; Apk 10; Act 17,11.
2. Das Gebot und die frohe Botschaft.
3. Es ist das Wort fรผr uns: Lehre, Strafe, Besserung, Zรผchtigung in der Gerechtigkeit, damit wir vollkommen seien. II Tim 3,16; Rรถm 15,4.5
Luther und die Schrift. Russische Christen. Unsere Brรผder im Gefรคngnis. Salzburger. Bekehrung durch die Schrift: Augustin, Franz [von Assisi], Luther.

5. Von wem ist die Schrift geschrieben?
6. Was sagen die Feinde der Kirche von der Schrift?6
7. Ziel: Lesen der Schrift.7

Schriftlesung Lk 4,16โ€“21
Lied Erhalt uns, Herr, bei deinem โ€ฆ8
Spruch: II Tim 3,15.
Dein Wort ist meines FuรŸes โ€ฆ9 Das Wort bleibt in Ewigkeit10

Erstes Blatt der Bibel.
Testament.
โ€žHier spricht Gott.โ€œ Jer 36; Ex 31. 3211; Apk 1[,11.19]
โ€žSchreibeโ€œ.
Anspruch. traditores12 โ€“ Auslieferung von Bibeln.
R. Koch: Geschichte des Wortschreibens.13

B. VORTRร„GE UND AUFSร„TZE

19. AUFSATZ UND DISKUSSION รœBER KIRCHENGEMEINSCHAFT

19.1. BONHOEFFERS AUFSATZ รœBER KIRCHENGEMEINSCHAFT1

Zur Frage nach der Kirchengemeinschaft

I

Die Reformation hat die Frage, was die Kirche sei, gelรถst von der Frage, wer zur Kirche gehรถre. Das war eine entscheidende Tat. Der rรถmische Katholizismus und die Vorreformatoren2 hatten gemeint, die Frage nach dem Wesen der Kirche durch die Bestimmung ihres Umfanges beantworten zu kรถnnen. Der reformatorische und insbesondere der lutherische Begriff sagt zuerst, was die Kirche sei,3 und lรครŸt die Frage nach den Grenzen der Kirche offen. Es geht ihm nicht zuerst um die Aufdekkung des gรถttlichen Geheimnisses, wer zur Kirche gehรถre und wer nicht, um die Frage nach Erwรคhlung und Verwerfung,4 ihr Blick fiel nicht zuerst richtend und unterscheidend auf die Menschen, sondern vor allem sollte die offenbare Heilstat Gottes, der gegenwรคrtige Christus, sein Wort und sein Sakrament angeschaut und angebetet werden. Nicht theoretische Sรคtze รผber Gerettete und Verlorene, nicht das betrachtende Urteil: dieser gehรถrt zur Kirche, jener nicht, vielmehr der Freudenruf derer, denen ein groรŸes รผberraschendes Geschenk zuteil geworden ist: hier ist das Evangelium! hier sind die reinen Sakramente! hier ist die Kirche! kommt hierher!
Was sich daraus fรผr das Verhรคltnis zu anderen Kirchen, fรผr die Grenze der Kirche ergibt, war durchaus eine zweite Frage.5 Das Wesen der Kirche wird nicht durch die bestimmt, die zu ihr gehรถren, sondern durch Wort und Sakrament Jesu Christi, die, wo sie auch wirksam werden, sich nach der VerheiรŸung eine Gemeinde sammeln.6 DaรŸ immer solche da sein werden, | die zur Kirche gehรถren, wenn nur Wort und Sakrament lauter verwaltet werden, war der feste, auf die VerheiรŸung gegrรผndete Glaube. Wer diejenigen seien, das weiรŸ der Herr, der ruft und sammelt. Das war genug.
Es konnte gar nicht das erste Anliegen sein, diese nun bei Namen zu nennen und abzรคhlen zu kรถnnen, sie von denen zu unterscheiden, die nicht dazu gehรถrten oder sich nur den Schein der Zugehรถrigkeit gaben; die sind ja schon gerichtet. Der jรผngste Tag wird es รผberdies ans Licht bringen. Was eifert der Glaube darum, hierin heute schon zu wissen, abzugrenzen, auszuscheiden?7 WeiรŸ er nicht genug, wenn er die gnรคdige Heilstat Gottes wissen darf? Was liegt dem Glauben daran, Heuchler und Ketzer zu entlarven? Wie kann er danach begehren, das furchtbare Geheimnis der Verwerfung vorzeitig zu enthรผllen, bevor ihm noch die Freude des ewigen Lebens bei Christus den Schrecken und den Schmerz รผber den letzten Richterspruch Gottes รผberwinden hilft? Der Glaube weiรŸ ja, was fรผr Schrecken dieser sich so harmlos gebende Begriff des โ€žUmfanges der Kircheโ€œ in sich birgt. Und er dankt es Gott tรคglich, wenn er hier noch blind ist, wenn er noch in der Fรผrbitte stehen darf, wenn er in der vollen Freude der Erkenntnis des Heils sich zu der Kirche des Heils halten darf mit der glaubenden Gemeinde. Der Glaube dankt Gott, daรŸ er sein Wort und Sakrament wieder rein und lauter geschenkt bekommen hat, und daรŸ er weiรŸ, wo die Kirche Gottes ist. Warum soll er danach fragen, wo sie nicht ist, wenn er doch ganz von dieser Freude hingenommenist?
So tut das Urchristentum, so tut die Reformation nichts anderes, als hier ein um das andere Mal hochgemut zu rufen: Hier ist die Kirche!, die wahre Kirche Jesu Christi! Demut und Dank ist dieser Ruf. Nicht Eigenlob, sondern Lob Gottes. Wer denkt auch daran, wenn er das wirklich gehรถrt und geglaubt hat, noch zu fragen, ob nicht vielleicht anderswo | auch noch die Kirche zu finden sei? Wem liegt denn an solcher Frage noch etwas, als eben dem, der hier nicht hรถren und glauben will? Hรถrten und glaubten wir, es sei eine unermeรŸliche Goldquelle gefunden worden, die fรผr alle Zeiten und fรผr alle Menschen genug abwรผrfe, dann wรผrde uns wohl die Frage wenig interessieren, ob nicht vielleicht auch anderswo noch hier oder da etwas Gold gefunden werden kรถnnte. Es mag sein, oder es mag nicht so sein โ€“ was liegt daran angesichts der Tatsache, daรŸ hier reichlich genug ist? Wรผrden wir dann nicht auch all denen, die sich schwer abmรผhen, andere Quellen zu erschlieรŸen, diese Freudenbotschaft sagen, sie aufrufen, mitzukommen, all ihre Versuche fahrenzulassen und einfach zu laufen und zu holen, wo alles in reichstem MaรŸe zu finden ist? Wir mรผรŸten an der Ernsthaftigkeit ihres Suchens zweifeln, wenn sie dann nicht kรคmen, wenn sie darauf bestรผnden, zu sagen: ich suche mein Gold selbst. Hier ist der Eigensinn stรคrker, als der Wunsch, Gold zu finden. Wir mรผรŸten sie mit groรŸem Schmerz im Stiche lassen; denn wer weiรŸ, ob sie nicht zuletzt doch leer ausgehen. Wir mรผรŸten dorthin laufen, wo das groรŸe Angebot gemacht ist.
So ist es mit der reformatorischen Botschaft von der Kirche. Hier ist die wahre Kirche. Ob sie nicht auch noch wo anders zu finden ist? Das ist ja garnicht die Frage. Hier hat sie Gott uns geschenkt. Willst du abseits stehen und eigensinnig suchen, ob Gott sie dir nicht auch wo anders schenken kรถnnte? Mag sein, โ€“ aber es mag wahrhaftig auch nicht sein. Wollen wir das aufs Spiel setzen? Wer dieses Spiel wagt, der hat im Grunde schon verloren, denn er hat nicht gehรถrt und geglaubt, daรŸ die wahre Kirche schon da ist. Sonst spielte er in solchem Augenblick nicht mehr. Hat er aber nicht gehรถrt, so weiรŸ er auch gar nicht, was die wahre Kirche sei, so weiรŸ er auch nicht, was er eigentlich sucht, und dann wird er sie auch niemals finden. Dann ist das Suchen Selbstzweck und damit kein echtes Suchen mehr. |
Also immer ausgehend von der erkannten Wahrheit, was und wo Kirche sei, ruft die Kirche nun in die Welt hinaus: Kommt hierher, hier ist die Kirche! Sie lรครŸt sich darum gar nicht auf eine Diskussion ein, wo sonst noch Kirche sein kรถnnte. Der GewiรŸheit gegenรผber, daรŸ hier die Kirche sei, ist alles andere UngewiรŸheit, Nichtโ€“Kirche. Natรผrlich Nichtโ€“Kirche! Denn sonst wรคren jene anderen ja eben auch hier, wo Kirche ist. Weil sie aber nicht hier sind, noch auch herkommen wollen, mรผssen sie Nichtโ€“Kirche sein. Aber was liegt daran, dies zu sagen? Nichts anderes als nun um so gewisser und jubelnder zu rufen: Gott hat uns die wahre Kirche wiedergeschenkt. Hier ist die Kirche!
Niemals kann also die wahre Kirche von sich aus feststellen wollen, wo die sind, die nicht zu ihr gehรถren, niemals ist ihr Anspruch die Kirche zu sein so gemeint, daรŸ nun die Absonderung der Gerechten von den Ungerechten stattfinden soll. Vielmehr ist dieser Anspruch: Hier ist die Kirche, gerade selbst der Heilsruf, der an alle Welt geht. Er ist das Evangelium selbst. So und nicht anders muรŸ es verkรผndigt werden. Wer ihn freilich nicht als Evangelium zu hรถren vermag, der hรถrt ihn als Gesetz. Und als Gesetz verstanden schlieรŸt er nun die ganze Hรคrte der Frage nach dem Umfange der Kirche in sich. Wer diesen Heilsruf der Kirche als Gesetz hรถrt, der weiรŸ sich von diesem Gesetz getroffen, begehrt dagegen auf und muรŸ sich als einen solchen, dem dieser Ruf nicht gilt, erkennen. Hier entspringt die Frage nach dem Umfang der Kirche, nach den Grenzen, nach der Unterscheidung von Erwรคhlten und Verworfenen. Wo der Heilsruf nicht vernommen wird, wird der Anspruch der Kirche zum Gericht, zur Scheidung derer, die dazu gehรถren, und derer, die nicht dazu gehรถren. Wรคhrend diese Unterscheidung durch die Verkรผndigung des Evangeliums immer wieder aufgehoben wird, indem allen das Heil der Kirche angeboten und zugesprochen wird, wird sie in gesetzlichem Verstรคndnis der Kirche ver- | hรคrtet. Die Frage nach dem Umfang der Kirche muรŸ nun konsequent ihr Wesen bestimmen. Dieses gesetzliche Verstรคndnis ist aber der Kirche in ihrem Wesen fremd. Es ist nicht ihr Ziel und Auftrag, das Evangelium zรคhlend zu begreifen. Das alttestamentliche Verbot der Volkszรคhlung8 ist hier Warnung. Es ist genug zu wissen, daรŸ das Heil da sei, und daรŸ Gott sich seine Gemeinde immer schaffen werde. Der Umfang der Gemeinde bleibt dem Wissen Gottes vorbehalten.9
So ist unser bisheriges Ergebnis: Die Frage nach dem Umfang der Kirche, das heiรŸt nach ihren Grenzen, kommt vom gesetzlichen Verstรคndnis des evangelischen Kirchenbegriffs her. Diese Frage wird also niemals aus dem Wesen der Kirche selbst heraus gestellt werden, sondern sie wird immer als ein fremdes Fragen der Kirche dort aufbrechen, wo der Anspruch der Kirche gesetzlich verstanden wird. Sie wird immer von auรŸen an die Kirche gestellt werden, und nur im Wissen darum darf und muรŸ dann die Kirche selbst diese Frage aufnehmen.
Die Frage nach dem Umfange der Kirche ist die Frage nach der Kirchengemeinschaft. Wer gehรถrt zur Kirche? Wer gehรถrt nicht mehr zu ihr? Das ist die Frage. Die Kirche besinnt sich auf ihre Grenzen. Warum? Weil ihr Heilsruf nicht gehรถrt und geglaubt wird, sondern auf Grenzen stรถรŸt. Die Kirche erfรคhrt es, daรŸ sich Menschen ihrem Ruf versagen. Nicht sie setzt also die Grenzen, sondern sie stรถรŸt auf ihre Grenzen, die ihr von auรŸen gesetzt werden. Nun erfรคhrt die Kirche ihren Heilsruf als das richtende Gesetz รผber die Welt, als die unรผberschreitbare Grenze. Nun muรŸ sie sich darรผber Rechenschaft geben.
Da es nun aber nicht die Kirche ist, die die Grenzen setzt, die ausschlieรŸt, sondern da die Welt diese Grenzen willkรผrlich setzt, sich aus der Kirche ausschlieรŸt, indem sie nicht hรถrt und glaubt, kann die Kirche nicht a priori10 darรผber bestimmen, wo ihre Grenzen laufen mรผssen, sondern sie wird immer nur die jeweils bereits vorhandene Grenze, die von auรŸen gegen sie auf- | gerichtet ist, zur Kenntnis nehmen und bestรคtigen kรถnnen. Nicht die Kirche verfรผgt darรผber, in welcher Weise sich der Unglaube gegen sie abgrenzt. Die Kirche verfรผgt nicht รผber ihre Grenzen und ihren Umfang. Darum wird die Konstatierung der Grenze jeweils eine verschiedene sein. Weil das Wissen um den Umfang nicht theoretisch zur Verfรผgung steht, sondern jeweils gewonnen werden muรŸ, darum gibt es keine theoretischen MaรŸstรคbe, nach denen sie die Zugehรถrigkeit zur Kirche bestimmen kรถnnte. Gรคbe es solche, so hรคtte sich die Kirche selbst in ihrem Anspruch schon gesetzlich miรŸverstanden, wie im Katholizismus, in der Orthodoxie, im Pietismus. Das bringt in die Bestimmung der Grenzen der Kirche fรผr den reformatorischen Kirchenbegriff das Moment der lebendigen Entscheidung. Wo die Grenzen der Kirche liegen, entscheidet sich immer nur in der Begegnung zwischen Kirche und Unglaube, ist also ein Akt der Entscheidung der Kirche; wรผรŸte sie es von vornherein, dann hรคtte sie sich selbst von der Welt geschieden und wรคre dem Auftrag ihres Heilsrufes nicht getreu. Es muรŸ ihre eigenste Entscheidung sein, eine von der Welt gezogene Grenze als solche zu erkennen und zu bestรคtigen. Sie muรŸ entscheiden, ob und wo ihr Heilsruf auf eine letzte Grenze stรถรŸt. Darum kann die Frage nach der Kirchengemeinschaft nur in der autoritativen Entscheidung der Kirche konkret beantwortet werden. Dieser Entscheidungscharakter ist das schlechthin Objektive. Subjektivitรคt und Willkรผr wรคre es, wollte die Kirche von vornherein die Grenzen setzen und damit von sich aus die Scheidung vollziehen. Die scheinbare Objektivitรคt eines theoretischen Wissens um die Grenzen der Kirche ist gerade die Auflรถsung der wahren Objektivitรคt, die sich in der Entscheidung vollzieht.
Allerdings ist die Kirche nicht ohne MaรŸstรคbe gelassen, auf Grund deren sie die Entscheidungen allein treffen kann. Aber die Betrachtung derselben lehrt gerade die Unmรถglichkeit, | sie als gesetzlich eindeutige Kriterien fรผr die Entscheidung anzuerkennen. In dem fortgesetzten ProzeรŸ der Entscheidungen hat die Kirche gelernt, die Taufe als eine Bestimmung ihrer Grenzen zu verstehen.11 Aber sogleich bereitet diese Umfangsbestimmung die grรถรŸten Schwierigkeiten. Sie ist einerseits nicht weit genug (daher alsbald die Lehre von der Begierdetaufe, Bluttaufe und so weiter12). Sie ist andererseits nicht eng genug, denn unter den Getauften sind Irrlehrer und tote Glieder, die nicht zur Kirche gehรถren kรถnnen.13 Wiederum ist die Taufe als das allen christlichen Kirchen gemeinsame Sakrament anerkannt, dessen Wiederholung beim รœbertritt in eine andere christliche Kirche unerlaubt ist. Sie ist also das einende Band aller christlichen Kirchen und kann demnach nicht konstitutiv fรผr die Kirchengemeinschaft sein. Zwar kann die wahre Kirche niemals den Anspruch aufgeben, daรŸ alle Getauften in Wahrheit zu ihr gehรถren,14 aber sie muรŸ zugleich zugeben, daรŸ solche da sind, die nicht in ihrer Gemeinschaft stehen. So weiรŸ die Kirche einerseits um eine relative รคuรŸere Grenze, die mit der Taufe gegeben ist, und zugleich um eine innere Grenze, die nur einen Teil der Getauften umschlieรŸt.
Die Kirche hat gelernt, diese innere Grenze durch den Begriff der Lehre und des Bekenntnisses zu bestimmen. Das Bekenntnis der Kirche ist konstitutiv fรผr die Kirchengemeinschaft. Aber welches Bekenntnis? Die altkirchlichen Symbole?15 Die Einigungsformel von Lausanne?16 Welches Recht haben dann noch die Unterscheidungslehren der einzelnen Kirchen?
Die lutherischen Bekenntnisschriften waren der Meinung, es gebe ein gemeinsames Bekenntnisgut zwischen der lutherischen und der rรถmischen Kirche. Luther hat in den Schmalkaldischen Artikeln zu der gemeinsamen Basis die Gotteslehre, Trinitรคtslehre, Christologie gezรคhlt,17 und dennoch war es nicht mรถglich, auf Grund dieser Artikel zur Einigung zu | kommen, weil ein Dissensus in der Rechtfertigungslehre vorlag. Kรถnnte dieser Dissensus behoben werden, so wรคre die Einigung mรถglich. Entsprechend war es in der Stellung zu den Reformierten die Abendmahlslehre, die die Kirchengemeinschaft aufhob.18 Sollten nun die Dogmatiker der Bekenntnisschriften nicht gewuรŸt haben, daรŸ ein Dissensus in diesen Artikeln einen totalen Dissensus an jedem Artikel zur Folge haben muรŸte, daรŸ eine falsche Rechtfertigungslehre notwendig eine falsche Christologie, Trinitรคtslehre, Gotteslehre einschlieรŸt? Umgekehrt muรŸte ja ein echter Konsensus in der Christologie etwa auch einen Konsensus in der Rechtfertigungslehre einschlieรŸen und gerade die Kirchengemeinschaft wieder herstellen.
Unsere Frage ist nun: was bedeutet es, wenn dennoch diese Konsequenz nicht gezogen wird, wenn einerseits an einem gemeinsamen Bekenntnisgut festgehalten wird, andererseits รผber einen bestimmten Artikel die Kirchengemeinschaft auseinanderbricht?
Es bedeutet erstens, daรŸ der Anspruch, der schon in Bezug auf die Getauften der andern Kirchen erhoben wird, nunmehr auf die Bekennenden der andern Kirchen ausgedehnt wird. Sie haben das rechte Bekenntnis, aber sie sind davon abgefallen. In Wahrheit ist das Eine Bekenntnis da, wenn es auch von der andern Kirche entscheidend falsch verstanden wird. In dieser Bestรคtigung des Bekenntnisses ist der evangelische Heilsruf aufrecht erhalten: es ist nur Ein Bekenntnis, hier ist das wahre Bekenntnis, kommt hierher! Es liegt also nichts an der Abgrenzung als solcher, das heiรŸt als eines Gesetzes, sondern die durch die andern Kirchen gezogene Grenze wird zwar ganz ernst genommen, aber doch nur, um nun den Heilsruf: ihr gehรถrt ja in Wahrheit zu uns, hier ist das rechte Bekenntnis! um so vernehmlicher zu machen.
Es bedeutet zweitens, daรŸ die Kirchengemeinschaft immer etwas qualitativ totales ist. Sie ist nicht durch Aufzรคhlung | sรคmtlicher Gemeinsamkeiten, die offenbar die Differenzen รผberwiegen, zu erreichen; solange an einem Punkt ein Dissensus bleibt, ist kein Konsensus mรถglich. Sie ist geschenkte totale Einheit. Diese Einheit ist das Apriori der Kirchengemeinschaft. Sie kann nicht durch Vergleich hergestellt werden, sie muรŸ gegebene Einheit sein. Auf Grund dieser Einheit aber sind wieder alle mรถglichen Differenzen tragbar, die notwendig entstehen mรผssen, und denen die lutherischen Bekenntnisschriften weithin Rechnung tragen. Sie sind dann durch die vorhergegebene Einheit nicht mehr kirchenspaltende Gegensรคtze. Ob diese Einheit aber vorhanden ist, ist zwar durch den vollen Konsensus in den Bekenntnissen ausgedrรผckt, aber die Bereitwilligkeit, bei der Schaffung des Bekenntnisses die theologischen Differenzen nicht zu kirchenspaltenden Gegensรคtzen werden zu lassen, sondern es zu einer einigenden Bekenntnisformulierung kommen zu lassen, das heiรŸt die Tatsache des Zustandekommens eines Konsensus in Bezug auf ein formuliertes Bekenntnis, ist selbst schon ein Akt der Entscheidung der Kirche und niemals logisch oder theologisch erzwingbar; das heiรŸt die Bekenntniseinheit einer Kirche ist ein Akt der kirchlichen Entscheidung als Glaubensentscheidung, nicht der theologischen Formulierung.
Es bedeutet drittens, daรŸ die Feststellung des Punktes, an dem der Dissensus zum kirchenspaltenden Gegensatz wird, selbst ein Akt der kirchlichen Entscheidung ist. Warum ist von der Reformation nicht die Gotteslehre zum kirchenspaltenden Gegensatz herausgearbeitet worden? Die Entscheidung entsteht dadurch, daรŸ die Kirche an einem bestimmten Ort den Einbruch des Feindes in besonderer Weise konstatiert und ihm daher an dieser Stelle Widerstand entgegensetzt. Ein Krieg entscheidet sich an einer begrenzten Schlacht. Wo diese Schlacht geschlagen wird, hรคngt davon ab, wo der Gegner steht. Hier muรŸ eine Entscheidung ge- | troffen werden. Es ist daher durchaus nicht so, als mรผsse ein und derselbe Ort immer der Ort der Entscheidung bleiben. Es kann durchaus sein, daรŸ eine Situation, die heute gefรคhrlich ist, morgen gar nicht mehr entscheidend die Kriegslage bestimmt. Es mag derselbe Artikel, der heute zur Kirchenspaltung fรผhrt, morgen nicht mehr kirchenspaltende Bedeutung haben. Das folgt gerade aus der freien Entscheidung der Reformation, ihren Gegensatz gegen Rom an einem einzigen Artikel auszutragen und alle andern Gegensรคtze ruhen zu lassen. Nur wo die Kirche selbst ihre Grenzen von vornherein gesetzlich festlegt und sich damit selbst von ihrem Auftrag zum Heilsruf lossagt, verhรคrtet sich der Gegensatz und bleibt auf einen Punkt festgelegt. Das fรผhrt zum letzten.
Es bedeutet viertens, daรŸ ein klarer Unterschied gesehen wird zwischen der Aufgabe der Dogmatik und der des Bekenntnisses. Das Bekenntnis ist nicht eine Zusammenstellung dogmatischer Sรคtze, aus denen nun sรคmtliche Konsequenzen zu ziehen sind. Sonst wรคren die Confessio Augustana und die Schmalkaldischen Artikel die schlechtesten aller Bekenntnisse. Denn die dogmatische Inkonsequenz einer Isolierung der Rechtfertigungslehre ist offenbar. Sonst mรผรŸte ferner jede Differenz an irgendeinem Lehrpunkt notwendig kirchenspaltend werden. Jede theologische Schule mรผรŸte zu einer eigenen Kirche werden. DaรŸ dies nicht so ist, einfach die Tatsache als solche, ist ein Beweis fรผr die Einsicht, daรŸ die Frage der Kirchengemeinschaft nicht von der Theologie allein, sondern durch eine kirchliche Entscheidung beantwortet werden muรŸ. Nicht um die Theologie scharen sich die Glรคubigen, sondern um das Bekenntnis. Jede Verwechslung ist hier gefรคhrlich. Die Theologie liefert der ganzen Armee die Waffen, damit sie jederzeit und an jedem etwaigen Ort schlagbereit ist. Der Kampf nach auรŸen aber wird nicht mit der Theologie, sondern mit dem Bekenntnis gefรผhrt. Sonst verfiele man der | Orthodoxie, man wรผrde gesetzlich, man wรผรŸte von vornherein um die Grenzen der Kirche und beraubte sich der Freiheit der kirchlichen Entscheidung. Das Bekenntnis ist auf Grund der Theologie von der Kirche vollzogene Entscheidung รผber ihre Grenzen. Es ist nicht Darstellung des Lehrganzen, sondern auf Grund des Lehrganzen getroffene Entscheidung der Kirche, an einem bestimmten Ort den Kampf aufzunehmen. Im Bekenntnis wird die Theologie durch kirchliche Entscheidung aktuell. In der Beschrรคnkung, die das Bekenntnis von dem Lehrganzen unterscheidet, liegt immer zugleich der Anspruch der Kirche auf die Bekenntniseinheit mit den Dissentierenden, zu der diese zurรผckgerufen werden sollen, liegt die Bestรคtigung dessen, daรŸ nicht die Kirche selbst die Grenzen zieht, sondern daรŸ sie nur die ihr von auรŸen gezogenen Grenzen anerkennt, liegt damit die Mรถglichkeit, den unbegrenzten Heilsruf der Kirche weiter zu verkรผndigen.
Es ergibt sich also, daรŸ auch das vorhandene Bekenntnis nicht geeignet ist, den Umfang der Kirche definitiv zu bestimmen. Die Grenze zwischen schulspaltenden und kirchenspaltenden Gegensรคtzen ist grundsรคtzlich nicht festzulegen. So kรถnnen die Tatsachen der Taufe, des gemeinsamen Bekenntnisgutes in den Symbolen, kรถnnen die Artikel der Differenz immer nur als Material der jeweiligen kirchlichen Entscheidung รผber den Umfang der Kirche dienen. Die Grenze selbst aber liegt nicht in der Verfรผgung der Kirche, sondern muรŸ in der Entscheidung bestรคtigt werden. In dieser letzten Offenheit der Entscheidung ist allein die Mรถglichkeit gewahrt, daรŸ aus kirchenspaltenden Gegensรคtzen Schulgegensรคtze werden und umgekehrt.
Da die Grenze der Kirche von auรŸen gezogene Grenze ist, kann sie so vielgestaltig sein, wie es die Feindschaft gegen das Evangelium ist. Es ist etwas anderes, ob die Welt oder ob eine antichristliche Kirche oder ob eine โ€žandere Kircheโ€œ | diese Grenze bildet. Nur theologischer Doktrinarismus kann diese Unterschiede leugnen. Die Reformation hat sie sehr deutlich anerkannt; man bedenke nur die verschiedene Stellung der Lutheraner zur rรถmischen und zur griechischโ€“orthodoxen Kirche.19 Die Unterscheidung zwischen antichristlicher Kirche und โ€žanderer Kircheโ€œ ist aber wiederum nicht eindeutig theologisch feststellbar, sondern Sache der kirchlichen Entscheidung. Es kann wohl sein, daรŸ sich theologisch dieselben Irrlehren hier wie dort nachweisen lassen, und daรŸ dennoch die eine Kirche antichristlich und die andere eben nur โ€žandere Kircheโ€œ ist. Dann muรŸ mit der ersten jegliche Gemeinschaft abgebrochen werden, wรคhrend mit der andern das Gesprรคch noch fortgeht und eine Gemeinschaft auf Hoffnung erhalten bleibt. Daran wird deutlich, daรŸ auรŸer der Irrlehre noch ein anderer Faktor vorhanden ist, der die Entscheidung bestimmt. Ganz deutlich wird das dort, wo eine Kirche erklรคrt, das Bekenntnis anzuerkennen, sich keiner Irrlehre schuldig macht, um auf diesem unverdรคchtigen Wege den Kampf gegen die wahre Kirche nur um so zielbewuรŸter zu betreiben. Die rechte Lehre wird hier in demselben Augenblick Irrlehre, als sie im Kampf gegen die wahre Kirche gebraucht wird. Um noch einmal im Bild zu reden: in solchem Falle desertieren die Offiziere mit ihren Waffen und Mannschaften und gehen ins feindliche Lager รผber. Sie haben nun dieselben Waffen wie die von ihnen verratene Armee, aber sie richten sie jetzt gegen ihre einstmaligen Freunde.
Es ist ein entscheidender Unterschied, ob die Irrlehre der wahren Kirche mit offenem Vernichtungswillen gegenรผbertritt, oder ob sie kampflos neben ihr steht. Im ersten Falle stehen sich wahre und falsche Kirche gegenรผber mit dem beiderseitigen Willen, der Tod der andern zu sein. Hier ist Kampf um Leben und Tod. Hier gibt es keine Gemeinschaft. Hier erkennt die wahre Kirche den Antichristen.20 Im anderen | Falle weiรŸ die wahre Kirche um irrende Kirchen, die keineswegs den Vernichtungswillen gegen die wahre Kirche haben, die selbst mittragen an dem Geheimnis der Zerrissenheit der Kirche, mit denen die wahre Kirche also in gemeinsamem Schuldbekenntnis steht. Hier kann in Anknรผpfung an das gemeinsame Bekenntnisgut die Einheit wieder gesucht werden. Dies etwa ist die Lage in der รถkumenischen Arbeit. Wir lernen daraus, daรŸ auch die Kirchengemeinschaft entsprechend den Grenzen der Kirche verschiedene Formen hat: Von der vollen Gemeinschaft an Wort und Sakrament, die im Bekenntnisโ€“Konsensus Ausdruck findet, zu einer Gemeinschaft, die auf Grund des gemeinsamen Besitzes im Glauben gesucht wird. Es wรคre ebenso falsch, diese Gemeinschaft a limine21 abzulehnen und zu leugnen, wie sie der vollen Kirchengemeinschaft gleichzustellen. Sie ist einerseits kirchliches Faktum, andererseits Notstand, รœbergang, der entweder zur vollen Gemeinschaft oder zur Trennung fรผhren muรŸ. Weil aber die Kirche nicht a priori zu erklรคren vermag, wo solche Gemeinschaft oder definitive Trennung besteht, darum muรŸ sie die jeweilige Situation ernst nehmen und es Gott anheim stellen, aus ihr zu machen, was ihm gefรคllt, und auf die Stunde der Entscheidung warten.
Ist es klar, daรŸ die Frage nach der Kirchengemeinschaft allein durch kirchliche Entscheidung beantwortet werden kann, so muรŸ nun gesagt werden, daรŸ diese kirchliche Entscheidung in keinem Fall ausbleiben darf. Sie wird Schritt fรผr Schritt den Kampf der Kirche begleiten. Sie wird zwar immer das โ€žfremde Werkโ€œ22 der Kirche bleiben. Aber es muรŸ getan werden, weil sonst ihr eigentliches Werk nicht mehr getan werden kann. Die Entscheidung รผber ihre Grenze ist zuletzt ein barmherziger Akt der Kirche, sowohl an ihren Gliedern, wie an denen drauรŸen. Es ist die letzte, die โ€žfremdeโ€œ Mรถglichkeit, den Heilsruf vernehmlich zu machen. |

II23

Die Barmer Bekenntnissynode hat die Lehre der Deutschen Christen in ihren entscheidenden Punkten als Irrlehre verworfen.24 Diese Verwerfung bedeutet, daรŸ diese Irrlehre in der Kirche Jesu Christi keinen Raum hat. Die Dahlemer Bekenntnissynode hat es auf ihre Verantwortung genommen, zu erklรคren, daรŸ sich die Reichskirchenregierung durch Lehre und Tat selbst von der christlichen Kirche geschieden habe.25 Sie hat also nicht aus der Kirche ausgeschlossen, sondern eine vollzogene Tatsache festgestellt. Zugleich hat sie eine eigene Kirchenleitung gebildet und den Anspruch erhoben, die rechte Kirche Jesu Christi in Deutschland zu vertreten.26 Seitdem erkennt sich die Bekennende Kirche in der Verantwortung und dem Auftrag die eine, wahre Kirche Jesu Christi in Deutschland zu sein. Das ist kirchengeschichtliches Faktum.
Was bedeutet es? Was hat man damit gesagt? Um diese Frage dreht sich heute alles in der Bekennenden Kirche. Es genรผgt zur Beantwortung keinesfalls, den ohnehin vergeblichen und niemals zur GewiรŸheit fรผhrenden Versuch zu machen, nach der Meinung derjenigen zu fragen, die fรผr diesen synodalen BeschluรŸ verantwortlich waren. Nehmen wir diesen Spruch der Synode รผberhaupt ernst, so bekennen wir, daรŸ Gott der Herr selbst dafรผr verantwortlich sein will. Dann aber muรŸ der Spruch genommen werden, wie er ergangen ist, und es muรŸ nach dem Willen Gottes in ihm gefragt werden. Unter der Voraussetzung also, es sei hier in aller menschlicher Schwachheit und Meinungsverschiedenheit, durch allerlei menschliche Stimmungen, ร„ngstlichkeiten und Verwegenheiten hindurch das Wort des Herrn der Kirche laut geworden, als die Synode erklรคrte, die Reichskirchenregierung habe sich von der Kirche Jesu Christi geschieden, mรผssen wir fragen, was dies Wort bedeutet. Wer diese Voraussetzung nicht teilt, redet nicht von Barmen und Dah- | lem als von christlichen Synoden, teilt nicht die Voraussetzungen der Bekennenden Kirche. Es steht wahrhaftig schlimm, wenn heute in weiten Kreisen der Bekennenden Kirche, mehr noch bei Pfarrern als bei Laien, hier eigenwillig und zuchtlos geredet wird. Hinter Barmen und Dahlem kรถnnen wir nicht darum nicht mehr zurรผck, weil sie geschichtliche Tatsachen unserer Kirche sind, denen wir Pietรคt zu erweisen hรคtten, sondern weil wir hinter Gottes Wort nicht mehr zurรผckkรถnnen.
Die Frage ist also: Was hat Gott รผber seine Kirche und ihren Weg gesagt, wenn er durch Barmen und Dahlem gesprochen hat? Die Reichskirchenregierung hat sich von der christlichen Kirche geschieden. Die Bekennende Kirche ist die wahre Kirche Jesu Christi in Deutschland. Was heiรŸt das? Es heiรŸt unzweifelhaft, daรŸ eine definitive Grenze zwischen der Reichskirchenregierung und der wahren Kirche Christi erkannt und bestรคtigt worden ist. Die Reichskirchenregierung ist hรคretisch. HeiรŸt das aber, daรŸ damit der Amtstrรคger, der diesem verworfenen Kirchenregiment weiterhin Gehorsam leistet, demselben Urteil verfรคllt? Hat sich jeder deutschโ€“christliche Pfarrer von der Kirche Jesu geschieden? Weiter: Mรผssen wir auch die Deutschen Christen unter den Gemeindemitgliedern, mรผssen wir jede Gemeinde, die ihren deutschโ€“christlichen Pfarrer ohne Widerspruch trรคgt, als von der christlichen Kirche geschieden ansehen? Kann der Pfarrer der Bekenntniskirche die deutschโ€“christlichen Glieder der Gemeinde als seine Gemeindeglieder ansprechen? Wird er Amtshandlungen ohne Unterschied an Gliedern der Bekenntniskirche und an Deutschen Christen ausรผben dรผrfen? Wo laufen die Grenzen der Gemeinde fรผr den Bekenntnispfarrer? Gibt es hier einen grundsรคtzlichen Unterschied zwischen Kirchenleitung und Gemeinde? Und weiter: Wie steht es mit den sogenannten Neutralen?27 SchlieรŸlich: Macht sich jetzt jeder, der in gemeinsamer kirchlicher oder gar kirchenregi- | mentlicher Arbeit mit den Deutschen Christen steht, an der kirchenzerstรถrenden Sรผnde derselben mitschuldig? Gilt das Dahlemer Urteil auch den Kirchenausschรผssen28? Gilt es all denen, die diesen gehorchen? Zusammenfassend: MuรŸ die Scheidung, die zwischen Reichskirchenregierung und der Kirche eingetreten ist, sich nun konsequent auf all die genannten anderen ebenso erstrecken? Eine Antwort muรŸ gegeben werden. Die Gemeinde muรŸ wissen, wohin sie hรถren darf und wohin nicht. Der Pfarrer muรŸ wissen, wie er sein Amt recht versehen soll. Pfarrer und Gemeinden wissen das heute weithin nicht und kรถnnen es nicht wissen, weil es ihnen nicht gesagt wird.
Es wรคre gewiรŸ der einfachste Weg, entweder in Bausch und Bogen all die genannten Konsequenzen zu ziehen, oder aber bei Dahlem stehen zu bleiben und keinerlei Konsequenzen daraus zu ziehen. Beide Wege sind nach allem vorher Gesagten gleich unkirchlich. Mit Konsequenzenmachen ist nichts geholfen, weil das Wort Gottes nicht Konsequenzen, sondern Gehorsam will. Keinerlei Konsequenzen ziehen aber kann bewuรŸter Ungehorsam gegen das Wort sein. Es muรŸ also jede einzelne Frage geprรผft und Schritt fรผr Schritt die Entscheidung gesucht werden. So ist zum Beispiel eine gewisse Klรคrung erreicht hinsichtlich der deutschโ€“christlichen Amtstrรคger. Die Bekenntniskirche hat in Gemeinden, in denen nur solche Amtstrรคger sind, dafรผr Sorge getragen, daรŸ durch Vikare oder Pfarrer die rechte Verkรผndigung und das rechte Amt gewahrt bleibe. Sie hat Notpfarrรคmter29 eingerichtet und damit zum Ausdruck gebracht, daรŸ der deutschโ€“christliche Amtstrรคger seines Amtes verlustig gegangen ist. Nicht ist etwas derartiges geschehen gegenรผber den Neutralen. Ganz anders ist auch die Stellung gegenรผber den Gemeinden. Gerade mit der Einrichtung von Notpfarrรคmtern ist ja der volle Anspruch auf die Gemeinde durch die Bekennende Kirche ausgesprochen. Vรถllig unklar ist noch die Stellung zu | den Ausschรผssen und den der Bekenntniskirche zugehรถrenden Mitgliedern derselben, zu Pfarrern, die den Ausschรผssen Gehorsam leisten. Diese Unklarheit ist verderblich. Bevor hierzu einiges gesagt werden soll, mรผssen wir die Lage noch von einer anderen Seite her betrachten.
Wรคhrend sich also auf der einen Seite ein fortgesetzter TrennungsprozeรŸ vollzieht, ereignet sich auf der anderen Seite eine hรถchst bedeutsame Annรคherung der Kirchen lutherischen und reformierten Bekenntnisses. Seit Barmen sprechen Lutheraner und Reformierte gemeinsam in synodalen Erklรคrungen. Einstmals kirchenspaltende Bekenntnisgegensรคtze machen es nicht mehr unmรถglich, eine Bekenntnissynode zu bilden, freilich Synoden ohne gemeinsamen Abendmahlsgang. Das ist zunรคchst als Faktum zur Kenntnis zu nehmen. Natรผrlich erhebt sich Widerspruch von konfessioneller Seite.30 Aber das Faktum steht da, und es bleibt Gott anheim gestellt, was er daraus machen will.
Es kann ja mit keinem Mittel des Bekenntnisses bestritten werden, daรŸ mit diesem Faktum, mit der Anerkennung โ€žgleichberechtigter Bekenntniskirchenโ€œ31 die Augustana bereits in entscheidender Weise verlassen ist. Vor dem Buchstaben der lutherischen Bekenntnisschriften kann die Bekenntnissynode nicht bestehen. Wie ist es zu begreifen, daรŸ trotz fortgesetzter Belehrung hierรผber die Bekenntnissynoden zustande kamen, daรŸ sich bewuรŸt lutherische Theologen daran beteiligten?32 Es muรŸ zunรคchst bei der Feststellung des Tatsรคchlichen bleiben, daรŸ die Bekenntnissynode existiert, und es gibt angesichts derselben nur eine doppelte Haltung, entweder man verwirft a limine diese Synoden von der Augustana her oder man nimmt sie staunend und demรผtig hin und stellt es Gott anheim, daraus zu machen, was ihm gefรคllt.33
Jedenfalls bleibt die gegenwรคrtige Situation fรผr die Frage nach der Kirchengemeinschaft bedeutsam und lehrreich genug. Auf der einen Seite fรผhrt die unerbittlich konsequente | Anwendung des Lehrbegriffs zur Kirchenspaltung, auf der anderen Seite findet eine offenkundige Vernachlรคssigung des Lehrbegriffs statt, und eine Kirchengemeinschaft, die von entscheidenden bisher kirchenspaltenden Lehrgegensรคtzen absehen zu dรผrfen meint, hat sich bereits angebahnt. Dรคchten wir uns einmal die unerbittlich konsequente Anwendung des Lehrbegriffs, wie sie gegen die Deutschen Christen geรผbt wird, etwa gegen die Reformierten gerichtet, so wรคre theoretisch wohl denkbar, daรŸ von der Abendmahlslehre oder der Christologie [her] auch hier die alten kirchenspaltenden Gegensรคtze wieder aufbrรคchen. Analog kรถnnte ein NachlaรŸ an Konsequenz eine gemeinsame Basis mit den Deutschen Christen schaffen. So jedenfalls muรŸ der konfessionellen Orthodoxie die Lage erscheinen. Was liegt dieser absurden Mรถglichkeit zugrunde? Wird hier mit der Kirchengemeinschaft unlauteres Spiel getrieben?
Hierzu kommt eine weitere Verwicklung. Die Bekenntniskirche ist der ร–kumene begegnet. Diese Begegnung hat bisher zwei charakteristische Ergebnisse gezeitigt. Die ร–kumene hat in Anwesenheit von Vertretern der Bekennenden Kirche in Fanรถ 1934 die โ€žPrinzipien und Methodenโ€œ des deutschโ€“christlichen Kirchenregiments als โ€žmit dem Wesen der Kirche Christi unvereinbarโ€œ erklรคrt.34 Sie hat durch Wahl eines Vertreters der Bekennenden Kirche in den รถkumenischen Rat die Mitarbeit derselben erbeten und hat deren Zusicherung bekommen. Jedoch hat bisher die Bekennende Kirche noch auf keine รถkumenische Konferenz offizielle Vertretungen entsandt. Der Grund hierfรผr muรŸ in der Anwesenheit von Vertretern der Reichskirchenregierung liegen, mit denen fรผr die Bekennende Kirche ein Gesprรคch auch auf neutralem Boden nicht mehr mรถglich ist. Wรคhrend also ein Gesprรคch mit anderen, irrenden โ€žKirchenโ€œ mรถglich wรคre, ist solche Mรถglichkeit zwischen Reichskirche und Bekenntniskirche nicht mehr gegeben. Es wรคre unzweifelhaft unschwer, | die Irrlehren der Deutschen Christen in vielen anderen Kirchen ebenso nachzuweisen. Dennoch erkennt die Bekenntniskirche einen qualitativen Unterschied.
Dies alles muรŸ dem Orthodoxen wie dem grundsรคtzlich Bekenntnislosen gleich unbegreiflich und widerspruchsvoll erscheinen. Der Orthodoxe begreift nicht, wie es mรถglich sein soll, die Sรคtze des Bekenntnisses in verschiedener Weise zu handhaben. Er begreift nicht die Offenheit der Lutheraner der Bekenntniskirche gegen die Reformierten oder die ร–kumene. Der Bekenntnislose, unter ihnen die groรŸe Zahl der vom Pietismus und der liberalen Theologie bestimmten Pfarrer, begreift umgekehrt nicht die Sturheit der Anwendung des Lehrbegriffs gegen die Deutschen Christen.
Zwischen der Szylla der Orthodoxie und der Charybdis der Bekenntnislosigkeit hindurch35 geht die Bekennende Kirche ihren sicheren Weg. Sie trรคgt die Last der Verantwortung, die wahre Kirche Jesu zu sein. Sie ruft: Hier ist die Kirche! kommt hierher! Indem sie das ruft, stรถรŸt sie auf Feinde und auf Freunde. Wo sie Feinde erkennt, dort bestรคtigt sie die ihr gezogenen Grenzen konsequent und kompromiรŸlos. Wo sie Freunde erkennt, findet sie gemeinsamen Boden und wird bereit zum Gesprรคch in der Hoffnung auf Gemeinschaft. Ob Freund oder Feind wird die Kirche am Bekenntnis erkennen, aber das Bekenntnis ist nicht letzter, eindeutig zu handhabender MaรŸstab. Die Kirche muรŸ entscheiden, an welchem Ort der Feind steht. Weil er einmal bei der Abendmahlslehre, ein anderes Mal bei der Rechtfertigungslehre, ein drittes Mal bei der Lehre von der Kirche stehen kann, darum muรŸ die Kirche entscheiden. Und indem sie entscheidet, bekennt sie. Die Orthodoxie verwechselt theologisches System und Bekenntnis. Die Bekenntnislosen verwechseln das Bekenntnis der Kirche mit dem Zeugnis der Frรถmmigkeit. Es wรคre sehr viel leichter, wenn die Bekenntniskirche hier einlinig denken kรถnnte. Sie wรผrde aber damit | ihrem Auftrag untreu, den Heilsruf auszurichten, indem sie offen und begrenzt zugleich ist.
Ist es damit klar, daรŸ die Entscheidungen รผber die Grenzen der Kirche nur von Fall zu Fall getroffen werden kรถnnen, so bedarf es noch einer kurzen Erwรคgung der vorher konkret gestellten Fragen.
1.36 DaรŸ der deutschchristliche Amtstrรคger sich von der Kirche geschieden habe, ist eine Erkenntnis, die nur noch der synodalen Bestรคtigung bedurfte. Nur wenn eindeutig erklรคrt wird, daรŸ er des Amtes tatsรคchlich verlustig gegangen ist, ist nach lutherischer Lehre die Mรถglichkeit gegeben, ein Notpfarramt einzurichten, das anderenfalls ein unerlaubter Eingriff in ein fremdes Amt wรคre, wovor Luther nicht ernst genug warnen konnte.37 Hand in Hand damit mรผรŸte die Weisung an die Gemeinden gehen, sich um des Wortes Gottes und ihrer Seelen Seligkeit willen von allen Amtshandlungen eines Irrlehrers fernzuhalten und lieber ohne Predigt und Sakrament zu leben und zu sterben als zum Irrlehrer zu gehen.
2. Es muรŸ in dieser Sache ein Unterschied gemacht werden zwischen Amtstrรคgern und Gemeindegliedern, Verfรผhrern und Verfรผhrten. Es ist unmรถglich, mit dem AusschluรŸ des Amtstrรคgers schon den AusschluรŸ der Gemeinde zu konstatieren. Die lutherischen Bekenntnisschriften haben nicht den einzelnen Katholiken, sondern den Papst, das heiรŸt das Kirchenregiment fรผr den Antichristen erklรคrt.38 Dementsprechend hat die Dahlemer Synode gesprochen. Das Kirchenregiment ist hรคretisch geworden. Damit ist aber der Anspruch auf die Gemeinden keineswegs aufgegeben. Vielmehr muรŸ den Gemeinden zu rechten Amtstrรคgern verholfen werden. Freilich ist auch die Gemeinde selbst dazu berufen, รผber falsche Lehre zu urteilen.39 Tut sie das nicht, beharrt sie trotz Warnung und Mahnung beim Irrlehrer, so wird auch hier nach einer Zeit der Geduld eine Grenze konstatiert und die | Kirchengemeinschaft als aufgehoben betrachtet werden, und dies mit allen Konsequenzen von Verweigerung von Amtshandlungen40 und so weiter. Dies ist der letzte Akt der Barmherzigkeit der Kirche an der Gemeinde, der letzte Ruf zur Gemeinschaft, das โ€žfremde Werkโ€œ, durch das der Heilsruf ausgerichtet wird. Es ist aber auch eine Verpflichtung der Kirche gegenรผber dem Amt, das durch die Verschleuderung des Sakramentes sonst tรคglich schuldig wird.
3. Einer klaren Entscheidung kann sich die Bekennende Kirche auch nicht lรคnger entziehen gegenรผber den Kirchenausschรผssen. Das Wort der Synode von Oeynhausen genรผgt nicht.41 Es ist nicht einzusehen, worin sich die Kirchenleitung der Ausschรผsse von der Reichskirchenregierung unterscheidet. Es ist unzweifelhaft, daรŸ sie der wahren Kirchenleitung gefรคhrlicher ist, als die Reichskirchenregierung. Es ist von der Bekenntnissynode ausgesprochen worden, daรŸ diese Kirchenleitung nicht anerkannt werden kann, aber es ist bisher das eindeutige Verbot, sich an ihr zu beteiligen, nicht ausgesprochen worden. Das schafft Verwirrung. Wo die Grenzen erkannt sind, mรผssen die praktischen Folgen gezogen werden. Wie sich ein Glied der Bekenntniskirche, das der Reichskirchenregierung beitreten wรผrde, von der Kirche Jesu ausschlรถsse, so tut nach der in der Oeynhausener Synode ausgesprochenen grundsรคtzlichen Erkenntnis derjenige dasselbe, der an der kirchenleitenden Arbeit der Ausschรผsse teilnimmt. Daraus folgt aber notwendig das Verbot solcher Teilnahme. Nichts anderes gilt fรผr die Amtstrรคger, die sich den Ausschรผssen unterstellen. Es ist auch nicht gut, an Kandidaten zu praktizieren, was man den Pfarrern durchgehen lรครŸt.42 Je lรคnger die Kirchenleitung sich der ihr aufgelegten Entscheidung entzieht, je mehr verwirrt sie die Gemeinden, je unbarmherziger ist sie gegen die Pfarrer, und je weniger kann sie ihren eigenen Ruf ausrichten.
4. Ein besonderes Problem sind die Neutralen. Zunรคchst ist | zu sagen, daรŸ es in Wirklichkeit keine Neutralen gibt. Sie gehรถren eben auf die andere Seite. Aber subjektiv wollen sie neutral sein. Eine eindeutige Stellung zu ihnen ist darum nicht mรถglich, weil ihre eigene Stellung nicht eindeutig ist, weil die von ihnen gegen die wahre Kirche gezogene Grenze undeutlich ist. Jesus Christus hat รผber die Neutralen das doppelte Wort gesprochen: Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich (Matthรคus 12,30) und: Wer nicht wider uns ist, der ist fรผr uns (Markus 9,40). Weder kรถnnen die Neutralen das zweite Wort allein fรผr sich in Anspruch nehmen, noch kann die Kirche das erste allein gegen sie wenden. Aber es wird immer wieder bezeugt werden mรผssen, daรŸ die Neutralen in eben dieser durch die beiden Worte bezeichneten fragwรผrdigen Situation sind. Wird freilich die Neutralitรคt zum Prinzip erhoben, dann wird die Mรถglichkeit in Sicht kommen, das erste Wort allein zu sagen. Denn dort ist bereits eine eindeutige Stellung auรŸerhalb der Kirche bezogen und die Grenze gegen den Anspruch der wahren Kirche deutlich aufgerichtet.
Es kann nicht der Sinn dieser kurzen Bemerkungen sein, die Entscheidung der Kirche vorwegzunehmen. Aber es muรŸ der Sinn sein, die Kirchenleitung daran zu erinnern, daรŸ sie diese Entscheidungen treffen muรŸ. Indem sie es Schritt fรผr Schritt tut, wird sie das fremde Werk tun, um das eigentliche Werk recht treiben zu kรถnnen. Die Aufhebung der Gemeinschaft ist das letzte Angebot der Gemeinschaft.43

III

Extra ecclesiam nulla salus.44 Die Frage nach der Kirchengemeinschaft ist die Frage nach der Heilsgemeinschaft. Die Grenzen der Kirche sind die Grenzen des Heils. Wer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heil.45 Das ist die Erkenntnis, die sich der wahren Kirche von jeher aufgezwungen hat. Das ist ihr | demรผtiges Bekenntnis. Wer die Frage nach der Bekenntniskirche von der Frage nach seinem Seelenheil trennt, begreift nicht, daรŸ der Kampf der Bekennenden Kirche der Kampf um sein Seelenheil ist.
Ist das nicht die rรถmische Irrlehre von der Kirche? Sofern die rรถmische Lehre das Heil nicht ohne die Kirche und die Kirche nicht ohne das Heil denken kann, ist sie im Recht. Sofern fรผr sie aber der Satz, daรŸ es Heil nur in der Kirche gebe, etwas anderes bedeutet, als den Ruf zur sichtbaren Kirche, sofern also dieser Satz nicht eine existentielle Aussage des Glaubens der wahren Kirche, sondern eine theoretische Wahrheit รผber Gerettete und Verlorene sein soll, sofern er etwas anderes ist als Gnadenangebot, Heilsgut, ist er verwerflich. Dann ist er aus einem Glaubenssatz zu einem spekulativen Satz geworden. Extra ecclesiam nulla salus ist im strengen Sinne eine Glaubensaussage. Der Glaube ist an die Heilsoffenbarung Gottes gebunden. Von hier aus weiรŸ er von keinem anderen Heil als von dem Heil in der sichtbaren Kirche. Von hier aus ist er nicht frei, das Heil Gottes anderswo zu suchen als dort, wo die VerheiรŸung gegeben ist. Heil jenseits der Kirche ist fรผr ihn grundsรคtzlich nicht erkennbar und kann darum auch niemals ein Lehrpunkt werden. Das Heil wird allein an der VerheiรŸung erkannt.46 Die VerheiรŸung aber hat die Verkรผndigung des lauteren Evangeliums.
Wie aber, wenn nun in einer einzelnen Gemeinde der rรถmischen Kirche oder [der] Reichskirche das Evangelium lauter verkรผndigt wรผrde? Ist dann nicht auch dort wahre Kirche? Es gibt keine lautere Verkรผndigung des Evangeliums unabhรคngig von der Gesamtkirche. Und wenn einer das Evangelium so lauter verkรผndigte wie der Apostel Paulus und er wรคre dem Papst oder der Reichskirchenregierung gehorsam, so wรคre er ein Irrlehrer und ein Verfรผhrer der Gemeinde.47
Wie aber, wenn in der anderen Kirche Menschen sind, deren Frรถmmigkeit und Christlichkeit unter Beweis gestellt worden | ist? Wie steht es mit den guten Christen auf der anderen Seite? Ist es nicht unbarmherzig und unchristlich, รผber sie das Urteil zu sprechen? Ist es nicht unertrรคglich pharisรคisch, ihnen gegenรผber den Anspruch zu vertreten, allein die Kirche zu sein? Das ist Richtgeist, hรถren wir sagen.48 Es liegt etwas von Empรถrung gegen den Anspruch der Kirche in dieser Frage und sie ist mitten in der Bekennenden Kirche zu Haus. Sie ist es, die sie zur Zeit von innen her zersetzt. Die Antwort beginnt mit der Gegenfrage. 1. Warum sind diese christlichen Menschen bei den Deutschen Christen und nicht bei der wahren Versammlung der Glรคubigen?49 Warum kommen sie nicht dorthin, wo der Ruf der wahren Kirche ergeht? Warum? Weil es nicht wichtig genug ist, zu welcher Kirche sie gehรถren? Weil sie an ihrer Frรถmmigkeit und Heiligkeit genug haben? HeiรŸt das ein guter Christ sein? 2. Woher wissen wir denn, wer ein guter Christ sei, und wer nicht? Bin ich Richter รผber die Christlichkeit der anderen? Ist nicht dies ein viel unertrรคglicherer Richtgeist, der sich anmaรŸt, den anderen ins Herz zu sehen? Ist nicht diese angebliche Christenliebe, die keinen Frommen vom Heil ausschlieรŸen will, unerhรถrteste Hybris und tiefster MenschenhaรŸ, weil sie die verborgenen Gerichte Gottes รผber die Seele des Einzelnen vorwegnimmt? 3. Wer beruft eigentlich die Kirche? Der Heilige Geist durch sein Wort und Sakrament? Oder ich mit meinem Urteil รผber gute oder schlechte Christen? Das ist furchtbare Lรคsterung, die in der Frage dieser liebevollen Christen liegt, daรŸ sie die Kirche Gottes selbst grรผnden, sammeln und begrenzen wollen, und damit die wahre Kirche des Wortes zerstรถren und verleugnen.
Es muรŸ immer wieder gesagt werden, daรŸ es kein Werk der Barmherzigkeit der Kirche ist, ihre Grenze zu verleugnen. Die wahre Kirche stรถรŸt auf Grenzen. Indem sie sie anerkennt, tut sie das Werk der Liebe zu den Menschen, indem sie der Wahrheit die Ehre gibt.50 Extra ecclesiam nulla salus. Ist die- | ser Satz gewiรŸ, dann muรŸ der andere hinzugefรผgt werden, der in der Gotteslehre seine Analogie hat. Gott ist zwar รผberall, aber โ€žer will nicht, daรŸ du ihn รผberall tappestโ€œ.51 Es ist ein Unterschied zwischen der Gegenwart Gottes und seiner Erkennbarkeit. So gewiรŸ allein der erkannte Gott unser Gott ist, und der nicht erkannte Gott niemals unser Gott sein kann, so gewiรŸ muรŸ doch diese Unterscheidung erhalten bleiben, gerade als Aussage des Glaubens, der sich an den offenbaren Gott hรคlt und darin die Einzigartigkeit und Wunderbarkeit der Offenbarung preist. So kann nun auch von der Kirche gesagt werden: Sie wird nirgends erkannt als dort, wo die VerheiรŸung Gottes ruht, in der sichtbaren Kirche. Nur dort ist sie unsere Kirche. Aber der Glaube, der seines Heils in der sichtbaren Kirche allein gewiรŸ geworden ist, preist die Wunderbarkeit dieses Heils gerade darin, daรŸ er nun auch noch von einem Sein der Kirche jenseits der offenbaren Heilskirche zu reden wagt. Niemals kann er das tun, um das alleinige Heil durch die sichtbare Kirche aufzuheben, niemals auch um dieses oder jenes frommen Menschen willen, der abseits steht, niemals um nun selbst zu urteilen und zu erkennen, wo diese โ€žKirche jenseitsโ€œ ist. Sie bleibt unerkannt, geglaubt von der Heilskirche, um die Herrlichkeit der erkannten Heilsoffenbarung um so hรถher zu preisen. Wehe denen, die aus dieser letzten Glaubensmรถglichkeit der Kirche, die aus dem Glauben lebt: Extra ecclesiam nulla salus, eine Voraussetzung ihrer frommen Spekulation รผber Gerettete und Verlorene machen. Nicht dies ist unser Auftrag. Vielmehr gilt es, von der Anfechtung solcher Fragen zu fliehen zum offenbaren Heil Gottes in der wahren Kirche.
Die Frage nach den Grenzen der Kirche kann dem Glauben zu Anfechtung werden. Sie soll ihm aber allein dienen zur GewiรŸheit. Es ist Sache der Kirche, dies immer deutlich zu machen und in jeder Entscheidung รผber ihre Grenze die Gemeinde ihres Heils gewisser werden zu lassen.

19.2. HELMUT GOLLWITZERS STELLUNGNAHME ZU BONHOEFFERS AUFSATZ52

โ€žZur Frage der Kirchengemeinschaft.โ€œ I.53 Hinweise und Bedenken.

Die heftige Diskussion, die der Aufsatz von Dietrich Bonhoeffer im Juniheft der โ€žEvangelischen Theologieโ€œ54 hervorgerufen hat, weist auf die Dringlichkeit der Frage hin, von der die ganze heutige Kirche bewegt ist โ€“ und noch mehr bewegt werden wird, wenn der Druck von auรŸen die einzelnen Teile der christlichen Kirche noch mehr aneinander drรคngt. Nachdem das Gesetz zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 noch einmal die ganze Frage durch Vereinigung der streitenden โ€žGruppenโ€œ aus der Welt schaffen wollte,55 hat selbst der ReichskirchenausschuรŸ in einem Punkt auf diese Einigung verzichten mรผssen und zwischen Kirche und Thรผringer Deutschen Christen den Trennungsstrich gezogen,56 โ€“ eine Trennung freilich, deren Ernst und Wahrhaftigkeit zur Zeit von den Thรผringer Deutschen Christen mit beachtlichen Einwรคnden bestritten wird1). So sind auch die Ausschรผsse in die Problematik | der Frage, die sie umgehen wollten, hereingezogen. Gerade die Dringlichkeit der Frage aber lรครŸt es nรถtig erscheinen, einige MiรŸverstรคndnisse, die gegenรผber den Bonhoefferschen Ausfรผhrungen entstanden sind, zu klรคren und andererseits einige Bedenken nicht zu unterdrรผcken.
Die Entscheidungen des Aufsatzes von Bonhoeffer fallen in seinem ersten Teil. Was dort gesagt wird, fรผhrt โ€“ auch fรผr das konfessionelle Problem โ€“ wirklich weiter und kann nicht genug beachtet werden. Leider ist es zu wenig beachtet worden. Die Kritik an einzelnen Sรคtzen Bonhoeffers hat gezeigt, eine wie seltene Kunst das gerechte Lesen und Verstehen im Zusammenhang ist. Mancher Leser scheint, als er bei dem dritten Teil des Aufsatzes angelangt war, den ersten schon vergessen gehabt zu haben und wuรŸte nicht mehr, daรŸ dieser letzte Teil nur in dem vom ersten abgesteckten Rahmen verstanden werden darf. Es wurden Isolierungen vorgenommen, die um so unerwarteter sind, als Bonhoeffer selbst sofort nach dem besonders inkriminierten Satz sein Verstรคndnis zu sichern sucht. Dieser Satz ist Bonhoeffers Auslegung von extra ecclesiam nulla salus: โ€žWer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heilโ€œ (Seite 23157). Zu unterstreichen ist โ€žwissentlichโ€œ, โ€“ das heiรŸt in klarer Entscheidung gegen das Bekenntnis der Bekennenden Kirche. Bonhoeffer betont, das sei nicht seine Erfindung, sondern โ€žvon jeherโ€œ habe die Kirche das so gemeint. Er hat Recht damit. Die Frage nach der wahren Kirche ist von der Frage nach dem Seelenheil nicht zu trennen. Um articuli fundamentales,58 um heilsnotwendige Sรคtze des christlichen Glaubens geht es, oder der Kirchenkampf war ein Pfaffengezรคnk.59
Bonhoeffers Satz ist nicht โ€žgesetzlichโ€œ zu verstehen: Nicht umsonst wurde zu Anfang von Bonhoeffer festgestellt, daรŸ die Frage nach dem Umfang der Kirche aus einem gesetzlichen Kirchenbegriff stamme (Seite 217 [658]). Die Kirche schaut nicht auf ihre Grenze, sondern auf ihren Herrn; ihre eigene Grenze ist ihr verborgen und kann ihr darum immer nur begegnen. Dieses nicht verfรผgende (Seite 218 [660]) Sichโ€“Begegnenโ€“Lassen geschieht gerade darin, daรŸ sie keinen โ€žletzten eindeutig zu handhabenden MaรŸstabโ€œ (Seite 229 [673]) bereitliegen hat, wo sie trotz | Differenz noch oder angesichts einer Differenz nicht mehr Glaubens- und Verkรผndigungsgemeinschaft anerkennen kann. Der angefochtene Satz Bonhoeffers kann also nicht zur empirischen Feststellung dienen; er ist nicht Leitfaden fรผr eine Statistik der Heilszugehรถrigkeit an Hand roter, grรผner oder grauer Karten60. โ€“ Das wird noch klarer durch den folgenden Abschnitt (Seite 231 [677]): es handle sich dabei nicht um einen spekulativen Satz zur betrachtenden Abzรคhlung von Geretteten und Verlorenen, sondern der Satz habe nur Sinn als Anrede, Angebot, Mahnung, als der Aufruf der Predigt zum Ernstnehmen des Kampfgegenstandes und der โ€žkirchenpolitischenโ€œ Entscheidung. Gemeint ist also: Wenn du dich wissentlich vom Bekenntnis der Bekennenden Kirche trennst, trennst du dich vom Heil (womit รผbrigens die Freiheit Gottes รผber seine Heilsgabe nicht eingeschrรคnkt wird; davon aber hat, wie Bonhoeffer richtig sagt, die Verkรผndigung nicht zu reden). So verstanden meint dann der Satz nichts anderes als was Luther von der Confessio Augustana sagte: โ€žreddidistis [โ€ฆ] Deo sacrificium electum confessionis, โ€ฆ ut, qui non crediderint, sint inexcusabilesโ€œ612). Anders verstanden, wรคre er blanker Unsinn. Und es wird sich wohl mancher fragen lassen mรผssen, ob er nicht Bonhoeffer so bereitwillig diesen Unsinn zugemutet hat, weil er etwa den ersten Satz der Barmer Erklรคrung62 nicht so ernst nehmen wollte, wie Luther die Augsburgische Erklรคrung genommen hat.
Dieser Hinweis kann nicht geschehen, ohne daรŸ gegen die Formulierung Bonhoeffers Bedenken erhoben werden. Unter dem Begriff โ€žBekennende Kircheโ€œ kann der sichtbare Personenkreis โ€“ oder das die congregatio63 sammelnde Bekenntnis gemeint sein. Nur im zweiten Sinne kann gesagt werden, daรŸ die Bekennende Kirche โ€ždie eine wahre Kirche Jesu Christi in Deutschlandโ€œ ist (Seite 224 [668]). Das soll dann, genauer und unmiรŸverstรคndlicher formuliert, heiรŸen: Ihr Bekenntnis ist das der wahren Kirche. Das muรŸ sie sagen, wenn ihr Bekenntnis รผberhaupt ernsthaft und verbindlich sein soll. Im ersten Sinne aber ist auch die Bekennende Kirche ecclesia mixta64. Das muรŸ weniger gegen Bonhoeffer selbst betont werden als gegen manche andere, denen nicht klar ist, daรŸ unter ecclesia vera65 die Kirche der wahren Verkรผndigung und nicht die ecclesia | proprie dicta66 (der coetus vere credentium67) gemeint ist. Die Kirche Jesu Christi aber โ€žistโ€œ weder die lutherische noch die โ€žBekennendeโ€œ noch die rรถmischโ€“katholische Kirche, sondern das ist einfach die eine christliche Kirche, in die uns der Herr durch die Taufe aufgenommen hat; jede Bekenntniskirche ist nichts anderes als der Teil der einen christlichen Kirche, der sich in Bestรคtigung seiner Taufe โ€“ und heute weiterhin: in Wiederholung seines Konfirmationsgelรผbdes68 (das und nichts anderes bedeutet die rote Karte!) โ€“ um die rechte Stimme der christlichen Kirche unter Absage an ihre falschen Stimmen gesammelt hat. Unsere heutigen Auseinandersetzungen kranken sehr daran, daรŸ diese Unterscheidungen nicht klar sind.
DaรŸ hier besonnen gesprochen werden muรŸ, zeigt gerade das Problem der Neutralen. Bonhoeffer nennt es selbst โ€žein besonderes Problemโ€œ (Seite 230 [675]). Er schneidet alle Fragen an, die sich hier stellen; aber man kann nicht sagen, daรŸ seine Antworten, so wie er sie hier gibt, schon befriedigen; daรŸ er ihre Bedeutung selbst einschrรคnkt mit der Erklรคrung, er wolle damit die Entscheidung der Kirche nicht vorwegnehmen, sondern nur an ihre Notwendigkeit erinnern (Seite 231 [676]), war wohlgetan. Mehr als das, was Bonhoeffer zunรคchst sagt, daรŸ die Neutralen in einer durch Matthรคus 12,30 und durch Markus 9,40 bestimmten โ€žfragwรผrdigen Situationโ€œ seien (Seite 230 [676]), kann wohl auch nicht allgemein gesagt werden. Es dรผrfte auch fรผr eine ernste Anrede an diese Schicht, die gegenรผber dem Streit der wahren und der falschen Stimme der Kirche glaubt unentschieden bleiben oder irgendwelche Spezialanliegen wahren zu dรผrfen, genรผgen. Wenn Bonhoeffer darรผber hinaus erklรคrt, wer bei lauterer Evangeliumsverkรผndigung dennoch dem Papst oder der Reichskirchenregierung gehorsam sei, sei โ€žein Irrlehrer und Verfรผhrer der Gemeindeโ€œ (Seite 232 [678]), so hat das besonderen Widerspruch erregt. Man wird Bonhoeffer fragen mรผssen, ob er hier nicht nun doch im Gehorsam gegen das falsche Kirchenregiment einen eindeutigen MaรŸstab fรผr die Grenze der Kirche zu haben meint. Es ist schwer zu erkennen, wie er hier ein โ€žgesetzlichesโ€œ Verstรคndnis des Kirchenbegriffs vermeiden kann. Dazu ist Gehorsam gegenรผber einer Kirchenregierung ein sehr vielfรคltiger Begriff; er reicht von der Anerkennung als Verwaltungszentralstelle bis zur Unterstellung unter bischรถfliche Leitung. | Gerade den Neutralen gegenรผber wird ernstgenommen werden mรผssen, daรŸ die Kirche ihre Grenze nicht zieht, sondern auf sie stรถรŸt. Allgemeine Urteile sind hier nicht am Platze, so ernst die allgemeine Gefahr ist, in der ein Neutraler sich mit seiner Predigt befindet, wenn er ihr mit seinem kirchlichen Handeln eine solche Auslegung und einen solchen Rahmen gibt, wie es das Eingegliedertsein in den Verband der falschen Kirchenleitung ist. Den Neutralen und ebenso den sogenannten โ€žbesseren Deutschen Christenโ€œ wird gesagt werden mรผssen, daรŸ sie sich der Hehlerei schuldig machen. Als in den Jahren vor dem Weltkrieg die Bayerische Landeskirche von der Auseinandersetzung mit den gemรครŸigten Liberalen (Geyer und Rittelmeyer) bewegt wurde, war dies der Vorwurf, den einer der positiven Rufer im Streit, Kirchenrat Nรคgelsbach, erhob;69 gleichzeitig aber wies er die Konsequenz einer kirchlichen Grenzziehung ab: โ€žSolange die Abweichung vom Bekenntnis nicht von der stillschweigenden Zurรผckstellung zu der offenen Leugnung der Heilstatsachen fortschreitet, ist stets Duldung gutgeheiรŸen worden, aber freilich nur eine solche Duldung, die das noch zu duldende รœbel als รœbel deutlich bezeichnet und dadurch den Gedanken der vรถlligen Gleichberechtigung entschieden ferne hรคlt3).โ€œ Analog dieser Haltung wird man auch heute urteilen mรผssen und so in der Linie der besonnenen Worte bleiben, mit denen die Vorrede zum Konkordienbuch von den Christen in anders lehrenden Kirchengebieten spricht4).
Den Anspruch, daรŸ in ihr die Stimme der wahren Kirche zu Worte gekommen sei, hat die Bekennende Kirche erhoben. Die Auslegung aber, die Bonhoeffer dafรผr Seite 225 [668] gibt, ist unmรถglich. Das Bekenntnis der Kirche ist nicht Gottes Wort, sondern Zeugnis der Kirche von Gottes Wort.70 Nicht Gott, sondern die Kirche hat in Barmen und Dahlem gesprochen, wie hoch auch vom Beistand Gottes dabei gedacht werden darf. Es ist nicht einzusehen, warum das nicht genรผgen soll. Was darรผber hinausgeht, wรผrde den Sรคtzen von Barmen selbst widersprechen (vgl. den 1. Barmer Artikel und den Aufruf an die Gemeinden71). Bonhoeffer kann es, solange er gerade Barmen ernst nimmt, nicht so meinen, wie man aus seiner Formulierung vermuten muรŸ | und vermutet hat. Es gibt keine deutlichere und festere Schranke gegen jedes Schwรคrmertum als sie von der Barmer Erklรคrung selbst in ihrem ersten Satz aufgerichtet ist. Es ist bedauerlich, daรŸ Bonhoeffer mit seinen Sรคtzen ein von konfessionalistischer Seite aufgebrachtes kรผnstliches MiรŸverstรคndnis jenes Barmer Ausdrucks von dem gemeinsamen Wort, das der Synode โ€žin den Mund gelegt worden istโ€œ,72 gefรถrdert hat.
Beflissene Leute, die damit entgegen dem klarsten Sachverhalt die Barmer Erklรคrung selbst zu einer schwรคrmerischen machen wollen, haben das eifrig aufgegriffen.73 Ihnen gegenรผber wird in dem Wahrheitsmoment der Bonhoefferschen Formulierungen nicht nachgegeben werden kรถnnen. Die Kirche darf von der Barmer Synode in gleichem Sinne, wie sie es von dem Augsburgischen Bekenntnisakt tut, glauben, daรŸ hier Gottes Werk geschehen ist, gerade weil sie in Barmen nicht, wie Adolf Schlatter miรŸversteht5)74, das Handeln und die Fรผhrung Gottes in unserem Leben geleugnet hat. Wer in diesem Glauben nur schwรคrmerische Willkรผr sehen kann, der รผbersieht, daรŸ er sich nicht in der Begeisterung der Stunde grรผndet, sondern darin, daรŸ sich die Kirche in Barmen durch Gottes Werk zu Gottes Wort gefรผhrt sah. Er mรถge es dann auch Schwรคrmerei nennen, wenn Luther im Blick auf das Augsburgische Bekenntnis unter das Bild seines Kurfรผrsten75 die Verse schreibt: โ€žUmb Gottes Wordtes willn ich leid, / Frey bโ€™kannt ich es aus Hertzengrund / โ€ฆ Solchs gabe mir mein Gott besonder, / Unndt fรผr der Weldt wahr es ein Wunderโ€œ6), oder wenn Georg Major die Augustana nennt: doctrinae normam tunc Spiritu Sancto dictante a Melanchthone perscriptam767) oder wenn die Konkordienformel sagt, daรŸ die Lehre von den fรผrnehmsten Artikeln unserer christlichen Lehre immensa Dei Optimi Maximi bonitate atque miseratione77 in der Reformation ans Licht gebracht worden sei8) oder wenn lutherische Dogmatiker die Symbolischen Bรผcher ฮธฮตฯŒฯ€ฮฝฮตฯ…ฯƒฯ„ฮฟฮน78 nennen und betonen, daรŸ es hinsichtlich ihrer himmlischen | und gรถttlichen Materie periculosum est, sine adjecta declaratione libros symbolicos humana scripta appellare79 9). Er kann bestreiten, daรŸ es im Falle Barmen angebracht ist, so zu sprechen, und kann dafรผr den Beweis fรผhren, aber er wird nicht von vorneherein dieses Reden als ein schwรคrmerisches verwerfen kรถnnen. Er mag dabei sich daran erinnern, daรŸ gerade Karl Barth das bessere Wissen um die Vorlรคufigkeit des kirchlichen Bekenntnisses und um seinen Abstand vom Worte Gottes als einen Vorzug reformierten Denkens gegenรผber dem lutherischen โ€žGottes Wort und Luthers Lehrโ€™ย โ€œ bezeichnet hat10) โ€“ derselbe Karl Barth, der nun auf einmal ein Schwรคrmer geworden sein soll.
Nicht weniger eifrig ist Bonhoeffers Behauptung, daรŸ mit der Barmer Synode der Buchstabe der Augustana โ€žin entscheidender Weise verlassenโ€œ worden sei (Seite 227 [670 f]), aufgegriffen worden. Sollte Bonhoeffer damit gemeint haben, daรŸ durch die Gemeinsamkeit der Barmer Synode die Damnation von Confessio Augustana, art. 1080 aufgehoben und der Zwinglianismus als gleichberechtigte Lehre anerkannt worden sei, so kann ihm darin nicht zugestimmt werden. In der Bekennenden Kirche ist die Auflรถsung des Herrenmahls zu einem Teil des kirchlichen Brauchtums als Gedรคchtnismahl81 hoffentlich nicht weniger verboten als bisher. Die Barmer Erklรคrung widerspricht dieser Damnation nicht, sondern schlieรŸt sie mit ein. Vor dem Buchstaben der Augustana kann sie bestehen. โ€“ Sollte aber diese Damnation von Confessio Augustana art. 10 so ausgedehnt werden, daรŸ mit ihr nicht nur der Zwinglianismus, sondern auch die heute geltende Form der reformierten Abendmahlslehre verworfen ist, โ€“ und diese Ausdehnung haben einzelne Teile des Luthertums ja von jeher vollzogen und be- | stehen auch heute noch auf ihr, โ€“ dann mรถge man sich klar machen, daรŸ nicht nur die Gemeinsamkeit von Barmen, sondern schon das Faktum des Kirchenbundes der Deutschen Evangelischen Kirche82 dem so verstandenen Buchstaben der Augustana widerspricht. Gerade ein solcher Bund war es ja, den Philipp von Hessen plante83 und der mit dieser Damnation verhindert werden sollte. โ€žUtinam illa coniunctio impediatur. Nam mori malim quam societate Cinglianae causae nostros comaminariโ€œ,84 schrieb Melanchthon damals11 Es bleibt hier keine Wahl: Entweder die heutigen reformierten Gemeinden in Deutschland fallen unter die Damnation von Augsburg, dann ist der Kirchenbund der Deutschen Evangelischen Kirche bekenntniswidrig; oder sie fallen nicht darunter, dann spricht der Buchstabe der Augustana so wenig gegen diesen Kirchenbund mit seiner bekenntnismรครŸig gegliederten gemeinsamen Kirchenleitung wie gegen eine gemeinsame Synode und, wenn nicht Willkรผr, sondern Gehorsam es verlangt, ein gemeinsames Bekenntnis. Der Begriff einer Bekennenden Kirche ebenso wie der Begriff einer Deutschen Evangelischen Kirche kann dann gebraucht werden ohne schon eine unerlaubte Verwischung noch bestehender Differenzen zu bedeuten. So wenig diese Differenzen die vรถllige Vereinigung schon ermรถglichen, so wenig verhindern sie doch eine so auffallende Demonstration von Gemeinsamkeit, wie sie ein Kirchenbund mit dem wenn auch noch so โ€žuneigentlichโ€œ gebrauchten Titel โ€žKircheโ€œ darstellt. Nur eine falsche Interpretation von Confessio Augustana art. 7 โ€“ im Sinne einer Schuleinheit โ€“ (die aber dann auch den heute gebrauchten Begriff der โ€žlutherischen Kircheโ€œ vรถllig sprengen wรผrde), kann gegenรผber dieser Mรถglichkeit ins Feld gefรผhrt werden.
Die Behauptung, daรŸ die Abendmahlslehre vieler heutiger reformierter Gemeinden und Theologen nicht ebenso kirchentrennend ist wie der Zwinglianismus, ist ein theologisches Urteil, fรผr das der einzelne vorerst noch selbst die Verantwortung รผbernehmen muรŸ. Es nimmt die kirchliche Bestรคtigung, durch die allein die beiden Kirchen wieder in einer aufgehen kรถnnten, nicht vorweg, sondern fragt nach ihr. Weder von Barth noch von Asmussen noch von einem Manne der gegenwรคrtigen Vorlรคufigen Leitung des | DEK.85 wird der Satz Breits bestritten: โ€žDie faktische Annรคherung zwischen der lutherischen und der reformierten Kirche in Lehre und Ordnung kann nur durch ein bekenntnisgebundenes Kirchenregiment zu kirchlicher Gรผltigkeit erhoben werden. Der in theologischen Gesprรคchen erreichte Konsensus hat diese Gรผltigkeit nichtโ€œ12) Gegen die Notwendigkeit der theologischen Gesprรคche und die Bedeutsamkeit ihres Konsensus ist damit freilich nichts gesagt.
Was kann aber von hier aus noch die โ€žBekennende Kircheโ€œ sein? Das Wort schon erregt heute bei manchen, die sich gleichwohl zu ihr zรคhlen, hรถchstes MiรŸtrauen. Liegt hier aber nicht eine kรผnstliche Verkomplizierung vor? Die Bekennende Kirche ist der bekennende Rest der Deutschen Evangelischen Kirche. DaรŸ dieser Rest ebenso wie das ursprรผngliche Ganze aus lutherischen, reformierten, unierten Gemeinden, Pfarrern, Landeskirchen usw. besteht, daรŸ diese Unterschiede durch die neu geschenkte Gemeinsamkeit des Bekennens noch nicht beseitigt sind, โ€“ das ist in Barmen selbst festgestellt und seither von keinem der wesentlichen Mรคnner bestritten worden. Dadurch wird aber andererseits nicht aufgehoben, daรŸ das in โ€žBarmenโ€œ abgelegte gute Bekenntnis86 das gehorsame Wort der wahren Kirche Jesu Christi war, und daรŸ es fรผr Lutheraner wie Reformierte bedeutsam sein muรŸ, wenn sie sich ohne Willkรผr im Gleichklang des Bekenntnisses der wahren Kirche Christi begegnen, wenn sich also eine โ€žpartielle Bekenntnisunionโ€œ (Barth) ereignet, die ohne ihren Plan eingetreten ist und die sie nur unter Gefahr des Ungehorsams gegen die Heilige Schrift hรคtten vermeiden kรถnnen. Mehr als diese faktische Einmรผtigkeit in dem heute von der einen Kirche Christi geforderten Bekenntnis hat aber Bonhoeffer, soviel ich sehe, nicht behaupten wollen. Denn weder er noch sonst jemand, der Beachtung verdient, hat von dem theologischen Kuriosum einer โ€žneuenโ€œ, in Barmen โ€žgegrรผndetenโ€œ Kirche gesprochen, auรŸerhalb der kein Heil sei, sondern man sprach von der wahren, dauernden Kirche Christi, die โ€žvon jeherโ€œ ihren Glauben fรผr heilsnotwendig hielt und in deren Kontinuitรคt sich zu wissen man von der Schrift dankbar, jawohl, โ€ždemรผtig und stau- | nendโ€œ87 das Recht erhielt, wo immer nur Pfarrer und Gemeinden in diesen drei Jahren ihren einen Herrn bekannt haben. Wir kรถnnten umgekehrt fragen, ob eigentlich jene Kritiker Bonhoeffers glauben, daรŸ einer, der sich wissentlich vom Bekenntnis der lutherischen Kirche trenne, sich vom Heil nicht trenne, und was eigentlich eine lutherische Konfessionskirche noch soll, wenn sie das glauben.
Es vollzieht sich heute so etwas wie ein Gericht รผber die Vertreter des lutherischen Konfessionalismus: sie vergessen, daรŸ die Theologie in erster Linie nicht die Verteidigung einer Konfession, sondern die Selbstkritik der Konfession vor dem Worte Gottes zu leisten hat, โ€“ und verlieren damit auch die wirksamste Mรถglichkeit der Verteidigung: das vollkrรคftige positive Zeugnis von der Herrlichkeit ihres Bekenntnisses. Sie rufen uns nicht mit Macht zum gleichen Bekenntnis (wie es gerade die von ihnen angegriffenen Theologen getan haben!), es gelingt ihnen kein, aber auch kein geistliches Wort, das geeignet wรคre, auch nur einen einzigen armen Heiden (oder einen armen Reformierten) anzulocken und zu รผberfรผhren und einen im Kampf stehenden Christen im Jahre 1936 zu stรคrken, zu binden und auszurichten. Sie verteidigen, statt sieges gewiรŸ zu bezeugen und zu entfalten, โ€“ und so tragen ihre Aufsรคtze und Schriften eine tiefreichende Langeweile an sich, daรŸ man gern die Lektรผre beendet und abwartet, bis sie endlich einmal verstehen, daรŸ man dem lutherischen Bekenntnis schlecht dient, solange man zu seiner Verteidigung die Entstellung anderer Meinungen und Bekenntnisse nรถtig hat. Wer einzelne Theologen oder ganze Konfessionen verketzert wegen etwas, was sie nicht meinen und sagen, beweist damit nichts anderes als die bedenkliche Nรคhe des Konfessionalismus zu einer Konfessionspolitik, in der das achte Gebot88 so wenig mehr vorkommt wie in der รผbrigen Politik.
Wir sollen dankbar sein, daรŸ die lutherischen Kirchen โ€“ aus langer Lรคhmung aufgerรผttelt โ€“ sich in Barmen zu einem hรถrbaren, in die Zeit treffenden Bekenntnis ihres Glaubens haben fรผhren lassen und daรŸ sie sich hierin mit dem bekennenden Rest der anderen Konfession trafen. Wir sollen uns angesichts eines solchen Geschenkes nicht verfรผhren lassen durch Leute, die vor uns im | Tone der Juden von Johannes 5,1089 wieder das Gesetz aufrichten: โ€žEs ziemt nicht, daรŸ ihr mit den Reformierten zusammen eine Synode haltet und das gleiche Bekenntnis sprecht!โ€œ Dieses Bekenntnis hat uns das von Martin Luther gepredigte Evangelium wieder besser als frรผher verstehen lassen. Des sind wir frรถhlich.90 Der Herr der Kirche stellt uns unter kein โ€žEs ziemt nichtโ€œ, er weicht von den Juden und spricht zu dem geheilten Lahmen: โ€žSiehe zu, du bist gesund geworden; sรผndige hinfort nicht mehr, daรŸ dir nicht etwas ร„rgeres widerfahre!โ€œ (Johannes 5,14).91

19.3. BONHOEFFERS FRAGEN ZUR DISKUSSION DES AUFSATZES92

II.93 Fragen.

Statt jetzt schon in eine Auseinandersetzung einzutreten mit all den ร„uรŸerungen und Angriffen, die mein Aufsatz รผber die Frage nach der Kirchengemeinschaft hervorgerufen hat,94 will ich vorerst nur einige weitere ganz einfache Fragen stellen. Soweit man sich bisher mit willkรผrlichen Verkรผrzungen und Entstellungen begnรผgt hat, kann ich dem nur die Bitte entgegensetzen, meinen Aufsatz einmal ganz zu lesen, und darf bis dahin alle derartigen ร„uรŸerungen von den grรผnen Briefen des Herrn D. Eger95 an bis zu der reinen DC.โ€“Presse einfach รผbergehen. Soweit ernsthafte theologische Fragen und Bedenken ausgesprochen wurden, so von Gollwitzer, Kรผnneth, Sasse und anderen,96 sind sie in den folgenden Fragen vorlรคufig mit aufgenommen. Ich bin allerdings der Meinung, daรŸ diese Fragen zwischen uns nicht unausgesprochen bleiben dรผrfen und auch ihre ganz klare Antwort fordern, wenn nicht Zweideutigkeit alle echte Gemeinschaft auflรถsen soll. Sie sind so einfach, daรŸ jeder Laie sie versteht. Sie sind so dringlich, daรŸ sie ohne schweren Schaden fรผr die Kirche nicht lรคnger verschwiegen werden dรผrfen. Sie werden zuerst Gegenstand theologischer Arbeit werden, dann ihre Antwort durch eine Synode erhalten mรผssen. |
Erstens: Was ist die Bekennende Kirche? Ist sie die Kirche Jesu Christi, in der das Wort Gottes lauter gepredigt und die Sakramente stiftungsgemรครŸ verwaltet werden?97 In der brรผderliche Liebe geรผbt wird, mit VerheiรŸung gebetet wird, Sรผnden vergeben werden und um Christi willen gelitten wird? Ist sie die Stadt auf dem Berge, die nicht verborgen bleiben kann, deren gute Werke die Leute sehen und darรผber den Vater im Himmel preisen?98 Ist die Bekennende Kirche Kirche im neutestamentlichen Sinne, Kirche, der der Geist Gottes verheiรŸen und geschenkt ist? Kirche, die die Gabe des Heils austeilt in der Kraft des Heiligen Geistes? Kirche, deren wahre Gemeinschaft uns des Heiles teilhaftig und gewiรŸ macht, sichtbare Kirche in der Welt, aber nicht von der Welt,99 sichtbarer Leib, dessen Glieder wir sind,100 solange wir an ihm bleiben, von dem wir uns nicht trennen dรผrfen um des Heiles unserer Seelen willen? Ist die Bekennende Kirche daher Leib Christi mit eigner Gliederung, mit rechtmรครŸiger Ordnung, rechtmรครŸigen ร„mtern, rechtmรครŸiger Kirchenleitung? Steht die Leitung dieser Kirche im Auftrage Jesu Christi? Ist ihr die Sorge fรผr das Heil der Seelen anbefohlen? Ist diese Kirchenleitung daher befugt zur Vornahme von theologischen Prรผfungen, Ordinationen, Pfarreinfรผhrungen und so weiter? Ist sie um Christi willen verpflichtet, Pfarrer und Gemeinden an sich zu binden? Darf und muรŸ sie erwarten, daรŸ Pfarrer und Gemeinden fรผr diese Bindung an die rechte Kirchenleitung Leiden und Verfolgung auf sich nehmen? Ist die Bekennende Kirche daher verpflichtet zur Lehrzucht und zur Kirchenzucht? An der Antwort auf diese Fragen liegt alles. Werden sie bejaht, dann ist der Weg der Bekennenden Kirche von Barmen bis Oeynhausen folgerichtig und innerlich notwendig, dann ist ihr Kampf um die Leitung der Kirche ein Kampf um die wahre Kirche selbst, das heiรŸt um das Heil der Seelen der Glรคubigen, dann bedeutet ein Nachgeben an diesem Punkt als Adiaphoron101 die Verleugnung des status confessionis102 und | damit die Preisgabe der Kirche und der Gemeinden an ihre Feinde; dann wird die Bekennende Kirche freilich bei der freien Ausrichtung der frohen Botschaft des Evangeliums immer wieder auf Feinde stoรŸen, die sich von ihr trennen, um deren Gemeinschaft sie werben wird mit der Predigt des Evangeliums, mit Fรผrbitte und Hoffnung bis zu ihrem letzten Angebot der Gemeinschaft, das nur noch in der furchtlosen Aufdeckung der vollen Wahrheit bestehen kann, daรŸ jene sich von der wahren Kirche Jesu Christi getrennt haben und ohne VerheiรŸung sind. Werden jene Fragen aber verneint, dann ist der Kampf um das Kirchenregiment frevelhafter Eigensinn; dann wรคre es allerdings nicht einzusehen, warum junge Theologen ihre Existenz aufs Spiel setzen sollen, um von der Bekennenden Kirche geprรผft, ordiniert und ins Pfarramt gewiesen zu werden;103 dann wรคre das Leiden der gefangenen und ausgewiesenen Brรผder um dieser Sache willen nicht mehr Leiden um Christi und seiner Sache willen, dann wรคre unsere Fรผrbitte fรผr sie ohne VerheiรŸung; dann wรคre auch Zucht der Lehre und des Lebens nicht mรถglich, dann existierte in der Tat fรผr die Bekennende Kirche die Frage der Kirchengemeinschaft als kirchliche Verantwortung und Entscheidung รผberhaupt nicht; dann kann die Bekennende Kirche keine Lehrentscheidungen fรคllen; dann ist sie der Irrlehre ausgeliefert, dann ist sie ihren Feinden verfallen; der Heilige Geist mรผรŸte von ihr weichen.
Oder ist die Bekennende Kirche ein Bund von bekenntnisbestimmten Bekenntniskirchen? Ist sie selbst also nicht Kirche, sondern organisatorischer ZusammenschluรŸ, ein solcher Bund, in dem mรถglicherweise einander in Lehre und Verkรผndigung ausschlieรŸende Kirchen mit einander verbunden sind? Oder schlieรŸt ein solcher Bund die Gleichberechtigung der in ihm zusammengeschlossenen Kirchen ein? Wie ist dann diese Gleichberechtigung bekenntnismรครŸig legitimiert? Wo liegt das Kriterium dafรผr, welche Kirchen gleichberechtigt sind | und welche nicht? Ist ein gemeinsames Handeln und Sprechen dieser Kirche mรถglich, und mit welcher bekenntnismรครŸigen Legitimation? Welchen Sinn hat eine gemeinsame Leitung eines solchen Bundes, die jedenfalls keinen kirchenregimentlichen Charakter haben kann?
Oder ist die Bekennende Kirche eine Kampfgemeinschaft, die zu gemeinsamem Bekennen und Handeln zusammengeschlossen ist? Soll darunter verstanden werden, daรŸ angesichts des gemeinsamen Feindes eine gemeinsame Front entstanden ist, eine โ€žBekenntnisfrontโ€œ104? Oder ist in diesem Ausdruck nur angedeutet, daรŸ die Existenz der Bekennenden Kirche noch in vieler Hinsicht so fragwรผrdig ist, daรŸ einfach noch nicht mehr gesagt werden kann und darf?
Oder ist die Bekennende Kirche in Wahrheit Bekenntnisbewegung, analog den mancherlei Glaubensbewegungen105 unserer Tage? Bekennende Kirche als die โ€žBekenntnisgemeinschaftโ€œ aller derer, die das โ€žBekenntnisanliegenโ€œ in einer โ€žBekenntnisbewegungโ€œ zur Geltung bringen wollen? Sie wรคre also innerhalb oder neben der Kirche eine mehr oder weniger private Angelegenheit, die jedenfalls keine kirchliche Autoritรคt hat, also auch niemals das Recht, AusschlieรŸlichkeit zu beanspruchen. Sie wรผrde als Bewegung, als Richtung neben anderen Richtungen bestehen und sich damit begnรผgen mรผssen; sie wรคre eine kirchenpolitische Gruppe. Sie wรผrde zwar die DC. bekรคmpfen, aber ihnen niemals die Kirchengemeinschaft aufsagen kรถnnen. Sie wรผrde sich mit der Stรคrke ihres Einflusses begnรผgen und sich damit trรถsten, daรŸ man mit den paar DC. schon fertig werde im freien Spiel der Krรคfte; sie wรผrde aber keinesfalls dieses begreifen, daรŸ durch den einen einzigen, vielleicht ganz ehrlichen, ganz innerlichen, frommen DC., dem diese Kirche ein Amt einrรคumt, die Kirche ihrer VerheiรŸung verlustig ginge, genau wie durch den einen einzigen nichtarischen Christen oder Pfarrer, den die Kirche wissend fallen lieรŸe.106 Eine Bekenntnisbewegung wรผrde nie- | mals begreifen, daรŸ die Kirche wahrhaftig nun und nimmer auf den neunundneunzig Bekenntnispfarrern ruht, die sich schon gegen den einen DC. durchsetzen werden, sondern auf der VerheiรŸung Gottes, die auch den neunundneunzig Bekenntnispfarrern genommen werden kann, wenn sie wissend dem einen Irrlehrer in der Kirche Raum geben. Auch eine Bekenntnisbewegung ist im Grunde deutschchristlich.
Zweitens: Was ist das Bekenntnis der Bekennenden Kirche? Ist die Barmer theologische Erklรคrung ein fรผr sรคmtliche Glieder der Bekennenden Kirche verbindliches Bekenntnis, weil sie eine rechtmรครŸige, in der Heiligen Schrift begrรผndete Auslegung der reformatorischen Bekenntnisse ist, so wie die Konkordienformel rechtmรครŸige Auslegung der Augustana ist? Steht die Barmer Erklรคrung in gleicher Wรผrde neben den reformatorischen Bekenntnissen? Ist eine Verpflichtung auf die Barmer Erklรคrung fรผr die Mitglieder der Prรผfungskommission, fรผr die Lehrer der Theologischen Schulen der Bekennenden Kirche oder gar bei der Ordination โ€“ wie es in der Rheinprovinz geรผbt wird107 โ€“ gerechtfertigt und notwendig? Kann ein Lutheraner der Barmer Erklรคrung deshalb ihren Bekenntnischarakter absprechen, weil sie sich selbst nur als โ€žErklรคrungโ€œ ausgibt, obwohl ja auch die Solida Declaratio der Konkordienformel, die โ€žErklรคrung etlicher Artikel Augsburgischer Confession โ€ฆโ€œ108 zu den lutherischen Bekenntnisschriften zรคhlt? Sind die Synoden der Bekennenden Kirche echte Synoden der Kirche Jesu Christi, sofern sie an Schrift und Bekenntnis in der rechten Ordnung bleiben? Ist ihr Bekenntnis immer unter dieser Voraussetzung Zeugnis der wahren Kirche? Ist es dann nicht auch Zeugnis Gottes, des Heiligen Geistes selbst, das Gehorsam fordert?109 Entweder ist die Barmer Erklรคrung ein wahres Bekenntnis zu dem Herrn Jesus, das durch den Heiligen Geist gewirkt ist, โ€“ dann hat es kirchenbildenden und kirchenspaltenden Charakter; oder es ist eine unverbindliche MeinungsรคuรŸerung | etlicher Theologen, dann ist die Bekennende Kirche seitdem auf einem verhรคngnisvollen Irrweg. Ist nicht der relativen Autoritรคt der Synoden gegenรผber dem Wort der Schrift und ihrer Irrtumsfรคhigkeit damit voll Ausdruck verliehen, daรŸ ihr Wort jedenfalls immer โ€žunter dem Worteโ€œ bleibt, wenn es rechtes Wort sein soll? Oder ist es wahr, daรŸ โ€žnatรผrlich Gott weder durch Barmen noch durch die Dahlemer Botschaft anders geredet hat, als er durch alle Ereignisse der Geschichte redetโ€œ? (Sasse)110. Soll hier wirklich Gottes Wort in seiner Kirche und in der Welt โ€“ allzu deutschchristlich! โ€“ gleichgesetzt werden?
In welchem Sinne beruft sich die Bekennende Kirche auf die Bekenntnisschriften, berufen sich die Lutheraner der Bekennenden Kirche auf die lutherischen Bekenntnisschriften? Der Buchstabe der Bekenntnisschriften verwirft nicht nur die zwinglische, sondern auch die calvinische Abendmahlslehre (F. C. sol. decl. VII, 2), ebenso die calvinische Prรคdestinationslehre (F.C. XI),111 wie sie beide noch heute von den reformierten Brรผdern gelehrt werden. Vor den lutherischen Bekenntnisschriften sind lutherische und reformierte Kirche niemals gleichberechtigte Bekenntniskirchen. Die Frage ist: Ist die Bekennende Kirche bereit, einzelne Urteile der lutherischen Bekenntnisse durch neue Erforschung und Erkenntnis der Heiligen Schrift zu revidieren? Ist sie bereit, die Heilige Schrift daraufhin รผberhaupt zu befragen? Ist sie ferner bereit, auf Grund neuer Belehrung durch die Heilige Schrift รผber Gegensรคtze von einstmals kirchenspaltender Bedeutung anders zu entscheiden als die Bekenntnisschriften? Ist sie willens anzuerkennen, daรŸ รผber Kirchengemeinschaft nicht ein fรผr allemal, sondern auf Grund der Schrift und der Zeugnisse der Kirche jeweils neu entschieden werden muรŸ? Oder aber gilt das Wort der Bekenntnisschriften als die unverรคnderliche Grundlage der Kirche? Ist entgegen der Meinung der Bekenntnisschriften selbst der Buchstabe derselben die einzige | Regel und Norm der Auslegung der Schrift? Oder nimmt die Bekennende Kirche die lutherischen Bekenntnisse gerade dadurch ernst, daรŸ sie sich von ihnen zurรผckweisen lรครŸt auf die Schrift als einzige Regel und Norm?112 Ist die Bekennende Kirche bereit, von einer falschen lutherischen Orthodoxie den Vorwurf des Schwรคrmertums zu ertragen, wie ihn jeder von dorther zu hรถren bekam, der die Schrift รผber die Bekenntnisschriften stellte? Ist sie dann auch willens, die konfessionellen Differenzen in neuer Prรผfung der Schrift konkret aufzurollen, statt im Grundsรคtzlichen zu bleiben? Will sie bekennen, was sie vom Abendmahl, von der Prรคdestination, von der Person Christi lehrt?
Ist die Bekenntnisunion mit den Reformierten fรผr den Lutheraner ein definitiv verbotener Weg? Verbietet es das Wort Gottes ein fรผr allemal, die nicht wegzuleugnenden Lehrdifferenzen zwischen Reformierten und Lutheranern in der Einen Bekennenden Kirche zu ertragen? Oder bleibt gerade fรผr ein rechtes Verstรคndnis der lutherischen Bekenntnisse auch diese Mรถglichkeit offen fรผr das Wort Gottes selbst? Bleibt sie aber endgรผltig verschlossen, dann ist die Bekennende Kirche wirklich nicht Kirche, sondern eben eine der vielen genannten GrรถรŸen, die der Unwahrheit und Verfรคlschung des Evangeliums Raum gibt.
Drittens: Was ist Kirchengemeinschaft? Ist Kirchengemeinschaft vom Heiligen Geist geschaffene Einheit und Gemeinschaft am Wort und Sakrament, oder ist sie die Gemeinschaft aller gutgesinnten, ehrlichen, frommen Christen deutschchristlicher, kirchenausschuรŸmรครŸiger und bekenntnismรครŸiger Observanz? Ist die Kirchengemeinschaft begrรผndet allein durch die Wahrheit des Evangeliums oder durch eine von der Wahrheitsfrage unkontrollierte Liebe? Doctrina est coelum, vita est terra (Luther).113 Ist die Kirchengemeinschaft eine Frage der Verkรผndigung und Sakramentsverwaltung oder eine Frage der persรถnlichen Heiligung? Hat die Gemeinschaft | des Gebetes, der Fรผrbitte, der Vergebung, der Beichte und der Zucht noch VerheiรŸung, wenn die Gemeinschaft des rechten Glaubens nicht geschenkt ist? Ist solche Gemeinschaft ohne dies letzte etwas anderes als frommes Menschenwerk? Ist die Bezeichnung โ€žIrrlehrerโ€œ ein moralisches oder ein religiรถses Werturteil, oder ist es das Urteil des Wortes Gottes รผber Wahrheit und Unwahrheit, Heil und Unheil, das wir nur mit Furcht und Zittern nachsprechen kรถnnen? Ist der Irrlehrer noch unser christlicher Bruder? Besagt die neutestamentliche Unterscheidung zwischen dem irrenden Bruder und dem Irrlehrer114 etwas anderes, als daรŸ der letztere trotz brรผderlicher Warnung und Mahnung auf seinem Irrtum verharrt und sich damit selbst aus der Bruderschaft am Leibe Christi ausschlieรŸt? Gibt es echte christliche Gemeinschaft und Bruderschaft im neutestamentlichen Sinne ohne Zucht der Wahrheit und des Lebens? Gibt es Gemeinschaft im Heiligen Geist, ohne daรŸ der Heilige Geist zugleich die Kraft der Trennung und Scheidung hat? Ist man bereit zu hรถren, was im vorangegangenen Aufsatz ausfรผhrlich begrรผndet wurde, daรŸ Aufhebung der Gemeinschaft das โ€žfremdeโ€œ Werk der Kirche ist, das sie tut, um ihr eigentliches tun zu kรถnnen, daรŸ Aufhebung der Kirchengemeinschaft letztes Angebot der Gemeinschaft ist?
Aber umgekehrt: was bedeutet eine Gemeinschaft am Wort, die nicht Gemeinschaft am Sakrament werden will? Was kann das Ziel der Gemeinschaft am Wort sein wenn nicht die Sakramentsgemeinschaft? Was bedeutet eine Zucht, die nach auรŸen geรผbt, aber nach innen vernachlรคssigt wird? Wie kann das Evangelium zur Scheidung stark genug sein, wenn es zur Gemeinschaft, zur consolatio fratrum,115 zur Vergebung, zur BuรŸe und zur Beichte so schwach ist?
Welcher bekenntnismรครŸige Unterschied besteht zwischen dem bekenntniswidrigen Kirchenregiment der DC.โ€“Reichskirche und den Kirchenausschรผssen? War nach dem Wort der Dahlemer Synode der Gehorsam gegen das bekenntniswidrige | DC.โ€“Kirchenregiment Ungehorsam gegen den Herrn Jesus,116 so ist zu fragen, inwiefern der Gehorsam gegen ein bekenntniswidriges Kirchenregiment der Ausschรผsse auf einmal ein โ€žWagnis des Glaubensโ€œ sein soll,117 eine christliche Freiheit, eine freie Gewissensentscheidung? War die geforderte Scheidung von der DC.โ€“Reichskirche nicht ein unerlaubtes Gesetz, das den einzelnen auferlegt wurde, warum soll dieselbe Forderung gegenรผber den Ausschรผssen auf einmal โ€žunevangelische Gesetzlichkeitโ€œ118 sein? Zugegeben, daรŸ wir uns einer verรคnderten Lage gegenรผbersehen, was Personen, Sachkenntnis, guten Willen angeht, so ist die Lage im entscheidenden durchaus unverรคndert, nรคmlich in dem Tatbestand der Schrift- und Bekenntniswidrigkeit des kirchenregimentlichen Anspruches. Machte sich jeder, der trotz der Dahlemer Botschaft im Gehorsam der DC.โ€“Reichskirche blieb, durch eben diesen Gehorsam gegen ein falsches Kirchenregiment der Zerstรถrung der wahren Kirche Christi schuldig, so ist nicht einzusehen, wie nicht auch der den Kirchenausschรผssen Gehorsame demselben Urteil verfรคllt. Jede Unterscheidung, die hier aus begreiflichen persรถnlichen oder kirchenpolitischen Rรผcksichten vorgenommen wird ohne Begrรผndung aus Schrift und Bekenntnis, gibt zuletzt der Irrlehre in der Kirche Christi Raum.
Es ist ein schwer begreiflicher Wille Gottes, der uns in einer Stunde, in der gemeinsame Abwehr gegen den Feind von auรŸen nรถtig wรคre, im Innern so zerreiรŸt. Wir kรถnnen gegen diesen Willen nicht an. Es soll uns wohl nur eines bleiben, sein Wort, sein Sakrament, seine VerheiรŸung. Wir fragen nach nichts anderem. Denn aus dieser Gabe entspringt das unvergleichliche Geschenk echter Gemeinschaft im Glauben, im Beten, in der Fรผrbitte, im brรผderlichen Dienst, in der Vergebung, in der Beichte, in der Zucht und in der Erkenntnis der Sรผnden und der Barmherzigkeit Jesu Christi. Hier liegt unsere eigentliche Arbeit, das eigentliche Werk der Kirche.

20. GUTACHTEN รœBER โ€žIRRLEHREโ€œ IN DER BEKENNENDEN KIRCHE1

Irrlehre in der Bekennenden Kirche?

Das ist die neue Parole der AusschuรŸfreunde in der Bekennenden Kirche, mit der die bekennende Pfarrerschaft und die christliche ร–ffentlichkeit beunruhigt werden soll. Die Bekennende Kirche soll mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Es geht dabei um die Oeynhauser Synode und ihre Erklรคrung รผber die Kirchenleitung.2 Die Ablehnung der Ausschรผsse als rechtmรครŸige Kirchenleitung und deren Begrรผndung soll Irrlehre sein. So wird jetzt im Namen eines โ€žLuthertumsโ€œ proklamiert, das dem rechten Luthertum damit einen schlechten Dienst leistet. Begleitet sind diese Vorwรผrfe von der popularwissenschaftlichen Behauptung, die Bekennende Kirche sei seit langem รผberfremdet durch โ€žreformierteโ€œ Lehre. Fรผr die lutherischen Pfarrer und Gemeinden gehe es heute um die Befreiung aus der Knechtung durch reformierte โ€žGesetzlichkeitโ€œ und damit zuletzt um die Unterstellung unter die Ausschรผsse, beziehungsweise unter den lutherischen Rat3. Pastor Helbig4, Privatdozent Schottโ€“Greifswald5 und eine anonyme Druckschrift: โ€žOeynhausen so und soโ€œ haben in dieser Richtung geschrieben. Im folgenden soll die Wiederlegung ihrer Thesen vom lutherischen Bekenntnis her unternommen werden.
Nachdem in Barmen die Irrlehre der Deutschen Christen aus der Kirche Christi gewiesen wurde, nachdem in Dahlem die Bekennende Kirche sich eine eigene Kirchenleitung gesetzt hat, nachdem in Augsburg die Organisation der Bekennenden Kirche ausgebaut wurde,6 ist in Oeyn- | hausen zur Frage der rechten Kirchenleitung Stellung genommen worden. Den Kirchenausschรผssen muรŸte das Recht auf Kirchenleitung nach Schrift und Bekenntnis abgesprochen werden. Die Bekennende Kirche ist damit den in Barmen beschrittenen Weg konsequent weitergegangen. Es gab fรผr sie keine Mรถglichkeit mehr, aus kirchenpolitischโ€“taktischen Erwรคgungen der Irrlehre Raum zu geben. Wer zu der grundsรคtzlichen Erklรคrung von Barmen ja gesagt hatte, muรŸte zu der grundsรคtzlichen Erklรคrung von Oeynhausen ebenso ja sagen.
Es muรŸ gleich zu Beginn zugestanden werden, daรŸ in Oeynhausen eine Tรผr offengelassen worden ist, die von allen benutzt werden konnte, die hinausschlรผpfen wollten: im praktischen Teil wird die vom grundsรคtzlichen Teil her gebotene Konsequenz, den Gliedern der Bekennenden Kirche die Mitarbeit an den Ausschรผssen zu verbieten, nicht gezogen.7 Die Entscheidung wird vielmehr der brรผderlichen Beratung durch die Organe der Kirchenleitung รผberlassen. Damit bleibt den Bruderrรคten die Freiheit, die praktischen Folgen des Synodalbeschlusses so oder anders zu ziehen, sofern sie nur mit der Voraussetzung der grundsรคtzlichen Erklรคrung, daรŸ die Kirchenausschรผsse nicht Kirchenleitung sein kรถnnen, vereinbar sind. Es ist damit aber auch zum Beispiel dem Bruderrat Berlin das Recht gelassen, die in dem Brief โ€žOeynhausen so und soโ€œ angegriffene Stellung zu beziehen. Die weiteren Fragen dieser Schrift: Hat Oeynhausen wirklich eine einhellige Lehrmeinung erarbeitet? Wie sind die Oeynhausener Beschlรผsse zustande gekommen? etc. โ€ฆ machen, bei manchem Richtigen, was sie enthalten, den nur allzu deutlichen Versuch, vom eigentlichen Gleis abzulenken. Die in der Synode eindeutig beantwortete Frage bestand darin, daรŸ die Kirchenausschรผsse als Kirchenleitung nicht anerkannt werden kรถnnen. Zu dieser Frage wird aber inhaltlich in dem Brief nicht Stellung genommen. Es wird kein Versuch gemacht, die Erklรคrung der Synode von Schrift und Bekenntnis her zu widerlegen. |

Das Amt der Kirchenleitung.

Die Oeynhausener Synode hat erklรคrt: โ€žDie Kirchenleitung ist Amt der Kirche. Sie kann darum nur von der Kirche berufen und gesetzt werden.โ€œ8 Sie hat damit jede Kirchenleitung, die der Kirche von auรŸen her gesetzt wird, also die Ausschรผsse, als unrechtmรครŸig verworfen, denn โ€ždie Ausรผbung der Kirchenleitung durch den Staat oder auf Grund staatlicher Berufung widerspricht der Lehre der Reformation und den reformatorischen Bekenntnisschriftenโ€œ.9
Dieser Satz wird, wenn auch nur zaghaft und ohne Begrรผndung, bestritten, wohl in der Meinung, es komme allein darauf an, welcher Art ein Kirchenregiment sei, nicht aber, von wem es berufen sei.
Dem gegenรผber steht 1. der Schriftbeweis: Das Neue Testament bezeugt die Einsetzung der kirchlichen ร„mter durch Gott (1. Kor. 12,28), durch Christus (Eph. 4,11), durch den Heiligen Geist (Apg. 20,28), durch die Gemeinde (Apg. 6,5 13,2); durch die Apostel und die Amtstrรคger (Tit. 1,5 und 1. Tim. 5,22), nach sorgfรคltiger Prรผfung. Die Einsetzung eines kirchlichen Amtes durch eine auรŸerkirchliche Autoritรคt ist fรผr das Neue Testament eine vรถllige Unmรถglichkeit.
2. Bekenntnisschriften: Es ist ein Unterschied zwischen weltlichem und geistlichem Regiment (C.A. 28,4), beide sind von Gott gesetzt; โ€ždarum soll man die zwei Regiment nicht durcheinander werfenโ€œ (28,12).10 Die Einsetzung der Amtstrรคger ist nicht Sache der weltlichen Obrigkeit, sondern der Kirche (Tract. 67); โ€ždarum folgt, wo eine rechte Kirche ist, daรŸ da auch die Macht sei, Kirchendiener zu wรคhlen und zu ordinierenโ€œ. โ€žDie rechte Kirche, weil sie allein das Priestertum hat, muรŸ sie auch Macht haben, Kirchendiener zu wรคhlenโ€œ (69). Wo die weltliche Obrigkeit in Anspruch genommen wird, da sind es die โ€žKรถnige und Fรผrsten als praecipua | membra ecclesiaeโ€œ (54),11 nicht als Politiker. Zwischen dem Staatsmann und der Kirche steht die Bindung an das Bekenntnis.
3. Kundgebung des lutherischen Rats vom 9. 4. 1935: Hier heiรŸt es unter V: โ€žDas Kirchenregiment steht nach den lutherisehen Bekenntnissen allein der Kirche als Ganzes zu und wird von dem kirchlichen Amt unter Mitwirkung der Gemeinde in der Verantwortung vor der Gesamtkirche ausgeรผbt. Zu den Aufgaben des Kirchenregiments rechnet C.A. 28 ausdrรผcklich nicht nur die Verkรผndigung des Wortes und die Verwaltung der Sakramente, sondern auch die รคuรŸere Regierung der Kirche durch ErlaรŸ von Kirchengesetzen usw. Ein Anteil des Staates am Kirchenregiment oder gar die Regierung der Kirche durch den Staat wรผrde nach der Anschauung des Bekenntnisses nicht nur dem Wesen der Kirche, sondern auch dem des Staates widersprechen. Denn die Ausรผbung kirchenregimentlicher Funktionen durch den Staat, zum Beispiel die Berufung und Abberufung von Bischรถfen, Pfarrern und kirchlichen Beamten durch die Staatsregierung, wรผrde zur Folge haben, daรŸ der Staat รผber die Lehre der Kirche verfรผgt. Da aber der Staat als solcher nicht wissen kann, was reine Lehre ist und was nicht, wรผrde die Unterstellung der Kirche unter ein staatliches oder ein halbstaatliches Kirchenregiment nicht nur das Ende der lutherischen Kirche als Kirche der reinen Lehre bedeuten, sondern auch dem Staat eine Verantwortung auferlegen, die er seinem Wesen nach niemals tragen kann.โ€œ12

Die Autoritรคt der Kirchenleitung.

Oeynhausen: โ€žDie Trรคger der Kirchenleitung mรผssen durch die Kirche zum Gehorsam gegen Gottes Wort unter Bindung an das Bekenntnis der Kirche verpflichtet werden โ€ฆ Nach der VerheiรŸung: wer euch hรถrt, der hรถrt mich (Luk. 10,16) hat die Leitung der Kirche Pfarrer und Gemeinden in die | Pflicht des Herrn zu nehmen. Die Glieder der Kirche haben die Verantwortung, den Trรคgern dieses Amtes Gehorsam zu leisten als dem Herrn und nicht den Menschen. Eine Kirchenleitung, die den Gehorsam gegen die heilige Schrift und die Bindung an die Bekenntnisse der Kirche verleugnet, verwirkt ihren Anspruch auf Leitung und zwingt die Kirche, an ihrer statt eine andere Leitung zu setzen.โ€œ13
Erste Gegenbehauptung: Das sei Aufrichtung pรคpstlicher Gewaltherrschaft.
Dagegen: Die Kirchenleitung ist nach der ausdrรผcklichen Erklรคrung der Synode gebunden an Schrift und Bekenntnis. Sie hat ihre Autoritรคt allein, sofern sie aus dieser Bindung handelt. Sie verliert ihr Amt, sobald sie sich davon lรถst. Der Papst aber verfรผgt selbst รผber den endgรผltigen AuslegungsmaรŸstab der Schrift. Er steht also nicht unter sondern รผber der Schrift. Die Unfehlbarkeit des Papstes ist nur die letzte Konsequenz des rรถmischen Traditionsprinzips.14 Es gibt hier noch eine eigene Autoritรคt neben der Schrift. Der Gehorsam gegen den Papst begrรผndet sich nicht auf die Schrift, der Gehorsam gegen die Kirchenleitung der Bekennenden Kirche begrรผndet sich allein auf die Autoritรคt ihres schrift- und bekenntnismรครŸigen Handelns.
Zweite Gegenbehauptung: Die Kirchenleitung kann das Wort: โ€žWer euch hรถrt, der hรถrt michโ€œ nur in Anspruch nehmen bei der von ihr ausgerichteten Predigt des Evangeliums, zu der die Weisungen in Sachen der kirchlichen Ordnungen nicht gehรถren.
Dagegen: C.A. 28,21: โ€žDerhalben ist das bischรถfliche Amt nach gรถttlichen Rechten das Evangelium predigen, Sรผnden vergeben, Lehr urteilen und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen und die Gottlosen, deren gottlos Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeinde ausschlieรŸen, ohne menschliche Gewalt, allein durch das Wort Gottes; und desfalls sind die Pfarrleut und Kirchen schuldig, den Bischรถfen | gehorsam zu sein laut dieses Spruchs Christi: โ€šWer euch hรถrt, der hรถret michโ€˜.โ€œ15 Zur Ausrichtung der Predigt des Evangeliums gehรถrt die Abwehr der Irrlehren und die Aufhebung der Kirchengemeinschaft mit den Gottlosen, das heiรŸt Lehrzucht und Kirchenzucht. In all diesen Stรผcken steht der Kirchenleitung die Autoritรคt im Sinne von Luk. 10,16 zu. Verkรผndigung des Evangeliums ist also nicht nur die Predigt von der Rechtfertigung am Sonntag Vormittag, sondern zur Verkรผndigung gehรถrt auch der Ruf in die sichtbare Gemeinschaft der Kirche und die Warnung, die Irrlehre zu verlassen. Die Ablehnung der Ausschรผsse als Kirchenleitung ist solches Lehrurteil, der Gehorsam gegen die Ausschรผsse als Kirchenregiment schlieรŸt Irrlehre ein. Daher hat die wahre Kirchenleitung die Autoritรคt von Luk. 10,16 fรผr sich in Anspruch zu nehmen in ihrer Ablehnung der falschen Kirchenleitung. Diese Ablehnung und alles, was daraus folgt, gehรถrt selbst zur Verkรผndigung des Evangeliums. Es ist bezeichnenderweise auch nirgends der Versuch unternommen worden, die Ausschรผsse als rechtmรครŸige Kirchenleitung aus den Bekenntnisschriften zu begrรผnden. Vielmehr ist das Vorgehen rein destruktiv, indem auch den Bruderrรคten und der Vorlรคufigen Kirchenleitung die RechtmรครŸigkeit bestritten werden soll. Das bedeutet aber, daรŸ man die Frage der Kirchenleitung zu einer vom Evangelium zu lรถsenden โ€žOrdnungsfrageโ€œ, zu einer Frage โ€žkirchenpolitischer ZweckmรครŸigkeitโ€œ machen will, was nach oben Gesagtem wiederum den Bekenntnisschriften widerspricht.

Bekenntnis und Ordnung der Kirche.

Oeynhausen hat die Dahlemer Beschlรผsse aufgenommen, indem es sagt: โ€žDie an Gottes Wort gebundene Kirche ist berufen, in Sachen ihrer Lehre und Ordnung allein zu urteilen und zu entscheiden.โ€œ16
Hier setzt der โ€žlutherischeโ€œ Widerspruch ein. Es sei refor- | miert, der Ordnung solch gesetzliches Gewicht zu geben. Es sei dagegen lutherisch, die Ordnungen frei zu geben, sofern sie nicht dem Wort Gottes widersprechen. Kirchenleitung, Verfassung etc. seien Dinge der Ordnung, die um der Liebe und des Friedens willen beziehungsweise โ€žum der ZweckmรครŸigkeitโ€œ willen, so oder auch anders gestaltet werden dรผrften, niemals aber seien sie gewissensverbindlich. Niemals sei fรผr sie unbedingter Gehorsam in Anspruch zu nehmen.
Dagegen:
1.) Es ist lutherische Lehre, daรŸ alle Ordnung der Kirche im Dienst der Verkรผndigung steht. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Sie kann daher verschiedene Gestalt annehmen. Sie ist ein Adiaphoron.17 Es besteht also ein entscheidender Unterschied zwischen Bekenntnis und Ordnung der Kirche.
Es ist lutherische Lehre, daรŸ alle ร„mter und Ordnungen der Kirche allein am Bekenntnis der Kirche ausgerichtet sein mรผssen. An ihrer BekenntnisgemรครŸheit entscheidet sich ihr kirchliches Recht. Bekenntnis und Ordnung der Kirche kรถnnen daher nicht getrennt werden.
Es ist lutherische Lehre, daรŸ die Gemeinde frei ist, ihre Ordnung im Dienst der Verkรผndigung zu gestalten, daรŸ aber in statu confessionis, das heiรŸt beim Angriff auf die Kirche von auรŸen her,18 auch die Ordnungen der Kirche zum Bekenntnisstande der Kirche gehรถren, von denen nicht gewichen werden darf, um des Evangeliums willen. Was also innerhalb der Kirche Adiaphoron ist, ist nach auรŸen hin nicht Adiaphoron, sondern gehรถrt zum Bekenntnis. Bekenntnis und Ordnung der Kirche sind in statu confessionis eins.
Schriftbeweis: 1. Mannigfaltigkeit kirchlicher ร„mter in den verschiedenen Gemeinden, etwa paulinischen Gemeinden und Jerusalem. 2. Freiheit der gottesdienstlichen Ordnung, aber โ€ždaรŸ alles geschehe zur Besserungโ€œ (1. Kor. 14,26). 3. Status confessionis: Gal. 2,11. |
Bekenntnisschriften: 1. โ€žKirchenordnungen sollen zum Frieden und guter Ordnung der Kirche dienenโ€œ (C.A. 15 und 28,53)19, durch sie wird das Heil erworben. 2. โ€žโ€ฆ daรŸ die Gemeinde Gottes jedes Orts und jeder Zeit nach derselben Gelegenheit Macht habe, solche Zeremonien zu รคndern, wie es der Gemeinde Gottes am nรผtzlichsten und erbaulichsten sein magโ€œ (F.C. ep. 10,4, sol. decl. 10,9).20 Die Ordnung steht also ausschlieรŸlich im Dienste der Gemeinde, kennt keine anderen Rรผcksichten! โ€žZweckmรครŸigkeitโ€œ einer Kirchenordnung wird also allein an ihrer BekenntnisgemรครŸheit zu bemessen sein. Allein die BekenntnisgemรครŸheit ist fรผr die Gemeinde zweckmรครŸig. Die Freiheit der Ordnung hat ihre definitive Begrenzung am Bekenntnis. 3. F.C. sol. decl. 10, 14, 16, 17 und 5.21 Es ist bezeichnend, daรŸ von dem Lutheraner Flacius hier der โ€žvolksmissionarischeโ€œ Gesichtspunkt besonders geltend gemacht wird: โ€žDas arme Volk sieht am meisten auf die Zeremonien, denn sie kรถnnen die Augen fรผllen, die Lehr aber ist so wohl nicht zu sehenโ€œ (Von wahren und falschen Mitteldingen). Das Volk erkennt den Einbruch der Irrlehre an der Preisgabe der Ordnung! Vergl. die โ€žmitteldingische Hurenfarbโ€œ (Flacius).22
Bekenntnis des heutigen Luthertums: Kundgebung der evangelischโ€“lutherischen Kirche in Bayern 23. August 1934 VII. โ€žDie Kirche ist nach Lehre und Handeln ein Ganzes und wird deshalb im ganzen Umfang ihres Lebens durch ihr Bekenntnis bestimmt. Die Unversehrtheit einer Bekenntniskirche ist nur gewรคhrleistet durch die Kirchengewalt der Bekenntniskirche selbst. Kirchengewalt und Bekenntnis sind nicht zu trennen. Wir verwerfen ein Pseudoluthertum, das behauptet, โ€šsichtbareโ€˜ und โ€šunsichtbareโ€˜ Kirche kรถnnten geschieden werden, und das sich vermiรŸt, Kirchenregiment und Kirchenverfassung ohne Beziehung zur eigentlichen Aufgabe und zum Wesensgesetz der Kirche auszugestalten โ€ฆ Es ist eine verhรคngnisvolle Tรคuschung, wenn man glaubt erklรคren | zu dรผrfen, Bekenntnis und Kultus blieben unangetastet, wenn auf die Kirchengewalt Verzicht geleistet wรผrde. Die Grenze zwischen dem Gebiet der kirchlichen Verwaltung und dem Gebiet der Obsorge fรผr Bekenntnis und Kultus ist flieรŸend โ€ฆ โ€šWo ist in der Kirche รผberhaupt ein Gegenstand, der nicht in irgend einer inneren Verbundenheit zum Bekenntnis steht?!โ€˜ (Landesbischof Meiser)โ€œ.23
Offener Brief des Landesbischofs Meiser an den Reichsbischof 2. 10. 34: โ€žDie Deutschen Christen machen sich einer unevangelischen Trennung von Bekenntnis und Kirchengewalt schuldig. Die Kirche ist ein Ganzes nach Bekenntnis, Kultus, Kirchenordnung und Gesetzgebung โ€ฆ, es ist ein schรคdlicher Irrtum, Verfassung und alle รคuรŸere Ordnung der Kirche nach weltlichen Grundsรคtzen zu gestalten.โ€œ24
Hannoversche Erklรคrung zur Eingliederung 15. Mai 1934: โ€žโ€ฆ es verstรถรŸt nicht nur gegen das reformierte, sondern auch gegen das lutherische Bekenntnis, kirchliche Ordnung und Kirchenregiment anzusehen als eine Frage der รคuรŸeren Organisation, die unabhรคngig vom Bekenntnis und Kultus gelรถst werden kรถnnte.โ€œ25
Bekenntnis- und Verfassungsโ€“Erklรคrung von 35 Professoren 23. 5. 34: โ€žโ€ฆ es geht somit nicht an, eine bekenntnismรครŸige Bindung der Kirchenordnung nur fรผr โ€šgewisse reformierte Gruppenโ€˜ zuzugestehen, und es ist in der gegenwรคrtigen Lage ohne praktische Bedeutung, wenn lutherische und reformierte Lehre รผber die MaรŸgeblichkeit der urchristlichen Verfassungsbildung โ€ฆ verschieden urteilen. Und deshalb muรŸ nach allgemein reformatorischen Grundsรคtzen die Kirche zu jeder Zeit allein nach den Gesichtspunkten geordnet und verfaรŸt werden, die sich aus den Gedanken des Schutzes und der Fรถrderung des kirchlichen Handelns ergebenโ€œ.26
2.27 In der Bestimmung der Aufgaben der Kirchenleitung ist die Sorge fรผr die reine Lehre und die Abwehr der Irrlehre eingeschlossen. Das hat notwendig zur Folge, daรŸ die Kir- | chenleitung Sorge tragen muรŸ fรผr die Vorbildung der Theologen, fรผr Prรผfung und Ordination (Tract. 65, [67]; Schmalk. Artikel III,10)28. So schlieรŸt das Amt der Lehrzucht an dieser Stelle die Ordnung ein. Damit ist aber nur der Anfang bezeichnet fรผr das gesamte kirchliche Ordnungshandeln.
Es folgt, daรŸ nach lutherischer Lehre Pfarrer und Gemeinden einer Kirchenleitung, die sich in statu confessionis befindet, auch in Fragen der Ordnung Gehorsam schuldig sind, um des Evangeliums willen. Aber auch eine Kirchenleitung, die sich nicht in statu confessionis befindet, hat den Anspruch auf Gehorsam, solange ihre Ordnungen dem Worte Gottes nicht widersprechen (C.A. 28,55).29 Auch dieser Gehorsam geschieht wie jeder schuldige Gehorsam um Gottes willen. Es ist dieser Gehorsam aber ein solcher gegen das 4. Gebot (GroรŸer Katechismus 158 ff)30, der also eine Grenze hat am Evangelium: Es ist beide Mal Gehorsam gegen den Herrn. Wรคhrend aber in statu confessionis der Gehorsam gegen die Kirchenleitung identisch ist mit dem Gehorsam gegen das Evangelium, ist im andern Fall der Gehorsam gegen die Ordnung begrenzt durch den Gehorsam gegen das Evangelium.

Die Kirchenausschรผsse.

Sie kรถnnen nach lutherischer Lehre nicht als Kirchenleitung anerkannt werden, weil sie bekenntniswidrig sind 1. in ihrer Einsetzung, 2. in ihrer Zusammensetzung, 3. in ihren Grundsรคtzen.
1. Es ist lutherische Lehre, daรŸ niemand in der Kirche รถffentlich lehren darf, er sei denn rechtmรครŸig berufen (C.A. 14).31 Die Berufung der Ausschรผsse aber ist nicht rechtmรครŸig, weil nicht durch die Kirche vollzogen (siehe oben).32
2. Es ist lutherische Lehre, daรŸ die Irrlehrer in der Kirchenleitung nicht gehรถrt und geduldet werden dรผrfen. โ€žMan soll | auch den Bischรถfen, so ordentlich gewรคhlet, nicht folgen, wo sie irrenโ€œ (C.A. 28,28 und รถfter).33 Wenn die Bischรถfe die wahre Lehre verfolgen, โ€žmรผssen wir die Bischรถfe fahren lassen und Gott mehr gehorsam sein und wissen, daรŸ die christliche Kirche da ist, da Gottes Wort gelehrt wirdโ€œ (A.C. 14,3 f.).34 Es ist aber nicht nur nachweislich, daรŸ Irrlehrer in den Kirchenausschรผssen sind, sondern auch, daรŸ die rechte Lehre verfolgt wird. Die Ausweisungen der Bekenntnispfarrer in Hessenโ€“Nassau sind vom dortigen KirchenausschuรŸ veranlaรŸt, ebenso die Einsetzung eines Deutscheโ€“Christenโ€“Predigers in Lippstadt.35
3. Es ist lutherische Lehre, daรŸ eine Kirchenleitung, die Irrlehre verbreitet, nicht gehรถrt und geduldet werden darf (siehe oben36). Neben der Tatsache, daรŸ die Kirchenausschรผsse selbst nur auf einer Irrlehre รผber das Wesen der Kirche und Kirchenleitung beruhen, beachte man als eklatantestes Beispiel der Irrlehre aus jรผngster Zeit Zoellners Aufruf zur Wahl vom 29. 3. 3637 und Egers Brief an Zรคnker (30. 3. 36), worin folgende Formulierung bezeichnend ist: โ€žZum Inhalt der Verkรผndigung gehรถren Evangelium und Gesetz, Gnade und Naturโ€œ (Seite 12).38 Wo Gesetz und Natur gleichgesetzt werden, wo die Natur neben der Gnade zum Inhalt der christlichen Verkรผndigung gehรถrt, dort steht man genau bei den Deutschen Christen. Es ist eine zwangslรคufige Entwicklung, die den KirchenausschuรŸ zu dieser Lehre fรผhrt. Es ist hier im Keim alles enthalten, was an Irrlehre รผber das Wesen der Kirche und des Staates bei den Deutschen Christen vorhanden ist. Es ist ebenso zwangslรคufig, daรŸ die fรผr die Ausschรผsse jรผngst verfaรŸte Schrift von Bachmann39 bereits Barmen angreifen muรŸ. Der Versuch einer Vermittlungstheologie zwischen Bekennender Kirche und Deutschen Christen ist selbst schon Deutscheโ€“Christenโ€“Theologie. Auch die Lehrentscheidung des Landeskirchenausschusses gegen Ludwig Mรผller darf hier nicht irre fรผhren. Nicht Ludwig Mรผller als Ein- | zelner, als Autor eines Buches, kann uns interessieren.40 Eine echte Lehrentscheidung in Sachen der Deutschen Christen mรผรŸte sich auf ihr gesamtes theologisches Programm richten. Eine solche aber muรŸ bei der Zusammensetzung der Kirchenausschรผsse ausbleiben.

Donatismus?41

Die hรคufig gehรถrte Rede, die Bekennende Kirche lehre donatistisch,42 dรผrfte auf einem dogmengeschichtlichen Irrtum beruhen. Dem Donatismus ging es um die Frage, ob todsรผndige Amtstrรคger die Sakramente gรผltig spenden kรถnnten. Der Bekennenden Kirche geht es darum, ob Irrlehrer die reine Lehre verkรผndigen, beziehungsweise rechte Kirchenleitung ausรผben kรถnnen. Darin aber denkt die Bekennende Kirche nicht โ€ždonatistischerโ€œ als die ganze Reformation.

Reformiert und lutherisch.

Der dilettantische und propagandistische Gebrauch dieser Worte ist von den Deutschen Christen in den Kirchenkampf eingefรผhrt worden. Die AusschuรŸfreunde haben ihn aufgenommen. Es ist bedauerlich, daรŸ die ernste konfessionelle Frage auf diese Weise weithin zum Schlagwort herabgewรผrdigt wird. In der zur Debatte stehenden Frage dรผrfte die entscheidende Lehrdifferenz darin bestehen, daรŸ nach reformierter Lehre die Ordnung der Kirche auch innerhalb der Kirche kein Adiaphoron ist, wenngleich bekanntlich etwa die Lehre von den 4 ร„mtern43 durchaus nicht verbindlich ist. DaรŸ aber die Ordnungen bekenntnisgebunden sein mรผssen, daรŸ in statu confessionis in der Frage der Ordnungen um keinen Schritt gewichen werden darf, das ist lutherischer und reformierter Lehre gemeinsam, und darum geht es heute.

21. VORTRAG รœBER DIE GESCHICHTE DES EVANGELISCHEN KIRCHENLIEDES1 (MITSCHRIFT)2

Das innere Leben der deutschen evangelischen Kirche.

Die alten Christen sangen noch, als sie den Lรถwen vorgeworfen wurden. Der alte Franz von Assisi3 sang noch so laut in seiner Todesstunde, daรŸ einige Brรผder sagten, es gezieme sich nicht fรผr einen Heiligen, so laut singend zu sterben. Die รœberwinder in der Apokalypse am glรคsernen Meer singen das Lied Jesu.4
1542 stehen die Tรผrken mordend vor den Toren des Reiches; die frommen Mรคnner der Reformation warten auf den Jรผngsten Tag. Da dichtet Luther ein Kinderlied: โ€žErhalt uns, Herr, bei deinem Wortโ€œ.5 Warum ein Kinderlied? Hier liegt das Geheimnis des reformatorischen Glaubens beschlossen: โ€žBetet, denn es ist keine Hoffnung in den Waffen, sondern im Gebet!โ€œ6 Gott ist nicht mit den stรคrkeren Bataillonen, sondern mit dem kleinen Haufen der betenden und wachenden Gemeinde. Gottes Kraft ist in den Schwachen mรคchtig.7 Was singen die Kinder im Kampf gegen den Antichristen? โ€žErhalt uns, Herr, bei deinem Wortโ€œ! | Die Kinder rufen, beim Wort des Vaters wollen sie bleiben. Das allein soll Recht und Gewalt haben. Dieses Wort allein erhรคlt die Christenheit.
Der Papst ist eins geworden mit den Tรผrken, das heiรŸt mit dem gottlosen Heidentum. Es soll die wahre Kirche Christi ausgerottet werden. Jesus soll vom Thron gestรผrzt werden. Darum: โ€žBeweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daรŸ sie dich lobโ€™ in Ewigkeit!โ€œ
Was ist die Macht Christi? Es ist die verborgene, heimliche Macht des Kreuzes und Leidens. Der Herr hat seiner Gemeinde nichts verheiรŸen als das Kreuz. Er erhรคlt die Seinen mitten im Kreuz. Das Wort ist das Kreuz!
Und ein Drittes bitten die Kinder: โ€žGott, Heilger Geist, du Trรถster wert, gib deim Volk einโ€™rlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, gโ€™leit uns ins Leben aus dem Tod.โ€œ Unter Wort und Kreuz steht die Kirche, vom Heiligen Geist gerufen und gesammelt. Der Heilige Geist leitet seine Kirche vom Tod zum Leben. Doctrina est coelum, vita est terra!8 Auch das christlichste Leben hat keine Macht gegen den Teufel. Es ist selbst noch Erde. Allein das Evangelium hat die Macht. Das ist Rettung. Das begreift auch das Kind.
Luthers Lieder sind durch zweierlei charakterisiert: sie sind ausnahmslos Lieder des Wortes; und er besingt nicht besondere Situationen der Gemeinde (nur ein einziges Mal, als er den Mรคrtyrertod der ersten Mรคrtyrer besingt9). Hundert Jahre spรคter, am Ausgang des dreiรŸigjรคhrigen Krieges, lebt mitten in diesen Erschรผtterungen nur eine Frage in der Kirche, die Frage nach der Wahrheit des Evangeliums und seiner Verkรผndigung. Die Zeit der Orthodoxie ist vielen unverstรคndlich. Aber haben wir die Wahrheit, so haben wir alles. | Mit ihr ist Gott. Mit der Orthodoxie ist ein Zeichen aufgerichtet: an der Wahrheitsfrage entscheidet sich alles!
Paul Gerhardts Gemeindelieder werden der Gemeinde nur in Zeiten starker Lebendigkeit geschenkt. Er hat gebetet: โ€žSchleuรŸ zu die Jammerpforten und laรŸ an allen Orten auf so viel BlutvergieรŸen die Freudenstrรถme flieรŸenโ€œ (Strophe 10 von โ€žNun laรŸt uns gehn und betenโ€œ).10 Auch sein persรถnliches Leben war von groรŸem Leid gezeichnet. Aber so wurde er der groรŸe Prediger des Trostes und der Freude seiner Zeit. Seine Lieder zeugen nicht mehr von den groรŸen Glaubenskรคmpfen der ersten Christenheit. Luther sang von Anfechtung und Kampf,11 Paul Gerhardt singt: โ€žGib dich zufrieden und sei stilleโ€œ;12 Luther: โ€žEs streit fรผr uns der rechte Mannโ€œ,13 Paul Gerhardt: โ€žHรผter meines Lebens, fรผrwahr, es ist vergebensโ€œ.14 Luther sang: โ€žVerleih uns Frieden gnรคdiglichโ€œ,15 Paul Gerhardt: โ€žBefiehl du deine Wegeโ€œ.16 Luther besang die Christfeste17 mit Worten der Schrift,18 Paul Gerhardt die christliche Erfahrung: โ€žWarum sollt ich mich denn grรคmenโ€œ.19 Mit einer dieser Strophen auf den Lippen ist Paul Gerhardt gestorben.20 Eins ist deutlich, es ist kein Kinderlied. Bei Paul Gerhardt liegt der Akzent darauf, daรŸ ich Christum habe.21 Auf ihn kann ich mein Vertrauen setzen. Also nicht mehr zwischen Himmel und Hรถlle tobt der Kampf, ich selbst bin der Kampfplatz. Es ist nicht so sehr die strahlende Freude des Evangeliums, sondern jedes Trostwort Paul Gerhardts ist noch gezeichnet von dem Leid und den Trรคnen, die seinen Liedern vorangingen. Die Reformatoren erwarteten das Hereinbrechen des Jรผngsten Tages, bei Paul Gerhardt ist davon nicht mehr die Rede. Bei Luther: โ€žSteh bei uns in der letzten Not, gโ€™leit uns ins Leben aus dem Todโ€œ;22 Paul Gerhardt: โ€žDu bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasseโ€œ. (Letzte Strophe von โ€žWarum sollt ich mich denn grรคmenโ€œ.)23 Es ist kein unechtes Wort darin. Und doch ist es nicht mehr die Stimme der Reformation, der Kirche, die um Tod und Teufel kรคmpft und der Wiederkunft ihres Herrn gewiรŸ ist. |
Und wieder hundert Jahre spรคter: Zinzendorf und Christian Fรผrchtegott Gellert. Beide fromme Mรคnner, weich bis zur Rรผhrseligkeit. Beide der offiziellen Kirche entfremdet. Zinzendorf grรผndet mit zwรถlf Jahren den Senfkornorden.24 Beiden ist der MaรŸstab ihrer Frรถmmigkeit das eigene Herz. Zinzendorf sagt so oft: โ€žEs ist mir soโ€œ statt: โ€žEs steht geschriebenโ€œ.25 Beide sind aus demselben Quell gespeist, doch schรคrfste Antipoden: Zinzendorf Pietist, Gellert Aufklรคrung. Beide haben denselben Gegner, die Orthodoxie. Der Pietist sucht das fromme Leben, der Aufklรคrer das vernรผnftige Leben.
Zinzendorf singt: โ€žHerz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruhโ€œ.26 Die Gemeinschaft frommer Herzen ist da und sucht Gott. Aber wer hat sie gestiftet? Ist es der Heilige Geist oder die fromme Menschlichkeit? Ist es die Ruhe der Sรผndenvergebung oder ist es ein seliges Ausruhen in frommen Gefรผhlen? Die Liebesflammen,27 sind sie das reine Feuer des Heiligen Geistes, der Gott liebt im Dienst am Nรคchsten oder ist es ein schwรคrmerischer Minnedienst, hart am Rande der Sprache des Fleisches?28
Fรผr Zinzendorf war das ganze Evangelium Jesus allein. Er berief sich dafรผr auf Luther. Damit hatte er Recht und Unrecht.
Die Aufklรคrung: Luthers Lieder werden umgedichtet.29 Der Mensch ist das MaรŸ aller Frรถmmigkeit geworden, nicht die Schrift. Hier wird Christus nicht genannt.30 Ist die Weisheit, der Allmรคchtige, von denen Gellert redet,31 wirklich der Dreieinige Gott?
Wieder hundert Jahre spรคter, das 19. Jahrhundert: Neu erwachter Konfessionalismus, Erweckungsbewegung, kirchlicher Aktivismus, Individualismus. Das Leben flutet | neben der Kirche her. Was ist das Leben der Kirche? Wir sehen es an einem Lied des kirchlichen Aktivismus, an dem Lied von Spitta: โ€žO komm, du Geist der Wahrheitโ€œ.32 Es ist vieles gesagt und auch nicht gesagt:
1.) Es ist vom Bekenntnis die Rede, aber vom Inhalt wenig. Es ist wichtiger daรŸ bekannt wird als was bekannt wird.
2.) Es ist nicht von der Kirche geredet, sondern von vielen einzelnen Bekennern.
3.) Es ist nicht geredet von der VerheiรŸung, die der Kirche gegeben ist, sondern als ob die VerheiรŸungen den trotzigen Bekennern gelten. Es scheint also, als ob das Bekennen als Aktivismus irgendwelche VerheiรŸung hรคtte.
4.) Es klingt so, als sollten wir mit unserem Bekenntnis die Feinde der Kirche zu Fall bringen. (Hier folgt in meinem Stenogramm der Satz: Vielleicht alle zu wenig erschreckt und erzittert vor dem Gericht Gottes.)33
Ein Lied der innerlichen Frรถmmigkeit: โ€žSo nimm denn meine Hรคnde und fรผhre mich!โ€œ34 Wer singt hier? Nicht die Gemeinde, [sondern] eine einzelne Seele, die ihren Frieden sucht. Bei wem sucht sie den Frieden? Man erfรคhrt es nicht. โ€žDuโ€œ wird gesagt. Der Name Gottes oder Jesu kommt nicht vor. Das wรคre schon zu hart, zu objektiv fรผr dieses Lied. โ€žIch mag nichtโ€œ35 ist etwas anderes als โ€žIch kann nichtโ€œ. Das heiรŸt: ich bin zu mรผde, zu traurig, ich will gรคnzlich still sein. Das ist der Friede: gefรผhrt werden.
Wo bleibt hier der harte Friede Gottes, der nirgend anderswo geschlossen werden konnte als im Tod des Sohnes, Christi? Der in aller Unruhe heimlich verborgen ist, als er am Kreuz geschlossen wurde? Wo ist eine Erinnerung an die Erkenntnis der Reformation, daรŸ Friede allein in der Vergebung der Sรผnde besteht? Sollte hier nicht eine Stille begehrt werden, die unser Herr selbst nicht empfing? Soll hier nicht etwas vorweggenommen werden, was die neue Welt erst bringen wird?
Diese beiden Lieder entspringen aus derselben Wurzel. Es ist erwachtes religiรถses Leben. Aber es geht neben der Kirche her. Es ist fromme Poesie, aber nicht gepredigtes Wort. Die Frage ist, wie wird dieser Glaube des 19. Jahrhunderts bestehen, wenn einmal groรŸe Anfechtungen รผber | die Kirche kommen. Die Anfechtungen kamen, und die Antwort war der Kirchenkampf.
Nach vierhundert Jahren Protestantismus dringt der Geist der Reformation wieder durch. Die Mรคchte, die die Kirche bedrohen, sind ungeheuer. Hier lernen wir wieder: das Gebet muรŸ es tun, auch das Gebet der Kinder. Darum hat die Bekennende Kirche wieder beten gelernt. Auch Anfรคnge neuer Lieder sind da (Heinrich Vogel).36 Noch wissen wir nicht, was Gott vorhat mit seiner Bekennenden Kirche. Kein Blick zurรผck ist uns erlaubt, es sei denn der eine auf das Kreuz Christi. Kein Blick in die Zukunft ist uns erlaubt, es sei denn der eine auf den Jรผngsten Tag. So sind wir frei gemacht zum Loben und Singen!37

 

d) Vierter Kurs. Bruch mit Genf und Arbeit an der โ€žNachfolgeโ€œ
17. Oktober 1936 โ€“ 15. Mรคrz 1937

A. VORLESUNGEN UND รœBUNGEN

22. VORLESUNG โ€žKONKRETE ETHIK BEI PAULUSโ€œ1

22.1. VORLESUNGSABSCHNITTE ZU ACTA 2,43โ€“47 UND ZUM HANDELN DES CHRISTEN แผฮฝ ฮงฯฮนฯƒฯ„แฟท (NACHSCHRIFT)

Vers 432: ฯ„ฮญฯฮฑฯ„ฮฑ ฮบฮฑแฝถ ฯƒฮทฮผฮตแฟ–ฮฑ. Wunder und Zeichen sind etwas nicht Selbstverstรคndliches, Diabolisches bei einer โ€žreligiรถsen Gemeinschaftโ€œ.3 Aber eine Gemeinde, die Neuschรถpfung Gottes ist und an die Gegenwart des Heiligen Geistes glaubt, begreift, daรŸ Wunder und Zeichen zu ihr gehรถren. Wie als Taten Jesu zu ihm, gehรถren sie als Taten der Apostel zu ihnen. โ€“ Es wird ein Doppeltes gesagt: 1. Das reale Eingreifen Gottes in der Gemeinde, das heiรŸt: die VerheiรŸung ist erfรผllt, der Heilige Geist ist real gegenwรคrtig. Aber: 2. Die Vollendung ist noch nicht da, es ist noch hinter dieser unserer Welt eine andere Welt, die schon hier und dort durchbricht und sichtbar wird.4 โ€“ Wunder und Zeichen geschehen in einer Gemeinde, und nur dort, die mit dem Heiligen Geist wirklich rechnet, aber ebenso wartet auf das Kommen des Reiches. โ€“ Die ฯƒฮทฮผฮตแฟ–ฮฑ ฮบฮฑแฝถ ฯ„ฮญฯฮฑฯ„ฮฑ sind freie Gaben Gottes, nicht an das Amt notwendig gebunden. Sie halten die Furcht Gottes wach;5 so unterstรผtzen und umgeben sie wirksam die Predigt des Evangeliums. Es vollzieht sich ein Einbruch Gottes in diese Welt; ihre Gesetze werden aufgehoben, ihre Vorlรคufigkeit wird offenbar.6 Als die Kirche โ€žreligiรถse Gemeinschaftโ€œ wurde, blieben die Wunder aus, und darum muรŸte an ihre Stelle treten die Innere Mission. Darum steht die Innere Mission auch neben der Kirche.7 Das muรŸte so sein, aber es hat eben diesen Grund! (Heftigster Feind der Inneren Mission war das strenge Luthertum. Die Bayern; es sei eine โ€žUnternehmungโ€œ. Wie sie auch gegen die Pflicht der Seelsorge des Pfarrers redeten! Und die Orthodoxen gegen die Jerusalemโ€“Synode.8)
Vers 44/45: Die herausgerufene Gemeinde schafft sich auch ihren eigenen Raum in den konkreten Lebensbeziehungen. Das heiligste Recht, das Eigentumsgesetz, verliert โ€“ nicht seine Geltung, aber seinen Ernst. Die Gemeinde verzichtet damit auf das ihr von der Welt verbรผrgte Recht und schafft sich eigene Ordnung, sichtbar abgehoben von der Ordnung der Welt.9 Freiwilliger Verzicht und frรถhliche Bejahung des Gesetzes Christi.10 Nicht Zwang oder Gewalt, sondern in Freiheit, trotz Kapitel 5.11 So kรถnnen die Heiden รผber die ersten Christen sagen: โ€žSiehe, wie lieb sie einander habenโ€œ12 Jo 13,34 nota ecclesiae in der Bibel! Die Schwรคrmer, besonders Schwenckfeld, haben dies gegen die lutherischen notae ecclesiae ins Feld gefรผhrt!13
Vers 46: In der Alltรคglichkeit dieses Tuns bekundet sich die innere Freiheit14, die keines Zwanges bedarf. Tรคglich! (In alter reformierter Kirchenordnung des Westens [In der Gemeinde unter dem Kreuz.]15 war tรคglicher Gottesdienst vorgesehen, morgens von 6โ€“7 Uhr, โ€žnicht รผber eine Stundeโ€œ; und an zwei Nachmittagen der Woche, Mittwoch und Freitags, je zwei Predigten; Sonntags: 6 Uhr, 9 Uhr und drei Nachmittagsgottesdienste beziehungsweise Katechismusunterricht16 โ€“ so war das Wort Gottes unter der Gemeinde, richtiger: die Gemeinde unter dem Wort Gottes.) Der ganze Tag gehรถrt der Kirche.17
Vers 47: Das Allerseltsamste: Die Gemeinde hat Gnade beim Volk. Ist das die Blindheit des Volkes, das den Ernst des Kreuzes Christi noch nicht erkannt hat und noch nicht weiรŸ, daรŸ diese Gemeinde unter dem Kreuz steht? Oder ist es schon die Vorwegnahme der VerheiรŸung, daรŸ einst alles Volk die Gemeinde Gottes ehren werde? Oder aber ist es die eigentรผmliche Freundlichkeit Gottes, daรŸ Gott um die Gemeinde herum nicht nur den HaรŸ der Welt legt, sondern auch einen Ring der Freundschaft und Sympathie โ€“ daรŸ die Gemeinde also nicht nur Feinde hat, sondern auch begleitet ist von Freunden (wie Auszug aus der babylonischen Gefangenschaft)?18
Vers 47 b: Noch einmal der Einbruch der Gemeinde in die Welt hinein. Gemeinde treibt Mission. Gemeinde (kein Verein) treibt Mission.19 Ihr tรคgliches Wachstum erweist die Kraft des in ihr tรคtigen Heiligen Geistes. Das tรคgliche Wachsen liegt wohl fast auf derselben Ebene wie das Wunderโ€“Geschehen. โ€“
In diesem Raum, dem โ€žneuen Menschenโ€œ, vollzieht sich alles, was รผber Heiligung usw. zu sagen ist.20

Das Handeln des Christen โ€žin Christusโ€œ21

Der ฯƒฯ†ฯฮฑฮณฮนฯƒฮผฯŒฯ‚22 des Christen

Vgl. die Begriffe des โ€žAbschlieรŸensโ€œ ฯ„ฮทฯฮตแฟ–ฮฝ, ฯ†ฯฮฟฯ…ฯฮตแฟ–ฮฝ23 โ€“ ฯƒฯ†ฯฮฑฮณฮฏฮถฮตฮนฮฝ: 1) Christus der Versiegelte: Jo 6,27 (Rm 15,28)24 2) die Versiegelte = die Gemeinde 2. Kr 1,22 Parallelismen mit Vers 21; der das โ€ฆ, hat auch das โ€ฆ, Gott; und noch einmal ebenso: ฮฒฮตฮฒฮฑฮนแฟถฮฝ / ฯƒฯ†ฯฮฑฮณฮนฯƒฮฌฮผฮตฮฝฮฟฯ‚, dieser Parallelismus wieder Fortfรผhrung des Nebeneinanders Vers 20 a + b.25 Eph 1,13 (แผ€ฯฯฮฑฮฒฯŽฮฝ26 [ฯ€ฮฑฯฮฑฮธฮฎฮบฮท. donum perseverantiae, destinatio.27 โ€“ ฮบฮปฮทฯฮฟฮฝฮฟฮผฮฏฮฑ โ€“ ฯ€ฮตฯฮนฯ€ฮฟฮฏฮทฯƒฮนฯ‚ folgen dem ฯƒฯ†ฯฮฑฮณฮฏฯ‚-Begriff logisch nach; Siegel = Akt der Aneignung, der ฯ€ฮตฯฮนฯ€ฮฟฮฏฮทฯƒฮนฯ‚;28 einmal mรถglich wir โ€žerbenโ€œ, und zum anderen besitzt Christus uns. Das แฝ…ฯ‚29 entweder von 3 ff. her; oder Christus?!); 4,3030 1. Kr 9,2 (โ€žBeglaubigungโ€œ), Rm 4,11 Ofb 7,4 f.31
ฯ†ฯฮฟฯ…ฯฮตแฟ–ฮฝ: Gl 3,23 (Bild des โ€žGefรคngnissesโ€œ) Phl 4,7 (ebenso: โ€žgefangen nehmenโ€œ32 [Gefรคngnis = Schutz! Gesetz Gottes = Schutzhaft; oder Untersuchungshaft?]33) 1. Ptr 1,3โ€“5 (ฯ„ฮทฯฮตแฟ–ฮฝ, ฮบฮปฮทฯฮฟฮฝฮฟฮผฮฏฮฑ; Gefangenschaft auf Befreiung hin. Zweierlei Bewahrung: einmal das Erbe wird bewahrt, dann der Erbe bewahrt)34. Jo 17,12.15 (ฯ†ฯ…ฮปฮฌฯƒฯƒฮตฮนฮฝ, ฯ„ฮทฯฮตแฟ–ฮฝ; der Bewahrende ist immer Christus, nicht wir selbst โ€“ aber wer bewahrt ist, muรŸ auch bewรคhrt sein, man kann herausfallen oder richtiger herausspringen aus dem Bewahrtโ€“Werden).35 1 Th 5,23 (die Bewahrung erstreckt sich nicht nur auf den Glauben, sondern auf den ganzen Menschen36) 2. Ptr 2,4.937 Jud 1 Ofb 3,10.38
1. Das Handeln des Christen โ€žแผฮฝ ฮงฯฮนฯƒฯ„แฟทโ€œ ist nichts Punktuelles, sondern hat eine Kontinuitรคt. Dem Berufenen wird das Siegel aufgedrรผckt. Damit ergreift Gott, Christus, vรถlligen Besitz.39 Das Siegel ist die Beglaubigung, das Merkzeichen des Berufenen. Gott hat den Menschen zurรผckgeholt aus der Welt und bezeichnet ihn mit seinem Namen.
2. Sein Name ist der Heilige Geist. Das Siegel des Heiligen Geistes ist die Vollendung des Werkes Gottes an den Menschen. Der Kreis hat sich geschlossen und ist nun geschlossen. Im Heiligen Geist gehรถrt der Mensch Gott.
3. Er ist damit abgeschlossen von der Welt. Die Welt kann dieses Siegel nicht brechen. Die Gemeinde ist wie ein versiegelter Zug durch ein fremdes Land. So geht die Gemeinde durch die Welt.
4. ฯ†ฯฮฟฯ…ฯฮตแฟ–ฮฝ = verschlieรŸen im Gefรคngnis. Entweder gefangen unter dem Gesetz, oder in Christo. Beides ist ein geschlossener Raum; Gott hat verschlossen und hat den Schlรผssel. Es kann keiner in diesen Raum hinein gegen den Willen Gottes. Auch nicht heraus!40 Die โ€žFreiheitโ€œ des Menschen ist freilich, aus diesem fahrenden Zug zu stรผrzen.
5. Das Ziel der Versiegelung ist die ฯƒฯ‰ฯ„ฮทฯฮฏฮฑ41. Es ist alles auf das Ende hin bewahrt, damit wir โ€žam Endeโ€œ bewahrt werden.
6. Die Bewahrung der Gemeinde ist wie die Bewahrung des Noah in der Arche42. Die Arche wird zugemacht und durchs Wasser gerettet (= Taufe 2. Ptr).43 Aber die Mรถglichkeit, herauszustรผrzen.
7. In all diesen Begriffen ist die Gemeinde als der Raum gedacht, in den der einzelne versetzt, in dem er bewahrt und getragen wird. Die Versetzung in den Raum der Gemeinde ist die Rechtfertigung;44 das Bleiben in diesem Raum ist die Heiligung.45

Der แผฮณฮนฮฑฯƒฮผฯŒฯ‚

โ€žHeiligungโ€œ, nicht โ€žHeiligkeitโ€œ. แผฮณฮนฯ‰ฯƒฯฮฝฮท enthรคlt, wenn auch nicht so stark, diesen Charakter.46 These von Bonhoeffer: Der Glaubende wird gerechtfertigt, der Gerechtfertigte wird geheiligt und der Geheiligte wird gerichtet.47
1. Die Heiligung als das Ziel der Rechtfertigung48, als Tat Christi. Rm 6,16โ€“21 (nach der Rechtfertigung die Heiligung49), 1. Kr 1,30 (Christus ehe Heiligung) 1. Kr 6,11 ([erst] Taufe [dann] Heiligung) (2. Kr 7,1) 2. Th 2,13 1. Pt 1,2 แผฮณฮนฮฑฯƒฮผแฝธฯ‚ ฯ„ฮฟแฟฆ ฯ€ฮฝฮตฯฮผฮฑฯ„ฮฟฯ‚. Ofb 22,11 (Voraussetzung fรผr das Geheiligtwerden ist das Heiligโ€“Sein; zunรคchst ist Christus unsere Heiligung, dann aber: Ofb 22,1150) Kl 1,22 Eph 1,4.
2. Ziel des แผฮณฮนฮฑฯƒฮผฯŒฯ‚:51 1. Th 3,13 (auf die Wiederkunft Christi) 4,3.7 (แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ52 โ€“ แผฮณฮนฮฑฯƒฮผฯŒฯ‚ [Rm 6,19 1. Th 4,4.7 Eph 5,4 f.]53) 5,23. (Auf die Wiederkunft Christi hin) Hb 12,14 (das Schauen Gottes ist gebunden an die Reinheit, Mt 5;54 das Sehen des Herrn ist also weder durch Taufe noch durch Rechtfertigung verbรผrgt55 [Gibt es eine Rechtfertigung ohne Heiligung?]56).
3. Der Grund unserer Heiligung ist Heiligkeit Gottes. Phl 1,27 Eph 4,1 Kl 1,10 1. Th 2,12 (immer wieder แผ€ฮพฮฏฯ‰ฯ‚57) 2. Th 1,11 3. Jo 6 Lev 19 = 1. Pt 1.58
4. Der Ort der Heiligung ist Jesus Christus59 1. Kr 1,2 Hb 10,29 (sein Blut).
Heiligung also nur auf Grund dessen, daรŸ wir von Gott geheiligt sind, heilig sind; die โ€žArcheโ€œ ist abgefahren. Man kann nun herausfallen! Wie eine wandernde Marschkolonne, wo der eine mitwandert mit den anderen; ein gemeinsames โ€šSchritteโ€“tunโ€˜, ฯ€ฮตฯฮนฯ€ฮฑฯ„ฮตแฟ–ฮฝ, Pilgerschaft. Ein selbst schreiten und zugleich mitgehen mรผssen, getragen werden. Das Ziel: am Tage Jesu Christi vor ihm rein dazustehen; das heiรŸt als ein solcher, der nicht aus dem Raum (aus dem neuen Menschen, aus dem Christus, aus der Gemeinde) herausgetreten ist. Der Glaubende geht in die Arche, die Arche stรถรŸt ab, die Arche landet; Rechtfertigung, Heiligung, Vollendung. Vgl. Paulus Matthรคus Jakobus. Heiligung als auf Christum bezogener Begriff; um an jenem Tag bestehen zu kรถnnen. Um ihm nicht Schande zu machen; Dankbarkeit.60

22.2. NOTIZEN BONHOEFFERS ZU DEN LASTERKATALOGEN61

Lasterkataloge

R 1,24 ff Geschlechtssรผnde, ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ โ€“ ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ62 โ€“ Zwietracht โ€“ Hochmut โ€“ Anarchisch
R 13,13 Fressen โ€“ Unzucht โ€“ Zwietracht โ€“ (wartet des Leibes).
1 Kor 5,10 f ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ, ฮตแผฐฮดฯ‰ฮปฮฟฮปฮฑฯ„ฯฮฏฮฑ63 โ€“ V. 11 โ€“ Lรคsterer, Trunkenbold, Rรคuber
1 Kor 6,9 f ฯ€ฯŒฯฮฝฮฟฮน, ฮตแผฐฮดฯ‰ฮปฮฟฮปฮฌฯ„ฯฮฑฮน64, โ€ฆ ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮญฮบฯ„ฮฑฮน, ฮบฮปฮญฯ€ฯ„ฮฑฮน65 โ€“ Trunkenbold, Lรคsterer, Rรคuber.66
Gal 5,19โ€“21 Geschlechtssรผnden, Abgรถtterei โ€“ Zwietracht, Mord โ€“67
Abgรถtterei (1 K 5,10 6,9 Gal 5,3.19 Kol 3,5.8)68
[Eph] 5,3 f แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ69 โ€“ ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ
Kol 3,5.8 แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ โ€“ ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ = ฮตแผฐฮดฯ‰ฮปฮฟฮปฮฑฯ„ฯฮฏฮฑ70
Zorn โ€“ Sรผnde der Zwietracht.
1 Tim 1,9 f71 (แผ„ฮฝฮฟฮผฮฟฮน72 โ€“ kraftlos โ€“ anarchisch โ€“ selbstgefรคllig โ€“ intellektuelle73, Zuchtlose)
2 Tim 3,2โ€“574
Alle solche werden das Reich Gottes nicht ererben โ€“ Gal 5,21 Eph 5,5 1 Kor 6,9 R 1,32
Ursprung? Wort Jesu: Mark 7,2275 ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ, ฯ†ฯŒฮฝฮฟฯ‚76, แผ€ฯƒฮญฮปฮณฮตฮนฮฑ77, แฝ‘ฯ€ฮตฯฮทฯ†ฮฑฮฝฮฏฮฑ78

ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ (Lk 12,15) zusammen mit Hurerei 1 Kor 5,10.11. 6,10 Eph 4,19 5,3.5. Kol 3,5 1 Thess (2,5) 4,4โ€“6 f. 1 Kor 5,11 6,1079 Habsucht, Gier, Kreaturdienst, Befleckung mit der Welt. ฯ†ฮนฮปฮฑฯฮณฯ…ฯฮฏฮฑ80 1 T 6,9 f 3,3 2 T 3,2 Hebr 13,5 โ€“ Jes 2381

แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ82 โ€“ R 6,19 2 Kor 12,21 Gal 5,19 Kol 3,5 Eph 5,3 4,19 R 1,24
A.T. Zeugung, Geburt, Tod โ€“ (Ps 51,7) unrein โ€“ darum ausgesondert fรผr Gott, in bestimmten Schranken. โ€“ โ€žUnreinheitโ€œ ist der ungeordnete Umgang mit den Dingen der Zeugung โ€“ aber rein durch Danksagung (Tit 1,15. 1 T. 4,4) โ€“ แฟฅฯ…ฯ€ฮฑฯฮฏฮฑ = Unreinlichkeit, Schmutz Jc 1,21 โ€“ ฮผฮฟฮปฯ…ฯƒฮผฯŒฯ‚83 2 Kor 7,1

Hurerei unter dem Gericht Gottes R 1,29 1 Kor 5,1 f.9 f 7,2 10,784 2Kor 12,21 Hebr 12,16 13,4

ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ zana85 โ€“ 1 Thess 4,6 โ€“ Gott nicht kennen, Abgรถtterei, Sรผnde der Heiden.86
1 Kor 6,13 ff โ€“ Sรผnde gegen den Leib Christi โ€“ Glieder.
1 Kor 10,7 ff โ€“ Abgรถttisch โ€“ hurerisch, โ€“ Christus versuchen โ€“ murren87 –
Jac 4,4 โ€“ Feindschaft der Welt.

ฮผฮฟฮนฯ‡ฮตฮฏฮฑ naโ€™af88 โ€“ im Dekalog: Zusammenfassung aller derartiger Sรผnde.89

แผ€ฯƒฮญฮปฮณฮตฮนฮฑ90 R 13,13 2 Kor 12,21 Eph 4,19 Gal 5, 19 1 P 4,3 2 Pet 2,7.18 Jud 4! โ€“ Die freche Schwelgerei, in Hochmut und Gottesverachtung

Grundsรคtzliches zu ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ und ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ โ€“

1.) Gen 3. Ursรผnde.91 libido โ€“ sein wie Gott, gut und bรถse, Unterscheidung, lustvoll und leidvoll โ€“ falsche Einheit. โ€“ Das Ebenbild entstellt, bedeckt, Scham.92 –
2.) Christus โ€ฆ imago93 โ€“ neuer Leib โ€“ ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ Sรผnde gegen seinen Leib = Befleckung mit der Welt โ€“ (Jac 1,27) โ€žein Leib mit der Hureโ€œ, mit der Welt. โ€“ Sich verlieren, in ฮดฮฟฯ…ฮปฮตฮฏฮฑ94 der Welt (R 6,9)
3.) 1 Kor 7. Beurteilung der Ehe, Enthaltsamkeit. Zucht. Mt 19,11 ff95 Fremd in der Welt,96 Zucht.
4.) Gemeinsam mit ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ โ€“ sich hรคngen an die Welt โ€“ Besitz + Einheit โ€“ Herrschaft.97 10. Gebot libido-Charakter โ€“ Unersรคttlichkeit โ€“ Adams Sรผnde โ€“ Unzufriedenheit โ€“ Alte Leute! Sorge

ฮผฮญฮธฮท, ฮบแฟถฮผฮฟฮน98 โ€“ A.T. Speiseverbote, Opfermahlzeiten, (Fett verbrennen)99 Nasirat100 Bauchsรผnde R 16,18. Phil 3,19 โ€“ gegen den Dienst Christi, Feindschaft gegen das Kreuz. โ€“ Wein Eph 5,18 T 1,7 2,3 1 Petr 4,3 R 13,13 1 Kor 5,11 Gal 5,21 โ€“ aber 1 Tim 5,23 โ€“ Noah101, Lot102 โ€“ die Gewalt des Weines โ€“ dient dem Kรถrper, aber betรคubt ihn mit einem Geist der Erde, macht ihn unzugรคnglich fรผr das Wort Gottes. โ€“ Nasirat, Johannes โ€“ Jesus103 โ€“ nicht ohne Bedeutung die Frage des Weines โ€“
Sรผnde gegen den Nรคchsten. HaรŸ, Verleumdung, Mord.104

โ€žJeder lebe friedlich105 unter seinem Weinstock und Feigenbaumโ€œ106 โ€žtrunken und tollโ€œ107 โ€“ โ€žWeinstock und Rebenโ€œ108 โ€žKelchโ€œ109

22.3. VORLESUNGSABSCHNITT ZU DEN LASTERKATALOGEN (NACHSCHRIFT)110

Die Lasterkataloge.

Gl 5,19 ff:111 1. Sรผnden der Unzucht 2. = Gรถtzendienst 3. Sรผnden gegen die Gemeinschaft, zusammengefaรŸt im โ€žMordโ€œ (vgl. Dekalog112) 4. MaรŸlosigkeit. โ€“ Die Gerichtsdrohung, Vers 21, scheint ebenso wie eine Gruppierung der heidnischen Laster zum paulinischen Stil gehรถrt zu haben. โ€“ Es fehlt hier: Lรผge, Verleumdung usw.
Eph 5,3 ff: Das ฮบฮฑฮธแฟ†ฮบฮฟฮฝ113 kommt aus der Stoa, Rm 1. โ€“ 1. Unzucht 2. Habgier 3. Zungensรผnden. Das erste und zweite wird dann als โ€žGรถtzendienstโ€œ zusammengefaรŸt.
Kl 3,5.8: 1. Unzucht 2. Habgier = Gรถtzendienst โ€“ es folgt Gerichtsdrohung 3. Sรผnden gegen die Gemeinschaft.
1. Kr 5,10 f 6,9: 1. Unzucht 2. Habgier und Rรคuberei 3. Gรถtzendienerei.114 โ€“ Zum zweiten: 1. Unzucht 2. Habgier 3. Gรถtzendienst und Schmรคhen 4. Zungensรผnden gegen die Gemeinschaft und Sรผnden des Bauches, und Rรคuberei.115 Drittens: Gericht! dann116. Unzucht 2. Diebstahl und Habgier 3. Sรผnden des Bauches, der Zunge, Rรคuberei โ€“ Drohung. โ€“ ฮปฮฟฮนฮดฮฟฯฮตแฟ–ฮฝ117: vor dem Gรถttlichen keine Achtung haben und damit keine Bindung anerkennen; auch โ€žMurrenโ€œ รผber Gottes Barmherzigkeit mit dem Sรผnder. Zu แผ…ฯฯ€ฮฑฮพ vgl. Phl 2118; der Mensch der โ€žRรคuberโ€œ an der Ehre Gottes, zusammenfassend, vgl. Lukas 18. Vgl. dazu Spengler โ€žDer Mensch und die Technikโ€œ.119
Rm 13, 13: 1. Sรผnden des Bauches 2. Unzucht 3. Sรผnden gegen die Gemeinschaft. โ€“ Aufforderung zu einer besonnenen Haltung gegenรผber der ฯƒฮฌฯฮพ.
Rm 1,24 ff, besonders 29 ff: 1. Unzucht (ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ wieder vor ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ und hinter แผ€ฮดฮนฮบฮฏฮฑ; vgl. 1. Kr 6,2120. Sรผnden gegen die Gemeinschaft, besonders mit der Zunge 3. Sรผnden gegen die Achtung Gottes im besonderen 4. noch einmal: Sรผnden des Hochmuts, hier besonders stark. โ€“ Drohung.
Vilmar unterscheidet: Sรผnden der Fleischeslust, Augenlust, Hoffart121 1. Jo 2,16; das sei schon bei Eva, dann in allen Katalogen des Paulus wieder da. Aber das wird etwas gewalttรคtig.
1. Tm 1,9: betont das ฯ‡ฮตแฟ–ฯ„ฮฑฮน122; dem Gerechten liegt es nicht als Last auf, und das heiรŸt ฮฝฮฟฮผฮฏฮผฯ‰ฯ‚ ฯ‡ฯแฟ†ฯƒฮธฮฑฮน123. โ€“ Hier andere Aufzรคhlung, wie auch im 2. Ti124 1. Nichtunterordnung 2. Ehrfurchtslosigkeit gegen Gott 3. gegen die Gemeinschaft 4. Unzucht.
Mk 7,21:125 1. Hurerei 2. Diebstahl 3. Mord 4. Ehebruch 5. Habgier 6. Sรผnden gegen die Gemeinschaft. 7. (Besondere Sรผnden gegen Gott). Ist Paulus etwa von hier aus bestimmt?!126
Die Drohstellen: Gl 6,7 5,21 Eph 5,5 Rm 1,32 1. Kr 6,9.10.
แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ: Gl 5,19 Kl 3,5 Rm 6,19 Eph 5,3 4,19 Rm 1,24 2. Kr 12,21. Zeugung, wie Tod, im Alten Testament unter dem Zeichen der โ€žUnreinheit. Das heiรŸt: sie sind nicht ausgeschlossen, sondern sie sind ausgesondert fรผr Gottes eigenes Recht und werden daher in besondere Schranken gelegt.127 โ€žUnreinheitโ€œ ist der ungeordnete, gesetzlose Umgang mit diesen Dingen, der Zeugung etwa. Reinheit besteht nicht im AusschlieรŸen dieser Dinge, sondern in ihrer Ordnung nach der Weise des Gesetzes.
Fรผr die รœbertretung werden Opfer angeordnet. Das Gebiet des Unreinen ist also begrenzt durch: Gesetz, und: Opfer; so ist dies Gebiet ausgesondert fรผr Gott. โ€“
Neues Testament: Tt 1,15 dem Reinen ist alles rein, und 1. Ti 4,4: alles ist rein dem, der es mit Danksagung gebraucht.128 Das, wofรผr ich nicht danken kann, ist unrein; es ist mir auch schon unrein, wenn ich nicht dafรผr danke. Im Neuen Testament also umgrenzt das Gebiet des Unreinen durch die Danksagung. Jk129: แฟฅฯ…ฯ€ฮฑฯฮฏฮฑ, โ€žUnreinheitโ€œ โ€“ โ€žUnreinlichkeitโ€œ. Beschmutzung, Befleckung des Kรถrpers. Paulus 2. Kr 7,1 kennt noch den ฮผฮฟฮปฯ…ฯƒฮผฯŒฯ‚.130
Jedesmal Androhung des Gerichts, wo davon geredet wird. 2. Kr 7,2 10,7131 Hb 12,16 13,4.
ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ. = zana132 1. Th 4,3 f.6: แผฮณฮนฮฑฯƒฮผฯŒฯ‚ sofort wieder gegenรผber ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ. Letztere ist eine Sรผnde spezifisch des โ€žGott nicht kennenden Heidentumsโ€œ 1. Th 4,5; das โ€žGott kennen wollenโ€œ, Gn 3, ist gerade das โ€žGott nicht kennenโ€œ. 1. Kr 6,13 ff: die ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ ist eine Sรผnde am Leib Christi, indem ich meinen Leib dem Leib Christi, der Gemeinde, entziehe. Wir sind selbst Glieder Christi, nicht nur Glieder am Leib Christi.
1. Kr 10,7 f: Vers 7 und 8 und 9 f 10 jedesmal derselbe Anfang. Immer wieder dasselbe, anders ausgesagt.
Jk 4,4: Der Welt Freundschaft, die die ฮผฮฟฮนฯ‡ฮฑฮปฮฏฮดฮตฯ‚133 haben, ist Feindschaft gegen Gott.
ฮผฮฟฮนฯ‡ฮตฮฏฮฑ naโ€™af134. Im Dekalog Zusammenfassung aller einzelnen Unzuchtssรผnden. Vgl. Hosea.135
แผฯƒฮญฮปฮณฮตฮนฮฑ: Darin liegt noch besonders das freche Verachten und sich Hinwegsetzen รผber die Grenzen. Noch 2. Kr 12,21 1. Pt 4,3 2. Pt 2,7.18 Jd 4136. (Die katholischen Katechismen entnehmen hieraus die Bestimmung der Sรผnde wider den Heiligen Geist: sie sei โ€žauf Gnade hin sรผndigenโ€œ โ€“ die Richtigkeit dieser Bestimmung nach Bonhoeffer fraglich.137)
ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ und ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ zusammengefaรŸt als: แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ, auch als ฮตแผฐฮดฯ‰ฮปฮฟฮปฮฑฯ„ฯฮฏฮฑ. โ€“ Die ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ als besondere Sรผnde des Heidentums: 1. Ti 1.138
1) Nach Gn 3 hat die geschlechtliche Unreinigkeit eine besondere Nรคhe zur Ursรผnde; es besteht tatsรคchlich, was die katholische Erbsรผndenlehre ausdrรผckt, eine besondere Beziehungsnรคhe zwischen der ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ und der Ursรผnde.139 Durch diese Sรผnde tritt eben zugleich eine falsche Trennung wie eine falsche Einheit ein. Mit dem Lernen, Gutes und Bรถses zu unterscheiden, mit dieser Erkenntnis ist diese Sรผnde der Unreinheit im besonderen verbรผndet. [Die hebrรคischen Begriffe] tob und ra bedeuten freilich nicht zunรคchst das sittlich Gut und Bรถse, sondern zunรคchst das Leid- und Lustvolle. (So heiรŸt es von alten Menschen, daรŸ sie das nicht mehr wuรŸten, im Alten Testament140). Es meint, vor der sittlichen Scheidung, vielmehr die Ur-Scheidung, die dann freilich auch das Sittliche umfaรŸt โ€“ aber noch mehr: nรคmlich die ganze Existenz des Menschen, in der er sich auch vom anderen, von Gott unterscheidet, sich selbst erkennt als einen von Gott und der Welt Unterschiedenen usw. Aus dieser Scheidung her kommt auch die wissentliche Scheidung der Geschlechter und die Scheidung von Gott. Der Mensch setzt sich selbst isoliert, als sicut Deus141. Das โ€žUnterscheiden aus eigenem Vermรถgenโ€œ, mit dem dann natรผrlich verbunden ist auch das โ€žVerbinden, Vereinigen nach eigenem Vermรถgenโ€œ, ist die Ursรผnde. Da will der Mensch รผber die Zweiheit verfรผgen, รผber die Gott allein verfรผgen will. Die Ebenbildlichkeit bestand allein, als Adam nicht wuรŸte, was โ€žgut und bรถseโ€œ ist, sondern Gott das Scheiden und Vereinigen รผberlieรŸ. Von dort her bekommt das jada142 die doppelte Bedeutung: das intellektuelle Einsehen, und das schรถpferische Einsehen und Erkennen in geistiger wie physischer Hinsicht. Von dort kommt auch die mit แผ”ฯฯ‰ฯ‚143, libido verbundene ewige Unruhe in der Einheit und ewige Unruhe in der Zweiheit; es gibt unter dieser Macht keine wahrhaftige Einheit und keine wahrhaftige Zweiheit, sondern der Mensch bleibt im Grunde allein und setzt, sich selbst belรผgend, angeblich den anderen erst sich zum Objekt โ€“ den ihm einst Gott gesetzt hat. So ist der Zusammenhang zwischen Erbsรผnde und Fortpflanzung gewiรŸ richtig. Vgl. die Aufnahme von Gn 1โ€“3 in 1. Kr 7 Mt 19 Mt 5.144
2) Ein zweiter wichtiger Gedanke: Die ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ steht in besonderem Widerspruch mit dem โ€žLeib Christiโ€œ. Die vollkommene imago Dei145 wird verletzt durch die ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, die eine ฮดฮฟฯ…ฮปฮตฮฏฮฑ der Welt ist, Jk 1,27 Rm 6,9.146
3) Wie steht ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ im Zusammenhang mit der Hurerei? Das Mehr-Haben-Wollen entspricht dem MiรŸbrauch des anderen Menschen. Bezeichnend ist auch die Zusammenordnung beider im 10. Gebot147! Oder sind orientalische Vorstellungen von der Frau hier mit im Spiel? Wesen der ฯ€ฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ: das Raffen, AnsichreiรŸen, Sichfesthalten am Besitz.
ฮผฮญฮธฮท โ€“ ฮบแฟถฮผฮฟฮน. Vgl. die alttestamentlichen Speisegebote, nach denen das Beste, das Fett, verbrannt werden muรŸte und nicht selbst verzehrt wurde. Der volle GenuรŸ fand also seine Grenze. Bezรผglich des Trinkens: vgl. die Nasirรคer.148 Die Sรผnden des Bauches heiรŸen Rm 16,18, vor allem Phl 3,19: โ€žFeindschaft gegen das Kreuzโ€œ (oder ist dort die Beschneidung gemeint?). โ€“ Der Wein hat im Alten wie Neuen Testament besondere Bedeutung; vgl. Noah und seine Sรผnde, Lot und seine Sรผnde, die Nasirรคer und Rechabiter149, Eph 5,18 Tt 1,7 2,3 1. Pt 4,3 Rm 13,13 usw. (โ€žFressen und Saufenโ€œ-Stellen). 1. Ti 5,23 (Timotheus trank also offenbar keinen Wein). Vgl. die Bedeutung des Weines in den Gerichtsdrohungen der Propheten: Js 5 โ€žvon jetzt an werdet ihr nicht mehr trinken von dem Gewรคchs des Weinstocks โ€ฆโ€œ!150 Er hat eine besondere Gewalt. Er dient einerseits dem Kรถrper, andererseits betรคubt er ihn auch und macht ihn unzugรคnglich fรผr das Wort Gottes. Er ist in besonderer Weise der Erde Geist. Vgl. auch bei Jesus selbst: er hat dem Tรคufer gegenรผber Wein getrunken, Hochzeit zu Kana,151 Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Der Wein ist fรผr die Bibel eine Gewalt, die den Menschen bestimmen kann und in ihrem MiรŸbrauch zur Feindschaft gegen das Kreuz fรผhrt. Die Bibel denkt, wie รผber die Ehe, auch รผber Essen und Trinken nicht naturalistisch, sondern rechnet auch hier mit bestimmten Mรคchten, die ernstzunehmen sind.152

23. KASUALIEN1

23.1. โ€žTAUFREDENโ€œ (MITSCHRIFT)2

Jesaja 43,1 (Rendler), Rรถmer 14,6โ€“83 (Schrรถter), 1. Korinther 6,20 (Krause), Johannes 3,5 (Behrens).4 Den Paten einen โ€žPatenbriefโ€œ (gedruckt) mitgeben; am Jahrestag der Taufe diesen Brief wieder in Erinnerung bringen. Patenversammlungen machen; die Kinder zwingen, den Paten zu besuchen und so weiter.
Verhรคltnis von Taufe und Taufrede. Die Taufe richtet sich auf das Kind, die Taufansprache auf die Taufgemeinde. Im katholischen Ritus nur Taufliturgie, und zwar an den Tรคufling gerichtet (wie in Luthers Taufbรผchlein5). Der Tรคufling wird gefragt die Taufgemeinde antwortet. Krause6: Das Kind hat wohl den Glauben, denn der ist von jeder Qualitรคt unabhรคngig; aber es hat nicht das Bekenntnis, das die Gemeinde stellvertretend bringt. โ€“ Die Altorthodoxen unterschieden im Glauben 1. actus directus (den das Kind haben kann), 2. actus reflectus.7 โ€“ Es antwortet auf die Frage die Gemeinde; das heiรŸt der Vollzug der Kindertaufe ist nur mรถglich innerhalb einer glaubenden, bekennenden Gemeinde. โ€“ Das Kind antwortet gleichsam in der Gemeinde versteckt;8 Gemeinschaftssakrament wie das Heilige Abendmahl. Dabei ist es schon โ€ždarinโ€œ auf die ausgesprochene VerheiรŸung hin, wie beim Heiligen Abendmahl das Nebeneinander von Absolution und GenuรŸ der Elemente eins ist. Zu den Voraussetzungen und Bedingungen der Taufe vgl. die โ€žLebensordnung โ€ฆโ€œ.9 DaรŸ kirchliche Trauung vorausgesetzt sei, muรŸ man vom Gemeindekirchenrat beschlieรŸen lassen.10 Voraussetzung auch: daรŸ die Eltern sich zu Wort und Sakrament halten. โ€“ Bei unchristlichen Eltern Paten von der Gemeinde bestellen.
Heilsnotwendigkeit: in den Bekenntnisschriften selbstverstรคndlich;11 Johannes 3,5. Aber โ€žHeilsnotwendigkeitโ€œ heiรŸt nicht: daรŸ wir รผber Gottes Gnade verfรผgen und die Taufe das Werk sei, mit dem es geschafft wird. Die Taufhandlung muรŸ von der Gemeinde aus in Zucht genommen werden. Ebenso kann auch die Absolution verweigert werden! Das seelsorgerliche Gesprรคch vor der Taufe gewinnt seinen Ernst erst von der Mรถglichkeit her, die Taufe zu verweigern. Die Verweigerung der Taufe ist nur dadurch gerechtfertigt, wenn die Kirche intensivste Missionspraxis treibt und die Nichtโ€“Getauften immer wieder anredet. โ€“ Mit der Taufe stellen wir das Kind nicht in ein โ€žGnadenprinzipโ€œ12, sondern zugleich in die hรถchste Gefรคhrdung des Salzes, das dumm werden kann.13 โ€“ โ€žBilligeโ€œ Gnade ist eine Gnade, die genommen und gesehen wird losgelรถst vom Gericht und von Heiligung und Zucht.14 โ€“ Bei Verweigerung der Taufe den Gemeindekirchenrat beschlieรŸen lassen.15
Dank fรผr die Gabe der Schรถpfung nicht vergessen; aber dann nicht unmittelbar โ€žum so dankbarer noch โ€ฆโ€œ, sondern: Dies Kind wird in den ersten Tod gegeben, wenn es getauft wird.16 Nur wer das tut, dankt recht fรผr das Kind. In diesem Preisgeben erweist sich die eigentliche Dankbarkeit. โ€“ Das Sterben. Die Gabe: Vergebung der Sรผnde, Rettung aus der Gefangenschaft der Erbsรผnde. โ€žWas vom Fleisch geboren ist โ€ฆโ€œ17; erst durch Christi heilige Geburt ist unsere befleckte Geburt18 geheiligt und die Wiedergeburt begrรผndet. Gabe der Taufe: der Heilige [Geist], der das neue Leben begrรผndet (โ€žStellet euch nicht dieser Welt gleichโ€œ19) nicht nach dem Blut20, sondern nach den Geboten Gottes. Sprechen von der Gliedschaft in der Gemeinde, volles Bรผrgerrecht (wichtig bei Proselytentaufen21; was wir durch das Sterben bei der Taufe verlieren, finden wir alles in der Gemeinde wieder22). Taufe ist Handeln Gottes am Kinde23, die grรถรŸte Gabe; wird sie verachtet, so wird sie dem Kind zum Gericht = Verachtung der Sohnschaft durch den Kรถnigssohn. Von hier aus Ermahnung an Eltern und Paten als an glaubende und warnende Gemeinde, und Trost dadurch, daรŸ Gott das Kind trรคgt24.

23.2. โ€žBEERDIGUNGSREDENโ€œ (MITSCHRIFT)25

Psalm 27,10โ€“11 a; Psalm 80,4; Hebrรคer 13,8; 1. Thessalonicher 4,13.
Anrede: Nie โ€žHinterbliebeneโ€œ, sondern immer โ€žGemeindeโ€œ, vielleicht besonders noch die einzelnen Leidtragenden. โ€“ Nie von โ€žtragischemโ€œ Tod reden, das gibt es nicht fรผr Christen. Der โ€žtragischeโ€œ Tod ist der einzig noch echte, wirkliche Tod, der sein Gesicht zeigt; wir kennen in unseren Gemeinden, in den natรผrlichen Fรคllen, gewรถhnlich nur den โ€žmedizinischenโ€œ Tod. Schrecken und Furchtbarkeit des Todes kennen die meisten gar nicht aus eigener Anschauung, darum findet der Protest gegen den Tod oft verschlossene Ohren. Der Protest ist darin begrรผndet: daรŸ hier wieder einer gestorben ist aus der Gemeinde vor der Wiederkunft des Herrn, wiederum ist Macht gegeben dem Satan und dem Tod; ebenso ist auch der Dank und Preis Gottes, Hiob 1,21, auch abgesehen von dem Alter laut zu machen. โ€“ Fรผr den natรผrlichen Menschen ist der Tod der mรคchtigste Herr, der darum auch vergรถtzt wird; fรผr den Christen ist nicht der Tod der Herr, auch nicht einmal der Tod das natรผrliche Ende, sondern die Wiederkunft Christi. Immerhin stehen im Neuen Testament, neben dem Protest gegen den Tod, auch friedlichere Dinge: Lk 2[,29 f], Philipper 1[,23 f]. Beides gehรถrt wohl zusammen; รผber den Tod werden wir anders reden als รผber den Toten. โ€žMitten in dem Tode anficht uns der Hรถlle Rachenโ€œ26 ist nicht die normale Erfahrung, sondern es gibt auch ein seliges Sterben โ€“ freilich nicht, weil der Tod als Freund kรคme, sondern weil Christus der Freund im Tod ist. โ€“ Zur Frage nach der Unsterblichkeit der Seele bei Luther vgl. die Kontroverse zwischen Althaus und Stange27 (letzterer bewies historisch, daรŸ fรผr Luther nur die Seele unsterblich war28). Was wird dann aus dem ฯ€ฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ des Menschen, 1. Thessalonicher 5[,23]29? Vgl. A. Schlatter โ€žBiblische Anthropologieโ€œ30; Franz Delitzsch, โ€žAnthropologieโ€œ31 (sehr gut!), Schlink โ€žDer Mensch in der Verkรผndigung der Kircheโ€œ32. โ€“ Verhรคltnis von Leib und Seele: vgl. die Formel, in der in Aussageform dem Leib der Acker angewiesen wird, der Seele in Gebetsform die Hรคnde Gottes.33 Die Auferstehung des Leibes ist ja fรผr jeden gewiรŸ34; das Gebet geht auf die Auferstehung zum seligen Leben. โ€“ Die Unsterblichkeit der Seele ist nichts โ€žSchรถnesโ€œ (platonisch), sondern etwas Furchtbares; vgl. Offenbarung: Sie werden den Tod suchen und nicht finden.35 Der Tod muรŸ getรถtet werden; Tod ist nicht Nichtโ€“Sein (das ist griechische Antithese: Tod und Leben = Sein und Nichtโ€“Sein), sondern der Tod ist die nichtโ€“gรถttliche Existenz. โ€“ Belegstellen zur Frage von der Unsterblichkeit der Seele: Lk 16[,19โ€“31]36.

Zusammenfassende Bemerkungen von Bonhoeffer37:

1.) Warum keine Verachtung des Todes, sondern feierliche Bestattung? Schรถpfung des Leibes, Auferstehung Christi, VerheiรŸung der Auferstehung.38 (Die andere Kreatur dagegen hat wohl ihr natรผrliches Grab; รผberhaupt im Neuen Testament die Kreatur weniger berรผcksichtigt als im Alten Testament โ€“ freilich die Engel in Offenbarung als Tiergestalten39.)
2.) Teilnahme der Gemeinde: 1. Lรคuten der Betglocke.40 2. Fรผrbitte etwa ein bis dreimal (Luther)41. Die Fรผrbitte ist auch meist ein Nachholen dessen, wozu frรผher nicht Gelegenheit gegeben war: Man wuรŸte nicht, daรŸ er krank war und so weiter; also Abtragen einer Schuld. Aber die Fรผrbitte darf nicht die Ruhe des Toten stรถren.42 3. Das Geleite bringt zum Ausdruck, daรŸ der Verstorbene ein Glied am Leibe Christi, der Gemeinde, gewesen ist; der Weg ist das Bild der Wanderschaft der Gemeinde mit diesem Toten.
3.) Der Friedhof. Auf dem Friedhof ist die Gemeinde versammelt, sofern sie entschlafen ist; um sie herum die Lebenden und die Glaubenden.43 Hier auch der besondere Ort, wo die Auferstehung geschehen wird! Darum nach Mรถglichkeit ein konfessioneller Friedhof.44 Das Verlangen, in der Gemeinde zu liegen, ist dasselbe geistliche Verlangen, wie das natรผrliche45, neben Frau und Kindern zu liegen.
4.) Das Haus des Verstorbenen; die Hausfeier. Wenn die Gemeinde auch noch in das Haus geht, so wird das eine โ€žEhrungโ€œ dieses Hauses im christlichen Sinn sein, weil es ein Haus war, das gewรผrdigt wurde, ein christliches Haus zu sein. Die Gemeinde besucht den Toten zum letzten Mal; sie holt ihn dann und nimmt ihn mit zum Friedhof: Mit dem Tode hat der Anspruch der Familie auf ihn ein Ende, er gehรถrt jetzt ganz zur Gemeinde.46
5.) Die Verbrennung. Alle Grรผnde dafรผr vermรถgen nicht zu รผberzeugen gegenรผber dem Bild des Grabes Jesu Christi. Der Wunsch des Christen wird sein, so begraben zu werden, wie sein Herr. โ€“ Willkรผrliche Zerstรถrung des Leibes ist etwas sehr Einschneidendes; was wissen wir, was der Leib vielleicht noch soll? Wir sehen ihn meist zu biologisch an. Vor Gott aber existiert er noch. โ€“ Amos 2,1.47 โ€“ Es gibt auch Verbrennung aus Furcht, auferstehen zu mรผssen! Die Akzidenzien der Verbrennung sind grauenhaft, und theatralisch. Verbrannt wurden frรผher Ketzer, und ihre Asche wurde verstreut, daรŸ sie nicht auferstehen kรถnnte.48
6.) Beerdigungsansprache. Lebende und Tote sind getrennt nur durch kurze Zeit des Schlafes; und die Kirche auf dem Friedhof steht in nรคchster Nรคhe zur Begrรคbnisstรคtte. Eigentlich sagen die Toten zu den Lebenden: Ihr seid die Sterbenden und wir die Lebenden. Die Katakomben waren Bestattungsstรคtte und Gottesdienstraum; die Altรคre zugleich Aufbewahrung fรผr die Gebeine der Heiligen. In der Beerdigung innerhalb der christlichen Gemeinde muรŸ gesagt werden: Dank fรผr sein Leben, Erinnerung an seinen Christenstand, an seinen Dienst in seinem Haus, Beruf und Gemeinde โ€“ und das alles nicht zu seiner, sondern zu Gottes Ehre, und nicht um den Schmerz aufzuwรผhlen49, sondern Gottes Gabe dankbar zu empfangen und herzugeben: Das muรŸ stark gesagt werden: der Dank dafรผr, daรŸ ein Christ da war. Zweitens: der Trost des Evangeliums, nicht allgemein, sondern bezogen auf diesen Toten in Christo.50 Freilich werden solche Todesfรคlle ganz โ€žinnerhalbโ€œ der Gemeinde selten sein, anders in der Volkโ€“Gemeinde51. Die Gemeinschaft zwischen Gemeinde und verstorbenem Christen bleibt ewig. Zur Frage des Wiedersehens: Philemon 15,1. Thessalonicher 2,19 und so weiter. รœberhaupt bezeugt die Tatsache der leiblichen Auferstehung die Identitรคt; auch, daรŸ die โ€žNamenโ€œ (unsere jetzigen) im Himmel, im Buch des Lebens geschrieben sind52. Freilich wird es ein ganz anderer Leib sein. โ€“ Von diesem Wissen des Wiedersehens aus bekommt das Zusammenleben der Christen auch einen ganz anderen Ernst; so zusammenleben, als stรคnden wir jetzt schon vor Gott.53
7.) Beerdigung eines getauften Nichtโ€“Christen, vor nichtโ€“glรคubiger Gemeinde? Wir haben zu bezeugen den Tod als das Ende der Kreatur, das heiรŸt zuerst das Leben und dann den Tod als Vernichtung dieses Verstorbenen. Den Toten der Gnade Gottes befehlen; der Gemeinde sagen: memento54, BuรŸe, Entscheidungszeit, Tod, Auferstehung. โ€“
a. Nekrolog: Wird oft durch weltliche beziehungsweise politische Stellen abgenommen.55 Auf kirchlichem Friedhof die Reden vorher vorlegen lassen beziehungsweise nur jemand sprechen lassen, der auch in der kirchlichen Trauerfeier war. Auf weltlichen Friedhรถfen unter Umstรคnden nach der Feier den Platz verlassen56. โ€“ Wenn mรถglich, bei der Beerdigung รผber das Allgemeine hinaus auch Persรถnliches sagen, soweit man es verbรผrgen kann. Wenn man ihn nicht gekannt hat, das ruhig in der Predigt auch aussprechen. (Bei der Bestattung des als Atheisten bekannten Hoffmann von Fallersleben hielt der Prediger eine glรคnzende, ergreifende Wรผrdigung des Lebens und sagte dann: Aber dieser Mann war ein Narr, denn er wuรŸte nichts von Gott und so weiter, Amen.57) โ€“ Immerhin kann und wird die positive Wรผrdigung eines Christenlebens fรผr die Gemeinde auferbauend sein. โ€“ Wenn man den Verstorbenen gar nicht kannte, ruhig sagen: Hat er an Christum geglaubt, so wird er bei Christo sein; wenn nicht, dann nicht. โ€“ Nicht negativ moralisieren; das Negativโ€“Moralische nicht verdecken, aber รผbergehen.58
b. Der Trost. Der Nichtโ€“Christ will meist einfach Eingehen auf den individuellen Fall, Mitgefรผhl, Bestรคtigung und Bewunderung seines Schmerzes. Der Schmerz ist fรผr viele die Form des Fortlebens des Toten, oder Fortleben in der Erinnerung, und darum ehrende Rede erwรผnscht. Diese degenerierten Trostversuche wird sich echter Schmerz immer verbitten59. DaรŸ es gar keinen Trost gibt60, muรŸ ruhig ausgesprochen werden, Gott ist allein der Trost.61 (Auf dem Dorf, wo der Pastor auch als Vertreter der Dorfgemeinde redet, muรŸ wohl auch gesagt werden, daรŸ die Dorfgemeinde Schmerz empfinden soll, vgl. Hesselbacher62.) Der Segen am SchluรŸ nicht fรผr den Toten, sondern fรผr die Gemeinde bestimmt. (Wieweit ist der Segen ein Sakramentale?63 Bei uns nur bei Konfirmation und Absolution. Wenn Vikar predigt, sollte er auch das Sakrament austeilen kรถnnen โ€“ sogar noch viel eher!64) โ€“
Sitte des Leichenschmauses an sich gar nichts Schlimmes65; gesunder Beginn der Lockerung des verkrampften Schmerzes, ebenso bei den Soldaten das Fortmarschieren mit frรถhlichem Marsch.66 โ€“ Besser wohl ein freudiger Choral.67 โ€“ Selbstverstรคndlich Hausbesuch vor- und vor allem nachher.
8.) Bestattung beim Freitod. Hier nicht Ort, die Kirchenzucht anzufangen; also uns nicht entziehen. Den Selbstmรถrder unterscheiden vom Mรถrder, daรŸ er nicht mehr die Gnade fรผr diese seine letzte Sรผnde suchen kann. Auch, wenigstens im Laufe der Zeit, gegen solche Sitte wie Selbstmรถrderecke auf dem Friedhof und so weiter reden. โ€“ Sehr oft hat sich auch einer umgebracht, weil ich, der Pastor, nicht vorher bei ihm dagewesen war. Da ist grade von der Schuld etwa der Gemeinde zu predigen.68

24. LEHRVERANSTALTUNG ZUR BEICHTE1

24.1. โ€žBEICHTE UND ABENDMAHLโ€œ (THESEN)2

1. Beichte ist Gemeingut der christlichen Kirche. Sie ist in der lutherischen Kirche bis zum Pietismus geรผbt worden. Der Verlust der Beichte hatte seinen Grund in falscher Beichtpraxis und falschem Verstรคndnis des Evangeliums. Es sind seit 50 Jahren verschiedene Versuche zu ihrer Erneuerung im Gang.
2. Biblisch ist die Beichte begrรผndet in der รœbertragung der Schlรผsselgewalt (Mt 18,18 ff. Joh 20,22 f), ferner in einzelnen Ermahnungen (Jak 5,16, Eph 4,32.25). Mit der Schlรผsselgewalt ist den Jรผngern die Vollmacht zur Absolution gegeben.
3. Warum Beichte? Weil sie ein durch Christus angebotenes Gnadenmittel ist, weil wir keine Gnadengabe Gottes ausschlagen sollen.
4. Die Beichte wurde in der Reformation als 3. Sakrament neben Taufe und Abendmahl genannt.3 Sie ist von Christus eingesetzte Heilsgabe, das sichtbare Zeichen ist das Sรผndenbekenntnis.
5. Was ist die Beichte?4 1. Die allgemeine tรคgliche Beichte meiner Schuld vor Gott. 2. Die Beichte gegenรผber dem Bruder, den ich um Vergebung meiner Schuld gegen ihn bitte. 3. Die eigentliche Beichte als Bekenntnis der mich belastenden Sรผnden vor meinem Bruder in dem Blick auf die mir von ihm zuzusprechende Absolution.
6. Zweierlei ist fรผr die Beichte wesentlich: Die Absolution und der Bruder. Der Bruder steht vor mir an Gottes Statt. Wenn ich zum Bruder gehe, gehe ich zu Gott. Er vergibt mir an Christi Statt, indem er mir die Sรผnde abnimmt. Er trรคgt sie selbst und legt sie damit auf Christus. Einer wird dem andern ein Christus. Weil meine Beichte vor dem Bruder als vor Gott geschieht, darum Beichtsiegel.
7. Beichte ist nicht notwendig zum Heil, aber gรถttliche Hilfe zur HeilsgewiรŸheit.
8. Warum soll ich dem Bruder beichten, wenn ich doch Gott selbst beichten kann? [1.] Es sollte leichter sein, dem Bruder zu beichten als Gott. 2. Damit ich mich in der Demut รผbe und den Stolz als die Wurzel aller Sรผnde รผberwinde.5 3. Erst die ans Licht gekommene Sรผnde weiรŸ ich als ganz รผberwunden. 4. Um in der Schande meiner Sรผnde teilzubekommen an der Schmach Christi am Kreuz. Beichte ist Leiden mit Christus.
9. Beichte ist an sich unabhรคngig vom Abendmahl, aber um das Sakrament des Abendmahls nicht zu entheiligen, hat sie vor dem Abendmahl ihren Ort. Vor der Sรผndenvergebung muรŸ das Sรผndenbekenntnis stattfinden.
10. Beichte ist kein Zwang, sondern Gnade Gottes. Sie ist kein Werk (Aufzรคhlen sรคmtlicher Sรผnden) sondern sie hรคngt allein an der Absolution durch den Bruder, โ€“ sie ist Evangelium. Erneuerung der Beichte wird geschehen kรถnnen, durch rechte Predigt รผber das Wesen der Gemeinde und der Beichte; durch รœbung derselben in kleinen Kreisen. Die Wiederentdeckung der Beichte ist eine unvergleichliche Kraft zur Verkรผndigung.6

GewiรŸheit der Beichte7 E. A. XI. 71 [โ€“] Schmach โ€“ E. A. XXVII. 366 ff [โ€“] XXVIII. 249

24.2. โ€žDIE BEICHTE (NACH DEM GROSSEN KATECHISMUS)โ€œ (MITSCHRIFT)8

Freiheit: 1. im Sollen, 2. von der erzwungen vollkommenen Aufzรคhlung9, 3. von der Hรคufigkeit des Beichtens.10 โ€“
Zu 1: Nicht gegen das Beichtinstitut, wenn gegen die Einordnung der Beichte unter das โ€žGesetzโ€œ, vgl. 732,27 ff.
Zu 2: Der Katholizismus will prinzipiell das, was uns verborgen ist, sichtbar machen und in seine Gewalt bekommen. โ€“ Katholischer Beichtvorgang11: Gewissenserforschung nach dem Beichtspiegel (der nach dem Dekalog geordnet ist). Die Sรผndenaufzรคhlung ermรถglicht durch die Scheidung in Tod- und lรครŸliche Sรผnden; fรผr die Erbsรผnde starb Christus, die Tatsรผnden werden vergeben: 1. die Todsรผnden durch die Beichte, 2. die lรครŸlichen durch die Messe. Nur wer sich seine Todsรผnden hat vergeben lassen in der Beichte, darf zur Messe kommen.12 โ€“ Darum auch wiederholtes Opfer Christi, weil durch Christi Tod nur die Erbsรผnde vergeben ist. โ€“ Die Wiederholungsbeichte schon einmal gebeichteter Sรผnden, die noch bedrรผcken, hat Luther abgelehnt; dann solle man lieber seinen Unglauben beichten.13
726,34: Darin ist schon die ganze spรคtere Verkehrung des Evangeliums zu einem religiรถsen Geschรคft beschlossen; Evangelium = billiger AblaรŸ. Verwechselung der teuren Gnade mit billiger Gnade.14 Das Evangelium aber ist teuer wie der Schatz im Acker und die Perle und so weiter.15 Selbstvergebung statt Vergebung von Gott her. Folge: unsere Erfahrungslosigkeit von der Realitรคt der Anfechtung, und so weiter16 des Glaubens. 727,117: Das ist keine Werkerei! Vgl. das Gleichnis von der kรถstlichen Perle und so weiter. โ€“ Die Abbitte ist, wie die allgemeine Beichte, Pflicht (728,28)18, auch gegenรผber dem Nichtโ€“Christen. Matthรคus 5[,23]: nicht nur, wenn du etwas gegen deinen Bruder hast, sondern wenn dein Bruder etwas gegen dich hat. Das unversรถhnte Herz ist ein Hindernis fรผr den Glauben; bei uns ist das so beim Abendmahlsgang, bei Jesus schon fรผr jeden Gottesdienst und jedes Gebet. Die Sรผnde ist vergeben, wenn ich den anderen um Verzeihung gebeten habe โ€“ auch wenn er sie mir nicht vergibt. Selbst wenn der andere als der Krรคnkende etwas gegen mich hat, muรŸ ich vorher zu ihm gehen; denn er bedarf der Liebe noch viel mehr und ist Gott ferner als der Gekrรคnkte. Humburg: Die ganz groรŸe Liebe des Vaters ist nicht die zum verlorenen Sohn, sondern daรŸ er zu dem stolzen hinausgeht und ihn bittet.19
Die biblische Begrรผndung der heimlichen Beichte im Schlรผsselamt. โ€“ Die heimliche Beichte richtet sich nicht an den Priester, natรผrlich auch nicht an den Nรคchsten. โ€“ Beim Bruder findet man โ€žAbsolutionโ€œ. In โ€žRatโ€œ20 liegt beides: neben der eigentlichen Absolution auch brรผderlicher Zuspruch und Trรถstung. Unterschied also der Beichte von รผbrigem Sichaussprechen: 1. zwischen zwei christlichen Brรผdern, 2. wirkliches Sรผndenbekenntnis (nicht nur Aussprechen der Not), 3. Ziel die wirkliche Absolution. โ€“ Frage der Vollmacht: Bei der Abendmahlsbeichte vergibt der verordnete Diener, bei der Privatbeichte der Bruder. Ersteres wohl weil es eben geordneter Gemeindegottesdienst ist; auch kann ja jeder Glรคubige Priester werden. Bei Luthers Amtsauffassung: 1. das Amt aus der Gemeinde um der Ordnung willen geordnet, 2. das Amt als Gegenรผber der Gemeinde. Beide Linien da. โ€“ Bei der Wahl des Beichtigers frage ich weniger, ob er mich versteht, als ob er Gottes Wort versteht. Also Zwischenstellung der Beichte zwischen der โ€žObjektivitรคtโ€œ des Abendmahls und der โ€žSubjektivitรคtโ€œ des Predigens. โ€“ Zur Entwicklung der Beichtanmeldung vor dem Abendmahl21: Im 17. Jahrhundert schon wurde es so, daรŸ nur einzelne Gemeindeglieder aus der Kirchenbank in die Sakristei kamen, daรŸ dort statt eines Beichtverhรถrs nur ein Glaubensverhรถr stattfand, das heiรŸt Aufsagen des Glaubensbekenntnisses, und darauf Absolution stattfand! Diese Form hat auch schon Luther; aber nur bei den Jungen und Einfรคltigen, die sonst die Sรผnde nicht verstehen โ€“ und auch antwortet, nach Bonhoeffer, Luther darauf nie mit Absolution, obschon er diesen Vorgang auch โ€žBeichteโ€œ nennt. Der Pietismus entleerte die Beichte, die in der Orthodoxie zu einem Institut geworden war; Reaktion gegen die โ€žinstitutionelleโ€œ Beichte, so daรŸ die Pietisten die Beichte in ihre Konventikel verlegten. Wiederbelebungsversuche im 19. Jahrhundert durch die konfessionellen Lutheraner, Lรถhe22 und so weiter, nur รผber den Weg des Amtes und des Konventikiellen23. Ebenso heute die Berneuchener (Berneuchener: beide sehen einander nicht an, sondern sitzen nebeneinander und sehen auf das Kreuz24). Umgekehrt der Weg der Oxfordgruppe25. โ€“ Die katholische Seelsorge geht nicht auf die Hausbesuche aus, sondern auf das Kommen der Gemeinde zum Beichtstuhl โ€“ womit die Verlegenheit etwa der Beichte und so weiter etwas stรคrker โ€žรผberwundenโ€œ ist als beim protestantischen Pfarrer, dem die Beichtenden immer wieder begegnen. โ€“ Wichtig und auch zu predigen ist das Beichtsiegel! Das ist besonders wichtig fรผr die Ehefrage. โ€“ Besonders versucht und dรคmonisch versucht ist der Beichtiger, der nicht selbst in der Beichte steht. Daher die christliche Regel im Katholizismus, daรŸ Abt und Papst nicht durch Demokratie begrenzt werden, sondern dadurch, daรŸ sie beichten mรผssen.26 โ€“ Nicht der Beichthรถrer โ€žweiรŸโ€œ, sondern Gott weiรŸ; es muรŸ vor mir selbst verborgen bleiben.
รœber die Notwendigkeit des Bekennens vor Menschen: 1. grรถรŸere Bewahrung vor Selbstbetrug und grรถรŸeres MaรŸ an GewiรŸheit durch den sichtbaren Bruder, Behรผtung vor Selbstโ€“Vergebung; 2. weil die Wurzel aller Sรผnde die superbia27 und diese letztlich in der demรผtigenden Beichte vor einem Bruder zerbrochen wird. 3. Erst die ans Licht getretene Sรผnde erkenne ich als wirklich gerichtete Sรผnde; was jetzt nicht offenbar wird, wird einst offenbar, und umgekehrt (und die Helligkeit ist vor dem anderen unvergleichlich grรถรŸer und leichter begreiflich als allein im Gebet). Durch das Ansโ€“Lichtโ€“Treten der Sรผnde erst wirkliche Trennung von der Sรผnde und der Liebe zu ihr. 4. das Wichtigste: in der Schmach der Beichte besonders teilhaben an der Schmach Christi; unser Tragen des Kreuzes hat in besonderer Weise darin zu bestehen, daรŸ wir unsere Sรผnden aufdecken und von ihm tragen lassen โ€“ damit auch VerheiรŸung der frรถhlichen Gemeinschaft.
Vieles, was im Neuen Testament โ€žNachfolgeโ€œ heiรŸt (Abschied geben28), ist heute real nur in der Beichte. โ€“ Gefรคhrlich ist die Anonymitรคt bei Volksmissionen und so weiter, weil damit oft eine Scheu bleibt (vgl. Timmermansโ€™ โ€žBauernpsalmโ€œ29). Beichte = Durchbrechung der Ordnung der Kleidung, Genesis 3[,21]. โ€“ Vgl. Luthers Sermon 151930; auch Tessares dekas (Ersatz fรผr die โ€ž14 Nothelferโ€œ) von Luther31. Zur GewiรŸheit (persรถnliche Zusprache): Erlanger Ausgabe 11, 7132; Schmach Christi: Erlanger Ausgabe 27, 366โ€“36933; 28, 24934. โ€“ Auch Beichte als nota35. โ€“ Bekenntnisschriften 729,10 ff: Nicht auf das Werk, sondern auf das Ziel sehen. โ€“ Schwierigkeit, daรŸ wohl das Beichtsiegel des Pfarrers, nicht aber das des Christen รถffentlich geschรผtzt ist. Auch sollten und mรผรŸten die Ratschlรคge, die in der Beichte empfangen werden, verschwiegen sein. โ€“ Der Beichtstuhl erst etwa im 13. Jahrhundert; noch im 11. Jahrhundert, zum Beispiel auf einem Taufstein in Bamberg, sitzt der Pfarrer, und daneben kniet das Taufkind.36

25. HOMILETISCHE รœBUNGEN

25.1. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF ZU JESAJA 11,1โ€“9 (MITSCHRIFT)1

1) Christus wird kommen, weissagt der Prophet; Christus ist gekommen, [verkรผndigt] die Kirche. โ€“ Ist die VerheiรŸung รผberholt?2 Der gekommene Christus ist derselbe, der einmal wiederkommen wird und sein Reich in Kraft aufrichten. Die VerheiรŸung ist erfรผllt, aber nicht vollendet sichtbar. Was fรผr den Propheten eins war (das Kommen Christi), fรคllt fรผr uns in den Anfang und das Ende der Endzeit auseinander. Jetzt glauben wir es im Kinde von Bethlehem; dann werden wir sehen, was der Prophet redet.
2) Das Heil kommt von den Juden,3 aus dem erniedrigten Haus.4 Juda die Wurzel, Jesus die Frucht; beide untrennbar eins, auch in der Ewigkeit. Den Juden gehรถrt das Heil auch wieder zuletzt.5 Aus Verborgenheit und Niedrigkeit ruft Gott seinen Messias.
3) Auf diesem unansehnlichen SproรŸ6 ruht die VerheiรŸung des Geistes, der ihn zum Christus macht.7 Dadurch wird er als Messias bestรคtigt. Durch diesen Geist wird Gottes Weisheit8 รผber ihm sein, so wird er [der] Welt eine Torheit sein; Gottes RatschluรŸ โ€“ so wird er [der] Welt ein Geheimnis sein; Gottes Stรคrke โ€“ so wird er der Welt ein Schwacher sein; Erkenntnis Gottes โ€“ so wird er Erkenntnis der Sรผnde und Barmherzigkeit haben; Furcht Gottes โ€“ so wird er der Welt, die dem Menschen Furcht machen will, zum HaรŸ werden.
4) Mit Gottes Weisheit begabt, wird er nicht richten nach menschlichem Ansehen9. Adventslied: โ€žIhr Armen und Elenden โ€ฆโ€œ (in โ€žAuf, auf, ihr Reichsgenossen โ€ฆโ€œ).10 Weil er der Christus ist,11 geht er zu den Armen: Wohl euch โ€ฆ! Zu rechtfertigen,12 ist sein Amt. Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbar werden, daรŸ Christus sich zum Armen und Elenden hรคlt, ihm gleich wird bis zum Ende, zum Kreuz.
5) Wo solche Gerechtigkeit ist, der GroรŸe gedemรผtigt und der Arme erhoben, dort wird Friede sein. In Christi Reich ist Friede unter den Menschen und unter der Kreatur. Ziel unseres Lebens nicht Kampf, sondern Friede โ€“ aber unter Christus, der den Armen und Elenden Recht schafft. Nur durch Christi Gerechtigkeit und die Rechtfertigung des Armen, durchs Kreuz, gibt es Frieden, fรผr Menschen und Kreatur.13
6) Wo das Kreuz herrscht, ist dieser Friede schon jetzt. In der Kirche14 Vorschmack: Gemeinschaft, Liebe, Bruderschaft, zwischen Klassen, Stรคnden und Rassen. Die Botschaft von diesem Frieden muรŸ die Kirche unermรผdlich sagen. DrauรŸen in der Welt ist Kampf, in der Kirche Friede โ€“ freilich unter Verfolgungen. Und schon geschehen Zeichen und Wunder, weil die Kreatur dem Menschen dienen muรŸ, wo Gott die tรถdlichen Mรคchte der Natur dem Menschen untertan macht und ihm zu Freunden.15
7) Aber das Kreuz steht mitten unter den Feinden Christi; so ist auch der Friede noch verborgen in der Welt. Noch seufzt die Kreatur unter der Knechtschaft des Kampfes und des Leidens.16 Wenn aber Christus wiederkommen wird, wird das Land voll sein der Erkenntnis des Herrn, seine Schรถpfung neu geschaffen17: neue Erde und auf ihr kein Streit usw.18 und Tod, sondern Friede in Ewigkeit. Friede allein durch Gerechtigkeit, Rechtfertigung des Armen; durch den Messias. Christus ist Herr und Fรผrst dieses Friedensreichs.19

25.2. ZU LUKAS 21,25โ€“36

A. AUS DER BESPRECHUNG

Lucas 21,25โ€“38.20

In der Angst kein Wort. Elemente kein Wort der Trรถstung. Die Gemeinde allein wird nicht voller Angst und Verzweiflung sein. Christenheit ist auf den Zusammenbruch gefaรŸt. Sie weiรŸ, worauf es hinausgeht: Christus kommt. Dann seine Kraft offenbar. Die Kraft, die jetzt verborgen ist, dann offenbar. Der einzige feste Punkt, die einzige Weisheit.
Wir dรผrfen uns freuen, denn er ist unser Erlรถser. Was er in uns angefangen hat, wird er dann vollenden. Jetzt Vergebung โ€“ dann Sรผndlosigkeit. Jetzt Zuspruch โ€“ dann durch seine Gegenwart ewige Trรถstung. Jetzt Tod โ€“ dann Auferstehung. Wiederkunft Christi โ€“ Erlรถsung von Sรผnde und Tod.
Ist die Predigt von der Wiederkunft Christi so gewiรŸ? [Vers] 29: Feigenbaumgleichnis. Haben die Zeitgenossen Jesu nicht vergeblich gewartet? Verfรผhrer sagt: Christus kommt nicht. Man kann nicht an den Gekreuzigten und Auferstandenen glauben ohne an den Wiederkommenden. Die Botschaft von der Wiederkunft ist Salz der Predigt. Gibt ihr Kraft zum Leiden.
Wir kรถnnen von dem Wort nicht weichen. Jesus will, daรŸ diese Botschaft verkรผndigt wird.
Wann? Gott weiรŸ es. Ihr dรผrft glauben und beten, daรŸ euer Herr bald komme. Wie ihr den Frรผhling im Winter ersehnt, so betet um das Kommen Jesu. Wenn der Versucher kommt: ist es sicher, daรŸ er kommt, dann Waffe des Wortes: Meine Worte vergehen nicht. Kannst du zweifeln, wenn Jesus uns den Blick in die Zukunft รถffnet? So gewiรŸ du an den Gekreuzigten und Auferstandenen glaubst, so gewiรŸ auch an den, der wiederkommt zu richten die Lebenden und die Toten.21
Keine Beruhigung: Das erlebe ich nicht mehr. Wir kรถnnen es nicht mehr hinnehmen als ein Mรคrchen.
Eine Mahnung, die uns befohlen ist. Hรผtet euch: [Vers] 34. Wenn wir gleichgรผltig werden gegenรผber der Wiederkehr Christi, dann hat der Teufel sein Ziel erreicht. Der Satan arbeitet primitiv: Sorge um tรคgliche Nahrung. Drรผckende Sorge zerdrรผckt die Hoffnung. Urgemeinde fragt, ob man noch heiraten dรผrfe, also sich beschweren?22 Wenn Christus kommt, dann sollen wir von Sorge unbeschwert sein, frei fรผr ihn. Wir kรถnnen auf alles in der Welt verzichten, wenn wir glaubend an Christus hรคngen. Dann ist Sorge, Arbeit, Ehe bereit sein auf das Kommen des Herrn Jesus Christus.
Wie kรถnnen wir bereit sein? Wachen! Das Gegenteil von Sorgen. Blick bleibt nicht bei Ereignissen. Wie ein Wรคchter hoch auf dem Turm in die Ferne schaut so schauen wir auf Christus. Keine Sorgen, Freude, Bewegung der Zeit, alles sehen wir im Licht der vergehenden Welt und des kommenden Herrn.
Diese adventliche Haltung nur durch Gebet Dein Reich komme. Wer das betet, hofft und harrt auf den Tag der Wiederkunft Christi. Noch haben wir gegen Fleisch und Blut zu kรคmpfen. Noch bitten um Beharrung, um Befreiung von Anfechtung. Bittet, daรŸ er euch und alle lauter bewahre auf den Tag Jesu Christi. โ€“

Zusammenhang23 zwischen gegenwรคrtigen Ereignissen und den Ereignissen vor Christus in innerem Zusammenhang. Das zeigt das Feigenbaumgleichnis. Auch der Hinweis auf die Zerstรถrung Jerusalems.
Welchen Sinn hat die Anwendung der letzten Ereignisse auf die gegenwรคrtige Zeit? Die Zeichen sind Trรถstung fรผr die Gemeinde.24 Katastrophen keinen anderen Sinn als wegzulenken auf die Erwartung des Herrn. Spekulation รผber sie falsch. Es weiรŸ keiner, wann der Herr kommt. Darum nicht an den Zeichen hรคngen bleiben. Wie hรคngen Naturerscheinungen und Christus zusammen?25: Bei der Taufe26: Stillung des Sturmes27: Es ist die Stimme des Schรถpfers. Beim Sterben Jesu: Verfinsterung am Himmel.28 Beim Pfingsttag: Brausen des Windes.29 Erscheinungen der Natur haben Beziehung auf Jesus auch ohne alle Mathematica.30 Auch mit aller Mathematik ist die Wunderbarkeit da.31 Wunder โ€“ wenn ich dadurch hingewiesen werde auf Christi Wiederkunft. Das kann ein ganz allgemeines Naturphรคnomen sein.32 Zeichen sind Zeichen dessen der etwas zeigen will. Wird der nicht verstanden, dann ist das Zeichen nichts, und wรคre es noch so zeichenhaft.
(Sind die Zeichen des Antichrists eindeutig erkennbar? Auch nur vom Glauben her.)
Exegese von Vers 32: ฮณฮตฮฝฮตฮฌ = Volk Israel.33 Parallele in Markus erklรคrt ฮณฮตฮฝฮตฮฌ als โ€ždie, die da stehenโ€œ.34 Vers 32: Irrtumsmรถglichkeit Jesu hier.35 Das ist sehr anstรถรŸig. Andere Stellen: Mc 10: โ€žNiemand ist gut, denn er einige Gottโ€œ Mt 26: โ€žWarum hast du mich verlassen.โ€œ36 Ruf des von Gott Verlassenen, der sich da gerade an Gott hรคlt. Stirbt nicht als Verzweifelter. Gemeinde sagen: das ist eine dunkle Stelle. Es gibt keine befriedigende Erklรคrung, auch fรผr Luc 21,32 nicht. Dies Geschlecht wird nicht vergehen bis daรŸ alles geschehe.37 Aber das ist das Dringliche: daรŸ es heute noch gesagt ist: dies Geschlecht wird nicht vergehen. Dies Wort wird wieder und wieder neu gesagt: das heiรŸt: es kann heute geschehen. Eilt! Es kann geschehen. Das ist wahr an dem Satz.
Der Gemeinde soll die Schwierigkeit aufgedeckt werden, ihr nicht verschwiegen werden.
Lc 21,3238 Das wollte Jesus damit sagen: es ist kein Augenblick zu verlieren. Seid dankbar, daรŸ ihr noch Zeit habt! Er, Christus, wird zu seinem Wort stehen.39 Rechte Reaktion der Hรถrer: wir warten auf dich; morgen kommst du!

B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF (MITSCHRIFT)40

Lukas 21,25โ€“36.

1. Geschichte von Christoph Blumhardt, der in seinem Pfarrhause einen neuen, nicht benutzten Wagen stehen hatte fรผr den Zeitpunkt, an dem der Herr Christus kommen wรผrde, um ihn abzuholen.41 Das war ein gewisses Warten auf Christus. Sein tรคgliches Leben hat er darauf eingestellt, bereit zu sein fรผr diesen Augenblick. Der Gedanke, wie er einmal vor dem Herrn Jesus stehen wird, und solche GewiรŸheit ist etwas ganz GroรŸes, nichts Lรคcherliches. So groรŸ dieser Glaube ist, ist er doch noch zu klein fรผr die Wiederkunft Christi.42 Wenn sich das ereignet, daรŸ Gottes Sohn zum letzten Mal auf die Erde kommt, dann wird die Welt nicht mehr so aussehen wie jetzt. Die ganze Kreatur wird in Aufregung sein. Gott kommt auf die Erde, sodaรŸ die Sterne mรผssen ihr Licht verlieren und aus der Ordnung kommen mรผssen, denn Gott will die Erde. Die Erde selbst muรŸ erschrecken, weil Gottes Sohn zu ihr kommt. Die Kreatur streckt sich nach ihm43 aus, die ihn noch kennt von seinem Erdenwandel her, da er geherrscht hat44. Sie sehnt sich in aller Auflรถsung nach ihm. Das Meer wird brausen45 vor Angst und vor Freude.46 Wievielmehr die Menschen, alle, die ihn kennen, bei denen er als der Heiland war und als der Richter. Sie werden sich erregen, wenn er kommt. Wenn alle Kreatur sich erregt, dann werden die Menschen warten in begierigem Durst und Furcht der Dinge, die da kommen sollen.47 Furcht รผber der ganzen Menschheit, denn Christus kommt zum Gericht. Er zerstรถrt, die alte Welt wird abgebrochen.
2. Nur an einem Ort der Erde wird alles ganz anders sein. Da wird nicht Angst, sondern Freude [sein], nicht Furcht, sondern erhobene Hรคupter, die frei und stolz ihrem Herrn entgegenwarten und gehen: in der Gemeinde der Christen. Sie wissen, er kommt ihnen nicht zum Gericht, sondern zur Erlรถsung. Beispiel: Im Bergwerk verschรผttete Arbeiter lange im Dunkel abgeschlossen, dann hรถren sie Klopfen, Brechen und Bewegung im Bergwerk. Sie wissen nicht, ist das Klopfen ein letzter Einsturz, oder ist es Klopfen der Retter, die unterwegs sind, um sie zu befreien. Es sind die Retter.48 Erhebet eure Hรคupter, die Erlรถsung kommt. Denn diese Welt ist den Christen eine Fessel, sie ist ihnen zu eng. Sie macht ihnen bange. โ€žKomm doch, Herr Jesu, wo bleibst du so lange, komm doch, uns wird hier auf Erden so bange, so bange.โ€œ49 Nicht Christus macht ihnen Angst, sondern der Leib, die Sรผnde, die Anfechtung50. Christus aber macht sie froh, denn er bringt die Erlรถsung.
3. Wann wird das geschehen? Nehmen wir an, wir wรผรŸten, es wรคre morgen. Wie wรผrden wir uns verhalten? Jesus: Die Zeichen sind danach, daรŸ es noch zu euren Lebzeiten geschieht. Darum haltet euch bereit! Ob Jesus sich getรคuscht hat? Vers 32: wรถrtlich genommen schon. Aber mรผssen wir nicht dankbar sein, daรŸ er sagt: es kann schon morgen sein, daรŸ er uns in die schnelle BuรŸe ruft? Er lรครŸt uns keine Zeit, er lรครŸt uns keinen Augenblick mehr vor der Umkehr. Das ist der Sinn dieses Verses: Seid bereit! Heute noch! Es geht alles schnell vorรผber, aber das Wort Jesu bleibt in Ewigkeit. Darum tu schnell BuรŸe. Seid bereit fรผr die Zeit der Erlรถsung, der Ewigkeit!
4. Was sollen wir tun, wenn es morgen geschieht? Uns rรผsten mit Beten und Wachsamkeit, nรผchtern sein, daรŸ uns der Tag nicht รผberrascht. Was ist Essen, Trinken, Wollust und Begierde, wenn es nach einem Augenblick vorรผber ist! Und die Ewigkeit doch nicht gewinnen kann!51 Haltet eine kurze Zeit Zucht! Verliert euch nicht an die Welt mit allerlei Sorgen und ร„ngsten! Haltet Zucht und seid bereit, daรŸ ihr wรผrdig seid, zu stehen vor des Menschen Sohn. Wer ist wรผrdig? Allein der, der ihn erwartet hat.52 Sonst wird nichts verlangt als auf ihn warten, wie jede wahre christliche Gemeinde auf ihn gewartet hat und sich auf seine Wiederkunft freut wie die Braut sich freut, wenn der Brรคutigam kommt.53 Fรผr die wartende Gemeinde muรŸ der Tag Jesu ja ein Freudentag sein.

25.3. ZUM VOLKSTRAUERTAG AM SONNTAG REMINISCERE UND ZU JOHANNES 15,13โ€“14 UND Rร–MER 5,6โ€“8.10 a

A. AUS DER BESPRECHUNG54

DaรŸ die โ€žTrauerโ€œ an Reminiscere nicht im Vordergrund steht, zeigt die Umbenennung von โ€žVolkstrauertagโ€œ in โ€žHeldengedenktagโ€œ (eine Umbenennung, die gewiรŸ nicht viel zu beklagen ist). Bonhoeffer: Am Volkstrauertag doch wohl stรคrker thematisch, als textgebunden, predigen. Situation ja wie die der Volksmission etwa; nicht in erster Linie glaubende Gemeinde als Hรถrer da. Solange die Kirche nicht fรถrmlich erklรคrt hat, daรŸ sie keinen Volkstrauertag feiere, muรŸ sie auch schon Bezug darauf nehmen, und nicht nur anhangsweise. Nicht nur innerkirchlich predigen. [โ€ฆ]55
Der christliche Pazifist hรถrt auf, christlicher Pazifist zu sein und wird idealistischer, wenn er รผber andere und vergangene Kriege zu Gericht sitzt und Programme macht.

B. BONHOEFFERS ENTWรœRFE56

Gedanken fรผr den Prediger am Volkstrauertag.

1. Wir sollen nicht so tun, als existierte der Volkstrauertag garnicht. Wir sollen aber erst recht nicht nur anhangsweise oder nebenbei von ihm sprechen. Dafรผr ist die Sache wahrhaftig zu ernst, und wir geben ร„rgernis, ohne zu erbauen.57 Volk und Obrigkeit haben von uns erbeten, die Predigt des Wortes Gottes auszurichten รผber ein bestimmtes groรŸes Ereignis in der Geschichte unseres Volkes. Wir entziehen uns dem nicht.58
2. Gottes Wort รผber das Geschehen von 1914โ€“18 zu sagen, ist unsre Aufgabe. In der heutigen Welt des neuen Kriegsgeschreis wird dies umso dringender nรถtig. โ€žVolkstrauertagโ€œ sagte man am Anfang. Zweierlei war damals zu verkรผndigen: erstens der Trost des Evangeliums fรผr die Trauernden, fรผr das an der Wunde des Krieges noch todkranke Volk. Zweitens Antwort auf die Frage: wie konnte Gott solches zulassen? durch die Predigt vom Kreuz Christi.59 Seit man statt Volkstrauertag โ€žHeldengedenktagโ€œ sagt,60 hat sich die innere Stellung zum Weltkrieg verรคndert. Die Trauer wich dem Stolz im Blick auf die Leistung, das Opfer und den Dienst der Soldaten von 1914โ€“18 fรผr ihr Volk und Vaterland. Wer wollte sich diesem Gedanken entziehen? Wer wollte nicht angesichts der Mรคnner und Jรผnglinge, die den Tod sahen, ganz stumm, ehrfurchtsvoll und ganz bescheiden werden? Zwei Millionen starben, und noch ist unter uns61 das Heer derer, die unter ihnen waren, vom Tode gezeichnet, noch heute in stummer Gemeinschaft untereinander und mit denen, die fielen.62 Dรผrfen wir vergessen, daรŸ der Boden, auf dem wir leben, durch Blut von Brรผdern uns erhalten und erstritten wurde. Dรผrfen wir hier je aufhรถren, dankbar zu sein.63 Opfer und Dienst von 1914โ€“18 ist fรผr uns Christen beschรคmend. Solcher Einsatz des Lebens fรผr die Sache des Volkes! Wie steht es mit unsrer Todesbereitschaft fรผr die Sache des Glaubens?64
3. Wir kรถnnen nicht dabei stehen bleiben, auf die Menschen und ihre Taten zu sehen. Wir suchen รผber all dem Gott. In Frankreich gibt es noch heute eine Photographie65 aus dem Krieg, die einen Kruzifixus mitten im Stacheldraht eines zerstรถrten Schรผtzengrabens zeigt.66 Christus im Schรผtzengraben โ€“ was heiรŸt das? Das treibt uns in die BuรŸe.67 Ob Sieg, ob Kampf, ob Niederlage โ€“ die Frage ist, ob wir die Christuspredigt in all dem vernehmen, ob wir zur BuรŸe kommen. Nur dann ist ein Geschehen von Gott fรผr uns โ€žgesegnetโ€œ. Vom Stolz und von der Trauer durch Christus zur BuรŸe.68
4. BuรŸe โ€“ weil Gott so gรผtig ist, uns trotz und durch 1914โ€“18 noch zu erhalten.69 BuรŸe โ€“ weil wir in dem Geschehen des Weltkrieges erkennen, daรŸ unsre Welt eine verlorne Welt ist, weil Krieg nach dem Wort des Herrn das Vorzeichen des letzten Zerbrechens der Welt unter Gottes Gericht ist. BuรŸe โ€“ weil der Krieg eine Anfechtung unsers Glaubens an Gott ist und viele ihres Glaubens beraubt.70 BuรŸe โ€“ weil Krieg Sรผnde ist gegen Gottes Evangelium vom Frieden.71 BuรŸe โ€“ weil die Christenheit und die Kirchen weithin sich leichtfertig mitschuldig machten, indem sie den Krieg segneten und vor Gott rechtfertigten. BuรŸe โ€“ weil Christen gegen Christen standen, weil der Weltkrieg ein Krieg โ€žchristlicherโ€œ Vรถlker untereinander war. โ€žChristus im Schรผtzengrabenโ€œ โ€“ das heiรŸt Gericht รผber eine gottlose Welt. Aber auch unendliche Liebe Gottes, der in diese Gottlosigkeit hineingeht und alle Sรผnde getragen hat.72 Aber allerdings nur im Glauben an dieses gรถttliche Erbarmen im Kreuze Christi gab es und gibt es Vergebung.
5. Wen Gott in die rechte BuรŸe fรผhrt, den stellt er neu in seinen Dienst. Das ist jetzt fรผr uns die Frage: was ist des Christen Dienst am Volk73, besonders angesichts des Krieges? Fรผrbitte fรผr die Obrigkeit โ€“ das tรคgliche Gebet um den Frieden74! Die Christenheit erbittet und verkรผndigt allein den Frieden. Dienst am Evangelium durch Verkรผndigen und Handeln, Hingabe und Opferbereitschaft75! โ€“ In allem Krieg und Kriegsgeschrei erkennen wir, daรŸ wir Fremdlinge sind76 und Bรผrger einer neuen Welt, die in Kรผrze anbrechen wird, in der Gott Bogen zerbricht und SpieรŸe zerschlรคgt,77 in der ewiger Friede sein wird, mit Gott und unter den Menschen. Diese Welt heute schon zu bezeugen durch Jesus Christus mit Wort und Leben78 ist unser grรถรŸter Dienst an unserm Volk.
AnlรครŸlich einer homiletischen รœbung des Seminars รผber die Predigt am Sonntag Reminiscere wurden folgende Texte vorgeschlagen: Jes 2,2โ€“4; Jes 40,6โ€“8; Joh 16,33; Luk79 15,29โ€“32 a; Jes 66,8; Matth 24,6 ff80; 2. Kor 5,14โ€“16; 1. Joh 3,13โ€“18. Eine vorgelegte gute Predigt รผber Psalm 25,6โ€“10 (Introitus)81 zeigt die groรŸen Schwierigkeiten, diesen Text fรผr den Volkstrauertag fruchtbar zu machen, und erst recht, ihn der Gemeinde dieses Tages einfach genug zu sagen. โ€“ Es folgt ein Entwurf, der in dieser รœbung vorgelegt wurde.

Text: Johannes 15,13โ€“14 und Rรถmer 5,6โ€“8.10 a.82

1. Wollen wir an diesem Tag der Helden gedenken, ohne Christi zu gedenken? Wollen wir an diesem Tag von den Helden unseres Volkes predigen oder hรถren, statt von Christus zu predigen und zu hรถren? Wollen wir, statt das Opfer des Sohnes Gottes zu preisen, das Opfer der Sรถhne unsers Volkes preisen? Wollen wir verhehlen, daรŸ niemand grรถรŸere Liebe hat als Christus? Wollen wir uns verhehlen, daรŸ unsere Liebe sich vor der โ€žgrรถรŸerenโ€œ dieser Gefallenen gewiรŸ zu schรคmen und sie zu ehren hat? Wir sind es Christo schuldig, daรŸ wir menschliche Heldenhaftigkeit und menschliches Opfer nicht an seine Seite rรผcken. Wir sind es diesen Gefallenen schuldig, daรŸ wir aus ihnen nicht Gรถtzenbilder machen, die Gott in seinem Eifer zerschlagen muรŸ. Wir sind es ihnen aber auch schuldig, daรŸ wir uns durch ihre Lebenshingabe unsere Selbstliebe und Selbstgefรคlligkeit zerschlagen und uns erneut vor das Kreuz unseres Herrn treiben lassen.
2. Niemand hat grรถรŸere Liebe denn der, der sein Leben lรครŸt fรผr seine Freunde.83 Christi Liebe war freilich dennoch grรถรŸer; denn er lieรŸ sein Leben fรผr seine Freunde, obwohl sie noch nicht seine Freunde waren. โ€žIhr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebieteโ€œ. Wer unter seinen Jรผngern hat alles getan, was er gebot? Darin preist Gott seine Liebe gegen uns, daรŸ Christus fรผr uns gestorben ist, da wir noch seine Feinde waren. Er hat alle seine Feinde als Freunde angesehen. Er hat niemand bei seinem Sterben mit in den Tod gerissen, sondern durch sein Sterben alle aus dem Tod heraus ins Leben gerissen. Er hat nicht um sein Leben gekรคmpft, sondern es willig dargegeben und sich zur Schlachtbank fรผhren lassen wie ein Lamm โ€“ er, der Gerechte, fรผr die Ungerechten! โ€“ ob er wohl hรคtte Freude haben mรถgen.84
3. Sind wir also davor bewahrt, Christi Sterben mit dem Sterben unserer Gefallenen auf einer Ebene zu sehen, so dรผrfen wir nicht ihrer Liebe, die grรถรŸer sein dรผrfte als die unsere, die Ehre versagen.85 โ€žFรผr einen Gerechten dรผrfte kaum jemand sterben, allenfalls fรผr eine gute Sacheโ€œ.86 Das gibt es also am Rande dieser Welt der Selbstliebe und des Hasses, daรŸ hin und wieder solche Opferbereitschaft, solcher Einsatz und Verzicht fรผr eine rechte oder fรผr eine als gut befundene, geliebte Sache da ist โ€“ wie selbst โ€žHeiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur tun des Gesetzes Werkโ€œ.87 Das soll uns als Gemeinde Christi beschรคmen und treiben, unser Leben geringer zu achten, wenn anders wir aus unsrer Schwachheit und Feindschaft gegen Gott frei gemacht worden sind durch den Tod des Christus. 1. Joh 3,1688 โ€“ das heiรŸt nicht allein und heute nicht in erster Linie zum โ€žSterbenโ€œ bereit sein, sondern durch Bezeugung des Opfers Christi im Leben uns im Dienst fรผr unser Volk zu verzehren.89

C. NACHBESPRECHUNG90

Bonhoeffer: (Zur Kriegspredigt)

Der Krieg trรคgt in sich die Rechtfertigung der Sรผnde. Denn er steht im Widerspruch zu Gottes Gebot. Eine endgรผltige Antwort, ob ein Christ teilnimmt oder nicht, muรŸ abgelehnt werden. Beides ist mรถglich. Einer bezeugt seine Solidaritรคt und zieht mit. Der andere sagt: โ€žAuch die Obrigkeit verlangt Sรผnde, ich ziehe nicht mitโ€œ. Auf der einen Seite droht: Militarismus. Und andererseits: doktrinรคrer Pazifismus.
Es geht nicht um eine moralische Wรผrdigung der Menschen. Es ist dort heroisch oder jรคmmerlich feige Tod erlitten worden. Man kann dem Feigen noch dankbarer sein als dem der heldenhaft starb. Was bedeutete es fรผr einen armen feigen Menschen seinen Kopf hinzuhalten! Die Helden haben doch ein Ideal gehabt. Die anderen starben ohne Ideal, jรคmmerlich, aber vielleicht schwerer. Beide erlitten den Tod, standen in einer Reihe wie eine Mauer. Dankbarkeit! Aber in dem allem Gott! Wir haben nachtrรคglich keine Tapferkeitsmedaillen auszuteilen. Auch nicht das Gegenteil. Sie starben. Wie? Wer weiรŸ es. Genug sie starben. Darum leben wir. Das treibt zum Dank und zur BuรŸe gegen Gott!
Gebet um Sieg der eigenen Sache? Nein. Sie, die Kirche betet nur um den Frieden fรผr die Soldaten auf beiden Seiten.91 Kriegspredigten? Sie waren in Deutschland und England gleicherweise schlimm.92

25.4. ZU APOKALYPSE 22,1โ€“5

A. AUS DER PREDIGTVORARBEIT

[1936:]93 Der neue Garten des Lebens wird uns gezeigt, der am Ende der Tage auf dieser Erde sein wird; er ist der Garten des Lebens, weil Gott die Mitte dieses Gartens ist und weil sein Leben neues Leben schafft und weitergibt.
Wasser und Brot sind die Grundelemente der Nahrung; lebendiges Wasser, reines und klares Wasser enthรคlt der Lebensstrom, heiliges Wasser. โ€“ Holz des Lebens und Frรผchte der Gesundheit tragen die Bรคume. Es wird kein Mangel mehr sein, weil Frucht die Fรผlle da ist. Der Noachitische Bund ist aufgehoben (Gen 8,22). Es gibt nichts Giftiges, Schlechtes und Verderbliches mehr; es gibt keine Jahreszeiten mehr; es gibt keinen Wechsel mehr.
In diesem Garten wird kein Bannfluch gelten. Es wird nichts mehr geben, was von Gott verbannt und verflucht ist, was unrein ist, was Gott nicht ansieht. Sondern was dort ist, ist rein, von Gott angesehen. Heute gibt es (auch in der Kirche noch) Tod, Fluch, Unreinheit.
Gottes Stuhl wird dort stehen; sein Thron der Herrlichkeit und der Herrschaft; zu seiner Rechten das Lamm, der gekreuzigte und auferstandene und gen Himmel gefahrene Herr, unser Bruder, unser Erlรถser. Heute ist er uns fern, aber dann werden wir ihm nah sein.94
Dienst an Gott und seinem Lamm wird dann der Lebenszweck sein. In diesem Garten werden Gottes Knechte, werden wir, Gott von Angesicht zu Angesicht sehen; heute sehen wir durch einen Spiegel in einem dunklen Wort.95 Dann werden wir Gottes Namen sichtbar an unserer Stirn tragen; heute sind wir nur mit ihm genannt, aber er bleibt unsichtbar an uns. Dort wird im wahrsten Sinne Gottesdienst sein in aller Sichtbarkeit und Herrlichkeit vor Gottes Angesicht.
Und so wird es in alle Ewigkeit sein; durch nichts unterbrochen; nicht durch Finsternis und nicht durch Nacht. Denn wo Gott ganz nah ist, kann nur noch Licht sein. Gott ist das Licht. Dann ist auch alles geschaffene Licht รผberflรผssig; Gott erleuchtet seine Kinder. Sein Licht wird das einzige Licht sein, das vollkommene Licht. โ€“ Heute gibt es noch geschaffenes Licht; heute gibt es noch Finsternis auรŸer uns und in uns. Aber dann wird alles klar und rein und licht sein.
In alle Ewigkeit wird es so sein. Wir werden teilnehmen an Gottes Herrschaft, an seinem Weltregiment. Das ist dann ewigwรคhrend. Das letzte Bild der Bibel wird unbegrenzte96 Wirklichkeit sein.

[1936/37:]97 AufriรŸ: II. Die Armut des Lebens in dieser Zeit. a. Unsere Last: Durst; Hunger, Krankheit; Fluch Gottes, Herrenlosigkeit; bรถses Gewissen, Namenlosigkeit (Charakterlosigkeit); Nacht, Knechtschaft. b. Die Flucht der Welt zu falschen Gรถtzen, die doch nicht helfen kรถnnen. c. Das Angeld auf Hoffnung, das die Gemeinde Jesu Christi besitzt. โ€“ I. Der Reichtum des ewigen Lebens und seine Herrlichkeit (im Einzelnen: wie II a, nach dem Text homiletisch).
I. Der Text stellt vor uns hin die ganze Herrlichkeit des kรผnftigen Lebens. Es wird dies ein Leben sein, in dem wir uns nicht mehr jรคmmerlich nรคhren von einem Tag zum anderen; in dem niemand mehr dรผrsten oder hungern wird. Sondern wir werden trinken von seinem ewigen, lebendigen und Leben schaffenden Geist, der dahinstrรถmen wird wie eine Sintflut; und essen von den Frรผchten dieses Geistes, die heranreifen in einem fort und die, ganz nebenher, die letzten Unglรคubigen gesund machen werden. โ€“ Wie denn alles geheiligt sein wird, wird niemand mehr im neuen Leben verflucht sein und so eine wunderbare Gemeinschaft der Heiligen bestehen. In ihrem Mittelpunkt freilich steht der Thron Gottes und des Lammes, und im Dienst an beiden ist die Seligkeit und Gemeinschaft der neuen Menschen gegrรผndet. Das neue Leben wird keine Ruhe, sondern ein Dienen sein! โ€žKammerdienerโ€œ Gottes werden die neuen Menschen sein, weil sie Gott frei ins Angesicht schauen kรถnnen, gerechtfertigt durch Jesum Christum. Und wie sie sich zu ihm bekennen, wird er sich zu ihnen bekennen und seinen Namen auf sie legen, daรŸ sie als seine Kinder erkenntlich und frei sein werden von der Charakterlosigkeit und Herrenlosigkeit. Und die Herrlichkeit dieses Dienstes wird darin sichtbar, daรŸ er kein Ende hat: es wird keine Nacht, keinen Schlaf geben, denn die neuen Menschen werden Kraft haben von Gott her. Und es wird stets licht sein und somit Raum zum Dienst und zur Freude. รœber die Mรคchte der Finsternis aber, Tod, Sรผnde und Teufel, werden die neuen Menschen Herren sein, indem sie Gott und dem Lamm dienen, ewiglich.
II. a. Dieser Text deckt auf die Jรคmmerlichkeit des Lebens in dieser Zeit. Da gibt es Durst, Hunger, Krankheit; da gibt es Fluch Gottes, auf uns und andere [gerichtet]; da gibt es Arbeitsund Herrenlosigkeit, daรŸ Menschen nicht wissen, wohin sie gehรถren und wozu sie da sind; da gibt es das bรถse Gewissen, daรŸ wir Menschen nicht in die Augen sehen kรถnnen, geschweige denn Gott; da gibt es Charakterlosigkeit, daรŸ wir bald so, bald so handeln, als hรคtten wir keinen Vater und keinen โ€žCharakterโ€œ und keinen Namen von ihm; da gibt es Nacht, die uns immer wieder niederzwingt, versucht, demรผtigt, ausschaltet; da gibt es Knechtschaft unter Menschen und Laster, die uns des Lebens รผberdrรผssig machen. Und unter dem allen seufzen wir.
b. Freilich will sich die Welt und wollen wir uns nie recht eingestehen, wie jรคmmerlich es mit uns steht. Sie sucht und findet Ersatzspeise, -trank, -arznei; Ersatzโ€“Segen, Ersatzโ€“Herren, Ersatztrost, Ersatzโ€“Charakter, Ersatzโ€“Licht und Ersatzโ€“Freiheit โ€“ ohne doch damit letztlich glรผcklich und wahrhaftig zu sein.
c. Anders die Gemeinde Gottes, die schon heute vom Brรผnnlein Gottes, vom Fleisch und Blut Christi lebt und im Glauben und in der Hoffnung hat, was sie einst in der Vollendung haben wird. In ihr allein quillt das Wasser des Stromes heute schon auf; dort ist Zuflucht!

B. AUS DER BESPRECHUNG98

Besprechung: Entscheidend die Beziehung zwischen regnum gratiae und regnum gloriae.99 รœber den Ausdruck ฮพฯฮปฮฟฮฝ100 ist der Skopus zu finden: in diesem Text wird gesagt, daรŸ das Ende herrlicher ist als das Paradies und herrlicher als das Kreuz. Keine Schlaraffenlandโ€“Predigt!101 In Vers 1โ€“3 immer wieder, in jedem Vers, zurรผckverwiesen auf das Lamm und auf Gott! Das Gegenรผber von Kreuz und gloria liegt schon in dem แผ”ฮดฮตฮนฮพฮญฮฝ ฮผฮฟฮน102: Der auf Patmos gefangene Johannes hรคlt den verfolgten Gemeinden den โ€žWunderspiegelโ€œ vor, und sagt โ€ždas seid ihrโ€œ!103 รœberhaupt bei apokalyptischen Predigten das โ€žer zeigteโ€œ als Ausgangspunkt nehmen. โ€“ Die Verbindung von regnum gratiae und regnum gloriae liegt in der Predigt vom โ€žLammโ€œ;104 darin liegt auch der Unterschied deutlich zu aller eschatologischen Sehnsuchtsfรผlle etwa des NS oder des religiรถsen Sozialismus. โ€“ So wird auch die Gefahr vermieden, nur einen Hymnus vorzutragen, statt zu predigen.
Zum filioque105: Karl der GroรŸe fรผhrte es ein, und rettete damit Deutschland vor der โ€žSchรถpfungstheologieโ€œ!106 Die griechischโ€“orthodoxe Kirche nahm es nicht auf aus ihrer Erlรถsungslehre (ฮธฮตฮฟฯ€ฮฟฮฏฮทฯƒฮนฯ‚107), indem dadurch die Schรถpfung geheiligt wird โ€“ und der zweite Artikel zurรผcktritt (das ฮดฮนแฝฐ ฮงฯฮนฯƒฯ„ฮฟแฟฆ108 hat sie nicht bestritten, aber mit dem Hinweis auf Christus als den Schรถpfer erledigt).
Vers 2: แผ”ฮธฮฝฮท sind Vรถlker. Mit der ฮธฮตฯฮฑฯ€ฮตฮฏฮฑ109 vielleicht der verklรคrte Leib der Seligen bedeutet; es wird keine Krankheit mehr geben. (Bedeutung des Banns110 im Alten Testament: Der Tote wird, was erst vom Kreuz her verstรคndlich ist, ausgesondert, als durch den Teufel dem Tode, und umgekehrt, verfallen; und eben mit dieser Aussonderung ist er Gott zugehรถrig. Darum wird das Verbannte geopfert.)
Vers 4: Taufe. Der mit dem Kainszeichen111 gehรถrt Gott? Wieder Ebenbilder Gottes; die Menschen schรคmen sich nicht mehr voreinander.112 (Wie im Paradies; jedoch ist, Vers 3, die Schlange nicht mehr da.) Vers 5: regieren, aus Genesis 1โ€“3 รผbernommen.113

C. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF FรœR EINEN JUGENDGOTTESDIENST (MITSCHRIFT)114

1. Ihr wiรŸt von schรถnen deutschen Stรคdten, habt davon gehรถrt und sehnt euch danach, nicht nur davon zu hรถren, sondern sie auch zu sehen. Auch von ferneren Lรคndern habt ihr gehรถrt usw.
2. Wenn ihr an ein noch wunderbareres, hier beschriebenes Land glaubtet, wรผrdet ihr nicht sofort dahin gehen?
3. Nun gibt es dieses Land. Wollt ihr euch da wundern, daรŸ es auch Menschen gibt, die nichts mehr hรคlt, sondern die sehen wollen, was sie gehรถrt haben? Die wissen und wandern? Das sind Christen, die auf gehรถrtes Wort hin wandern zum Schauen: โ€žEr zeigte mirโ€œ. Also nicht Faulpelze, Langweiler, ร„ngstliche, sondern wissend von โ€ฆ,115 die auf der Wanderung durch einen tiefen, dunklen Wald sind, durch den hin und wieder die Stadt durchblitzt, um wieder zu verschwinden. Der Weg ist lang, gefรคhrlich, aber darf nicht schrecken. Der Wald: die Welt und unser Leben; wenn wir aber die Stadt sehen kรถnnen, fallen uns die Augen zu, wir sehen nichts mehr vom Wald, wir โ€žsterbenโ€œ, am Ziel.116
4. Aber das ist in Wirklichkeit nicht Sterben, sondern Leben. Dort erst fangen wir an, wirklich zu leben. Es ist ein Lebensland! Strรถme erfrischen uns hier, aber keiner ist wie Kristall. Jenes Wasser aber ist Gottes Wasser, lรถscht Unreinheit und Durst. Das Wasser kommt ja vom Thron, auf dem das Lamm steht, das rein, keusch, heilig ist, unseren Durst lรถscht.117 โ€“ Lebensbaum118: jetzt kein Verbot mehr!119 Selbst die Blรคtter sollen Heilkraft haben fรผr alle Wunden Leibes und der Seele. Keine Krankheit, kein Schmerz usw. Aber auch keine Unreinheit, Unwahrheit.120 Und schon werden unsere Blicke weggerissen zu dem Thron in der Mitte. Um ihn stehen die, die am Ziel ihrer Wanderung angekommen sind. Ihr Antlitz trรคgt den Glanz und das Widerspiel seiner Herrlichkeit. Schon jetzt tragen wir seinen Namen, aber noch nicht erkennbar. Die Nacht, Widerspiel121 des Todes, wird nicht mehr da sein.122
5. Schon das โ€žSehenโ€œ wรคre wunderbar โ€“ aber es soll sogar ein โ€žHerrschen mit ihmโ€œ werden. Dann werden die Christen nicht mehr verspottet werden und sich schรคmen mรผssen; sondern die anderen werden sich schรคmen mรผssen, die nicht mitgewandert sind, weil sie es nicht glaubten. Die Christen werden recht haben.123
6. Wer fรผhrt und herrscht in jenem Lande? Der seltsamste aller Herrscher: das Lamm. Nur wer es kennt, wird dorthin eingehen. Wir kennen ihn: der gekreuzigte Jesus Christus.124 Nur wer sich hier von ihm fรผhren lรครŸt, den lรครŸt er eingehen in sein Reich. Der Wald wird immer finsterer; aber in dem Gekreuzigten ist schon die ganze Zukunft und Herrlichkeit verborgen.125
7. Nun erst sehen wir jenes Land recht.126 Es blitzt vor uns auf, wenn wir aufs Kreuz Christi sehen. Soll es nun wieder vorรผbergehen, oder wollt ihr aufspringen und wandern, daรŸ ihr auch hingelangt? Es ist viel, viel ferner als andere Lรคnder; aber muรŸ es das nicht, wenn es so viel herrlicher ist? Wir brechen auf in den dunklen Wald; aber wir kennen das Ziel, und den, der uns fรผhrt. Ihm nachfolgen. โ€žDer Anfang, das Ende, o Herr, sie sind dein, โ€ฆโ€œ (Fritz Reuter). Fortsetzung: โ€žDie Spanne dazwischen, das Leben, war mein. Und irrt ich im Dunkeln und fand mich nicht aus, Bei dir, Herr, ist Klarheit, und Licht ist dein Haus.โ€œ127

26. DISPUTATION รœBER DIE PREDIGT DES GESETZES1

26.1. THESEN VON GERHARD EBELING2

Thesen zu der Frage Wie predigt die Kirche das Gesetz?

I. (Predigt die Kirche รผberhaupt Gesetz?: Gesetz โ€“ Christus) Die Kirche predigt das Gesetz allein als in Jesus Christus erfรผlltes Gesetz.
1) Die Kirche hat von ihrem Herrn nicht den Auftrag bekommen, Gesetz zu predigen, sondern das Evangelium zu predigen.3
2) Es ist das Wesen der Irrlehre, aus der Predigt des Evangeliums Gesetzespredigt zu machen.
3) Das Evangelium ist die frohe Botschaft von dem einfรผrallemal fleischgewordenen, gekreuzigten, auferstandenen und wiederkommenden einzigen Sohn Gottes, Jesus Christus.
4) Gesetz wird da allein als Gottes Wort geoffenbart, gepredigt, gehรถrt und erfรผllt, wo die Offenbarung in Jesus Christus gepredigt und geglaubt wird.
5) Das Gesetz als Wort Gottes ist so von der Offenbarung Gottes in Jesus Christus umschlossen, daรŸ unter Absehung von dieser Offenbarung eine genรผgende theologische Definition des Begriffes โ€žGesetzโ€œ unmรถglich ist.
6) Das Gesetz, wie es in das Blickfeld der kirchlichen Predigt tritt, ist nur konkret durch den Hinweis auf sein mit ihm selbst nicht identisches ฯ„ฮญฮปฮฟฯ‚4 zu bestimmen als das in Jesus Christus erfรผllte Gesetz.
7) Einheit und Unterschiedenheit von Gesetz und Evangelium sind nicht logisch abzuleiten, sondern nur heilsgeschichtlich aufzuweisen.
8) Gesetz und Evangelium sind keine Gegensรคtze, weil Jesus Christus das eine erste und letzte Wort ist.
9) Gesetz und Evangelium sind in dem einen Wort Gottes dauernd voneinander unterschieden, weil Gott zwischen dem Sรผndenfall und dem jรผngsten Gericht in seiner Offenbarung stรคndig sich herablรครŸt, so mit den Menschen zu reden, daรŸ er ihnen Zeit und Gelegenheit lรครŸt zu hรถren beziehungsweise immer wieder nicht zu hรถren.
10) DaรŸ Jesus Christus das Gesetz erfรผllt hat, ist darum identisch damit, daรŸ in ihm die Fรผlle der Zeit gekommen ist.
11) Das Problem der kirchlichen Predigt des Gesetzes ist mit der Spannung zwischen Pneumatologie und Eschatologie5 gegeben.

II. (Was predigt die Kirche als Gesetz?: Gesetz โ€“ Schrift) Als in Christus erfรผlltes Gesetz predigt die Kirche allein das Gesetz, von dem Jesus sagt, daรŸ er es erfรผlle, nรคmlich das durch die Hand des Mose dem Volk Israel geoffenbarte, im Alten Testament und Neuen Testament bezeugte und ausgelegte Gesetz des dreieinigen Gottes.
1) Die Frage nach Inhalt und Umfang des Gesetzes ist nicht zu beantworten von seinem Wirkungsbereich, sondern nur von seinem Offenbarungsbereich her.
2) Der Offenbarungsbereich des Gesetzes ist in doppelter Weise durch die Offenbarung in Jesus Christus begrenzt: nach der gefallenen Schรถpfung hin durch den Kanon, nach der neuen Schรถpfung hin durch den Leib Christi.
3) Das Gesetz umschreibt also in erster Linie den heilsgeschichtlichen Zwischenbereich zwischen dem Sein in Adam und dem Sein in Christus, wobei die Periode: Moses โ€“ Christus ebenso wie die Periode: Adam โ€“ Moses nicht nur historisch, sondern vor allem typologisch zu verstehen ist.
4) DaรŸ Christus das ฯ„ฮญฮปฮฟฯ‚ des Gesetzes ist, heiรŸt das Dreifache: daรŸ er das Gesetz als heilsgeschichtliche Periode aufgehoben, die Grenzen von dessen Bereich (Kanon โ€“ Leib Christi) in Kraft gesetzt und den Herrschaftsanspruch des Gesetzes durch seinen eigenen Leib รผbernommen und neu vorgebracht hat.
5) Das Gesetz, wie es in den Bereich der kirchlichen Predigt tritt, ist darum immer zunรคchst das Gesetz des Mose (in seiner Einheit von Moral-, Judizial- und Zeremonialgesetz) als die von Gott selbst erรถffnete und in Christus auรŸer Kraft gesetzte Mรถglichkeit, der Welt das Heil zu geben.
6) Da Jesus Christus als einziger das ganze Gesetz in seiner vollen Auswirkung (Fluch) an seinem Leib auf sich genommen, predigt die Kirche dies als ฯ€ฮปฮฎฯฯ‰ฮผฮฑ6 des Gesetzes: die Liebe Christi, die das Leben der ganzen Welt an diesen seinen Leib bindet.
7) Da das von der Kirche gepredigte Gesetz allein dies ist: Bindung des Lebens der Welt an den Leib Christi, so kann die Kirche nicht einzelne Gebote losgelรถst von dieser Beziehung predigen und kann darum auch die Bibel nicht unmittelbar (das heiรŸt ohne christologische Auslegung) als Gesetzbuch benutzen.
8) Die im christologischen Sinn eigentlich gesetzliche (das heiรŸt sachgemรครŸe) Predigt des Gesetzes ist vielmehr die Predigt der Freiheit des an den Leib Christi Gebundenen von der Bindung an irgendwelche verabsolutierten Gebote.
9) Weil der nach auรŸen durch den Kanon begrenzte Offenbarungsbereich des Gesetzes seine innere Grenze am Leib Christi findet, ist es unmรถglich, die Offenbarung des Gesetzes im Unterschied zur Offenbarung des Evangeliums auf das Alte Testament im Unterschied zum Neuen Testament oder auf bestimmte Stellen im Alten Testament und Neuen Testament zu lokalisieren.
10) Allerdings lokalisiert doch der von der Heilsgeschichte her bestimmte Sprachgebrauch das Gesetz im wesentlichen auf das Alte Testament, ohne damit das Eingebettetsein des Gesetzes in die voraus- und mitlaufende VerheiรŸung Gottes aufzuheben.
11) Fรผr die Blickrichtung der kirchlichen Predigt dagegen erscheint Gesetz in christologischer Bezogenheit direkter im Neuen Testament, indirekter im Alten Testament, sodaรŸ der kirchlichen Predigt sich das Gesetz Christi beispielsweise in den apostolischen Parรคnesen in grรถรŸerer Ausgelegtheit darbietet als in der Bergpredigt, und in dieser wieder in grรถรŸerer Ausgelegtheit als etwa im Dekalog.
12) Der Inhalt der kirchlichen Predigt des Gesetzes ist so vielfรคltig wie die Beziehung zwischen dem Kanon und dem Leib Christi, eine Beziehung, die jeweils in der Auslegung der heiligen Schrift neu aufzudecken ist.
13) Alle Teile des alttestamentlichen Gesetzes (nach der gewรถhnlichen, von auรŸen her gemachten Unterscheidung: Moral-, Judizial- und Zeremonialgesetz) haben in der christologischen Auslegung grundsรคtzlich die gleiche Beziehung zu Christus, der das ganze Gesetz erfรผllt hat; ihre verschiedene Stellung in der kirchlichen Predigt des Gesetzes dagegen ist begrรผndet in der Unterschiedenheit von einmaligem und wiederholtem Geschehen am Leibe Christi.
14) Die Gegenwart des Gesetzes Christi allein in der kirchlichen Predigt des Gesetzes auf Grund der Auslegung der heiligen Schrift bewahrt davor, unter Vergewaltigung des notwendigerweise widerspruchsvollen biblischen Gesetzesbegriffes als Ziel theologischer Bemรผhung die Erarbeitung eines Gesetzesbegriffes anzusehen, statt der Erarbeitung gewisser Regeln fรผr die kirchliche Predigt des Gesetzes.

III. (Wem predigt die Kirche das Gesetz?: Gesetz โ€“ Welt) Indem die Kirche Jesus Christus verkรผndigt, trifft es ein, daรŸ von Zion das Gesetz ausgeht an alle Vรถlker.7
1) Mit der Verkรผndigung des Evangeliums an alle Welt nimmt die Kirche schlechthin alles gefangen unter den Gehorsam gegen Christus (Gesetz Christi) und kennt keine Kreatur, die dieser Gefangenschaft durch Autonomie oder Neutralitรคt entzogen wรคre.8
2) Die Totalitรคt des Gesetzes Christi ist nicht eine erstrebte, sondern eine in der Erlรถsungstat begrรผndete faktische Totalitรคt.
3) Die faktische Totalitรคt des Gesetzes Christi wird aber offenbar allein, indem die Kirche das Evangelium aufgrund des Alten Testamentes und Neuen Testamentes predigt.
4) Indem die ganze Welt durch die Erlรถsungstat Christi unter den Anspruch des Gesetzes Christi gestellt ist, sind alle Gesetze, Denkschemata, Philosophien und Religionen der Welt entleert; nur das Gesetz des Mose ist erfรผllt.
5) Durch die Gefangennahme der ganzen Welt unter den Gehorsam gegen Christus wird also die ganze Welt in den Gehorsam gegen das Gesetz des Mose, freilich als das von Christus erfรผllte Gesetz gerufen.
6) Da Christus nicht nur die Juden, sondern alle Welt von der Macht der Sรผnde und dem Fluch des Gesetzes erlรถst hat, predigt die Kirche das Gesetz Christi in gleicher Weise Juden und Heiden, als solchen, die getrennt waren nach dem Plan der Heilsgeschichte durch den Offenbarungsbereich des Gesetzes, die aber nun in gleicher Weise als Sรผnder innerhalb des einen Wirkungsbereiches des Gesetzes offenbar sind, und die durch Christi Erfรผllung des Gesetzes Glieder desselben Leibes Christi geworden sind.
7) Der Unterschied des Verhรคltnisses der Juden und der Heiden zum Gesetz ist dieser: wรคhrend jenen das offenbare Gesetz gegenรผbersteht als das Wort Gottes, liegt diesen die Auswirkung des Gesetzes im eigenen Wesen, verborgen unter der Wirklichkeit der Weltmรคchte.
8) Die Parallelen zwischen dem Gesetz des Mose und den Gesetzen der Heiden sind nicht zu verstehen aus der Tatsache der Schรถpfung, auch nicht aus dem vermeintlichen Willen Gottes zur bloรŸen Erhaltung der Welt, sondern allein aus der christologischen Begrรผndung und Abzielung dieser Erhaltung.
9) Die christologische Verwurzelung der Erhaltung der Welt ist insofern unterschieden von der christologischen Verwurzelung des Gesetzes des Mose, als im Gesetz des Mose Israel die VerheiรŸung des Lebens gegeben ist, wรคhrend die Weltmรคchte ohne jede VerheiรŸung รผber die Heiden herrschen.
10) DaรŸ die gefallenen Engelmรคchte wider ihren Willen um Christi willen und zu seiner Ehre zur Erhaltung der Welt bis auf ihr Ende hin da sind, ohne selbst an der von Christus geschaffenen Erlรถsung Anteil zu bekommen, ist im Geheimnis der Prรคdestination begrรผndet.
11) Der MaรŸstab fรผr die innerweltlichen, im weitesten Sinn politischen Entscheidungen ist nicht ein angeblich neutrales Naturgesetz, sondern allein der Gesichtspunkt, ob und wie dem Leib Christi Raum gegeben wird als der bekennenden Kirche unter dem Wort, die auf ihren Herrn wartet.
12) Das Gesetz Christi trรคgt unmittelbar nichts bei zur immanenten Lรถsung der im Raum des politischen Lebens gestellten Probleme.
13) Das Gesetz Christi bringt darin das Gericht รผber die Welt, daรŸ es diese letztlich sich selbst und ihren immanenten Mรถglichkeiten und Grenzen รผberlรครŸt, freilich nicht zu neutraler Existenz, sondern zum Verderben, um nur die einzelnen Menschen aus der Herrschaft der Mรคchte herauszurufen.
14) DaรŸ von Zion das Gesetz ausgeht fรผr alle Vรถlker, wird erst dann als Heil der Welt offenbar, wenn Himmel und Erde vergehen, mit allen immanenten Mรคchten und Ordnungen.
15) Die kirchliche Predigt des Gesetzes ergeht im strengen Sinn allein an die, an die die kirchliche Predigt des Evangeliums sich richtet.

IV. (Wie predigt die Kirche das Gesetz?: Gesetz โ€“ Kirche) Wenn die Kirche das Gesetz allein als das in Christus erfรผllte predigt, so folgt daraus, daรŸ Christus allein auch das ฯ„ฮญฮปฮฟฯ‚ der kirchlichen Predigt des Gesetzes ist.
1) Die Kirche predigt allein dann das Gesetz Christi recht, wenn sie nicht sich selbst, sondern Christus als Subjekt ihrer Predigt versteht.
2) Nicht die Kirche, sondern Christus allein ist in der Lage, sein Gesetz zu handhaben (โ€žususโ€œ legis).
3) Die Kirche kann sich also nicht von sich aus entscheiden, hier oder da Gesetz oder Evangelium zu predigen oder Gesetz und Evangelium auf Imperativ und Indikativ zu verteilen, sondern sie kann nur in Auslegung der Heiligen Schrift die Tatsache der Erlรถsung in voller Entfaltung predigen und dabei Christus selber als dem Subjekt des Wortes die Auseinanderlegung in Gesetz und Evangelium zu รผberlassen.
4) Christus handhabt sein Gesetz allein durch die Predigt der Kirche.
5) Wird unter dem primus usus legis die verhรผllte Wirksamkeit des Gesetzes Gottes zur Erhaltung der Welt unter den Hรคnden der Weltmรคchte, so kann dieser sogenannte primus usus legis garnicht in eine Reihe gestellt werden mit dem secundus und tertius usus legis, weil hier weder das offenbare Gesetz Christi gehandhabt ist, noch dementsprechend Christus das Subjekt dieses usus ist, sondern der Deus absconditus.9
6) Dieser auรŸerhalb des Offenbarungsbereichs des Gesetzes Christi liegende usus legis wird dann zu einem abusus10, wenn er von der Kirche um der Erhaltung und Rechtfertigung der Welt willen gepredigt wird, statt ihn von Christus her und um Christi willen zur Unentschuldbarmachung der Welt allein als Tatsache aufzudecken.
7) Der sogenannte zweite und dritte usus legis allein kann im eigentlichen Sinn als usus legis bezeichnet werden, so freilich, daรŸ die kirchliche Predigt nicht selber Subjekt, sondern nur Mittel dieser von Christus gehandhabten usus ist.
8) Die ususโ€“Lehre ist also nur eine systematische Hilfskonstruktion, deren Hineinbeziehung in die praktische Theologie gefรคhrliche Folgen hat und nur รผber die Entfaltung der effectus legis11 Berechtigung hat.
9) Auch der effectus legis ist der Kirche nicht in die Hand gegeben, da Christus sowohl Subjekt dieser Wirkung als auch der effectus selber ist, insofern die Predigt des Gesetzes zu nichts anderem dient als zur Erbauung des Leibes Christi.
10) Dabei ist der effectus legis der jeweiligen konkreten Feststellung durch die Kirche in den Grenzen entzogen, in denen es ihr verwehrt ist, die Herzen zu erforschen; und er ist als ein doppelter zu predigen: als Tรถten des alten Menschen und als Bindung des neuen Menschen an den Leib Christi.
11) DaรŸ dieser effectus in der Einheit beider Richtungen wirklich geschieht, darin besteht die impletio legis12, deren Subjekt Christus ist, so gewiรŸ er es ist, der seinen Leib durch Glaube und Liebe zusammenbindet, deren Subjekt aber auch der Wiedergeborene ist, so gewiรŸ dies wirklich an ein und derselben Person des Menschen geschieht, daรŸ der alte Mensch getรถtet und der neue Mensch zum Glied am Leibe Christi geschaffen wird.

26.2. ANFRAGEN BONHOEFFERS (MITSCHRIFT)13

Fragen. (Bonhoeffer)

1.) Ist das Gesetz Offenbarung und was heiรŸt das.
2.) Wie verhรคlt sich der Dekalog zum Zeremonialgesetz etc. Gesetz.14
3.) Wie verhรคlt sich das Gesetz des Alten Testaments zum Gesetz des Neuen Testaments.
4.) Worin liegt das MiรŸverstรคndnis des Gesetzes in Israel?
5.) Darf man sagen, das Evangelium ist das offenbarte Wort Gottes, das sich auf das Tun Gottes erstreckt; das Gesetz ist das offenbarte Wort Gottes, das sich auf das Tun des Menschen erstreckt? In welcher Beziehung stehen diese beiden Aussagen zueinander?
6.) LรครŸt sich das Verhรคltnis von Gesetz und Evangelium chronologisch ausdrรผcken?
7.) Gibt es Verkรผndigung des Gesetzes ohne Verkรผndigung des Evangeliums?
8.) Wie verhalten sich die Ordnungen zum Gesetz Gottes?
9.) Welchen Anspruch hat die Kirche auf die Gestaltung der Ordnung (primus usus)?
10.) Was heiรŸt Erfรผllung des Gesetzes?
11.) Was heiรŸt Freiheit vom Gesetz?
12.) Was heiรŸt Aufrichten des Gesetzes?
13.) Was heiรŸt buchstรคblich und geistliches Verstรคndnis des Gesetzes?
14.) MuรŸ der Christ das Gesetz erfรผllen?

B. VORTRAG

27. VORTRAGSKONZEPT BONHOEFFERS ZUM KONFIRMANDENUNTERRICHT1

Konfirmandenunterrichtsplan2

Warum kommst du in den Konfirmandenunterricht?3

a. Weil ich ein getaufter Christ bin.
b. Weil ich wissen muรŸ, was es heiรŸt, ein Christ zu sein.
c. Weil ich ein Christ werden soll und will.4

aโ€˜ 1. Gott hat etwas an dir getan, ehe du es wuรŸtest und wolltest.5 Wie er dir das zeitliche Leben schenkt aus freier Gnade, so schenkt er dir auch die VerheiรŸung des ewigen Lebens aus freiem Willen. Du gehรถrst ihm in Ewigkeit. [โ€“] NG 131,1โ€“26 [โ€“] Jes 43,1 b. Joh 10,28 ich gebe ihnen das ewige Leben.
2. Gott erinnert dich durch die Taufe, daรŸ es eine Ewigkeit gibt nach der Zeit. Er erinnert dich an den Tod und daรŸ du nach dem Tod ewig bei ihm sein sollst. [โ€“] R 14,7โ€“9 Luk 10,20 freuet euch โ€ฆ
3. Wie Gott dir fรผr dein zeitliches Leben leibliche Eltern und Geschwister gegeben hat ohne daรŸ [du] es wuรŸtest und wolltest, so hat er dir auch fรผr das ewige Leben eine geistliche Mutter und geistliche Brรผder und Schwestern gegeben. Er selbst will dein Vater sein, die Mutter ist die Kirche, die Brรผder sind die Glieder der Kirche.7 [โ€“] 1 Joh 3,1 Mt 23,8
4. Aus all dem lernst du, daรŸ du ganz und gar in Gottes Hand bist und ihm gehรถrst, ob du willst oder nicht, daรŸ Er mit dir handelt, wie es ihm gefรคllt, daรŸ er dein Herr ist. [โ€“] Jes 65,18 2 Mos 20,2 a. |

bโ€˜ Willst du wissen, was es heiรŸt, ein Christ zu sein, so muรŸt du es mit Ernst lernen und รผben. Du muรŸt tรคglich beten und die Bibel lesen, du muรŸt jeden Sonntag die Predigt hรถren, du muรŸt wissen, daรŸ alles Lernen mit dem Kopf nichts hilft, wenn du nicht mit dem Herzen und der Tat gehorchen willst. [โ€“] Ps 34,12 2 Tim 3,15 [Ps] 85,119 119,12.147 f. 111,10 Apg 2,42 1 Tim 4,7 b. 1 Joh 5,3 Joh 7,17 Spr 23,26

cโ€˜ DaรŸ du ein Christ wirst, will Gott, will die Gemeinde, wollen deine Eltern. Es sind aber auch viele da, die nicht wollen, daรŸ du ein Christ wirst. DaรŸ du es trotzdem werden kannst, darum muรŸt du Gott bitten, und dazu soll dir der Unterricht helfen. [โ€“] 1 Mos 17,1 Ps 119,94 Mk 9,24 Ps 145,18 Ps 7,210 2 Tim 2,3 1 Ti 1,18

Was heiรŸt es, daรŸ du Christi Namen trรคgst?11 Es heiรŸt, daรŸ Christus mich angenommen hat, und daรŸ ich mit meinem ganzen Leben12 Christus Ehre und Lob bereiten soll hier und in Ewigkeit. [โ€“] Phil 2,10 โ€ฆ sich beugen sollen โ€ฆ Mt 28,19 4 Mos 6,27 1 Kor 10,31 b
1. DaรŸ du den Namen Christi tragen darfst, ist deine hรถchste Ehre. Du gehรถrst mit Christus zusammen, du bist sein Glied. [โ€“] Offbg 22,4
2. Dem Namen Christi muรŸt du zu jeder Stunde, in Gedanken, Worten und Taten, Ehre bereiten und ihn niemals schรคnden. [โ€“] Ps 115,1 2 Tim 2,19 โ€ฆ wer den Namen Christi nennt.
3. Der Name Christi stellt dich heraus aus all denen, die sich in der Welt nach anderen Namen nennen. Trรคgst du den Namen Christi, so bist du ein Zeuge Christi, fรผr ihn oder gegen ihn. [โ€“] Mt 5,14โ€“16 1 P[etr] 2,12.
4. Wirst du verspottet und leidest du, weil du den Namen Christi trรคgst, so ist das deine hรถchste Wรผrde und Gottes groรŸe Gnade an dir. [โ€“] 1 Petr 4,14 Ap. 5,41 | โ€žIhr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.โ€œ (!) 1 Petr 1,16. แผ…ฮณฮนฮฟฮน13

Wer lehrt dich in deinem Leben allezeit Christus Ehre zu machen?14 Christus Ehre bereiten kann ich allein durch Gehorsam, Glauben, Gebet, Empfang seiner Sakramente, Beichte und Empfang der Vergebung meiner Sรผnden.15
Woher weiรŸt du das? Aus der heiligen Schrift und aus dem Katechismus.
Was ist die heilige Schrift? Sie ist Gottes eigenes Wort,16 in dem er mir und seiner Gemeinde durch seine Propheten und Apostel Jesus Christus als seinen Sohn und meinen Hei[land] verkรผndigen lรครŸt17.
Was ist das Alte Testament? Das Alte Testament ist Gottes Wort und Zeugnis von seinem Bund mit18 seinem auserwรคhlten Volk, den Kindern Israel, und von dem Kommen19 des Messias,20 Jesus Christus. [โ€“] Joh 4,22 b 5,39.46 Luk 24,44 Ap 28,23 17,11 R 15,4 1 Kor 15,2 f.
Was ist das Neue Testament? Das Neue Testament ist Gottes Wort und Zeugnis von der Erfรผllung aller VerheiรŸung in Jesus Christus und von der Grรผndung seiner Kirche durch den Heiligen Geist.21
Fรผr wen ist die heilige Schrift geschrieben? Sie ist geschrieben fรผr die Kirche, daรŸ sie ihre Predigt allein auf sie grรผnde, fรผr jeden, der รผber Gott und Jesus Christus etwas denken oder sagen will,22 daรŸ er jede Wahrheit an der Schrift messe, fรผr dich, daรŸ du darin das lautere Wort Gottes an dich hรถrst und lernst und danach tust. [โ€“] Eph 2,20 2 Tim 3,16 f.23 |
Was ist der Katechismus? Der Katechismus ist ein Bekenntnis meiner Kirche, in dem die Botschaft der heiligen Schrift zusammengefaรŸt ist. Er enthรคlt die lautere Lehre des Evangeliums nach der Erkenntnis der Schrift, wie sie der Heilige Geist unserer Kirche gegeben hat.
Wozu braucht die Kirche auรŸer der Schrift noch ein Bekenntnis? Das Bekenntnis ist die Antwort der Kirche auf das gepredigte24 Wort Gottes. Es ist die Antwort der Kirche auf das Wort der Irrlehrer und Feinde. Das Bekenntnis steht immer unter der Schrift und wird an der Schrift gemessen.
Was sind die hauptsรคchlichen Bekenntnisse unserer Kirche? Kleiner und GroรŸer Katechismus, Confessio Augustana, die Erklรคrung von Schmalkalden25, Barmer Erklรคrung.26
Wozu ist uns die Schrift und der Katechismus gegeben? DaรŸ wir Jesus Christus recht erkennen und unser Leben zu seiner Ehre fรผhren kรถnnen.

Vom Gehorsam

Wie erkennst du den Willen Gottes? Gott hat uns sein Gesetz offenbart. Nur wenn Gott selbst mir sein Gebot27 sagt, kann ich es wissen.28 [โ€“] Mi 6,8 [Ps] 119,18
Was wรผrde aus dir29, wenn du Gottes Gebot30 nicht kenntest? Ich mรผรŸte ein verlorener Mensch sein, der in die Irre geht, der den rechten Weg nicht gehen kann. Darum muรŸ ich Gott | von Herzen dafรผr danken, daรŸ er mir seinen Willen gesagt hat. Sein Gebot ist seine Gnade. [โ€“] [Lied] 159,431 Ps 119,19 119,7 ich danke dir von rechtem Herzen โ€ฆ [Vers] 5.
Wie heiรŸt das hรถchste Gebot? โ€žHรถre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemรผte und von allen deinen Krรคften. Das ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: Du sollst deinen Nรคchsten lieben wie dich selbst.โ€œ (Mk 12,29[โ€“31 ])
a. Christus gibt das hรถchste Gebot, aber er gibt es mit den Worten des Alten Testaments. Es ist ein und dasselbe Gebot im Alten und Neuen Testament. [โ€“] Mt 5,17.
b. Israel ist das Volk Gottes, damals und heute. Wir sind das Israel, das Jesus meint. Gott offenbart sein Gebot Israel, seinem Volk, der Kirche. Das ist seine Gnade. [โ€“] Gal 4.
c. โ€žHรถre Israelโ€œ โ€“ das ist das erste. Israel weiรŸ nicht von selbst Gottes Willen, es muรŸ hรถren. Gott will zu ihm reden. รœber allem Tun steht das Hรถren I Sam [3,10] Lk 10[,38โ€“42] (Maria).
d. Was sollst du hรถren? Gott sagt Israel, daรŸ er allein Gott sei und kein anderer Gott da sei. Er ist Israels Gott und Herr. Der Gott Israels ist der einzige Gott. So hat Er es gewollt und gesagt. Er ist dein Gott. Hรถre das!
e. Hast du gehรถrt und geglaubt, dann kannst du das folgende Gebot verstehen: Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen.32 Er verspricht dir, daรŸ Er allein dein Gott sein will, nun laรŸ ihn allein deinen Gott sein, Er hat dich zuerst geliebt, nun liebe du ihn. Er hat zu dir gesagt: du bist mein, sage du nun auch zu ihm: ich bin dein.33
f. Was hat Gott dir geschenkt? sich selbst. Was sollst du | ihm geben? mich selbst โ€“ mein Herz, Seele, Gemรผt, Krรคfte. Spr 23,2634 Nichts sollst du ihm an dir vorenthalten, er will dich selbst, wie du bist, er will nichts von dir, aber er will dich ganz.35
g. Was heiรŸt Gott lieben?36 Gott lieben heiรŸt ihm alles geben, was mir gehรถrt, nichts fรผr mich haben wollen, ihn bei allem was du tust37 nach seinem Willen fragen, gern an ihn denken, gern zu ihm beten, gern sein Wort hรถren und lesen.37
h. Was heiรŸt: den Nรคchsten lieben, wie dich selbst?39 Es heiรŸt, ihm ganz gehรถren wollen, nichts fรผr sich selbst wollen, ihm unser ganzes Herz schenken. Nur wer Gott liebt, kann seinen Bruder lieben. Und nur wer seinen Bruder liebt, liebt Gott. [โ€“] 1 Joh 3,11 3,20 f.40
Wo hat Gott seinem Volk das Gesetz des Lebens offenbart? am Sinai in den 10 Geboten. Ex 20,2โ€“17 โ€“ biblische Zรคhlung!41
a. Welche Zusage gibt uns Gott vor den Geboten?42 Gott sagt: โ€žich binโ€œ โ€“ wรคhrend alle Menschen werden und vergehen, sagt Gott: โ€žich binโ€œ โ€“ so spricht der am Anfang und Ende ist, Gott, der Schรถpfer.
Gott sagt: ich bin โ€žder Herrโ€œ โ€“ alle Herren der Welt sind dem Tod und der Sรผnde unterworfen. Nur einer ist Herr auch รผber Tod und Sรผnde. โ€žIch bin der Herrโ€œ, so spricht Gott, der Versรถhner, Christus.
Gott sagt: ich bin der Herr โ€ždein Gottโ€œ โ€“ alle Gรถtter der Menschen suchen ihre eigene Ehre, unser Gott sucht uns43, er will dein Gott sein โ€“ so spricht Gott, der Heilige Geist. |
Der Dreieinige Gott will unser Gott sein. Er hat sich aus allen Vรถlkern ein Volk erwรคhlt aus der Knechtschaft in ร„gyptenland. Das erlรถste Volk ist Israel, die Kirche Gottes. Der Dreieinige Gott schenkt der Kirche seine Treue und Gegenwart. [โ€“] Offbg 1,8 Jes 41,10.
b. Was offenbart der Dreieinige Gott seiner Gemeinde im ersten Gebot der Schrift?44 Gott ist allein Gott. Wir sollen Gott allein anbeten und an nichts sonst in der Welt unser Herz hรคngen.45 [โ€“] Mt 6,24.21. 4,10 b Apg 5,29. Jes 42,8.
c. Was offenbart der Dreieinige Gott seiner Gemeinde im zweiten Gebot der Schrift? Gott ist Herr und wir sollen niemals versuchen, ihn mit Bildern, Gleichnissen, Begriffen, Weltanschauungen einzufangen. [โ€“] Jes 40,25 Joh 4,24 R 1,22 ff[โ€“25] Apg 17,24 f
d. Was offenbart Gott seiner Gemeinde im dritten Gebot der Schrift? Gottes Name heiรŸt der Dreieinige Gott. Wir sollen Gottes Namen niemals in den Mund nehmen, wenn wir nicht ihn, den Dreieinigen Gott, aus aufrichtigem Herzen meinen, sonst betrรผgen wir andere und uns mit dem MiรŸbrauch des offenbaren Namen Gottes. Eid! Wir sollen auch bei keinem geforderten Eid den Namen Gottes miรŸbrauchen.46 [โ€“] Mt 6,9 Ps 86,11 111,9 124,8 unsere Hilfe โ€ฆ Joh 12,28 โ€ฆ Vater, verklรคre โ€ฆ
e. Was offenbart Gott seiner Gemeinde im vierten Gebot der Schrift? Gott hat einen Tag der Ruhe gewollt, der allein dem Gottesdienst gehรถrt. Zu dieser Ruhe sollen wir kommen. Darum sollen wir jeden siebenten Tag an diese Ruhe erinnert werden und diesen Tag dem Gottesdienst mit seiner Gemeinde allein hingeben und ihn nicht entheiligen. [โ€“] Hebr 4,9.10. Mk 16,9 a. Apg 20,7 a Mk 2,27 f. |
f.47 Was offenbart Gott seiner Gemeinde im fรผnften Gebot der Schrift? Gott hat uns unsre Eltern zu Herren gesetzt, daรŸ wir dadurch erinnert werden, daรŸ Er Herr unseres Lebens ist und nicht wir selbst. So hat Gott dem Vater und der Mutter durch sein Gebot grรถรŸere Ehre gegeben als irgendeiner anderen Macht รผber uns. So hat Gott sie eingesetzt, daรŸ sie an seiner Statt an uns tun und wir ihnen an seiner Statt gehorchen. Eine Gemeinde solchen Gehorsams hat die VerheiรŸung des langen Lebens.48 [โ€“] Eph 6,2 Ko 3,20 Spr 4,1 13,1 30,17 17,6 โ€ฆ der Kinder Ehre sind [ihre] Vรคter Luk 2,41โ€“52 Luk 14,2649
[g.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im sechsten Gebot der Schrift? Gott ist allein der Herr รผber alles Leben und hat uns50 Freund und Feind gegeben, daรŸ wir ihm nicht Schaden tun, ihn hassen, verachten, ihm zรผrnen, sondern ihn lieben, sein Leben erhalten, ihm dienen, wohltun, vergeben, fรผr ihn beten. [โ€“] Mt 5,21 f 44 I Joh 3,1551 [Gen] 9,6. Mt 26,52 R 12,21
Wer allein fรผhrt das Schwert mit Recht?52 Gott hat ein Amt des Schwertes eingesetzt, den รœbeltรคtern zu wehren und den Guten53 zu Lob. Die Obrigkeit soll das gerechte Schwertamt sein; ihm sollen wir gehorchen und nicht widerstehen. [โ€“] R 13,3 b und 4.
Wie handelt der Christ im Kriege?54 Es gibt hier kein offenbares Gebot Gottes. Niemals kann | die Kirche Krieg und Waffen segnen. Niemals kann der Christ an einem ungerechten Krieg teilhaben.55 Nimmt der Christ das Schwert, so wird er Gott tรคglich um Vergebung der Sรผnde und um Frieden anrufen.
[h.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 7. Gebot der Schrift? Gott hat Mann und Frau geschaffen und ihre Ehe gesegnet und geheiligt.56 Aber er bleibt Herr auch รผber die Ehe. Darum versagt er uns Zuchtlosigkeit und bรถse Lust; darum ist die Ehe unlรถsbar bis zum Tod. Das ist Gottes Ordnung fรผr die Zeit. In der Auferstehung aber werden sie alle sein wie die Engel. [โ€“] Mt 5,27 f 1 Kor 6,19 1 Thess 4,3 1 Mos 1,27 f 2,18. Mt 19,6 1 Kor 7,29 Zeit ist kurz โ€ฆ Mt 22,30
[i.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 8. Gebot der Schrift? Gott gehรถrt alles,57 was wir haben, nicht uns. Darum schรผtzt er das Eigentum unseres Nรคchsten durch sein Gebot und will daรŸ wir mit unserem Eigentum ihm und dem Nรคchsten dienen.58 [โ€“] Ps 24,1 Hg [Haggai] 2,8 Ps 9,10 der Herr ist des Armen Schutz Spr 19,17. Jac 2,2โ€“6 Luk 16,22 Luk 12,15 1 Tim 6,10 Eph 4,28 Spr 30,8 Apg 4,32. Mt 6,24 ihr kรถnnt nicht Gott โ€ฆ
[k.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 9. Gebot? Gott schรผtzt meinen Nรคchsten, daรŸ ich ihm nicht durch faules Geschwรคtz59 und Verleumdung seine Ehre nehme, sondern ihm die Wahrheit mit Liebe sage. [โ€“] Mt 7,1 Mt 12,36 1 Petr 3,10 Jac 3,2โ€“12 Ps 15,1โ€“3 Eph 4,25 R 12,10.
[l.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 10. Gebot? Gottes Herrschaft versagt uns nicht nur die bรถse Tat und das bรถse Wort60. Schon das innerste Begehren nach dem Unrecht macht uns vor ihm schuldig, der ganz und gar รผber uns Herr sein will. [โ€“] Mt 5,48. 1 Sam 16,7 b Ps 139,1 f61 Hebr 4,12 f |
[m.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde in allen seinen Geboten? Gott will allein und in allem Herr sein รผber uns. Dazu setzt er uns รผberall Grenzen, daรŸ wir ihn darin finden62 und ihn allein anbeten.
Wie nennt die heilige Schrift die Gesetzgebung am Sinai? Es ist ein Bund63, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Gott verheiรŸt seinem Volk Treue und fordert die Treue des Volkes. Gott schlieรŸt den Bund, nicht das Volk, Gott verbรผrgt sich fรผr ihn mit seinem Wort, nicht wir.
Was verheiรŸt Gott denen, die seinen Bund halten? Gott verheiรŸt Barmherzigkeit, Lob, Ehre und ewiges Leben denen, die ihn lieb haben und seinen Bund halten. Gott droht mit Verdammnis denen, die Bรถses tun. [โ€“] 5 Mos 5,9 R 2,7โ€“10 Gal 3,12
Wonach wird Gott uns richten? Gott wird uns richten nach unseren Werken, ob sie gut sind oder bรถse. Ewiges Leben und ewiger Tod hรคngt am Halten der Gebote. [โ€“] 2 Kor 5,10 Mt 16,27 Joh 5,29
Wozu sind uns also die Gebote gegeben? โ€ฆ daรŸ wir sie halten.
Hรคltst du Gottes Gebote?64 nein, ich halte sie nicht, sondern ich bin ihm tรคglich ungehorsam und mache Christus tรคglich Unehre.
Wie nennt die Schrift diesen Ungehorsam? โ€ฆ Sรผnde. |
Was sagt die Schrift รผber unsere Sรผnde? Die Schrift sagt: 1 Mos 8,21 das Dichten โ€ฆ bรถse โ€ฆ R 3,12 f R 7,18 1 Joh 1,8
Was ist die Sรผnde? ist ohne Gott sein, Gottlosigkeit, Unglaube [โ€“] R 14,23.65
Warum tun wir Sรผnde? Weil wir nicht wollen, daรŸ Gott allein Herr รผber uns sei. Wir wollen sein wie Gott.66 Wir wollen selbst Gott sein, und sei es auch nur einen Augenblick lang.67 [โ€“] 1 Mos 3,4.5. Deut 27,26 Gal 3,10
Wie entsteht die Sรผnde? Ich weiรŸ es nicht. Ich weiรŸ nur, daรŸ sie da ist und daรŸ ich daran schuld bin. Und ich weiรŸ auch, daรŸ ich nicht anders kann als immer wieder Sรผnde tun. Es ist ein Zwang68, der stรคrker ist als ich. [โ€“] Jac 1,13โ€“15 Eph 6,12.
Wie nennt die Kirche diesen Zwang? Erbsรผnde. Damit sagt sie, daรŸ alle Menschen von ihrer Geburt an Sรผnder sind. Sie mรผssen sรผndigen und wissen doch, daรŸ sie selbst daran schuld sind. Das ist ein Geheimnis. [โ€“] Ps 51,7 R 3,12 f
Wie erklรคrt die heilige Schrift die Erbsรผnde? โ€ฆ sagt, daรŸ durch Adams Ungehorsam69 alle seine Nachkommen unter der Sรผnde sind. In Adam haben wir alle gesรผndigt. [โ€“] R 5,1170 (1 Mos 4,12?)
Wer ist der Anstifter der Sรผnde? Der Teufel versucht uns mit allerlei Anfechtungen und will uns von Gott losbringen.
Wer ist der Teufel? Der Teufel ist der bรถse Feind Gottes. Er will uns Gott ent- | reiรŸen und in seine Herrschaft bringen. Er ist der Versucher und Verfรผhrer. Er ist unser Verklรคger. Er ist der Zerstรถrer alles Lebens. Sein Reich ist die ewige Verdammnis. [โ€“] 1. Mose 3,4.5. Mt 4,1โ€“11 Eph 6,11 2 Kor 11,14 Hiob 1,6โ€“12 Offbg 12,10 1 Petr 5,8 Die Dรคmonischen71 โ€“
Wessen bedient sich der Teufel um uns zur Sรผnde zu verfรผhren? โ€ฆ unseres Fleisches und der Welt.
Was bedeutet in der Schrift Fleisch? Fleisch ist alles in mir, was aus eigener Kraft leben will und die eigene Lust und den eigenen Willen sucht72. Fleisch ist Selbstliebe und Stolz. Auch das scheinbar beste Leben ist Fleisch, wenn es sich selbst liebt und nicht Gott allein die Ehre geben will. Das Fleisch ist HaรŸ gegen Gott. [โ€“] R 7,18 8,12 f. [I Kor] 15,50
Was bedeutet in der Schrift die โ€žWeltโ€œ? Die Welt ist alles um mich herum, was unter der Macht und dem Fluch der Gottlosigkeit ist. Die Welt ist alles, was mein Herz von Gott abziehen will.73 Ich lebe mitten in dieser Welt.
Wer bist du also? Ich bin verkauft unter die Sรผnde, unter Fleisch, Welt und Teufel und kann Gott und meinen Nรคchsten nicht lieben wie mich selbst.
Was sagt Gott zu dem allen?74 Gott lรครŸt sein Gebot nicht fallen. Er fรผhrt es zum Ende. Gott muรŸ den Sรผnder strafen. Die Strafe der Sรผnde ist das Todesurteil. Das ist Gottes Zorn.75 [โ€“] 1 Mos 3,19 c [3,]24 Ps 5,5 Gal 6,7 f R 6,23 a R 5,1276 |
Warum muรŸ Gott zornig sein77? Weil Gott allein heilig ist und weil auch sein Gebot heilig ist und weil das Gebot78 Gottes in Ewigkeit bleiben muรŸ. [โ€“] 3 Mos 19,2 R 7,12 b Ps 119,96
Straft Gott allein die Menschen um der Sรผnde willen? Gott hat um der Sรผnde der Menschen willen seine ganze Schรถpfung verflucht. Der Mensch soll nicht mehr im Paradies leben, sondern in einer Welt der Arbeit, der Not, des Leidens und des Todes. Wir leben in einer von Gott verfluchten Welt, in der gefallenen Schรถpfung.79
Was sagt Gott durch seinen Zorn80 zu dir? Gott sagt mir, daรŸ ich ein Sรผnder bin und in Ewigkeit verloren und daรŸ kein Mensch mir helfen kann, weil alle Menschen ebenso Sรผnder sind.
Wer allein kann dir helfen, wieder Gott gehorsam zu sein? Gott selbst muรŸ mir helfen, wenn es eine Hilfe geben soll.
Will Gott, daรŸ du verloren gehst? Nein, Gott will nicht daรŸ ich verloren gehe, aber er muรŸ mich doch um meiner Sรผnde willen zum Tod verurteilen. [โ€“] 1 Tim 2,4 Hes 33,11 Ps 103,8โ€“10.81
Hast du irgendein Recht darauf, daรŸ Gott dir hilft? Nein; ich habe garkein Recht auf Hilfe; ich kann es auch garnicht begreifen, daรŸ Gott mir helfen will. Ich kann nur beten: Gott, sei mir Sรผnder gnรคdig. [โ€“] Ps 51.82 |

Vom Glauben

Was hat dir Gott am Anfang der Gebote verheiรŸen? โ€ฆ daรŸ er mein Gott sein und mich lieben will.
Wie kannst du Gott, dem du ungehorsam warst, dennoch deinen Gott nennen, der dich liebt? Allein im Glauben an den Dreieinigen Gott.83
Warum sprichst du von dem Dreieinigen Gott, da Gott doch sagt, er sei ein einiger Gott?84 Es ist Gottes Geheimnis, daรŸ Er Gott sein will als Vater, Sohn und Heiliger Geist. So ist Gott von Ewigkeit her, ewiger Vater, ewiger Sohn, ewiger Heiliger Geist. So ist Gott fรผr uns der Schรถpfer und Erbarmer, der Versรถhner, der Heiligmacher.
Wie erkennst du Gott den Vater? Allein durch Gott, den Sohn, Jesus Christus und seine Offenbarung. [โ€“] Mt 11,27 c. Joh 14,6 b
Wie erkennst du Gott, den Sohn, Jesus Christus? Allein durch Gott den Heiligen Geist. [โ€“] 1 Kor 12,3 (1 Kor 2?)
Wie erkennst du Gott, den Heiligen Geist? Allein dadurch, daรŸ Er mir den Vater und den Sohn offenbart. [โ€“] Joh 16,14.15.
Wer ist Gott der Vater? Er ist der Vater Jesu Christi in Ewigkeit. Er hat die Welt geschaffen und seinen Sohn zu uns herniedergesandt. Allein durch | Jesus Christus ist er unser Vater.85
Wer ist Gott der Sohn? Er ist Jesus Christus, Gott gleich an Ehre und Macht86 und ist aus Liebe zu uns auf die Erde gekommen, um uns dem Vater zu versรถhnen.
Wer ist Gott der Heilige Geist? Er ist Gott dem Vater und dem Sohn gleich an Ehre87 und Macht und kommt tรคglich zu seiner Gemeinde und wohnt in ihr, um sie zu heiligen und ins Himmelreich zu fรผhren.
Wer ist der Dreieinige Gott? Er ist der ewige Gott, der mein88 Gott sein will. Er ist der Gott der 10 Gebote. Er ist der Gott, an den ich glaube. [โ€“] Mt 28,19 2 Kor 13,13 1 Joh 4,13 f Jes 6,689
Was ist rechter Glaube?90 Glauben heiรŸt nicht auf mich selbst, sondern allein auf den Dreieinigen Gott vertrauen. Glauben heiรŸt allem Augenschein und aller Vernunft zum Trotz hรถren was Er mir in seinem Wort offenbart und es gehorsam annehmen. Glauben heiรŸt gewiรŸ sein, daรŸ der Dreieinige Gott mein Heiland ist jetzt und in Ewigkeit.
Was ist das Glaubensbekenntnis der Kirche?91 Apostolicum.
Was heiรŸt es, daรŸ Du Gott deinen Vater92 nennst? Ich glaube, daรŸ Er der Vater Jesu Christi und darum mein lieber Vater ist, dessen Kind ich bin und der fรผr mich sorgt nach Leib, Seele und Geist.93 [โ€“] Mt 3,17 Eph 3,15โ€“21 Jes 63,16 b Mt 6,26 Lk 11,13 Ps 103,13 I Petr 5,7 Ps 23 |
Warum muรŸt du sagen, daรŸ du das glaubst94, kannst du es nicht tรคglich erkennen? ich glaube es gegen alle Vernunft, daรŸ Gott, der Herr, der mich verwerfen muรŸ, mein lieber Vater ist.
Was heiรŸt es, daรŸ du Gott den Allmรคchtigen nennst? Ich glaube, daรŸ Gott Macht hat รผber alles. Er kann machen, was er will. [โ€“] 1 Mos 17,1 Jes 40,12โ€“25 Hiob 38. 42,2 Ps 115,3
Warum muรŸt du sagen, daรŸ du das glaubst, kannst du es nicht von Natur erkennen? ich glaube es gegen alle Vernunft; denn ich sehe viele andere Mรคchte in der Welt, die stรคrker erscheinen als Gott.
Was heiรŸt es, daรŸ du Gott den Schรถpfer nennst? Ich glaube, daรŸ Gott alle Dinge aus dem Nichts erschaffen hat, und daรŸ er auch mich erschaffen hat samt allen Geschรถpfen95. Ich glaube, daรŸ seine Schรถpfung sehr gut ist. Ich glaube, daรŸ alle Geschรถpfe dem Schรถpfer dienen mรผssen. [โ€“] 1 Mos 1,1 Ps 33,9 8,6.7. 104,29 bโ€“30.
Warum muรŸt du sagen, daรŸ du das glaubst, kannst du es nicht von Natur erkennen? Ich glaube es gegen alle Vernunft und natรผrliche Erkenntnis, denn ich sehe, daรŸ die Welt in Natur und Geschichte bรถse ist und daรŸ die Sรผnde herrscht und erkenne in ihr den Schรถpfer nicht. Ich glaube es aber, weil das offenbare Wort des Schรถpfers [es] mir sagt. [โ€“] Hebr 11,3. Ps 19. Ps 104.
Hat der Schรถpfer die gefallene Welt verlassen?96 Nein, Gott erhรคlt mich und alle Geschรถpfe auch in der gefallenen Welt. Er hat der Welt eine Notordnung gegeben, daรŸ sie sich nicht selbst vernichtet, und einen neuen Friedensbund mit ihr gemacht.97 [โ€“] 1 Mos 8,21โ€“9,17 |
Wie wirkt Gott, der Schรถpfer, in der erhaltenen Welt?98 Er weiรŸ alle Dinge im voraus und wirkt in allen Dingen. Er setzt dem Bรถsen seine Grenzen und lรครŸt den Seinen alles zum Besten dienen. [โ€“] Mt 10,30 Ps 139,1โ€“3 1 Mos 50,20 R 8,28 Ps 37,5
Warum lรครŸt Gott soviel Sรผnde99 und Leid in der Welt zu? Wir sollen erkennen, wer wir sind und was wir getan haben. Wir sollen auch erkennen, daรŸ diese Welt nicht unser letztes Ziel ist.
Wozu erhรคlt Gott die gefallene Welt? Gott erhรคlt die Welt allein um100 seines Sohnes Jesus Christi willen,101 den Er uns zur Erlรถsung sendet und auf dessen Wiederkunft wir warten.102
Wodurch ehrst du Gott, den Schรถpfer und Erhalter der Welt? Ich will Gott alle Tage danken, daรŸ er mein Gott ist, ihm gehorchen und ihn bitten, daรŸ er mich erhalte zum ewigen Leben.
Wer ist Jesus103? Er ist Gottes Sohn, das heiรŸt Gottes Wort und Offenbarung, er ist mein Herr im Leben und Sterben104. Er ist der Christus Gottes. [โ€“] Joh 1,1.14. Joh 6,68 f
Was hat der Sohn Gottes fรผr dich getan? Er ist um meinetwillen Mensch geworden. Er hat um meinetwillen gelitten bis zum Tode am Kreuz. Er ist um meinetwillen105 auferstanden vom Tode und zum Himmel gefahren. Er wird wiederkommen und mich in sein Reich bringen.106 |
Warum ist Gottes Sohn Mensch geworden? Aus reiner Barmherzigkeit kam er auf die Erde. Er wollte mein Bruder und mein Heiland sein.107 [โ€“] Luk 2 Phil 2,6 f. 2 Kor 8,9 Gal 4,4 Hebr 2,18
Wo ist Gottes Sohn Mensch geworden? Gott wurde Mensch im Volke Israel.108 Dort hatte er sein Kommen verheiรŸen durch Gesetz und Propheten. Jesus Christus war Jude aus dem Samen Davids.109 [โ€“] Joh 4,22 Jes 7,14 9,5 f 11,1 f. Deut 18,15 Mi 5,1 Jer 23,5 f.110
Wie ist Gottes Sohn Mensch geworden?111 Nur so, daรŸ Gott sich wunderbar erniedrigt und die menschliche Natur annimmt, doch ohne die Sรผnde. Er trรคgt in seiner menschlichen Natur die ganze Menschheit. Im Leibe Jesu sind wir alle beschlossen. Er steht und handelt stellvertretend fรผr uns alle. [โ€“] R 8,3 1 Kor 15,22.
Was heiรŸt: empfangen vom Heiligen Geist? Jesus112 ist wahrer Gott.
Was heiรŸt: geboren von der Jungfrau Maria? Jesus ist ohne Sรผnde wahrer Mensch geworden.
Wer ist Jesus Christus? Jesus Christus ist ganz Gott und ganz Mensch in einer Person. Er ist darum der Mittler zwischen Gott und mir und mein Heiland. [โ€“] 1 Tim 2,5113
Worin unterscheidet sich Jesus, Gottes Sohn, von uns, den Kindern Gottes? Jesus ist Gottes Sohn von Ewigkeit und wir sind nur durch ihn an Kindes Statt von Gott angenommen. Gott ist unser Vater nur durch Jesus. [โ€“] R 8,15 ff Eph 1,5โ€“9.114 |
Worin unterscheidet sich Jesus von anderen groรŸen Menschen und Helden? Alle Helden kommen aus der Niedrigkeit und wollen groรŸ sein, Jesus kommt aus der Hรถhe und will niedrig sein. Alle Helden sind Menschen und wollen wie Gott115 sein, Christus ist Gott und will Mensch sein. Alle Helden sind von der Erde geboren, Christus ist aus Gott geboren.116 [โ€“] Joh 3,6 Apg 4,12
Was bedeutet es fรผr dich, daรŸ Jesus Christus wahrer Gott ist? Ich darf auf ihn meinen ganzen Glauben setzen und seinem Wort vertrauen im Leben und Sterben. Ich weiรŸ, daรŸ รผberall wo Er ist, Gott selbst ist.117
Was bedeutet es fรผr dich, daรŸ Jesus Christus wahrer Mensch geworden ist? Ich weiรŸ, daรŸ Er mein Bruder ist und all mein Elend fรผr mich getragen hat. Ich weiรŸ, daรŸ er mein Wesen kennt und mir in allen Dingen helfen kann.118
Was bedeutet es fรผr dich, daรŸ Jesus Christus dein Mittler ist? Ich weiรŸ, daรŸ Jesus alles an meiner Statt getan hat. Er hat fรผr mich Fleisch angenommen, fรผr mich das Gebot erfรผllt, er hat fรผr mich die Strafe der Sรผnde erlitten, er ist fรผr mich gestorben und wieder auferstanden. Er steht zwischen mir und Gott. [โ€“] Joh 14,6
Wer hat dir den Mittler gesetzt? Gott selbst hat mir einen Mittler gegeben. Gott trat fรผr mich ein. Gott hat den Bund wieder aufgerichtet. |
Wozu brauchst du einen Mittler? Ich armer, verlorener Mensch kann Gott nicht von selbst [finden]. Der Gott, den ich von selbst finde, ist119 ein Gehirngespinst120. Darum schenkt Gott mir selbst den Mittler, durch den ich ihn wieder finden kann.
Warum nennst du Jesus Christus deinen Herrn?121 Weil er fรผr mich Teufel und Tod122 besiegt hat und mich aus ihrer Gewalt erlรถst hat, damit ich ihm ganz allein gehรถre und diene.123 [โ€“] 1 Kor 15,55โ€“57 1 Joh 3,8 b Heb 2,14 Ti 2,14 R 7,24 f.
Worin besteht die Herrschaft Jesu? Darin, daรŸ er mir dient und daรŸ ich mir von ihm dienen lasse. [โ€“] Mt 20,28. Joh 13[,1โ€“15] FuรŸwaschung
Worin besteht der Dienst Jesu? Zuerst darin, daรŸ Er uns das Heil Gottes vollkommen offenbart hat, in seiner Lehre. Zweitens darin, daรŸ Er uns mit Gott versรถhnt hat, in seinem Leben und Sterben. Drittens darin, daรŸ Er uns in Ewigkeit regiert, in seinem himmlischen Regiment.
Wie heiรŸen die drei ร„mter Jesu? Prophet, Priester, Kรถnig.124
Was sagt die Schrift รผber die Lehre Jesu Christi?125
1. Jesus hat den Anbruch des Reiches Gottes verkรผndigt. [โ€“] Mt 4,17.23. Mt 5,3.10 12,28 13. 19,14 Luk 17,20 f Luk 10,18 Mt 6,10
2. Jesus hat alle ins Reich Gottes gerufen. [โ€“] Luk 14,16โ€“24 Mt 22,42 ff126 Luk 23,42
3. Jesus hat gelehrt, daรŸ das Reich Gottes in ihm angebro- | chen sei und ruft darum alle Menschen zu sich. [โ€“] Mt 11,2โ€“6 Mt 11,28 f Joh 14,6
4. Die Gabe des Reiches Gottes ist Sรผndenvergebung, neues Leben in der Gemeinde und ewige Seligkeit. [โ€“] Mt 5,1โ€“[12]127 Mk 10,28 ff[โ€“30]
5. Jesus hat gelehrt, daรŸ in das Reich Gottes nur die kommen kรถnnen, die den Willen Gottes tun. [โ€“] Mt 7,21
6. Der Wille Gottes ist nicht unsere eigene Gerechtigkeit, sondern BuรŸe, Glaube und Nachfolge128. [โ€“] Mt 4,17. 9,13 11 Luk 15(,7) Mk 1,15 Mt 8,5โ€“13 15,21โ€“28 21,31 f Mk 9,23 f Mt 21,31 Joh 7,17 Mk 2,13 f Luk 9,57 ff Mt 16[,24โ€“26]
7. Jesus hat [in] seine Nachfolge des Kreuzes gerufen.129
8. Jesus hat gelehrt, daรŸ die Nachfolge einen Bruch mit dem ganzen vorigen Leben bedeutet. [โ€“] Mk 2,13 f Mt 19[,16โ€“30]130 Mt 5,29 ff131.
9. Jesus hat seinen Nachfolgern das ewige Reich zugesagt. [โ€“] Luk 12[,32]
10. Jesus hat bekannt132, daรŸ er der Christus sei. [โ€“] Mt 16,13โ€“21 21,1โ€“11 26,63 f
11. Jesus hat gelehrt, daรŸ der Glaube an ihn133 รผber Tod und Leben entscheidet. [โ€“] Joh 3,16.18. 5,24 6,35 14,1
12. Jesus hat gelehrt, daรŸ sein Tod und Auferstehen unsere Erlรถsung ist. [โ€“] Mk 10,45 Joh 11,25 ff
ZusammengefaรŸt: Jesus hat verkรผndigt, daรŸ Er der Sohn Gottes des Vaters und unser alleiniges Heil sei.134 [โ€“] (Apg 4,12 Joh 14,6)
Was sagt die Schrift รผber das Leben Jesu Christi?
Jesus ist der Zรถllner und Sรผnder Bruder gewesen.135 [โ€“] Mt 9,9โ€“13 18,11. 19,11136.
Jesus ist der Heiland der Kranken gewesen. [โ€“] Mk 1,21โ€“39 und รถfter
Jesus ist Herr รผber die Teufel gewesen. [โ€“] Mt 8,28 ff Mt 12.22โ€“30 |
Jesus ist Herr รผber den Tod gewesen. [โ€“] Luk 7,11 ff 8,40 ff[49โ€“55] Joh 11,1โ€“46
Jesus ist Herr รผber die Natur gewesen. [โ€“] Mt 8,23โ€“27 14,22โ€“33
Jesus Christus ist das Wort, das er gepredigt hat, in seinem Leben selbst gewesen. [โ€“] Joh 1,1โ€“14. Mt 13 โ€“ Same ist das Wort.
Jesus hat seinem Vater in der Liebe vollkommenen Gehorsam geleistet und damit mit seinem ganzen Leben das Gesetz vollkommen erfรผllt. [โ€“] Mt 5,17 3,15 (R 3,31) R 10,4 R 13,8 1 Kor 13 Mk 2,23 ff (Sabbath).
Was sagt die Schrift รผber das Leiden und Sterben Jesu Christi?
Das ganze Leben Jesu war ein Leiden (HaรŸ, Verfolgung, Entbehrung). Jesus hat in diesem Leiden Gottes Fluch รผber unsere Sรผnde getragen und ausgekostet.137 [โ€“] Mk 15,34138.
Jesus ist von den โ€žGerechtenโ€œ und von der weltlichen Obrigkeit seiner Zeit ans Kreuz gebracht worden.139
Jesus hat in seinem Leiden140 den Willen Gottes vollkommen erfรผllt und das Zornesurteil141 รผber unsere Sรผnde vollkommen getragen.
Jesus Christus hat damit der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes genug getan und uns von dem Zorn Gottes142 erlรถst.
Jesus starb als der in der Schrift verheiรŸene Messias Israels โ€“ Leidensankรผndigungen [โ€“] 1 Kor 15,2143. Jes 53
Mit Jesus ist unser Fleisch in den Tod gegeben, sind wir der Welt gekreuzigt[,] abgestorben. [โ€“] Gal 6,14
So sind uns im Tode Jesu die Sรผnden vergeben. Wir gehรถren nicht mehr der Welt, sondern Jesus.
In Jesus hat Gott selbst gehandelt, Gott selbst hat das Gesetz erfรผllt, Gott selbst hat den Tod erlitten,144 Gott selbst hat uns mit sich versรถhnt, Gott selbst hat seine Gerechtigkeit erwiesen, auf daรŸ Er allein gerecht sei. [โ€“] 2 Kor 5,21 f145 R 3,23 ff.146 |
Was schenkt dir also das Kreuz Jesu? Ich soll mich in aller Sรผnde, Not und Anfechtung trรถsten, daรŸ mein Herr Jesus in solcher Not bei mir gewesen sei und mich ewig vom Teufel und von der Verdammnis erlรถst hat.
Was bedeutet: โ€žgelittenโ€œ im Glaubensbekenntnis147? Es faรŸt das ganze Leben Jesu zusammen.
Wie kommt Pontius Pilatus ins Glaubensbekenntnis? Sein Name bezeugt erstens, daรŸ der Tod Jesu148 wirkliche Geschichte gewesen ist. Er bezeugt zweitens, daรŸ Jesus unter dem Beistand der weltlichen Obrigkeit gekreuzigt wurde. Er bezeugt drittens, daรŸ schon mit dem Tod Jesu die Begegnung des Christentums mit dem rรถmischen Reich ihren Anfang nimmt.
Warum heiรŸt es noch โ€žgestorben und begrabenโ€œ? Damit es ganz gewiรŸ sei, daรŸ Jesus denselben Tod erlitten hat und im Grab gelegen hat wie wir.
Was heiรŸt โ€žniedergefahren zur Hรถlleโ€œ? Jesus ist auch in die Gemeinschaft und Not der vor seinem Erscheinen Verstorbenen eingegangen, um ihnen das Heil zu bringen.149
Was sagt die Schrift รผber das Kรถnigtum Jesu Christi? Jesus ist auferstanden, zum Himmel gefahren, sitzt zur Rechten des Vaters und wird am Ende der Zeit wiederkommen zum Gericht.
Was schenkt dir die Auferstehung Jesu? Der auferstandene Jesus schenkt mir alle seine Gerechtigkeit. Er schenkt mir dazu ein neues Leben. Er schenkt mir die selige Hoffnung meiner Auferstehung.150 |
Was schenkt dir die Himmelfahrt Jesu?151 Jesus ist jetzt himmlischer Kรถnig รผber alle Welt und mir alle Tage nahe. Jesus ist mein ewiger Fรผrsprecher beim Vater. Jesus wird mich einmal als Glied an seinem Leibe zu sich ziehen. [โ€“] Luk 24. Apg 1. Mt 28,20 1 Joh 2,1 R 8,34 Joh 12,32 17,24 Kol 3,1
Was heiรŸt โ€žsitzend zur Rechten Gottesโ€œ?152 Jesus Christus sitzt auf dem Thron Gottes in gleicher Ehre mit dem Vater. Er hat alle Gewalten der Welt entthront und sein Reich eingenommen. Er ist der Herr seiner Kirche, die er regiert und schรผtzt.
Was verheiรŸt dir die Wiederkunft Christi?153 Jesus Christus wird der letzte Richter รผber alle Welt sein. Er wird gerechtes Gericht halten. Ich darf in froher Hoffnung auf diesen Tag warten, wenn ich mich nur im festen Glauben an Jesus halte und weiรŸ, daรŸ Er das Gericht fรผr mich schon erduldet hat. Darum sollen wir uns freudig auf diesen Tag bereiten.
Wie wirst du deines Glaubens an Gott deinen Vater und Jesus Christus, deinen Herrn, gewiรŸ? Gott, der Heilige Geist, bringt mir Gott, den Vater und Jesus Christus, den Sohn und schenkt und bewahrt mir den rechten Glauben. [โ€“] Joh 16,13 1 Kor 12,3 b R 8,16 1 Joh 4,13 R 5,5 b154
Wo wirkt der Heilige Geist? Allein in der Kirche, das heiรŸt in der Gemeinde der Jรผnger Jesu, die in aller Welt ist.
Was ist die Kirche? 1. Die Kirche ist die aus der Welt herausgerufene erwรคhlte Gemeinde unter dem Wort und Sakrament Christi. | 2. Die Kirche ist der sichtbare Leib Christi. 3. Die Kirche ist die neue Menschheit, die in Christus war, von ihm angenommen und erlรถst ist.
Wo findest du die Kirche gewiรŸ?155 Dort, wo in der Kirche156 das Wort von Christus in Wahrheit157 gepredigt wird und die Sakramente stiftungsgemรครŸ verwaltet werden und der Name Jesu frei bekannt wird.158
Welches ist die rechte Kirche Christi, der du zugehรถrst?159 Es ist die bekennende Kirche in Deutschland.160
Wie alt ist diese Kirche? Sie ist so alt wie die Kirche Christi รผberhaupt, sie ist die Kirche, die von Anfang war und bis ans Ende bleiben wird.
Worauf grรผndet sich diese Kirche? Unsere Kirche grรผndet sich allein auf das Wort Gottes Heiliger Schrift. Dazu hat der Heilige Geist unserer Kirche eine evangelische Auslegung der Schrift und Zeugnis des Glaubens geschenkt in den Bekenntnisschriften der Reformation und der Synode von Barmen.161
Wer regiert die Kirche? Jesus Christus allein regiert die Kirche durch den Heiligen Geist in seinem Wort. In seinem Dienst allein stehen alle ร„mter der Kirche.162
Wer gibt der Kirche ihre sichtbare Ordnung? Allein die Kirche kann sich ihre Ordnung geben. Denn sie ist der Leib Christi. Die Ordnung steht allein im Dienst der Gemeinde. Sie wird allein gemessen am Wort der Schrift.
Wie sieht die Ordnung unserer Kirche aus? Die Leitung der Kirche liegt bei den Bruderrรคten. Die Ver- | tretung der bekennenden Gemeinden sind die Bekenntnissynoden. Beide sind dem Wort der Schrift allein untertan.
Warum gibt es soviel Kirchen?163 Die wahre Kirche ist Eine Kirche in der ganzen Welt. Es ist auch ein Unterschied zwischen irrenden und falschen Kirchen. Mit den irrenden Kirchen haben164 wir Gemeinschaft, die falsche Kirche hat sich von uns getrennt.165
Una166 Worin besteht die Einheit der bekennenden Kirche? Allein in der รคuรŸeren Einheit der Verkรผndigung und des Bekenntnisses, nicht in der innerlichen Einheit menschlicher Gefรผhle und Wรผnsche [und] Gebrรคuche.167
Sancta Worin besteht die Heiligkeit der bekennenden Kirche? Darin, daรŸ das wahre Wort Gottes sie heilig macht, das heiรŸt der Welt entreiรŸt und Gott zueignet, nicht in einer Heiligkeit des Scheinens.
Catholica Worin besteht die Allgemeinheit der bekennenden Kirche? Die bekennende Kirche umfaรŸt alle Vรถlker und Rassen der ganzen Erde. Sie ist in Wahrheit katholische Kirche.
Was heiรŸt: Gemeinschaft der Heiligen? Die Kirche ist eine Gemeinschaft. Gott hat diese Gemeinschaft in Christus geschaffen. Wir sind alle die durch den Heiligen Geist geheiligten Sรผnder. [โ€“] Eph 2,14 1 Kor 12,5 ff R 12,5 ff
Wie lebt diese Gemeinschaft? Alle leben miteinander und fรผreinander. Sie sind eins am Wort Gottes und am Sakrament, sie beten fรผreinander, sie ermahnen, trรถsten und vergeben einander, | sie lieben und dienen einander in allem was sie haben und sind.168 Sie wissen, daรŸ sie in Ewigkeit zusammen169 sein sollen. [โ€“] Act 2,42 ff
Was ist dieser Gemeinschaft verheiรŸen? Der Herr Jesus hat ihr verheiรŸen, daรŸ sie Verfolgung und Kreuz erleiden muรŸ in seiner Nachfolge. Er hat ihr aber auch die volle Seligkeit brรผderlicher Gemeinschaft und den ewigen Sieg verheiรŸen.170 [โ€“] Mk 10,28โ€“31 Mt 16,21โ€“26 Mt 10,16โ€“42 Joh 15,18โ€“25 16,1โ€“4 2 Tim 2,11 f
Wie trรคgt die Gemeinde das Leiden? Sie wundert sich nicht und sie schรคmt sich nicht. Sie freut sich vielmehr der Gemeinschaft ihres Herrn. Sie weiรŸ, daรŸ ihr Kreuz ein Zeichen des Sieges ist. Wo einer leidet, da leiden sie alle mit. [โ€“] 1 Kor 12,23171 1 Petr 4,1.12โ€“19 2 Tim 2,3
Wie lebt die Gemeinde in der Welt? Sie lebt als Fremdling, der in seine Heimat wandert. Sie macht von den Gรผtern der Welt nur zur Notdurft Gebrauch. Sie hat ihr Herz nicht bei der Welt, sondern im Himmel.172 [โ€“] Gen 12,1173 1 Petr 1,1 2,11 Ps 119,19 a Phil 3,20
Kann die Gemeinde die Welt lieben? Es ist der Gemeinde verwehrt, die Welt anders zu lieben als Gott die Welt geliebt hat, nรคmlich durch Jesus Christus. [โ€“] 1 Joh 2,[15โ€“] 17 Joh 3,16
Worin unterscheidet sich das Leben in der Gemeinde vom Leben in der Welt? Die Gemeinde folgt dem Gebot Jesu, die Welt folgt ihrem eigenen Gesetz. |
Wie kann die Gemeinde174 im weltlichen Beruf leben175? Der Christ nimmt seine Arbeit dankbar aus Gottes Hand. Er fristet durch sie sein Leben und dient gern seinen Nรคchsten. Er gehorcht in ihr aber allein seinem Herrn Jesus Christus. Der Christ weiรŸ, daรŸ er nicht durch seine Arbeit, sondern allein durch die Gรผte Gottes lebt.176 [โ€“] 1 Thess 4,11 f 2 Thess 3,7โ€“12. Mt 6,26โ€“29.
Wie steht die Gemeinde177 zu Familie und Volk? Die Gemeinde erkennt sie dankbar als Gaben des Schรถpfers. Sie weiรŸ aber auch, daรŸ der Heilige Geist Menschen fester zusammenschlieรŸt als Blut und Geschichte. In der Gemeinde ist nicht Herr und Knecht, Mann und Frau, Jude oder Deutscher, sondern sie sind allzumal einer in Christus. [โ€“] 1 Tim 4,4 Gal 3,28.
Wie steht die Gemeinde zur weltlichen Obrigkeit? Die Gemeinde ist in weltlichen Dingen der weltlichen Obrigkeit untertan an Gottes Statt, wie ein Fremdling den Gesetzen des Gastlandes gehorcht.178 Die Gemeinde kennt aber nur einen Herrn, dem sie in allem und รผber allem gehorcht, Jesus Christus.179 [โ€“] Mt 22,21 Kol 1,16
Was tut die Gemeinde fรผr die weltliche Obrigkeit? Sie gehorcht ihr bis zum Einsatz des eigenen leiblichen Lebens, sie ist ein Vorbild ehrbaren Lebens, sie betet fรผr sie, sie predigt dem Volk die Wahrheit des Evangeliums. [โ€“] 1 Tim 2,1 1 Petr 2,12โ€“17
Was muรŸ die Gemeinde um Gottes willen von der Obrigkeit erwarten? Die Gemeinde erwartet, daรŸ die Obrigkeit die Gerechten lobt180 und die Bรถsen straft.181 Sie erwartet Freiheit und Schutz ihrer Predigt und ihres ganzen Lebens. Sie fordert Gehorsam gegen Gottes Gebot von jedermann182. [โ€“] 1 Tim 2,1โ€“3. |
Wie stellt sich die Gemeinde zur ungerechten Obrigkeit? Die Gemeinde tut das ihr vom Herrn aufgetragene Werk ohne Furcht. Sie gehorcht Gott mehr als den Menschen. Sie leidet willig alle Strafe und betet fรผr ihre Verfolger. [โ€“] Ap 5,29 1 Petr 2,18โ€“20.
Warum sagst du: ich glaube183 eine heilige allgemeine Kirche? Die Kirche Christi ist eine Kirche der Sรผnder.184 Ich glaube aber dennoch, daรŸ sie die erwรคhlte Gemeinde Gottes sei.
Was schenkt dir der Heilige Geist?185 Der Heilige Geist schenkt mir tรคglich die Vergebung aller meiner Sรผnden, er lehrt mich die Sรผnde von Herzen hassen, macht mein Herz willig zum Gehorsam und fรผhrt mich durch den Tod ins ewige Leben. [โ€“] Ps 51,12โ€“14. 32,1 ff 130 Gal 5,16 ff R 7,14 ff 8,5 ff 1 Thess 4,3 5,23 1 Kor 6,11
Welche Hoffnung gibt dir der Heilige Geist?186 Der Heilige Geist ist mir als Pfand gegeben fรผr die Hoffnung auf das ewige Leben. Ich werde sterben, aber Christus wird mich am jรผngsten Tage leiblich auferwecken zum ewigen Leben in seinem Reich. [โ€“] 1 Kor 15 Joh 5,39 ff187
Wie kannst du also selig werden?188 Allein durch den Glauben an den Dreieinigen Gott.189 |

Vom Gebet

Warum sollst du beten?190 Weil ich mir selbst nichts nehmen kann, sondern alles von Gott erbitten muรŸ; weil ich Gott danken will fรผr alle seine Gaben.191
Warum darfst du beten? Weil mein Herr Jesus Christus es mir befohlen hat und mein Fรผrsprecher sein will.192
Um was sollst du beten? um alle Notdurft Leibes und der Seele,193 die das Kind vom Vater erbittet.
Welche Gebete sind Gott gefรคllig? Ich soll allein Gott selbst in meinem Gebet anrufen. Ich soll alles, was ich bitte, um Christi willen erbitten.194 Ich soll gewiรŸ glauben, daรŸ Gott mich hรถrt. Ich soll von Herzen beten und nicht nur mit dem Mund (Mt 6,5โ€“8). Ich soll oftmals am Tage beten (Morgens, Mittags und Abends). (1 Thess 5,17 R 12,12.)195 [โ€“] Joh 15,7 16,23 f Ps 119196
Wie erhรถrt Gott das Gebet? Er nimmt uns alle unsere Sorge, Not, Sรผnde ab und trรคgt sie selbst. Alle unsere Gebete sind im Kreuz Jesu Christi erhรถrt.197
Wie heiรŸt dich Jesus beten? Vaterunser.198
Was schenkt dir Gott im Gebet? Er schenkt mir die GewiรŸheit, daรŸ ich durch Jesus Christus sein eigen199 bin und bleibe. [โ€“] R 8,15 f. |

Von Taufe, Predigt und Abendmahl und Beichte200

Wie wirst du des Heils teilhaftig? Durch die Taufe.201
Was geschieht an dir in der Taufe? In der Taufe sterbe ich mit Christus. In der Taufe empfange ich Vergebung aller Sรผnden. In der Taufe werde ich erweckt zum neuen Leben in Christus. In der Taufe werde ich Glied des Leibes Christi, der Gemeinde. [โ€“] R 6,1 ff Eph 5,14 Gal 3,27 f.
Wie kannst du dessen gewiรŸ sein?202 Allein durch das Wort Gottes, das mir das sagt und dem ich Glauben schenke. Allein durch den Heiligen Geist, der in mir solchen Glauben wirkt.
Wie empfรคngst du den rechten Glauben? Der Glaube kommt aus der Predigt. Ich muรŸ mich zur Predigt des Wortes Gottes halten, in der Gott mich aller seiner Gaben gewiรŸ macht. [โ€“] R 10,17.
Wie sollst du die Predigt hรถren? Ich soll die Predigt des Evangeliums203 hรถren als Gottes eigenes Wort204 und mich gewiรŸ darauf verlassen, daรŸ mir hier Gott selbst gebietet und mich trรถstet.
Wie will Jesus Christus205 deinen Glauben stรคrken?206 Jesus Christus gibt mir das Heilige Abendmahl. Er schenkt mir darin die Gemeinschaft seines wahren Leibes, er ver- | gibt mir meine Sรผnde und stรคrkt meine Hoffnung auf das ewige Abendmahl im Reich des Vaters.
Wie soll ich das Abendmahl empfangen? Ich soll das Abendmahl empfangen in dem gewissen Glauben, daรŸ ich unter Brot und Wein die wahrhaftige Gemeinschaft mit Leib und Blut Jesu Christi empfange, daรŸ mir meine Sรผnden gewiรŸ vergeben sind und daรŸ ich zu ewigem Leben berufen bin.
Wie bereite ich mich auf das Heilige Abendmahl? Durch die Beichte.
Was ist die Beichte? Es gibt eine allgemeine und eine heimliche Beichte. In der allgemeinen bekenne ich mit der Gemeinde zusammen meine Sรผnde ohne sie bei Namen zu nennen, in der heimlichen Beichte bekenne ich allein meine persรถnliche Sรผnde einem christlichen Bruder.207
Was ist die Hauptsache in der Beichte? Die Hauptsache in der Beichte ist die Sรผndenvergebung, die ich persรถnlich empfange. Christus hat seiner Gemeinde Macht gegeben Sรผnden zu vergeben und zu behalten in seinem Namen. [โ€“] Mt 18,18 Joh 20,22 f.
Was ist die besondere Gabe der heimlichen Beichte? Ich darf alle meine Sรผnden bei Namen nennen und sie auf Christus legen. Ich werde frei von ihnen durch die Vergebung. Ich werde ein neuer Mensch. [โ€“] Jak 5,16 Spr 28,13
Warum soll ich die heimliche Beichte brauchen? Damit ich mich nicht selbst betrรผge, damit ich meinen Stolz breche, damit ich ganz gewiรŸ sein kann, daรŸ mir alle Sรผnden vergeben sind. |
Wie soll ich zur Beichte gehen? Ich soll zur Beichte gehen mit dem herzlichen Verlangen nach der Vergebung und Erneuerung meines Wesens. Ich soll demรผtig alles bekennen, was mich beschwert, ich soll im Glauben um Gottes Vergebung bitten. [โ€“] Ps 51,19.208 Spr 23,26.209
Welche Pflicht210 liegt auf der Beichte? Die Beichte steht unter dem heiligen Beichtsiegel211. Der Beichthรถrer steht an Gottes Statt und ist Mitwisser der Geheimnisse Gottes. Bekenntnis und Vergebung geschehen allein vor Gott.
Was ist also die Beichte? Die Beichte ist nicht ein Gesetz, sondern eine besondere Gnade212 Christi, die er allen anbietet, die in Traurigkeit und UngewiรŸheit fallen, und ernstlich Christ sein wollen213.

Was bedeutet die Konfirmation?214

Ich soll bekennen, daรŸ ich die Taufgnade Christi empfangen habe.
Ich soll bekennen, daรŸ ich gelernt habe, was es heiรŸt ein Christ zu sein.
Ich soll bekennen, daรŸ ich durch die Gnade des Dreieinigen Gottes in der Gemeinde ein Christ sein und werden will bis an mein seliges Ende.215

1 Thema der NTโ€“Vorlesung des dritten Kurses war laut Bโ€™s Jahresbericht 1936, s. I/127 S. 260, โ€žDas neue Leben bei Paulusโ€œ. Am Vorlesungsbeginn standen Ausfรผhrungen zum ฮบฮฑฮนฮฝแฝธฯ‚ แผ„ฮฝฮธฯฯ‰ฯ€ฮฟฯ‚ und zur Taufe, vgl. DBW 4 (N), 232 und 219โ€“226. Gang der Vorlesung s. Anhang III S. 1059 f. Dokumentiert wird im folgenden der Abschnitt โ€žWie gewinne ich teil an diesem Sein in Christus?โ€œ durch Mitschriftpunkte Wolfโ€“Dieter Zimmermanns und durch ein Vorlesungsfragment und Vorbereitungsnotizen aus der Hand Bโ€™s; ferner aus der Mitschrift der รœbergang von der Paulus- zur Synoptikerauslegung und die Hinfรผhrung zur Bergpredigt. B wiederholte fรผr den dritten Kurs aus der NTโ€“Vorlesung des ersten Kurses 1935 die Auslegung von Synoptikerstellen zum Ruf in die Nachfolge und schloรŸ mit seiner Bergpredigtโ€“Auslegung, die er ebenso im ersten und im zweiten Kurs vorgetragen hatte. Beides brachte er 1937 in Teil I des Buches โ€žNachfolgeโ€œ in umgearbeiteter Form zum Druck, s. DBW 4 (N), 27โ€“192. Die Umarbeitung erfolgte also erst nach dem dritten Kurs. Im 12. Finkenwalder Rundbrief 28. 9. 1936 berichtete Bethge: โ€žDer Herr Direktor versucht immer von Neuem, an sein Buch zu kommen โ€“ er lebt angeblich inkognito unter unsโ€œ.

2 NL B 9,5: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann, รผberschrieben โ€žVom neuen Lebenโ€œ, Seite 14โ€“19 (= WDZ). Eigenarten seiner Mitschrift sind der freistehende Doppelpunkt โ€ž:โ€œ als Kรผrzel fรผr Gegenรผberstellung und der hรคufige Gebrauch des Gleichheitszeichens (โ€ž=โ€œ). Auch ein Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit kommt vor, das mit โ€žโ‰ˆโ€œ wiedergegeben wird.

3 WDZ รœberschrift auf Seite 14. Vgl. DBW 4 (N), 230: โ€žWie gewinnen wir nun lebendigen Anteil โ€ฆ?โ€œ

4 Zu ergรคnzen: in das Sein in Christus.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

5 Dt.: โ€žrein passivโ€œ; vgl. DBW 4 (N), 221 Anm. 9.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

NT Neues Testament

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

6 Gal 5,22 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žDie Frucht aber des Geistesโ€œ.

NT Neues Testament

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

NT Neues Testament

7 Vgl. A. Schweitzer, Die Mystik des Apostels Paulus.

8 Dt.: โ€žin Christus hineinโ€œ.

NT Neues Testament

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

9 Siehe Joh 14,1 โ€žNestleโ€œ: โ€žglaubet an mich!โ€œ Vgl. A. Oepke in ThWNT II (1935), 430: Das Glauben auf den Herrn Jesus hin โ€žist eine eigene neutestamentliche Bildungโ€œ.

10 Ergรคnze: โ€žChristiโ€œ.

11 Phlm 5: Glauben โ€žฯ€ฯแฝธฯ‚ ฯ„แฝธฮฝ ฮบฯฯฮนฮฟฮฝ ฮŠฮทฯƒฮฟแฟฆฮฝ (โ€žan den Herrn Jesusโ€œ).

12 Dt.: โ€žGlaube in Christusโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

13 Dt. โ€žGlaube auf ihm [beruhend]โ€œ.

14 Dt.: โ€žGlaube Jesu Christiโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

15 Dt.: โ€žGlaube Gottesโ€œ.

16 Dt.: โ€žGlaube Jesuโ€œ.

17 Zusammenstellung der vorher behandelten Prรคpositionen: (Glauben) โ€žhinein inโ€œ; โ€žinโ€œ; โ€žhin aufโ€œ; โ€žaufโ€œ.

18 Dt.: โ€žGerechtigkeit Gottesโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

19 Dt.: โ€žGerechtigkeit Gottesโ€œ, โ€žeigeneโ€œ, โ€žmeine Gerechtigkeitโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

20 โ€žNestleโ€œ: โ€žGerechtigkeitโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

21 Rรถm 5,16 โ€žNestleโ€œ: โ€žGerechtigkeitโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

22 Dt.: โ€žEnthรผllungโ€œ; Rรถm 1,17 f: โ€žoffenbartโ€œ werden.

23 Dt.: โ€žErscheinungโ€œ; Rรถm 3,21: โ€žoffenbartโ€œ sein.

24 Rรถm 3,25: โ€ždarbietenโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

25 Dt.: โ€žHerrlichkeitโ€œ, in Rรถm 3,23 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt. รผbersetzt mit โ€žRuhmโ€œ.

โ‰ˆ Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit

26 Dt.: โ€žRuhmโ€œ; vgl. Rรถm 4,2.

27 Dt.: โ€žGeduldโ€œ

28 Hiermit und mit dem Folgenden vgl. DBW 4 (N), 270โ€“272.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

29 Dt.: โ€žSรผhnemittelโ€œ; Rรถm 3,25 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žGnadenstuhlโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

30 Gemeint: Der Grund fรผr unsere Rechtfertigung liegt in der Selbstrechtfertigung Gottes.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

31 Dt.: โ€žauรŸerhalb von unsโ€œ (von auรŸen uns zukommend).

32 Dt.: โ€žHeil schaffende Gerechtigkeitโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

โ‰ˆ Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

33 Die Mitschrift WDZ geht weiter (Seite 20): โ€žVI Sterben und Rechtfertigung. Das Bekenntnis der Sรผnde vor Gott und der Anerkennung Gottes ist zugleich โ€ฆโ€œ; vgl. Bโ€™s Vorlesungsfragment NL A 54,12 (im folgenden wiedergegeben).

34 NL A 54,12: hsl., Tinte; Bโ€™s Bogennumerierung: โ€ž5 a)โ€œ.

35 Dt.: โ€žin der Sรผndeโ€œ; ab โ€žnicht โ€ฆโ€œ Zusatz am Rand. Vgl. DBW 4 (N), 223.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

36 Die letztere Stelle ist zugesetzt. Im โ€žNestleโ€œ bei Rรถm 6,11 Querverweis auf I Petr 2,24.

37 Ersetzt: โ€žim Kreuzโ€œ.

38 Ersetzt: โ€žKreuzโ€œ.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

39 Rรถm 6,11 โ€žNestleโ€œ: โ€žAlso [genauso] auch ihrโ€œ.

40 Diese Worte stehen am linken Seitenrand in der Zeile des griech. Zitats.

41 Ersetzt: โ€žwas bedeutet das fรผr die Sรผnde?โ€œ

42 In der Mitschrift WDZ: โ€žHebr 6,4 10,26 12,16/17โ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

43 Sc.: im neuen Leben.

44 Dt.: โ€žim Fleischโ€œ.

45 Ende von Bโ€™s Msโ€“Bogen โ€ž5 a)โ€œ.

46 NL B 9,5: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 21 f (= WDZ).

47 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žSรผnde, so uns immer anklebtโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

48 Siehe Mt 12,31 f; Lk 12,10.

49 Hebr 6,4โ€“6; 12,17.

50 Vgl. M. Luther, Kleiner Katechismus, IV. Hauptstรผck: Taufe (BSLK 516): โ€žโ€ฆ daรŸ der alte Adam in uns durch tรคgliche Reu und BuรŸe soll ersรคuft werden und sterben mit allen Sunden und bรถsen Lรผsten und wiederum soll herauskommen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Heiligkeit nach Gott frageโ€œ.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

51 Dt.: โ€žSรผnderโ€œ (hier Plural; แผฮผฮฑฯฯ„ฯ‰ฮปฯŒฯ‚ Singular).

52 Dt. als Substantiv: โ€žHeiligerโ€œ. Zum รœberwiegen dieses Namens fรผr Christen im NTs. DBW 4 (N), 274 f.

53 Dt.: โ€žFleischโ€œ.

54 โ€žChristus peccator pessimusโ€œ ist eine von Luther รถfter gebrauchte Formel, vgl. bes. M. Luther, Galaterbriefโ€“Vorlesung. 1531 (Auslegung zu Gal 3,13: WA 40 I, 434,5โ€“435,4). Diesen Nachweis wie auch andere Nachweise zu Luther gab Gerhard Ebeling.

55 In der Mitschrift WDZ folgt auf den Seiten 22โ€“24 der Punkt โ€žVIII Versiegelung und Heiligungโ€œ. Diese Themen erhielten im vierten Kurs ein stรคrkeres Eigengewicht; s. II/22.1 S. 725โ€“728 Erich Klapproths Nachschrift 1936/37 NL B 9,6. Bei WDZ stehen (gemรครŸ der nachtrรคglichen Archivpaginierung anschlieรŸend an den Punkt VIII) auf Seite 25โ€“31 Mitschriften der Referate von Wilhelm Rott โ€žRechtfertigung und Heiligung bei Calvinโ€œ und B โ€žRechtfertigung und Heiligung im Neuen Testamentโ€œ, die auf der Freizeit fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses am 23. 4. 1936 gehalten wurden. Danach fรคhrt bei WDZ die Mitschrift der NTโ€“Vorlesung fรผr den dritten Kurs fort mit dem Abschnitt โ€žIX Das gute Werkโ€œ, s. II/15.5 S. 612.

56 NL A 55,3: hsl., Tinte (meist mit breiter Feder), Verbesserungen mit Bleistift. B hat die griech. Wรถrter fast ausnahmslos ohne Akzente geschrieben.

57 Dt.: โ€žWerke โ€“ schรถneโ€œ.

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

58 Die Bibelstellen in diesem Punkt โ€ž1.โ€œ sind mit viel schmalerer Feder jeweils unter das Stichwort gesetzt.

59 Dt.: โ€žguteโ€œ.

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

60 Dt.: โ€žschlechteโ€œ.

61 Dt.: โ€žbรถseโ€œ.

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

62 LB: โ€žungerechteโ€œ, wรถrtlich โ€žgesetzloseโ€œ.

63 Dt.: โ€žtoteโ€œ.

64 Diese Bibelstelle, mit dem Stichwort แผ„ฮบฮฑฯฯ€ฮฑ (โ€žunfruchtbareโ€œ Werke) zusammen oberhalb der Zeile zugefรผgt, und das Folgende ist mit der breiten Feder geschrieben.

65 Dt.: โ€žWerkeโ€“des Fleischesโ€œ, s. Vers 19 (nicht: โ€ž18โ€œ).

66 Dt.: โ€žFrucht des Geistesโ€œ, Gal 5,22.

67 Dt.: Werke โ€žder Gottlosigkeitโ€œ.

68 Dt.: โ€žder Finsternisโ€œ.

69 Dt.: โ€žder BuรŸeโ€œ.

70 Dt.: โ€žWerke โ€“ des Gesetzesโ€œ.

71 Irrtรผmliche Schreibweise Bโ€™s statt: Gal 3,2.5.10.

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

f folgende Seite bzw. folgender Vers

72 Siehe Rรถm 9,16.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

73 Das griech. Wort ist mit Bleistift รผber โ€žalleinโ€œ zugesetzt.

74 Dt.: โ€žSicherheitโ€œ. Gegensรคtzliche Haltung ist certitudo (โ€žGewiรŸheitโ€œ).

75 โ€žmeinโ€œ, beidemal mit Bleistift, ersetzt: โ€žder [Glaube] โ€ฆ das [Werk]โ€œ.

76 NL B 9,5: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 32โ€“36 (= WDZ); dazu aus dem vierten Kurs NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 19โ€“21 (= EK). Beginn des Abschnitts โ€žDas gute Werkโ€œ 1936/37 EK: โ€žDie Rechtfertigung wird nach Paulus den Glaubenden zuteil; die Rettung im Gericht den Geheiligten. Sprechen wir vom Leben โ€šin Christoโ€˜, so stellt sich die Frage nach dem โ€šWerkโ€˜ des Christen, nach den โ€šguten Werkenโ€˜ ein. Paulus kennt nicht unsere Furcht vor dem guten Werk; Zerstรถrung und Gefรคhrdung des Glaubens sieht er nicht in dem guten Werk, sondern in dem bรถsen Werk. Das gute Werk ist vielmehr das, was der Glaube vollbringt und was am Jรผngsten Tag vor Gott offenbar werden soll.โ€œ Vgl. DBW 4 (N), 294.

77 Vgl. II/15.4 S. 611 f (Bโ€™s Punkte โ€žTheologischesโ€œ zu โ€žDas gute Werkโ€œ; sie erscheinen in verรคnderter Reihenfolge in den Mitschriften des dritten und vierten Kurses) und DBW 4 (N), 294โ€“296, einschlieรŸlich Bโ€™s Anmerkung 21) zu Paulus und Jakobus.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

78 1936/37 EK: โ€žist eigentlich Gottes eigenes Werkโ€œ.

79 Im โ€žNestleโ€œ ist แผฯ€แฝถ แผ”ฯฮณฮฟฮนฯ‚ แผ€ฮณฮฑฮธฮฟแฟ–ฯ‚, ฮฟแผท ฯ€ฯฮฟฮทฯ„ฮฟฮฏฮผฮฑฯƒฮตฮฝ แฝ ฮธฮตแฝธฯ‚ (โ€žโ€ฆ die Gott zuvor bereitet hatโ€œ) Lutherโ€“dt. wiedergegeben mit: โ€žzu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hatโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

80 1936/37 EK: โ€žEs ist nicht so, als nรคhme Gott von unserem Handeln fรผr sein Handeln mit uns keine Notiz! Paulus macht das Lob, das der Mensch von Gott zu erwarten hat, zum Motiv seines Handelns selbst. Weil der Mensch weiรŸ, daรŸ er Gott gefallen soll und Lob empfangen soll von Gott her, darum darf er im Blick auf dies Handeln Gottes selbst handeln aus diesem Motiv heraus 1. Kor 3,8.14 4,5 Rm 14,10โ€“12. Es โ€šglaubtโ€˜ zwar der, der in Lastern und Sรผnden lebt, und dieser Glaubende wird gerechtfertigt, aber im Gericht soll der Mensch sich finden lassen im Stande der Heiligung. Wo diese Werke nicht sind, war auch sein Glaube nichts. Von hier aus kein eigentlicher Widerspruch zu Jakobus; Widerspruch nur bei einem nicht rechten Verstรคndnis der paulinischen Rechtfertigungslehre.โ€œ

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

81 1936/37 EK: โ€ždie โ€šRechtfertigungโ€˜ durch das Werk wird abgelehnt, und grade dadurch entsteht das โ€šgute Werkโ€˜ย โ€œ.

82 1936/37 EK: โ€žJakobus erkennt, daรŸ hier wieder (oder: noch) die Mรถglichkeit des Stolzes im Trotzen auf bรถse Werke, im mutwilligen Sรผndigen vorhanden istโ€œ; Randnotiz Klapproths: โ€žZu sehr vom Gegenstand des Glaubens abgesehen, als kรคme es auf โ€šDemutโ€˜ an sich anโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

83 1936/37 EK: โ€žBei beiden geht es um Rechtfertigung ganz aus der Gnade Gottes. Darum, wie Rm 2,13: โ€šDer Tรคter wird gerechtfertigtโ€˜.โ€œ

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

84 Mt 7,21.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

85 Dt.: โ€žWerkโ€œ [heiรŸt in I Kor 13] โ€žLiebeโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

86 Dt.: โ€žvollkommenโ€œ (wรถrtlich: dem Ziel angemessen).

87 Dt.: โ€žMensch mit zwiespรคltiger Seeleโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

88 1936/37 EK: โ€žฮดฮฏฯˆฯ…ฯ‡ฮฟฯ‚ โ€ฆ wird interpretiert in Jakobus 2, wo die Einheit von Glaube und Werk auseinanderfallen sollte. [Jak 2,19 Lutherโ€“dt.: โ€žDu glaubst, daรŸ ein einiger Gott ist? Du tust wohl daran; die Teufel glaubenโ€™s auch und โ€“ zittern.โ€œ] ฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚: โ€šzielโ€˜strebig, auf ein Ziel, nicht auf zweie hin. 3,2. Der Glaubende ist insofern ฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚, als in ihm nicht bestehen kรถnnen eine Seele, die glaubt, und dazu eine, die ungehorsam ist; sondern Glaube und Gehorsam sind eins.โ€œ

89 1936/37 EK weiter: โ€žNach Paulus ist das ฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚โ€“Sein gewรคhrleistet durch das Werk Christi, das uns im Glauben geschenkt wird, aber zum โ€šguten Werkโ€˜ treibt.โ€œ Hiernach ist bei EK die Passage zu โ€žFruchtโ€œ aufgezeichnet, s. II/15.6 S. 617 f Anm. 103 zu Bโ€™s Notizen NL A 55,5 (โ€žFruchtโ€œ).

90 Dt.: โ€ždie Tรคter des Gesetzesโ€œ. โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€ždie das Gesetz tunโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

91 Vgl. Rรถm 2,1 f.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

โ‰ˆ Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit

92 Vgl. I Kor 3,15.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

93 Dt.: โ€žHeiligeโ€œ (Plural).

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

94 Dt.: โ€žich glaubeโ€œ; โ€ždes Glaubensโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

95 Mt 5,6.

96 Hier folgt bei WDZ auf den Seiten 37โ€“40 โ€žRรถmer 7โ€œ (im โ€žNestleโ€œ bei Rรถm 7 viele Bleistiftโ€“Unterstreichungen und โ€“Randnotizen Bโ€™s). Der Abschnitt endet: โ€žRm 6:7. Entgegengesetzter Sprachgebrauch!! Gesetz innerhalb der Heiligung nie ฯ€ฮตฯ€ฯฮฑฮผฮญฮฝฮฟฯ‚ [แฝ‘ฯ€แฝธ ฯ„แฝดฮฝ แผฮผฮฑฯฯ„ฮฏฮฑฮฝ (โ€žunter die Sรผnde verkauftโ€œ), Rรถm 7,14] herbeifรผhrend. Rm Aufbau paรŸt 7 nicht rein.โ€œ Die 1936 in diesem dritten Kurs vorgetragenen รœberlegungen zu Rรถmer 7 hat B in den folgenden Kursen nicht wiederholt und nichts davon in sein Buch โ€žNachfolgeโ€œ aufgenommen. Bei WDZ Seite 41 folgt die รœberleitung von der Paulus- zur Synoptikerexegese, s. II/15.7 S. 618.

97 NL A 55,5: hsl., Tinte, dazu Bleistift und Farbstift. Zuletzt mit Bleistift von Bโ€™s Hand ein Teilstundenplan, s. Anhang III S. 1061.

98 In Bโ€™s รœberschrift folgt gestr.: โ€žin der Heiligung.โ€œ

99 Im โ€žNestleโ€œ bei den Versen 25 und 16 gegenseitige Querverweise.

100 Dt.: โ€žgenauโ€œ, โ€žsorgfรคltigโ€œ.

101 Vgl. Phil 3,13.

102 Hier endet das mit Tinte Geschriebene; das Folgende in Bleistiftschrift.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

103 Das letzte Wort mit grรผnem Farbstift. Zu โ€šFruchtโ€˜ NL B 9,6: stenographische NTโ€“Vorlesungsnachschrift von Erich Klapproth 1936/37 im AnschluรŸ an die Nebeneinanderstellung von Paulus und Jakobus (vgl. II/15.5 S. 612โ€“615) Seite 21 f: โ€žNach Paulus ist das ฯ„ฮญฮปฮตฮนฮฟฯ‚โ€“Sein gewรคhrleistet durch das Werk Christi, das uns im Glauben geschenkt wird, aber zum โ€šguten Werkโ€˜ treibt. โ€šDie Sรผnde herrscht nicht mehrโ€˜ Rm 6; โ€šeinstmalsโ€˜ gab es Werke der Finsternis Eph 2. An der Stelle des guten โ€šWerkesโ€˜ steht bei Paulus dann ฮบฮฑฯฯ€ฯŒฯ‚, Gl 5 [Gal 5,22]. Darin liegt die Notwendigkeit, die Sinnโ€“Erfรผllung. [Randnotiz:] ฮบฮฑฯฯ€ฯŒฯ‚ verwandt mit ฮฝฯŒฮผฮฟฯ‚ Begriff im Blick auf die โ€šNotwendigkeitโ€˜. Glaube = โ€šBlรผteโ€˜, Altes Testament. [Ende der Randnotiz.]. Zwei wichtige Gesichtspunkte: โ€šFruchtโ€˜ ist Gabe, ganz und gar von Gott Gewirktes, und (im Gegensatz zu einem organischen Verstรคndnis der Notwendigkeit): Frucht ist immer etwas ganz Wunderbares, Subjekt der Frucht ist der โ€šGeistโ€˜, der unverfรผgbare. Das โ€šWerkโ€˜ ist auch fรผr mich selber da, um den schaffenden Menschen zu loben; die โ€šFruchtโ€˜ ist nicht fรผr sich selbst, sondern zum GenuรŸ, das heiรŸt fรผr Gott โ€“ man bringt Gott nicht โ€šWerkeโ€˜ dar, sondern Frรผchte oder Tiere. Jo 15 [vgl. Verse 2โ€“8 und 16]: Frucht bringen heiรŸt, andere fรผr Christum gewinnen. Eine liegenbleibende Frucht verfault; ein Werk dagegen kann stehenbleiben und betrachtet werden. โ€šFruchtโ€˜ zu fordern, ist ein ganz anderer Imperativ als der, Werke zu bringen; dieser โ€šImperativโ€˜ hebt sich eigentlich auf. Das Werk ist โ€štotโ€˜, die Frucht โ€šlebendigโ€˜, selbst wieder Samentrรคger. Gl 5[,19โ€“23]: bei den Lastern am Anfang die ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, am Ende ฯ†ฮธฯŒฮฝฮฟฯ‚ [โ€žUnzuchtโ€œ โ€“ โ€žMiรŸgunstโ€œ]; bei der Geistesfrucht umgekehrt: zuerst Liebe, am Ende แผฮณฮบฯฮฌฯ„ฮตฮนฮฑ [โ€žZuchtโ€œ].โ€œ Ende der NTโ€“Aufzeichnungen Klapproths im vierten Kurs. Siehe DBW 4 (N), 282 f.

104 NL B 9,5: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann im dritten Kurs Seite 41 f, 47 und 49โ€“53 (= WDZ).

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

105 Vgl. DBW 4 (N), 276. Von I Petr 3,20 her (Arche, โ€žin welcher wenige, das ist acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasserโ€œ) ist die Arche Noahs Bild fรผr die Taufe, dann aber รผberhaupt fรผr christliche Existenz in ihrer Bedrohtheit und Rettung in einem. Siehe II/22.1 S. 727 (Nachschrift von Erich Klapproth 1936/37 zu Versiegelung).

106 Vgl. II/15.6 S. 616 f den Beginn der Notizen Bโ€™s zu โ€žWandelnโ€œ NL A 55,5.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

107 Zur โ€šTagesgestaltungโ€˜ in Finkenwalde vgl. Anhang III S. 1058 und DB 491 f.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

108 Hier folgen in der NTโ€“Vorlesungsmitschrift im dritten Kurs WDZ 1936 Seite 42โ€“49 Synoptikerauslegungen wie am Anfang des ersten Kurses 1935 zum Ruf in die Nachfolge; vgl. DBW 4 (N), 45โ€“95. Darin zu Mk 8,34 (โ€žโ€ฆ nehme sein Kreuz auf sichโ€œ) bei WDZ Seite 47 der im folgenden wiedergegebene Passus.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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109 Vgl. Rรถm 6,6.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

110 Hiernach sind die Auslegungen von Mt 26,39โ€“42 und Lk 14,26 mitgeschrieben, s. DBW 4 (N), 83โ€“95. Bei WDZ 1936 Seite 49โ€“53 schlieรŸt an die Auslegungen das in den nรคchsten Absรคtzen Wiedergegebene an.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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= Zeichen fรผr Gleichsetzung

111 Mt 11,30; vgl. DBW 4 (N), 23.

112 WDZ Seite 42 zu Mk 2,14: โ€žNachfolge = lauf hinter mir her; Bindung an ihn, inhaltslos und unprogrammatisch.โ€œ DBW 4 (N), 46: โ€žWas wird รผber den Inhalt der Nachfolge gesagt? Folge mir nach, laufe hinter mir her. Das ist alles. Hinter ihm hergehen, das ist etwas schlechthin Inhaltsloses.โ€œ

113 โ€žKonkrete Ethik bei Paulusโ€œ wurde laut Bonhoeffers Jahresbericht 1936 (I/127 S. 260) zum Thema der NTโ€“Vorlesung des vierten Kurses. Als โ€žDarstellung einer โ€škonkreten evangelischen Ethikโ€˜ย โ€œ im AnschluรŸ an das Buch โ€žNachfolgeโ€œ bezeichnete B in der Haft 1943 seine Arbeit an โ€žEthikโ€œโ€“Manuskripten seit 1940, s. DBW 16, 410.

114 Als bloรŸ dem Erkennen unserer Sรผndhaftigkeit dienenden โ€šSรผndenspiegelโ€˜ deklarierte die neulutherische wie die liberale Theologie vor allem die Gebote der Bergpredigt.

115 Vgl. Mt 19,21 und Parallelen.

116 Gemeint wahrscheinlich: Anweisung eines Kรถnigs zum Tun.

117 Vgl. Joh 14,23 a.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

118 Vgl. Joh 15,10 a und 14.

119 Statt mit dem Ausdruck โ€šdialektischโ€˜ formulierte B in DBW 4 (N), 73: โ€žDas paradoxe Verstรคndnis der Gebote hat sein christliches Recht, aber es darf niemals dazu fรผhren, daรŸ es das einfรคltige Verstรคndnis der Gebote aufhebt.โ€œ

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

120 Vgl. Mt 5,39. Zu diesem Vers DBW 4 (N), 135: โ€žDas Bรถse wird darin ohnmรคchtig, daรŸ es โ€ฆ keinen Widerstand findetโ€œ.

121 Siehe DBW 4 (N), 137 f gegen die Unterscheidung zwischen dem Handeln als Privatperson und dem Handeln im Amt.

122 Vgl. Hg.โ€“Anm. 14 zu DBW 4 (N), 71 f (pseudotheologische Dressur lรครŸt den Waffengebrauch als Bergpredigtโ€“Gehorsam erscheinen).

123 Dt.: โ€žbรผrgerliche Gerechtigkeitโ€œ verschieden von โ€žGerechtigkeit Christiโ€œ.

124 Vgl. Friedrich Naumanns โ€žBriefe รผber Religionโ€œ.

125 Aussagen hierzu konnten nicht in das 1937 verรถffentlichte Buch โ€žNachfolgeโ€œ eingehen. In dem letzten โ€žEthikโ€œโ€“Ms, an dem B vor seiner Verhaftung Anfang April 1943 schrieb โ€“ er stand seit 19. 3. 1941 unter Verรถffentlichungsverbot โ€“, ist die Mรถglichkeit christlicher Kriegsdienstverweigerung angedeutet, s. DBW 6 (E), 411. Wehrdienstverweigerung wurde im Dritten Reich, auch schon vor Kriegsausbruch, mit Gefรคngnis, Konzentrationslager und Hinrichtung bestraft; dem fielen etwa 2000 Zeugen Jehovas und andere โ€“ vgl. DB 495: Hermann Stรถhr โ€“ zum Opfer.

126 Vgl. M. Luther, Wider die rรคuberischen und mรถrderischen Rotten der Bauern. 1525 (WA 18, 358,11โ€“14); ders., Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein kรถnnen. 1526 (WA 19, 656,22โ€“25): โ€žEin ander frage: Wie wenn mein herr unrecht hette zu kriegen? Antwort: Wenn du weist gewis, das er unrecht hat, so soltu Got mehr furchten und gehorchen denn menschen โ€ฆ und solt nicht kriegen noch dienen; denn du kannst da kein gut gewissen fรผr Gott haben.โ€œ Vgl. auch die Zirkulardisputation รผber Mt 19,21 von 1539 (WA 39 II, 34โ€“51) und Luthers Brief an Kurfรผrst Johann Friedrich und Herzog Moritz vom 7. 4. 1542 in Sachen Wurzener Fehde (WA.BR 10, 36 Nr. 3733, 157โ€“162): โ€žUnd rat auch trewlich, das, Wer unter solchem unfriedlichen fursten kriegt, das er lauffe, was er lauffen kan, aus dem felde, Errette seine seele und lasse seinen Rachgyrigen, unsynnigen fursten allein und selbs mit denen, so mit yhm zum teuffel fahren wollen, kriegen. Denn Niemand ist gezwungen, sondern viel mehr yhm verboten, fursten und herrn gehorsam zu sein oder Eid zu halten zu seiner seelen verdammnis, das ist wider Gott und Recht.โ€œ

127 Mt 5,44.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

128 Vgl. DBW 4 (N), 73.

129 Siehe DBW 4 (N), 29โ€“43. Bei WDZ entsprechen die in seinem Absatz folgenden Gegenรผberstellungen (โ€ž:โ€œ) diesem Gegensatz.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

130 Dt.: โ€žStadtโ€œ, โ€žGemeinwesenโ€œ; vgl. DBW 4 (N), 277 f, mit Hinweis auf Mt 5,14.

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= Zeichen fรผr Gleichsetzung

131 Dt.: โ€žfremde Gerechtigkeitโ€œ.

132 Dt.: โ€žSรผndige tapferโ€œ; Lutherzitat โ€“ WA.BR 2, 372,84 f โ€“, dessen Fortsetzung lautet: sed fortius fide in Christo (โ€žaber tapferer vertraue auf Christusโ€œ). Siehe DBW 4 (N), 38โ€“40.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

133 Mit โ€žJesus โ€“ Petrusโ€œ begann am 29. 4. 1935 laut Mitschrift von Eberhard Bethge NL B 8 im ersten Kurs die erste Vorlesungsstunde โ€žNTโ€“Theologie. Thema: Nachfolgeโ€œ. Vgl. DBW 4 (N), 31 f.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

134 Vgl. Ps 119. Im AnschluรŸ hieran, am Ende des Kurses โ€“ wie schon am Ende des zweiten Kurses 1935/36 โ€“, trug B seine Bergpredigtโ€“Auslegung gemรครŸ der Fassung 1935 fรผr den ersten Kurs vor, mitgeschrieben von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 NL B 9,5 Seite 53โ€“88.

1 Anders als in der Katechetikvorlesung im ersten Kurs 1935 begann B im dritten Kurs 1936 wohl sogleich mit der Darstellung des altkirchlichen Katechumenats. Es folgten Geschichte und Problem der Konfirmation. Am Ende standen Hinweise zum Gesamtaufbau des Konfirmandenunterrichts und zur Anlage der ersten Stunden. Erhalten sind ein Konzeptfragment von Bโ€™s Hand und die Vorlesungsmitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann.

2 NL A 54,5: hsl. Konzeptfragment (doppelseitig beschriebenes Einzelblatt). Die Zugehรถrigkeit zur Vorlesung im dritten Kurs wird nahegelegt durch NL B 12,5: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 Seite 12โ€“16 (= WDZ). Grundlage des geschichtlichen รœberblicks in den Ziffern 1โ€“6 sind die Ziffern 1โ€“4 des Artikels โ€žKonfirmation: I Geschichtlich und praktischโ€œ (K. Eger) in RGG2 III. M. Doerne, Neubau der Konfirmation, erschien erst am Ende des Jahres 1936.

3 1536 erschien die Erstausgabe von Calvins Institutio religionis christianae. Vgl. J. Calvin, Opera selecta I, 169.

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4 Zur hessischen Kirchenordnung vgl. G. Rietschel, Lehrbuch der Liturgik II, 157.

5 K. Eger (RGG2 III Sp. 1144) erwรคhnt unter den rรผhrenden Konfirmationsbrรคuchen โ€žzartes Orgelspiel beim Einsegnungsgebetโ€œ.

6 Nach W. Caspari, Konfirmation, 172, hat als letztes evangelisches Kirchengebiet Hamburg die Konfirmation eingefรผhrt.

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

7 Vgl. in Nr. 8 der โ€žHefte der freien kirchlichโ€“sozialen Konferenzโ€œ A. Stรถcker, Die ร„nderung der bisherigen Konfirmationspraxis, sowie Stรถckers โ€žErfurter Thesenโ€œ. Die anschlieรŸende Diskussion zur Konfirmationsfrage ist dokumentiert in den Heften Nr. 11/12 (1900), 15/16 (1901) und 23/24 (1902).

8 Bei WDZ lautet Punkt 2: โ€žKein besonderes Recht [darรผber: โ€žPflichtโ€œ], Kinder von 14 Jahren zum Abendmahl zuzulassen. (Kinder lachen usw.) Kein Kind von sich aus den Wunsch, zum Abendmahl zu gehen; kommt viel spรคter. Kinder gehen auch danach nicht mehr.โ€œ

9 Vgl. den Anfang von Luthers Erklรคrung zum zweiten Glaubensartikel im Kleinen Katechismus (BSLK 511): โ€žIch glรคube, daรŸ Jesus Christus โ€ฆ sei mein HERRโ€œ.

10 Gestr.: โ€žob die Gemeindeโ€œ.

11 Im Sinne von: verantwortbar.

12 Gestr.: โ€žReifeโ€œ.

13 Diese Aussage ist gegensinnig zu M. Schian, Art. โ€žKonfirmation: II. Rechtlichโ€œ in RGG2 III Sp. 1198, wo es heiรŸt: โ€žEvangelische Kirchen suchen durch Mittel der Kirchenzucht einer Unterlassung [!] der Konfirmation entgegenzuwirkenโ€œ. โ€“ Fortsetzung nach WDZ: โ€žKonsequenzen aufzeigen und mit den Eltern sprechen. Im Dorf dem Gemeindekirchenrat vortragen. Es kann einen Pfarrer keiner zwingen zu konfirmieren. Den Kindern den Freiwilligkeitscharakter mitteilen! Zu Beginn einen Zettel an die Eltern mit 5 Verpflichtungspunkten, der zu unterschreiben ist. Mit den Eltern sprechen!!โ€œ

14 NL B 12,5: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936. Die erst auf Seite 8 (Archivpaginierung) beginnende Vorlesung โ€žKonfirmandenunterrichtโ€œ besteht aus einem Teil รผber den altkirchlichen Katechumenat (Seite 8โ€“12), wie er schon im ersten Kurs 1935 vorgetragen worden war (vgl. II/11.1 Abschnitt 10), einem Teil รผber die Konfirmation (Seite 13โ€“16; Bโ€™s Konzept dazu s. II/16.1) und einem Teil รผber den Konfirmandenunterricht (Seite 16โ€“19), der im folgenden dokumentiert wird. Ein zwischen Lรผcken gesetzter Doppelpunkt ist in den Mitschriften von WDZ Symbol fรผr eine (wie auch immer zu fรผllende) Verhรคltnisbestimmung.

15 Ein mit dem Archivvermerk โ€žSommer 1936โ€œ versehenes Blatt mit Notizen von Bโ€™s Hand lรครŸt erschlieรŸen, daรŸ mit den folgenden Positionen Kandidatenantworten aufgenommen worden sind. B notierte folgende Namen und Stichworte: Thurmann: โ€žBibelkundeโ€œ, Marzahn: โ€ž1. Schrift 2. Gemeinde 3. Lebensfรผhrungโ€œ, Schumacher: โ€žJesus sehenโ€œ, Zimmermann: โ€žBekenntnisโ€œ, Wichmann: โ€žย โ€šWunschโ€˜ โ€“ โ€šsehr frohโ€˜ โ€“ โ€šJesum alleinโ€˜ย โ€œ, Tetsch: โ€žTaufe โ€“ Abendmahlโ€œ.

16 Von โ€žb)โ€œ aus weist ein schrรคger Pfeil nach links unten auf die nรคchste รœberschrift (โ€žBescheidene Zielsetzung: groรŸes Zielโ€œ).

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

17 Dt.: โ€žDie Lehre ist der Himmel, das Leben ist die Erde.โ€œ Dies, aus Luthers Galaterbriefvorlesung (WA 57,13), zitiert B รถfter, vgl. auch DBW 4 (N), 291. Die beiden folgenden Sรคtze, von denen nur der erste zwischen Anfรผhrungsstriche gesetzt ist, interpretieren das Zitat im Sinne eines Selbstzeugnisses Luthers. Zu Luthers Unterscheidung von Lehre und Leben und zur Bewertung dieser Differenz fรผr seinen Kampf gegen das Papsttum s. auch WA.TR 1 Nr. 624.

18 Nach P. Maser, Hans Ernst von Kottwitz, 73, stammt der Satz โ€žIch habe mich entschlossen, mich nun gรคnzlich zum Herrn Jesu zu bekehrenโ€œ aus einem nicht erhaltenen Brief von Kottwitz an Tholuck. Vgl. L. Witte, Das Leben Tholuckโ€™s I, 153.

19 Dt.: โ€žIchโ€œ.

20 Vgl. I Tim 1,13.

21 Die nรคchsten drei Sรคtze stehen am Rand, quer in zwei Zeilenblรถcken, neben dem Abschnitt รผber Kottwitz und die Bekehrung.

22 Vgl. Mt 6,3.

23 Abgewiesen wird damit ein Situationsbezug des Unterrichts, der auf Stoffwahl und Anlage der Stunde durchschlรคgt.

24 Gemeint ist der Text, der eines der genannten Themen im Unterricht reprรคsentiert.

25 EG.BP 84, EKG 108.

26 EG.BP 91, EKG 142.

27 Johann Friedrich der GroรŸmรผtige; vgl. II/19.2 S. 686 Gollwitzers Zitat.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

f folgende Seite bzw. folgender Vers

28 Nach dieser Zeile in der Mitschrift ein waagrechter Strich.

29 Vermutlich nach Act 5,29โ€“32.

30 Vermutlich Kรผrzel fรผr: Schmalkaldisches Bekenntnis. Luthers Schmalkaldische Artikel von 1537 fanden im Finkenwalder Seminar besondere Beachtung, vgl. DB 512.

BK Bekennende Kirche

31 Eingerรผckt. Weitere Gliederungsbuchstaben fehlen. Die Einrรผckung zeigt, daรŸ der Abschnitt zum Fragenbereich โ€ž3.) eigenes Bekenntnisโ€œ gehรถrt.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

BK Bekennende Kirche

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

32 EG.BP 131, EKG 152.

33 Offenbar wies B โ€“ wie im katechetischen Entwurf โ€žChristus der Herrโ€œ 1935 (s. II/4.2) โ€“ auf die legendenumwobene Taufe des Frankenkรถnigs Chlodwig hin.

34 Gemeint vielleicht: โ€žaltkirchlicherโ€œ.

35 Mk 10,14.

36 Das Folgende ist eingerรผckt und dadurch als Ausfรผhrung zu den beiden zuletzt genannten Bibelstellen gekennzeichnet.

37 Gestr.: โ€žund Kerkermeisterโ€œ.

38 Act 10,2.24.47 f.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

f folgende Seite bzw. folgender Vers

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

f folgende Seite bzw. folgender Vers

39 Die Stichworte sind jeweils unterhalb der Bibelstellen notiert.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

40 Zum Fragenkreis Taufe, Glaube, Kindertaufe vgl. Bโ€™s Gutachten von 1942 DBW 16, 563โ€“587.

1 NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 61; dazu NL B 15,1: Mitschrift von Eberhard Bethge โ€žHimmelfahrtspredigtโ€œ (= EB). Beginn bei EB: โ€žDrei Gesichtspunkte immer in allen Berichten: โ€ฆโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

2 EB: โ€žChristus erscheint durchs Wort nun.โ€œ

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

3 Vgl. M. Luther, Sermon am Himmelfahrtstage (14. Mai) 1523 (WA 12, 562,24โ€“26): โ€žDarumb hut dich, daรŸ du dir nit also gedenkist, das er yetzund weyt von uns kummen sey, รŸonder gerad widdersyns, do er auff erden war, war er uns tzu ferren, ytzund ist er uns nah.โ€œ (Im Vergleich wird deutlich, in welcher Weise รœberlieferung einen Text vereinfachen kann.) Vor diesem Lutherโ€“Wort bei EB: โ€ž1โ€“3 zusammengefaรŸt: โ€ฆโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

4 NL A 48,2: masch. Hektographie, Beilage zum 7. Finkenwalder Rundbrief 25. 4. 1936; Abdruck: GS IV 183โ€“186 und PAM II 118โ€“122. Der Entwurf wurde auf der Freizeit 20.โ€“24. 4. 1936 fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses in Anwesenheit der Kandidaten des dritten Kurses vorgetragen.

5 Diese Lutherโ€“Anspielung, WA 12, 562,25 f, auch in Bโ€™s Himmelfahrtspredigt 25. 5. 1933 DBW 12, 456.

6 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer. Bโ€™s Entwurf wurde auf der Freizeit 20.โ€“25. 4. 1936 fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses sowie im vierten Kurs 1936/37 vorgetragen. Dazu NL B 15,1: Mitschrift von Eberhard Bethge โ€žTrinitatispredigtโ€œ (= EB); NL B 15,7: Mitschrift Wolf-Dieter Zimmermann Seite 62 (= WDZ). Aus dem vierten Kurs NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 30 f โ€žEx 20,2 (Bonhoeffer)โ€œ (= EK); NL B 13,1: Mitschrift von Johannes Mikley 1936/37 Seite 24 f (= JM). Druck (nach den Mitschriften von Riemer, Bethge und 1936/37 Mickley): GS IV 206โ€“208 und PAM II 144โ€“146.

7 Kurze grundsรคtzliche Erwรคgungen zu einer Trinitatispredigt bei EB (รคhnlich WDZ): โ€ž1.) nicht modalistisch (รถkonomische Trinitรคt): Erscheinungsformen verschiedene eines Gottes etwa, das nรคhme der moderne Mensch uns gern ab. 2.) Mehr die immanente Trinitรคt (ein Gott aber drei Personen). Das erste wird immer gern genommen aus Rationalismus.โ€œ WDZ nach Hinweis auf Jes 59,20 f: โ€žMitteilung des Geheimnisses und einer unglaublichen Wahrheit. Und Sinn fรผr unser Heilsleben. Wenn Christus und Heiliger Geist nicht Gott wรคre, kรถnnten wir uns nicht auf ihn verlassen.โ€œ 1936/37 EK in der Besprechung eines Kandidatenentwurfs zu II Kor 13,13: โ€žWenn von der รถkonomischen, nicht von der immanenten [Trinitรคt] gepredigt wird, ist die Gefahr, daรŸ ein AbriรŸ der ganzen Soteriologie gegeben wird, und [die Predigt] so stark referierend wird.โ€œ

8 1936/37 EK: โ€žWir kommen aus den stรผrmischen Vorgรคngen und Kรคmpfen des Tages, vom Leide und Sterben der Menschen โ€“โ€œ.

9 1936/37 EK: โ€žuns nicht im Zweifel lรครŸtโ€œ.

10 Vgl. Ps 103,16.

11 1936/37 EK: โ€žder von Ewigkeit her Schรถpfer istโ€œ.

12 1936/37 EK: โ€žwie wenn ein Mensch sagt โ€šich bin deinโ€˜.โ€œ

13 1936/37 JM: โ€žWer ist dies Volk Israel? Ein Volk wie andere?โ€œ

14 Vgl. in der zweiten Strophe von Luthers Lied โ€žEin feste Burg ist unser Gottโ€œ EG.BP 90, EKG 201: โ€žโ€ฆ kein andrer Gott, das Feld muรŸ er behaltenโ€œ.

15 NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 22 f.

16 Wolfโ€“Dieter Zimmermann drรผckt durch das Zeichen โ€ž:โ€œ Gegenรผberstellung aus.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

17 NL A 53,4: hsl., Tinte; Abdruck: GS IV 190โ€“193 und PAM II 125โ€“128. Dazu NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 Seite 24โ€“26 (= WDZ); aus dem vierten Kurs NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 27โ€“29 (= JM).

18 Die Stellenangabe ist mit Bleistift รผber dem Text zugesetzt.

19 Vgl. Ps 121,1.

20 Vgl. Ps 104,2.

21 Lk 9,31.

22 โ€žzusammen vom Kreuzโ€œ ist mit Bleistift zugesetzt.

23 Ersetzt: โ€ždie Auferstehung selbst verstehenโ€œ.

24 Vgl. Vers 4 (Petrus zu Jesus); โ€žโ€ฆ gut โ€ฆ bauenโ€œ ist Zufรผgung am unteren Msโ€“Rand.

25 Ersetzt: โ€žund die Jรผnger erfahrenโ€œ.

26 WDZ: โ€žChristusvision Luthers. โ€šWeiche von mir Satan, denn mein Herr ist ein gekreuzigter Herrโ€˜. Tischreden.โ€˜ย โ€œ Siehe WA.TR 1, 287 Nr. 610 Luthers Abwehr einer verfรผhrerisch herrlichen Christuserscheinung: โ€žHebe dich, du Schandteufel! Ich weiรŸ von keinem andern Christo, denn der gecreuziget worden ist und der in seinem Wort fรผrgebildet und geprediget wird.โ€œ โ€“ Im Ms beginnt hiernach der zu โ€ž6.โ€œ umnumerierte Punkt. Der dazwischengeschobene neue Punkt โ€ž5.โ€œ ist auf der nรคchsten Msโ€“Seite formuliert. 1936/37 JM hat erst Punkt โ€ž6โ€œ mitgeschrieben, danach: โ€ž5) vor 6)โ€œ.

27 1936/37 JM Zusatz: โ€žschnellโ€œ.

28 NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann (= WDZ) Seite 74, 75, 76 f und 72 f.

29 Von diesem Wort Verweispfeil in die folgende Zeile (โ€ždes Todesโ€œ).

30 Wohl Schreibfehler statt: weite.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

31 Diese beiden Sรคtze sind durch Querstrich vom Vorhergehenden getrennt und durch zwei Seitenstriche hervorgehoben.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

usw. und so weiter

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

32 NL A 48,2: masch. Hektographie, Beilage zum 9. Finkenwalder Rundbrief 24. 6. 1936; Abdruck: GS IV 233โ€“236 und PAM II 182โ€“185. Dazu NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 77โ€“79 (= WDZ).

33 Apk 1,19.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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34 WDZ: โ€ždie Anbruch des Gerichtstages zeigenโ€œ.

35 Dan 7,9โ€“27.

36 WDZ: โ€žWeiรŸes Haar = Ewigkeit.โ€œ

37 Im Frรผhjahr und Sommer 1936 waren der Pfarrer von Seelow Johannes Pecina und der an Pecinas Stelle entsandte Vikar Willi Brandenburg im Polizeigefรคngnis Frankfurt an der Oder in Haft, vgl. DB 612.

38 WDZ Seite 79 am Ende der Mitschrift: โ€žSchreibe ist noch einzufรผgen. bei WDZ fehlt im zweiten Punkt der Mitschrift das Wort โ€žSchreibeโ€œ (aus Apk 1,19), das in der Rundbriefbeilage ohne weitere Erklรคrung steht, s. S. 641 Punkt โ€ž2)โ€œ.

39 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer (= GR). Druck (nach den Mitschriften von Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 227โ€“229 und PAM II 175โ€“177.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

40 Bei GR steht: โ€žDarumโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

41 Bei GR steht: โ€ždeineโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

42 Bei GR steht: โ€žeinemโ€œ.

43 Unter dem nationalsozialistischen Regime verlangte die โ€šJugendorganisationโ€˜, die Hitlerjugend, von den Kindern z. B., regimekritische ร„uรŸerungen ihrer Eltern zur Anzeige zu bringen.

44 Sc. Gottes (das Vierte Gebot).

45 In der Transkription deutet โ€ž(?)โ€œ hinter โ€žwahrenโ€œ an: unsichere Lesart.

46 GS IV 228: โ€žโ€ฆ stellt uns in die rechte Erfรผllung seines Gebotesโ€œ.

47 DBW 4 (N), 87 ist Lk 14,26 zitiert: โ€žSo jemand zu mir kommt und haรŸt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brรผder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jรผnger sein.โ€œ

48 GS IV 229: โ€žIn der Nachfolge des Herrn entsteht eine neue Freiheit und eine neue Erfรผllung seines Wortes.โ€œ

49 Mk 10,28โ€“31, zitiert in DBW 4 (N), 94.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

50 NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 56 f.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

51 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 29. Dazu NL B 13,1: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 23 (= JM).

52 Lk 17,20โ€“37.

53 Dt.: โ€žungerechtโ€œ.

usw. und so weiter

54 Vgl. A. Jรผlicher, Die Gleichnisreden Jesu (24โ€“121: โ€žDas Wesen der Gleichnisreden Jesuโ€œ), 84: โ€žIch definire das Gleichnis als die jenige Redefigur, in welcher die Wirkung eines Satzes (Gedankens) gesichert werden soll durch Nebenstellung eines รคhnlichen, einem anderen Gebiet angehรถrigen, seiner Wirkung gewissen Satzes.โ€œ

55 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer (= GR). Druck (nach den Mitschriften von Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 231โ€“233 und PAM II 179โ€“182.

56 Das Bild von den eingeschlossenen Bergleuten erscheint schon in Bโ€™s Londoner Adventspredigt zu Lk 21,28 am 3. 12. 1933 DBW 13, 332 f.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

57 Bei GR steht: โ€žder Gerechtlosigkeit derโ€œ.

58 So GR (vielleicht statt: โ€žbittenโ€œ).

59 So GR (vielleicht statt: โ€žwirklichesโ€œ).

60 Zu ergรคnzen: โ€žโ€ฆ finden werdeโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

61 NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 16 f (= WDZ).

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

62 Bei WDZ steht: โ€ždaraufโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

63 Dieser Absatz ist durch Anstreichungen hervorgehoben.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

64 Sc. Christus.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

65 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 25 f.

66 Dt.: โ€žAnwendungโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

67 Dt.: โ€žVergleichspunktโ€œ.

vgl. vergleiche

68 Vgl. Luthers Erklรคrung der Taufe im Kleinen Katechismus (BSLK 516): โ€žWasser tutโ€™s freilich nicht, sondern das Wort Gottes โ€ฆโ€œ.

69 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer. Dazu NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann Seite 17 f (= WDZ); aus dem vierten Kurs NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 26 f โ€žEntwurf von Bonhoefferโ€œ (= EK). Druck (nach den Mitschriften von Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 229โ€“231 und PAM II 177โ€“179.

70 In Gerhard Riemers Transkription des folgenden Entwurfs stehen diese vier Uberlegungsschritte dem jeweiligen Punkt wie eine รœberschrift voran. Dabei wurde โ€ž4.โ€œ modifiziert zu: โ€žGott schafft die Mรถglichkeit zum Heil durch die eherne Schlangeโ€œ. Die Bโ€™s Entwurf vorangehende Gliederung sehr รคhnlich bei WDZ (โ€žI Blick auf ร„gypten und Murren; abgewandter Blick โ€ฆ IV Gott schafft Mรถglichkeit der Rรผckkehr; entzieh dich nichtโ€œ).

71 1936/37 EK: โ€žโ€ฆ ร„gypten und die Vergangenheit?โ€œ

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

72 1936/37 EK: โ€žstatt vorwรคrts auf die VerheiรŸungโ€œ.

73 Vers 8 LB: โ€žwer gebissen ist und siehet sie an, der soll lebenโ€œ.

74 1936/37 EK: โ€žNicht das verheiรŸene Land und die Zukunft sollen sie ansehen, sondern den von Gott ihnen geschickten Tod und die Strafe.โ€œ

75 Hier 1936/37 EK: โ€ž5.โ€œ

76 1936/37 EK zusรคtzlich: โ€žGott umstellt sie ganz und gar mit dem Tod, in der ehernen wie den lebendigen Schlangen.โ€œ

77 1936/37 EK: โ€žIn dieser furchtbaren Gestalt muรŸ Gott sich nun um ihres Ungehorsams willen finden lassen.โ€œ

78 1936/37 EK zusรคtzlich: โ€žโ€“ er hat sie ja geschickt. Gott im Tode, in der Strafe, in der Schuld โ€“โ€œ.

79 1936/37 EK SchluรŸ: โ€žNur in der Strafe, Schuld, Not, im Blick auf all dieses, liegt der Zugang zu Gott. Hier findet Israel seinen Gott wieder.โ€œ

1 NL A 54,7: hsl. Konzept (Tinte, Ergรคnzungen zum Teil und SchluรŸ ganz mit Bleistift). Der Text bietet die (durch Stichworte und Bibelstellen gelegentlich angereicherte) Gliederung der Stunde, liturgische Angaben und Notizen zur Durchfรผhrung des Themas. Das Entstehungsjahr 1936 lรครŸt sich erschlieรŸen aus der Erwรคhnung einer Unterrichtseinheit โ€žHeilige Schriftโ€œ beim Gesamtaufbau des Konfirmandenunterrichts in der Vorlesung im dritten Kurs 1936 (vgl. II/16), aus dem vergleichbaren Frageโ€“Antwortโ€“Typ mit biblischen Belegen im Konfirmandenunterrichtsplan vom Oktober 1936 (II/27) und aus dem Aufbau des erstmals im vierten Kurs 1936/37 vorgetragenen Homiletikabschnitts โ€žDer Pfarrer und die Bibelโ€œ, der โ€“ im Blick auf das Bibelverhรคltnis der Kandidaten โ€“ beginnt (II/10.2 S. 510): โ€žDer Pfarrer begegnet der Bibel in dreifachem Gebrauch: sie liegt auf der Kanzel, auf dem Studiertisch und auf dem Betpult.โ€œ

2 Ab โ€žTag โ€ฆโ€œ Zusatz. Vgl. Ps 1,2 LB: โ€žโ€ฆ redet von seinem Gesetz Tag und Nacht!โ€œ In diesem Psalmvers (ebenso Ps 119,48) ist das Verb (โ€žredenโ€œ) auch mit โ€šsinnenโ€˜ zu รผbersetzen.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

3 Diese Zeile ist zugesetzt. โ€žMittelalterโ€œ erschlossen aus: โ€žM. A.โ€œ Vgl. in der Homiletikvorlesung 1936/37 (II/10.2 โ€žDer Pfarrer und die Bibelโ€œ S. 510): โ€žEs ist gut, sich hin und wieder an die Zeit der handgeschriebenen und gemalten Bibeln zu erinnernโ€œ.

4 Zusatz am Rande, gestr.: โ€ždaรŸ wir ihm gehorchen sollen und durch ihn allein selig werdenโ€œ.

5 Das Folgende ist am Rande und zwischen den Zeilen eingefรผgt.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

6 Zunรคchst an 5. Stelle. Bezifferung aus โ€ž5.โ€œ zu โ€ž6.โ€œ verรคndert.

7 Positionen 5 und 7 sind Hinzufรผgungen. โ€“ Unterhalb dieser Zeile Querstrich.

8 EG.BP 91, EKG 142.

9 Ps 119,105.

10 Vgl. Jes 40,8; I Petr 1,25. โ€“ Unterhalb dieser Zeile Querstrich.

11 Gemeint sind die von Gott selbst beschriebenen Gesetzestafeln (Ex 31,18 und 32,15 f).

12 Dt.: โ€žAusliefererโ€œ. So wurden Christen genannt, die in rรถmischen Verfolgungszeiten die heiligen Schriften auslieferten.

13 Rudolf Koch, nach K. B. Ritter โ€žals ein vom Wort Ergriffener zum Schreiberโ€œ geworden (RGG3 III Sp. 1688), war die in evangelischen Kreisen maรŸgebliche Autoritรคt der Schrift- und Buchkunst. B sah durch Kochs Werk die Geschichte der handschriftlichen Bibelwortgestaltung โ€“ vom โ€žMittelalterโ€œ (vgl. oben) โ€“ bis in die Gegenwart fortgefรผhrt.

1 Als Vortrag gehalten in Finkenwalde auf der Freizeit 20.โ€“25. 4. 1936 fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses. Dazu NL B 25: Mitschrift von Eberhard Bethge am 22. 4. 1936 Seite 7โ€“10 (= EB). Die Hรถrer drรคngten auf Verรถffentlichung des Vortrags. Druckfassung in Evangelische Theologie 3 (1936, Juniheft), 214โ€“233; Nachdruck: GS II 217โ€“241. Das Ms ist nicht erhalten. Die Wiedergabe folgt, mit geringfรผgigen Abweichungen in Fรคllen eindeutiger Versehen, zeichengetreu der Fassung von 1936 in EvTh; die Innenpaginierung (auch bei II/19.2 und 3) entspricht GS II. Zur Wirkung des Aufsatzes vgl. auรŸer II/19.2 (und II/19.3) vor allem DB 587โ€“597. Im 10. Finkenwalder Rundbrief 22. 7. 1936 schrieb B, s. I/98 S. 201: โ€žIch wollte jedem von Euch ein Separat der โ€šKirchengemeinschaftโ€˜ schicken [Sonderdrucke waren im 7. Finkenwalder Rundbrief 25. 4. 1936 versprochen worden]. Aber es war nicht mehr zu bekommen.โ€œ

2 In der Vorlesung โ€žDas Wesen der Kircheโ€œ 1932 DBW 11, 251 nannte B John Wyclif und Jan Hus.

3 Vgl. CA VII (BSLK 61): โ€žEs wird auch gelehret, daรŸ alle Zeit mรผsse ein heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Glรคubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente lauts des Evangelii gereicht werdenโ€œ.

4 EB: โ€žnumerus praedestinatorem [โ€ždie Zahl der Erwรคhltenโ€œ] Augustinโ€œ; s. DBW 1 (SC), 104 mit Hg.โ€“Anm. 105 (zu Augustin).

5 Der mit diesem Satz beginnende und der folgende Absatz (bis โ€žhingenommen ist?โ€œ) sind im Druck (EvTh 3, 214 f) petit gesetzt.

6 Vgl. CA VII (BSLK 58): โ€žSolchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakrament gegeben, dadurch er als durch Mittel den Heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, so das Evangelium hรถren, wirketโ€œ.

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7 Vgl. Mt 13,24โ€“30.

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8 Vgl. II Sam 24,1โ€“15.

9 Vgl. II Tim 2,19: โ€žDer Herr kennt die Seinenโ€œ.

10 Dt.: โ€žvon vornhereinโ€œ.

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11 Vgl. II/1. 1 (1935 โ€žWasist Konfession?โ€œ) S. 308: โ€žKetzertaufstreitโ€œ, entschieden 314; im 381 beschlossenen, 451 bestรคtigten nicaenoโ€“konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis (BSLK 27): โ€žIch bekenne eine einige Taufeโ€œ.

12 Wenn jemand die Taufe begehre, sie aber aus รคuรŸeren Grรผnden, die nicht bei ihm selbst liegen, nicht empfangen kรถnne, gelte der Wunsch, die โ€šBegierdeโ€˜, soviel wie der Vollzug. Beim Mรคrtyrer, der noch Katechumene war, sei die Taufe durch das Martyrium, die โ€šBluttaufeโ€˜, ersetzt.

13 Vgl. CA VIII (BSLK 60 f): โ€žItem, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nicht anders ist dann die Versammlung aller Glรคubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler, auch รถffentlicher Sรผnder unter den Frommen bleiben (cum in hac vita multi hypocritae et mali admixti sint)โ€œ โ€“ ecclesia mixta (โ€žgemischte Kircheโ€œ).

14 Vgl. Reklamation aller Getauften fรผr die rรถmischโ€“katholische Kirche: Im Briefwechsel (7. 8. und 3. 9. 1873) mit Kaiser Wilhelm I. erhob Pius IX. den Anspruch, daรŸ jeder, der die Taufe empfangen hat, in irgendeiner Art dem Papst angehรถre.

15 Das Apostolische, das Nicaenische und das Athanasianische Glaubensbekenntnis (BSLK 21โ€“30) stellte Luther 1538 unter die รœberschrift: โ€žDie drey Symbola oder Bekentnis des glaubens Christi jnn der kirchen eintrechtiglich gebrauchtโ€œ (WA 50, 262โ€“283).

16 Seit der ersten Weltkonferenz fรผr Glaube und Kirchenverfassung in Lausanne August 1927 galt, daรŸ die an dieser รถkumenischen Bewegung teilnehmenden Kirchen โ€žaccept our Lord Jesus Christ as God and Saviourโ€œ (โ€žunseren Herrn Jesus Christus als Gott und Heiland anerkennenโ€œ), vgl. I/14 S. 59 f in Hodgsons Brief an B 26. 7. 1935.

17 Vgl. Schmalkaldische Artikel (1537) I. Teil (BSLK 414 f).

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18 Unter den reformatorischen Theologen wurde 1525โ€“1529 um das richtige Verstรคndnis des Abendmahls gestritten.

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19 Vgl. u. a. Apologie der [Augsburgischen] Konfession XXII โ€žVon beiderlei Gestalt im Abendmahlโ€œ (BSLK 329: โ€žsolcher Brauch wird auch heutiges Tages gehalten in der griechischen Kirchenโ€œ, wรคhrend in der rรถmischen Kirche die โ€žOrdnung Christiโ€œ geรคndert ist).

20 Vgl. I Joh 2,18 f; II Thess 2,4โ€“12.

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21 Dt.: โ€žgrundsรคtzlichโ€œ.

22 Vgl. Jes 28,21 LB: daรŸ Gott โ€žsein Werk vollbringe auf eine fremde Weiseโ€œ.

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23 Bei EB steht โ€žPraktisch:โ€œ vor dem jetzt folgenden Teil.

24 Vgl. die Verwerfungssรคtze innerhalb der Thesen Iโ€“IV der Barmer Theologischen Erklรคrung vom 31. 5. 1934, s. Bekenntnisse 1934, 93โ€“95.

25 Punkt III. 1 der โ€žBotschaft der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kircheโ€œ vom 20. 10. 1934, s. Bekenntnisse 1934, 158 (โ€žWir stellen fest: โ€ฆ Die Mรคnner, die sich der Kirchenleitung im Reich und in den Lรคndern bemรคchtigten, haben sich durch ihr Handeln von der christlichen Kirche geschiedenโ€œ), vgl. I/11 S. 55 Anm. 4.

26 Vgl. neben der Barmer Theologischen Erklรคrung und der Botschaft der Dahlemer Synode insbesondere den โ€žAufruf an die Gemeinden der Deutschen Evangelischen Kircheโ€œ, den der Prรคses der Synode und der Reichsbruderrat am 7. 11. 1934 herausgaben, s. Bekenntnisse 1934, 160โ€“162.

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27 โ€šNeutralโ€˜ wollten die hinsichtlich der BK Unentschiedenen sein, s. S. 675 f Punkt 4 in diesem Aufsatzteil II. EB: โ€žMissionsfeld?โ€œ

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28 Von Reichskirchenminister Kerrl im Oktober 1935 staatlicherseits eingesetzte Kirchenleitungsgremien.

29 Die Dahlemer Bekenntnissynode hatte das โ€žkirchliche Notrechtโ€œ verkรผndet, zu dem auch die Einrichtung von Notpfarrรคmtern gehรถrte. Vgl. die โ€žBotschaftโ€œ der Synode, besonders III. 2 und 3, s. Bekenntnisse 1934, 158.

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30 Vgl. die radikale Ablehnung der Barmer Synode durch die Lutheraner Werner Elert und Paul Althaus im โ€žAnsbacher Ratschlagโ€œ vom 11. 6. 1934, s. Bekenntnisse 1934, 102โ€“104.

31 Vgl. die Prรคambel der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 11. 7. 1933: โ€žSie [die DEK] vereinigt die aus der Reformation erwachsenen gleichberechtigt nebeneinanderstehenden Bekenntnisse in einem feierlichen Bundeโ€œ (Text in E. R. Huber/W. Huber, Staat und Kirche IV, 861).

32 Die Lutheraner Hans Asmussen und Thomas Breit waren an der Formulierung der Barmer Erklรคrung beteiligt, die lutherischen Bischรถfe Hans Meiser und August Marahrens waren Teilnehmer der Synode.

33 Vgl. Prรคambel der Barmer Erklรคrung, Bekenntnisse 1934, 93: โ€žWir befehlen es Gott, was dies fรผr das Verhรคltnis der Bekenntniskirchen untereinander bedeuten mag.โ€œ (Dazu K. Scholder, Die Kirchen und das Dritte Reich I [1986], 191: โ€žDie Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa aus dem Jahre 1973 [Leuenberger Konkordie] hat mit der Erklรคrung der vollen Kirchengemeinschaft unter allen reformatorischen Kirchen die Hoffnung der Barmer Synode eingelรถstโ€œ.)

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[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

34 Vgl. A. Boyens, Kirchenkampf und ร–kumene 1933โ€“39, 337 (in den โ€žEntschlieรŸungen zur kirchlichen Lage in Deutschlandโ€œ des ร–kumenischen Rates fรผr Praktisches Christentum am 30. 8. 1934): Der ร–kumenische Rat gibt โ€žseiner รœberzeugung Ausdruck, daรŸ ein autokratisches Kirchenregiment, besonders wenn es durch feierlichen Eid dem Gewissen auferlegt wird, die Anwendung von Gewaltmethoden und die Unterdrรผckung freier Aussprache mit dem wahren Wesen der Kirche Christi unvereinbar sindโ€œ.

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35 Die Namen der zwei Meeresungeheuer in Homers Odyssee XII bezeichnen fรผr die Schiffahrt gefรคhrliche Meerengen.

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36 EB: โ€žPraktisch 1.)โ€œ. Im Druck (EvTh 3, 229โ€“231) sind die bis vor โ€žIII.โ€œ folgenden Absรคtze (einschlieรŸlich โ€žโ€ฆ Angebot der Gemeinschaft.โ€œ) petit gesetzt.

37 Vgl. Martin Luthers Brief von den Schleichern und Winkelpredigern. 1532 (WA 30 III, 518โ€“527; bes. 524 f, mit Bezug auf I Kor 14).

38 Vgl. Apologie der [Augsburgischen] Konfession XV โ€žVon den menschlichen Satzungenโ€œ, BSLK 300: โ€žAlso wird das Pabsttum auch ein Stรผcke vom Reich Antichristiโ€œ; Schmalkaldische Artikel, BSLK 430 f (unter Berufung auf II Thess 2,4).

39 Vgl. M. Luther, Das eyn Christliche versammlung odder gemeyne recht und macht habe, alle lere tzu urteilen und lerer tzu beruffen, eyn und abtzusetzen. Grund und ursach aus der schrifft. 1523 (WA 11, 408โ€“416).

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40 Vgl. DB 361: Mit Franz Hildebrandt kรคmpfte B nach der (NSโ€“) โ€žbraunenโ€œ Generalsynode der ApU vom 5./6. 9. 1933 โ€žfรผr die umgehende Einleitung von Amtsniederlegungenโ€œ, da die auf der Synode dominierende Seite durch Einfรผhrung des Arierparagraphen in die Kirche das Schisma vollzogen habe.

41 Vgl. Beschlรผsse der 4. Bekenntnissynode der DEK Oeynhausen 17.โ€“22. 2. 1936, bes. โ€žVon der Kirchenleitungโ€œ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937, Nr. 165, 417โ€“420).

42 Kandidaten, die sich den Ausschรผssen unterstellten, verloren damit das Recht der Ausbildung in einem Predigerseminar der BK. In der Regel schieden sie damit aus der BK aus. Vgl. DB 571.

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43 Vgl. A. Schlatter, Die Grenzen der kirchlichen Gemeinschaft (in: Mรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?), 20: โ€žWeil das Gesetz und die Gnade im gรถttlichen Wort untrennbar beisammen sind, gibt es โ€ฆ kein Anathema, das die kirchliche Gemeinschaft aufhebt, das nicht den Glauben an die fรผr alle geschehene Rechtfertigung in sich hรคtte. Darum ist jeder Abbruch der Gemeinschaft zugleich ihre Anbietungโ€œ.

44 Dt.: โ€žAuรŸerhalb der Kirche [gibt es] kein Heilโ€œ; Cyprian von Karthago, Epistola 73, 21. Vgl. DBW 10, 492 Bโ€™s Anspielung 1928 auf Cyprian, De unitate ecclesiae 6.

45 Auf diesen Satz folgt bei EB: โ€žNicht eigener Anspruch, sondern Christus ist so anspruchsvoll.โ€œ Zu Bโ€™s Satz erschien im โ€žNachrichtendienst fรผr die Evangelische Kirche der AltpreuรŸischen Unionโ€œ (hg. von Johannes Eger, dem Vorsitzenden des Landeskirchenausschusses), Ausgabe vom 1.7. 1936, Seite 5 Spalte 2, folgender Kommentar: โ€žNein, dieser Satz ist nicht etwa eine bรถswillige Erfindung oder Unterstellung, mit der die โ€šFeinde Christiโ€˜ der Sache der Bekennenden Kirche Schaden zuzufรผgen versuchten! Sondern dieser Satz ist schwarz auf weiรŸ von einem Mann der Bekennenden Kirche, Liz. Bonhoeffer, niedergeschrieben worden. So zu lesen im neuesten Heft der โ€šEvangelischen Theologieโ€˜, Seite 231. Und der Satz steht nicht etwa hypothetisch da, sondern mit schรถner apodiktischer Bestimmtheit. Mit derselben apodiktischen Bestimmtheit, mit der Herr Immer weiรŸ, daรŸ die Zusammenarbeit mit den Kirchenausschรผssen ein beharrliches Fortschreiten โ€šauf dem Wege der Sรผndeโ€˜ bedeutet. Was wollen wir dazu sagen? Gar nichts. Wir lassen diese theologischen Gipfelleistungen, in deren eisige Hรถhe die Botschaft des Evangeliums anscheinend nicht mehr heraufdringen konnte, fรผr sich stehen. Arme evangelische Kirche, in der man sich mit solchen Fรผndlein wichtig machen darf: โ€šWer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heil!โ€˜ย โ€œ In diesem โ€žNachrichtendienstโ€œ steht Seite 3โ€“5 ein Artikel โ€žDonatistische Hรคresieโ€œ (vgl. II/20 S. 712 f in Bโ€™s โ€žIrrlehreโ€œโ€“Gutachten) gegen Karl Immer, der โ€žein gewaltiges Ketzergericht รผber die Ausschรผsse abgehaltenโ€œ habe, a. a. O., 3.

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46 Bei EB folgt: โ€žSchmalkaldische Artikel 3,4โ€œ (BSLK 437).

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

47 Vgl. II/19.2 S. 684 Helmut Gollwitzers Bedenken gegen โ€žSeite 232โ€œ.

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48 Siehe I/46 S. 110 in Bโ€™s Brief 25. 1. 1936 an Friedrich Schauer (โ€žSie nennen das alles Richtgeistโ€œ).

49 EB: โ€žund nicht bei uns?โ€œ

50 Vgl. das แผ€ฮปฮทฮธฮตฯฮตฮนฮฝ แผฮฝ แผ€ฮณฮฌฯ€แฟƒ (โ€ždie Wahrheit bezeugen in Liebeโ€œ, Eph 4,15), auf das B sich im Brief 25. 1. 1936 beruft, s. I/46 S. 110 (und I/14 S. 62, am Ende des Briefes von Hodgson 26. 7. 1935).

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51 Vgl. M. Luther, DaรŸ diese Wort Christi โ€žDas ist mein leibโ€œ noch fest stehen. 1527 (WA 23, 150,10 f [Handschrift]): โ€žChristus ob er gleich allenthalben da ist, lesst er sich nicht so greiffen vnd tappenโ€œ.

52 Evangelische Theologie 3 (1936, Oktoberheft), 398โ€“405; Nachdruck GS II 245โ€“255. Die Wiedergabe folgt dem Druck 1936; Gollwitzers eigene Anmerkungen sind mit runden Klammern versehen. Von Gollwitzer war im Juniheft anschlieรŸend an Bโ€™s Aufsatz abgedruckt (EvTh 3, 234โ€“256): โ€žDie Bedeutung der Bekenntnisbewegung und der Bekenntnis-Synoden fรผr die Kircheโ€œ.

53 Als โ€žII.โ€œ schlossen in EvTh 3, 405 Bโ€™s โ€žFragenโ€œ an, s. II/19.3.

54 Juni 1936, 214โ€“233; auf diese Paginierung beziehen sich Gollwitzers Seitenangaben.

55 In dem betreffenden Gesetz des kurz zuvor (Juli 1935) installierten Reichskirchenministeriums unter Hanns Kerrl wurde die Errichtung eines โ€žReichskirchenausschussesโ€œ anstelle der deutschโ€“christlichen โ€žReichskirchenregierungโ€œ unter Ludwig Mรผller verfรผgt.

56 Die Thรผringer DC, geleitet durch die Pfarrer Leffler und Leutheuser, waren eine radikale, organisatorisch selbstรคndige Gruppe der Glaubensbewegung Deutsche Christen.

1 Siehe Wolf Meyer-Erlach., โ€žKirchenpolitischer Leichtsinn oder christliche Verantwortungโ€œ in: โ€žBriefe an Deutsche Christenโ€œ, 1. 9. 1936.

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57 Siehe II/19.1 S. 676. Die Seitenzahlen im vorliegenden Band stehen im folgenden in eckigen Klammern im Text.

58 Dt.: โ€žGrundlegungsartikelโ€œ.

59 So wurde von der gesamten nationalsozialistischen Presse der Kirchenkampf mit Vorliebe tituliert, regelmรครŸig von Goebbels.

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60 Selbstverpflichtung auf das Barmer Bekenntnis und damit Zugehรถrigkeitserklรคrung zur BK. โ€šRote Kartenโ€˜ waren in den รถstlichen Kirchenprovinzen wie Berlinโ€“Brandenburg, Pommern und OstpreuรŸen in Gebrauch, โ€šgrรผneโ€˜ in den westlichen (Rheinland und Westfalen), โ€šgraueโ€˜ in den sรผdlichen Provinzen.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

61 Dt.: โ€žIhr habt Gott ein ausgezeichnetes Opfer des Bekennens dargebracht, so daรŸ unentschuldbar sind, die nicht glaubenโ€œ, vgl. Rรถm 1,20.

2 An [Jonas, Spalatin,] Melanchthon [und Agricola], 15. Juli 1530, bei Enders, Bd. 8, Seite 112 [WA.BR 5, 480].

62 Siehe Bekenntnisse 1934, 93: โ€žJesus Christus, wie er uns in der heiligen Schrift bรฉzeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hรถren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.โ€œ

63 Dt.: โ€žVersammlungโ€œ.

64 Dt.: โ€žgemischte Kircheโ€œ. Vgl. Mt 13,24โ€“30 (Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen) und den Anklang an dieses Gleichnis in CA VIII (BSLK 62).

65 Dt.: โ€žwahre Kircheโ€œ.

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66 Dt.: โ€žKirche im eigentlichen Sinneโ€œ.

67 Dt.: โ€žVersammlung der wahrhaft Glaubendenโ€œ. Vgl. CA VIII.

68 Das Konfirmationsgelรผbde nach der Agende fรผr die Evangelische Kirche der altpreuรŸischen Union (Entwurf 1930), 290 f: โ€žGeistlicher [nach dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis]: Wollt ihr nun im Vertrauen auf Gottes Gnade den Weg des Glaubens gehen, wider die Sรผnde ritterlich kรคmpfen und im Gehorsam gegen Gott und euern Herrn Jesum Christum wandeln? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe. โ€“ Konfirmanden: Ja, mit Gottes Hilfe. โ€“ Geistlicher: Seid ihr darum auch gewillt, unserer evangelischen Kirche die Treue zu halten, ihrer Zucht und Ordnung euch zu unterwerfen und an ihren Segnungen in Wort und Sakrament teilzunehmen, und ist es endlich euer Wunsch, getreue und tรคtige Glieder der Gemeinde zu werden? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe. โ€“ Konfirmanden: Ja, mit Gottes Hilfe.โ€œ Eine Alternative zur ersten Frage lautet: โ€žโ€ฆ Seid ihr nun willig, nach dem MaรŸ eures Alters und Verstรคndnisses den Weg des Glaubens zu gehen, wider die Sรผnde ritterlich zu kรคmpfen, im Gehorsam gegen Gott und euern Herrn Jesum Christum zu wandeln und euer Leben in Gottes Hand zu geben? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.โ€œ In der Agende von 1895, 33 f, lauten die Fragen so: โ€žWollet ihr solchem Glauben gemรครŸ wandeln, der Sรผnde absagen und eurem Heiland nachfolgen, so antwortet: Ja, mit Gottes Hรผlfe.โ€œ โ€žWollet ihr auch, damit ihr solches alles vermรถget, die euch dargebotenen Gnadenmittel gewissenhaft gebrauchen, euch mit fleiรŸigem Gebet zu Gottes Wort und Tisch treulich halten, der Ordnung und Zucht der Kirche euch willig unterwerfen und also mit Gottes Hรผlfe als getreue Glieder unserer evangelischen Kirche im rechten Glauben und gottseligen Leben beharren bis ans Ende? so antwortet: Ja, wir wollen es mit Gottes Hรผlfe.โ€œ

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69 โ€šLiberaleโ€˜ und โ€šPositiveโ€˜: konkurrierende Gruppierungen innerhalb der evangelischen Kirche (vor dem Beginn des Kirchenkampfes).

3 Jahrbuch fรผr die evangelischโ€“lutherische Landeskirche Bayerns, 1912, Seite 42.

4 Die Bekenntnisschriften der evangelischโ€“lutherischen Kirche, 1930, Seite 11 f.

70 Vgl. DB 594: B hat seine Formulierung nicht verteidigt, sondern Gollwitzers Begriff โ€žZeugnisโ€œ aufgenommen; s. in Bโ€™s โ€žFragenโ€œ II/19.3 S. 697.

vgl. vergleiche

71 Siehe Bekenntnisse 1934, 93 (Barmen I) und 160โ€“162 (โ€žAufruf an die Gemeinden der Deutschen Evangelischen Kircheโ€œ am 7. 11. 1934).

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72 Siehe im Aufruf โ€žAn unsere Brรผder im Amtโ€œ 30. 7. 1935 (I/18 S. 66): โ€žโ€ฆ Dank gegen Gott den Herrn, daรŸ er uns in Barmen ein gemeinsames Wort in den Mund gelegt โ€ฆโ€œ. Vgl. H. Strathmann, Schrift und Bekenntnis (in: A. Schlatter u. a., Mรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?), 46: โ€žDaรŸ โ€šwir [die Lutheraner, Reformierten und Unierten auf der Barmer Bekenntnissynode] von Gott geradezu zusammengeprรผgelt worden sindโ€˜, ist nachgerade ein geflรผgeltes Wort geworden.โ€œ

73 Werner Elert sprach in โ€žGesichtspunkte und Material zur Beantwortung der vom ReichskirchenausschuรŸ gestellten Frage โ€šWas heiรŸt Kirchenleitung?โ€˜ย โ€œ, wohl im Juli 1937, von โ€žden blasphemischen Worten Bonhoeffers, in denen er Gott den Herrn fรผr menschliches Tun verantwortlich machtโ€œ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937, Nr. 306, 880โ€“885, Zitat 885).

5 In: โ€žMรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?โ€œ, 1936.

74 Vgl. A. Schlatter, Das Evangelium und das Bekenntnis (in: Mรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?), 27: โ€žEs ist ein wunderlicher Irrtum, daรŸ wir uns mit unserem Bekenntnis in eine zeitlose Abstraktheit hinaufschwingen kรถnnten. Du โ€ฆ antwortest ihm [Jesus] auf Grund deines Erlebens aus deiner Geschichte heraus; und diese deine Geschichte ist die deines Geschlechtes.โ€œ 31: โ€žโ€ฆ ein evangelisches Bekenntnis โ€ฆ einigt uns und hat darum bindende Macht โ€ฆ Diese Bindung macht uns frei, frei auch dazu, ein neues Geschlecht zu sein, das biologisch und vรถlkisch und tatenlustig denktโ€œ.

75 Johann Friedrich von Sachsen.

6 WA. 35, 589.

76 Dt.: โ€žRichtschnur der Lehre, von Melanchthon seinerzeit durch Diktat des Heiligen Geistes niedergeschriebenโ€œ.

7 nach Johs. Ficker, โ€žDie Eigenart des Augsburgischen Bekenntnissesโ€œ, Halle 1930, Seite 42.

77 Dt.: โ€ždurch unermeรŸliche Gรผte und Erbarmen des allerbesten und allerhรถchsten Gottesโ€œ.

8 Die Bekenntnisschriften der evangelischโ€“lutherischen Kirche, Seite 829.

78 Dt.: โ€žeingegeben von Gott [dem Heiligen Geist]โ€œ.

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79 Dt.: โ€žEs ist gefรคhrlich, ohne hinzugefรผgte Erklรคrung die symbolischen Bรผcher als menschliche Schriften zu bezeichnenโ€œ.

9 Hollaz, Examen theol., ed. Teller, 1750, p. 58 f.: Das gilt 1. ratione objecti, quoniam continent et exponunt verbum Dei prophetis et apostolis olim immediate inspiratum et quidquid ex verbo Dei per manifestam consequentiam elicitur; 2. ratione mediatae illuminationis, neque enim dubitamus, quin Deus speciali concursu influxerit in mentes fidelium doctorum, qui symbola conscripserunt, mentes eorum illustraverit et voluntates ipsorum flexerit, ut verissima saluberrimaque dogmata mente conceperint et calamo expresserint [โ€ž1. auf Grund des Gegenstands, da sie (sc. die Bekenntnisschriften) ja das Wort Gottes, das einst den Propheten und Aposteln unmittelbar eingegeben wurde, und was aus dem Worte Gottes durch offenkundige Folgerichtigkeit abgeleitet wird, enthalten und auslegen; 2. auf Grund der mittelbaren Erleuchtung; wir zweifeln nรคmlich nicht, daรŸ Gott durch eine individuelle Einwirkung in den Geist der glรคubigen Lehrer, die die Bekenntnisse niederschrieben, eingeflossen ist, ihren Geist erleuchtet hat und ihren Willen dahin brachte, daรŸ sie die im hรถchsten MaรŸe wahren und heilsamen Lehren im Geist erfaรŸten und mit der Feder ausdrรผcktenโ€œ].โ€“ Die รœbernahme und Wiederholung dieser orthodoxen Aussage soll mit diesem Hinweis nicht empfohlen werden!

10 โ€žDie Theologie und die Kircheโ€œ, Seite 79 f.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

f folgende Seite bzw. folgender Vers

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

art. articulus

80 CA X (BSLK 62 f): โ€žVom heiligen Abendmahl. Von dem Abendmahl des Herrn wird also gelehrt, daรŸ wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwรคrtig sei und da ausgeteilt und genommen werde. Derhalben wird auch die Gegenlehr verworfen [โ€žet improbant secus docentesโ€œ].โ€œ โ€šDamnationโ€˜: Verwerfung.

81 Mit โ€žAuflรถsung โ€ฆ Gedรคchtnismahlโ€œ beschreibt Gollwitzer den โ€žZwinglianismusโ€œ.

art. articulus

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82 Der Deutsche Evangelische Kirchenbund war am Himmelfahrtstag (25. 5.) 1922 in Wittenberg gegrรผndet worden.

83 Philipp von Hessen veranlaรŸte das Marburger Religionsgesprรคch von 1529, um den Abendmahlsstreit zwischen Luther und Zwingli beizulegen. Das Gesprรคch fรผhrte nicht zur Einigung, so daรŸ kein Bund gegen den katholischen Kaiser zustande kam.

84 Dt.: โ€žO daรŸ doch jene Vereinigung verhindert werden mรถchte! Denn ich wollte lieber sterben, als daรŸ durch die Gemeinschaft mit der Zwinglianischen Sache die Unseren verdorben wรผrden.โ€œ

11 Am 20. Juni 1529 an Hieron. Baumgartner, CR. 1, 1077.

art. articulus

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DEK Deutsche Evangelische Kirche

85 Vermutlich hier als Abkรผrzung fรผr: Deutscher Evangelischer Kirchenbund.

12 Th. Breit, โ€žBekenntnisgebundenes Kirchenregimentโ€œ, in: Wort und Tat, August 1936.

usw. und so weiter

86 Vgl. I Tim 6,12 (โ€žein gutes Bekenntnisโ€œ).

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87 Vgl. II/19.1 S. 671 (โ€žstaunend und demรผtigโ€œ).

88 Ex 20,16: โ€žDu sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nรคchsten.โ€œ

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89 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žDa sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: es ist heute Sabbat; es ziemt dir nicht, das Bett zu tragen.โ€œ

90 Anspielung auf Ps 126,3.

91 รœber Bโ€™s Aufsatz zur โ€žKirchengemeinschaftโ€œ korrespondierte Gollwitzer mit Friedrich Duensing โ€“ dieser hatte in der Zeitschrift โ€žUm Glauben und Kircheโ€œ am 9. 7. 1936 B โ€žgesetzliches Verstรคndnis des evangelischen Kirchenbegriffsโ€œ vorgeworfen โ€“ (13. 7. bzw. 20. 8. 1936 GS VI 403โ€“408), mit Ernst Wolf (21. 8. 1936 GS VI 408โ€“411) und schlieรŸlich mit Wilhelm Pressel (10. 2. 1937 GS VI 411โ€“414).

92 Evangelische Theologie 3 (1936, Oktoberheft), 405โ€“410; Nachdruck GS II 255โ€“263.

93 In EvTh 3, 405 schloรŸ dieser Beitrag unmittelbar an denjenigen Gollwitzers (โ€žI.โ€œ) an; beide Texte waren petit gesetzt.

94 Diese Auseinandersetzung hat es schriftlich nicht gegeben.

95 Als Vorsitzender des altpreuรŸischen Landeskirchenausschusses gab Johannes Eger den โ€žNachrichtendienst fรผr die Evangelische Kirche der AltpreuรŸischen Unionโ€œ heraus.

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96 Gollwitzers โ€žHinweise und Bedenkenโ€œ s. II/19.2. W. Kรผnneth, Kirchlicher Radikalismus? H. Sasse, Wider das Schwรคrmertum. Vgl. DB 592โ€“595.

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97 Vgl. CA VII (BSLK 61).

98 Mt 5,14โ€“16.

99 Vgl. Joh 17,14.

100 Vgl. I Kor 12,12โ€“27.

101 Vgl. Solida Declaratio X: โ€žVon Kirchengebrรคuchen, so man Adiaphora oder Mittelding nenntโ€œ (BSLK 1053).

102 Dt.: โ€žBekenntnisstandโ€œ, Situation, in der das Bekenntnis gefordert ist; vgl. Bโ€™s Erlรคuterung im โ€žIrrlehreโ€œโ€“Gutachten II/20 S. 707 (โ€žbeim Angriff auf die Kirche von auรŸen herโ€œ).

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103 Hiermit ist die Existenz der โ€žillegalenโ€œ Pfarrer der BK beschrieben, die in allen genannten Punkten den staatlichen Kirchengesetzen zuwider handelten.

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104 Benennung seitens der lutherischen Konfessionalisten, die den Namen โ€žBekennende Kircheโ€œ als schwรคrmerisch bezeichneten. โ€šFrontโ€˜ sollte zum Ausdruck bringen, daรŸ der ZusammenschluรŸ nur fรผr eine bestimmte Kampfsituation gegen die Deutschen Christen Gรผltigkeit hรคtte.

105 Die Deutschen Christen bezeichneten sich offiziell als โ€žGlaubensbewegungโ€œ; vgl. auch die Deutsche Glaubensbewegung unter J. W. Hauer.

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106 Vgl. die Konflikte um die Einfรผhrung des โ€žArierparagraphenโ€œ in die Kirche im Sommer 1933; s. dazu DB 357โ€“378.

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107 In der Rheinischen Kirche erfolgte auf Verlangen der Kandidaten bereits 1935 die Ordination auf das Barmer Bekenntnis (Mitteilung von Wolfgang Scherffig). Die 5. Rheinische Bekenntnissynode, die in Barmenโ€“Gemarke 29. 6.โ€“3. 7. 1936 tagte, faรŸte als BeschluรŸ 2 (J. Beckmann, Rheinische Synoden 1933โ€“1945, 298): โ€žZiffer 2 a): Synode bestรคtigt die bisherige รœbung, daรŸ die Prediger unter ausdrรผcklicher Bezugnahme auf die Barmer Lehrentscheidung ordiniert werden. b) AuรŸerdem ist darauf hinzuwirken, daรŸ die Bekenntnisse, auf die der Ordinand zu verpflichten ist, bei der Ordination mit Namen genannt werden.โ€œ

108 Formulierung in der Uberschrift der Solida Declaratio innerhalb der Konkordienformel (1577), BSLK 829.

109 Den Begriff โ€šZeugnisโ€˜ hatte Gollwitzer kritisch gegen B benutzt, vgl. II/19.2 S. 685: โ€žDas Bekenntnis der Kirche ist nicht Gottes Wort, sondern Zeugnis der Kirche von Gottes Wort.โ€œ

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110 H. Sasse, Wider das Schwรคrmertum, 779.

sol. decl. Solida Declaratio (in den lutherischen Bekenntnisschriften)

111 Vgl. BSLK 973 und 1063โ€“1091.

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112 Vgl. den Beginn der Epitome BSLK 767: โ€žWir glauben, lehren und bekennen, daรŸ die einige Regel und Richtschnur [lat.: โ€žunicam regulam et normamโ€œ], nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurteilet werden sollenโ€œ, die Heilige Schrift sei; s. auch 769.

113 Dt.: โ€žDie Lehre ist der Himmel, das Leben ist die Erdeโ€œ, Luther in der Vorlesung รผber den Galaterbrief 1531/35 (WA 40 II, 51,8 f).

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114 Vgl. Gal 6,1 und II Joh 1.7โ€“11.

115 Dt.: โ€žbrรผderliche Stรคrkungโ€œ; der Ausdruck ist in den Schmalkaldischen Artikeln, โ€žVom Evangelioโ€œ (BSKL 449), mit dem Hinweis auf Mt 18,19 verbunden.

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116 Vgl. โ€žBotschaftโ€œ der 2. Bekenntnissynode der DEK zu Dahlem, III, 3 (Bekenntnisse 1934, 158): โ€žWir fordern die christlichen Gemeinden, ihre Pfarrer und ร„ltesten auf, von der bisherigen Reichskirchenregierung und ihren Behรถrden keine Weisungen entgegenzunehmen und sich von der Zusammenarbeit mit denen zurรผckzuziehen, die diesem Kirchenregiment weiterhin gehorsam sein wollen.โ€œ

117 Vgl. W. Kรผnneth, Kirchlicher Radikalismus?, 277 f: โ€žMuรŸ nicht auch in der Tatsache โ€ฆ der Kirchenausschรผsse โ€ฆ eine Fรผgung Gottes gesehen werden, in der eine Frage Gottes an uns gerichtet ist? โ€ฆ Kรถnnte es nicht sein, daรŸ es gerade Gottes Wille ist, daรŸ wir das Wagnis auf uns nehmen sollen, den Weg der Kirchenausschรผsse โ€ฆ in der Getrostheit des Glaubens zu beschreiten?โ€œ

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118 W. Kรผnneth, a. a. O., 278.

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1 NL A 56,2: masch. Hektographie. Gutachten fรผr den pommerschen Bruderrat, von diesem aus Stettin im Juni 1936 an die Pfarrer der BK Pommerns versandt, auรŸerdem Beilage zum 9. Finkenwalder Rundbrief 24. 6. 1936. Abdruck: GS II 264โ€“275 (dem entspricht die Innenpaginierung).

2 Die 4. Reichsbekenntnissynode der DEK in Bad Oeynhausen 17.โ€“22. 2. 1936 hatte mit ihrem BeschluรŸ โ€žVon der Kirchenleitungโ€œ den vom Reichskirchenminister Kerrl bestellten Kirchenausschรผssen die RechtmรครŸigkeit als Kirchenleitung bestritten (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937 Nr. 165, 417โ€“420, Zitat 418): โ€žDa es unmรถglich ist, Kirchenleitung ohne Bindung an die bekenntnismรครŸige Wahrheit und ohne Verwerfung des bekenntniswidrigen Irrtums auszuรผben, ist es der Kirche verwehrt, solche Ausschรผsse โ€“ auch fรผr eine รœbergangszeit โ€“ als โ€šLeitung und Vertretung der Kircheโ€˜ anzuerkennen.โ€œ

3 Am 25. 8. 1934 war in Hannover der Lutherische Rat gegrรผndet worden, ein organisatorischer ZusammenschluรŸ der sich dezidiert lutherisch verstehenden Krรคfte innerhalb der DEK. Aus ihm ging der Rat der Evangelischโ€“Lutherischen Kirche Deutschlands hervor, der sich am 18. 3. 1936 konstituierte und die โ€žgeistliche Leitungโ€œ der sogenannten โ€žintaktenโ€œ lutherischen Landeskirchen von Hannover, Wรผrttemberg und Bayern รผbernahm. Vgl. DB 586.

4 Heinrich Helbig, Pastor in Stralsund.

5 Vermutlich bezieht B sich auf den Aufsatz โ€žGilt die VerheiรŸung Lukas 10,16 den Trรคgern des Amtes der Kirchenleitung?โ€œ von Erdmann Schott, der am 17. 5. 1936 in โ€žDer Reichsboteโ€œ erschien.

6 Reichsbekenntnissynoden in Wuppertalโ€“Barmen 29.โ€“31. 5. 1934, Berlinโ€“Dahlem 19./20. 10. 1934, Augsburg 4.โ€“6. 6. 1935.

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7 Abschnitt C des Beschlusses โ€žVon der Kirchenleitungโ€œ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937, 419 f).

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

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8 Abschnitt A Punkt 2 (a. a. O., 417).

9 Vgl. Abschnitt A Punkt 3 (a. a. O., 418 โ€žโ€ฆ Lehre der Reformatoren โ€ฆโ€œ).

10 Vgl. in Artikel 28 der Confessio Augustana (1530) โ€žVon der Bischofen Gewaltโ€œ BSLK 121 (โ€žUnterschied des geistlichen und weltlichen Gewalts, Schwertes und Regimentesโ€œ) und 122 (โ€ždie zwei Regiment, das geistlich und weltlich, nicht in einander mengen und werfenโ€œ).

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11 Vgl. in Melanchthons Traktat โ€žVon der Gewalt und Oberkeit des Bapstsโ€œ (De potestate et primatu papae tractatus. 1537), BSLK 491 und 488 (โ€žKonig und Fursten als furnehme Gelieder der Kirchenโ€œ).

usw. und so weiter

12 Vgl. das Gutachten โ€žzur Frage des Staatskirchentumsโ€œ (mit besonderer Berรผcksichtigung des landesherrlichen โ€žSummepiscopatsโ€œ), verรถffentlicht am 9. 4. 1935 vom Lutherischen Rat, s. Bekenntnisse 1935, 89โ€“91, Zitat 90 f.

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13 Abschnitt A Punkt 2 (K. D. Schmidt, Dokumente a. a. O., 417).

14 Im Ersten Vatikanischen Konzil (1869โ€“1870) wurde die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes in allen Lehrentscheidungen รผber Glauben und Sitten durch die Annahme der โ€žKonstitution รผber die Kircheโ€œ (18. 7. 1870) zum Dogma erhoben, vor allem unter Berufung auf die Lehre von der ununterbrochenen รœberlieferung der Lehrtradition von den urchristlichen Aposteln an (Apostolische Sukzession).

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15 BSLK 123 f (dort Stellenangabe โ€žLucรค am 10.โ€œ).

16 Abschnitt A Punkt 3 des Oeynhauser Beschlusses โ€žVon der Kirchenleitungโ€œ (K. D. Schmidt, Dokumente a. a. O., 417), vgl. die Dahlemer Botschaft vom 20. 10. 1934, IV, s. Bekenntnisse 1934, 158.

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etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

17 Vgl. FC, Epitome X (BSLK 813) โ€žVon Kirchengebrรคuche, so man Adiaphora oder Mitteldinge nennet.โ€œ

18 Zum Begriff status confessionis (โ€žBekenntnisstandโ€œ) vgl. FC, SD X, 10 (BSLK 1057): โ€žโ€ฆ zur Zeit der Bekanntnus, da die Feinde Gottes Worts die reine Lehre des H. Evangelii begehren zu unterdrรผckenโ€œ.

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19 BSLK 69 (vgl. 129, CA XXVIII, 55): โ€žSolch Ordnung gebuhrt der christlichen Versamblung umb der Lieb und Friedes willen zu haltenโ€œ.

sol. decl. Solida Declaratio (in den lutherischen Bekenntnisschriften)

20 BSLK 814, รคhnlich 1056.

sol. decl. Solida Declaratio (in den lutherischen Bekenntnisschriften)

21 Vgl. BSLK 1058 f und 1055.

22 BSLK 1058, 1059 und 1055, dazu Anm. 4 (Flaciusโ€“Zitat โ€žDas arme Volk โ€ฆโ€œ) und Anm. 2 (โ€žHurenfarbโ€œ [in der Anmerkung erklรคrt als: Schminke]).

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23 Vgl. Kundgebung der Evangelischโ€“Lutherischen Kirche in Bayern โ€žBekenntnisstand und Kirchengewaltโ€œ, s. Bekenntnisse 1934 (151โ€“154), 153.

24 Bekenntnisse 1934 (142โ€“148), 145: Punkt 6 des Briefes.

25 Bekenntnisse 1934, 85 f: Punkt 1 der Erklรคrung.

26 Bekenntnisse 1934 (81โ€“83), 81 f: Punkt I der Bekenntnis- und Verfassungserklรคrung.

27 โ€žDagegen: 1.)โ€œ s. oben S. 707.

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28 BSLK 490 und 491 (in NL A 46,2 ist die zweite Belegstelle aus Melanchthons Tractatus von 1537 irrtรผmlich mit โ€ž76โ€œ statt 67 angegeben); BSLK 457 f.

29 BSLK 129.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

30 BSLK 601 (im vierten Gebot โ€ždreierlei Vรคterโ€œ: โ€ždes Gebluts, im Hause und im Landeโ€œ).

31 BSLK 69.

32 Siehe den Beginn von Bโ€™s Abschnitt โ€žDas Amt der Kirchenleitungโ€œ S. 702 f.

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33 BSLK 124 f.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

34 BSLK 297.

35 Der LandeskirchenausschuรŸ von Hessenโ€“Nassau hatte Mitte 1936 รผber den Reichskirchenminister die polizeiliche Ausweisung der Bekenntnispfarrer Romberg (Wiesbadenโ€“Dotzheim) und Hermann Hechler (Heppenheim) aus ihren Gemeinden erreicht, vgl. K. Meier, Der evangelische Kirchenkampf II, 308 Anm. 836.

36 Im Abschnitt โ€žDie Autoritรคt der Kirchenleitungโ€œ zu โ€žC.A. 28,21โ€œ S. 705 f.

37 Wilhelm Zoellner verfaรŸte als Vorsitzender des Reichskirchenausschusses am 20. 3. (aus AnlaรŸ der Reichstagswahl am 29. 3.) 1936 einen Aufruf โ€žAn die Christen aller Vรถlkerโ€œ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937 Nr. 193, 506 f, Zitate 506). Darin wird Adolf Hitler, der in seiner Rede am 7. 3. 1936 (Tag der Remilitarisierung des Rheinlandes) โ€žerneut das politische Gewissen des deutschen Volkes und der Vรถlker der Welt aufgerufenโ€œ habe, die volle Unterstรผtzung in seinem Kampf gegen den Bolschewismus zugesichert, denn: โ€žDas deutsche Volk ist das Volk der Reformation und hat im Kampf um den christlichen Glauben den letzten und schwersten Einsatz nicht gescheut. Nachdem das tรถdliche und zersetzende Gift des Bolschewismus sich in allen Vรถlkern auszuwirken begonnen hat, nachdem alle Vรถlker der Erde dem Todfeind aller gottgeschaffenen irdischen Ordnung in ihrer eigenen Mitte begegnen, ist das Ringen des deutschen Volkes schicksalhaft geworden fรผr die kommende Geschichte aller christlichen Vรถlker der Erde.โ€œ

38 โ€žSeite 12โ€œ bezieht sich offenbar auf die B vorliegende Fassung. Vgl. K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937 Nr. 205, 530โ€“548: Briefwechsel 30. 3.โ€“9. 5. 1936 zwischen Otto Zรคnker, Bischof von Breslau, und dem ApUโ€“LandeskirchenausschuรŸ, dessen Vorsitzender Johannes Eger war; 543 (Eger 9. 5. 1936): โ€žZu den Dingen, die dem LandeskirchenausschuรŸ wichtig sind, gehรถrt auch die Anerkennung des entscheidenden Dienstes, den der Nationalsozialismus dem Glaubens- und Existenzverstรคndnis geleistet hat [Hervorhebung durch Eger], indem er vergessene oder verdeckte schรถpfungsmรครŸige Gebundenheiten unseres Volkes wieder aufdeckte und in den Mittelpunkt seiner Idee rรผckte. Diese echte innere Bezogenheit von Nationalsozialismus und Christentum ist auch von der anderen Seite her da. โ€ฆ Zum vollen Inhalt der Verkรผndigung in einer evangelischen Kirche gehรถren Evangelium und Gesetz, Gnade und Natur.โ€œ

39 W. Bachmann, Die Kirchenausschรผsse und die junge Kirche, 1936.

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40 Das Gutachten des Reichskirchenausschusses รผber Ludwig Mรผllers Buch โ€žDeutsche Gottesworteโ€œ (1936 erschienen im Verlag Deutsche Christen Weimar/Thรผringen) vom 17. 4. 1936 schlieรŸt: โ€žDer Verfasser sagt sich mit dieser Schrift und ihrem Nachwort von der im Worte Gottes begrรผndeten, aus dem Bekenntnis heraus lebenden und ohne Lehre nicht existenzfรคhigen evangelischen Kirche los. Alle seine gegenteiligen Erklรคrungen werden damit als unwahr entlarvtโ€œ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ€“1937 Nr. 216, 589โ€“594, Zitat 594).

41 Donatisten, Angehรถrige einer (nach dem Bischof Donatus von Karthago genannten) in Fragen der Heiligung rigorosen Bewegung zu Beginn des 4. Jahrhunderts, lehnten die Mรถglichkeit einer zweiten BuรŸe ab. CA VIII โ€žWas die Kirche sei?โ€œ enthรคlt eine Verdammung der Donatisten (BSLK 62).

42 Am 1. 7. 1936 erschien im โ€žNachrichtendienst fรผr die Evangelische Kirche der AltpreuรŸischen Unionโ€œ (hg. von Johannes Eger), 3โ€“5, ein gegen die BK gerichteter Artikel โ€žDonatistische Hรคresieโ€œ.

43 Vgl. die auf Johannes Calvin zurรผckgehende Lehre von den vier ร„mtern โ€“ Institutio (1559) IV, 3,1โ€“9, dt. O. Weber 714โ€“720 โ€“, denen die Leitung der Kirche รผbertragen ist: Pastorenamt, Amt des Lehrers der heiligen Schrift, ร„ltestenamt, Diakonenamt. In den Bekenntnissen der Reformierten Kirche erfuhr diese Lehre unterschiedliche Rezeption (schwankend zwischen drei und vier ร„mtern) und erreichte nie verbindlichen Charakter.

1 Der Vortrag wurde am 5. 8. 1936 in einer Veranstaltungsreihe der Bekennenden Kirche anlรครŸlich der Berliner Olympiade in der รผberfรผllten Apostelโ€“Paulus-Kirche und anschlieรŸend in der gleichfalls รผberfรผllten Zwรถlfโ€“Apostelโ€“Kirche, beide in Berlinโ€“Schรถneberg, vor insgesamt mehr als 3000 Zuhรถrern gehalten. Zur Vorgeschichte, Vorbereitung und Wirkung des Vortrags vgl. I/95, 103, 106 (Bโ€™s Briefe an Bethge 21. 7., 31. 7. und 6. 8. 1936) und DB 609โ€“611. Zum Ansatz fรผr die Liedbewertung in diesem Vortrag s. Bโ€™s Dogmatische รœbungen 1932/33 DBW 12, 181 und die Londoner Cantate-Predigt zu Ps 98,1 vom 29. 4. 1934 DBW 13, 351โ€“356, dazu L. Christ, Das Evangelische Kirchenlied. 1938 griff auch Karl Barth mit seinem Exkurs รผber die evangelische Kirchenlieddichtung KD I/2, 275โ€“280, auf Lukas Christs Ansatz zurรผck und รผbernahm wie B das Urteil รผber die Verfallsgeschichte.

2 NL A 57,11: stenographische Aufzeichnung in Finkenwalde in masch. Abschrift von Gerhard Riemer; Druck (nach รœberarbeitung durch Bethge): GS IV 385โ€“390 und PAM II 58โ€“64. Auf Bitten der Kandidaten las B nach seiner Rรผckkehr aus Berlin sein Manuskript vor. Bethge war seit Anfang Juli 1936 nicht in Finkenwalde, sondern in der Bekenntnisgemeinde in Helbra eingesetzt. Riemer hat am Ende seiner Transkription hinzugefรผgt: โ€žGenau so hat Dietrich diesen Vortrag gehalten im Finkenwalder Seminar. Wenn wir auch sonst nicht an die Verbalinspiration glauben im eigentlichen und urtรผmlichen Sinne, so darfst Du wissen, lieber Bruder Bethge, der diktiert hat, war Dietrich und der lediglich Griffel war, und dabei allerdings gleichzeitig versuchte โ€“ wie รผbrigens immer! โ€“ alles mitzubekommen, war ich!โ€œ

3 Er war 44 Jahre alt, als er starb.

4 Vgl. Apk 15,2โ€“4.

5 EG.BP 91, EKG 142.

6 Anklang an eine Tischrede Luthers, Beginn einer lรคngeren kritischen ร„uรŸerung zu den Befestigungsaktivitรคten in Wittenberg angesichts der Tรผrkengefahr, 1542 WA.TR 5, 127 Nr. 5398: โ€žBetet! Quia non est spes amplius in armis, sed in Deoโ€œ; dt. 1538 WA.TR 3, 534 Nr. 3687: โ€žBetet, denn es ist keine Hoffnung mehr da, daรŸ Kriegsrรผstung etwas thun wird; Gott muรŸ es thunโ€œ.

7 Vgl. II Kor 12,9.

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8 Dt.: โ€žDie Lehre ist Himmel, das Leben ist Erde.โ€œ Bei B hรคufiges Zitat, vgl. Luthers Galaterbriefโ€“Vorlesung 1531/35 (WA 40 II, 51,8 f).

9 Das Lied beginnt: โ€žEin neues Lied wir heben anโ€œ, EG.BP 388. Aufgenommen sind fรผnf von ursprรผnglich zehn Strophen. Danach folgender Hinweis: โ€žLuthers erstes Lied, von ihm gedichtet auf die Nachricht vom Tode seiner Ordensbrรผder Johannes Esch und Heinrich Voes, die als die ersten Blutzeugen der Reformation am 1. 7. 1523 in Brรผssel auf dem Scheiterhaufen fรผr ihren evangelischen Glauben in den Tod gingen.โ€œ Vgl. M. Jenny, Luthers geistliche Lieder, 85 f und 217โ€“222. Anfang und SchluรŸ des Liedes finden sich in schriftkรผnstlerischer Gestaltung auch auf der dem Geleitwort vorangehenden Seite des Jugendliederbuches โ€žEin neues Liedโ€œ, 1. Auflage 1932. Das Geleitwort von Otto Riethmรผller stellt eine Beziehung zwischen dem Buchtitel und Luthers Lied her. Im EKG nicht enthalten.

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10 Siehe EG.BP 24, EKG 42 (โ€žNun laรŸt uns gehn und tretenโ€œ).

11 Vgl. z. B. Strophe 2 und 3 von โ€žNun freut euch, lieben Christen gโ€™meinโ€œ, EG.BP 148, EKG 239.

12 EG.BP 219, EKG 295.

13 Strophe 2 von โ€žEin feste Burg ist unser Gottโ€œ, EG.BP 90, EKG 201.

14 Vgl. EG.BP 24, EKG 42 (โ€žAch Hรผter unsres Lebensโ€œ) Strophe 6.

15 EG.BP 298, EKG 139.

16 EG.BP 218, EKG 294.

17 Gemeint sind alle Christusfeste (nicht nur das Weihnachtsfest).

18 Vgl. die Weihnachtslieder โ€žVom Himmel hoch, da komm ich herโ€œ โ€“ EG.BP 11, EKG 16 โ€“ und โ€žVom Himmel kam der Engel Scharโ€œ โ€“ EG.BP 12, EKG 17 โ€“ und das Osterlied โ€žChrist lag in Todesbandenโ€œ EG.BP 57, EKG 76.

19 EG.BP 222, EKG 297.

20 So รผberliefert u. a. bei E. E. Koch, Geschichte des Kirchenlieds und Kirchengesangs I, 268.

21 Vgl. Strophe 1 von EG.BP 222, EKG 297: โ€žWarum sollt ich mich denn grรคmen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen?โ€œ

22 Ende von โ€žErhalt uns, Herr bei deinem Wortโ€œ, EG.BP 91, EKG 142.

23 EG.BP 222,12, EKG 297,12.

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24 โ€šSenfkornโ€˜: vgl. Mt 13,31 f; 17,20. G. Reichel, Der โ€žSenfkornordenโ€œ Zinzendorfs, 1(โ€“6): โ€žNach Hase hat der Knabe den Orden โ€šmit elf Jahrenโ€˜ (1711) gegrรผndetโ€œ; รผber Zeitpunkt und Zweck der Ordensgrรผndung herrschte in der Forschung seither zunehmend Unsicherheit. Reichel zitiert โ€žKirchengeschichte auf der Grundlage akademischer Vorlesungenโ€œ Karl von Hases, III (hg. 1892), 89; vgl. C. A. Hase, Kirchengeschichte, 61848, 482; 121899 f, 467 (Zinzendorf habe den Senfkornorden โ€žschon als Knabeโ€œ gegrรผndet).

25 Vgl. Mt 4,4.7.10.

26 EG.BP 108, EKG 217.

27 Kritische Anspielung auf die Eingangsstrophe von EG.BP 108, EKG 217: โ€žLasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zuโ€œ.

28 Zu Bโ€™s Leseerfahrungen รผber Zinzendorf vgl. im Brief an Bethge 31. 7. 1936 I/103 S. 210 (โ€žJa, das ist der Mensch! der fromme Mensch! Es graut einem โ€ฆโ€œ).

29 Zu Friedrich Gottlieb Klopstocks geistlichen Liedern gehรถren auch โ€žVerรคnderte Liederโ€œ, darunter umgedichtete Luthertexte. Sein Programm machte bei einigen rationalistischen Gesangbuchherausgebern Schule.

30 Abschwรคchung in der Fassung GS IV 388 und PAM II 62: โ€žChristus wird kaum noch genanntโ€œ; vgl. Weihnachtslied โ€žDies ist der Tag, den Gott gemachtโ€œ (EG.BP 19, EKG 34), Passionslied โ€žHerr, stรคrke mich, dein Leiden zu bedenkenโ€œ (EG.BP 53, EKG 71) und Osterlied โ€žJesus lebt, mit ihm auch ichโ€œ (EG.BP 67, EKG 89), alle von Christian Fรผrchtegott Gellert.

31 Vgl. EG.BP 259,12: โ€žDer kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegelโ€œ; EG.BP 261,1: โ€žWie groรŸ ist des Allmรคchtgen Gรผteโ€œ.

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32 EG.BP 84, EKG 108.

33 Riemers Klammerbemerkung wurde umformuliert in der Fassung GS IV 389 und PAM II 63: โ€žVielleicht, daรŸ hier zu wenig der Ton des Zitterns und Erschreckens vor dem Gericht Gottes noch gehรถrt worden ist.โ€œ

34 Verfasserin Julie von Hausmann, EG.BP 561.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

35 Vgl. in Strophe 1 โ€žIch mag allein nicht gehenโ€œ.

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36 In O. Riethmรผllers Sammlung โ€žWehr und Waffen. Lieder der kรคmpfenden Kircheโ€œ von 1935 stehen auch drei Lieder von Heinrich Vogel: โ€žHie Wort des Herrn und Christenschwertโ€œ (17), โ€žWir sind die Bruderschaft der Notโ€œ (24), โ€žGott ruft dich, priesterliche Scharโ€œ (31).

37 In โ€žDie Christliche Weltโ€œ Nr. 16 (1936) erschien ein Bericht โ€žDie evangelische Kirche wรคhrend der Olympiaโ€“Festwochenโ€œ von Hans Schlemmer: โ€žโ€ฆ Waren so die Vortrรคge in der Dreifaltigkeitskirche [Veranstaltungsreihe des Reichskirchenausschusses mit Theologieprofessoren der Berliner Universitรคt als Rednern] wissenschaftlich sehr befriedigend, aber wenig besucht, so lagen die Dinge in der Apostelโ€“Paulusโ€“Kirche [Vortragsreihe der BK] fast umgekehrt. Das riesige Gotteshaus war Abend fรผr Abend nicht nur รผberfรผllt, sondern es muรŸten auch Parallelveranstaltungen mit denselben Rednern in der ebenfalls recht groรŸen Zwรถlfโ€“Apostelโ€“Kirche stattfinden, um die Menge der Besucher zu fassen. โ€ฆ Denselben Ton [wie Gerhard Jacobi] schlug Lic. Bonhoeffer (Stettin) an, und zwar illustrierte er seine Darlegungen an einigen Kirchenliedern. Schon mit Paul Gerhardt beginnt nach ihm der Abstieg; Pietismus, Aufklรคrung und 19. Jahrhundert fรผhren immer weiter nach unten, und erst in der Gegenwart, zum Beispiel in den Liedern Heinrich Vogels (!) beginne man sich wieder auf die reformatorische Hรถhe zu erheben. Der Redner suchte diese seine Meinung an der Hand der gewรคhlten Kirchenlieder zu beweisen, was ihm insofern auch gelang, als er in Auswahl und Zitierung die denkbar grรถรŸte Willkรผr walten lieรŸ, sich zum Beispiel nicht scheute, aus der ersten Hรคlfte einer Strophe irgend etwas nachzuweisen, wรคhrend er die das Gegenteil besagende zweite Hรคlfte weglieรŸ usw. Wenn man bedachte, daรŸ es sich hier um einen Schรผler Harnacks handelte, so konnte man angesichts solcher โ€šGeschichtsbetrachtungโ€˜ sehr traurig werden. Im Grunde ging auch der dritte Redner, Professor Iwand (Kรถnigsberg) in derselben Linie. โ€ฆ Alles in allem: In der Dreifaltigkeitskirche wertvolle, wissenschaftlich aufgeschlossene Theologie, aber nur eine kleine Zuhรถrerschaft: in der Apostelโ€“Paulusโ€“Kirche enge und sehr anfechtbare Theologie, aber starke religiรถse Kraft und eine mit grรถรŸter Andacht lauschende riesige Gemeinde. Dieser Tatbestand muรŸ im Hinblick auf die Zukunft der evangelischen Kirche die schwersten Bedenken erregenโ€œ.

1 Im 13. Finkenwalder Rundbrief 25. 10. 1936 ist angekรผndigt, B werde โ€žin diesem Semester รผber konkrete Ethik bei Paulus arbeitenโ€œ; so heiรŸt auch in Bโ€™s Jahresbericht 1936 das Thema im Neuen Testament im vierten Kurs, s. I/127 S. 260. Bei Erich Klapproth (1936/37 NL B 9,6) lautet die รœberschrift โ€žDas neue Gebotโ€œ, bei Johannes Mickley (1936/37 NL B 9,3) โ€žKonkrete Ethik, das neue Gebot, bei Paulusโ€œ. Gang der Vorlesung s. Anhang III S. 1061. Dokumentiert wird im folgenden Erich Klapproths Nachschrift (nicht alle Unterstreichungen bei Klapproth werden wiedergegeben) der Auslegung von Act 2,43โ€“47 und der anschlieรŸenden Ausfรผhrungen zu Versiegelung, zu Heiligung und zu den Lasterkatalogen sowie โ€“ dem letzteren Nachschriftstรผck vorgeschaltet โ€“ Notizen รผber โ€žLasterkatalogeโ€œ von Bโ€™s Hand. Danach behandelte B โ€žDas gute Werkโ€œ รคhnlich wie im dritten Kurs, s. II/15.5 S. 612โ€“616; Aufzeichnungen von 1936/37 sind dort in der Kommentierung zu finden, auch II/15.6 S. 617 f Anm. 103 das erst am SchluรŸ des vierten Kurses hinzugekommene Stรผck รผber โ€žFruchtโ€œ.

2 Act 2,43. Zu Vers 42 s. im zweiten Kurs II/8.1 S. 431โ€“434 Bโ€™s Ausfรผhrungen am 18. 11. 1935. Vers 43โ€“47 NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 11 f (= EK); parallel im vierten Kurs NL B 9,3: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 15โ€“18 (= JM); im fรผnften Kurs NL B 9,4: Mitschrift von Otto Dudzus 1937 Seite 2โ€“4 (= OD). Zu Act 2,43โ€“47 im zweiten Kurs NL B Nachtragsdokument: stenographische Mitschrift 1935/36 in masch. Transkription 1989 von Friedrich Trentepohl Seite 6 f (= FTr); parallel im zweiten Kurs NL B 18: Mitschrift von Eberhard Bethge 1935/36 Seite 9โ€“11 (= EB). Vgl. DBW 4 (N), 248 f, dort ohne Auslegung des Verses 43.

3 JM: โ€žEs wรคre magisch gewesen, wenn es in religiรถser Gemeinschaft gewesen wรคre.โ€œ

4 JM: โ€ž(Wie Protuberanzen in der Sonnenfinsternis sichtbar sind.)โ€œ 1937 OD: โ€žย โ€šWunderโ€˜ besagen zweierlei. 1. Gegenwart des Reiches Gottes und 2. daรŸ Reich noch nicht da ist; sonst wรคren es keine bloรŸen ฯ„ฮญฯฮฑฯ„ฮฑ ฮบฮฑแฝถ ฯƒฮทฮผฮตแฟ–ฮฑ, sondern dann wรคre das die Regel. Auch Naturkrรคfte werden auรŸer Kraft gesetzt. Das der Raum der Gemeinde. Unterschied zwischen ฯ„ฮญฯฮฑฯ„ฮฑ und ฯƒฮทฮผฮตแฟ–ฮฑ[:] ฯ„ฮญฯฮฑฯ„ฮฑ nรคher am Mirakel. Erregen Furcht.โ€œ

5 JM: โ€žSie zeugen von Gottes Wunderbarkeit und Fremdheitโ€œ.

6 1935/36 EB: โ€žDie Liebe durchbricht die Gesetze der Welt.โ€œ

7 Dieser Satz steht bei EK als Anmerkung unten auf der Seite.

8 โ€žDie Bayern โ€ฆ Synodeโ€œ ist bei EK eine Anmerkung. In Jerusalem fand 1928 die 2. Weltmissionskonferenz statt. JM: โ€ž(Protest des strengen Luthertums gegen innere Mission hat seine Berechtigung, aber nur verbunden mit der Bitte um eine neue Offenbarung Gottes in Zeichen und Wundern. Solange keine Zeichen und Wunder in der Kirche sind, mรผssen wir froh sein, daรŸ innere Mission da ist. Innere Mission: daรŸ Menschen tun, ersetzen wollen, was Gott damals durch seinen Geist selber tat.)โ€œ

9 1935/36 EB: โ€žGabe Gottes ist gegeben zu treuen Hรคnden, sie auszuteilen.โ€œ

10 1935/36 FTr: โ€žSelbstverleugnung, Liebe zum Nรคchsten wie zu sich selbst, ohne Verdienstlichkeit, aus Freude an der gottgeschenkten Bruderschaft, die vom Wort herkommt und zum Sakrament geht.โ€œ

11 Vgl. Act 5,1โ€“11 (Ananias und Saphira). 1937 OD: โ€žV. 44 ein neuer Raum. Geht รผber kultischen Raum hinaus als Raum des christlichen Miteinanderlebens. Nicht nur zum Gottesdienst gemeinsam gehen, sondern durch gemeinsamen Gottesdienst ergeben sich ganz bestimmte Ordnungen. Gesetz des Eigentums wird auรŸer Kraft gesetzt. Nicht durchbrochen, aber seines Ernstes beraubt und in die Freiheit der Kinder Gottes gestellt. Aus kultischem Raum gestaltet sich Lebensraum. Dieser Gedanke sehr wichtig. Gemeinde hat nicht genug mit gottesdienstlichem Raum, damit, daรŸ Wort und Sakrament unangetastet bleibt. Eingriff in Lebensraum, Beziehungen der Gemeinde untereinander ist auch schon Eingriff in die Gemeinde. Kein Gesetz wird auferlegt, sondern aus der Freiheit heraus ist es gerade dieser Raum. (Siehe Ananias.) DaรŸ in der Gemeinde jedem ausgeteilt wird, wie es ihm not ist, das ist wichtig, nicht daรŸ es in der Gรผtergemeinschaft verwirklicht wurde. Schon zu den ersten Erkenntnissen der Gemeinde gehรถrt es, daรŸ niemand darben darf. Das unbedingt der Lebensraum der christlichen Gemeinde. (Heute Gaben an nichtarische Christen.)โ€œ

12 Tertullian, Apologeticus 39; vgl. DBW 4 (N), 284.

13 JM: โ€žvon Schwenckfeld wird Liebe als nota gegen Luther zitiertโ€œ. Zu nota bzw. notae ecclesiae (โ€žZeichen, an demโ€œ bzw. โ€žan denen die Kirche erkannt wirdโ€œ) CA VII (BSLK 61).

14 1935/36 EB: โ€žAlltรคglichkeit bezeugt die vรถllige Freiheit. Nichts Exzeptionelles sondern normal.โ€œ

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

15 Das in eckigen Klammern Wiedergegebene โ€“ โ€ž[In โ€ฆ Kreuz.]โ€œ โ€“ steht bei EK als Anmerkung unten auf der Seite.

16 Siehe Kirchenordnung der Kurpfalz 1563 (darin ist der Heidelberger Katechismus enthalten) in: W. Niesel, Bekenntnisschriften und Kirchenordnungen, 184, 200; 203: โ€žalle morgen โ€ฆ daรŸ die Lection / vermanung vnd Gebet sich nit vber eine halbe stund erstrecke.โ€œ

17 1937 OD: โ€žV. 46. Halten sich regelmรครŸig zum Tempel. AuรŸer Tempelraum werden Privathรคuser in Anspruch genommen. Arkandisziplin fรคngt an. Predigen kann man noch im Tempel, aber nicht Brotbrechen. Also Hรคuser eine Notlรถsung. Oder auch in Hรคusern, weil Fortsetzung von Jesu letztem Mahl (Passahโ€“Mahl), das auch im Haus stattfand. Oder schlieรŸlich war das Brotbrechen auch nur gemeinsame gewรถhnliche Mahlzeit, oder nicht gewรถhnliche Mahlzeit, sondern Herrenmahl. Deshalb auch โ€šJauchzen und Einfalt des Herzensโ€˜ [Act 2,47].โ€œ

18 JM: โ€ž(vgl. Auszug Israels aus Babylon!)โ€œ, s. Esra 1. Zu Act 2,47 โ€žGnade beim ganzen Volkโ€œ 1937 OD: โ€žฮปฮฑฯŒฯ‚ ist hier โ€™am haโ€™arets [hebrรคisch, โ€žVolk des Landesโ€œ], das Volk Gottes. ฮปฮฑฯŒฯ‚ als beschrรคnkter Begriff. รœber der ersten Gemeinde liegt kein Kreuz. ฯ‡ฮฌฯฮนฯ‚ [โ€žGnadeโ€œ] beim ganzen Volk im Anfang, Vorwegnahme des eschatologischen Glanzes, wo alle Gott erkennen und loben. Und 2., beim Entstehen einer jungen Kirche immer freundlicher Glanz, bei der 1. Gemeinde warโ€™s so, bei der jรผdischen Exilsgemeinde auch, ferner Reformation und Bek[enntnisโ€“]Gemeinde.โ€œ

19 1937 OD: โ€žGemeinde ist Missionsgemeinde ihrem Wesen nach.โ€œ Bei OD, im fรผnften Kurs, schlieรŸt an: โ€žGemeinde als Gegenwart Christi, als gegenwรคrtiger sichtbarer Christus selbst bei Paulus. Eph. 2,15 โ€ฆ ฮบฮฑฮนฮฝแฝธฯ‚ แผ„ฮฝฮธฯฯ‰ฯ€ฮฟฯ‚โ€œ.

usw. und so weiter

20 JM: โ€žDas alles spielt sich ab in Verbindung des Leibes mit dem Haupt Christus und innerhalb der Gemeinde.โ€œ Hier schlieรŸt im vierten Kurs an: โ€žDas Handeln des Christen โ€šin Christusโ€˜ย โ€œ.

21 NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth Seite 13โ€“15 (= EK); dazu parallel im vierten Kurs NL B 9,3: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 18โ€“20.23โ€“25 (= JM); im dritten Kurs NL B 9,5: Mitschrift von Wolf-Dieter Zimmermann 1936 Seite 22โ€“24 (= WDZ) unter der auf Seite 14 gestellten Frage โ€žWie gewinne ich teil an diesem Sein in Christus?โ€œ โ€“ s. II/15.1 S. 602 โ€“ Punkt โ€žVIII Versiegelung und Heiligungโ€œ. Vgl. in DBW 4 (N) bes. 276 f.

22 Dt.: โ€žVersiegelungโ€œ

Vgl. vergleiche

23 Dt.: โ€žverwahrenโ€œ, โ€žbewahrenโ€œ.

24 JM: โ€ž(Frucht = Steuer)โ€œ. 1936 WDZ zu Rรถm 15,28: โ€žSprachgebrauch = Kollekte; in sich abgeschlossen; der Frucht kann nichts mehr geschehen; sichergestellt.โ€œ Bei EK eine Randnotiz, uni. auรŸer: โ€ž+ Joh 3,33โ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

25 Bei EK ab โ€žParallelismen mit Vers 21โ€œ als Anmerkung zu II Kor 1,22 unten auf der Seite. Vgl. in Vers 21 f Luther-dt.: der โ€žbefestigt โ€ฆ und versiegeltโ€œ hat. 1936 WDZ: โ€ž2. Kor 1,22 ฯƒฯ†ฯฮฑฮณฮฏฯ‚ und ฯ€ฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ [โ€žGeistโ€œ] parallel.โ€œ

26 Dt.: โ€žUnterpfandโ€œ.

27 โ€ž[ฯ€ฮฑฯฮฑฮธฮฎฮบฮท โ€ฆ destinatio.]โ€œ bei EK Anmerkung und Randnotiz. Dt.: โ€žanvertrautes Gutโ€œ, โ€žGabe des Beharrensโ€œ, โ€žBestimmungโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

28 1936 WDZ: โ€žEph 1,13 ฯ€ฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ = Mittel der ฯƒฯ†ฯฮฑฮณฮฏฯ‚; Pfand; Eigentum.โ€œ Vgl. in Eph 1,14 Luther-dt.: โ€žwelcher ist das Pfand unseres Erbes zu unsrer Erlรถsung, daรŸ wir sein Eigentum wรผrdenโ€œ.

29 In Eph 1,14 das erste Wort (Lutherโ€“dt.: โ€žwelcherโ€œ).

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

30 1936 WDZ: โ€žEph 4,30 Ziel; auf etwas hin versiegeln (Tag Christi)โ€œ.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

31 JM: โ€ždie 144.000 Versiegelten auf Zionโ€œ; 1936 WDZ: โ€žBewahrung des Eigentums bis zum Tag Jesu.โ€œ

32 JM: โ€žDer Friede Gottes der hรถher ist denn alle Vernunft der nehme gefangen eure Herzen und Sinnenโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

33 โ€ž[Gefรคngnis โ€ฆ?]โ€œ bei EK Randnotiz.

34 JM zu I Petr 1,5: โ€žverschlossen in der Kraft Gottes durch den Glauben auf das zukรผnftige Heilโ€œ.

35 JM zu Joh 17,12: โ€žich bewahrte sie in deinem Namen die du mir gegeben hast (ฯ†ฯ…ฮปฮฌฯƒฯƒฮตฮนฮฝ; Name wie Raum gedacht). Judas: โ€šKind des Verderbensโ€˜ [in Vers 12 Lutherโ€“dt.: โ€ždas verlorene Kindโ€œ], Gefahr des Herausfallensโ€œ.

36 JM: bewahrt wird โ€žder ganze Leib, der auferstehen sollโ€œ.

37 1936 WDZ: โ€žin der Hรถlle aufbewahrt. 2. Petr. 3,7โ€œ.

38 1936 WDZ: โ€žAlso immer eschatologisch gebraucht!โ€œ

39 1936 WDZ zusรคtzlich: โ€žsein Eigentum.โ€œ

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

40 โ€žAuch nicht heraus!โ€œ ist bei EK Randnotiz.

41 Dt.: โ€žHeilโ€œ.

42 Vgl. Gen 6,5โ€“8,19.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

43 Siehe I Petr 3,20 f.

44 JM: โ€žDie Versetzung geschieht: in Taufe und Rechtfertigung.โ€œ

45 JM zusรคtzlich: โ€ž(Arche ein Schiff: Gemeinde fรคhrt durch die Welt)โ€œ.

46 Dieser Satz steht bei EK als Anmerkung unten auf der Seite.

47 Vgl. DBW 4 (N), 296.

48 1936 WDZ: โ€žZiel der Rechtfertigung, der Versรถhnungโ€œ.

49 แผฮณฮนฮฑฯƒฮผฯŒฯ‚ steht in Rรถm 6,22. Bei JM: 6,16โ€“23 โ€ฆ 1. Kor 1,30โ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

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] Hinzufรผgungen der Herausgeber

50 JM: โ€žwer geheiligt ist, soll sich weiter heiligenโ€œ.

51 1936 WDZ: โ€žZiel der Heiligung = Bestehen am Tag Jesu Christiโ€œ.

52 Dt.: โ€žUnreinigkeitโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

f folgende Seite bzw. folgender Vers

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

53 โ€ž[Rm โ€ฆ f.]โ€œ bei EK Anmerkung.

54 JM: โ€žSelig sind die reines Herzens sindโ€œ, s. Mt 5,8 (โ€ždenn sie werden Gott schauenโ€œ).

55 JM zusรคtzlich: โ€žsondern durch Heiligung. Kolosser 1,22 โ€ฆ Eph 1,3.4 โ€ฆ 5,5โ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

56 โ€ž[Gibt โ€ฆ?]โ€œ bei EK Randnotiz. 1936 WDZ: โ€žHebr 12,14 1. Petr. 1,2. Gerechtfertigt, um geheiligt zu werden, um bestehen zu kรถnnen. Nicht Selbstheiligung, um unseres Charakters willen, sondern um des Tages Jesu willen.โ€œ

57 JM: โ€žIhr sollt Gottes wรผrdig wandeln!โ€œ

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

58 Lev 19,2; I Petr 1,16; vgl. DBW 4 (N), 270 und 276.

59 1936 WDZ: โ€žOrt der Heiligung = แผฮฝ ฮงฯฮนฯƒฯ„แฟทโ€œ.

Vgl. vergleiche

60 โ€žUm โ€ฆ Dankbarkeitโ€œ ist bei EK Randnotiz. JM: โ€ž(Die ฯ€ฮฟฮนฮทฯ„ฮฑแฝถ ฯ„ฮฟแฟฆ ฮฝฯŒฮผฮฟฯ… ฮดฮนฮบฮฑฮนฯ‰ฮธฮฎฯƒฮฟฮฝฯ„ฮฑฮน [Rรถm 2,13 b โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€ždie das Gesetz tun, werden gerecht seinโ€œ]!) Heiligung nicht als Tugend verstanden, sondern als das in Christus hineingetanwerden und von ihm zum Ziel gebracht werden. Heiligung โ€“ um der ฯ€ฮฑฯฮฟฯ…ฯƒฮฏฮฑ willen.โ€œ Bei EK folgt nach einer Leerzeile auf Seite 15: โ€žDie Lasterkataloge.โ€œ 1936 WDZ hat nach dem Punkt 4: โ€ž5) Heiligung ist Existenz im Raum des Christus = der Gemeinde; die Existenz, die aufbewahrt wird bis auf jenen Tag. Siegel, bewahren, heiliger Geist = Raum zwischen Reich Christi jetzt und jรผngstem Tag. Der Glaubende wird gerechtfertigt. Der Geheiligte wird im Gericht errettet, nicht durch Heiligung, sondern durch Glauben.โ€œ Mit letzterem Satz vgl. DBW 4 (N), 296. In der neutestamentlichen Vorlesung 1936 wurde als nรคchstes โ€žDas gute Werkโ€œ behandelt, s. II/15.5 (S. 612โ€“616).

61 NL A 55,19: hsl., anfangs Bleistiftschrift mit Farbstiftzusatz, dann Tintenschrift mit Bleistiftzusรคtzen. Vgl. II/22.3 S. 732 die Nachschrift NL B 9,6 von Erich Klapproth (= EK), in der die Behandlung der Lasterkataloge mit Gal 5,19โ€“21 beginnt. Siehe DBW 4 (N), 279โ€“289.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

62 Dt.: โ€žHurereiโ€œ โ€“ โ€žHabgierโ€œ.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

63 Dt.: โ€žGรถtzendienstโ€œ (wรถrtlich: โ€žBilderdienstโ€œ).

V. Vers

f folgende Seite bzw. folgender Vers

64 Dt.: โ€žEhebrecherโ€œ, โ€žGรถtzendienerโ€œ.

65 Dt.: โ€žHabgierigeโ€œ, โ€žDiebeโ€œ.

66 Eine Zeile tiefer, gestr.: โ€ž2 Kor 12,20 fโ€œ.

67 Eine Zeile tiefer, gestr.: โ€žEph 4,31โ€œ.

68 Diese Zeile ist mit rotem Farbstift zugesetzt. โ€žAbgรถttereiโ€œ steht Gal 5,3.19 nicht, aber in Vers 20.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

f folgende Seite bzw. folgender Vers

69 Dt.: โ€žUnreinheitโ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

70 Das Folgende eingerรผckt in der nรคchsten Zeile.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

71 Mit der Stellenangabe in der folgenden Zeile (II Tim 3,2โ€“5) durch eine Zusammenfassungslinie verbunden. Das jetzt Folgende (bis โ€žZuchtloseโ€œ) steht rechts von dieser Linie.

72 Dt.: โ€ždie Gesetzlosenโ€œ.

73 U. L.; aber vgl. DBW 4 (N), 247 zu II Tim 3,7: โ€žNeigung zum Problematisieren um des Problematisierens willenโ€œ.

74 Unterhalb dieser Stellenangabe Querstrich (zum Ziehen der Bilanz aus den angefรผhrten Bibelstellen).

75 โ€žUrsprung?โ€œ (stark unterstrichen) steht als Zusatz vor (doppelt unterstrichen) โ€žWort Jesu: Mark 7,22โ€œ. Siehe DBW 4 (N), 280 Bโ€™s Anm. 17): Mk 7,21 f mag als โ€žUrsprung dieser Lasterkataloge โ€ฆ anzusehen seinโ€œ.

76 Dt.: โ€žMordโ€œ.

77 Dt.: โ€žSchwelgereiโ€œ.

78 Dt.: โ€žรœberheblichkeitโ€œ. โ€“ Das Folgende ist durch einen seitenbreiten Querstrich vom Vorigen abgesetzt.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

79 Die letzteren (wiederholenden) Stellenangaben aus I Kor sind ein Tintenzusatz. Das Folgende ist mit Tinte geschrieben.

80 Dt.: โ€žGeldgierโ€œ.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

81 Vgl. Jes 23,1โ€“14 (โ€žLast รผber Tyrusโ€œ, die Krรคmerstadt) und 23,18 (โ€žnicht zu Schรคtze sammelnโ€œ) mit Mt 6,19; dazu DBW 4 (N), 168: โ€žAm angesammelten Schatz hรคngt das Herz.โ€œ

82 Auf Seite 2 des Bogens NL A 55,19 oberhalb des Abschnitts zu แผ€ฮบฮฑฮธฮฑฯฯƒฮฏฮฑ stehen Notizen zu ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, die durch eine Umstellungslinie mit โ€ž[I Kor] 7,2 10,7โ€œ in der Zeile โ€žHurerei unter dem Gericht Gottes โ€ฆโ€œ verbunden sind, s. weiter unten.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

83 Dt.: โ€žBefleckungโ€œ.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

f folgende Seite bzw. folgender Vers

84 Mit dieser Stellenangabe (genauer: I Kor 10,8) ist die Umstellungslinie der Notizen zu ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ verbunden, die im folgenden Abschnitt wiedergegeben werden.

85 Entsprechung zu ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ im AT; im Ms hebrรคisch geschrieben.

86 โ€žHeiden, die von Gott nichts wissenโ€œ sind in I Thess 4,5 genannt.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

87 I Kor 10,7โ€“10.

88 Dt.: โ€žEhebruchโ€œ (griech. und hebrรคisch).

89 Ex 20,14.

90 Dt.: โ€žUnzuchtโ€œ.

91 Siehe DBW 4 (N), 280: โ€žSรผnde Adamsโ€œ.

92 Vgl. DBW 3 (SF), 95 u. รถ. (zu โ€šSchamโ€˜).

93 Dt.: โ€žEbenbildlichkeitโ€œ Gottes; vgl. Gen 1,27. B hat โ€žEbenbildโ€œ โ€“ in Punkt โ€ž1.)โ€œ โ€“ und โ€žChristusโ€œ โ€“ hier in Punkt โ€ž2.)โ€œ โ€“ doppelt unterstrichen.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

94 Dt.: โ€žKnechtschaftโ€œ oder โ€žSklavereiโ€œ.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

95 Im โ€žNestleโ€œ bei I Kor 7,7 Querverweis auf Mt 19,12. Im griech. Text von Mt 19,10.12 Bleistiftunterstreichungen. B hatte die Stelle in der NTโ€“Vorlesung am 1. 7. 1935 (Mitschrift Eberhard Bethge NL B 8 Seite 17) und im Sommer 1936 (Mitschrift Wolf-Dieter Zimmermann NL B 9,5 Seite 49) besprochen.

96 Vgl. I Kor 7,29โ€“31 (Haben, als hรคtte man nicht).

97 Das Folgende bis โ€žโ€ฆ Sorgeโ€œ sind Bleistiftzusรคtze.

98 LB รผbersetzt: โ€žFressen und Saufenโ€œ. Zum Vorkommen von โ€žฮผฮญฮธฮท (Trunkenheit)โ€œ und โ€žฮบแฟถฮผฮฟฮน (รผppige Gelage)โ€œ in Lasterkatalogen des Neuen Testaments vgl. ThWNT IV, 552 f.

99 Vgl. u. a. Lev 1,8.12; 3,3 f; 7,22โ€“27 (kein Fett essen).

100 Vgl. Num 6,1โ€“21 (LB: โ€žGesetz der Nasirรคerโ€œ), bes. 6,2 f: โ€žGelรผbdeโ€œ, โ€žsich Weins und starkes Getrรคnks enthaltenโ€œ. Siehe auch das โ€žGelรผbdeโ€œ in Act 21,23โ€“26.

101 Vgl. Gen 9,20โ€“23.

102 Vgl. Gen 19,30โ€“35.

103 Johannes der Tรคufer trank im Unterschied zu Jesus keinen Wein; vgl. Mt 11,18 f.

104 Ende der Tintennotizen; der folgende SchluรŸ der Notizen mit Bleistift.

105 Von hier Bleistiftstrich nach oben zu โ€žNoah, Lotโ€œ.

106 I Reg 5,5 (bzw. 4,25 = Nebenzรคhlung in LB im 1. Buch von den Kรถnigen): โ€ždaรŸ Juda und Israel sicher wohneten, ein jeglicher unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaumโ€œ; auch Micha 4,4 und Sacharja 3,10.

107 Vgl. Jes 28,1.7 (โ€žWeh der prรคchtigen Krone der Trunkenenโ€œ โ€“ โ€žvom Wein toll wordenโ€œ).

108 Vgl. Joh 15,1โ€“8.

109 Siehe das Kelch-Wort aus der Einsetzung des heiligen Abendmahls (Mk 14,23โ€“25).

110 NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth Seite 15โ€“19 (= EK) im AnschluรŸ an den Abschnitt รผber Heiligung, s. II/22.1 S. 727 f; dazu NL B 9,3: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 25 f (= JM); im fรผnften Kurs NL B 9,4: Mitschrift von Otto Dudzus 1937 Seite 20 f (= OD).

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

111 JM: โ€žGal 5,19โ€“23: Offenbar sind die Werke des Fleisches โ€ฆ die Frucht des Geistes โ€ฆ Laster โ€“ Ankรผndigung des Gerichts: โ€šwerden das Reich Gottes nicht erben.โ€˜ Eph 5,3โ€œ. 1937 OD: โ€žDie Laster der bรถse Hintergrund, von dem die Gemeinde befreit ist.โ€œ

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

vgl. vergleiche

112 Ex 20,13.

usw. und so weiter

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

113 Rรถm 1,28 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žwas โ€ฆ taugtโ€œ; vgl. Eph 5,4 (โ€žziemenโ€œ).

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

f folgende Seite bzw. folgender Vers

114 Siehe I Kor 5,10.

115 I Kor 5,11; das folgende โ€šDrittensโ€˜: 5,12 f.

116 I Kor 6,9 f.

117 Dt.: โ€žlรคsternโ€œ, โ€žschmรคhenโ€œ.

vgl. vergleiche

118 Phil 2,6.

vgl. vergleiche

Vgl. vergleiche

119 Vgl. mit Lk 18,14 (โ€žDenn wer sich selbst erhรถht, der wird erniedrigt werdenโ€œ) DBW 3 (SF), 63 (wir herrschen nicht, โ€žweil wir unsere Herrschaft nicht von Gott her empfangen, sondern selbst an uns reiรŸenโ€œ). Von Bโ€™s Vorlesung โ€žSchรถpfung und Fallโ€œ im Jahre 1932 hatte Klapproth eine Nachschrift angefertigt, s. NL B 5,2, in der es an dieser Stelle heiรŸt: โ€žMit der Technik herrscht nicht der Mensch รผber die Welt, sondern die Welt รผber ihn.โ€œ

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

vgl. vergleiche

120 I Kor 6,9.

121 Vgl. A. F. C. Vilmar, Dogmatik I, 355: โ€žAufnahme des dreifachen Reizes des Bรถsen nach der dreifachen Natur des Menschen 1) Fleisch โ€ฆ (Sinnlichkeit), 2) Augen (Seele) โ€ฆ 3) Hochmut (Geist)โ€œ.

122 Dt.: โ€žaufgelegtโ€œ.

123 Vgl. I Tim 1,8 (ฯ‡ฯแฟ†ฯ„ฮฑฮน) โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žso es jemand recht brauchtโ€œ.

124 Vgl. II Tim 3,2โ€“5.

125 Mk 7,21 f.

126 Siehe DBW 4 (N), 280 Bโ€™s Anm. 17).

127 JM: โ€žEs gibt einen von Gott geordneten Umgang mit Tod und Geschlechtlichkeit.โ€œ

128 JM: โ€žGebiet des Reinen ist begrenzt durch das Gebet.โ€œ

129 Jak 1,21.

130 JM: โ€ž1. Kor 5,1: Gericht fรผr Unreinheit.โ€œ

131 EK hat diese und die vorige Stellenangabe nachtrรคglich mit (Bleistiftโ€“)Fragezeichen versehen. Siehe Bโ€™s Notizen II/22.2 S. 730: โ€žHurerei unter dem Gericht Gottes โ€ฆ [I Kor] 7,2 10,7โ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

132 Bei EK hebrรคisch geschrieben.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

f folgende Seite bzw. folgender Vers

f folgende Seite bzw. folgender Vers

133 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žEhebrecher und Ehebrecherinnenโ€œ.

134 Bei EK hebrรคisch geschrieben.

Vgl. vergleiche

135 Siehe u. a. Hos 1,2 LB: โ€ždas Land lรคuft vom HErrn der Hurerei nachโ€œ.

136 Jud 4 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€žDie sind Gottlose, ziehen die Gnade unseres Gottes auf Mutwillenโ€œ.

137 Anders gemeint โ€“ zustimmend in Form einer rhetorischen Frage โ€“ DBW 4 (N), 39: โ€žHat der katholische Katechismus nicht recht, wenn er hierin [a.a.O., 38: im โ€žmutwilligen Sรผndigen auf Gnade hinโ€œ] die Sรผnde wider den heiligen Geist erkennt?โ€œ โ€“ Bei JM gibt es Aufzeichnungen nur zum vorhergehenden, nicht mehr zum folgenden Teil der Lasterkatalogeโ€“Besprechung. Offenbar begann hier eine neue Vorlesungsstunde, an der Mickley nicht teilnahm.

138 Vgl. I Tim 1,9 f.

139 Vgl. DBW 3 (SF), 117 f.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

140 Vgl. in LB II Sam 19,36 (Nebenzรคhlung Vers 35), Barsillai zu David: โ€žIch bin heute achtzig Jahre alt. Wie sollte ich kennen, was gut oder bรถse istโ€œ; Hinweis hierauf in der von B fรผr โ€žSchรถpfung und Fallโ€œ โ€“ s. DBW 3 (SF), 82 u. รถ. โ€“ durchgearbeiteten Abhandlung von Hans Schmidt, Die Erzรคhlung von Paradies und Sรผndenfall, 27.

usw. und so weiter

141 Dt.: โ€žwie Gottโ€œ. 1937 OD: โ€žSeinโ€“wieโ€“Gott, das der Grund, aus dem das alles entspringt. Mensch zerrissen in sich. Adam will jetzt nicht mehr fรผr Eva da sein, sondern sie fรผr sich haben. Geschlechtlichkeit treibt wohl zueinander, aber wenn eins, entzweit sie auch.โ€œ

142 Dt.: โ€žErkennenโ€œ (hebrรคischer Begriff).

143 Dt.: โ€žleidenschaftliche Liebeโ€œ.

Vgl. vergleiche

144 Vgl. Mt 19,1โ€“12; 5,27โ€“32.

145 Vgl. in Bโ€™s Notizen II/22.2 S. 731: โ€žEbenbildโ€œ Gottes.

146 Ist Jak 4,4 statt Jak 1,27 gemeint? Statt Rรถm 6,9 vgl. eher 6,19.

147 Ex 20,17.

Vgl. vergleiche

vgl. vergleiche

148 Vgl. in Num 6,1โ€“21 (LB: โ€žGesetz der Nasirรคerโ€œ): Wenn ein Mensch ein โ€žsonderlich Gelรผbde tutโ€œ, โ€žder soll sich Weins und starkes Getrรคnks enthaltenโ€œ (Vers 2 f LB).

vgl. vergleiche

149 Vgl. Jer 35,6: Die Rechabiter โ€žtrinken nicht Weinโ€œ.

usw. und so weiter

Vgl. vergleiche

150 Von โ€žJs 5 โ€ฆโ€œ an bei EK Randnotiz. Vgl. Jes 5,11: โ€žWeh denen, die โ€ฆ der Wein erhitztโ€œ; Mk 14,25 im AnschluรŸ an die Einsetzung des Abendmahls: โ€žWahrlich, ich sage euch, daรŸ ich [Jesus] hinfort nicht trinken werde vom Gewรคchs des Weinstocks โ€ฆโ€œ.

Vgl. vergleiche

151 Joh 2,3โ€“10.

152 Hierauf folgt bei EK auf Seite 19: โ€žDas gute Werk. Die Rechtfertigung wird nach Paulus den Glaubenden zuteil; die Rettung im Gericht den Geheiligten. โ€ฆโ€œ; die Nachschrift EK 1936/37 endet auf Seite 21 f (zu Gal 5,19โ€“23): โ€žโ€ฆ bei den Lastern am Anfang die ฯ€ฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, am Ende ฯ†ฮธฯŒฮฝฮฟฯ‚; bei der Geistesfrucht umgekehrt: zuerst Liebe, am Ende แผฮณฮบฯฮฌฯ„ฮตฮนฮฑ.โ€œ Siehe II/15.6 S. 618 Anm. 103 zur Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936.

1 B hat im Rahmen der Seelsorgevorlesung auch รผber die Beerdigung (im dritten Kurs 1936, Sammelvikariat 1938/39), die Trauung und die Taufe (Sammelvikariat 1938/39) vorgetragen. Damit folgte er dem Beispiel von H. Asmussen, Die Seelsorge, Kapitel 4โ€“6. AuรŸerhalb der Seelsorgevorlesung und als โ€žKasualienโ€œ (Obertitel) zusammengefaรŸt sind die Taufe und die Beerdigung im vierten Kurs 1936/37 behandelt worden. Beide Abschnitte unterstreichen durch die รœberschriften โ€žTaufredenโ€œ, โ€žBeerdigungsredenโ€œ den homiletischen Aspekt der jeweiligen Amtshandlung, was aber nicht als Einschrรคnkung miรŸverstanden werden darf. Neben und mit der Wortverkรผndigung werden Fragen der Gemeindeordnung und der Liturgie behandelt. Erich Klapproth notierte in seiner Mitschrift schon beim Obertitel โ€žKasualienโ€œ den Hinweis auf die von Otto Dietz 1928 herausgegebene โ€žLutheragendeโ€œ.

2 NL B 11,2 (Seite 38 f): stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37. Bei der Kompilation der Seelsorgevorlesung in GS V 414 โ€žDie Taufeโ€œ nicht berรผcksichtigt.

3 Richtig: Rรถm 14,7โ€“9.

4 Die Kandidaten im vierten Kurs Alfred Rendler, Friedrichโ€“Ernst Schrรถter, Gerhard Krause, Otto Berendts hatten vermutlich Entwรผrfe zu Taufansprachen vorzulegen.

5 Luthers โ€žTaufbรผchleinโ€œ von 1523 (WA 12, 42โ€“48) und dessen Neubearbeitung von 1526 (WA 19, 537โ€“541; s. auch BSLK 535โ€“541) werden auf dem Hintergrund der spรคtmittelalterlichen Taufformulare kommentiert von B. Jordahn in Leiturgia V, 355โ€“423. Die in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils erneuerte Ordnung der katholischen Kindertaufe bezieht durch Anrede und Homilie auch Eltern, Paten und Taufgemeinde in die Handlung ein; vgl. Kleines Rituale 24โ€“37.

6 Es folgt ein Gesprรคchsbeitrag des Kandidaten Gerhard Krause.

7 In seiner Habilitationsschrift bestimmt B actus directus und actus reflexus durch die Unterscheidung zwischen โ€ždirektem BewuรŸtseinโ€œ und dem โ€žBewuรŸtsein der Reflexionโ€œ, vgl. DBW 2 (AS), 23. Beide Weisen des BewuรŸtseins bezog der altprotestantische Dogmatiker David Hollaz I. auf den Glauben: Die Kinder haben nur den vom Heiligen Geist durch die Taufe entzรผndeten unmittelbaren und einfachen Glauben, nicht den reflektierten; vgl. das Zitat aus โ€žHollaz: Examenโ€œ DBW 2, 159. B hatte das Problem des Kinderglaubens zuvor schon in seiner Dissertation behandelt, s. DBW 1 (SC), 164 f.

8 In DBW 1 (SC), 164, konnte B auch umgekehrt sagen, in dem Kind glaube die ganze Gemeinde.

vgl. vergleiche

9 Eine โ€žOrdnung des kirchlichen Lebensโ€œ wurde in der Evangelischen Kirche der AltpreuรŸischen Union erstmals 1930 in Kraft gesetzt. Sie lรถste das โ€žKirchengesetz betr. die Verletzung kirchlicher Pflichten in Bezug auf Taufe, Konfirmation und Trauungโ€œ von 1880 ab (P. C. Bloth, TRE 17, 431).

10 Diese Voraussetzung geht รผber die Festlegungen der Lebensordnung 1930 hinaus.

11 Vgl. CA IX (BSLK 63 [161]): โ€žDe baptismo docent, quod sit necessarius ad salutemโ€œ; dt.: โ€žVon der Tauf wird gelehret, daรŸ sie notig sei, und daรŸ dadurch Gnad angeboten werdeโ€œ.

12 Vgl. DBW 4 (N), 39 (โ€žGnade als Prinzipโ€œ) u. รถ.

13 Mt 5,13.

14 Vgl. DBW 4 (N), 30 (โ€žBillige Gnade โ€ฆ ist Taufe ohne Gemeindezuchtโ€œ).

15 Zu den vorstehenden Aussagen รผber Gemeindezucht und Taufverweigerung vgl. Bโ€™s spรคteres Gutachten zur Tauffrage 1942 DBW 16 II/14 (bes. [GS III 452 f]: โ€žeine rechte evangelische Taufzucht wird heute von der christlichen Gemeinde gefordertโ€œ). Im Taufkapitel der โ€žSeelsorgeโ€œ von Asmussen ist Taufverweigerung bzw. Taufaufschub kein Thema.

16 Vgl. II/3.9 (Bโ€™s Predigtentwurf zu Rรถm 6,1โ€“11). DaรŸ mit der Taufe das natรผrliche Leben nicht eine Steigerung erfรคhrt, sondern ins Gericht gestellt wird, betont stark H. Asmussen, a. a. O., 84โ€“86. ร„hnlich auch im Entwurf einer Taufrede in NL B 15,4 (Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37).

17 Joh 3,6.

18 Vgl. Ps 51,7.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

19 Rรถm 12,2.

20 H. Asmussen, a. a. O., 80โ€“84, aktualisierte das biblische โ€žFleisch und Geistโ€œ fรผr die Tauflehre als โ€žBlut und Geistโ€œ.

21 Mit diesem Begriff ist in erster Linie die Taufe von Juden gemeint (Mickley 1936/37 NL B 15,4: โ€žJudentaufeโ€œ). Vgl. II/28 (NTโ€“Vorlesung 1937) S. 823 (Hinweis auf die โ€žgetauften Judenโ€œ). Zu Bโ€™s Initiativen in der sog. Judenfrage, eingeschlossen sein Eintreten fรผr die vollen kirchlichen Rechte von Gemeindegliedern, die als Juden getauft wurden, vgl. Chr.โ€“R. Mรผller, Dietrich Bonhoeffers Kampf (fรผr die Finkenwalder Zeit: 161โ€“179).

22 Vgl. Mk 10,28โ€“31.

23 U. L.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

24 B betonte in der soziologischen Betrachtung der Taufe DBW 1 (SC), 164 f, daรŸ die Gemeinde ihre getauften Kinder โ€žtrรคgtโ€œ.

25 NL B 11,2 (Seite 40โ€“44): stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37. Bei der Kompilation der Seelsorgevorlesung in GS V 406โ€“412 โ€žDie Beerdigungโ€œ nicht berรผcksichtigt.

f folgende Seite bzw. folgender Vers

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26 Anfang von Luthers zweiter Strophe des Gesangs โ€žMitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangenโ€œ EG.BP 305, EKG 309.

vgl. vergleiche

27 Von Carl Stange vor allem: Die Unsterblichkeit der Seele; ferner: Zur Auslegung der Aussagen Luthers; Luther und das fรผnfte Laterankonzil; Das Ende aller Dinge. Von Paul Althaus: Die letzten Dinge (11922, 21924, 31926, 41933); Unsterblichkeit und ewiges Sterben bei Luther. Die Kontroverse der beiden Lutherinterpreten zog sich รผber Jahre hin. Sie betraf die Vereinbarkeit bzw. Unvereinbarkeit philosophischer und theologischer Denkansรคtze in der Unsterblichkeitsfrage.

28 D. h.: nicht der Geist.

29 Hier wird der โ€žGeistโ€œ (ฯ€ฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ) vor โ€žSeeleโ€œ und โ€žLeibโ€œ genannt.

Vgl. vergleiche

30 Vielleicht ist gemeint A. Schlatter, Das christliche Dogma. Dort wird die Gotteslehre von der Anthropologie her erreicht.

31 Richtig: โ€žPsychologieโ€œ. Auf Delitzschs โ€žSystem der biblischen Psychologieโ€œ von 1855 hatte B in seiner Habilitationsschrift zurรผckgegriffen, s. DBW 2 (AS), 158โ€“160. Die Trichotomie in I Thess 5,23 wird von Delitzsch, 341, mit Luther als der Natur zugehรถrig und also in Gรคnze als โ€žFleischโ€œ bzw. unter dem Anspruch und der Wirklichkeit des erneuernden โ€žGeistesโ€œ angesehen.

32 Erschienen 1936!

vgl. vergleiche

33 B bezieht sich auf den Anfang der Bestattungsformel (Agende fรผr die Evangelische Kirche der altpreuรŸischen Union, Entwurf, 313, im AnschluรŸ an Agende 1895, die ihrerseits die Bestattungsformel des โ€žBook of Common Prayerโ€œ zum Vorbild hat): โ€žNachdem es dem allmรคchtigen Gott gefallen hat, unsern Bruder (Schwester) aus diesem Leben abzurufen, befehlen wir seine (ihre) Seele der Gnade Gottes und legen seinen (ihren) Leib in Gottes Acker.โ€œ

34 Im Sinne von: bestimmt zu erwarten.

vgl. vergleiche

35 Apk 9,6.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

36 Zum Nachtragen weiterer Stellen ist Platz gelassen.

37 Alles Bisherige zu โ€žBeerdigungsredenโ€œ, eine gedrรคngte Orientierung zur โ€žmaterialenโ€œ Homiletik der Bestattungspredigt, ist nur in der Mitschrift Erich Klapproths รผberliefert. Zu den folgenden bezifferten Absรคtzen aus dem dritten Kurs NL B 11,1: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 (= WDZ; im vierten Kurs parallel NL B 11,3: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 (= JM); aus dem Sammelvikariat NL B 11,5: Mitschrift von Hans Werner Jensen 1938/39 (= HWJ). Diese Zusammenfassung zur Bestattungshandlung โ€“ die darin behandelten Aspekte der kirchlichen Bestattung sind Topoi der praktischโ€“theologischen Lehrbuchliteratur, vgl. G. Rietschel, Lehrbuch II, 306โ€“345; E. C. Achelis, Lehrbuch I, 520โ€“532; H. Asmussen, Die Seelsorge, 156โ€“183 โ€“ hatte ihren ersten Platz in der 1936 erweiterten Seelsorgevorlesung. Sie wird dort (nach WDZ) eingeleitet durch eine knappe Besinnung, nach der beim Kasus Tod mit seiner โ€žseelsorgerlich bestimmten Redeโ€œ dem โ€žDienst des Wortesโ€œ der Primat vor dem โ€žDienst der Sitteโ€œ zukommt. โ€žPfarrer nicht Mund irdischer Gemeinde.โ€œ Das steht im Gegensatz zu F. Niebergall, Die Kasualrede, 141: โ€žSinn der Begrรคbnisfeier ist: die kirchliche Gemeinde spricht durch ihren Mund, den Diener des Wortes, am Grabe aus, was ihr BewuรŸtsein รผber Tod und Leben am Grabe eines ihrer Mitglieder aussagt.โ€œ

38 1936 WDZ Verweis auch auf Jesu Begrรคbnis, 1938/39 HWJ auch auf Jesu leeres Grab, das B als Zeugnis der Identitรคt des mit Leib und Seele toten bzw. des mit Leib und Seele erweckten Menschen gilt.

39 Vgl. Apk 4,7 (โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: Lรถwe, Kalb, Adler).

40 1936 WDZ: โ€žBetglocke in der Sterbestunde. Christ kann nicht allein sein; jeder Heilige und Christus selbst leiden und sterben mit. Wer stirbt, mit dem stirbt die ganze Gemeinde (Luther!).โ€œ Vgl. DBW 1 (SC), 119 (โ€ždaรŸ Christus und die Gemeinde der Heiligen mit mir leidet und stirbtโ€œ, und Zitat aus Luthers Sermon von dem hochwรผrdigen Sakrament des heiligen wahren Leichnams Christi und von den Bruderschaften von 1519 WA 2, 745).

41 WA 10/III, 409; 26, 508. An beiden Stellen spricht Luther von ein- oder zweimaligem Gebet.

42 1936 WDZ ausfรผhrlicher zur gottesdienstlichen Fรผrbitte fรผr einen Verstorbenen. Nach Hinweisen zur konfessionellen Differenz (Reformierte, Lutheraner, Katholiken): โ€žEntscheidung ist gefallen; er steht vor dem Richterstuhl; trotzdem Gott anrufen. โ€“ Keine Seelenmesse; sondern Fรผrbitte als ein mit ihm fertig werden; kein Gรถtzendienst und Totenkult. โ€“ Im Totenreich keine Bekehrung mehr zu Gott; Entscheidungszeit abgelaufen. โ€“ Fรผrbitte = Gott, kehre ihm sein Herz zu dir. โ€“ Auf lange Zeit bitten um den Toten = ein nicht zur Ruhe kommen an der Barmherzigkeit Gottes; aber man soll seine Barmherzigkeit glauben; nicht das alles dauernd in Frage stellen. Gott hat sich dem Menschen bis zu seinem Tod die Grenze gesetzt. Deshalb Menschenentscheidung und Gottes Entscheidung durch Tod einander gleichgeordnet. Gottes Wille ist entschieden (Prรคdestination). โ€“ Hรถllenfahrt = die bis zum Tod Jesu Verstorbenen; nicht Menschwerdung dadurch entwรผrdigen. โ€“ Der eigene Glaube des Zurรผckgebliebenen soll gestรคrkt und gefestigt werden. Gott รผber alle Dinge lieben; nicht Totenkult; nicht ihn mehr lieben als Gott. โ€“ Tod mahnt, fรผr die Lebenden zu beten und selbst im Glauben zu stehen.โ€œ

43 1938/39 HWJ: โ€žDas muรŸ man hin und wieder der Gemeinde klarmachen. Ort grรถรŸter Geistlichkeit.โ€œ

44 1936 WDZ: โ€žGewisses Recht der konfessionellen Friedhรถfe. Schmรผcken dieses Gemeinderaumes; Leiber der Heiligen warten. Besonderes (geweihtes) Stรผck Erde, durch diese in sie hineingelegte Saat; um der Auferstehungshoffnung willen.โ€œ

45 Folgt versehentlich: โ€ždes natรผrlichenโ€œ.

46 1936 WDZ zusรคtzlich zu dieser Deutung der Hausfeier noch: โ€žHilfe fรผr Trennung vom Verstorbenen fรผrs Haus. Christus kommt als Gemeinde ins Haus; nachher kommt Haus wieder vor Christus.โ€œ

47 Bibelstelle am Rand. Angefรผhrt auch bei E. C. Achelis, Lehrbuch III, 527.

48 1936 WDZ Fortsetzung: โ€žAuferstehung nicht recht gepredigt von der Kirche; deshalb so viel Verbrennung.โ€œ 1938/39 HWJ vorsichtiger zur Verbrennung: โ€žKeine letzten dogmatischen Grรผnde dagegen.โ€œ โ€žRelatives Recht, zum Begrรคbnis anzuraten. Nicht Teilnahme an Verbrennung verweigern.โ€œ

49 Vgl. H. Asmussen, a. a. O., 174.

50 JM: โ€žFreut euch! Er ist beim Herrn! Trennung: kleine Zeit, kurzer Schlaf.โ€œ

51 โ€žVolkโ€œ: u. L.

52 Lk 10,20; Phil 4,3; Apk 3,5.

53 1936 WDZ: โ€žGanze Stรคdte stehen vor Gott im Gericht (Kapernaum) [vgl. Mt 11,23]. Erkennen gehรถrt zur Gemeinde. Hierarchie des Himmelreichs; ganze Herrlichkeit der neuen Welt. โ€“ Menschen sind fรผreinander geschaffen; man wird sich also sehen und erkennen.โ€œ

54 โ€žmemento (mori)โ€œ, dt.: โ€žgedenke (des Sterbens)โ€œ.

55 Vgl. H. Asmussen, a. a. O., 167.

56 Anders JM: โ€žBei politischen Beerdigungen auf stรคdtischen Friedhรถfen sollte der Pfarrer zuerst die anderen reden lassen und dann am Ende reden.โ€œ

57 Ein publizistischer Reflex auf das Ereignis in der Kรถlnischen Volkszeitung vom 27. 1. 1874, wo mit dem Datum des Vortages aus Hรถxter gemeldet wird: โ€žDas Tagesgesprรคch bildet noch die Grabrede des hiesigen Superintendenten Beckhaus bei der Beerdigung des Dichters H. v. Fallersleben. โ€ฆ Er ist ein positivโ€“glรคubiger Christ und Geistlicher, dabei auch ein Charakter. So hat jene Grabrede unmรถglich Allen zusagen kรถnnen, wohl aber den Christglรคubigen. In unseren Augen ist das ein groรŸes Verdienst.โ€œ

58 Vgl. H. Asmussen, a. a. O., 169; 166โ€“170 argumentiert Asmussen gegen die โ€žwertende Leichenredeโ€œ, fรผr den โ€žberichtenden Nekrologโ€œ und die โ€žVerkรผndigung des Wortes Gottesโ€œ.

59 Die Stichworte โ€žsich verbittenโ€œ und โ€žDegenerationโ€œ bei H. Asmussen, 174.

60 H. Asmussen, 176: Voraussetzen, was wir uns gern verbergen, โ€ždaรŸ es nรคmlich keinen Trost gibtโ€œ. 1938/39 HWJ: โ€žDer wirklich Betroffene will niemand, der ihn trรถstet. Er will und kann allein hรถren: es gibt keinen Trost als den einen, daรŸ Christus auferstanden und Gott dein Gott ist. Anschein, als gรคbe es falschen Trost, vermeiden. Diese Lรผcke bleibt, und sie soll bleiben.โ€œ

61 1936 WDZ: โ€žIch kann nicht trรถsten. Aber Gott kanns. Ruhe nur in Gott; sonst Vergessen und Berauschen. Freude am Willen Gottes gewinnen; der bleibt in Ewigkeit. Tatsache, daรŸ der andere da ist, kann groรŸer Trost sein. Gefรผhl vom Pfarrer, daรŸ jedes Wort verfehlt ist. Es ist nichts mehr zu sagen; es ist gesprochen; nur noch das Wort kann gesagt werden.โ€œ

vgl. vergleiche

62 Karl Hesselbacher, Autor u. a. von: Aus der Dorfkirche, 1909; Die Seelsorge auf dem Dorfe, 31920.

63 Definition des katholischen Kirchenrechts (nach LThK IX, 233): Sakramentalien sind โ€žDinge oder Handlungen, die die Kirche in einer gewissen Nachahmung der Sakramente zu verwenden pflegt, um auf Grund ihres Gebetes vor allem geistliche Wirkungen zu erlangenโ€œ.

64 Mithin ist er selbstverstรคndlich auch zum Segen berechtigt.

65 1936 WDZ erweitert: โ€žMan muรŸ daran teilnehmen. Pfarrer Eingangsgebet. Lieder usw. in Hinterpommern.โ€œ

66 รœblich gewesen bei Beerdigungen von Mitgliedern des Kriegervereins.

67 Dies ist eine Bemerkung am Rand.

68 1936 WDZ zusรคtzlich รผber Beerdigung, bei der es sich um einen โ€žVerfolger der Kircheโ€œ im Verhรคltnis zu โ€žAngehรถrigen, die um ihn ringenโ€œ handelt: โ€žWahrheit bleibt und muรŸ bei angenommener Beerdigung gesagt werden. Befehlung dieses Menschen der Gnade Gottes; ist hier nicht mรถglich. Kein Segen und Vaterunser.โ€œ AnschlieรŸend: โ€žBeerdigung mehr als Predigt an die Gemeinde; es ist ein letztes, das auch mit dem Toten zu tun hat.โ€œ

1 B hat sich vor den Kandidaten auch abgesehen von der Seelsorgevorlesung zusammenhรคngend zur Beichte geรคuรŸert. Dokumentiert werden im folgenden zwei Einzeltexte aus der Finkenwalder รœberlieferung.

2 NL A 42,1 (26): hektographierte Thesenreihe (wie NL B 11,7 b), 1 Seite; รผber dem Text hsl. (Archivnotiz) โ€ž1936โ€œ, unter dem Textende von Bโ€™s Hand Hinweise auf Stellen in der Erlanger Ausgabe von Luthers Werken. Rรผckseite (quer beschrieben) linke Hรคlfte Entwurf eines Briefanfangs: โ€žMy dear Lord Bishop [Bell], more than a year has passed since I have written to you last. In the meantime [gestr.: โ€žwe have done our work without interruptionโ€œ] much has happened that I should like to tell you. When you came to Berlin last time I unfortunately could not see [gestr.: โ€žbecauseโ€œ]โ€œ (โ€žHochverehrter Herr Bischof, mehr als ein Jahr ist seit meinem letzten Schreiben an Sie vergangen. Inzwischen [โ€žhaben wir ohne Unterbrechung unsere Arbeit getanโ€œ] ist vieles geschehen, was ich Ihnen gern berichten wรผrde. Als Sie letztes Mal nach Berlin kamen, konnte ich [Sie] leider nicht sehen [weil]โ€œ. Vgl. I/25 (Brief Bโ€™s an Bell 8. 9. 1935). Rรผckseite rechte Hรคlfte Notizen mit BSLKโ€“Stellenangaben zu Gesetz, vgl. II/26.2.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

f folgende Seite bzw. folgender Vers

3 BSLK 292,27โ€“29 (โ€žAbsolutioโ€œ), 705,47โ€“706,9 (โ€žBuรŸeโ€œ); grundsรคtzlich: M. Luther im โ€žSermon von dem Sakrament der BuรŸeโ€œ 1519 (WA 2, 715).

4 Die folgende Einteilung nach Luthers GroรŸem Katechismus BSLK 727โ€“729.

5 Vgl. II/12.2 (Seelsorgevorlesung Erweiterung 1936) S. 591.

6 Die folgenden Hinweise auf Lutherstellen nach der Erlanger Ausgabe hat B den Thesen hsl. in drei Zeilen untereinander hinzugefรผgt. Alle drei Stellenangaben auch in II/24.2 (Klapproths Mitschrift am 21. 12. 1936) S. 754 f.

7 Aus Bโ€™s hsl. Abkรผrzung โ€žd. B.โ€œ erschlossen.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

8 NL B 20: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth, datiert โ€žFinkenwalde 21. 12. 32โ€œ (richtig: 1936). Beginn auf der Kladdenseite, auf welcher Klapproths Mitschrift des Konfirmandenunterrichtplans, s. II/27, endet. Unten auf der Seite Anmerkung zur รœberschrift: โ€žKatholiken: Beicht, Sรผnd; Luther: Beichte, Sรผnde. Bei der katholischen Bibelรผbersetzung lange Disputation รผber das โ€šlutherische eโ€˜.โ€œ Bezugnahmen auf Luthers GroรŸen Katechismus, โ€žEin kurze Vermahnung zu der Beichtโ€œ, nach BSLK 725โ€“733, meist nur mit Seiten- und Zeilenangabe.

9 Gegen dieses Gebot der rรถmischen Kirchenlehre polemisiert Luther an vielen Stellen, z. B. in der Schrift โ€žVon der Beichte, ob die der Papst Macht habe zu gebietenโ€œ von 1521, in EA (Erlanger Ausgabe) 27, 357.

10 Vgl. BSLK 725,31โ€“726,19.

vgl. vergleiche

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

11 Zum folgenden vgl. Catechismus ex Decreto Consilii Tridentini, dort: De Poenitentiae Sacramento (212โ€“250); Katholischer Katechismus, 87โ€“94.

12 Hierzu Anmerkung unten auf der Seite: โ€žVielleicht steht deshalb in alten Katechismen die Beichte vor dem Abendmahl.โ€œ

13 Vgl. im โ€žSermon von dem Sakrament der BuรŸeโ€œ von 1519 WA 2, 720 f. Auch der Katholische Katechismus, 88, schlieรŸt die wiederholte Beichte von schon gรผltig gebeichteten Sรผnden eindeutig aus.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

14 DaรŸ die Absolution nur bei rechter Beichtpraxis โ€šteuerโ€˜ wird, las B auch bei W. Lรถhe, Drei Bรผcher, 179.

15 Mt 13,44โ€“46. Vgl. 4 (N), 30 f.

16 Steht wohl fรผr die Wiederholung: โ€žunsere Erfahrungslosigkeit von der Realitรคtโ€œ.

17 Offenbar Bezugnahme auf das Wort โ€žtuenโ€œ (โ€žWas wรคre das, daรŸ Du nur wolltest GenieรŸ haben und nichts dazu tuen noch darauf wenden?โ€œ).

Vgl. vergleiche

18 Offenbar Bezugnahme auf das Wort โ€žnรถtigeโ€œ (โ€žรถffentliche, tรคgliche und nรถtige Beichteโ€œ).

19 Anspielung auf Paul Humburgs Titel 1936 โ€žDie ganz groรŸe Liebeโ€œ.

20 Offenbar Bezugnahme auf BSLK 728,35 (โ€žRat, Trost und Stรคrke zu holenโ€œ).

21 Vgl. A. Schรถnherr, Lutherische Privatbeichte, 15โ€“24. Diese ganze Schrift ist dem in Finkenwalde empfangenen Impuls von Bโ€™s Beichtlehre verpflichtet.

22 Vgl. W. Lรถhe, Drei Bรผcher, 176โ€“180; ders., Der evangelische Geistliche II, 263โ€“285.

23 Vielleicht Schreibfehler, statt: Institutionellen.

24 Siehe die (Berneuchener) โ€žOrdnung der Beichteโ€œ, IV.

25 In der 1921 durch Frank Buchman ins Leben gerufenen โ€žOxfordgruppenbewegungโ€œ geschah das Sรผndenbekenntnis in der Gruppe. B hat in der Seelsorgevorlesung 1938/39 โ€“ NL B 11, 5 (Nachschrift von Hans Werner Jensen) Seite 1 โ€“ diese freie Form der Beichte der kultischโ€“amtlichen bei den Berneuchenern gegenรผbergestellt.

26 Vgl. II/12.1 (Seelsorgevorlesung) [7.] S. 586 Anm. 106 1936 WDZ.

27 Dt.: โ€žHoffartโ€œ; s. II/12.2 (Seelsorgevorlesung Ergรคnzung 1936) S. 591.

28 Vgl. Lk 9,61 f.

vgl. vergleiche

29 Der Roman โ€žBauernpsalmโ€œ von Felix Timmermans war 1936 in dt. รœbersetzung erschienen; s. dort 42โ€“45.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

Vgl. vergleiche

30 Ein Sermon von dem Sakrament der BuรŸe (WA 2, 713โ€“723).

31 Richtig: โ€žTesseradecas (consolatoria)โ€œ, โ€žVierzehn (Trostgrรผnde)โ€œ. Anfang des Titels einer Trostschrift Luthers, die er 1520 unter Bezugnahme auf den Kult der โ€ž14 Nothelferโ€œ schrieb (WA 6, 104โ€“134).

32 Predigt Luthers aus der Fastenpostille 1525 zu Mt 8,23โ€“27 (WA 17 II, 104โ€“109): EA1 11, 70โ€“76. Auf Seite 71 handelt der zweite Abschnitt von der GewiรŸheit des Glaubens, der auch im Sturm nicht widerlegt wรผrde: โ€žDenn das ist des Glaubens hohe Kunst und Kraft, daรŸ er siehet, das nicht gesehen wird, und siehet nicht, das doch gefรผhlet wird, ja, das drรผcket und dringet: gleichwie der Unglaube nur siehet, das er fรผhlet, und gar nicht hangen mag an dem, das er nicht fรผhlet.โ€œ

33 Luthers Schrift โ€žVon der Beichte, ob die der Papst Macht habe zu gebietenโ€œ von 1521 (WA 8, 138โ€“185): EA1 27, 319โ€“379; 367 รผber Beichtscham und Kreuz: โ€žDaรŸ wir aber williglich und gerne beichten, sollen uns zwo Ursach reizen. Die erst, das heilige Kreuz, das ist die Schand und Schaam, daรŸ der Mensch sich williglich entblรถรŸet fรผr einem andern Menschen, und sich selbs vorklagt und vorhohnet. Das ist ein kostlich Stuck von dem heiligen Kreuz.โ€œ 368 f: โ€žIch weiรŸ auch nit, ob der einen rechten lebendigen Glauben habe, der nit so viel leiden, oder sich zu leiden begeben will, daรŸ er fur einem Menschen zu Schanden werd, und ein solch klein Stuck von dem heiligen Kreuz nit tragen will; sintemal ein iglich Christen ein Kreuz tragen muรŸ, soll er selig und sein Glaub bewรคhrt werden. So ist hie kein Leiden ein Kreuzleiden, denn allein die Schaam und Schand, daรŸ er (wie Christus) mit den Sundern geachtet werdeโ€œ, dazu Hinweis auf Jes 53,12.

34 Acht Sermone D. M. Luthers von ihm gepredigt zu Wittenberg in der Fasten, 1523 (Invocavitpredigten, WA 10 III, 1โ€“64): EA1 28, 202โ€“285. Vielleicht ist auf Seite 249 der Satz gemeint: โ€žZum dritten ist eine Beicht, da einer dem andern beichtet, und nimmet ihn allein auf einen Ort, und erzรคhlt ihm, was sein Noth und Anliegen ist, auf daรŸ er von ihm ein trรถstlich Wort hรถre, damit er sein Gewissen stille.โ€œ Vgl. vor diesen drei EAโ€“Stellenangaben: โ€žGewiรŸheit (persรถnliche Zusprache)โ€œ; s. auch II/24.1 S. 750 Bโ€™s hsl. Notiz am Ende der Thesenreihe.

35 Dt.: โ€žKennzeichenโ€œ der Kirche, zu denen Luther u. a. auch die Beichte zรคhlte (WA 50, 631 f [628โ€“644] und 51, 480 f [479โ€“485]: Schlรผsselgebrauch; vgl. BSLK 234,28โ€“235,6).

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

36 Der Taufstein der Oberen Pfarrkirche zu Bamberg, โ€žwahrscheinlich eine Arbeit vom Ende des 14. Jahrhundertsโ€œ (R. Baumgรคrtelโ€“Fleischmann, Bamberger Plastik, 177) ist mit Holzreliefs aus dem frรผhen 16. Jahrhundert umkleidet, auf denen die sieben Sakramente dargestellt sind (Besprechung der Holzreliefs und zwei Fotos โ€“ Trauung, Firmung โ€“ a. a. O.). Das Beichtrelief zeigt einen Geistlichen, der auf einem durch Podest erhรถhten Wangenstuhl sitzt und einem neben ihm knieenden Mann (keinem โ€šTaufkindโ€˜) zuhรถrt.

1 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 7 f (โ€žBonhoefferโ€œ). Dazu NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 1โ€“5 (= JM); auf Seite 1 ist mit Kugelschreiber, also erst in der Nachkriegszeit, zugesetzt: โ€ž(Von Bonhoeffer im Seminar diktiert)โ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

2 JM: โ€žWort des Profeten ist eigentlich รผberholt. Wir wissen ja eigentlich schon alles. Fรผr uns schon alles erfรผllt, worauf Profet wartete. Wirklich alles erfรผllt? Friede schon da โ€“ durch Christus? โ€šChristus ist gekommenโ€˜ sagt die Kirche und mit ihm sein ganzes Reich, und der Friede.โ€œ

3 Joh 4,22.

4 JM: โ€žaus dem Stumpf Isais, dem geringen Hausโ€œ.

5 Vgl. Rรถm 11,25โ€“27. JM: โ€žHeil kommt von den Juden und den Juden gehรถrt das Heil.โ€œ

6 JM: โ€žStamm Isais, Judaโ€œ.

7 JM: โ€žโ€ฆ VerheiรŸung daรŸ der Geist Gottes auf ihm sein wird, der ihn zum Christus macht.โ€œ

8 JM: โ€žund Verstandโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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9 JM fรคhrt fort: โ€žsondern nach gรถttlicher Gerechtigkeit. Wird dem Elenden und Armen sich zuwenden, ihm Recht schaffen, den Stolzen schlagen durch sein Wort. Durch sein Wort ergeht das Gericht. In der Gerechtigkeit Gottes hilft Christus dem Elenden zurecht zur Gerechtigkeit.โ€œ

10 Zitiert ist aus โ€žNun jauchzet, all ihr Frommenโ€œ Strophe 5, EG.BP 3, EKG 7; vgl. EG.BP 4, EKG 8.

11 JM fรคhrt fort: โ€žรผber dem des Herrn Geist istโ€œ.

12 JM: โ€žeuch [sc. โ€žArme, Unterdrรผckteโ€œ] zu rechtfertigen, dasโ€œ.

13 JM: โ€žIm Kreuz aber ist Friede gewiรŸ.โ€œ

14 JM fรคhrt fort: โ€žhaben wir einenโ€œ.

15 JM hier: โ€žSadhu S. Singh. Gebet, Leopard. Andrewsโ€œ. In der Finkenwalder Seminarbibliothek stand das Buch โ€žZu des Meisters FรผรŸen: Sadhu Sundar Singhs Botschaftโ€œ aus Bโ€™s Besitz; dort im Kapitel โ€žVom Gebetโ€œ 32 f: โ€žEs bedeutet nicht viel, wenn einer wilde Tiere, Blitze, Licht, Wind und die andern Krรคfte der Natur zu bezรคhmen versteht โ€ฆ Die Bezรคhmer der Naturkrรคfte haben ihren Machtbereich nur in der Luft und am Himmelsgewรถlbe. Aber die Gebetsmenschen siegen รผber den Satan, รผber sich selbst und รผber die Welt.โ€œ Durch Charles Freer Andrews, einen englischer Quรคker, kam B in Kontakt zu Mahatma Gandhi, vgl. DB 470 und Brief Andrewsโ€™ an B 29. 4. 1934 DBW 13, 130.

16 Vgl. Rรถm 8,19โ€“21.

17 JM: โ€žDann wird Gott seine Schรถpfung neuschaffenโ€œ.

usw. und so weiter

18 JM statt โ€žusw.โ€œ: โ€žKampfโ€œ.

19 JM: โ€žIhn nennen wir den Herrn und Fรผrsten des Friedensreiches.โ€œ

20 NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 5โ€“9 und 9 f. Neben der Stellenangabe Zusatz Mickleys mit Kugelschreiber: โ€ž(von Bruder Bonhoeffer im Seminar diktiert)โ€œ.

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21 Ende des Zweiten Artikels im Apostolischen Glaubensbekenntnis.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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22 B nennt in DBW 4 (N), 264: I Kor 7,7.33โ€“40.

23 Von der vorhergehenden Mitschrift (Seite 5โ€“9) ist durch einen Querstrich die mit diesem Wort beginnende Passage (Seite 9 f) abgesetzt; zu dieser NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 9 (= EK).

24 EK: โ€žNicht Erweckungspredigt fรผr die Weltโ€œ.

25 EK: โ€žBei seiner Geburt reiรŸt der Himmel aufโ€œ, s. Lk 2,13.

26 Mk 1,10.

27 Mt 8,26. EK: โ€žer bedroht die Naturโ€œ.

28 Mt 27,45.

29 Act 2,2.

30 EK: โ€žSeine Stimme versteht sie, unsere nicht.โ€œ

31 Vgl. DBW 3 (SF), 49 f (โ€žZahlโ€œ, โ€žMathematikโ€œ).

32 EK: โ€žes kann ein Erdbeben sein, ein Regen usw.โ€œ.

= Zeichen fรผr Gleichsetzung

33 EK: โ€žแผก ฮณฮตฮฝฮตฮฌ: โ€šbรถse, unglรคubige Menschenโ€˜ wird es geben bis ans Ende der Welt.โ€œ Vgl. Mt 12,39; Lk 11,29. EK: โ€žVers 32: Nach Vilmar wird geredet im ganzen Zusammenhang einmal vom Weltgericht, zweitens vom [Gericht] รผber Jerusalem. Beide fallen nur in unserem Verstand auseinander, sind im Grund dasselbe. Um diese Identitรคt festzustellen, wirft Jesus hier ein Wort aus dem zweiten Gericht in Sรคtze รผber das erste hinein.โ€œ Vgl. A. F. C. Vilmar, Collegium Biblicum, Neues Testament I, 316โ€“328.

34 Vgl. Mk 13,24โ€“37.

35 EK mit ausdrรผcklicher Namensnennung: โ€žBonhoeffer: Die Irrtumsmรถglichkeit Jesu wird hier deutlich.โ€œ

36 EK: โ€žMk 10,19 15,34โ€œ. Siehe Mk 10,18; Mt 27,46 (Parallele zu Mk 15,34).

37 Dieses Zitat ist am Rand zugesetzt, โ€žallesโ€œ doppelt unterstrichen.

38 Stellenangabe am Rand.

39 EK: โ€žGerhard: Nicht zu Gericht sitzen รผber das Wort, sondern uns als die Betroffenen verstehen. Was ist uns denn damit genommen (und nicht vielmehr geschenkt), daรŸ es jenem Geschlecht nicht geschehen ist! Christus wird schon [zu] diesem Wort stehen, wenn es sein Wort ist; und es ist niedergeschrieben, als die Nichtโ€“Erfรผllung schon deutlich war.โ€œ Ein Diskussionsbeitrag von Gerhard Ebeling, mit dem Klapproth befreundet war.

40 Bei NL B 15,2 (Verfasser unbekannt, im NachlaรŸ mit Wolfgang Schraders masch. Transkriptionen von 1935 archiviert, aber Lk 21,25โ€“36 wurde nur 1936/37 in homiletischen รœbungen behandelt): masch. Durchschlag, 2 Seiten. Dazu NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 9 f โ€žBonhoefferโ€œ (= EK); NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 11โ€“13 โ€žBonhoeffer: Entwurfโ€œ (= JM). Druck (nach der Mitschrift des unbekannten Verfassers und der von Mickley): GS IV 225โ€“227 und PAM II 172โ€“174.

41 EK: โ€žtรคglich ging er an der Garage vorbeiโ€œ. Vgl. K. Barth, Die protestantische Theologie im 19. Jahrhundert (zurรผckgehend auf Vorlesungen in Mรผnster und Bonn bis 1933), 592: โ€žBlumhardt hat das Anbrechen einer der Wiederkunft Christi vorangehenden geschichtlichen Gnadenzeit fรผr unmittelbar bevorstehend gehalten, โ€ฆ so sehr, daรŸ nach glaubwรผrdiger รœberlieferung in Boll jahraus jahrein eine Kutsche mit allem Zubehรถr bereitgehalten worden sein soll, um gegebenenfalls sofort die Reise ins heilige Land, dem wiederkommenden entgegen, anzutretenโ€œ.

42 EK: โ€žNicht einmal unser Tod ist gewiรŸ; allein die Wiederkunft! Aber Blumhardtโ€™s Vorstellung war zu klein.โ€œ

43 JM: โ€žnach dem zweiten Adamโ€œ.

44 EK: โ€žรผber sie geherrscht wie Adam es sollteโ€œ, vgl. Gen 1,28.

45 JM: โ€žDas [Meer] kennt ihn.โ€œ

46 EK verweist auf Rรถm 8 (vgl. Vers 19โ€“22).

47 Zu โ€šDurstโ€˜ vgl. DBW 3 (SF), 132 f.

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48 In der Londoner Adventspredigt zu Lk 21,28 am 3. 12. 1933 DBW 13, 332 ging B auf ein schweres Grubenunglรผck ein, das sich kurz zuvor in Wales ereignet hatte. EK: โ€žDer letzte Einsturz ist ihre Befreiung.โ€œ

49 Lied von Chr. Weselovius aus Schemellis Gesangbuch, vertont von Johann Sebastian Bach (gedruckt 1736).

50 EK: โ€žsondern die Erde, ihre Sรผnde, ihre Leidenโ€œ.

51 Vgl. I Joh 2,16 f.

52 EK und JM: โ€žWie Blumhardtโ€œ.

53 Vgl. Mt 25,1โ€“13.

54 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 23 โ€žBesprechungenโ€œ. Davor, Seite 20 f, steht die Mitschrift des Entwurfs zu โ€žJo 15,13 f + Rm 5,6โ€“8. 10 aโ€œ, und auf Seite 22 hat Klapproth โ€žPsalm 25,6โ€“10 (Gerhard [Ebeling])โ€œ ausfรผhrlich und โ€žAndere Entwรผrfe: Eph 6,14โ€“17 โ€ฆ Js 2,2โ€“4โ€œ kรผrzer mitgeschrieben. Demnach wich die Reihenfolge in dieser homiletischen รœbung von der sonst eingehaltenen ab: Der Predigtentwurf (Bonhoeffers) erscheint am Anfang statt am SchluรŸ. In der Rundbriefbeilage โ€“ s. S. 768 f โ€“ ist er wieder an den SchluรŸ gerรผckt.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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55 Es folgt ein Absatz, in dem Texte angegeben und Teilnehmer des vierten Kurses genannt sind sowie: โ€žMt 15,29โ€“32 a (Bonhoeffer) Js 66,8 (Bonhoeffer: Geburt aus dem Geist gegenรผber der Geburt aus dem Kampf) โ€ฆ Mt 24,6 ff (Krieg als Zeichen des Vergehens dieser Welt, Krieg โ€“ Verfรผhrung [von โ€žKriegโ€œ zeigt ein Pfeil auf โ€žVerfรผhrungโ€œ; Mt 24,6โ€“14]; 2. Kr 5,14โ€“16; 1. Jo 3,13โ€“18; Ofb 8,13 (freilich wegen seiner Kรผrze etwas sehr schwierig).โ€œ

56 NL A 48,2 und 53,6: masch. Hektographie, Beilage zum 16. Finkenwalder Rundbrief 21. 1. 1937; Abdruck: GS IV 197โ€“201 und PAM II 132โ€“136. Dazu NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 23โ€“25 โ€žWas am Heldengedenktag gesagt werden sollte (grundsรคtzliche Notizen): Bonhoefferโ€œ (= EK) sowie Seite 20 f; NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 31โ€“34 โ€žThesen zum Volkstrauertagโ€œ (= JM). Am Volkstrauertag 1932 hatte B zu Mt 24,6โ€“14 gepredigt (DBW 11, 398โ€“408).

57 Randnotiz bei EK: โ€žBeziehen auf die Gedenktafeln und Orden in der Kirche.โ€œ Vgl. hierzu den โ€žFall Dehnโ€œ: Gรผnther Dehn gab 1928 in Magdeburg in einem Vortrag zu erwรคgen, ob die Errichtung von Gefallenendenkmรคlern in der Kirche und die รผbliche Parallelisierung des Todes fรผr das Vaterland mit einem christlichen Opfertod vertretbar sei.

58 EK: โ€žDiese Predigt ist eine Art โ€šKasualredeโ€˜ (schwieriger schon, ob Muttertag zu berรผcksichtigen; Predigt etwa รผber das Vierte Gebot).โ€œ

59 EK: โ€žUnd zweitens Antwort auf die Theodizeefrage, durch das Kreuz Christi.โ€œ

60 Seit 1936 hieรŸ der am Sonntag Reminiscere begangene Volkstrauertag offiziell โ€žHeldengedenktagโ€œ. Am 16. 3. 1935 war die allgemeine Wehrpflicht eingefรผhrt worden, am 1. 5. 1935 das neue Wehrgesetz in Kraft getreten. Vgl. DB 494.

61 Bei EK Einfรผgungszeichen an dieser Stelle, am Rand: โ€žDas ist den Jรผngeren heute zu sagen.โ€œ

62 JM: โ€žDie die im Krieg waren bilden eine stumme Gemeinschaft mit denen, die sie fallen sahen. Von ihnen trennt uns ein Abstand.โ€œ

63 Anmerkung bei EK: โ€žGerade gegenรผber den Feigen, denen das Sterben so schwer fiel.โ€œ

64 EK: โ€ž(Das MaรŸ von Solidaritรคt zum Ausdruck bringen, das besteht und bestehen kann, ohne daรŸ wir uns der Welt gleichstellen). Wer รผber 1914โ€“18 spottet oder auch nur moralisiert oder hรถhnt, macht sich selbst unglaubwรผrdig; das Vergangene liegt in der Hand des Gerichtes Gottes.โ€œ

65 JM: โ€žPostkarte:โ€œ und Zusatz รผber der Zeile: โ€žIllustration: auf franzรถsischen Grรคberfeldernโ€œ.

66 Eine Darstellung Christi mit der Dornenkrone aus Stacheldraht (in der graphischen Folge โ€žEcce homoโ€œ von George Grosz 1922) stieรŸ in der kirchlichen ร–ffentlichkeit auf empรถrte Ablehnung (โ€žGotteslรคsterungโ€œ).

67 EK: โ€žWo ist er im Schรผtzengraben? Was will er da, was ist er da? Entscheidend ist, daรŸ wir im Blick auf das Geschehen des Weltkrieges vor Christum gestellt und vor ihm in die BuรŸe getrieben werden.โ€œ

68 EK: โ€žNur dann ist ein Stรผck Geschichte fรผr uns gesegnet, wenn wir dadurch zur BuรŸe getrieben werden, ob wir von Trauer oder Stolz, zwei mรถglichen Weisen ganz profaner Gefรผhle kommen.โ€œ

69 EK und JM verweisen auf Rรถm 2 (Vers 4). Randnotiz bei EK: โ€žPassion Christi gegenรผber der โ€šdeutschen Passionโ€˜, trotz und durch: wie beim Kreuz.โ€œ

70 รœber die Gefรคhrdung und Zerstรถrung des Glaubens durch den Ersten Weltkrieg sprach B in seiner Predigt am 21. 2. 1932 DBW 11, 404 f.

71 Vgl. B in Fanรธ 28. 8. 1934 DBW 13, 298: โ€žย โ€šFriede auf Erdenโ€˜, das ist โ€ฆ ein mit der Erscheinung Christi selbst gegebenes Gebot.โ€œ

72 EK (โ‰ˆ JM): โ€žAlle Sรผnde, wahrhaftig damit auch die Sรผnde des Krieges.โ€œ

73 EK: โ€žDas die wesentliche Frage des Heldengedenktages!โ€œ

74 EK: โ€ž(vgl. Kirchenlieder, Neujahrslieder; das Chrysostomosโ€“Gebet)โ€œ. Siehe unter anderen Kirchenliedern โ€žVerleih uns Frieden gnรคdiglichโ€œ EG.BP 298, EKG 139; โ€žZeuch ein zu deinen Torenโ€œ EG.BP 79,6โ€“8, EKG 105,8โ€“10. JM (als Zusatz): โ€žZ. B. Nun laรŸt uns gehn und tretenโ€œ, s. EG.BP 24, EKG 42 (Neujahrslied). Chrysostomosโ€“Gebet: โ€žLasset uns in Frieden den Herrn anrufen um den Frieden der ganzen Welt โ€ฆโ€œ

75 EK: โ€žโ€“ in jedem Punkt, nicht nur im Kriegโ€œ.

76 EK: โ€žโ€ฆ Fremdlinge sind auf dieser Erde und uns der Welt nie gleichstellen kรถnnenโ€œ; vgl. Hebr 11,13 und Rรถm 12,2. DBW 4 (N), 267.

77 Ps 46,10.

78 EK: โ€žmit Leib und Leben auf dem Weg unserer Fremdlingschaft und Nachfolgeโ€œ.

79 Irrtum; bei EK: โ€žMtโ€œ.

ff folgende Seiten bzw. folgende Verse

80 Vgl. Mt 24,6โ€“14.

81 EK hat Seite 22 einen Entwurf โ€žPsalm 25,6โ€“10 (Gerhard [Ebeling])โ€œ mitgeschrieben.

82 Zu diesem Entwurf EK Seite 20 f โ€žReminiscere โ€“ Jo 15,13 f und Rm 5,6โ€“8.10 aโ€œ (= EK); keine Aufzeichnung bei Mickley.

83 Bei EK am Rand: โ€žChristi Sterben und der Gefallenen Sterben.โ€œ

84 Hebr 12,2.

85 Bei EK am Rand: โ€žDer Gefallenen Sterben und unser Leben.โ€œ

86 Diese รœbersetzung (von Rรถm 5,7) weicht ab von โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt. (โ€žNun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen dรผrfte vielleicht jemand sterbenโ€œ).

87 Rรถm 2,14.

88 Zitiert bei EK: โ€žDaran haben wir erkannt die Liebe, daรŸ er sein Leben fรผr uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben fรผr die Brรผder lassenโ€œ.

89 SchluรŸ bei EK: โ€žโ€ฆ heute gewiรŸ nicht in erster Linie indem wir fรผr sie sterben, sondern indem wir in unserem ganzen Leben nichts anderen tun als ihnen durch Bezeugung des Opfers Christi zu dienen.โ€œ

90 NLB 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 35 f. Dazu NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 25 (= EK).

91 EK nach Ende der Mitschrift von Bโ€™s โ€žNotizenโ€œ: โ€žWie weit gibt es โ€šDankbarkeitโ€˜ gegen Gott fรผr Ordnungen usw.? Nur soweit sie zugleich in die BuรŸe fรผhrt. Fรผrbitte fรผr die Freiheit des Volkes? Bitte um den Sieg im Krieg niemals; zugleich immer darum, daรŸ dem Feinde Leiden erspart bleibe.โ€œ

92 Vgl. RGG2 IV (1930), im Artikel โ€žPredigt I. Geschichte der Predigtโ€œ, 1426 f: โ€žDie evangelische Kriegspredigt war in Deutschland nicht schlechter als in anderen Lรคndern.โ€œ In der โ€ženglischen Kriegspredigtโ€œ gab es eine Richtung, in der Prediger โ€ždie heilige Sache der eigenen Nation und die Verworfenheit der Gegner betonten und dazu Belege aus der heiligen Schrift herholtenโ€œ.

93 NL B 15,7: Niederschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 Seite 83 f โ€žApoc. 22,1โ€“5โ€œ.

94 Dieser Satz ist am Rand zugefรผgt. โ€“ In den jetzt folgenden Absatz hat Zimmermann mit Einfรผgungszeichen und langem Pfeil umgestellt, was er weiter oben, ursprรผnglich als dritten Absatz, geschrieben hatte (โ€žIn diesem Garten werden โ€ฆ unsichtbar an unsโ€œ).

95 I Kor 13,12.

96 Gestr.: โ€žWahrheit undโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

97 NL B 15,3: Niederschrift (โ€žAufriรŸโ€œ in Langschrift, ab โ€žI. Der Text stellt vor uns hin โ€ฆโ€œ stenographisch) von Erich Klapproth 1936/37 Seite 10โ€“12 โ€žOfb 22,1โ€“5โ€œ.

c. circa, ungefรคhr

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

98 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 12 f. Dazu aus dem dritten Kurs NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 Seite 80โ€“82.

99 Dt.: โ€žReich der Gnadeโ€œ und โ€žReich der Herrlichkeitโ€œ.

100 Dt.: โ€žHolzโ€œ (โ€žBaumโ€œ).

101 1936 WDZ: โ€žWie umgehen wir, daรŸ Schilderung hiervon Schlaraffenland wird?โ€œ

102 Dt.: โ€žer zeigte mirโ€œ.

103 1936 WDZ: โ€žVers 3โ€“5 Johannes aus dem Gesicht herausfallend und schildernd; er sieht die Gemeinde und sagt, so wird[โ€™]s sein.โ€œ Nach โ€žโ€ฆ Schlaraffenland wird?โ€œ: โ€žฮดฮฟฯ…ฮปฮตฯฮตฮนฮฝ [โ€ždienenโ€œ]; Stuhl Gottes; Abhรคngigkeit von Gott.โ€œ

104 1936 WDZ: โ€žBlick auf das geschlachtete Lamm verbindet uns heute mit dem ewigen Bild. Willst du diesen triumphierenden Christus sehen, so muรŸt du diesen Gekreuzigten liebhaben. Das Lamm herrscht. Aber der Weg geht durch viel Trรผbsal. deo frui [โ€žGott genieรŸenโ€œ, d. h. die Wohltaten Gottes empfangen] nur durch Gehorsam dem Gekreuzigten Christus gegenรผber.โ€œ

NS Nationalsozialismus, nationalsozialistisch

105 Dt.: โ€žund vom Sohnโ€œ. Nicaenoโ€“Constantinopolitanum, Artikel vom heiligen Geist: โ€žDer vom Vater und dem Sohn ausgehetโ€œ (BSLK 27, und Anm.: โ€žIn karolingischer Zeit ist das filioque ins Symbol eingefรผgtโ€œ); vgl. Apk 22,1: โ€žder [Strom] ging aus von dem Stuhl Gottes und des Lammesโ€œ.

106 Vgl. II/9.1 S. 467 Anm. 14 Bethge 6. 11. 1935 NL B 9,1 Seite 15: โ€žfilioque (Karl der GroรŸe Beginn des Kampfes gegen die DC!!!!)โ€œ. Im Dritten Reich betrachteten u. a. die Deutschen Christen Natur und Geschichte als theologische Erkenntnisquelle neben dem Offenbarungswort Gottes.

107 Lehre von der Vergรถttlichung.

108 Dt.: โ€ždurch Christusโ€œ.

109 Dt.: โ€žHeilungโ€œ. 1936 WDZ: โ€žLeben dauernd aus Gott = Heilung (Jesu Heilung der Kranken = Wiederherstellung der Schรถpfung Gottes) der Seele und ganzer Existenz. Tod nicht mehr, weil Leben dauernd und รผberall da. Heilung: effektive Gerechtigkeitโ€œ.

110 Vgl. Apk 22,3 (โ€žVerbanntesโ€œ).

111 Gen 4,15 b.

112 Vgl. Gen 3,7โ€“11.

113 1936 WDZ: โ€žย โ€šregierenโ€˜; wie Adam im Paradies; nicht รผbereinander mehr? Die Herrschenden als die Dienenden. Engelmรคchte.โ€œ Vgl. DBW 3 (SF), 61 f (Herrschaft des Menschen in der Gottebenbildlichkeit).

114 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 13 f โ€žBonhoeffer (Entwurf fรผr einen Jugendgottesdienst)โ€œ. Dazu NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 14โ€“16 โ€žBonhoeffer-Predigt: รผber Apoc 22,1โ€“5 (Jugendpredigt)โ€œ (= JM). Aus dem ersten Kurs NL B 10,7: Mitschrift von Eberhard Bethge am 19. 9. 1935 Seite R 26โ€“28 (= EB). Aus dem dritten Kurs NL B 15,5: masch. Transkription der stenographischen Mitschrift von Gerhard Riemer 1936 (= GR); NL B 15,7: Mitschrift von Wolfโ€“Dieter Zimmermann 1936 Seite 85โ€“87 (= WDZ). Druck (nach den Mitschriften 1935 Bethge, 1936 Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 220โ€“223 und PAM II 159โ€“163.

usw. und so weiter

115 1936 GR: โ€žvon einem Land wissen von kristallenen Strรถmen und herrlichen Bรคumenโ€œ.

116 1935 EB: โ€žUnd wenn wir soweit sind, dann sind wir mรผde und sehen den Wald garnicht mehr, nur noch die Stadt. Das ist Sterben. Sehen.โ€œ

117 JM: โ€žDarin baden, um alle Unreinheit loszuwerden.โ€œ

118 1935 EB hier: โ€žwo sich einmal das Leben der Menschen entschiedโ€œ. Zu โ€šLebensbaumโ€˜ vgl. DBW 3 (SF), 78 f.

119 Vgl. Gen 2,17 (und 3,3).

usw. und so weiter

120 1935 EB: โ€žFluch Gottes ist gewichen.โ€œ 1936 WDZ: โ€žFluch des Ackers Adams gewichen.โ€œ Vgl. DBW 3 (SF), 133โ€“135.

121 JM: โ€žVorspielโ€œ.

122 1935 EB: โ€žLeben in fruchtbarster Fรผlle. Reinheitโ€œ; JM (โ‰ˆ 1936 WDZ und GR): โ€žLicht: Klarheit, Wahrheit, Offenbarsein.โ€œ

123 1935 EB: โ€žDa werden die Christen herrschen, die Gott liebhat.โ€œ JM: โ€žRegieren: recht haben.โ€œ

124 1936 GR: โ€žzwischen uns und dem gelobten Land steht erโ€œ; JM (โ‰ˆ 1936 WDZ): โ€žEr will Mittler, Weg zum gelobten Land und Reich sein.โ€œ

125 1936 GR: โ€žLeiden, Trรผbsal, Gehorsam, Verzicht, Kreuz liegen zwischen uns und dem Ziel. Er ist das Lamm. Hier gekreuzigt. Dort regiert er auf dem Thron.โ€œ

126 1936 GR: โ€žNun sehen wir โ€ฆ das Land des Lebens in Wahrheit und Klarheit, der geheiligten Menschen und Diener Gottes.โ€œ

127 Inschrift auf dem Grabstein des Dichters Fritz Reuter. Bleistiftnotiz bei EK nach dem Reuterโ€“Zitat: โ€žKritik von Gerhard Ebeling: es fehlt die Wiederkunft Christi.โ€œ

1 Im 14. Finkenwalder Rundbrief 30. 11. 1936 NL A 48,2 (14.) teilte Eberhard Bethge mit: โ€žIm Hause selbst sind wir neben der regelmรครŸigen Arbeit des Semesters durch die Vorbereitung einer groรŸen Adventsmusik und einer zweitรคgigen Disputation รผber das Thema โ€šWie predigen wir das Gesetz?โ€˜ in der letzten Adventswoche vรถllig in Anspruch genommen. Die Disputation wird natรผrlich nur im Rahmen unseres Hauses vor sich gehen; Br. Ebeling Berlin leitet die Vorbereitungen.โ€œ Die Frage der Gesetzespredigt โ€“ sie stand im Zusammenhang mit der NTโ€“Vorlesung โ€žKonkrete Ethik bei Paulusโ€œ โ€“ hielt wie kaum eine andere damals in Theologie und Kirche die Gemรผter in Spannung. In gleichem MaรŸe wie von B wird die Initiative zur Disputation von Kandidaten โ€“ Gerhard Ebeling, Erich Klapproth, Gerhard Krause โ€“ ausgegangen sein. Unter Ebelings Leitung arbeitete ein beauftragter Kreis von Brรผdern wochenlang in allen Freistunden die aktuelle Literatur zu diesem Fragenkomplex durch, um sie in der Disputation zur Sprache zu bringen. Die Aufzeichnungen von Johannes Mikley (NL B 13,1) nennen von Karl Barth โ€žEvangelium und Gesetzโ€œ, von Friedrich Gogarten โ€žIst Volksgesetz Gottesgesetz?โ€œ, von Heinrich Vogel โ€žAcht Artikel evangelischer Lehreโ€œ, von Hans Asmussen den 5. Artikel des โ€žAltonaer Bekenntnissesโ€œ und Passagen aus seinem Galaterbriefโ€“Kommentar. Mit dem Rundbrief ist archiviert eine Seite masch. Hektographie โ€žDas Gesetz Gottesโ€œ, I. Im Alten Testament, II. Im Neuen Testament (11 Punkte). Die Disputation fand vom 18. bis 20. 12. zweieinhalb Tage lang vom frรผhen Morgen bis zum spรคten Abend in der klassischen wissenschaftlichen Form von Thesen und Gegenthesen, Referat und Korreferat statt. In Ebelings umfangreichen Thesen fehlt in Zustimmung und Abweisung kaum ein Gesichtspunkt aus der damaligen theologischen Diskussion. Sein Kontrahent war Gerhard Krause; dessen Thesen sind nicht erhalten. Zur Disputation vgl. in Bโ€™s Jahresbericht 21. 12. 1936 I/127 S. 261, und DB 640 f.

2 NL A 48,2 (14.): masch. Hektographie, 4 Seiten. Bei der Disputation im Dezember 1936 lagen die Thesen jedem Teilnehmer hektographiert vor. Gerhard Ebeling hat seine Genehmigung zum Abdruck der Thesen erteilt. Es sei ausdrรผcklich vermerkt, daรŸ sie ein frรผhes Stadium seines Nachdenkens รผber das Verhรคltnis von Evangelium und Gesetz darstellen; vgl. spรคter die Dissertation โ€žEvangelische Evangelienauslegungโ€œ (1942), VII; Zur Lehre vom triplex usus legis (1950), 50โ€“68; Brief an Eberhard Bethge 30. 9. 1951, zitiert in DB 997; Die nichtreligiรถse Interpretation biblischer Begriffe (1956), 12โ€“73, bes. 57 ff mit Anm. 6โ€“9; Die Evidenz des Ethischen (1966), 1โ€“41. Im Einleitungsreferat 1936 (dem Hg. Otto Dudzus wurde Einblick in die Notizen dazu gewรคhrt) exemplifizierte Ebeling anhand der lutherischen Lehre vom triplex usus legis (โ€ždreifacher [Ge-]Brauch des Gesetzesโ€œ) beim primus usus โ€“ dem ersten, โ€žpolitischenโ€œ Brauch โ€“ die Dringlichkeit am Wort der Kirche zu den weltlichen Ordnungen bzw. Unordnungen, zu Faschismus und Kommunismus, zu geschehenen Wahlfรคlschungen und zur Judenpolitik des Staates; beim secundus usus (โ€želenchticusโ€œ) โ€“ dem zweiten, den Menschen seiner Sรผnde รผberfรผhrenden Brauch โ€“ stellte er die Frage, ob dem modernen Menschen seine Sรผnde bewuรŸtgemacht werden kรถnne am Gesetz des Nationalsozialismus oder nicht vielmehr an der Verkรผndigung von Christus; beim tertius usus (โ€žpaedagogicusโ€œ) โ€“ dem dritten, fรผr den Wiedergeborenen gรผltigen Brauch โ€“ bedachte er die Entscheidung des Christen zu Krieg und Frieden, zum Dienst im รถffentlichen Amt und zur Gewissensfreiheit. Die konkreten Fragen mรผรŸten bei allem Nachdenken รผber das Gesetz im Auge behalten werden, sonst verfalle man in Spekulation; es gehe aber bei allem um die Bereitschaft zum Gehorsam.

3 Vgl. CA V, VII, XXIII (BSLK 58 f, 61, 87โ€“91).

4 Dt.: โ€žZielโ€œ; vgl. Rรถm 10,4 โ€žNestleโ€œ Lutherโ€“dt.: โ€ždes Gesetzes Endeโ€œ.

5 D. h.: โ€žLehre vom Heiligen Geistโ€œ und โ€žLehre von den letzten Dingenโ€œ.

6 Dt.: โ€žFรผlleโ€œ oder โ€žErfรผllungโ€œ; vgl. Rรถm 13,10; Mt 5,17.

7 Vgl. Jes 2,3 f.

8 Vgl. II Kor 10,5; Kol 1,16; 2,15.

9 Dt.: โ€žder verborgene Gottโ€œ.

10 Dt.: โ€žMiรŸbrauchโ€œ.

11 Dt.: โ€žWirkung(en) des Gesetzesโ€œ, hier Plural, im folgenden Singular.

12 Dt.: โ€žErfรผllung des Gesetzesโ€œ.

13 NL A 48,2 (14.): in Eberhard Bethges Handschrift auf das freie Drittel der letzten (vierten) Seite der Hektographie der Thesen Ebelings geschrieben. DB 641: โ€žBonhoeffer steuerte der Disputation eine Liste von Anfragen bei, die von dem hintergrรผndigen Fragesatz โ€šIst das Gesetz Offenbarung und was heiรŸt das?โ€˜ bis zu dem vordergrรผndigeren, aber damals nur noch untergrรผndig gestellten reicht: โ€šOb die Kirche einfach einzutreten hat fรผr das Humanum?โ€˜ย โ€œ B formulierte seine Gedanken zum Brauch des Gesetzes 1942/43 in dem Gutachten โ€žDie Lehre vom primus usus legis nach den Bekenntnisschriften und ihre Kritikโ€œ (DBW 16).

etc. et cetera (โ€žund die รผbrigenโ€œ), und so weiter

14 Gemeint ist: Zeremonial- und Judizialgesetz. Auf der Rรผckseite des Thesenblatts โ€žBeichte und Abendmahlโ€œ NL A 42,1 (26), s. II/24.1, stehen rechts von Bโ€™s Hand Auszรผge aus dem BSLKโ€“Register zum Stichwort โ€žGesetzโ€œ: โ€žNatรผrlich und offenbartes 160,7 891,50 Zeremonial 160,6 303,32 393,58 Typus Opfer Christi 355. 359,34 muรŸte aufhรถren nach dem Opfer Christi 355,23 358,30 Christen sind frei davon Gesetz und Evangelium verschiedene Gotteserkenntnis 959,22 Gesetz entspricht der Vernunft 192,38โ€œ.

1 NL A 57,4: hsl., mit zahlreichen Streichungen und Korrekturen, an vielen Stellen Einfรผgungen und Verbesserungen, die erkennbar erst nach der ersten Niederschrift vorgenommen worden sind. Dazu NL B 17,2: Mitschrift von Eberhard Bethge (= EB); NL B 17,1: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth (= EK); von der Schรถpfungslehre an, s. S. 802, aus dem Sammelvikariat NL B 12,6: masch. Nachschrift von Heinz Bluhm Januar bis Mรคrz 1938 (= HB). Der Text, von Bethge unter Herbeiziehung seiner Mitschrift erstmals 1960 in GS III 335โ€“367 ediert, wird hier auf der Grundlage des hsl. Konzepts wiedergegeben. Hervorgehoben werden Textteile, die B unterstrichen hat, zusรคtzlich diejenigen Leitfragen, bei denen er die Unterstreichung zugunsten einer anfรคnglichen Bezifferung noch unterlieรŸ. Diese Bezifferung entfรคllt. Streichungen, Hinzufรผgungen und Verbesserungen im Ms werden in aufschluรŸreicheren Fรคllen angemerkt. Liednummern โ€“ sie beziehen sich auf EG.BP โ€“ und Bibelstellen stehen, abgesetzt durch โ€ž[โ€“]โ€œ โ€šam Ende der betr. Absรคtze, auch wenn sie im Ms den Text am linken Rand begleiten. โ€“ Im dritten Kurs 1936 hatte B eine wahrscheinlich nur knappe Vorlesung รผber den Konfirmandenunterricht gehalten (s. II/16), die mit Hinweisen zum Gesamtaufbau und zu den ersten beiden Konfirmandenstunden schloรŸ. Als B fรผr die zu einer Freizeit nach Finkenwalde gerufenen Kandidaten des zweiten Kurses (1935/36) und zugleich fรผr die soeben eingetroffenen Neuen des vierten Kurses (Beginn 17. 10. 1936) den โ€žKonfirmandenunterrichtsplanโ€œ am 20. 10. 1936 vortrug, setzte er also dort ein, wo er im dritten Kurs aufgehรถrt hatte. Vgl. I/125 (Brief an Erwin Sutz 24. 10. 1936) S. 255 Bโ€™s Bericht, er habe โ€žunter genauem Studium des Katechismus von L. Christ [โ€žIch bin der Herr dein Gottโ€œ 2. Auflage] โ€ฆ selbst einen Konfirmandenunterrichtsplan fรผr unsere Seminarbrรผder ausgearbeitetโ€œ. Christs Bรผchlein besteht aus 47 Fragen und Antworten. Sofern B sich an sie anlehnt, erscheinen sie bei ihm mit nur geringfรผgigen Abweichungen in ihrer ursprรผnglichen Reihenfolge und erweisen sich damit als eine maรŸgebliche Vorlage. Aus Luthers Kleinem Katechismus (= KK [BSLK 501โ€“527]) รผbernahm B, vom Einleitungsteil abgesehen, das Prinzip der Hauptgliederung (Gehorsam, Glaube, Gebet, Sakramente). Mit dem Heidelberger Katechismus (= HK [BSRK 682โ€“719]) und mit der Arbeit von Lukas Christ verbinden seinen Text die detaillierten Katechismusfragen und die zu den meisten Fragen beigebrachten biblischen Belege. Beide Katechismen, ebenfalls Luthers GroรŸer Katechismus (= GK [BSLK 543โ€“733]), sind auch inhaltlich laufend zu vergleichen. โ€“ Fรผr Bโ€™s โ€žKonfirmandenunterrichtsplanโ€œ ist in der Bonhoefferliteratur die Bezeichnung โ€žZweiter Katechismusversuchโ€œ รผblich geworden. Sie ist zutreffend, sofern es sich wie bei โ€žGlaubst du, so hast duโ€œ (1931 DBW 11, 228โ€“237) um eine elementarisierende Zusammenschau christlicher Lehre angesichts gegenwรคrtiger Herausforderungen handelt. Zum theologischen Verhรคltnis beider Entwรผrfe s. DB 228โ€“232. Das Neue des zweiten Versuchs liegt in der Nรถtigung, fรผr konkrete Anfรคnger im Pfarramt theologische Lehre (hier nicht zuletzt in der Auswahl der Schriftstellen prรคsent) und praktische Anweisung (was soll bzw. kann im Konfirmandenunterricht bekennender Gemeinden Vorkommen, und in welcher Ausrichtung?) zu verbinden. Auch in dem von Hans Joachim Iwand geleiteten BKโ€“Predigerseminar Bloestau (spรคter Jordan) ist ein โ€žVorlรคufiger Plan eines Katechismusunterrichtsโ€œ erarbeitet und 1937 versandt worden (Ms im Iwandโ€“Archiv E II/9). Katechismusfรถrmige Beitrรคge zu Lehre und Verkรผndigung verรถffentlichte Hans Asmussen (Christenlehre, 1934 u. รถ.; Kurze Auslegung der zehn Gebote, 1936, auch als Sonderdruck verbreitet).

2 Oberhalb der รœberschrift Vermerk von Bethges Hand: โ€žam 20. 10. 36 bei Freizeit des 2. Kurses Finkenwaldeโ€œ. Links neben der รœberschrift von Bโ€™s Hand untereinander die Stichworte โ€žZiel Text Lied Bildโ€œ. EB (in der Mitschrift 1936) nach dem Notieren der รœberschrift: โ€ž(Gesangbuchverse fรผr jede Stunde suchen!) Kein Katechumenenunterricht [so hรคufig der Name des ersten Konfirmandenjahres]. Der mรผรŸte rein bibelkundlich sein: Geschichte der BundesschlieรŸungen. Konfirmandenunterricht. Unter fast allen Fragen Bibelsprรผche zum Lernen. Unterweisung wesentlich Einweisung in die Heilige Schrift. Enthalten darin der Katechismus. (Aber nicht Ausgang.)โ€œ

3 L. Christ, Ich bin, 3: โ€žWarum kommst du in den Unterricht? Weil ich als getaufter Christ ein Glied der Kirche bin und wissen muรŸ, was das bedeutet.โ€œ

4 Zu dieser dreifachen Antwort vgl. S. 818 f die SchluรŸfrage.

5 Gestr.: โ€žWie er dich erschaffen hat aus freiem Willen, so hat er dich auch in seine Gemeinde hineingestellt aus freiem Willen.โ€œ

6 Dies ist ein spรคterer Randzusatz. โ€šNGโ€˜ mag Kรผrzel sein fรผr: Neues Gesangbuch. In dem am 1. Advent 1931 hg. Evangelischen Gesangbuch fรผr Brandenburg und Pommern (EG.BP) ist Nr. 131 das Lied โ€žIch bin getauft auf deinen Namenโ€œ, EKG 152.

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7 Zum cyprianischen Hintergrund des Absatzes vgl. DBW 10, 492; dazu auch Luthers Auslegung des dritten Artikels im GK (BSLK 655): des Heiligen Geistes โ€žsonderliche Gemeine in der Weltโ€œ als โ€žMutter, so ein iglichen Christen zeugt und trรคgt durch das Wort Gottesโ€œ.

8 EB: โ€ž(Der Taufvers!)โ€œ.

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9 Richtig: 86,11.

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10 EB: โ€ž(richtig auf die Verfolger weisen)โ€œ.

11 Vgl. HK Frage 32 (BSRK 691): โ€žWarumb wirst aber du ein Christ genent?โ€œ

12 Eingefรผgt und wieder gestr.: โ€žin der Welt alleinโ€œ.

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13 Dt.: โ€žHeiligeโ€œ. In I Petr 1,16 ist Lev 19,2 zitiert. Vgl. DBW 4 (N), 270.

14 Ersetzt: โ€žWodurch bereitest du in deinem Leben Christus allein die Ehre?โ€œ EK hat (wie vor der Verรคnderung): โ€žWodurch bereitest du โ€ฆ Ehre?โ€œ

15 EK: โ€ž(Das ist der AufriรŸ des Katechismus!)โ€œ โ€“ vgl. Luthers KK.

16 Gestr.: โ€žan mich und an die Gemeindeโ€œ.

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17 Ersetzt: โ€žmeinen Herrn (bezeugt?)โ€œ. Vom Wort โ€šHeilandโ€˜ sind nur die ersten drei Buchstaben geschrieben.

18 Ersetzung mit Bleistift von: โ€žseinen Heilstaten anโ€œ.

19 Ersetzt: โ€žvon der VerheiรŸungโ€œ.

20 Gestr.: โ€žseines Sohnesโ€œ.

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21 Am Rand mit Bleistift zugefรผgt und wieder gestr.: โ€žWas heiรŸt Altes Testament? Es ist derโ€œ (zu ergรคnzen vielleicht: Bund). Die Frage โ€žย โ€šAltesโ€˜ Testament?โ€œ taucht auch auf in Bโ€™s Notizen NL A 55,23 (5) (in DBW 14 nicht aufgenommen).

22 Gestr.: โ€žfรผr die Theologenโ€œ.

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23 EK: โ€ž(RegelmรครŸiges Lesen der Schrift als Aufgabe von Stunde zu Stunde; zuerst Besprochenes nachlesen).โ€œ

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24 Bleistiftโ€“Ersetzung von: โ€žvernommeneโ€œ.

25 Bleistiftโ€“Zusatz.

26 Hierauf folgte, mehrfach korrigiert und dann insgesamt gestrichen, unter der รœberschrift โ€žVom Gehorsamโ€œ die erste Frage und Antwort des neuen Hauptteils. Die Frage lautete zunรคchst โ€žWie kannst du Gott gehorsam sein?โ€œ, ersetzt durch: โ€žWie erkennst du den Willen Gottes?โ€œ Die Antwort mit Bezug auf die letztere Formulierung zunรคchst โ€žIch erkenne Gottes Willen aus dem Gesetz, in dem Gott seinen Willenโ€œ, ersetzt durch: โ€žGott hat uns sein Gesetz offenbart. Nur wenn Gott mir selbst seinen Willen sagt, kann ich ihn wissen.โ€œ

27 Ersetzt: โ€žseinen Willenโ€œ.

28 EK: โ€ž(Offenbarungsbegriff).โ€œ

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29 Gestr.: โ€žwerdenโ€œ.

30 Ersetzt: โ€žWillenโ€œ.

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31 โ€žDein Will gescheh, Herr Gott, zugleichโ€œ aus: โ€žVater unser im Himmelreichโ€œ, EG.BP 159, EKG 241.

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32 Gestr.: โ€žEs ist kein anderer Gott, Alles andere vergeht, Gott ist Leben [ersetzt: โ€žbleibtโ€œ], alles andere ist Trug, Gott ist Wahrheit, alles andere ist Sรผnde, Gott ist Gerechtigkeit. Er will allein dein Gott seinโ€œ.

33 Am Rand gestr.: โ€žJoh 3 โ€ฆ nicht daรŸ wir โ€ฆ LaรŸt uns ihn lieben, denn Er hat. โ€ฆ 3,19โ€œ (richtig: I Joh 4,10.19).

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34 Zu diesem Vers (es war ein Lieblingsvers Bโ€™s) hielt B am 3. 8. 1941, s. DBW 16, 644โ€“648, die Gedรคchtnispredigt fรผr den gefallenen Hans-Friedrich von Kleist-Retzow, der 1938 als Bโ€™s Konfirmand diesen Spruch bekommen hatte.

35 Ab โ€žer will nichts โ€ฆโ€œ im ganzen nochmals unterstrichen mit Bleistift.

36 Die Frage, mehrfach verรคndert, hieรŸ zunรคchst: โ€žWoran erkennst du, ob du Gott liebst?โ€œ

37 Ersetzt: โ€žich tueโ€œ.

39 Gestr.: โ€žWer Gott liebt, der liebt auch seinen Nรคchsten.โ€œ

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40 Richtig: I Joh 4,11; 4,20 f.

41 Abweichend vom katechetischen Hauptstrom (Katholizismus, Luthertum) schรคrfte B den Kandidaten die in der reformierten Kirche รผbliche sog. biblische Zรคhlung der Gebote ein, derzufolge an zweiter Stelle das sonst entfallende Bilderverbot und an zehnter Stelle das Doppelverbot des โ€žBegehrensโ€œ steht. EB: โ€ž(Die biblische Zรคhlung also lehren. Bedenken, daรŸ das so verรคnderte Gebot die Gefahr der natรผrlichen Theologie in sich birgt.) (Zehn Gebote von Luther lassen โ€šaus ร„gyptenlandโ€˜ weg, wollen also begreiflicher machen, auf breiterer Vernunft- und Naturbasis.) Zehn Gebote aus Schrift lesen.โ€œ

42 Die folgende trinitarische Auslegung von Ex 20,2 f leitete schon im dritten Kurs 1936 Bโ€™s Predigtentwurf zu diesen Versen ein, vgl. II/17.2 S. 632 (die immanente Trinitรคt, fรผr die โ€žIch bin der Herr, dein Gottโ€œ beansprucht wird, erhรคlt theologisch den Vortritt vor der รถkonomischen Trinitรคt).

43 Ersetzt: โ€žunsre Ehreโ€œ.

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44 L. Christ, Ich bin, 8: โ€žWas fordert Gott im ersten Gebot von dir?โ€œ Die gleiche Frage wird mit kleinen Variationen auch fรผr jedes weitere Gebot gestellt. Wรคhrend B fรผr die eigenen Dekalogโ€“Fragen eine theologisch strengere Fassung wรคhlt, รผbernimmt er doch von Lukas Christ zahlreiche Bibelstellen.

45 Vgl. GK (BSLK 560): โ€žDas ist, Du sollt mich alleine fur Deinen Gott halten. โ€ฆ Worauf Du nu (sage ich) Dein Herz hรคngest und verlรคssest, das ist eigentlich Dein Gott.โ€œ

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46 Dieser Satz ist unter dem am Rand stehenden Wort โ€žEid!โ€œ mit Bleistift zugesetzt. EB: โ€ž(Meineid, keinen religiรถsen Eid)โ€œ. Vgl. DBW 4 (N), 130โ€“133 (zu Mt 5,33โ€“37). Fรผr Bโ€™s Stellung zum Eid vgl. auch J. Glenthรธj, Eideskrise; R. Mokrosch, Gewissensverstรคndnis, 79โ€“81.

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47 Nach diesem โ€žf.โ€œ im Ms keine weitere Buchstabenbezeichnung der Fragen zum Dekalog.

48 EB: โ€ž(Hier nicht von der Obrigkeit die Rede!! gegen Luther [im] GroรŸen Katechismusโ€œ). EK: โ€ž(Nicht von allen Obrigkeiten hier reden! Vielleicht auch nicht von den geistlichen Vรคtern).โ€œ Vgl. GK 4. Gebot (BSLK 598 โ€žGehorsam weltlicher Oberkeitโ€œ; 601 โ€žgeistliche Vรคterโ€œ).

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49 EB: โ€ž(Geschichte der Durchbrechung: Lk 14,26, sehr vorsichtig, denn nicht Inhalt des Gebotes ist wichtig, sondern der Herr!)โ€œ; EK: โ€ž(Das Gebot weist nie auf seinen konkreten Inhalt hin, sondern auf seinen Herren!).โ€œ

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50 Gestr.: โ€žden Nรคchsten gegeben, daรŸ wir ihn liebenโ€œ.

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51 Gestr.: โ€ž1 Mose 4,10 f.โ€œ

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52 Keine Entsprechung bei Lukas Christ.

53 Ersetzt: โ€žFrommenโ€œ.

54 Ersetzt: โ€žWas sagt Gott zum Kriege [ersetzt: โ€žDarf ein Christ in den Kriegโ€œ]?โ€œ Die Frage, wie die folgende, mit Bleistift zugesetzte Antwort, steht am Rand. Keine Entsprechung bei Lukas Christ.

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55 Ersetzt: โ€žDer Christ kann gerecht [dieses Wort ist ein Zusatz] an keinem unrechten Krieg teilhaben.โ€œ

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56 Gestr.: โ€žWir sollen erkennen [ersetzt: โ€žEr ordnet und heiligt die Ehe, daรŸ wir erkennenโ€œ], daรŸ auch dort wo Menschen einander ganz gehรถren, sie Gott gehorsam sein mรผssen.โ€œ

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57 Gestr.: โ€žwas ist, und Er hat unsโ€œ.

58 EK (als Anmerkung unten auf der Seite): โ€žGeschรผtzt ist damit das Eigentum des Nรคchsten, nicht meines!โ€œ

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59 Ersetzt: โ€žGeredeโ€œ.

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60 Gestr.: โ€žsondern auch die bรถse Begierde meines Herzens nach dem Unrecht. Er will auch รผber unser Inneres herrschen.โ€œ

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61 Gestr.: โ€žLuk 8,17โ€œ.

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62 Ersetzt: โ€žGott will allein Herr sein รผber uns in jedem Gebiet unseres Lebens [ersetzt: โ€žund es gibt kein Gebiet unseres Handelns, in dem nicht Er sich als der Herr erzeigteโ€œ]. Dazu setzt er uns mit seinen Geboten Grenzen, daรŸ wir รผberall auf Ihn als den Herren unseres Lebens stoรŸenโ€œ. EK hat: โ€ždaรŸ wir auf ihn als den Herrn unseres Lebens stoรŸenโ€œ.

63 Vgl. E. Brunner, Das Gebot, 119.

64 Vgl. HK Frage 5 (BSRK 683 f): โ€žKanstu diรŸ alles vollkomlich halten?โ€œ ร„hnlich Lukas Christ, Ich bin, 18: โ€žKannst du dies alles halten?โ€œ

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65 Frage und Antwort am Rande. Sie fehlen bei EB und EK.

66 Siehe Gen 3,5. Zum theologischen Hintergrund vgl. in Luthers Disputatio contra scholasticam theologiam These 17 (WA 1, 225): Der Mensch kรถnne natรผrlicherweise nicht wollen, daรŸ Gott Gott sei; ja er wolle, daรŸ er selber Gott sei und Gott nicht Gott sei. 1932/33 hat B Gen 3,4 f auf den religiรถs motivierten Ungehorsam hin ausgelegt, DBW 3 (SF), 103โ€“106.

67 EK: โ€ž(Raub an der Ehre Gottes)โ€œ.

68 Ersetzt: โ€žGewaltโ€œ.

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69 Ersetzt nicht gestr.: โ€žFallโ€œ.

70 Richtig: Rรถm 5,12.

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71 Ersetzt: โ€žBesessenenโ€œ; vgl. Mt 8,24โ€“33.

72 Gestr.: โ€žund nicht den Gehorsam. Auch die besten Regungen meines Herzens [ersetzt: โ€žEs ist nicht nur mein Kรถrper, sondern auch die besten Regungen meiner Seeleโ€œ] sind Fleisch, wenn sie nicht Gott allein dienen wollen.โ€œ

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[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

73 Zusatz am Rand gestr.: โ€žDie Sรผnde haรŸt Gott.โ€œ

74 L. Christ, Ich bin, 20: โ€žWas sagt Gott zu solchem Abfalle?โ€œ

75 Dieser Satz, eine Einfรผgung, ersetzt einen an die Frage anschlieรŸenden gestr. Zusatz: โ€žGott offenbart seinen Zorn. Erโ€œ.

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76 Sรคmtliche Stellen von Lukas Christ รผbernommen.

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77 Ersetzt: โ€žden Sรผnder strafenโ€œ.

78 Ersetzt: โ€žder Willeโ€œ.

79 Dieser Absatz, eine Einfรผgung, ist durch eine Umstellungslinie vor die beiden vorhergehenden Absรคtze verwiesen.

80 Ersetzt: โ€ždie heilige Schriftโ€œ. EK hat โ€žWas sagt Gott durch die heilige Schrift zu dir?โ€œ mitgeschrieben und vor dieser Frage den Passus โ€žStraft Gott allein die Menschen um der Sรผnde willen?โ€œ (also Umstellung und Umformulierung nach dem Vortrag am 20. 10. 1936).

81 Dieser Absatz ist am oberen Blattrand hinzugefรผgt.

82 EB: โ€žlesen Pharisรคer und Zรถllnerโ€œ, s. Gleichnis Lk 18,9โ€“14. โ€žGott, sei mir Sรผnder gnรคdigโ€œ in Vers 13 ist ein Anklang an Ps 51,3. Bei EK: โ€ž(Ps 51 Lk)โ€œ.

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83 EB: โ€ž(nicht etwa: Wer hilft da? Christus, dabei Abtrennung)โ€œ. Am Rande: โ€žTrinitรคtโ€œ.

84 Vgl. HK Frage 25 (BSRK 689,2 f): โ€žDieweil nur ein einig Gรถttlich wesen ist: warumb nennestu drey, den Vatter, Son vnd heiligen Geist?โ€œ ร„hnlich L. Christ, Ich bin, 23.

c circa, ungefรคhr

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85 Dieser Satz, am Rand zugefรผgt, ersetzt: โ€žSo ist er durch Jesus Christus unser Vater.โ€œ

86 Vgl. in der zweiten Strophe von Luthers Credoโ€“Lied EG.BP 85, EKG 132: โ€žgleicher Gott von Macht und Ehrenโ€œ.

87 Symbolum Nicaenoโ€“Constantinopolitanum (BSLK 27): โ€žDer mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wirdโ€œ.

88 Ersetzt: โ€žunserโ€œ.

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89 Richtig: 6,3.

90 Vgl. HK Frage 21 (BSRK 687,28): โ€žWas ist warer glaub?โ€œ

91 L. Christ, Ich bin, 22: โ€žWas lehrt dich unsere Kirche glauben?โ€œ

92 Ersetzt: โ€žSchรถpferโ€œ.

93 Gestr.: โ€žEs steht alles in seiner Vaterhand.โ€œ Vgl dazu in der ersten Strophe von Luthers Credoโ€“Lied EG.BP 85, EKG 132: โ€žes steht alles in seiner Machtโ€œ.

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94 Das Wort ist doppelt unterstrichen.

95 Vgl. KK (BSLK 510,33 f): โ€žIch glรคube, daรŸ mich Gott geschaffen hat sampt allen Kreaturnโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

96 EB am Rande: โ€žErhaltung:โ€œ.

97 Hierdurch ist eine Vorform ohne โ€šNotordnungโ€˜ und Noahโ€“ โ€šBundโ€˜ ersetzt: โ€žHat Gott die gefallene Welt verlassen [ersetzt: โ€žWas tut der Schรถpferโ€œ]? Nein. Gott erhรคlt mich und alle Geschรถpfe auch in der sรผndigen Welt. Er weiรŸ im voraus alles, was geschehen wird, und wirkt in allen Dingen, er setzt dem Bรถsen seine Grenzen, er lรครŸt den Seinen alles zum Besten dienen.โ€œ

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98 1938 HB โ€“ โ€žKatechetik. Vorlesungsdiktat Lic. Bonhoeffers im Sammelvikariatskurs in GroรŸschlรถnwitz in den Monaten Januar bis Mรคrz 1938โ€œ, Archivvermerk: โ€žDr. Heinz Bluhm (?)โ€œ โ€“ setzt mit dieser Frage ein. Statt der Katechismusantwort folgt eine theologische Darlegung: โ€žHier ist auf die Lehre von der providentia Dei [โ€žVorsehung Gottesโ€œ] zurรผckzugreifen mit der conservatio [โ€žErhaltungโ€œ der Welt], dem concursus [โ€žMiteinandergehenโ€œ, nรคmlich Gottes und der natรผrlichen Krรคfte bei allem, was geschieht] und der gubernatio [โ€žRegierungโ€œ der Welt]. โ€“ 1. Zur conservatio = Welterhaltung: conservatio und creatio [โ€žErschaffungโ€œ] sind auseinanderzuhalten. Schรถpfung und Erhaltung sind zweierlei รคhnlich wie Rechtfertigung und Heiligung. Bei der creatio geht es darum, daรŸ die Welt aus dem Nichts erschaffen ist. Die creatio continua [โ€žfortdauernde Erschaffungโ€œ] ist abzulehnen, weil bei dieser Lehre Schรถpfung und Erhaltung zusammengeworfen werden. โ€“ 2. Zum concursus: Hier geht es um die causae secundae [โ€žzweiteโ€œ bzw. nachgeordnete und mittelbare โ€žUrsachenโ€œ], um die Mittel, mit denen die gรถttliche Vorsehung am Werke ist. Die Akkomodation Gottes kann unterschiedlich sein, mit den Starken stark und mit den Schwachen schwach. In diesem Zusammenhang ist die thomistische Gnadenlehre zu beachten. Es kann von einem concursus simultaneus [โ€žgleichzeitigenโ€œ, gleichsinnigen] und von einem concursus specialissimus [โ€žhรถchst besonderenโ€œ und auรŸerordentlichen โ€žZusammengehenโ€œ] gesprochen werden. โ€“ 3. Bei der gubernatio bricht eine besondere Frage auf, das ist die nach dem Verhรคltnis: Gott und das Bรถse; die Frage: Wie akkomodiert sich Gott an das Bรถse? ist nicht ohne die conservatio und den concursus zu beantworten. Im Verhรคltnis zu dem Bรถsen seien 4 Lehrpunkte festgehalten: 1. die permissio [โ€žZulassungโ€œ; im Text steht irrtรผmlich: impeditio (โ€žHinderungโ€œ), s. die folgende Ziffer โ€ž2.โ€œ], wobei die Frage auftritt, ob es eine gubernatio passiva [โ€žnichttรคtige Regierungโ€œ] gibt; 2. die impeditio, Verhinderung des Bรถsen; 3. die directio [โ€žLenkungโ€œ]: Gen 50,20: โ€šIhr gedachtetโ€™s bรถse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machenโ€˜; 4. die determinatio [โ€žAbgrenzungโ€œ], die Grenze des Bรถsen. Gott lรครŸt den Seinen alles zum Besten dienen.โ€œ (Es folgen die ausgeschriebenen Bibeltexte Mt 10,30 f; Ps 139,1โ€“3; Gen 50,19; Rรถm 8,28.) Mit dieser Darlegung hat B sich 1938 angeschlossen an H. Schmid, Dogmatik, ยง 21 De providentia (117โ€“134). Vgl. auch im Hutterus Redivivus ยงยง 67 f.

99 Ersetzt: โ€žSรผnde und Unrechtโ€œ.

100 โ€žallein umโ€œ ersetzt: โ€žauf die Zukunftโ€œ.

101 Gestr.: โ€ždaรŸ wir zu ihm kommen kรถnnenโ€œ.

102 EB: โ€žJegliche Ordnung der Erhaltung ist um Christi willen. I Kor 8,6!!!โ€œ EK: โ€ž(Christus der Mittler der Schรถpfung und Erhaltung).โ€œ

103 EB: โ€ž(nicht Christus) (Antwort: Christus)โ€œ.

104 Vgl. KK (BSLK 511): โ€žIch glรคube, daรŸ Jesus Christus โ€ฆ sei mein HERRโ€œ; HK Frage 1 (BSRK 682): โ€žWas ist dein einiger trost in leben vnd in sterben? Antwort. Das ich mit Leib vnd Seel, beyde in leben vnd in sterben nicht mein, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen binโ€œ.

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105 Mit dem dreifachen โ€šum meinetwillenโ€˜ wird eine Wendung aus dem Nicaenoโ€“Constantinopolitanum (BSLK 28) aufgenommen, die รผber das Apostolikum hinausgeht: โ€žwelcher umb uns Menschen und umb unser Seligkeit willen vom Himmel kommen istโ€œ.

106 Unterhalb des Absatzes links am Rand: โ€žMenschwerdungโ€œ. โ€“ 1938 HB anstelle dieser Antwort: โ€žDie Antwort gibt das Apostolicum und besonders die Erklรคrung Luthers zum 2. Artikel.โ€œ

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107 Gestr.: โ€žum mir zu helfenโ€œ; ersetzt: โ€žEr wollte mir nahe und mein Bruder seinโ€œ [ersetzt: โ€žDamit er mir nahe und mir gleich sei, damit er Mitleid haben kรถnnte und mir hรผlfeโ€œ] und weitere Vorformen.

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108 EK: โ€žIn dem Menschenvolk Israelโ€œ.

109 1938 HB: โ€žJesus ist Jude.โ€œ

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110 Dieser Absatz, im Ms am Rande, ist erst nach dem folgenden niedergeschrieben worden.

111 Ersetzt: โ€žWie kann Gott Mensch sein?โ€œ So bei EB und EK; also Ersetzung spรคter.

112 Im Ms folgt, wahrscheinlich gestr.: โ€žChr[istus]โ€œ.

113 EB: โ€ž(lernen!)โ€œ.

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114 ร„hnlich HK Frage 33 (BSRK 691), wo auch beide Bibelstellen genannt werden (Rรถm 8,15โ€“17; Eph 1,5 f). Der Absatz ist am oberen Seitenrand hinzugefรผgt.

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115 โ€žwie Gottโ€œ ersetzt: โ€žGรถtterโ€œ.

116 Vgl. H. Schreiner, Das Kreuz Christi und die heldische Idee, 1934.

117 EB: โ€žMk 15,34 Christus: Gott bei den Sรผndern, Verzweifelten โ€ฆ Auf den verzweifelnden Christus kann ich meinen Glauben setzen, weil hier Gott istโ€œ.

118 Ersetzt als Randzufรผgung mit Bleistift die von B eingeklammerte Erstfassung nach โ€žIch weiรŸโ€œ: โ€ž(daรŸ er mich kennt [ersetzt: โ€žalle meine Not kenntโ€œ]. Ich weiรŸ, daรŸ er mich sucht. Ich weiรŸ, daรŸ er mich liebt.)โ€œ

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[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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119 โ€žIch armer โ€ฆ istโ€œ ersetzt mit Bleistift: โ€žKein Mensch kann nach dem Sรผndenfall von selbst zu Gott kommen. Wer stolz glaubt, er kรถnnte Gott von selbst finden, der findet nurโ€œ.

120 โ€žGehirngespinstโ€œ (so auch von EK mitgeschrieben) ersetzt: โ€žGรถtzenโ€œ.

121 L. Christ, Ich bin, 28 (รคhnlich HK Frage 34): โ€žWarum nennst du Jesum Christum unsern Herrn?โ€œ

122 Ersetzt: โ€žSรผnde, Tod, Welt und Teufelโ€œ.

123 Vgl. KK, Erklรคrung zum zweiten Artikel (BSLK 511); von dort angeregt auch die wieder gestr. Bleistiftโ€“Ersetzung โ€žsein Eigentum sei und ihmโ€œ. EK hat: โ€ždamit ich sein Eigentum sei und ihm dieneโ€œ. Streichung von โ€žihm ganz allein gehรถreโ€œ im Ms versehentlich nicht rรผckgรคngig gemacht.

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124 EB: โ€ž(Das alte israelitische Prophetentum, Priestertum, Kรถnigtum in Jesus [zu] Ende!)โ€œ. 1938 HB: โ€ž(munus triplex [โ€ždreifaches Amtโ€œ])โ€œ. Vgl. dazu H. Schmid, Dogmatik, ยงยง 34โ€“37.

125 In einer gestr. Vorform stattโ€šLehreโ€˜: โ€žProphetendienstโ€œ. 1938 HB erweitert: โ€žDies sei in einer Auswahl in 12 Punkten festgehalten.โ€œ In Bโ€™s Konzept ist die Numerierung ein Bleistiftโ€“Nachtrag, durch den die ursprรผngliche Reihenfolge der Sรคtze verรคndert wird. Reihenfolge in der Erstfassung mit der spรคteren Bezifferung: 1., 2., 5., 6., 4., 3., 7., 8., 10., 11., 12. Satz 9 ist Hinzufรผgung. Reihenfolge bei EB und EK: 1., 2., 5., 6., 4., 3., 10., 11., 12., 7., 8. Zwischen den Positionen 5 und 6 ein weiterer Satz in Bโ€™s Ms am oberen Rand, mit Bleistift gestr.: โ€žJesus hat den Seinen die vollkommene Gottes- und Bruderliebe [ersetzt: โ€žNรคchstenliebeโ€œ] als die Erfรผllung des Gesetzes geboten.โ€œ So bei EB, รคhnlich EK: โ€žJesus hat die vollkommene Gottes- und Bruderliebe als das hรถchste Gebot gegeben.โ€œ EK hatte nach der Frage โ€žโ€ฆ รผber die Lehre Jesu Christi โ€ฆโ€œ zunรคchst, mit Zwischenrรคumen, eine Vorschau notiert (โ€žรœber das Leben Jesuโ€œ, โ€žรœber das Sterben Jesuโ€œ, โ€žรœber das Kรถnigtum Jesuโ€œ, โ€žHimmelfahrt, Hรถllenfahrt, Wiederkunftโ€œ, โ€žWie wirst du dieses Glaubens an Gott den Vater und den Sohn gewiรŸ?โ€œ โ€žDurch den Heiligen Geistโ€œ).

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126 Richtig: Mt 22,1โ€“14.

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127 Versangabe u. L.; EK: โ€žMt 5,3โ€œ, Beginn der Seligpreisungen.

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128 Ersetzt: โ€žGehorsamโ€œ. EK hat โ€žNachfolgeโ€œ.

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[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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129 Im Ms ist โ€žinโ€œ ersetzt durch ein zweites โ€žseineโ€œ. 1938 HB: โ€žin die Nachfolge seines Kreuzes gerufenโ€œ; Zitat Mt 16,24โ€“26.

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130 1938 HB: โ€žMk 10,17โ€“31: Der reiche Jรผnglingโ€œ.

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131 Wohl Vers 29 f.

132 Ersetzt mit Bleistift: โ€žgelehrtโ€œ. EB und EK: โ€žbekanntโ€œ.

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133 Ersetzt: โ€ždie Stellung zu ihmโ€œ.

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134 EB: โ€ž(Seine Lehre: er selbst)โ€œ. EK: โ€žEr hat sich selbst verkรผndigt.โ€œ

135 โ€žBruderโ€œ ersetzt: โ€žGeselleโ€œ. Verรคnderung zu โ€žJesus hat den Zรถllnern und Sรผndern das Evangelium gepredigtโ€œ rรผckgรคngig gemacht.

136 Richtig: Lk 19,10 (dem Vers entspricht Mt 18,11).

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137 Ersetzt (Verรคnderungen mit Bleistift): โ€žden Fluch unserer Sรผnde auf sich genommenโ€œ (dem รคhnlich EK: โ€žโ€ฆ unschuldig auf sich genommenโ€œ). Vgl. HK Frage 37 (BSRK 692): โ€žWas verstehestu durch das wรถrtlein gelitten? Antwort. DaรŸ er an leib vnnd seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sรผnde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hatโ€œ.

138 1938 HB Zusatz: โ€žEs handelt sich hier um die wirkliche Gottverlassenheit am Kreuz, um die Verzweiflung an Gott, das darf nicht abgeschwรคcht werden. Luther zu seiner Frau: โ€šMeinst du, daรŸ es ein Geringes sei, daรŸ Gott von Gott verlassen sei?โ€˜ย โ€œ (Laut Auskunft des Weimaranaโ€“Registers, Tรผbingen, weder in Luthers Briefen an Kรคthe noch in Tischreden nachweisbar.)

139 โ€žGerechtenโ€œ (so 1938 HB; im Ms u. L.) ersetzt: โ€žK.โ€œ (Bโ€™s Kรผrzel fรผr: Kirche). Der Satz, am Rand zugefรผgt, fehlt bei EK.

140 Ersetzt (mit Bleistift) nicht gestr.: โ€žKreuzestodโ€œ (so bei EK).

141 Ersetzt: โ€žTodesurteilโ€œ.

142 Ersetzt: โ€žFluch des Gesetzesโ€œ.

143 Richtig: Vers 3.

144 Ersetzt: โ€žhat gelitten,โ€œ danach gestr.: โ€žGott selbst ist gestorbenโ€œ.

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145 Richtig: II Kor 5,20 f.

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146 Gestr.: โ€žDas Kreuz ist der Sieg der Gerechtigkeit Gottesโ€œ.

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147 Zunรคchst hatte B geschrieben: โ€žAposto[likum]โ€œ.

148 Ersetzt: โ€ždaรŸ die Geschichte Jesu keine Phantasie, sondernโ€œ.

149 Hiernach folgt bei EK ein Zeichen (vielleicht โ€žusw.โ€œ) und: โ€žรœbergang zum 3. Artikel: Wie wirst du deines Glaubens an Gott โ€ฆ gewiรŸ?โ€œ Siehe weiter unten.

150 Verknappung der Antwort auf Frage 45 des HK (BSRK 694).

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151 Vgl. HK Frage 49 (BSRK 695).

152 Vgl. HK Frage 50 (BSRK 695), deren Antwort B mit dem zweiten Satz neu akzentuiert.

153 Vgl. HK Frage 52 (BSRK 695 f).

154 Gestr.: โ€žWer ist der heilige Geist? Er ist Gott selbst. Wie empfรคngst du den Heiligen Geist?โ€œ 1938 HB ist letztere Frage erhalten geblieben und hat die Antwort bekommen: โ€žDu empfรคngst ihn durch Gottes Wort und durch das Sakrament. Der Heilige Geist ist nicht Menschengeist, er ist nicht der Geist der Natur, sondern er ist Gottes Geist, Gott selbst.โ€œ

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155 EB: โ€ž(notae)โ€œ; notae ecclesiae: โ€žZeichen der Kircheโ€œ.

156 Mit Bleistift verรคndert aus: โ€žeiner Gemeindeโ€œ.

157 Ersetzt: โ€žlauterโ€œ.

158 Vgl. CA VII (BSLK 61 [159 f]). Der Text geht mit den letzten Worten รผber diesen Artikel hinaus. 1938 HB erlรคutert: โ€žBei der einen heiligen allgemeinen Kirche geht es um die congregatio sanctorum in qua [โ€žGemeinschaft der Heiligen, in welcherโ€œ]. In dem theologischen Gesprรคch mit Asmussen ist [richtig vielleicht: ist mit Asmussen] zu beachten, daรŸ es in den Bekenntnisschriften nicht heiรŸt quae [โ€žwelcheโ€œ], sondern in qua.โ€œ Gegen eine falsche, nรคmlich vorrangig statischโ€“juristische Inanspruchnahme der Bekenntnisaussage von den Kirchenmerkmalen Wort und Sakrament betonte H. Asmussen, Kirche Augsburgischer Konfession, 27โ€“32, den Geschehnischarakter von Predigt, Taufe und Abendmahl und also deren Bindung an das Ereignis konkreter Gemeindeversammlung. Die โ€žumstrittenen Worte โ€šbei welchenโ€˜, โ€šin quaโ€˜ย โ€œ behandelt E. Schlink, Theologie (1940), 272 f (269โ€“276).

159 Diese Frage und die beiden nรคchsten stehen 1938 HB erst hinter der Frage nach der โ€žAllgemeinheitโ€œ der Kirche (in Bโ€™s Ms Umstellungsverweise mit Tinte, dazu spรคtere mit Bleistift). Die hier wiedergegebene aus dem Ms erschlossene Reihenfolge hat EK.

160 Frage und Antwort bei L. Christ, Ich bin, 36: โ€žZu welcher Kirche gehรถrst du? Ich bin ein Glied der nach Gottes Wort reformierten Kirche, die mit den anderen Reformationskirchen allein Gottes Wort als Richtschnur gelten lรครŸt.โ€œ Wรคhrend B auf Bibelstellen verzichtet, fรผhrt Christ Mt 4,4; 10,27; II Kor 5,18 b; 5,20; Rรถm 10,14.17; II Tim 2,2 und Kol 3,16 an.

161 Der Hinweis auf โ€šBarmenโ€˜ (Barmer Theologische Erklรคrung von 1934) ist mit Bleistift hinzugefรผgt. Die vier folgenden Absรคtze stehen auf einem Zusatzblatt.

162 Zu diesem und dem folgenden Absatz vgl. die 3. und 4. These der Barmer Theologischen Erklรคrung, Bekenntnisse 1934, 94 f.

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163 Frage und Antwort bei L. Christ, Ich bin, 35: โ€žWarum gibt es viele Kirchen? Da die von Gott gestiftete Kirche in dieser Welt ist, ist sie durch die menschliche Sรผnde zerrissen und zerspalten, so daรŸ ich an die eine heilige allgemeine Kirche nur glauben kann.โ€œ Es folgen Bibelstellen: I Kor 3,11; Joh 8,31 b; II Kor 13,5; I Joh 2,19; Kol 2,18 f; Hebr 10,23โ€“25. Warum an die Kirche geglaubt werden muรŸ, beantwortet B erst mit der letzten seiner auf die Kirche bezรผglichen Fragen, ohne Bibelstellen.

164 EB und EK: โ€žkรถnnen [โ€ฆ] habenโ€œ. 1938 HB: โ€žsuchenโ€œ.

165 EB: โ€žmit der falschen Kirche nicht.โ€œ โ€“ Hiernach, unten auf dem Zusatzblatt: โ€žI polit[icus] 2. el[enchticus] 3. paed[agogicus]โ€“did[acticus]โ€œ โ€“ dreifacher usus (โ€žBrauchโ€œ) des Gesetzes, vgl. II/26 (Disputation Dezember 1936 โ€žWie predigt die Kirche das Gesetz?โ€œ).

166 Dieser Absatz und die beiden folgenden sind (mit Bleistift) hinter das Zusatzblatt zu โ€šBarmenโ€˜ verwiesen. โ€šUnaโ€˜ (โ€ždie eine [Kirche]โ€œ), โ€šSanctaโ€˜ (โ€ždie heilige [Kirche]โ€œ) und โ€šCatholicaโ€˜ (โ€ždie allgemeine [Kirche]โ€œ) stehen am Rande. In diesen drei Absรคtzen hat B die Abkรผrzung โ€žb.โ€œ (fรผr: bekennende) dem Wort โ€žKircheโ€œ รผberall nachtrรคglich hinzugefรผgt. EB schreibt jeweils: โ€žBKโ€œ.

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

] Hinzufรผgungen der Herausgeber

167 โ€žinnerlichen โ€ฆ Wรผnscheโ€œ ersetzt: โ€žEinheit der รคuรŸeren Gebrรคucheโ€œ. B hat โ€žGebrรคucheโ€œ mit Bleistift seinem Text wieder zugesetzt.

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168 Die Aussagen dieses Satzes entfaltet, aber in anderer Reihenfolge, DBW 1 (SC), 121โ€“128.

169 1938 HB: โ€žbei Gottโ€œ.

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170 Ersetzt: โ€žEr hat ihr aber auch verheiรŸen, daรŸ sie in dieser [Nachfolge] hundertfรคltig wiederempfinge was sie verlรครŸtโ€œ.

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171 Richtig: I Kor 12,26.

172 Anklรคnge an die Lieder โ€žKommt, Kinder, laรŸt uns gehenโ€œ (von Gerhard Tersteegen) EG.BP 189, EKG 272, vgl. in der vierten Strophe: โ€žwir brauchenโ€™s nur zur Notโ€œ, und โ€žEs glรคnzet der Christen inwendiges Lebenโ€œ (von Christian Friedrich Richter) EG.BP 176, EKG 265; s. DBW 4 (N), 267 f.

173 1938 HB: โ€žGen 12,1 ist im Sinne der Fremdlingschaft der Gemeinde Jesu Christi auszulegen.โ€œ

[ Hinzufรผgungen der Herausgeber

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174 Ersetzt: โ€žder Christโ€œ.

175 Ersetzt: โ€žan der Welt teilnehmenโ€œ.

176 EK: โ€ž(Arbeit und tรคglich Brot korrespondieren einander nicht selbstverstรคndlich, sondern kraft der Gnade Gottes!)โ€œ; vgl. DBW 4 (N), 172 zu Mt 6,26 (โ€žauch nicht die Arbeit schafft das tรคgliche Brotโ€œ).

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177 Ersetzt: โ€žder Christโ€œ.

178 Vgl. II/8.6 S. 461โ€“463 und DBW 4 (N), 266.

179 1938 HB Fortsetzung: โ€žDer Gehorsam gegen die Obrigkeit ist in dem Gehorsam gegen [Jesus Christus] mit enthalten.โ€œ In der Nachschrift irrtรผmlich ein zweites Mal: โ€žgegen die Obrigkeitโ€œ.

180 Ersetzung (mit Bleistift) von: โ€žlohntโ€œ. 1938 HB: โ€žlohntโ€œ.

181 Gestr.: โ€žSie erwartet fรผr sich ein stilles und ruhiges Lebenโ€œ.

182 โ€žvon jedermannโ€œ ist ein Zusatz (mit Bleistift), mitgeschrieben von EK. 1938 HB hat den Zusatz nicht.

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183 โ€žglaubeโ€œ ist doppelt unterstrichen. Vgl. L. Christ, Ich bin, 35 (s. zu S. 811 f Anm. 163).

184 Ersetzt: โ€žIch sehe die sichtbare Kirche mit vielen Fehlern und Sรผnden behaftet.โ€œ

185 Ersetzt: โ€žWovon lebt die Kirche zu jeder Stunde?โ€œ

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186 L. Christ, Ich bin, 39: โ€žWelche Hoffnung gewinnst du als Glied der Kirche?โ€œ Bei Christ handelt es sich um die letzte, bei B um die vorletzte Frage zum dritten Glaubensartikel.

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187 Richtig: Joh 5,28 f. 1938 HB fรผgt hier ein: โ€žWas weiรŸt du von den letzten Dingen? Es wird ein Jรผngstes Gericht, eine ewige Strafe und eine ewige Herrlichkeit geben. Apk 7,12 ff[โ€“17].โ€œ

188 Ersetzt die mehrfach korrigierte Frage: โ€žWo findest du Heil im Leben und Sterben?โ€œ

189 Gestr.: โ€žWo wird dir dieses Heil zu teil? In der Taufe.โ€œ

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190 Ersetzt: โ€žWie suchst du Gott? Allein durch das Gebet.โ€œ Vgl. im รผbrigen HK Frage 116 (BSRK 715).

191 Statt โ€žโ€ฆ danken โ€ฆโ€œ 1938 HB Zusatz: โ€žDabei geht es zuerst um das Bittgebet. Dies ist das ursprรผngliche, gleichsam die zu Gott ausgestreckte Hand.โ€œ

192 1938 HB Zusatz: โ€žDer fรผrbittende Christus muรŸ dem Kinde als Leitbild klar werden! Sonst sind Gott, der Mensch und das Gebet als Einheit bildmรครŸig schwer zu verstehen.โ€œ

193 Vgl. HK Frage 118 (BSRK 716): โ€žWas hat vns Gott befohlen von jm zu bitten? Antwort. Alle geistliche vnd leibliche notturfftโ€œ.

194 Nachtrรคglich eingeklammert und gestr.: โ€ž(Ich soll demรผtig vor Gott mein Elend erkennen)โ€œ.

195 EB statt der Klammer: โ€ž(Tischgebete โ€ฆ)โ€œ.

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196 EK: โ€žPs 119,164โ€œ.

197 Dieser Absatz ist mit Bleistift hinzugefรผgt, von EK fast wรถrtlich notiert (โ€žโ€ฆ schon erhรถrtโ€œ). EB: โ€ž(Darum er der Fรผrsprecher) (Erhรถrung weist aufs Kreuz)โ€œ. AuรŸerdem fรผnf Ausrufungszeichen.

198 1938 HB: โ€žDas rechte Beten wird uns im โ€šVater unserโ€˜ gelehrt.โ€œ Zusatz: โ€žHier wird vorgeschlagen, das โ€šVater unserโ€˜ nach der Auslegung in der โ€šNachfolgeโ€˜ durchzumeditieren.โ€œ Siehe DBW 4 (N), 160โ€“163.

199 Ersetzt: โ€žKindโ€œ. Zu โ€šsein eigenโ€˜ vgl. KK (Erklรคrung zum zweiten Artikel, BSLK 511) und HK Frage 1 (BSRK 682).

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200 โ€žPredigtโ€œ sowie โ€žund Beichteโ€œ sind Zusรคtze. EK hat nur: โ€žTaufe [ohne Fragen und Antworten]. Abendmahl.โ€œ Danach als erste Frage: โ€žWie bereite ich mich aufs heilige Abendmahl?โ€œ Siehe weiter unten.

201 L. Christ, Ich bin, 40: โ€žWas hilft dir zum Glauben? Die heilige Taufeโ€œ. Lukas Christ hatte schon im Zusammenhang der Sรผndenlehre โ€žWie wirst du dieser Hilfe [nรคmlich des Erbarmens Gottes] teilhaftigโ€œ gefragt, aber dort, 22, โ€žAllein durch den Glaubenโ€œ geantwortet.

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202 Ersetzt: โ€žWoher weiรŸt du das alles?โ€œ

203 โ€ždes Evangeliumsโ€œ ist eingefรผgt.

204 Die definitorische Aussage in Anlehnung an Bullinger โ€“ BSRK 171: Praedicatio verbi Dei est verbum Dei (โ€žDie Predigt des Wortes Gottes ist das Wort Gottesโ€œ) โ€“ hat B zugunsten eines Ausdrucks handelnder Erwartung vermieden.

205 Ersetzt: โ€žGottโ€œ.

206 Ersetzt nicht gestr., aber von B eingeklammert: โ€ž(dich der Predigt des Evangeliums ganz gewiรŸ machen?)โ€œ. L. Christ, Ich bin, 41: โ€žWas stรคrkt dich im Glauben? Das heilige Abendmahlโ€œ.

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207 1938 HB Zusatz: โ€žHierzu ist der GroรŸe Katechismus Luthers heranzuziehen.โ€œ Siehe BSLK 725โ€“733 โ€žEin kurze Vermahnung zu der Beichtโ€œ. Dort auch die Unterscheidung der Beichtarten.

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208 EK: โ€žPs 51,12 ff[โ€“19]โ€œ.

209 Gestr., aber (laut 1938 HB) in GroรŸโ€“Schlรถnwitz vorgetragen: โ€žWer kann die Beichte hรถren? Dem Pfarrer ist das Amt dazu aufgetragen. Aber jeder christliche Bruder kann die Beichte hรถren.โ€œ

210 Bleistiftโ€“Ersetzung oberhalb von nicht gestr.: โ€žGesetzโ€œ. Auch EK hat oberhalb von โ€žGesetzโ€œ โ€žPflichtโ€œ notiert.

211 Ersetzt: โ€žBeichtgeheimnisโ€œ.

212 Verbessert aus: โ€žGnadengabeโ€œ.

213 Zu dieser Wendung vgl. WA 19, 75 (Deutsche Messe, Vorrede). โ€“ Unterhalb dieser Zeile ein Querstrich.

214 L. Christ, Ich bin, 44 (letzte Frage): โ€žWarum wirst du konfirmiert?โ€œ In der Antwort bei Christ kommt das von B im folgenden dreimal gewรคhlte Wort โ€žbekennenโ€œ รผberhaupt nicht vor: โ€žAm Schlusse des Unterrichtes soll ich wissen, daรŸ ich Gott gehรถre und daรŸ mein Leben nur gesegnet sein kann, wenn ich mich als Glied der Kirche stets unter sein richtendes und rettendes Wort stelle.โ€œ

215 1938 HB: โ€ž(Ende des katechetischen Entwurfs fรผr Konfirmanden von Lic. Bonhoeffer)โ€œ. Eberhard Bethge berichtete im 13. Finkenwalder Rundbrief 25. 10. 1936: โ€žWir haben uns die Finger blutig geschrieben, um den Konfirmandenplan Br. Bonhoeffers nur einigermaรŸen mitzukriegen. Fertig sind wir nicht geworden, und eine Enttรคuschung muรŸ ich Euch auch machen: Ich weiรŸ noch nicht, wann der Plan rauskommen kann. Br. Bonhoeffer mรถchte ihn noch nicht so irgendwie niedergelegt wissen, aus begreiflichen Grรผnden. Der Plan enthรคlt den ganzen Inhalt in Form von Fragen und Antworten, mit Bibelstellen belegt. Wichtig an dem Plan war uns der AufriรŸ, der den ganzen Katechismus in seinen Hauptstรผcken enthรคlt, und die รœbergรคnge von einem Locus zum andern. Es kommt fรผr alle, die sich daran รคrgern wollen, vor: Welches ist die rechte Kirche Christi, der du zugehรถrst? Antwort: Es ist die Bekennende Kirche Deutschlands. Wir waren alle sehr betrรผbt, daรŸ wir die Sache nicht ganz hรถren konnten; es war zu wenig Zeit.โ€œ

BONHOEFFER, D., Illegale Theologenausbildung: Finkenwalde 1935โ€“1937, XIV, Dietrich Bonhoeffer Werke, Gรผtersloher Verlagshaus, Gรผtersloh 2015Sonderausgabe, 602โ€“819.