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Dietrich Bonhoeffer, Illegale Theologie, Part II. LAD Rosary
c) Dritter Kurs. Volksmission und Konferenz von Chamby
15. Aprilโ23. August 1936
A. VORLESUNGEN UND รBUNGEN
15. VORLESUNG โDAS NEUE LEBEN BEI PAULUSโ1
15.1. VORLESUNGSABSCHNITT ZU: TEILGEWINNEN AM SEIN IN CHRISTUS (MITSCHRIFT)2
Wie gewinne ich teil an diesem Sein in Christus?3
I Wie bewahre ich das? Wie ist Einpflanzen4 zu denken in bezug auf mich. Kein magischer Akt (also nicht an meine Person und Entscheidung gebunden); kein naturhaftes Geschehen (= mere passive5); meine persรถnliche Existenz soll getroffen werden. Auch nicht psychisches Erlebnis = Erneuerung, Umwandlung und Verรคnderung meiner psychischen Substanz; ich bin auch meine Natur und Psyche (ich habe es), aber nicht wesentlich seiend. Folge dann = meine Existenz jetzt naturhaft und seelisch neu; neues Leben in mir existentiell = meiner Entscheidung enthoben = organische Entfaltung; keine Sรผnde mehr (magische Verwandlung; psychologische Erfahrung). Es lebt etwas in mir, das nicht ich bin.
Fรผr all das gibt es NTโStellen. Organische Entfaltung: Gal 5,25 = Frรผchte des Glaubens6 sรผndlos; neues Sein: nicht mehr sรผndigen kรถnnen; Rm 6,8 etwas Neues in mir: Gal 2,20.
1.) Der NTโImperativ bleibt bei dieser Auffassung unverstรคndlich.
2.) Die Botschaft von der Rechtfertigung aus Glauben allein; Glaube als der Grund des Glaubens. Meine Gerechtigkeit auรer meiner selbst. Im Glauben an den Christus auรer mir habe ich Christus in mir. (Rm 3 und Rm 12 ff unverstรคndlich bei magischem Rm 6.) NTโImperative (Gesetz) und Paulus Glaubensaussagen und Mystik7 verbinden. Sein in Gott โ Sein in Christus โ Akt des Glaubens.
II Vermittlungsbegriff = Glaube, Taufe setzt Glauben voraus. Taufe ฮตแผฐฯ ฮงฯฮนฯฯฯฮฝ โ Glaube ฮตแผฐฯ ฮงฯฮนฯฯฯฮฝ:8 Gal 2,16 Rm 10,14 (Neuschรถpfung der NTโSprache) Phil 1,29 Kol 2,5 glaubt ฮตแผฐฯ แผฮผฮญ = Joh 4,359 in den Leib10 hinein. Glaube bezieht sich auf Christus. ฯฯแฝธฯ ฯแฝธฮฝ Philemon 511 zielt auf Vereinigung mit der Gemeinde hin. Ruht jetzt in Christus.
ฯฮฏฯฯฮนฯ แผฮฝ ฮงฯฮนฯฯแฟท12 = Ruhen! Eph 1,15 Kol 1,4 1. Tim 1,14 3,13 2. Tim 1,13 3,15.
ฯฮฏฯฯฮนฯ แผฯสผ ฮฑแฝฯแฟท13 Rm 9,33 1. Tim 1,16 (sich auf ihn grรผndend).
ฯฮฏฯฯฮนฯ แผธฮทฯฮฟแฟฆ ฮงฯฮนฯฯฮฟแฟฆ14 [genitivus] subjectivus oder objectivus? Der Glaube, der von Jesus herkommt, an ihm entsteht und von ihm gewirkt ist, sich an ihn hรคlt. Gal 2,16 3,22.26 Phil 3,9 2. Kor 13,5 Rm 3,26 Apoc 14,12.
ฯฮฏฯฯฮนฯ ฮธฮตฮฟแฟฆ15 Rm 3,3; แผฯฮตฯฮต ฯฮฏฯฯฮนฮฝ ฮธฮตฮฟแฟฆ = habt Glauben, der von Gott herkommt Marc 11,22.
ฯฮฏฯฯฮนฯ แผธฮทฯฮฟแฟฆ16 โ nur einmal Rm 3,26; wie tief der Glaube hinab muร in die Menschlichkeit.
ฯฮฏฯฯฮนฯ ฮฮทฯฮฟแฟฆ ฮงฯฮนฯฯฮฟแฟฆ Rm 4,16 Abraham analog? Glaube immer des Sรผnders Glaube an Sรผndenvergebung. Deshalb nicht Glaube Jesu. Stellvertretender Glaube Christi? Kommt in der Bibel nicht vor. Christus ist Vorbild unseres Glaubens โ nicht mehr Grund und Ziel. Gal 2,16 Werke, die an dem Gesetz entstehen (genitivus objectivus); Glaube, der an Christus entsteht.
ฮตแผฐฯ; แผฮฝ; ฯฯฯฯ; แผฯฮฏ17; Genitivus objectivus.
III Rechtfertigungslehre und ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ18
Glaube, an Jesus Christus entstehend, reines Geschenk Gottes. Rm 10,17 Joh 6,29 Hebr 4,2. Heiliger Geist durch Wort Glauben schaffend. Eph 1,17โ19 1. Thess 1,5 1. Kor 2,5.8 ohne eigenes Werk Gal 2,16 3,2 Rm 4,5.
IV Glaube zugleich Entscheidung, zu der der Mensch aufgerufen wird. Ohne diesen Entschluร ist der Glaube nicht in mir. Ich glaube; nicht etwas glaubt in mir Rm 4,17โ21. Aber kein Gegensatz zu III. Deshalb Appell an den Glauben. Marc 5,36 Joh 14,1.
V Was ist die Gabe des Glaubens? Im Glauben empfangen wir Rechtfertigung = Zuspruch der Gerechtigkeit Gottes.
Es geht um die Erlangung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ. 2. Kor 5,21; vorher geredet vom Versรถhnungshandeln Gottes โ geschieht, damit wir werden die Gerechtigkeit Gottes. (Jesus hatte nicht Sรผnde, sondern wurde zur Sรผnde gemacht; deshalb auch umgekehrt fรผr uns = [zur Sรผnde] gemacht = [damit wir zur] Gerechtigkeit werden.) Sรผnde von Christus getragen, aber nicht selbst sรผndig. Gerechtigkeit zwar dem Menschen angerechnet, aber nicht selbst so.
1.) ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ steht im Gegensatz zur แผฐฮดฮฏฮฑ ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท = Rm 10,3 [zur] แผฮผแฝด ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท = Phil 3,9.19 Erlangung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท = ฮดฮนฮบฮฑฮฏฯฯฮนฯ Rm 4,2520 = Rechtfertigung. ฮดฮนฮบฮฑฮฏฯฮผฮฑ21 = Rechtsgehalt des Gesetzes. Erlangung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ist meine ฮดฮนฮบฮฑฮฏฯฯฮนฯ, wird nie meine ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท, sondern bleibt Gottes Gerechtigkeit.
2.) ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ sollen wir erlangen, damit wir vor Gott bestehen kรถnnen; ohne diese Gerechtigkeit sind wir vor Gott in unserer Sรผnde verurteilt. Rm 3,12โ20 ohne ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ kann der Mensch nicht vor Gott bestehen.
3.) ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ ist bisher verborgen gewesen und muร nun von Gott offenbart werden; es bedarf einer แผฯฮฟฮบฮฌฮปฯ
ฯฮนฯ (Tat Gottes; allein auf Gott reflektierend Rm 1,17)22. ฯฮฑฮฝฮญฯฯฯฮนฯ Rm 3,2123 (Offenbarung an uns) Tat, auf Menschen reflektierend. แผฮฝฮดฮตฮนฮพฮนฯ24 Erweis und Beweis. (Anfang und Ende ist der Glaube = Rm 1,17 โ keine Vervollkommnung.)
Rm 3,21 ff; ฮดฯฮพฮฑ25 kommt dem Menschen zu als gรถttliches Gnadengeschenk. โ ฮบฮฑฯฯฮทฮผฮฑ26 soll der Mensch haben; er braucht es (ist das Kreuz); soll keinen falschen haben (2. Kor 11/12 Gal 6,14). โ Aber Mensch will sich falsche ฮดฯฮพฮฑ geben. Ruhm ist die Gemeinde. 2. Thess 1,4 (?) 2. Kor 1,14.
Was stand vor der Offenbarung der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ an ihrer Stelle? แผฮฝฮฟฯฮฎ โ Rm 3,26.27 แผฮฝฮฟฯฮฎ birgt Gefahr in sich in bezug auf Erkenntnis der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ. แผฮฝฮฟฯฮฎ droht die ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท unglaubwรผrdig zu machen. Gott ist nicht gerecht.28
4.) Um dieser Zeit der แผฮฝฮฟฯฮฎ ein Ende zu machen, tritt Aufzeigung (แผฮฝฮดฮตฮนฮพฮนฯ) der ฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆ ein. Gott fรผhrt Beweis fรผr seine eigene Gerechtigkeit. Gott rechtfertigt sich selbst und zeigt sich als der Gerechte. Gott muร seine Gerechtigkeit unter Beweis stellen; โwegen der Vergebung der Sรผndenโ muร Gott sich selbst rechtfertigen. Vergebung der Sรผnden kรถnnte Ungerechtigkeit sein. Er muร sich erweisen, als darin gerecht seiend. Gottes Gerechtigkeit (genetivus subjectivus) = seine Gerechtigkeit = daร Gott selbst gerecht sei. Rm 3,26.
5.) Dieser Beweis fรผr Gottes Gerechtigkeit wird im Kreuz Christi erbracht; hier แผฑฮปฮฑฯฯฮฎฯฮนฮฟฮฝ29 fรผr รbertretung des Gesetzes selbst stellend. (Sรผhnemittel). Damit der Forderung des Gesetzes genugtuend (durch Tod des รbertreters und Erfรผllung des Willens Gottes). Darin erweist sich Gott als gerecht. Gerechtigkeit am Kreuz. Damit wird gezeigt, daร er allein gerecht ist und kein Mensch. Gott stellt das แผฑฮปฮฑฯฯฮฎฯฮนฮฟฮฝ. Gott hat sich im Kreuz gerechtfertigt.
6.) In dieser Tatsache, daร Gott sich als allein gerecht erweist, liegt unsere Rechtfertigung beschlossen. Anerkennung dessen, daร Gott allein gerecht ist, nennt Paulus Glauben an Jesus. Rm 3,26.23. Durch diesen Glauben an Jesus (allein Gerechtigkeit Gottes seiend) kommt Gerechtigkeit zu allen, die da glauben. Dieser Glaube ist Glaube, der uns zur Gerechtigkeit gerechnet wird. Rm 4,5. Glaube = Anerkennung der Gerechtigkeit Gottes in Christus. In dieser Anerkennung kommt der Mensch in rechte Stellung vor Gott. Mensch ist Sรผnder, Gott gerecht. So ist Mensch rechtfertig gemacht.
7.) Gerechtigkeit (Gott allein eignend) wird vom Glauben bejaht; dem Glauben teilhaftig. Als solche Gerechtigkeit, die Gott dem Glauben zuspricht. Gott rechtfertigt den, der ihn, Gott, allein gerecht sein lรครt. Grund in der Selbstrechtfertigung Gottes liegt fรผr unsere Rechtfertigung.30
8.) Christus = Gerechtigkeit Gottes. 1. Kor 1,30. Gerechtigkeit extra nos31. So sein lassend, werden wir die Gerechtigkeit Gottes. Gerechtigkeit, die Gott eignet, zugleich iustitia salvifica32. Gott in seiner Gerechtigkeit ist unsere Gerechtigkeit Jer 33,15โ23 Jes 54,7.
Ps 143,2 Unterschied Gerechtigkeit: Gericht. iustitia salvifica (schenkend). Gericht = Strafe? Zustand der Verfolgung nicht = Gericht. Gericht = Richterspruch; verwerfen. Gerechtigkeit kann gegen Gericht angerufen werden โum deines Namens willenโ.
Ps 69,28 Gerechtigkeit hier nicht durch Gericht ersetzbar.
Ps 62,13 โBezahle einem jeglichenโ = Gnade und Gericht. Gericht aus Werken hat Oberbegriff = โ Gnade.
Gerechtigkeit Gottes; er allein gerecht; aber so unsere Gerechtigkeit seiend. Gott ist unsere Gerechtigkeit (handelt nicht mit uns nach seiner [strafenden] Gerechtigkeit).33
15.2. VORLESUNGSFRAGMENT BONHOEFFERS ZU: STERBEN UND RECHTFERTIGUNG34
6. Das Bekenntnis der Sรผnden vor Gott und die Anerkennung, daร Gott allein gerecht sei, ist zugleich die Anerkennung Gottes und die Trennung von unserer Sรผnde. Indem wir als die Sรผnder gerechtfertigt werden, werden wir von unserer Sรผnde getrennt, wir sterben unserer Sรผnde ab โ wir werden gerechtfertigt แผฯแฝธ ฯแฟฯ แผฮผฮฑฯฯฮฏฮฑฯ โ von unserer Sรผnde weg, nicht แผฮฝ ฯแฟ แผฮผฮฑฯฯฮฏแพณ35. Wir sind der Sรผnde gestorben. [Rรถm] 6,7! 3.10.f. 1 Petr 2,2436 Inwiefern? Insofern als wir den Tod37 Christi als unseren Tod vor Gott gelten lassen, insofern Er also der Sรผnde gestorben ist. Dieses Sterben ist aber etwas einmaliges gewesen bei Christus (R 6,10) so ist es das auch fรผr uns; wir halten uns dafรผr, daร wir der Sรผnde gestorben sind (R 6,11). So also erkennen wir im Tod38 Christi die Gerechtigkeit Gottes, als unseren Tod, und darin als unsere Rechtfertigung, indem Gott allein gerecht ist. In dieser Erkenntnis erkennen wir uns als in Christus miteingeschlossen. So ist die Aussage รผber die Gerechtigkeit Gottes mit der รผber unser โSein in Christusโ unlรถslich verbunden.
7. Indem wir gerechtfertigt sind von der Sรผnde weg, stehen wir als Gerechtfertigte in einem neuen Verhรคltnis zur Sรผnde. Allein, es wรคre eine rein negative Bestimmung, wenn es beim Sterben Christi bliebe. Christus lebt und indem Gott seinen Sohn auferweckt hat, lรครt er uns wissen, daร der durch das Sterben Gerechtfertigte vor Gott leben soll. Rechtfertigung geschieht durchs Sterben in der glaubenden Erkenntnis des Urteils Gottes im Kreuz Christi. Aber der so Gestorbene โ Gerechtfertigte soll vor Gott leben. Er lebt in Christus. Er starb der Sรผnde einmal, er lebt hinfort Gott (R 6,10 f) ฮฟแฝฯฯฯ ฮบฮฑแฝถ แฝฮผฮตแฟฯ39 โฆ Im Bereich des Lebens40
Wie steht der Gerechtfertigte zur Sรผnde.41
a.) Die Sรผnde ist gebrochen und entmรคchtigt. Sie herrscht nicht mehr. (R 5,21 6,12.14) Wir sind nicht mehr Knechte (6,17.20.) wir sind frei (6,18.22.) Das alles darum, weil er uns zur Sรผnde gemacht ist โ auf ihm liegt die ganze Sรผnde, er hat sie getragen. (1 Joh 3,5 1 Petr 2,24 Joh 1,29 cf. Kol 1,19) Joh 8,11 der Christ kann nicht mehr sรผndigen 1 Joh 3,6.9 Hebr 6. 10. 12.42
Das Recht zu diesen Aussagen liegt in der Einmaligkeit und Abgeschlossenheit der Trennung von der Sรผnde, das Gestorbensein mit Christus in der Taufe und Rechtfertigung. Von nun [an] ist die Sรผnde das schlechthin Unmรถgliche. Es kann nicht mehr gesรผndigt werden โin Christoโ, im โLebenโ43, in der โฮดฮนฮบฮฑฮนฮฟฯฯฮฝฮท ฮธฮตฮฟแฟฆโ. Sondern wer aus Gott geboren ist, der โtut die Gerechtigkeitโ (1 Joh 2,29).
b. Aber der Christ lebt noch แผฮฝ ฯฮฑฯฮบฮฏ44 (Gal 2,20). Darum lebt er tรคglich im Glauben, darum stirbt er tรคglich (1 Kor 15,31), darum wird er von Tag zu Tag erneuert (2 Kor 4,16). Darum liegt Geist und Fleisch45
15.3. VORLESUNGSFORTSETZUNG ZU: STERBEN UND RECHTFERTIGUNG (MITSCHRIFT)46
Darum liegt Geist und Fleisch tรคglich im Kampf. Rm 8,12/13 Gal 5,24. Aufgrund dessen, daร sie Christus angehรถren, wird Fleisch tรคglich in den Tod gegeben; aber der Kampf des Geistes wider das Fleisch ist zugleich ein Kampf, der die Verheiรung des Sieges hat. Ohne Furcht kรคmpfen.
c) Dennoch geschieht das Unmรถgliche der Sรผnde; wir tun sie und bedรผrfen der tรคglichen Vergebung. Hebr 12,1 (anklebt47) 1. Joh 1,8 2,1 Jak 5,16. Sรผnde des Christen unterschieden von der Sรผnde des Nichtchristen = Ungetauften. Es gibt Sรผnde, die von der Gemeinde scheidet. 1. Kor 5 1. Joh 5,16 bei Sรผnde zum Tode keine Fรผrbitte; diese Sรผnde erkennbar; Leugnung der Fleischwerdung? Das Interesse liegt daran: Hรผte dich, daร du nicht diese Sรผnde tust!! Matth 12,33 Luk 12,3048 1. Joh 5,16 Hebr 6 1249 Es kann jede Sรผnde die Sรผnde wider den Heiligen Geist sein; das willentliche Absagen und Sรผndigen gegen die Gnade. Es wird nicht gesagt, worin das besteht. Immer offen! Immer Buรruf: Hรผte dich! Komm zum Kreuz.
Es ist sehr auffallend, wie wenig Paulus von der tรคglichen Sรผnde und der tรคglichen Sรผndenvergebung50 zu sagen weiร. Sรผnde innerhalb der Gemeinde getragen und vergeben.
Unmรถglichkeit: Tatsรคchlichkeit der Sรผnde. Sรผnde, die von der Gemeinde scheidet. Sรผnde, die innerhalb der Gemeinde vergeben wird 2. Kor 2,10 Eph 4,32 Kol 3,13 1. Joh 1,9 2,2 Jak 5,15 ff.
Paulus erfuhr unseren Bruch nicht so. Paulus hat die Bekehrung lebend; nicht in viele Akte zerfallend. แผฮผฮฑฯฯฯฮปฯฯ ist der Christ nicht mehr. 1. Tim 1,15 (imperfektisch). Dagegen Rm 5,8 5,19 (wir แผฮผฮฑฯฯฯฮปฮฟฮฏ51 damals vor Versรถhnung) jetzt Christ แผ
ฮณฮนฮฟฯ52; nicht mehr unter der Sรผnde, sondern unter Christus, der Sรผnden vergibt. Aber so in Christus, wie Christus die ฯฮฌฯฮพ53 trรคgt (Rm 8,2/3); aber er hat auch Sรผnde und tut sie; aber wieder wie Christus nicht Sรผnder seiend, sondern โ glauben kann. (Christus nicht grรถรter Sรผnder (wie etwa Luther sagt).54) Und so wieder durch Glauben von der Sรผnde getrennt. Es gibt fรผr Paulus nicht ein tรคgliches Herausfallen, sondern ein getragen werden.55
15.4. VORBEREITUNGSAUFZEICHNUNGEN BONHOEFFERS: DAS GUTE WERK56
Das gute Werk
Sprachliches
1. แผฯฮณฮฑ โ ฮบฮฑฮปฮฌ57 Mt 5,16 1 Tim 5,10 Hebr 10,24 etc.58, แผฮณฮฑฮธฮฌ59 Eph 2,10 Kol 1,10 1 Tim 2,10 etc., (ฮบฮฑฮบฮฌ60), ฯฮฟฮฝฮทฯฮฌ61 Joh 3,19 Kol 1,21 etc., แผฮฝฮฟฮผฮฑ62 2 Petr 2,8, ฮฝฮตฮบฯฮฌ63 Hebr 9,14 6,1 แผฮบฮฑฯฯฮฑ Eph 5,1164
2. แผฯฮณฮฑ โ ฯแฟฯ ฯฮฑฯฮบฯฯ Gal 5,1865 dagegen: ฮบฮฑฯฯแฝธฯ ฯฮฟแฟฆ ฯฮฝฮตฯฮผฮฑฯฮฟฯ66, ฯแฟฯ แผฯฮตฮฒฮตฮฏฮฑฯ67 Jud 15, ฯฮฟแฟฆ ฯฮบฯฯฮฟฯ
ฯ68 R 13,12, (ฮผฮตฯฮฑฮฝฮฟฮฏฮฑฯ69 Act 26,20)
3. แผฯฮณฮฑ ฯฮฟแฟฆ ฮฝฯฮผฮฟฯ
70 โ die vom Gesetz geforderten Werke R 3,20.28. Gal 2,16 3,2 5,71 10 etc. Dagegen Gnade R 11,6 4,4 f 9,672 2 Ti 1,9 Ti[tus] 3,5
4. แผฯฮณฮฑ โ ohne Hinzufรผgung wie (3.) R 4,2.6 Eph 2,9 etc.
Theologisches
1. Die Rechtfertigung geschieht unabhรคngig von den Werken des Gesetzes, allein durch den Glauben an Jesus (R 3,28) Eph 2,9 Gal 2,16
2. Das letzte Gericht wird ein Gericht nach den Werken sein (Mt 16,27 Rm 2,6 2 Kor 5,10 1 Kor 3,8.14 4,5 R 14,10 ff etc.)
3. Darum muร der Glaubende im Stande guter Werke erfunden werden. Ti 3,14 2 Tim 2,21 3,17 Ti 1,16 3,1.8.
4. Gute Werke geschehen allein in Jesus Christus, in der Gemeinde. Hier sind sie den Gerechten von Gott bereitet. Sie sind Gottes Werke in Christus R 3,31! und durch ihn die guten Werke der Geheiligten (Eph 2,10 Phil 1,6 2 Thess 2,17 Kol 1,10 1 Tim 2,10 5,10.)
5. Gute Werke sind ein Zeugnis nach auรen, aber sie sind den Glรคubigen unbewuรt und unbekannt. (Mt 5,16 1 Tim 2,10 5,10 Mt 6,3 25,31 ff)
6. Glaube und Werke gehรถren unlรถslich zusammen. Kein Glaube, der ohne Werke ist, rechtfertigt vor Gott (R 2,13 Jac 2,14 ff). Glaube und Werke mรผssen gรคnzlich unvermischt bleiben. Allein der Glaube, nicht das Werk, rechtfertigt.
7. Paulus hat den Glauben nach seinem Gegenstand vor Augen (Christus, Kreuz, Auferstehung, Heiliger Geist, Erlรถsung, Heiligung). Jacobus denkt an den Glaubenden, erinnert daran, daร der Glaube in einem Glaubenden existiert. Als menschliches Handeln aber rechtfertigt nicht โalleinโ ฮผฯฮฝฮฟฮฝ73 der Glaube. Wer sich darauf zurรผckzieht, wird zum Werk gerufen. Die securitas74 des Glaubenden wird von Jacobus gebrochen durch die Demut des Gehorsams. Die securitas des Gehorsams wird von Paulus zerbrochen durch den Hinweis auf den Gegenstand des Glaubens. Sagt Paulus: der Glaube allein rechtfertigt, so sagt er: Christus rechtfertigt. Sagt Jakobus: der Glaube rechtfertigt nur in Einheit mit dem Werk, so sagt er: nicht mein Glaube und nicht mein Werk,75 sondern Christus allein rechtfertigt! Der Mensch lebt glaubend und gehorchend allein von der Gnade Jesu Christi.
15.5. VORLESUNGSABSCHNITT ZU: DAS GUTE WERK (MITSCHRIFT)76
IX Das gute Werk77
1) Gute Werke kรถnnen nur in Christus und Gemeinde getan werden = Werk des Geheiligten 2. Tim 2,21.
2) Gute Werke liegen in diesem Raum fรผr unser Tun bereit. Wir tun sie, indem sie von Gott getan und bereitet sind. Das gute Werk ist Gottes78. Wir sind sein Werk, bereitet zu guten Werken. Eph 2,10; Kol 1,10; Phil 1,6; 2. Thess 2,17; 1. Tim 2,10 5,10. Raum der Gemeinde; Werke, uns von Gott bereitet und von uns nachgetan. Eph 2,10 griechisch!79 โโฆ bereitet, daร wir in ihnen (guten Werken) wandelnโ.
3) Glauben drรคngt auf Werk. Glรคubiger muร im Stand guter Werke erfunden werden. 2. Tim 2,12 3,17 Tit 1,16 3,8.14. Gutes Werk also etwas sichtbares; dadurch charakterisiert (Matth 5,16), daร [man] in dem Augenblick, wo es angesehen wird, nicht die Menschen, sondern den Vater preist.
4) Letztes Gericht, Gericht nach Werken. Matth. 16,27 Rm 2,6 2. Kor 5,10 1. Kor 3,14. Der Glaubende wird gerechtfertigt. Der Geheiligte wird gerichtet; errettet durch Glauben.80
5) Rm 3: Jak 2 Rm 3,28โ31: Jak 2,17 ff
1) Paulus preist Glauben als ganze Gabe, in der Christus und sein Reich uns zuteil wird. Sein Blick fรคllt auf Christus und seine Gabe. Im Blick auf Christus ist Glaube alles, weil er alles empfรคngt.
Jakobus sieht auf Menschen der glaubt. Im Blick auf mich ist mein Glaube nichts. Ich hab Glauben โ leere Beteuerung. Tue das Werk des Glaubens. Du dienst Gott nicht durch sagen, sondern durch gehorchen.
2) fรผr Paulus Glaube nicht ohne Werk; aber keine Rechtfertigung durch Werk81. Mensch steht durch Glaube vor Gott.
Jakobus bestreitet das nicht; will wehren der Selbstverstรคndlichkeit des Glauben habens. Will dem Ruhm des Glaubenden wehren, den dieser im Blick auf sich selbst haben kรถnnte.
3) fรผr Paulus Glauben Ausdruck hรถchster Demut vor Gott.
Jakobus erkennt auch hier noch Mรถglichkeit des Stolzes82, sich aus Glauben Ruhm bereiten zu kรถnnen und spricht um der Demut willen vom Werk. Indem der Glaubende nicht auf Glauben, sondern auf Werk angeredet wird, wird er gedemรผtigt. Tun = die der Gnade angemessene Demut des Menschen. So wird der Demut des Glaubens die Mรถglichkeit des Ruhms durch Jakobus genommen, indem er den Glaubenden auf sein Werk anredet. Der Demut des Werkes wird Mรถglichkeit des Ruhms genommen durch Paulus, indem er den Wirkenden anredet als im Glauben allein.83
Jakobus: Vorm Ruhm bewahren; nicht Ruhm, sondern gehorchen; so glauben. Abraham hรคtte nicht Glaube, wenn er nicht Werke des Gehorsams hรคtte; demรผtige Tat. Jakobus: demรผtig sein = gehorchen = am demรผtigsten. = Bergpredigt. Nicht sagen Herr Herr, sondern tun.84 Gnade โ gegenรผber = Tun, Gehorsam. Glaube nicht aufgehoben.
Paulus und Jakobus sich ergรคnzend. Ruhm des Glaubens gebrochen = gehorchen. Ruhm des Werkes gebrochen = Glaube.
แผฯฮณฮฟฮฝ = แผฮณฮฌฯฮท 1. Kor 1385
4) Jakobus = โฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯโ86 wichtig 1,4 3,2 ganz (ganzer Mensch). แผฮฝแฝดฯ ฮดฮฏฯฯ
ฯฮฟฯ87 = 1,8; kein Unterschied zu Teufel [, der] glaubt auch; aber zittert, weil ungehorsam; glauben = Schuld, weil ungehorsam. Hier soll Glaube und Werk auseinander.
Daraus soll ein ganzer Mensch werden.88
Paulus sucht das zu gewรคhrleisten durch Werk Christi, das wir im Glauben empfangen.89
5) Paulus Rm 2,6/7 unumstรถรlich. Lob und Ehre dem, der gute Werke tut. Unumstรถรlich gilt Rm 2,13 ฮฟแผฑ ฯฮฟฮนฮทฯฮฑแฝถ ฮฝฯฮผฮฟฯ
90. Um der nicht erreichbaren Gerechtigkeit willen in Gesetz und Synagoge, Trennung davon, weil es ihm um gutes Werk und Gerechtigkeit geht, die im vollen Gehorsam besteht, แผฮฝแฝดฯ ฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯ. Das ist die Verkรผndigung des Jakobus; dieselbe Gerechtigkeit, um der sich Paulus willen [derentwillen sich Paulus] von der Synagoge trennte.
Der Glaube, der keine Werke hat, ist nicht der Glaube, der rechtfertigt. Gehorsamer Glaube! Zeige nicht deinen Glauben, sondern Gehorsam. Teufel glauben und haben keine Werke = falsch, ฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯ (Glaube im Gehorsam): ฮดฮฏฯฯ
ฯฮฟฯ (Tatsache des Glaubens = Anklage. Kennt auch gnรคdigen Gott.) Unentschuldbarkeit im Wissen (Rm 2).91
Paulus = Mensch kann im Gerichtsakt nach seinen Werken bestehen; er wird untadelig und unbefleckt sein. Werk, das ihm von Christus gegeben und gewirkt wird. โ 1. Kor 3 (Rettung ohne Werke?) oder nur Bau der Gemeinde gemeint.92
Im Glaubensakt wird das Sein in Christus erkannt. Gesetzlichkeit des Tuns: in Christus hineingenommen sein. Nicht Norm, die erfรผllt wird, sondern um der Person Christi willen. Geheiligter = der, der die Imperative erfรผllt hat. Paulus redet Christen แผฮณฮนฮฟฮน93 an = Ziel ist Heiligung. In unserem Tun soll 1. Gebot erfรผllt werden. Ehebrechen: Gott รผber alle Dinge lieben und ehren. Danach Gericht. โ Verheiรung, wenn man Werke um Jesu Christi willen tut; dieses Werk ist eigener Beachtung entzogen. Was wir Werke nennen, ist nicht letztlich โgutes Werkโ. Werk: Gesetzeswerk; ist abgelehnt. Gรผte der Werke hรคngt allein am Glauben.
ฯฮนฯฯฮตฯฯ und Rechtfertigung; nicht Aufhรถren der ฯฮฏฯฯฮนฯ94 in Heiligung. Aus dauernder ฯฮฏฯฯฮนฯ heraus flieรt Heiligung. Aber Blick ruht auf geheiligter Gemeinde. Selig durch Glaube, gerichtet nach Werken.
Bei Paulus keine permanente Rechtfertigung โ sondern Akt der Taufe โ, aber permanente Heiligung. โ Rechtfertigung = mit der Gabe des heiligen Geistes das Siegel, ein fรผr alle Mal. Existenz = Glaube. Paulus sagt nicht tรคgliche Reue und Buรe.
Werk = sichtbar fรผr andere (= Vater gepriesen)95 unsichtbar fรผr uns selbst.96
15.6. NOTIZEN BONHOEFFERS ZU: WANDELN, WACHSEN UND FRUCHT97
Wandeln und Wachsen98
1. Das neue Leben ist nicht ein Zustand, sondern ein Wandeln, Schritte tun. Es ist aber auch kein bewuรtloses Schlafwandeln, sondern es ist bewuรtes, verantwortliches Wandeln, zu dem wir ermahnt werden mรผssen. Wir sollen wandeln โim neuen Lebenโ (R 6,4) im Geist (Gal 5,25.1699) in der Liebe (Eph 5,2) im Licht (Eph 5,9 1 Joh 1,7). Vorher wandelten wir im Fleisch (R 8,1.4. Eph 2,2 Kol 3,7 Ti 3,3 1 Petr 4,3). Dieser Wandel wird beschrieben als vorsichtig Eph 5,15 แผฮบฯฮนฮฒแฟถฯ100 โ ehrbarlich, wรผrdig nach auรen (R 13,13 1 Thess 4,12 Kol 4,5) wรผrdig vor Gott (1 Thess 2,12 Kol 1,10) โ nach seinem Gebot (2 Joh 6). Es ist also nicht nur ein Getragen- und Gefรผhrtwerden, sondern auch ein Wandeln. Damit ist ausgedrรผckt, daร die Heiligung, der Geist, das neue Leben nicht eine Qualitas des Menschen ist, sondern daร es Christus selbst als Person ist, als Gegenรผber. Also weder Magie noch Mystik, sondern Wandeln als die Gerechten in guten Werken, die durch seinen Bund (Siegel) behalten werden und ihn halten. Aus dem Wandeln in der Finsternis unter der Sรผnde befreit zum Wandel in der Gerechtigkeit, Heiligung durch den heiligen Geist unter dem Gebot Gottes, das แผฮฝ ฮงฯฮนฯฯแฟท gilt.
2. Wachsen hat nicht unser Verstรคndnis des โOrganischenโ in sich, des โNaturhaftenโ, das dem Wissen und Willen widerstreitet โ โGrรถรer werdenโ Kol 1,10 Erkenntnis Gottes 2 Thess 1,3 2 Petr 3,18 โ sonst immer bezogen auf die Gemeinde, nicht auf den Einzelnen. Die Gemeinde wรคchst zur vollkommenen Grรถรe Eph 2,21 4,15.16. Kol 2,19. Es gibt ein โZunehmenโ in Glaube, Liebe, bei den einzelnen 1 Kor 15,58 โim Werk des Herrnโ 2 Thess 1,3 1 Thess 4,12? 1 Petr 2,2.
Die Tatsache der Ermahnung aber beweist gerade immer die Unvollkommenheit Ph 3,12 โ Wachsen heiรt Sichausstrecken101 von Unvollkommenen zum Vollkommenen. Sรผndenerkenntnis, Wandeln in den Geboten.
Frucht: erstens: das Wunder zweitens: das allein von Gott gewirktsein nicht aber: das organische Wachsen unserer Heiligung, die wir kennen und beobachten. Gal 5,22 Eph 5,9 Phil 1,11 Jc 3,17102
Frucht bleibt nicht allein, ist fรผr das andere da โ Samentrรคger โ geforderte Frucht?
Ganzheit von Frucht und Pflanze
Frucht = Leben โ totes Werk โ
Frucht = nicht reflektierbar
Befruchtung.103
15.7. VORLESUNGSABSCHNITTE ZU: NEUES LEBEN UND NACHFOLGEN (MITSCHRIFT)104
Bei Paulus: alle Inhalte ergeben sich aus โin Christus seinโ. Neues Leben = im Raum Christus (Arche Noah);105 in diesem Raum Schritte tun. โWandelnโ in den Geboten. Existenz nicht so, daร Mensch da hineingeworfen und mitgerissen, sondern eben auch wandeln.106 Im Geist sein: im Geist leben.
Wandeln in diesem Raum = Nachfolgen bei den Synoptikern. Christliches Leben ist nicht Lebensstil, sondern ist durchgehendes Bleiben an Christus, der gerufen hat. Etwas, was sich vollzieht; was wir nicht aus uns heraussetzen. Wir dรผrfen es nicht in die Hand bekommen. Nicht nach unserem frommen Fleisch einrichten (= anpassen unseren Wรผnschen und Idealen der frommen Existenz). Nicht Lebensform gegen Lebensform (= ich kann auch anders); nicht von mir gestaltet, sondern ein Gehen unter den Geboten heute so wie morgen โ innere Kontinuitรคt.
Christliches Leben auch Lebensform werdend. Besonders wenn viele als Christen zusammen leben. Es gibt da gemeinsame Tagesgestaltung.107 Christliches Leben nicht identisch mit christlichen Formen, sondern hinausragend รผber sich selbst ist die Form. Form = Hinweis, daร รผber Wechsel der Umstรคnde und Verhรคltnisse Kontinuitรคt christlichen Lebens (unter Gebot wandeln). Hier und da ist und bleibt Gottes Gebot.
Christliche Lebensform: christlicher Lebensstil (= sich selbst beschauen); eigene Freude an eigener Gestalt. Predigt von christlichem Leben (= Wille Gottes); Lebensform kommt mit, nichts eigenwertiges. Nicht sich darstellen und sich selbst erkennen.108
[โฆ] Kreuz Jesu Christi selbst ist es, was ich trage, nicht mein Kreuz. โ
Kein Programm, inhaltliche Gesetze. Bindung an Christus, den Gekreuzigten. = Paulus โmit ihm gekreuzigt werdenโ109. Bedingung fรผr Gemeinschaft mit Jesus = sein Kreuz tragen. Sich selbst absterben und Jesus leben.
Paulus = Rechtfertigung. Jesus = Weg unterm Kreuz. Gemeinschaft unterm Kreuz.
Paulus = Glauben (mit ihm gekreuzigt und gestorben; auf ihn allein sehen; mit ihm leben). Jesus = Nachfolgen (nicht auf uns, Schritt sehen; ihn, der Kreuz trรคgt; zu ihm treten).110
[โฆ] Nachfolge: Befreiung aus ich und Sรผnde, Vergebung, Freude und Gemeinschaft mit Christus. Freude, von Jesus gerufen zu sein. Gebot = Gnade. Einheit Gebot und Evangelium. Gehorsam sein dรผrfen; ihr kรถnnt auch; mein Joch ist sanft;111 Kraft gegeben zu tragen auf seinen Ruf hin. Alles aufgehoben in Verheiรung der Gemeinschaft und Freude.
Fรผlle der inhaltlichen Gebote: inhaltsloser Ruf Jesu.112
Bergpredigt hebt nicht auf das Gesagte; nicht Verwirklichung ethischen Programms. Bergpredigt nicht relativieren durch Vorheriges. Es gibt konkrete christliche Ethik.113 Es geht im Neuen Testament um Werk, Tun, Erfรผllung der Gebote. โ Gebote nicht Symbole und Sรผndenspiegel114. Reicher Jรผngling erhรคlt Gebot, um es zu tun (verkaufe!).115 Einfรคltiges Verstรคndnis und Tun.
Anweisung zum Tun eines Kรถnigs116; gegeben, daร es getan wird. โ Bitte eines Menschen, den wir lieb haben.117 Nicht Erkenntnis, daร ich es nicht tun kann; sondern tun auf Gefahr hin, etwas falsch zu tun und mehr zu tun als gesagt. โ Ausdruck echter Liebe = Tun, was geboten.118 Einfรคltiges: dialektisches Verstรคndnis der Gebote. โ Dialektisches Verstรคndnis hat auch sein Recht auch.119
Einfรคltig = auf Schlag auf rechte Backe auch linke hinhaltend.120 Sรผnde und Gottlosigkeit diesem Gebot gegenรผber erkennend.
Bergpredigt durch Amt aufgehoben.121 Liebe drรผckt sich so aus, daร wir anderen strafen um seines Bรถsen willen. Liebe so, daร wir zur Waffe greifen.122 Gesetz des Berufs und der immanenten Lebensordnung gegen Gesetz Christi โ dahineingestellt; nicht diesen Gesetzen entziehen. Was Gebot Jesu widerspricht, innerhalb der iustitia civilis getan. Aber Verschiedenheit (auch inhaltlich) iustitia civilis: Christi.123 Christ hat anderen Aspekt und iustitia civilis hat anderen Aspekt in bezug auf Welt und ihre Gerechtigkeit. Naumann in Offenheit, Gesetz Jesu und Gesetz der Welt gegeneinander sehend.124
Gebot Jesu gegeben, daร es geschieht.
Christliche Kriegsverweigerung125: Rechtfertigung
Luther kannte beides.126 โ โLiebet eure Feinde.โ127 Wie das mit Waffe? Mรถglichkeit der Einsicht, daร auch ohne Waffe gesรผndigt wird. Weil man der Sรผnde und Verantwortung nicht entfliehen [kann], letzte Mรถglichkeit des Glaubens, in Glauben und Liebe zu richten und zu tรถten. Ist viel schwerer, weil gegen wรถrtliches Gebot Jesu angehen zu mรผssen.128 โ Letztlich Inhalte nicht entscheidend. Also nicht ethische Programmatik entscheidend, sondern Bindung an Jesus. Wo nicht zunรคchst durch einfรคltigen Gehorsam gegangen, sondern gleich dialektisch umgebogen, dort nicht mit Recht Dialektik des Gebots angewandt.
Luther: Beruf, Amt, Krieg. Unter Voraussetzung eines einfรคltigen Gebotsverstรคndnisses.
Billige: teure Gnade.129 = Alltagsleben und sonntags in Kirche zu Sรผndenvergebung fliehen. Kirche = Sรผndentrost: ฯฯฮปฮนฯ130, mit Christus eigenes Leben in eigenen Geboten fรผhrend (in Ungehorsam und Sรผndenerkenntnis in Kirche Gnade der Vergebung). Volkskirche = falsches Gnadenverstรคndnis. Gnade ohne Nachfolge: Gnade in Nachfolge.
Kirche und Welt; Mensch in Existenz in iustitia civilis (= nachlutherisch); Vater, Staatsmann, Beruf. Darรผber Himmel der Sรผndenvergebung. Existenz = bรผrgerlich. Rechtfertigung dessen durch Kreuz (iustitia aliena)131. Hier nicht Rechtfertigung des Sรผnders, sondern Rechtfertigung der Sรผnde. Es hรคngt an ihm allein. Wir sind nicht frei, alles mitzutun wie Welt; pecca fortiter132 nicht Prinzip christlichen Handelns, sondern letzter Trost verzagten Gewissens. Rechtfertigung des Sรผnders = Gemeinde in Nachfolge. Kirche nicht รถffentlichโrechtliche Kรถrperschaft; sondern Existenz in Nachfolge.
Leben der Christen: Heiden grundsรคtzlich unterschieden. Andere ฯฯฮปฮนฯ und Gesetze. Gnade รผber der Sรผnde: Gnade fรผr Sรผnder, der in Nachfolge seine Gottlosigkeit erkennt. Gnadenwort = โfolge mir nachโ = erstes Wort, das Petrus von Jesus hรถrt; dann Bekenntnis zu Christus; dann Abfall; dann Begegnung mit Jesus am See Genezareth (wo er zum ersten Mal gerufen wurde). Letztes Wort = folge mir nach. Erster [Ruf] = aus alter Existenz; letzter Ruf = Vergebung der Sรผnden und vollzogene Gemeinschaft nach seiner Verleugnung (zweimal Gnadenruf).133 Gnade im mit ihm gehen. So auch Altes Testament Gesetzeslob = Freude an der Gnade.134
16. VORLESUNG รBER KONFIRMANDENUNTERRICHT1
16.1. KONZEPT BONHOEFFERS ZU โKONFIRMATION โ GESCHICHTEโ2
1. Katechismusverhรถr. 1536 institutio3 โ Zehnjรคhrige Bekenntnis [vor der] Gemeinde โ Zulassung zum Sakrament.
2. Bucer 1534 โ Bekenntnis โ Handauflegung โ Heiliger Geist โ [Act] 8,13โ17 โ Hessen: Ziegenhainer Kirchenordnung 1539. Agende 1574 โNimm hin den Heiligen Geist, Schutz und Schirm vor allem Argen โฆโ4
3. Die Gnesiolutheraner nur Katechismusverhรถr. Interim.
4. Spener โ lernt hessische Kirchenordnung kennen, fรผhrt sie in Frankfurt ein. Ich bekenne zum Taufbund, zu Jesus.
5. Aufklรคrung โ religiรถse Mรผndigkeit โ Volksschulabschluร โ (Orgelspiel)5 โ 1832 Konfirmation zuletzt6 in Hamburg.
6. Stoecker: 3 Teile 1.) Abschluร des Unterrichts durch Gottesdienst. Gebet unter Handauflegung. Kein Bekenntnis โ kein Gelรผbde โ kein Recht zur Teilnahme am Abendmahl. 2.) Abendmahlsrecht im einzelnen Fall nach seelsorgerlichem Gesprรคch beim Pfarrer einzuholen. 3.) Bekenntnis und Gelรผbde der Erwachsenen รถffentlich โ Recht am Rechtslehen teilzunehmen โ Aktives und passives Wahlrecht etc.7
Fragen
1. Das Konfirmationsalter? โ Jetzt nicht umzustoรen, aber durch lokale Regelung Fortsetzung bis zum 18. Jahr โ dann
2. Zulassung zum Abendmahl erst spรคter โ ich weiร von keinem Kind, das aus freien Stรผcken in den Jahren nach der Konfirmation zum Abendmahl geht.8
3. Bekenntnis? Grundsรคtzlich jedes Alter kann sagen โ Jesus Christus, mein Herr9 โ aber der รffentlichkeitscharakter โ es mag subjektiv ehrlich sein โ objektiv wahr sein โ aber10 ist es kirchlichโgemeindlich verantwortlich11, wenn man weiร, was diesem รถffentlichen Bekenntnis folgt? wenn man weiร, wie daher die Konfirmationsgemeinde dies Bekenntnis und Gelรผbde einschรคtzt. Also weder psychologisch noch theologisch unmรถglich โ aber vielleicht kirchlich unverantwortlich.
4. Es lรครt sich gegen Alter,12 Abendmahlsgang und Bekenntnis vieles sagen. Puzzlespiel. Die Reformvorschlรคge solange sinnlos, als nicht die Gemeinde als ganze anders ist. In einer Bekenntnisgemeinde kommt das alles zum Recht, was in der Volkskirche unmรถglich geworden ist. Bis dahin โ strenge Konfirmationszucht โ hier Beginn der Kirchenzucht.13
16.2. โZIEL UND AUFBAU DES KONFIRMANDENUNTERRICHTSโ (MITSCHRIFT)14
Ziel des Konfirmandenunterrichts?15
a) Daร sie Jesum sehen
b)16 Mรผndigkeit zu Predigt und Bibellesen. Bibelkunde
c) Bekenntnis
d) Abendmahlsteilnahme
Bescheidene Zielsetzung:
groรes Ziel.
(Luther, Calvin)
(Bucer)
kirchlich = Wort ausrichten;
Ziel = Bekehrung
Bekehrung liegt nur im Gebet vor und nach der Predigt: so auch immer im Konfirmandenunterricht. Ist nicht Regel und Form; sondern Trรคger und Handlanger des biblischen Wortes sind wir. Hineingestelltwerden in den Raum der Gemeinde der Heiligen. Geschieht durch bescheidene Arbeit mehr als durch evangelistische Arbeit. Das Wort solls tun.
Nachschriften zur Stunde; eventuell selbst etwas diktieren. โ Zielsetzung: Methode.
โDoctrina est coelum, vita est terra.โ (Luther)17 โIm Leben bin ich nicht besser als der Papst und die Pappistenโ. Noch jetzt bin ich so schlecht wie der Pappist (damit beweist er sich als der demรผtige Christ). Heiligung macht uns nicht besser als die anderen. Von Gott aus gesehen, รคndert sich der Mensch nicht.
Kottwitz: โHerr, gib, daร ich mich in diesem Jahr endlich zu dir bekehre.โ18 Ein Mann, der sein Leben lang in der Gemeinschaftsbewegung stand. Erstes Ereignis der Bekehrung nicht eine Sache, auf die ich mich berufen kann; wenn ich davon rede in Bezug auf andere, mache ich ja doch dieses erste Ereignis zu einem Maรstab. Ist kein Stรผtzpunkt. Ich weiร, daร ich immer nicht in der geforderten Richtung gehe. Dankbarkeit darรผber, daร man nicht รผber des anderen Bekehrung zu urteilen hat. Wir geben Wort und Fรผrbitte. Wer weiร, wer in Anfechtung fรคllt und fรคllt. Gnade, daร wir in Freude zusammensein dรผrfen ohne Urteil, und den andern im Glauben hinnehmen. Ego19; nachdem mir Barmherzigkeit20, warum nicht auch den andern?21 Es ist immer der ganze alte Adam, der gebrochen wird. Blick nicht auf mein Leben, sondern auf Christus; auch nicht auf erste Bekehrung. โLinke soll nicht wissen, was die Rechte tut.โ22
Gesamtaufbau
Katechismusunterricht: anderer Aufbau. Wichtiger ist die Durchfรผhrung! Die Fragen, mit denen der Konfirmand kommt, aufnehmen und von innen her23 beantworten. Man soll nicht apologetisch arbeiten; die Fragen in die Verkรผndigung hineinnehmen.
โVom Bekennenโ, โTaufenโ, โHeilige Schriftโ, โKircheโ. Fรผr jeden Text24 ein Lied, Schriftlesung, Veranschaulichung, Spruch (zum Lernen).
1. Stunde: โVom Bekennenโ
Lied: O komm, du Geist der Wahrheit25; Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort26; (einen Vers lernen lassen; oder Vers 1โ3)
Schriftlesung: Act 5[,17โ33]; Petrusbekenntnis Mt 16[,16] (Inhalt!!)
Veranschaulichung: Kurfรผrst von Sachsen27; H. J. [Hitlerjugend]; Kirchenkampf.
Spruch: Mt 10,32 f.28
Stoff: 1.) Glaubensbekenntnis des Petrus29, 2.) Glaubensbekenntnis der Vรคter (Apostolikum, Mรคrtyrer, Luther und SB30), 3.) eigenes Bekenntnis (BK).
a)31 Wie kommt es zustande; wie kommt [d]er [Konfirmand] freiwillig zum BKโPastor? Bekenntnis = freiwillig!! Freiwilligkeit bestimmt besonderen Charakter des Konfirmandenunterrichts. Nicht Schule; nicht Schlagen; ihr seid in der Kirche. Sich nicht mit den Kindern auf Kriegsfuร stellen! Nicht zu vertraulich werden lassen. โ Muร aus freien Stรผcken zum Glauben kommend. Es kann niemand gezwungen werden. Bekenntnis = Jesus soll mein Herr sein. Du bist mein Herr; er allein. Bekenntnis meines Glaubens. Ich erkenne andere Herren, die neben ihm Gewalt haben wollen, in mir und drauรen. Dagegen richtet sich mein Bekenntnis. Gegen mich = Sรผndenbekenntnis und Bekenntnis gegen und vor der Welt.
2. Stunde: Taufe
Lied: โIch bin getauft auf deinen Namenโ32.
Schriftlesung: Taufe des Kรคmmerers Act 8,26โ40 (19,1โ6). Veranschaulichung: Chlodwich33; urchristlicher34 Taufritus. Spruch: โLasset die Kindlein zu mir kommen โฆโ35 Mk 16,16.36
Lydia37 lassen sich taufen mit dem ganzen Haus. Act 16,15. Haus des Kornelius38. โ Also auch Kindertaufe. Kindertaufe ist zweifelhaft. Anspruch ist da. Fรผr euch ist es gรผltig. Aber รผber die Institution ist zu sprechen; es sind alles Christen in einem Dorf, aber entlaufen. Taufe als Verheiรung, nicht ontologisch. Verheiรung = Gnade. โ Das nicht in der Kirche verschleudern. โ Was heiรt getauft sein fรผr euch Kinder?
Mt 28[,19] Einsetzung; Joh 3,5 Heilsgeburt; Mk 16,16 Abgrenzung; Gal 3,26 f. [Rรถm] 6,3 [f] neues Leben.39
Normale biblische Auffassung = durch Taufe kommt der Heilige Geist. Taufe = Vergebung der Sรผnden (die ganze Gabe). Gabe der Taufe = einmalige Tat Gottes. Diese Tatsache zeichnet den Menschen aus: entweder Glaube oder Gericht. Glaube macht nicht Tat Gottes; sondern sie bleibt objektiv bestehen als Tat, die den Glauben schafft. โ Dem Kind wird in der Taufe seine Erbsรผnde vergeben.40
17. HOMILETISCHE รBUNGEN
17.1. ZU ACTA 1,1โ11
A. AUS DER BESPRECHUNG1
Himmelfahrt.
1.) Glauben und nicht sehen: er schalt ihren Unglauben; aufs Warten gewiesen sein.
2.) Der Glaube durchs Zeugnis; รผber alle Welt. Dem Glauben entspricht das Zeugnis. Erscheinung [Christi] in der Gestalt des Wortes.2
3.) Christus durch Zeugnis Herrschaft รผber alle Erde angetreten und eingenommen hat. Einnehmen des Reiches; Herrschaft der Welt = Wunder.
โDa er uns nah war, war er uns fern; jetzt, da er uns fern ist, ist er uns nahโ (Luther).3
Warten auf Reich Gottes, auf Wiederkunft, auf Geist. Was wรคre, wenn Himmelfahrt nicht wรคre? Objektivitรคt = Schildern des Christus, der uns ergreift.
B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF4
1. Eine seltsame Unruhe, Ungeduld, ein Brodeln liegt รผber den Tagen nach der Auferstehung. Der Gekreuzigte war wieder unter seinen Jรผngern, er tat sich kund durch allerlei Zeichen und in allerlei Gaben. Er gab sich ihnen zu erkennen, verhรผllte sich wieder und war ihnen doch jeden Augenblick nahe. Auferstehung rief es den Jรผngern von allen Seiten entgegen. Auferstehung umhรผllte sie. Und unter dem heimlichen Aufjauchzen blieb die leise Bangigkeit, ja Auferstehung war geschehen, Ostern war da, aber wo soll das alles noch hinaus, wohin fรผhrt das noch, was wird geschehen, was ist das Ende von dem allen. Um auf diese Frage Antwort zu geben, erschien ihnen Jesus vierzig Tage lang โund redete mit ihnen vom Reich Gottesโ (Vers 3).
2. Das Reich Gottes, das muรte ja das Ende sein. Mit jedem Ereignis in der Geschichte Jesu hatte sich das Reich nรคher auf die Erde herabgesenkt, und doch war es noch nicht ganz da. Jesus lebte, seine Jรผnger sahen ihn. Aber die Welt, die Menschen hatten noch nichts vernommen, sie hatten daran noch keinen Teil, das Letzte also war noch nicht geschehen. Der Auferstandene bereitete seine Jรผnger darauf vor.
3. Darum befahl er ihnen, daร sie nicht von Jerusalem wichen. Dieser Befehl war nรถtig. In Jerusalem war das Unheilvolle geschehen, in Jerusalem war Jesus gekreuzigt. Wie begreiflich, daร die Jรผnger von diesem Jerusalem weichen wollten. Aber Jesus bindet sie an Jerusalem. Die Kirche Gottes, die schuldig geworden war am Blute des Sohnes Gottes, die Kirche der Untreue, des Verrates und der Verleugnung sollte der Ort der Verheiรung werden. Laรt diese Kirche nicht im Stich, sondern betet um die Verheiรung! Wartet auf das Letzte, auf das Kommen des Heiligen Geistes, daร die Kirche neu werde, gerecht und geheiligt durch die Treue Gottes.
4. Jetzt erfaรt die Jรผnger ein ungeheures Verlangen, sie wollen in Jerusalem warten auf die Dinge, die da kommen sollen. Aber wird die neue Kirche denn auch wieder die sichtbare Herrlichkeit des Tempels Gottes haben? Werden dann alle erkennen mรผssen, daร hier in dieser Herrlichkeit Kirche, gewiรlich Gottes Reich ist. โHerr, wirst du auf diese Zeit wieder aufrichten das Reich Israel?โ Wie nah liegt uns diese Frage, wird Gottes Treue sich auch sichtbar in Kraft und Herrlichkeit bekunden?
5. Jesus wehrt diese Frage nicht ab, nur das Ungestรผm, die Begehrlichkeit, die Neugier in ihr. โEs gebรผhrt euch nicht, zu wissen Zeit oder Stunde, welche der Vater seiner Macht vorbehalten hat.โ Die Zeit der Herrlichkeit also kommt auch รผber Jerusalem und รผber die Kirche, รผber das Volk Israel. Aber bis sie kommt, bleibt den Jรผngern nur ein einziges untrรผgliches Zeichen รผber das Reich Gottes, nรคmlich daร Zeugen da sind, die es verkรผndigen und Jรผnger da sind, die es glauben. โIhr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judรคa und Samarien und bis an das Ende der Erde.โ Nichts sonst, dies ist das Zeichen, daร die Erfรผllung da ist. Das Zeugnis von Christus wird gehen รผber Jerusalem hinaus bis an der Welt Ende. Wo ist das Reich, wo wird es sichtbar? Wo das Zeugnis in der Kraft des Heiligen Geistes da ist und der Glaube. Das ist die Antwort Jesu auf der Jรผnger Frage.
6. Nun ist das Letzte gesagt. Der Blick weitet sich von der kleinen Schar der Apostel รผber das Ende der Welt. Die Enden der Erde warten jetzt auf die Botschaft von Christus, und sie wird zu ihnen dringen. Christus wird Herr sein รผber die Erde, die sein Werk und sein Eigentum ist, die ihn verworfen hat und von der er erstanden ist. Christus wird regieren durch sein Wort bis an das Ende der Erde. Das ist das Letzte, was Jesus seinen Jรผngern sagte. Wie mit zur Beglaubigung dieses Wortes geschieht es nun, daร Jesus erhoben wird รผber die ganze Erde, aufgehoben zum Himmel, bis ihn schnell die Wolke dem nachblickenden Auge verhรผllt.
7. Nun hat er den Himmel eingenommen, nun ist er zur Rechten Gottes erhรถht รผber Raum und Zeit, nun ist er der Allmรคchtige und Allgegenwรคrtige, der sein Reich kommen lassen will, nun hat er alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Er ist Kรถnig geworden รผber die Erde. Nun erreicht ihn kein leibliches Auge mehr, er ist in die Unsichtbarkeit der Herrlichkeit Gottes eingegangen. Nun sollen wir auch nicht mehr nach sichtbaren Beglaubigungen verlangen. Wissen wir denn, ob wir nicht sehend an seiner Gestalt vorรผbergingen? Es bleibt sein Wort, nichts als sein Wort, bis zu der Stunde, da er wiederkommt, sein Zeugnis.
8. Darauf sehet! Was steht ihr und sehet gen Himmel? Ihr seht ihn nicht mehr. Blickt nicht in das Vergangene! Sucht Christus nicht in der Vergangenheit, ihr seht nichts als Wolken und Dunst! Ihr werdet ihn nicht sehen, bis er wiederkommt. Darum wartet, und haltet euch ans Zeugnis, das bis an der Welt Ende geht, an das Wort, in dem Christus Kรถnig ist! Wartet auf sein Kommen, und laรt euch bewahren auf seinen Tag durch sein kรถnigliches Wort!
9. โAls er uns nah war, war er uns fern; nun er uns fern ist, ist er uns nahโ (Luther).5 Als Christus zum Himmel fuhr, wurde er Kรถnig รผber die ganze Erde. Als Christus zum Himmel fuhr, senkte sich das Reich Gottes tiefer auf die Erde herab. Nun wird er bald kommen in Sichtbarkeit und Herrlichkeit. Er wird sein Reich aufrichten auf Erden. Dann ist das Ende da.
17.2. BONHOEFFERS ENTWURF ZU EXODUS 20,2โ3 (MITSCHRIFT)6 ALS TRINITATISPREDIGT7
a.) โIch binโ! So spricht Gott. Wer kann das auรer Ihm sagen? Wollen wir das sagen, so werden wir im Augenblick des Aussprechens andere als wir eben noch waren. So sehr steht alles im Wechsel, in der Vergรคnglichkeit. Wie schnell die Zeit flieht und die Dinge wechseln, wissen wir heute besonders gut, als Glieder der Bekennenden Kirche erst recht. Es ist ein groรer Trost, wenn wir mitten in dem Wechsel der Ereignisse hรถren dรผrfen: โIch bin!โ Wir kommen aus den Stรผrmen des Alltags. Gott spricht: โIch bin!โ Wir kommen aus den Leiden und den Nรถten des Menschen, Gott spricht: โIch bin!โ Wir kommen von den Sterbebetten, vom Vergehen8 und Gott spricht: โIch bin!โ Welche Gnade! Welches Evangelium, daร wir wissen dรผrfen, daร Gott nicht im Dunkeln bleibt und schweigt,9 welcher Halt und welche Zuflucht: โIch bin!โ So spricht der, der Anfang und Ende in den Hรคnden hat, der vor der Zeit war und nach der Zeit sein wird, aus dessen Hรคnden alles hervorgeht, der Anfang und Ende setzt. โIch bin!โ, so spricht Gott der Schรถpfer.
b.) โIch bin der Herr!โ, so spricht abermals Gott. Es gibt genug Menschen, die von sich sagen, sie seien der Herr. Aber noch bevor Tag und Jahr vergeht, sind sie nicht mehr und keiner kennt sie mehr.10 Sie sind anderen Herren zum Opfer gefallen. Wir haben keinen Herrn, aber wir mรถchten meinen, wir seien Herren. Aber wir wissen es dann bald, unsere Herrlichkeit hat schnell ein Ende. Wir kรถnnen unser Leben nicht fรผhren, es liegt nicht in unserer Macht. Krankheit, Tod und Sรผnde sind stรคrkere Herren als wir. Sie zerbrechen uns. Gott selbst muร es sagen: โIch bin der Herr!โ Er hat es gesagt am Anfang und fรผr alle Zeit. Das gilt! Er ist der Herr รผber die Herren, die uns knechten, รผber Leid, Tod und Sรผnde. Er hat sie besiegt. Er lebt und ruft uns zu als der Auferstandene und Lebendige: โIch bin der Herr!โ Jesus Christus ist der Herr.
c.) โIch bin der Herr, dein Gott!โ Zum dritten Mal spricht Gott selbst. Was hilft uns ein Gott, der in Ewigkeit ist11 und stรคrker als die Herrlichkeit der Welt, als Sรผnde und Tod. Uns geht dieser Gott nichts an. Was hilft er uns denn? Fragt er nach mir? Ist er mir nicht Ursache zur Furcht, zur Resignation, daร auch nach diesem Leben kein Ende ist, daร ich zuletzt in seine furchtbare Ewigkeit falle? Er sagt: โIch bin der Herr, dein Gott!โ Der Gott, der von Anfang an war und bleiben wird, der gehรถrt mir, ist mein Gott, denn das heiรt ja: er ist mit mir, bei mir, fรผr mich, in mir. Ja ein Mensch, der zu mir sagt: โIch bin dein!โ12, wir gehรถren zusammen. Alles, was ich habe, ist dein. Alles, was du hast, ist mein! Gott und Mensch sind im Bunde. Seine Herrlichkeit gehรถrt mir. Gott ist nicht fern, sondern nahe. Was ist das fรผr ein Evangelium: โIch bin dein Gott!โ? So spricht Gott, der Heilige Geist!
d.) โDer ich dich aus รgyptenland, aus dem Diensthause gefรผhrt habeโ. Der dreieinige Gott, der zu uns gesprochen hat, gibt sich zu erkennen und uns zu eigen, seinem Volk. Er will ein Volk, eine Kirche. Und diese Kirche hat er sich selbst erwรคhlt, berufen und befreit. Aus der Knechtschaft der Welt hat er sein Volk herausgerissen sich zum Eigentum, ein sichtbares Zeichen Gottes fรผr die Welt.13 Gott ist seinem Volk treu. Es ist die Kirche die Gemeinde, die im Volk Israel ihren Anfang nahm und heute in der Bekennenden Kirche vor uns steht. Der dreieinige Gott ist seiner Kirche treu gewesen von Anfang an und sagt: โIch bin โฆโ Er will auch seiner Kirche heute treu sein und sie aus dem Diensthause herausfรผhren.
e.) โDu sollst keine anderen Gรถtter haben neben mir.โ Der dreieinige Gott ist der eine und der einzige Gott, neben dem es keine Gรถtter geben kann. Gott Vater, Christus der Sohn, Gott der Heilige Geist. Das ist der eine Gott, dem wir trauen, der sich uns verheiรen hat und auf den zu bauen Verheiรung hat. Es ist dem Volke Gottes keine Verheiรung gegeben, daร es gut sei, auf Menschen zu trauen, die auf Gรถtter bauen oder auf Organisationen oder auf Reiche dieser Welt. Es ist aber eine Verheiรung gegeben am Anfang aller Gebote, daร es gut sei, sich auf den dreieinigen Gott zu verlassen, ihm zu glauben. Es ist kein anderer Gott!14
17.3. ZU MATTHรUS 17,1โ9
A. AUS DER BESPRECHUNG15
Wirkung durch Ansprechen: Wirkung durch Text!16 Rezitieren = Distanz. Rezitator: Rezitiertes. Zeugen! โ Nicht einen [Predigtโ]Teil machen, in dem nicht angesprochen wird, und dann einen Teil, in dem die Gemeinde angesprochen wird. Dadurch wird Predigt uninteressant und langweilig. โ Abgrenzung und Negationen unnรถtig, besonders am Predigtanfang. Man soll nicht das zu sagende Positive durch Negativa umschreiben und abgrenzen. Falsche Technik, wirkungsvoll zum Stoff zu kommen. Es ist zu einfach und billig.
Auf Jesus allein hinweisend. Mose und Elia mit ihrem Amt am Ende? Mose und Elia: Stรคrkung Jesu fรผr sein Leiden. Petrus erkennt Notwendigkeit seiner Erlรถsung nicht. Trรถstung fรผr Jesus, an der er seine Jรผnger teilnehmen lassen will.
Diese Auferstehungsherrlichkeit kann noch nicht endgรผltig sein. Rรผckweisung ans Kreuz. Wird jetzt Weg des Glaubens, weil man weiร, daร es der verherrlichte Jesus ist. Unsere Situation. Wir wissen vom Auferstandenen; wuรten die Jรผnger auch, gingen mit Wissen von Ostern ans Kreuz ran. Wo du den Auferstandenen siehst, sollst du den Gekreuzigten sehen.
B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF17
Matthรคus 17,1โ918
1. Bevor Jesus seine Jรผnger mit sich ins Leiden fรผhrt, in die Demรผtigung und Schande, in Verachtung, nimmt er sie zu sich und zeigt sich ihnen als der Herr der Herrlichkeit Gottes. Bevor die Jรผnger mit Jesus hinab mรผssen in den Abgrund menschlicher Schuld, Bosheit und Hasses, fรผhrt Jesus sie hinauf auf einen hohen Berg, von dem ihnen Hilfe kommen soll.19 Bevor das Angesicht Jesu geschlagen und bespeit, bevor sein Kleid zerrissen und blutbefleckt sein wird, sollen die Jรผnger ihn sehen in seinem gรถttlichen Glanz. Sein Angesicht leuchtet wie das Angesicht Gottes und Licht ist sein Kleid, das er anhat.20 Es ist eine groรe Gnade, daร dieselben Jรผnger, die in Gethsemane das Leiden Jesu miterleben sollen, ihn sehen kรถnnen als den verklรคrten Sohn Gottes, als den Ewigen Gott. So gehen die Jรผnger im Wissen um die Auferstehung zum Kreuz. Sie sind darin uns ganz gleich. In diesem Wissen sollen wir das Kreuz ertragen kรถnnen.
2. Neben dem verklรคrten Jesus stehen Mose und Elia. Gesetz und Prophetie geben ihm die Ehre. Sie reden mit ihm. Lukas sagt: โvon seinem Ausgangโ21 โ was sollen sie reden als ihr Christuszeugnis wiederholen und erkennen, daร es hier wahr und wirklich geworden ist? Sie reden zusammen vom Kreuz22, von den Geheimnissen Gottes. Altes und Neues Testament begegnen sich im Licht der Verklรคrung und reden zusammen. Die Verheiรung ist nun Erfรผllung. Es ist alles am Ende.
3. Dies Ende dรผrfen die Jรผnger sehen. Aber es ist Jesus, der es sie sehen lรครt. Nun greifen sie selbst danach und wollen es bewahren. Sie wollen in der Welt der Verklรคrung bleiben, sie wollen nicht mehr zurรผck in die wirkliche Welt des Todes. Sie wollen in der Welt der sichtbaren Herrlichkeit Jesu, der sichtbaren Macht Jesu, der sichtbaren Erfรผllung der Verheiรung bleiben, sie wollen im Schauen bleiben und nicht mehr zurรผck ins Glauben. So geht es uns, wenn wir von der Auferstehung hรถren23. Wir wollen nicht mehr zurรผck. Wir wollen Jesus als den sichtbar Auferstandenen, den herrlichen, verklรคrten Jesus, seine sichtbare Macht und Herrlichkeit, und wir wollen nicht mehr zurรผck zum Kreuz, ins Glauben gegen den Augenschein, ins Leiden auf Glauben hin โฆ gut sein โฆ laรt uns Hรผtten bauen.24
4. Dies wird den Jรผngern verwehrt. Die Herrlichkeit Gottes kommt ganz nahe in der lichten Wolke der Gegenwart Gottes und die Stimme des Vaters spricht25: Dies ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hรถren. Hรถren sollen sie ihn, gehorchen sollen sie ihm. Und damit sie das kรถnnen, dazu ist ihnen diese Herrlichkeit gezeigt. Damit wir dem Herrn Jesus gehorchen im Leben, dazu ist die Botschaft von der Auferstehung da. Es gibt hier kein Genieรen der sichtbaren Herrlichkeit, es gibt kein Verweilen. Wer den verklรคrten Jesus erkennt, wer Jesus als Gott erkennt, der soll ihn sogleich auch wieder als den gekreuzigten Menschen erkennen, und ihn hรถren, ihm gehorchen. Luthers Christusvision โฆ โder gekreuzigte Herr!โ.26
5. Da erschrecken die Jรผnger. Sie begreifen, worum es geht. Sie waren ja noch in der Welt. Sie konnten solche Herrlichkeit ja nicht ertragen. Sie haben sich an der Herrlichkeit Gottes versรผndigt. Da tritt Jesus zu ihnen, rรผhrt sie an. Er ist ihr Herr. Er ist der lebende Herr. Er hรคlt sich zu ihnen. Er fรผhrt sie zurรผck in die Welt, in der er und sie noch leben mรผssen.
6. Darum muร jetzt das eben geschaute Bild der Herrlichkeit27 versinken. โUnd sie sahen niemand, denn Jesus alleinโ โ wie sie ihn kannten, ihren Herrn, den Menschen Jesus von Nazareth. An ihn waren sie nun gewiesen. Ihn sollten sie hรถren, ihm gehorchen, ihm folgen. Sie wissen um den Auferstandenen, aber sie sehen nur noch den Menschen, den leidenden, zum Kreuz gehenden. Ihm sollen sie glauben, ihn hรถren, ihm folgen. Sie sind zurรผckgeworfen auf den Leidensweg. Sie gehen ihn nun mit grรถรerer Gewiรheit, sie kรถnnen ihn nun im Glauben gehen, weil sie von der Auferstehung wissen. Aber noch leben sie nicht in der Welt des Auferstandenen, sondern in der Welt des Kreuzes. Da gilt es hรถren, glauben, folgen.
7. Was damals geschah, blieb ein Geheimnis bis zum Tag der Auferstehung. Es war ein trรถstliches Geheimnis fรผr die, die mit nach Gethsemane, mit ins Leiden muรten. Aber selbst ihnen zerbrach der Glaube. Das Gesicht auf dem Berge Tabor war vergessen als sie die Schmach Jesu auf Golgatha sahen. Der Glaube zerbrach. Aber der Tag der Auferstehung kam und ihr Glaube wurde ihnen wiedergeschenkt. Nun erkannten sie in dem Auferstandenen den Gekreuzigten und im Gekreuzigten den Auferstandenen, nun erkennen wir in Gott den Menschen Jesus, den wir hรถren und dem wir folgen sollen, und im Menschen Jesus den Sohn Gottes, der uns seine Herrlichkeit schauen lassen will.
17.4. ZU APOKALYPSE 1,9โ20
A. AUS DER BESPRECHUNG28
Siegel der Auferstehung und Jesu Handelns. Trost / Christliche Existenz. Er, der Auferstandene, Mittelpunkt der Gemeinden. Leuchter
I er ist der Erste und Letzte. Kรถnig โ er war tot und ist lebendig. Sein Sterben29
II er hat die Schlรผssel der Hรถlle und des Todes; wo er ist, schlieรt er auf zum ewigen Leben. Von dort ist eine weitere30 Tรผr offen!! Er, der Auferstandene, ist Kรถnig und regiert durch seine Engel.
Apoc. 1,9โ20
Das Sehen! Die Antwort des Johannes. Johannes = Auftrag an die Gemeinden.
Die Echtheit des Zeugnisses des Johannes. Vision mit den echten Offenbarungsmerkmalen.31
Vers 9 Gemeinschaft [des] Johannes mit allen Gemeinden. So ist der Christenstand beschaffen. Not โ Herrschaft โ Geduld. Weissagung soll sagen, woher das alles kommt.
Vers 10โ11 Sonntag. Johannes = Werkzeug Christi, durch das sein Wort zu den Gemeinden kommt.
Vers 12โ16 Sieben goldene Leuchter als Gottes heiliges Eigentum. Jesus = Licht der Welt; seine Gemeinden sollen auch leuchten durch ihn. Gemeinde = Leuchter, wo Licht Jesu leuchtet. Gemeinde = Ort, wo Licht Jesu leuchtet; sie sind nicht selbst das Licht. โ Jesu Gegenwart bei den Gemeinden; bei allen gleich. Alles an Jesu Leib ist in hellem Glanz. Jesus nicht in bestimmtem Amt. Als Mensch erscheint er; Menschensohn; im Feierkleid (Kampf ist zu Ende). Der ganze Leib Jesu strahlt in Herrlichkeit. Schwert aus seinem Munde = Richter = seine Gegenwart in den Gemeinden hat einen besonderen Zweck. Wort = Geist = Schwert = alles Bรถse in den Gemeinden vernichtend. Engel fรผhren den Willen des Christus an seiner Gemeinde aus.
Vers 17โ20 Dem Johannes schwindet die Kraft. Aus eigener Kraft kann er nicht vor Christus stehen. Grรถรe Jesu a) durch Erscheinung b) durch sein Wort (Erster und Letzter). โ Schรถpfer und Kรถnig; er besitzt die Ewigkeit und damit das Leben. In diese Herrlichkeit ist aufgenommen, was er durch sein irdisches Werk erwarb. โ Sterben und ewig Lebender, auch fรผr alle Sterbenden. Er schlieรt auf zum ewigen Leben. In seiner Macht liegt das Geschick. Nichts kann sich ihm entziehen.
Kirchliche Tradition: Exegese der letzten 50 Jahre. Johannes als Verfasser / ein Apostel als Verfasser.
Die Erscheinung Christi, zusammen mit seiner Gemeinde. In ihrer Herrlichkeit und Ewigkeit; am Tage des Sonntags; wo die Gemeinde irdischen Gottesdienst feiert. Johannes ist dabei; da sieht Johannes den Himmel offen und die ewige Gemeinde.
Hรถrt Stimme, die er als Gottes Stimme erkennen muร. Stimme der Posaune = die zum Tempelfest oder Anbruch des neuen Jahres oder zum Gericht ruft. Es ist Zeichen fรผr anbrechenden Tag Gottes. Jesus nur als Richter gesehen in unbeschreiblicher Majestรคt. Davor erschrickt er. Immer Tag Gottes (auch als Sonntag) mit Gerichtsposaune.
Hoherpriester: รผberschwengliche Majestรคt. Erst Hoherpriester muร redend trรถsten, erst dann wird sein solches Amt helfend.
Eine Homilie hat eine bestimmte Richtung und Zielpunkt und Hรถhepunkt, Vers 9: Christusvision; beide Dinge sind verschieden akzentuiert. Kunsthomilie. โ Dieses Bild = Christus in Gemeinden, soll Gemeinde mit nach Hause nehmen.
Eindrรผcklichkeit ist kein Prinzip der Predigt (Brot: Torte). Fรผlle des Textes ist der Garant. Alles Unseres ist schwach.
Mitte des Textes braucht nicht unbedingt formulierbar sein. Aber es muร alles gesagt werden.
Gewisser ist die Textpredigt; bei Thema[predigt] vergiรt man zu leicht etwas. Wenn eine Einteilung homilieartig undurchfรผhrbar ist, vielleicht Zeichen, daร Text andere Richtung hat. Wir kรถnnen noch nicht so denken wie Johannes; aber wenn wir predigen, sollen wir nachdenken, wie Johannes es hatte.
Christusvision noch einmal stark hinstellen vor die Gemeinde. Ist Mittelpunkt des Textes.
Nicht zu langsamen Fortschritt in der Predigt machen. Einleitender Vers 9: Thema.
Nicht Charakter der subjektiven Vision; es ist uns noch nicht wirklich genug. Aufgerissener Himmel und Offenbarung Gottes.
Den Gemeinden nicht Unrecht tun, wenn wir von unserem mangelnden Glauben und seinen Erfahrungen sprechen.
Keine Verbindung von uns mit der Person des Johannes; es geht nur รผber den Kanon. Durchs Wort der Schrift sind wir mit allen Personen der Schrift verbunden; aber keine Identitรคt.
โFรผrchte dich nicht, ich bin der Barmherzige; mir gehรถrt die Gewalt รผber Sรผnde usw.โ
Welche Sรคtze der heiligen Schrift, zu Einzelnen gesprochen, dรผrfen wir auf uns beziehen? Wo wir uns selbst angesprochen fรผhlen = โFรผrchte dich nichtโ. Problem = Johannes der heiligen Schrift; und nicht der historische Johannes.
Diese Geschichte wird verkรผndigt, die Wort Gottes ist. Heilige Schrift: historische Situation (ist nicht reproduzierbar). Wir haben Wort als Zeugnis. Das uns gesagte Wort Gottes. Johannes gehรถrt mit in die Verkรผndigung hinein. Johannes selbst ist mit das uns gegebene Wort. Zeugen, die uns Zeugnis geben vom Wort. Immer die Situation des Gegenรผber (auch mit allem Alten Testament). โ Versuch, hinter die Texte zurรผckzugehen auf bestimmte Situationen und von daher Texte zu bewerten! Ist unzulรคssig; Text redet. โ Keine Psychologisierung!
B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF32
Offenbarung 1,9โ20. Entwurf aus einem homiletischen Kreis (Bonhoeffer)
1) Der gefangene Johannes wird gewรผrdigt, den Himmel offen zu sehen. Der um Christi willen Gefangene bekommt Augen zu sehen, was Gott ihm zeigt. Wir sind noch in Sicherheit und Freiheit. Unsere Augen sind stumpf. Aber je mehr wir leiden, desto mehr verstehen wir die Offenbarung des Johannes.
2) Der von seiner Gemeinde getrennte Johannes bekommt teil an dem Freudentag der Gemeinde, โdem Tag des Herrnโ, der Auferstehung, des Anbruchs der neuen Welt. Er darf seiner Gemeinde auf Gottes Befehl hin dienen; โSchreibeโ33. Er erfรคhrt die Herrlichkeit der Kirche mehr denn je. Wir leben noch mitten in der Gemeinde. Wir wissen nicht, was wir haben. Aber in der Trennung [von] der Gemeinde wird erst die Gemeinschaft in ihrer Herrlichkeit erkannt.
3) Johannes, zu dem keine Einladung zum Gottesdienst dringt, der nichts von den freudigen Posaunenstรถรen vernimmt, die zum Tempel laden, die zum Sabbath rufen, die auch beim Anbruch des neuen Jahres,34 die am Tage Gottes erklingen. Johannes hรถrt am Tage des Herrn den himmlischen Posaunenstoร, der zum himmlischen Gottesdienst einlรคdt. Wie sich beim Posaunenstoร der Tempel รถffnet fรผr alle Glรคubigen, so รถffnet sich hier dem Johannes der Himmel zum Gottesdienst.
4) Sein erster Blick erkennt sieben Leuchter, die sieben Gemeinden, das heiรt die vollendete Kirche Gottes aus aller Welt. Die Gemeinde ist versammelt, ihre Zahl ist voll, sie strahlt und leuchtet im Licht des Himmels. Aber aller Blick ist gerichtet auf den Einen, der in der Mitte steht, den โAlten der Tageโ, von dem Daniel geweissagt hat.35 Er hat Menschengestalt und ist doch Gott. Er ist Christus.
5) Der gefangene einsame Jรผnger sieht den Herrn, den er mit leiblichen Augen gesehen hatte, in seiner ewigen Herrlichkeit. Angetan mit dem Kleid des Hohenpriesters, sein weiรes Haar trรคgt das Zeichen des Uralten, der Ewigkeit.36 Seine Augen wie Feuerflammen durchbohren mich, durchschauen mich, bringen alles ans Licht. Ich kann in diese Augen nicht hinein sehen, so furchtbar sind sie. Seine Fรผรe sind schwer wie Messing. Wo er hintritt, da zermalmt er im Gericht alles Irdische. Sie sind glรผhend wie Feuer. Wo er einhergeht, da wird es Licht und klar mitten in der Finsternis. Die Wege Gottes sind immer licht. Seine Stimme ist Gottesstimme. Kein Menschenohr kann sie ertragen. Sie รผbertรถnt alles. Die leise Stimme Jesu, die wir so leicht รผberhรถren, ist hier wie ein gewaltiges Wasserrauschen, das alle Welt durchdringt. Seine Hand trรคgt sieben Sterne, das Zeichen der Weltherrschaft, die er dem Kaiser abgerungen hat, die er ausรผbt durch die Engel der Gemeinde. โDas Geheimnisโ der Engel sind die Bischรถfe der Gemeinden. (Die Vorstellung, daร Johannes an Engel, die im Himmel sind, schreiben soll verbietet sich von selbst!) Mit welch unvergleichlicher Wรผrde sind hier die Vorsteher, die Bischรถfe, der Gemeinde bekleidet! Mitten unter der Gewaltherrschaft des Kaisers erfรคhrt Johannes von der alleinigen, ewigen Herrschaft seines Herrn, die in der Kirche schon verborgen ist. Welch ein Trost! Aus seinem Munde geht ein Schwert. Das Schwert ist sein Wort, das verwundet und trennt, richtet und tรถtet. Dies Schwert ist das Schwert seiner Herrschaft. Und seine ganze Gestalt leuchtet wie die helle Sonne. Es ist alles ganz licht und von dieser Sonne her kommt das Licht der sieben Leuchter, die Christus umgeben.
6) Die vollendete Gemeinde vor dem ewigen Christus, das heiรt Gottesdienst. In solchem Gottesdienst ist es um uns geschehen. Das ist unser Ende. Daran sterben wir. Aber der schreckliche, allmรคchtige Christus trรคgt ja das hohepriesterliche Kleid. Wir erkennen Ihn in seiner Gnade. Er will nicht, daร der Mensch an Gott stirbt. Er soll Ihn schauen und leben. Dazu ist er gestorben, dazu hat er Tod und Hรถlle besiegt. Niemand kann nun sterben als wen Er im ewigen Tod verschlieรt. Er hat die Schlรผssel, er ist der Erste und der Letzte.
7) Es ist heute wieder Tag des Herrn. Wiederum halten wir Gottesdienst. Trรผbsal ist รผber die Gemeinde gekommen. Brรผder sind im Gefรคngnis.37 Aber der Himmel ist uns nicht mehr verschlossen, auch droben ist Gottesdienst. Die Gemeinde steht vor Christus und leuchtet in Herrlichkeit. Hier ist nur matter Schein, hier hรถren wir nur das Wort in Menschenwort gehรผllt. Aber droben feiert der himmlische Christus umgeben von seiner Gemeinde. Dort sind sie beisammen fรผr die Ewigkeit. Laรt uns heute im Glauben, eins geworden mit den gefangenen Brรผdern, mit dem himmlischen Gottesdienst eins werden.38
17.5. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF ZUM VIERTEN GEBOT EXODUS 20,12 (MITSCHRIFT)39
a.) Es hรคngt alles am ersten Gebot. Daร Gott allein der Herr ist, ist die erste Verheiรung, der wir glauben sollen. Wir sind nicht Herr, er ist Herr. Daran erinnert Gott uns tรคglich, daร wir nicht Herren sind. Er setzt uns sichtbare Herren, denen wir uns zu beugen haben. Wir kรถnnten meinen, wenn Gott der Herr ist, seien wir frei und brauchten uns um niemand zu kรผmmern. Gott verwehrt uns diesen Ausweg und setzt uns sichtbare Herren, daร wir erkennen, wir seien ganz und gar nicht Herren. Also entscheidend ist immer, daร Gott unser Herr ist, nicht etwa die Eltern. Durch sein ausdrรผckliches Wort und Gebot setzt er uns Vater und Mutter als Herren. [Daran]40 sind wir um des Wortes willen gebunden. Das Wort bindet, sonst nichts.
b.) Ehren ist etwas anderes als lieben; es ist umfassender und unbedingter. Ehren als den Anspruch, den Gott dir fรผr [seine]41 Herrschaft gesetzt hat. Gott sollst du ehren in [ihnen]42. Erst Gott suchen. In den Eltern ist Erinnerung an Gott zu erkennen, auch in den unwรผrdigen Eltern. Gerade in ihnen wird gezeigt, daร Gott Herr sein will.
c.) Damit ist das Verhรคltnis von Eltern und Kind ausgezeichnet in besonderer Weise. Das Kind ist Gehorsam schuldig in allen Dingen. Das vergessen wir heute. Unsere Kinder lernen es heute, von ihren Eltern anders zu denken. Man sagt ihnen: sie seien die Hauptsache. Auf sie komme es an. Sie mรผรten die Eltern belehren. Gehorsam gehรถre also in erster Linie der Jugendorganisation oder dem Staat.43 Viele Eltern buhlen heute um die Gunst ihrer Kinder und verlieren ihre Autoritรคt, die sie von Gott her haben. Der Vater aber hat die Macht. Er kann sich auf das Wort44 berufen. Es ist nicht die erste Aufgabe der Eltern, die Kinder verstehen zu kรถnnen, sondern in Liebe das Kind in den Gehorsam gegen die Eltern zu weisen. Vater und Mutter sind von Gott. Und sie sind ebenso wie das Kind an das Gebot Gottes gebunden.
d.) Das Gebot ist dem Volk Israel gegeben als dem Volk Gottes, als Volk und Kirche. Hier waren die Vรคter etwas Besonderes, die Trรคger des Wortes. An den Bestand dieser Ordnung ist der Bestand des Volkes Israel geknรผpft, darum die Verheiรung. Wo das Volk von den Vรคtern lรครt, da verliert es die Verheiรung Gottes und muร zerstreut werden. Damit ist von den Lehrern der Kirche und des Wortes die Rede. Ihnen gebรผhrt der gleiche Gehorsam wie den leiblichen Vรคtern. Sie sind uns gesetzt zur Erinnerung daran, daร Gott der Herr sei. An ihrem Wort hรคngt der Bestand der Kirche. Die Lehre, die rechte Lehre, die Verkรผndigung des Wortes erhรคlt den Raum der Kirche. Das Land, das uns Gott verheiรen hat, ist die Kirche, die gegrรผndet ist auf seinem wahren45 Wort hier und in Ewigkeit.
e.) Gottes Wort bindet uns an die leiblichen und geistlichen Vรคter. Gottes Wort aber macht uns allein auch recht frei und stellt uns in die Erfรผllung46. Es geht um Gottes Wort allein und nicht um irgendwelche menschlichen Wahrheiten. Es steht in seiner Macht und in seinem Wort allein, uns von dem Gehorsam gegen unsere Vรคter zu entbinden. โWer seinen Vater nicht haรt โฆโ.47 In der Nachfolge des Herrn Christus sind wir so frei.48 In ihr erfรผllt sich sein Wort. In der Nachfolge empfangen wir nach Christi eigener Verheiรung alles, was wir hier verlassen haben: Vรคter, Mรผtter, Brรผder, Schwestern โฆ hier unter Verfolgung.49 Das ist das Land der Gemeinde: die Kirche. Darum: Gottes Wort allein bindet, Gottes Wort allein [ent]bindet uns, Gottes Wort allein erfรผllt. Denn Er, Gott, Christus, der Vater und der Sohn ist allein unser Herr.
17.6. ZU LUKAS 18,1โ8
A. AUS DER BESPRECHUNG
[1936:]50 1.) Die Bedrohtheit des Menschen; sein Angegriffensein in der Welt. 2.) Bitte um Rettung; anhalten trotz Verziehen. Rettung kommt als โletztesโ. Wird Gott verziehen? 3.) Er wird kommen und retten; so wie der ungerechte Richter auch hilft. 4.) Je mehr Gebet, desto eher die Rettung. 5.) Dein Reich komme. Gebet nur mรถglich im Glauben an Christus als den auferstandenen Herrn, der jetzt schon regiert. Frรถhliche Verheiรung; er wird erretten! Gott wird Gebet erhรถren. Unmรถgliche Situation wird durch Gott mรถglich.
[1936/37:]51 Wichtig: die Gegenรผberstellung der hilflosen, ganz auf den Richter angewiesenen Witwe und der hilflosen, ganz auf Gott angewiesenen Gemeinde. Im Richter eben soviel Zรผge von Gott, wie von den Mรคchten des Bรถsen. โ Freilich haben wir kein โRechtโ vor Gott, wie die Witwe vor dem Richter. An dem Richter selbst liegt im Gleichnis nichts; seine Beschreibung dient nur zur Beschreibung des Gebetes der Witwe. Zwischen dem Richter und Gott steht das โwie viel mehr โฆโ, oder sogar ein Gegensatz; gewisse Beziehung allenfalls beim eschatologischen Verstรคndnis, das bei den vielen eschatologischen Begriffen sehr nahe liegt; vergleiche Zusammenhang mit Kapitel 1752. Es geht um das Gebet der Gemeinde, daร der Satan gestรผrzt wird; solange das Gott nicht tut, erscheint er uns mรถglicherweise als แผฮดฮนฮบฮฟฯ, Vers 6.53 Der Skopus: Das Gebet muร Widerstand รผberwinden โ nicht nur bei uns, die Mรผdigkeit usw., sondern auch bei Gott. Vers 8 b Umkehrung: Ihr fragt, ob Gott euch Recht schafft; Gott fragt, ob ihr ihm glaubt! So wird die Frage der angefochtenen โAuserwรคhltenโ umgekehrt. Es wird Vers 8 gefragt nach der anhaltenden โTreueโ im Gebet. โ Im Wesen der Himmelreichsgleichnisse liegt es, daร einmal eine gegensรคtzliche Beziehung da ist (wenn schon der Richter, wie viel mehr Gott!), andererseits eine parallele (der โungerechtโ scheinende Gott.) Gegen Jรผlichers Auffassung des Gleichnisses an sich.54
B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF (MITSCHRIFT)55
1.) Wissen wir es noch: Als wir Kinder waren, da schien uns nichts unmรถglich. Wir hatten kรผhne Plรคne und wollten etwas Groรes werden. Wir wollten alle Widerstรคnde zerbrechen. Es gab nichts Unerreichbares. Dann wurden wir รคlter. Wir lernten die Welt kennen. Wir wurden verstรคndiger und erkannten, die Welt ist stรคrker als wir. Nun haben wir uns eingerichtet. Wir haben die kindlichen Gedanken aufgegeben. Und es ist auch richtig so. Wir leben jetzt in der wirklichen Welt. Wir rechnen mit dem Mรถglichen.
2.) Wir sind an eine Mauer gestoรen. Durch sie kommen wir nicht hindurch. Wir stehen entsetzt und machtlos da wie ein Bergmann vor der undurchdringlichen Schicht von Stein, die ihn vom Ausgang abschlieรt.56 Eine namenlose Angst packt uns vor dieser Mauer. Wir hรคmmern, schlagen, und es brรถckelt ein Kรถrnchen Sand zur Erde und dahinter bleibt der harte Stein, der nicht weicht. Diese Mauer kann heiรen: Armut, Krankheit, Rechtlosigkeit, Gewalttat, aber auch Schuldverstrickung und Sรผnde. Zuerst wachsen mit der Angst die Krรคfte. Wir wollen hindurch, nicht im Gefรคngnis sein. Wir wollen es nicht wahr haben, daร Menschen hungern mรผssen, an unheilbaren Krankheiten leiden mรผssen, [rechtlos den]57 Stรคrkeren ausgeliefert sind. Unser Idealismus wird groร. Wir wollen mit dem Kopf durch die Wand. Tausendmal haben wir gegen unsere Sรผnde angekรคmpft, mit allen Mitteln des Verstandes und des Willens. Aber die Mauer bleibt undurchdringlich stehen. Und die kleinen Erfolge waren nur wie ein Hohn auf unsere Verzweiflung.
3.) Nun hรถrt das Unmรถgliche! Eine arme Frau wird von gewalttรคtigen Menschen um ihr Recht gebracht. Sie steht vรถllig allein. Sie hat in der Stadt keine Hilfe. Da ist ein Richter, der nicht nach Recht und Gott fragt, sondern der Willkรผr allein lebt. Die Gewalttรคtigen sind in seinem Schutz sicher. Es ist fรผr die arme Witwe unmรถglich, etwas auszurichten. Sie ist grenzenlos wehrlos. Es geschieht das Unmรถgliche. Es ist ihr eins geblieben: sie kann beten58. Was wird es helfen, den Gewalthaber zu bitten? Welch tรถrichter Versuch! Aber sie lรครt sich nicht irre machen. Sie weiร, sie muร die Mauer durchbrechen โ und der Richter gibt nach! Nicht aus Gรผte, sondern aus Willkรผr! Wie geschah das Wunder? Dadurch daร die Witwe sich den Glauben nicht nehmen lieร, es mรผsse ihr geholfen werden und es kรถnne ihr geholfen werden.
4.) Die Gemeinde ist bedrรคngt von Widersachern mit รผbermenschlicher Gewalt. Sie erkennt, wie stark die Welt ist, wie wehrlos sie selbst. Sie ist von ihrem Ziel getrennt, wie die Witwe von ihrem Recht. Sie soll glauben an endliches59 Leben, Gerechtigkeit und Sieg und sieht doch Unrecht und Angst. Wer durchbricht diese Mauer? Wer hilft ihr zum Recht und zum Sieg? Wer errettet die Gemeinde von ihrem Widersacher heute und an jenem Tage?
5.) Sie hat in ihrer Wehrlosigkeit nur ein Mittel: ihr Gebet. Das dringt durch die Mauern hindurch. Das bringt sie vor Gottes Thron. Aber freilich, es muร ein Gebet ohne Unterlaร Tag und Nacht sein, sonst bleibt die Mauer vor ihr und macht ihr weiter Angst. Und der, zu dem sie betet, ist kein ungerechter Richter, sondern Gott, der die Seinen liebt und gerne erhรถren will. Sollte das Unmรถgliche, das die Witwe bei dem ungerechten Richter erreicht hat, der Gemeinde von ihrem Gott unmรถglich sein? โEr wird sie erretten in einer Kรผrzeโ. Schneller als sie zu hoffen wagt, plรถtzlich wird die Hilfe da sein. Plรถtzlich wird der letzte Tag da sein, und wir werden frei sein.
6.) โAber glaubt ihr auch, daร er Glauben โฆ60?โ Wir zweifeln an dem Helfer, an seiner Macht und seiner Bereitschaft. Jesus zweifelt an unserem Glauben. Er hat seinen Jรผngern den Glauben verkรผndigt, dem kein Ding unmรถglich ist; das Gebet gelehrt und geheiรen, dem kein Ding unmรถglich ist. Er lรครt ihnen diesen Glauben. Aber wird er solchen Glauben wiederfinden, wenn er kommt? Wird die Gemeinde seiner Verheiรung glauben? Gott will helfen, aber wir wollen nicht glauben. Fรคnde er solchen Glauben heute unter uns, wenn er heute wiederkรคme?
17.7. ZU NUMERI 21,4โ9
A. AUS DER BESPRECHUNG
[1936:]61 Exegese: I Warum fรคllt der Blick auf die eherne Schlange? II Wie ist eherne Schlange zu verbinden mit dem Murren des Volkes Israel nach Rรผckkehr nach รgypten?
I Allegorie, wenn getรถteter Tod; dann mรผรte es heiรen: tรถte eine Schlange und hรคnge sie [dann auf]62. Sondern es ist ein Bild der lebendigen Schlange. โ Es ist nur wichtig, daร es eine Schlange ist. Unterschied = Kreuz: Bild der Schlange.
Zeichen des รผber Israel verhรคngten Todes; dort sieh hin und flรผchte nicht davor. Zorn รผber Unglauben โ Sรผnde ruft Zorn hervor.63
Schlange ist auch giftige Schlange, die tรถtet; es ist dieselbe Schlange, durch das Hinblicken lebt man. Anerkennung des Schuldurteils. Schlangen zum Vollzug des Todesurteils; davon Bild genommen (= Todesstrafe und Schuldurteil). Diese Schlange hat Verheiรung: sich dem Gottesurteil stellen und anerkennen und ihn64 darin finden.
II Volk wollte am Wort vorbeikommen und jetzt wird es gezwungen, doch dem Worte zu folgen und etwas ganz sinnloses zu tun. โ Blick auf Schlange: Blick auf eigene Lage. Blick auf Gott: Blick auf รgypten (Wohl, Sicherheit). Wie wird der Blick wieder auf Gott gelenkt?
In Notzeit: Blick zu guten alten Zeiten โ Blick aufs gelobte Land. Rettung aus falschem Blick durch Strafgericht Gottes. (รgypten oder Gott?)
Gebet des Mose: sรผndiges Volk braucht Mittler. Sie kรถnnen von sich aus nicht ihren Blick zu Gott richten, seelsorgerlicher Akt des Mose. Es gibt Zeiten, wo der Mensch nicht mehr beten kann; wo er nur noch sagen kann: bete du fรผr mich.
[1936/37:]65 Jeder Vers beginnt mit โdaโ; jeder ist die Antwort auf den vorhergehenden. โ Das Vorbeiziehen an Edom, das heiรt das VorbeigehenโMรผssen der Kirche an den Freuden der Welt, ruft das Murren hervor.
Zur Frage der applicatio66 beim Allegorisieren (ob bei jedem einzelnen Satz, oder der literarischen Auslegung gegenรผbergestellt): Die Gemeinde muร jedenfalls spรผren, daร die Ergebnisse der Predigt aus dem Text gewonnen sind, nicht schon vorher da gewesen und zur Behandlung des Textes schon vorbenutzt worden sind. Am besten schon jeweils nach dem einzelnen Schriftwort applizieren; aber doch nicht vermischt, sondern so, daร die Geschichte als Geschichte plastisch wird. โ Warum Schlange? Das vor den Schlangen fliehende Israel muร gerade dem Gericht Gottes, der Schlange, ins Auge sehen. Aber das Gericht wird angesehen als gebanntes, totes. Was ist das tertium [comparationis]67: die bloรe Betrachtung des Gerichts, oder die รberwindung und Bannung des Gerichts? โ Israel kann als ganzes eigentlich nie beten, sondern betet durch Moses. โ Die Schlange keine โHomรถopathieโ! Sondern sakramentales Zeichen; vgl. die Taufe: Die Schlange tuts nicht, sondern das Wort,68 das Moses denn auch weitergibt.
B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF (MITSCHRIFT)69
Wir betrachten den Text unter folgender รberlegung:
1. Vom Blick auf รgypten.
2. Von der Folge, die dieses Abwenden des Blickes von Gott mit sich bringt: Zorn Gottes und SterbenโMรผssen.
3. Erkenntnis der Sรผnde, aber die Unmรถglichkeit zurรผckzukehren.
4. Gott schafft die Mรถglichkeit durch die eherne Schlange: Entziehe dich ihr nicht, erkenne den Tod, beuge dich!70
1.) Das Volk Gottes ist auf dem Wege ins verheiรene Land. Es ist in groรer Not. Wohin soll es sich wenden? Vor ihm die groรe Wรผste und die Verheiรung des Wortes Gottes. Hinter ihm รgypten mit der ganzen Sicherheit und dem Wohlergehen, die gute alte Zeit und der Friede. Das Elend der Knechtschaft รgyptens scheint ganz vergessen. Es ist alles Vergangene auf einmal wie in Gold getaucht, aus Haร gegen die Gegenwart und aus Furcht vor der Zukunft. Es ist jetzt Stunde der Entscheidung: Gott und die Verheiรung in der Zukunft โ oder รgypten und71 โฆ
Israel blickt zurรผck. Dieser Blick treibt ins Murren. Wer erliegt nicht immer [wieder] dem neidischen Vergleich der bรถsen mit den guten Tagen! Dieser Blick treibt dann in die Verzweiflung: โDaร wir hier sterben mรผssen in der Wรผsteโ! Die guten alten Zeiten kรถnnen die heutige Not aber nicht brechen. Sicherheit, Murren und Verzweiflung gehรถren zusammen.
2.) Der Blick ist von Gott abgekehrt, die Verheiรung vergessen, der Weg Gottes ist verlassen. Und eben dieser Blick zurรผck ist es, der nicht nur nicht hilft, sondern noch tiefer in die Not hineinfรผhrt. Der Zorn Gottes fรคllt auf Israel. Es muร sterben, weil es zurรผcksieht auf รgypten72. Das Volk, das Gott nicht mehr sieht, muร sterben. Giftige Schlangen bringen den Tod.
3.) Das Volk begreift, mit wem es zu tun hat. Es erkennt, daร es willkรผrlich die letzte Hoffnung weggeworfen hat und mit eigenen Wegen zugrunde gehen muร. Der zornige Gott wird erkannt und die Sรผnde wird groร. Es will zurรผck, aber kann nicht mehr. Es kann nicht mehr beten, den Blick nicht mehr zu Gott wenden. Die Sรผnde ist groร geworden, zu fest ist der Blick auf รgypten gerichtet. Es braucht einen anderen, der betet. Mose muร beten. Er muร der Mittler sein.
4.) Wie wird der Blick des Volkes wieder auf das Wort, auf Gott gelenkt? Gott befiehlt dem Mose eine eherne Schlange zu errichten und gibt zu diesem Zeichen seine Verheiรung: Wer sie ansieht โฆ73 Seltsames Zeichen: die todbringende Schlange wird erhรถht und soll Leben bringen. Nicht ein Siegeszeichen wird aufgerichtet, sondern ein Zeichen des Todes. Sie sollen den von Gott geschickten Tod und die von ihm geschickte Strafe, ihre eigene Schuld, als Zeichen erhรถht und aufgerichtet, ansehen.74 Sie sollen nicht flรผchten vor dem allen, sondern gerade in diesem Gericht und Zorn Gottes sollen sie Gott wiederfinden, der sie durch diese Strafe hindurch leben lassen will.
Wie geht das zu?75 Sie wollten Gott nicht sehen und erkennen in der Not. Nun sollen sie ihn sehen als den zรผrnenden, den strafenden und todbringenden Gott und ihm nicht ausweichen.76 Indem sie ihm hier gehorchen, sollen sie ihn finden. In dieser Gestalt muร Gott um des Gehorsamseins willen gefunden werden.77 Durch Tod und Strafe hindurch ist Gott nur noch zu finden. Durch diesen Tod, mit dem Gott seinen Knecht Israel schlรคgt, soll das Leben kommen. Gott selbst ist in diesem Tod. Er selber ist in dieser Schlange78. Das ist Christus am Kreuz. Wer ihn ansieht, der wird leben. In der Strafe, Schuld und Not sollen wir den Blick auf Christus, auf dem alle Not, Schuld und Strafe liegt, lenken. Wer auf ihn sieht, der soll leben.79
18. BONHOEFFERS KATECHETISCHER ENTWURF โHEILIGE SCHRIFTโ1
1. Wo finden wir die Heilige Schrift?
a. Kanzel (auch Taufe, Krankenbett, Beerdigung)
b. auf dem Tisch bei der Hausandacht
c. auf dem Nachttisch.
2. Wozu brauchen wir also die Heilige Schrift?
a. zur Predigt โ
b. zu jedem Gottesdienst
c. zum tรคglichen Lesen und Beten. โTag und Nacht โฆโ, sinnen โฆ2
3. Warum zu dem allen gerade [die] Heilige Schrift?
a. Sie ist Gottes eigenes Wort und Wille.
b. Nur damit sind wir sicher, daร wir uns nicht selbst etwas ausdenken.
c. Weil es Gottes Wort und Wille ist, mรผssen wir ihn so gut wie mรถglich kennen.
Wir sollen mit der Bibel ehrfurchtsvoll umgehen: Mittelalter.3
4. Was ist das Wort Gottes in der Bibel?
1. Christus โ in der ganzen Bibel wird nur eines gepredigt, der Herr Christus, daร Er unser Herr und der Sohn Gottes sei4. Im Alten und Neuen Testament. โโฆ suchet in der Schrift!โ Joh 5,39; Apk 10; Act 17,11.
2. Das Gebot und die frohe Botschaft.
3. Es ist das Wort fรผr uns: Lehre, Strafe, Besserung, Zรผchtigung in der Gerechtigkeit, damit wir vollkommen seien. II Tim 3,16; Rรถm 15,4.5
Luther und die Schrift. Russische Christen. Unsere Brรผder im Gefรคngnis. Salzburger. Bekehrung durch die Schrift: Augustin, Franz [von Assisi], Luther.
5. Von wem ist die Schrift geschrieben?
6. Was sagen die Feinde der Kirche von der Schrift?6
7. Ziel: Lesen der Schrift.7
Schriftlesung Lk 4,16โ21
Lied Erhalt uns, Herr, bei deinem โฆ8
Spruch: II Tim 3,15.
Dein Wort ist meines Fuรes โฆ9 Das Wort bleibt in Ewigkeit10
Erstes Blatt der Bibel.
Testament.
โHier spricht Gott.โ Jer 36; Ex 31. 3211; Apk 1[,11.19]
โSchreibeโ.
Anspruch. traditores12 โ Auslieferung von Bibeln.
R. Koch: Geschichte des Wortschreibens.13
B. VORTRรGE UND AUFSรTZE
19. AUFSATZ UND DISKUSSION รBER KIRCHENGEMEINSCHAFT
19.1. BONHOEFFERS AUFSATZ รBER KIRCHENGEMEINSCHAFT1
Zur Frage nach der Kirchengemeinschaft
I
Die Reformation hat die Frage, was die Kirche sei, gelรถst von der Frage, wer zur Kirche gehรถre. Das war eine entscheidende Tat. Der rรถmische Katholizismus und die Vorreformatoren2 hatten gemeint, die Frage nach dem Wesen der Kirche durch die Bestimmung ihres Umfanges beantworten zu kรถnnen. Der reformatorische und insbesondere der lutherische Begriff sagt zuerst, was die Kirche sei,3 und lรครt die Frage nach den Grenzen der Kirche offen. Es geht ihm nicht zuerst um die Aufdekkung des gรถttlichen Geheimnisses, wer zur Kirche gehรถre und wer nicht, um die Frage nach Erwรคhlung und Verwerfung,4 ihr Blick fiel nicht zuerst richtend und unterscheidend auf die Menschen, sondern vor allem sollte die offenbare Heilstat Gottes, der gegenwรคrtige Christus, sein Wort und sein Sakrament angeschaut und angebetet werden. Nicht theoretische Sรคtze รผber Gerettete und Verlorene, nicht das betrachtende Urteil: dieser gehรถrt zur Kirche, jener nicht, vielmehr der Freudenruf derer, denen ein groรes รผberraschendes Geschenk zuteil geworden ist: hier ist das Evangelium! hier sind die reinen Sakramente! hier ist die Kirche! kommt hierher!
Was sich daraus fรผr das Verhรคltnis zu anderen Kirchen, fรผr die Grenze der Kirche ergibt, war durchaus eine zweite Frage.5 Das Wesen der Kirche wird nicht durch die bestimmt, die zu ihr gehรถren, sondern durch Wort und Sakrament Jesu Christi, die, wo sie auch wirksam werden, sich nach der Verheiรung eine Gemeinde sammeln.6 Daร immer solche da sein werden, | die zur Kirche gehรถren, wenn nur Wort und Sakrament lauter verwaltet werden, war der feste, auf die Verheiรung gegrรผndete Glaube. Wer diejenigen seien, das weiร der Herr, der ruft und sammelt. Das war genug.
Es konnte gar nicht das erste Anliegen sein, diese nun bei Namen zu nennen und abzรคhlen zu kรถnnen, sie von denen zu unterscheiden, die nicht dazu gehรถrten oder sich nur den Schein der Zugehรถrigkeit gaben; die sind ja schon gerichtet. Der jรผngste Tag wird es รผberdies ans Licht bringen. Was eifert der Glaube darum, hierin heute schon zu wissen, abzugrenzen, auszuscheiden?7 Weiร er nicht genug, wenn er die gnรคdige Heilstat Gottes wissen darf? Was liegt dem Glauben daran, Heuchler und Ketzer zu entlarven? Wie kann er danach begehren, das furchtbare Geheimnis der Verwerfung vorzeitig zu enthรผllen, bevor ihm noch die Freude des ewigen Lebens bei Christus den Schrecken und den Schmerz รผber den letzten Richterspruch Gottes รผberwinden hilft? Der Glaube weiร ja, was fรผr Schrecken dieser sich so harmlos gebende Begriff des โUmfanges der Kircheโ in sich birgt. Und er dankt es Gott tรคglich, wenn er hier noch blind ist, wenn er noch in der Fรผrbitte stehen darf, wenn er in der vollen Freude der Erkenntnis des Heils sich zu der Kirche des Heils halten darf mit der glaubenden Gemeinde. Der Glaube dankt Gott, daร er sein Wort und Sakrament wieder rein und lauter geschenkt bekommen hat, und daร er weiร, wo die Kirche Gottes ist. Warum soll er danach fragen, wo sie nicht ist, wenn er doch ganz von dieser Freude hingenommenist?
So tut das Urchristentum, so tut die Reformation nichts anderes, als hier ein um das andere Mal hochgemut zu rufen: Hier ist die Kirche!, die wahre Kirche Jesu Christi! Demut und Dank ist dieser Ruf. Nicht Eigenlob, sondern Lob Gottes. Wer denkt auch daran, wenn er das wirklich gehรถrt und geglaubt hat, noch zu fragen, ob nicht vielleicht anderswo | auch noch die Kirche zu finden sei? Wem liegt denn an solcher Frage noch etwas, als eben dem, der hier nicht hรถren und glauben will? Hรถrten und glaubten wir, es sei eine unermeรliche Goldquelle gefunden worden, die fรผr alle Zeiten und fรผr alle Menschen genug abwรผrfe, dann wรผrde uns wohl die Frage wenig interessieren, ob nicht vielleicht auch anderswo noch hier oder da etwas Gold gefunden werden kรถnnte. Es mag sein, oder es mag nicht so sein โ was liegt daran angesichts der Tatsache, daร hier reichlich genug ist? Wรผrden wir dann nicht auch all denen, die sich schwer abmรผhen, andere Quellen zu erschlieรen, diese Freudenbotschaft sagen, sie aufrufen, mitzukommen, all ihre Versuche fahrenzulassen und einfach zu laufen und zu holen, wo alles in reichstem Maรe zu finden ist? Wir mรผรten an der Ernsthaftigkeit ihres Suchens zweifeln, wenn sie dann nicht kรคmen, wenn sie darauf bestรผnden, zu sagen: ich suche mein Gold selbst. Hier ist der Eigensinn stรคrker, als der Wunsch, Gold zu finden. Wir mรผรten sie mit groรem Schmerz im Stiche lassen; denn wer weiร, ob sie nicht zuletzt doch leer ausgehen. Wir mรผรten dorthin laufen, wo das groรe Angebot gemacht ist.
So ist es mit der reformatorischen Botschaft von der Kirche. Hier ist die wahre Kirche. Ob sie nicht auch noch wo anders zu finden ist? Das ist ja garnicht die Frage. Hier hat sie Gott uns geschenkt. Willst du abseits stehen und eigensinnig suchen, ob Gott sie dir nicht auch wo anders schenken kรถnnte? Mag sein, โ aber es mag wahrhaftig auch nicht sein. Wollen wir das aufs Spiel setzen? Wer dieses Spiel wagt, der hat im Grunde schon verloren, denn er hat nicht gehรถrt und geglaubt, daร die wahre Kirche schon da ist. Sonst spielte er in solchem Augenblick nicht mehr. Hat er aber nicht gehรถrt, so weiร er auch gar nicht, was die wahre Kirche sei, so weiร er auch nicht, was er eigentlich sucht, und dann wird er sie auch niemals finden. Dann ist das Suchen Selbstzweck und damit kein echtes Suchen mehr. |
Also immer ausgehend von der erkannten Wahrheit, was und wo Kirche sei, ruft die Kirche nun in die Welt hinaus: Kommt hierher, hier ist die Kirche! Sie lรครt sich darum gar nicht auf eine Diskussion ein, wo sonst noch Kirche sein kรถnnte. Der Gewiรheit gegenรผber, daร hier die Kirche sei, ist alles andere Ungewiรheit, NichtโKirche. Natรผrlich NichtโKirche! Denn sonst wรคren jene anderen ja eben auch hier, wo Kirche ist. Weil sie aber nicht hier sind, noch auch herkommen wollen, mรผssen sie NichtโKirche sein. Aber was liegt daran, dies zu sagen? Nichts anderes als nun um so gewisser und jubelnder zu rufen: Gott hat uns die wahre Kirche wiedergeschenkt. Hier ist die Kirche!
Niemals kann also die wahre Kirche von sich aus feststellen wollen, wo die sind, die nicht zu ihr gehรถren, niemals ist ihr Anspruch die Kirche zu sein so gemeint, daร nun die Absonderung der Gerechten von den Ungerechten stattfinden soll. Vielmehr ist dieser Anspruch: Hier ist die Kirche, gerade selbst der Heilsruf, der an alle Welt geht. Er ist das Evangelium selbst. So und nicht anders muร es verkรผndigt werden. Wer ihn freilich nicht als Evangelium zu hรถren vermag, der hรถrt ihn als Gesetz. Und als Gesetz verstanden schlieรt er nun die ganze Hรคrte der Frage nach dem Umfange der Kirche in sich. Wer diesen Heilsruf der Kirche als Gesetz hรถrt, der weiร sich von diesem Gesetz getroffen, begehrt dagegen auf und muร sich als einen solchen, dem dieser Ruf nicht gilt, erkennen. Hier entspringt die Frage nach dem Umfang der Kirche, nach den Grenzen, nach der Unterscheidung von Erwรคhlten und Verworfenen. Wo der Heilsruf nicht vernommen wird, wird der Anspruch der Kirche zum Gericht, zur Scheidung derer, die dazu gehรถren, und derer, die nicht dazu gehรถren. Wรคhrend diese Unterscheidung durch die Verkรผndigung des Evangeliums immer wieder aufgehoben wird, indem allen das Heil der Kirche angeboten und zugesprochen wird, wird sie in gesetzlichem Verstรคndnis der Kirche ver- | hรคrtet. Die Frage nach dem Umfang der Kirche muร nun konsequent ihr Wesen bestimmen. Dieses gesetzliche Verstรคndnis ist aber der Kirche in ihrem Wesen fremd. Es ist nicht ihr Ziel und Auftrag, das Evangelium zรคhlend zu begreifen. Das alttestamentliche Verbot der Volkszรคhlung8 ist hier Warnung. Es ist genug zu wissen, daร das Heil da sei, und daร Gott sich seine Gemeinde immer schaffen werde. Der Umfang der Gemeinde bleibt dem Wissen Gottes vorbehalten.9
So ist unser bisheriges Ergebnis: Die Frage nach dem Umfang der Kirche, das heiรt nach ihren Grenzen, kommt vom gesetzlichen Verstรคndnis des evangelischen Kirchenbegriffs her. Diese Frage wird also niemals aus dem Wesen der Kirche selbst heraus gestellt werden, sondern sie wird immer als ein fremdes Fragen der Kirche dort aufbrechen, wo der Anspruch der Kirche gesetzlich verstanden wird. Sie wird immer von auรen an die Kirche gestellt werden, und nur im Wissen darum darf und muร dann die Kirche selbst diese Frage aufnehmen.
Die Frage nach dem Umfange der Kirche ist die Frage nach der Kirchengemeinschaft. Wer gehรถrt zur Kirche? Wer gehรถrt nicht mehr zu ihr? Das ist die Frage. Die Kirche besinnt sich auf ihre Grenzen. Warum? Weil ihr Heilsruf nicht gehรถrt und geglaubt wird, sondern auf Grenzen stรถรt. Die Kirche erfรคhrt es, daร sich Menschen ihrem Ruf versagen. Nicht sie setzt also die Grenzen, sondern sie stรถรt auf ihre Grenzen, die ihr von auรen gesetzt werden. Nun erfรคhrt die Kirche ihren Heilsruf als das richtende Gesetz รผber die Welt, als die unรผberschreitbare Grenze. Nun muร sie sich darรผber Rechenschaft geben.
Da es nun aber nicht die Kirche ist, die die Grenzen setzt, die ausschlieรt, sondern da die Welt diese Grenzen willkรผrlich setzt, sich aus der Kirche ausschlieรt, indem sie nicht hรถrt und glaubt, kann die Kirche nicht a priori10 darรผber bestimmen, wo ihre Grenzen laufen mรผssen, sondern sie wird immer nur die jeweils bereits vorhandene Grenze, die von auรen gegen sie auf- | gerichtet ist, zur Kenntnis nehmen und bestรคtigen kรถnnen. Nicht die Kirche verfรผgt darรผber, in welcher Weise sich der Unglaube gegen sie abgrenzt. Die Kirche verfรผgt nicht รผber ihre Grenzen und ihren Umfang. Darum wird die Konstatierung der Grenze jeweils eine verschiedene sein. Weil das Wissen um den Umfang nicht theoretisch zur Verfรผgung steht, sondern jeweils gewonnen werden muร, darum gibt es keine theoretischen Maรstรคbe, nach denen sie die Zugehรถrigkeit zur Kirche bestimmen kรถnnte. Gรคbe es solche, so hรคtte sich die Kirche selbst in ihrem Anspruch schon gesetzlich miรverstanden, wie im Katholizismus, in der Orthodoxie, im Pietismus. Das bringt in die Bestimmung der Grenzen der Kirche fรผr den reformatorischen Kirchenbegriff das Moment der lebendigen Entscheidung. Wo die Grenzen der Kirche liegen, entscheidet sich immer nur in der Begegnung zwischen Kirche und Unglaube, ist also ein Akt der Entscheidung der Kirche; wรผรte sie es von vornherein, dann hรคtte sie sich selbst von der Welt geschieden und wรคre dem Auftrag ihres Heilsrufes nicht getreu. Es muร ihre eigenste Entscheidung sein, eine von der Welt gezogene Grenze als solche zu erkennen und zu bestรคtigen. Sie muร entscheiden, ob und wo ihr Heilsruf auf eine letzte Grenze stรถรt. Darum kann die Frage nach der Kirchengemeinschaft nur in der autoritativen Entscheidung der Kirche konkret beantwortet werden. Dieser Entscheidungscharakter ist das schlechthin Objektive. Subjektivitรคt und Willkรผr wรคre es, wollte die Kirche von vornherein die Grenzen setzen und damit von sich aus die Scheidung vollziehen. Die scheinbare Objektivitรคt eines theoretischen Wissens um die Grenzen der Kirche ist gerade die Auflรถsung der wahren Objektivitรคt, die sich in der Entscheidung vollzieht.
Allerdings ist die Kirche nicht ohne Maรstรคbe gelassen, auf Grund deren sie die Entscheidungen allein treffen kann. Aber die Betrachtung derselben lehrt gerade die Unmรถglichkeit, | sie als gesetzlich eindeutige Kriterien fรผr die Entscheidung anzuerkennen. In dem fortgesetzten Prozeร der Entscheidungen hat die Kirche gelernt, die Taufe als eine Bestimmung ihrer Grenzen zu verstehen.11 Aber sogleich bereitet diese Umfangsbestimmung die grรถรten Schwierigkeiten. Sie ist einerseits nicht weit genug (daher alsbald die Lehre von der Begierdetaufe, Bluttaufe und so weiter12). Sie ist andererseits nicht eng genug, denn unter den Getauften sind Irrlehrer und tote Glieder, die nicht zur Kirche gehรถren kรถnnen.13 Wiederum ist die Taufe als das allen christlichen Kirchen gemeinsame Sakrament anerkannt, dessen Wiederholung beim รbertritt in eine andere christliche Kirche unerlaubt ist. Sie ist also das einende Band aller christlichen Kirchen und kann demnach nicht konstitutiv fรผr die Kirchengemeinschaft sein. Zwar kann die wahre Kirche niemals den Anspruch aufgeben, daร alle Getauften in Wahrheit zu ihr gehรถren,14 aber sie muร zugleich zugeben, daร solche da sind, die nicht in ihrer Gemeinschaft stehen. So weiร die Kirche einerseits um eine relative รคuรere Grenze, die mit der Taufe gegeben ist, und zugleich um eine innere Grenze, die nur einen Teil der Getauften umschlieรt.
Die Kirche hat gelernt, diese innere Grenze durch den Begriff der Lehre und des Bekenntnisses zu bestimmen. Das Bekenntnis der Kirche ist konstitutiv fรผr die Kirchengemeinschaft. Aber welches Bekenntnis? Die altkirchlichen Symbole?15 Die Einigungsformel von Lausanne?16 Welches Recht haben dann noch die Unterscheidungslehren der einzelnen Kirchen?
Die lutherischen Bekenntnisschriften waren der Meinung, es gebe ein gemeinsames Bekenntnisgut zwischen der lutherischen und der rรถmischen Kirche. Luther hat in den Schmalkaldischen Artikeln zu der gemeinsamen Basis die Gotteslehre, Trinitรคtslehre, Christologie gezรคhlt,17 und dennoch war es nicht mรถglich, auf Grund dieser Artikel zur Einigung zu | kommen, weil ein Dissensus in der Rechtfertigungslehre vorlag. Kรถnnte dieser Dissensus behoben werden, so wรคre die Einigung mรถglich. Entsprechend war es in der Stellung zu den Reformierten die Abendmahlslehre, die die Kirchengemeinschaft aufhob.18 Sollten nun die Dogmatiker der Bekenntnisschriften nicht gewuรt haben, daร ein Dissensus in diesen Artikeln einen totalen Dissensus an jedem Artikel zur Folge haben muรte, daร eine falsche Rechtfertigungslehre notwendig eine falsche Christologie, Trinitรคtslehre, Gotteslehre einschlieรt? Umgekehrt muรte ja ein echter Konsensus in der Christologie etwa auch einen Konsensus in der Rechtfertigungslehre einschlieรen und gerade die Kirchengemeinschaft wieder herstellen.
Unsere Frage ist nun: was bedeutet es, wenn dennoch diese Konsequenz nicht gezogen wird, wenn einerseits an einem gemeinsamen Bekenntnisgut festgehalten wird, andererseits รผber einen bestimmten Artikel die Kirchengemeinschaft auseinanderbricht?
Es bedeutet erstens, daร der Anspruch, der schon in Bezug auf die Getauften der andern Kirchen erhoben wird, nunmehr auf die Bekennenden der andern Kirchen ausgedehnt wird. Sie haben das rechte Bekenntnis, aber sie sind davon abgefallen. In Wahrheit ist das Eine Bekenntnis da, wenn es auch von der andern Kirche entscheidend falsch verstanden wird. In dieser Bestรคtigung des Bekenntnisses ist der evangelische Heilsruf aufrecht erhalten: es ist nur Ein Bekenntnis, hier ist das wahre Bekenntnis, kommt hierher! Es liegt also nichts an der Abgrenzung als solcher, das heiรt als eines Gesetzes, sondern die durch die andern Kirchen gezogene Grenze wird zwar ganz ernst genommen, aber doch nur, um nun den Heilsruf: ihr gehรถrt ja in Wahrheit zu uns, hier ist das rechte Bekenntnis! um so vernehmlicher zu machen.
Es bedeutet zweitens, daร die Kirchengemeinschaft immer etwas qualitativ totales ist. Sie ist nicht durch Aufzรคhlung | sรคmtlicher Gemeinsamkeiten, die offenbar die Differenzen รผberwiegen, zu erreichen; solange an einem Punkt ein Dissensus bleibt, ist kein Konsensus mรถglich. Sie ist geschenkte totale Einheit. Diese Einheit ist das Apriori der Kirchengemeinschaft. Sie kann nicht durch Vergleich hergestellt werden, sie muร gegebene Einheit sein. Auf Grund dieser Einheit aber sind wieder alle mรถglichen Differenzen tragbar, die notwendig entstehen mรผssen, und denen die lutherischen Bekenntnisschriften weithin Rechnung tragen. Sie sind dann durch die vorhergegebene Einheit nicht mehr kirchenspaltende Gegensรคtze. Ob diese Einheit aber vorhanden ist, ist zwar durch den vollen Konsensus in den Bekenntnissen ausgedrรผckt, aber die Bereitwilligkeit, bei der Schaffung des Bekenntnisses die theologischen Differenzen nicht zu kirchenspaltenden Gegensรคtzen werden zu lassen, sondern es zu einer einigenden Bekenntnisformulierung kommen zu lassen, das heiรt die Tatsache des Zustandekommens eines Konsensus in Bezug auf ein formuliertes Bekenntnis, ist selbst schon ein Akt der Entscheidung der Kirche und niemals logisch oder theologisch erzwingbar; das heiรt die Bekenntniseinheit einer Kirche ist ein Akt der kirchlichen Entscheidung als Glaubensentscheidung, nicht der theologischen Formulierung.
Es bedeutet drittens, daร die Feststellung des Punktes, an dem der Dissensus zum kirchenspaltenden Gegensatz wird, selbst ein Akt der kirchlichen Entscheidung ist. Warum ist von der Reformation nicht die Gotteslehre zum kirchenspaltenden Gegensatz herausgearbeitet worden? Die Entscheidung entsteht dadurch, daร die Kirche an einem bestimmten Ort den Einbruch des Feindes in besonderer Weise konstatiert und ihm daher an dieser Stelle Widerstand entgegensetzt. Ein Krieg entscheidet sich an einer begrenzten Schlacht. Wo diese Schlacht geschlagen wird, hรคngt davon ab, wo der Gegner steht. Hier muร eine Entscheidung ge- | troffen werden. Es ist daher durchaus nicht so, als mรผsse ein und derselbe Ort immer der Ort der Entscheidung bleiben. Es kann durchaus sein, daร eine Situation, die heute gefรคhrlich ist, morgen gar nicht mehr entscheidend die Kriegslage bestimmt. Es mag derselbe Artikel, der heute zur Kirchenspaltung fรผhrt, morgen nicht mehr kirchenspaltende Bedeutung haben. Das folgt gerade aus der freien Entscheidung der Reformation, ihren Gegensatz gegen Rom an einem einzigen Artikel auszutragen und alle andern Gegensรคtze ruhen zu lassen. Nur wo die Kirche selbst ihre Grenzen von vornherein gesetzlich festlegt und sich damit selbst von ihrem Auftrag zum Heilsruf lossagt, verhรคrtet sich der Gegensatz und bleibt auf einen Punkt festgelegt. Das fรผhrt zum letzten.
Es bedeutet viertens, daร ein klarer Unterschied gesehen wird zwischen der Aufgabe der Dogmatik und der des Bekenntnisses. Das Bekenntnis ist nicht eine Zusammenstellung dogmatischer Sรคtze, aus denen nun sรคmtliche Konsequenzen zu ziehen sind. Sonst wรคren die Confessio Augustana und die Schmalkaldischen Artikel die schlechtesten aller Bekenntnisse. Denn die dogmatische Inkonsequenz einer Isolierung der Rechtfertigungslehre ist offenbar. Sonst mรผรte ferner jede Differenz an irgendeinem Lehrpunkt notwendig kirchenspaltend werden. Jede theologische Schule mรผรte zu einer eigenen Kirche werden. Daร dies nicht so ist, einfach die Tatsache als solche, ist ein Beweis fรผr die Einsicht, daร die Frage der Kirchengemeinschaft nicht von der Theologie allein, sondern durch eine kirchliche Entscheidung beantwortet werden muร. Nicht um die Theologie scharen sich die Glรคubigen, sondern um das Bekenntnis. Jede Verwechslung ist hier gefรคhrlich. Die Theologie liefert der ganzen Armee die Waffen, damit sie jederzeit und an jedem etwaigen Ort schlagbereit ist. Der Kampf nach auรen aber wird nicht mit der Theologie, sondern mit dem Bekenntnis gefรผhrt. Sonst verfiele man der | Orthodoxie, man wรผrde gesetzlich, man wรผรte von vornherein um die Grenzen der Kirche und beraubte sich der Freiheit der kirchlichen Entscheidung. Das Bekenntnis ist auf Grund der Theologie von der Kirche vollzogene Entscheidung รผber ihre Grenzen. Es ist nicht Darstellung des Lehrganzen, sondern auf Grund des Lehrganzen getroffene Entscheidung der Kirche, an einem bestimmten Ort den Kampf aufzunehmen. Im Bekenntnis wird die Theologie durch kirchliche Entscheidung aktuell. In der Beschrรคnkung, die das Bekenntnis von dem Lehrganzen unterscheidet, liegt immer zugleich der Anspruch der Kirche auf die Bekenntniseinheit mit den Dissentierenden, zu der diese zurรผckgerufen werden sollen, liegt die Bestรคtigung dessen, daร nicht die Kirche selbst die Grenzen zieht, sondern daร sie nur die ihr von auรen gezogenen Grenzen anerkennt, liegt damit die Mรถglichkeit, den unbegrenzten Heilsruf der Kirche weiter zu verkรผndigen.
Es ergibt sich also, daร auch das vorhandene Bekenntnis nicht geeignet ist, den Umfang der Kirche definitiv zu bestimmen. Die Grenze zwischen schulspaltenden und kirchenspaltenden Gegensรคtzen ist grundsรคtzlich nicht festzulegen. So kรถnnen die Tatsachen der Taufe, des gemeinsamen Bekenntnisgutes in den Symbolen, kรถnnen die Artikel der Differenz immer nur als Material der jeweiligen kirchlichen Entscheidung รผber den Umfang der Kirche dienen. Die Grenze selbst aber liegt nicht in der Verfรผgung der Kirche, sondern muร in der Entscheidung bestรคtigt werden. In dieser letzten Offenheit der Entscheidung ist allein die Mรถglichkeit gewahrt, daร aus kirchenspaltenden Gegensรคtzen Schulgegensรคtze werden und umgekehrt.
Da die Grenze der Kirche von auรen gezogene Grenze ist, kann sie so vielgestaltig sein, wie es die Feindschaft gegen das Evangelium ist. Es ist etwas anderes, ob die Welt oder ob eine antichristliche Kirche oder ob eine โandere Kircheโ | diese Grenze bildet. Nur theologischer Doktrinarismus kann diese Unterschiede leugnen. Die Reformation hat sie sehr deutlich anerkannt; man bedenke nur die verschiedene Stellung der Lutheraner zur rรถmischen und zur griechischโorthodoxen Kirche.19 Die Unterscheidung zwischen antichristlicher Kirche und โanderer Kircheโ ist aber wiederum nicht eindeutig theologisch feststellbar, sondern Sache der kirchlichen Entscheidung. Es kann wohl sein, daร sich theologisch dieselben Irrlehren hier wie dort nachweisen lassen, und daร dennoch die eine Kirche antichristlich und die andere eben nur โandere Kircheโ ist. Dann muร mit der ersten jegliche Gemeinschaft abgebrochen werden, wรคhrend mit der andern das Gesprรคch noch fortgeht und eine Gemeinschaft auf Hoffnung erhalten bleibt. Daran wird deutlich, daร auรer der Irrlehre noch ein anderer Faktor vorhanden ist, der die Entscheidung bestimmt. Ganz deutlich wird das dort, wo eine Kirche erklรคrt, das Bekenntnis anzuerkennen, sich keiner Irrlehre schuldig macht, um auf diesem unverdรคchtigen Wege den Kampf gegen die wahre Kirche nur um so zielbewuรter zu betreiben. Die rechte Lehre wird hier in demselben Augenblick Irrlehre, als sie im Kampf gegen die wahre Kirche gebraucht wird. Um noch einmal im Bild zu reden: in solchem Falle desertieren die Offiziere mit ihren Waffen und Mannschaften und gehen ins feindliche Lager รผber. Sie haben nun dieselben Waffen wie die von ihnen verratene Armee, aber sie richten sie jetzt gegen ihre einstmaligen Freunde.
Es ist ein entscheidender Unterschied, ob die Irrlehre der wahren Kirche mit offenem Vernichtungswillen gegenรผbertritt, oder ob sie kampflos neben ihr steht. Im ersten Falle stehen sich wahre und falsche Kirche gegenรผber mit dem beiderseitigen Willen, der Tod der andern zu sein. Hier ist Kampf um Leben und Tod. Hier gibt es keine Gemeinschaft. Hier erkennt die wahre Kirche den Antichristen.20 Im anderen | Falle weiร die wahre Kirche um irrende Kirchen, die keineswegs den Vernichtungswillen gegen die wahre Kirche haben, die selbst mittragen an dem Geheimnis der Zerrissenheit der Kirche, mit denen die wahre Kirche also in gemeinsamem Schuldbekenntnis steht. Hier kann in Anknรผpfung an das gemeinsame Bekenntnisgut die Einheit wieder gesucht werden. Dies etwa ist die Lage in der รถkumenischen Arbeit. Wir lernen daraus, daร auch die Kirchengemeinschaft entsprechend den Grenzen der Kirche verschiedene Formen hat: Von der vollen Gemeinschaft an Wort und Sakrament, die im BekenntnisโKonsensus Ausdruck findet, zu einer Gemeinschaft, die auf Grund des gemeinsamen Besitzes im Glauben gesucht wird. Es wรคre ebenso falsch, diese Gemeinschaft a limine21 abzulehnen und zu leugnen, wie sie der vollen Kirchengemeinschaft gleichzustellen. Sie ist einerseits kirchliches Faktum, andererseits Notstand, รbergang, der entweder zur vollen Gemeinschaft oder zur Trennung fรผhren muร. Weil aber die Kirche nicht a priori zu erklรคren vermag, wo solche Gemeinschaft oder definitive Trennung besteht, darum muร sie die jeweilige Situation ernst nehmen und es Gott anheim stellen, aus ihr zu machen, was ihm gefรคllt, und auf die Stunde der Entscheidung warten.
Ist es klar, daร die Frage nach der Kirchengemeinschaft allein durch kirchliche Entscheidung beantwortet werden kann, so muร nun gesagt werden, daร diese kirchliche Entscheidung in keinem Fall ausbleiben darf. Sie wird Schritt fรผr Schritt den Kampf der Kirche begleiten. Sie wird zwar immer das โfremde Werkโ22 der Kirche bleiben. Aber es muร getan werden, weil sonst ihr eigentliches Werk nicht mehr getan werden kann. Die Entscheidung รผber ihre Grenze ist zuletzt ein barmherziger Akt der Kirche, sowohl an ihren Gliedern, wie an denen drauรen. Es ist die letzte, die โfremdeโ Mรถglichkeit, den Heilsruf vernehmlich zu machen. |
II23
Die Barmer Bekenntnissynode hat die Lehre der Deutschen Christen in ihren entscheidenden Punkten als Irrlehre verworfen.24 Diese Verwerfung bedeutet, daร diese Irrlehre in der Kirche Jesu Christi keinen Raum hat. Die Dahlemer Bekenntnissynode hat es auf ihre Verantwortung genommen, zu erklรคren, daร sich die Reichskirchenregierung durch Lehre und Tat selbst von der christlichen Kirche geschieden habe.25 Sie hat also nicht aus der Kirche ausgeschlossen, sondern eine vollzogene Tatsache festgestellt. Zugleich hat sie eine eigene Kirchenleitung gebildet und den Anspruch erhoben, die rechte Kirche Jesu Christi in Deutschland zu vertreten.26 Seitdem erkennt sich die Bekennende Kirche in der Verantwortung und dem Auftrag die eine, wahre Kirche Jesu Christi in Deutschland zu sein. Das ist kirchengeschichtliches Faktum.
Was bedeutet es? Was hat man damit gesagt? Um diese Frage dreht sich heute alles in der Bekennenden Kirche. Es genรผgt zur Beantwortung keinesfalls, den ohnehin vergeblichen und niemals zur Gewiรheit fรผhrenden Versuch zu machen, nach der Meinung derjenigen zu fragen, die fรผr diesen synodalen Beschluร verantwortlich waren. Nehmen wir diesen Spruch der Synode รผberhaupt ernst, so bekennen wir, daร Gott der Herr selbst dafรผr verantwortlich sein will. Dann aber muร der Spruch genommen werden, wie er ergangen ist, und es muร nach dem Willen Gottes in ihm gefragt werden. Unter der Voraussetzung also, es sei hier in aller menschlicher Schwachheit und Meinungsverschiedenheit, durch allerlei menschliche Stimmungen, รngstlichkeiten und Verwegenheiten hindurch das Wort des Herrn der Kirche laut geworden, als die Synode erklรคrte, die Reichskirchenregierung habe sich von der Kirche Jesu Christi geschieden, mรผssen wir fragen, was dies Wort bedeutet. Wer diese Voraussetzung nicht teilt, redet nicht von Barmen und Dah- | lem als von christlichen Synoden, teilt nicht die Voraussetzungen der Bekennenden Kirche. Es steht wahrhaftig schlimm, wenn heute in weiten Kreisen der Bekennenden Kirche, mehr noch bei Pfarrern als bei Laien, hier eigenwillig und zuchtlos geredet wird. Hinter Barmen und Dahlem kรถnnen wir nicht darum nicht mehr zurรผck, weil sie geschichtliche Tatsachen unserer Kirche sind, denen wir Pietรคt zu erweisen hรคtten, sondern weil wir hinter Gottes Wort nicht mehr zurรผckkรถnnen.
Die Frage ist also: Was hat Gott รผber seine Kirche und ihren Weg gesagt, wenn er durch Barmen und Dahlem gesprochen hat? Die Reichskirchenregierung hat sich von der christlichen Kirche geschieden. Die Bekennende Kirche ist die wahre Kirche Jesu Christi in Deutschland. Was heiรt das? Es heiรt unzweifelhaft, daร eine definitive Grenze zwischen der Reichskirchenregierung und der wahren Kirche Christi erkannt und bestรคtigt worden ist. Die Reichskirchenregierung ist hรคretisch. Heiรt das aber, daร damit der Amtstrรคger, der diesem verworfenen Kirchenregiment weiterhin Gehorsam leistet, demselben Urteil verfรคllt? Hat sich jeder deutschโchristliche Pfarrer von der Kirche Jesu geschieden? Weiter: Mรผssen wir auch die Deutschen Christen unter den Gemeindemitgliedern, mรผssen wir jede Gemeinde, die ihren deutschโchristlichen Pfarrer ohne Widerspruch trรคgt, als von der christlichen Kirche geschieden ansehen? Kann der Pfarrer der Bekenntniskirche die deutschโchristlichen Glieder der Gemeinde als seine Gemeindeglieder ansprechen? Wird er Amtshandlungen ohne Unterschied an Gliedern der Bekenntniskirche und an Deutschen Christen ausรผben dรผrfen? Wo laufen die Grenzen der Gemeinde fรผr den Bekenntnispfarrer? Gibt es hier einen grundsรคtzlichen Unterschied zwischen Kirchenleitung und Gemeinde? Und weiter: Wie steht es mit den sogenannten Neutralen?27 Schlieรlich: Macht sich jetzt jeder, der in gemeinsamer kirchlicher oder gar kirchenregi- | mentlicher Arbeit mit den Deutschen Christen steht, an der kirchenzerstรถrenden Sรผnde derselben mitschuldig? Gilt das Dahlemer Urteil auch den Kirchenausschรผssen28? Gilt es all denen, die diesen gehorchen? Zusammenfassend: Muร die Scheidung, die zwischen Reichskirchenregierung und der Kirche eingetreten ist, sich nun konsequent auf all die genannten anderen ebenso erstrecken? Eine Antwort muร gegeben werden. Die Gemeinde muร wissen, wohin sie hรถren darf und wohin nicht. Der Pfarrer muร wissen, wie er sein Amt recht versehen soll. Pfarrer und Gemeinden wissen das heute weithin nicht und kรถnnen es nicht wissen, weil es ihnen nicht gesagt wird.
Es wรคre gewiร der einfachste Weg, entweder in Bausch und Bogen all die genannten Konsequenzen zu ziehen, oder aber bei Dahlem stehen zu bleiben und keinerlei Konsequenzen daraus zu ziehen. Beide Wege sind nach allem vorher Gesagten gleich unkirchlich. Mit Konsequenzenmachen ist nichts geholfen, weil das Wort Gottes nicht Konsequenzen, sondern Gehorsam will. Keinerlei Konsequenzen ziehen aber kann bewuรter Ungehorsam gegen das Wort sein. Es muร also jede einzelne Frage geprรผft und Schritt fรผr Schritt die Entscheidung gesucht werden. So ist zum Beispiel eine gewisse Klรคrung erreicht hinsichtlich der deutschโchristlichen Amtstrรคger. Die Bekenntniskirche hat in Gemeinden, in denen nur solche Amtstrรคger sind, dafรผr Sorge getragen, daร durch Vikare oder Pfarrer die rechte Verkรผndigung und das rechte Amt gewahrt bleibe. Sie hat Notpfarrรคmter29 eingerichtet und damit zum Ausdruck gebracht, daร der deutschโchristliche Amtstrรคger seines Amtes verlustig gegangen ist. Nicht ist etwas derartiges geschehen gegenรผber den Neutralen. Ganz anders ist auch die Stellung gegenรผber den Gemeinden. Gerade mit der Einrichtung von Notpfarrรคmtern ist ja der volle Anspruch auf die Gemeinde durch die Bekennende Kirche ausgesprochen. Vรถllig unklar ist noch die Stellung zu | den Ausschรผssen und den der Bekenntniskirche zugehรถrenden Mitgliedern derselben, zu Pfarrern, die den Ausschรผssen Gehorsam leisten. Diese Unklarheit ist verderblich. Bevor hierzu einiges gesagt werden soll, mรผssen wir die Lage noch von einer anderen Seite her betrachten.
Wรคhrend sich also auf der einen Seite ein fortgesetzter Trennungsprozeร vollzieht, ereignet sich auf der anderen Seite eine hรถchst bedeutsame Annรคherung der Kirchen lutherischen und reformierten Bekenntnisses. Seit Barmen sprechen Lutheraner und Reformierte gemeinsam in synodalen Erklรคrungen. Einstmals kirchenspaltende Bekenntnisgegensรคtze machen es nicht mehr unmรถglich, eine Bekenntnissynode zu bilden, freilich Synoden ohne gemeinsamen Abendmahlsgang. Das ist zunรคchst als Faktum zur Kenntnis zu nehmen. Natรผrlich erhebt sich Widerspruch von konfessioneller Seite.30 Aber das Faktum steht da, und es bleibt Gott anheim gestellt, was er daraus machen will.
Es kann ja mit keinem Mittel des Bekenntnisses bestritten werden, daร mit diesem Faktum, mit der Anerkennung โgleichberechtigter Bekenntniskirchenโ31 die Augustana bereits in entscheidender Weise verlassen ist. Vor dem Buchstaben der lutherischen Bekenntnisschriften kann die Bekenntnissynode nicht bestehen. Wie ist es zu begreifen, daร trotz fortgesetzter Belehrung hierรผber die Bekenntnissynoden zustande kamen, daร sich bewuรt lutherische Theologen daran beteiligten?32 Es muร zunรคchst bei der Feststellung des Tatsรคchlichen bleiben, daร die Bekenntnissynode existiert, und es gibt angesichts derselben nur eine doppelte Haltung, entweder man verwirft a limine diese Synoden von der Augustana her oder man nimmt sie staunend und demรผtig hin und stellt es Gott anheim, daraus zu machen, was ihm gefรคllt.33
Jedenfalls bleibt die gegenwรคrtige Situation fรผr die Frage nach der Kirchengemeinschaft bedeutsam und lehrreich genug. Auf der einen Seite fรผhrt die unerbittlich konsequente | Anwendung des Lehrbegriffs zur Kirchenspaltung, auf der anderen Seite findet eine offenkundige Vernachlรคssigung des Lehrbegriffs statt, und eine Kirchengemeinschaft, die von entscheidenden bisher kirchenspaltenden Lehrgegensรคtzen absehen zu dรผrfen meint, hat sich bereits angebahnt. Dรคchten wir uns einmal die unerbittlich konsequente Anwendung des Lehrbegriffs, wie sie gegen die Deutschen Christen geรผbt wird, etwa gegen die Reformierten gerichtet, so wรคre theoretisch wohl denkbar, daร von der Abendmahlslehre oder der Christologie [her] auch hier die alten kirchenspaltenden Gegensรคtze wieder aufbrรคchen. Analog kรถnnte ein Nachlaร an Konsequenz eine gemeinsame Basis mit den Deutschen Christen schaffen. So jedenfalls muร der konfessionellen Orthodoxie die Lage erscheinen. Was liegt dieser absurden Mรถglichkeit zugrunde? Wird hier mit der Kirchengemeinschaft unlauteres Spiel getrieben?
Hierzu kommt eine weitere Verwicklung. Die Bekenntniskirche ist der รkumene begegnet. Diese Begegnung hat bisher zwei charakteristische Ergebnisse gezeitigt. Die รkumene hat in Anwesenheit von Vertretern der Bekennenden Kirche in Fanรถ 1934 die โPrinzipien und Methodenโ des deutschโchristlichen Kirchenregiments als โmit dem Wesen der Kirche Christi unvereinbarโ erklรคrt.34 Sie hat durch Wahl eines Vertreters der Bekennenden Kirche in den รถkumenischen Rat die Mitarbeit derselben erbeten und hat deren Zusicherung bekommen. Jedoch hat bisher die Bekennende Kirche noch auf keine รถkumenische Konferenz offizielle Vertretungen entsandt. Der Grund hierfรผr muร in der Anwesenheit von Vertretern der Reichskirchenregierung liegen, mit denen fรผr die Bekennende Kirche ein Gesprรคch auch auf neutralem Boden nicht mehr mรถglich ist. Wรคhrend also ein Gesprรคch mit anderen, irrenden โKirchenโ mรถglich wรคre, ist solche Mรถglichkeit zwischen Reichskirche und Bekenntniskirche nicht mehr gegeben. Es wรคre unzweifelhaft unschwer, | die Irrlehren der Deutschen Christen in vielen anderen Kirchen ebenso nachzuweisen. Dennoch erkennt die Bekenntniskirche einen qualitativen Unterschied.
Dies alles muร dem Orthodoxen wie dem grundsรคtzlich Bekenntnislosen gleich unbegreiflich und widerspruchsvoll erscheinen. Der Orthodoxe begreift nicht, wie es mรถglich sein soll, die Sรคtze des Bekenntnisses in verschiedener Weise zu handhaben. Er begreift nicht die Offenheit der Lutheraner der Bekenntniskirche gegen die Reformierten oder die รkumene. Der Bekenntnislose, unter ihnen die groรe Zahl der vom Pietismus und der liberalen Theologie bestimmten Pfarrer, begreift umgekehrt nicht die Sturheit der Anwendung des Lehrbegriffs gegen die Deutschen Christen.
Zwischen der Szylla der Orthodoxie und der Charybdis der Bekenntnislosigkeit hindurch35 geht die Bekennende Kirche ihren sicheren Weg. Sie trรคgt die Last der Verantwortung, die wahre Kirche Jesu zu sein. Sie ruft: Hier ist die Kirche! kommt hierher! Indem sie das ruft, stรถรt sie auf Feinde und auf Freunde. Wo sie Feinde erkennt, dort bestรคtigt sie die ihr gezogenen Grenzen konsequent und kompromiรlos. Wo sie Freunde erkennt, findet sie gemeinsamen Boden und wird bereit zum Gesprรคch in der Hoffnung auf Gemeinschaft. Ob Freund oder Feind wird die Kirche am Bekenntnis erkennen, aber das Bekenntnis ist nicht letzter, eindeutig zu handhabender Maรstab. Die Kirche muร entscheiden, an welchem Ort der Feind steht. Weil er einmal bei der Abendmahlslehre, ein anderes Mal bei der Rechtfertigungslehre, ein drittes Mal bei der Lehre von der Kirche stehen kann, darum muร die Kirche entscheiden. Und indem sie entscheidet, bekennt sie. Die Orthodoxie verwechselt theologisches System und Bekenntnis. Die Bekenntnislosen verwechseln das Bekenntnis der Kirche mit dem Zeugnis der Frรถmmigkeit. Es wรคre sehr viel leichter, wenn die Bekenntniskirche hier einlinig denken kรถnnte. Sie wรผrde aber damit | ihrem Auftrag untreu, den Heilsruf auszurichten, indem sie offen und begrenzt zugleich ist.
Ist es damit klar, daร die Entscheidungen รผber die Grenzen der Kirche nur von Fall zu Fall getroffen werden kรถnnen, so bedarf es noch einer kurzen Erwรคgung der vorher konkret gestellten Fragen.
1.36 Daร der deutschchristliche Amtstrรคger sich von der Kirche geschieden habe, ist eine Erkenntnis, die nur noch der synodalen Bestรคtigung bedurfte. Nur wenn eindeutig erklรคrt wird, daร er des Amtes tatsรคchlich verlustig gegangen ist, ist nach lutherischer Lehre die Mรถglichkeit gegeben, ein Notpfarramt einzurichten, das anderenfalls ein unerlaubter Eingriff in ein fremdes Amt wรคre, wovor Luther nicht ernst genug warnen konnte.37 Hand in Hand damit mรผรte die Weisung an die Gemeinden gehen, sich um des Wortes Gottes und ihrer Seelen Seligkeit willen von allen Amtshandlungen eines Irrlehrers fernzuhalten und lieber ohne Predigt und Sakrament zu leben und zu sterben als zum Irrlehrer zu gehen.
2. Es muร in dieser Sache ein Unterschied gemacht werden zwischen Amtstrรคgern und Gemeindegliedern, Verfรผhrern und Verfรผhrten. Es ist unmรถglich, mit dem Ausschluร des Amtstrรคgers schon den Ausschluร der Gemeinde zu konstatieren. Die lutherischen Bekenntnisschriften haben nicht den einzelnen Katholiken, sondern den Papst, das heiรt das Kirchenregiment fรผr den Antichristen erklรคrt.38 Dementsprechend hat die Dahlemer Synode gesprochen. Das Kirchenregiment ist hรคretisch geworden. Damit ist aber der Anspruch auf die Gemeinden keineswegs aufgegeben. Vielmehr muร den Gemeinden zu rechten Amtstrรคgern verholfen werden. Freilich ist auch die Gemeinde selbst dazu berufen, รผber falsche Lehre zu urteilen.39 Tut sie das nicht, beharrt sie trotz Warnung und Mahnung beim Irrlehrer, so wird auch hier nach einer Zeit der Geduld eine Grenze konstatiert und die | Kirchengemeinschaft als aufgehoben betrachtet werden, und dies mit allen Konsequenzen von Verweigerung von Amtshandlungen40 und so weiter. Dies ist der letzte Akt der Barmherzigkeit der Kirche an der Gemeinde, der letzte Ruf zur Gemeinschaft, das โfremde Werkโ, durch das der Heilsruf ausgerichtet wird. Es ist aber auch eine Verpflichtung der Kirche gegenรผber dem Amt, das durch die Verschleuderung des Sakramentes sonst tรคglich schuldig wird.
3. Einer klaren Entscheidung kann sich die Bekennende Kirche auch nicht lรคnger entziehen gegenรผber den Kirchenausschรผssen. Das Wort der Synode von Oeynhausen genรผgt nicht.41 Es ist nicht einzusehen, worin sich die Kirchenleitung der Ausschรผsse von der Reichskirchenregierung unterscheidet. Es ist unzweifelhaft, daร sie der wahren Kirchenleitung gefรคhrlicher ist, als die Reichskirchenregierung. Es ist von der Bekenntnissynode ausgesprochen worden, daร diese Kirchenleitung nicht anerkannt werden kann, aber es ist bisher das eindeutige Verbot, sich an ihr zu beteiligen, nicht ausgesprochen worden. Das schafft Verwirrung. Wo die Grenzen erkannt sind, mรผssen die praktischen Folgen gezogen werden. Wie sich ein Glied der Bekenntniskirche, das der Reichskirchenregierung beitreten wรผrde, von der Kirche Jesu ausschlรถsse, so tut nach der in der Oeynhausener Synode ausgesprochenen grundsรคtzlichen Erkenntnis derjenige dasselbe, der an der kirchenleitenden Arbeit der Ausschรผsse teilnimmt. Daraus folgt aber notwendig das Verbot solcher Teilnahme. Nichts anderes gilt fรผr die Amtstrรคger, die sich den Ausschรผssen unterstellen. Es ist auch nicht gut, an Kandidaten zu praktizieren, was man den Pfarrern durchgehen lรครt.42 Je lรคnger die Kirchenleitung sich der ihr aufgelegten Entscheidung entzieht, je mehr verwirrt sie die Gemeinden, je unbarmherziger ist sie gegen die Pfarrer, und je weniger kann sie ihren eigenen Ruf ausrichten.
4. Ein besonderes Problem sind die Neutralen. Zunรคchst ist | zu sagen, daร es in Wirklichkeit keine Neutralen gibt. Sie gehรถren eben auf die andere Seite. Aber subjektiv wollen sie neutral sein. Eine eindeutige Stellung zu ihnen ist darum nicht mรถglich, weil ihre eigene Stellung nicht eindeutig ist, weil die von ihnen gegen die wahre Kirche gezogene Grenze undeutlich ist. Jesus Christus hat รผber die Neutralen das doppelte Wort gesprochen: Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich (Matthรคus 12,30) und: Wer nicht wider uns ist, der ist fรผr uns (Markus 9,40). Weder kรถnnen die Neutralen das zweite Wort allein fรผr sich in Anspruch nehmen, noch kann die Kirche das erste allein gegen sie wenden. Aber es wird immer wieder bezeugt werden mรผssen, daร die Neutralen in eben dieser durch die beiden Worte bezeichneten fragwรผrdigen Situation sind. Wird freilich die Neutralitรคt zum Prinzip erhoben, dann wird die Mรถglichkeit in Sicht kommen, das erste Wort allein zu sagen. Denn dort ist bereits eine eindeutige Stellung auรerhalb der Kirche bezogen und die Grenze gegen den Anspruch der wahren Kirche deutlich aufgerichtet.
Es kann nicht der Sinn dieser kurzen Bemerkungen sein, die Entscheidung der Kirche vorwegzunehmen. Aber es muร der Sinn sein, die Kirchenleitung daran zu erinnern, daร sie diese Entscheidungen treffen muร. Indem sie es Schritt fรผr Schritt tut, wird sie das fremde Werk tun, um das eigentliche Werk recht treiben zu kรถnnen. Die Aufhebung der Gemeinschaft ist das letzte Angebot der Gemeinschaft.43
III
Extra ecclesiam nulla salus.44 Die Frage nach der Kirchengemeinschaft ist die Frage nach der Heilsgemeinschaft. Die Grenzen der Kirche sind die Grenzen des Heils. Wer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heil.45 Das ist die Erkenntnis, die sich der wahren Kirche von jeher aufgezwungen hat. Das ist ihr | demรผtiges Bekenntnis. Wer die Frage nach der Bekenntniskirche von der Frage nach seinem Seelenheil trennt, begreift nicht, daร der Kampf der Bekennenden Kirche der Kampf um sein Seelenheil ist.
Ist das nicht die rรถmische Irrlehre von der Kirche? Sofern die rรถmische Lehre das Heil nicht ohne die Kirche und die Kirche nicht ohne das Heil denken kann, ist sie im Recht. Sofern fรผr sie aber der Satz, daร es Heil nur in der Kirche gebe, etwas anderes bedeutet, als den Ruf zur sichtbaren Kirche, sofern also dieser Satz nicht eine existentielle Aussage des Glaubens der wahren Kirche, sondern eine theoretische Wahrheit รผber Gerettete und Verlorene sein soll, sofern er etwas anderes ist als Gnadenangebot, Heilsgut, ist er verwerflich. Dann ist er aus einem Glaubenssatz zu einem spekulativen Satz geworden. Extra ecclesiam nulla salus ist im strengen Sinne eine Glaubensaussage. Der Glaube ist an die Heilsoffenbarung Gottes gebunden. Von hier aus weiร er von keinem anderen Heil als von dem Heil in der sichtbaren Kirche. Von hier aus ist er nicht frei, das Heil Gottes anderswo zu suchen als dort, wo die Verheiรung gegeben ist. Heil jenseits der Kirche ist fรผr ihn grundsรคtzlich nicht erkennbar und kann darum auch niemals ein Lehrpunkt werden. Das Heil wird allein an der Verheiรung erkannt.46 Die Verheiรung aber hat die Verkรผndigung des lauteren Evangeliums.
Wie aber, wenn nun in einer einzelnen Gemeinde der rรถmischen Kirche oder [der] Reichskirche das Evangelium lauter verkรผndigt wรผrde? Ist dann nicht auch dort wahre Kirche? Es gibt keine lautere Verkรผndigung des Evangeliums unabhรคngig von der Gesamtkirche. Und wenn einer das Evangelium so lauter verkรผndigte wie der Apostel Paulus und er wรคre dem Papst oder der Reichskirchenregierung gehorsam, so wรคre er ein Irrlehrer und ein Verfรผhrer der Gemeinde.47
Wie aber, wenn in der anderen Kirche Menschen sind, deren Frรถmmigkeit und Christlichkeit unter Beweis gestellt worden | ist? Wie steht es mit den guten Christen auf der anderen Seite? Ist es nicht unbarmherzig und unchristlich, รผber sie das Urteil zu sprechen? Ist es nicht unertrรคglich pharisรคisch, ihnen gegenรผber den Anspruch zu vertreten, allein die Kirche zu sein? Das ist Richtgeist, hรถren wir sagen.48 Es liegt etwas von Empรถrung gegen den Anspruch der Kirche in dieser Frage und sie ist mitten in der Bekennenden Kirche zu Haus. Sie ist es, die sie zur Zeit von innen her zersetzt. Die Antwort beginnt mit der Gegenfrage. 1. Warum sind diese christlichen Menschen bei den Deutschen Christen und nicht bei der wahren Versammlung der Glรคubigen?49 Warum kommen sie nicht dorthin, wo der Ruf der wahren Kirche ergeht? Warum? Weil es nicht wichtig genug ist, zu welcher Kirche sie gehรถren? Weil sie an ihrer Frรถmmigkeit und Heiligkeit genug haben? Heiรt das ein guter Christ sein? 2. Woher wissen wir denn, wer ein guter Christ sei, und wer nicht? Bin ich Richter รผber die Christlichkeit der anderen? Ist nicht dies ein viel unertrรคglicherer Richtgeist, der sich anmaรt, den anderen ins Herz zu sehen? Ist nicht diese angebliche Christenliebe, die keinen Frommen vom Heil ausschlieรen will, unerhรถrteste Hybris und tiefster Menschenhaร, weil sie die verborgenen Gerichte Gottes รผber die Seele des Einzelnen vorwegnimmt? 3. Wer beruft eigentlich die Kirche? Der Heilige Geist durch sein Wort und Sakrament? Oder ich mit meinem Urteil รผber gute oder schlechte Christen? Das ist furchtbare Lรคsterung, die in der Frage dieser liebevollen Christen liegt, daร sie die Kirche Gottes selbst grรผnden, sammeln und begrenzen wollen, und damit die wahre Kirche des Wortes zerstรถren und verleugnen.
Es muร immer wieder gesagt werden, daร es kein Werk der Barmherzigkeit der Kirche ist, ihre Grenze zu verleugnen. Die wahre Kirche stรถรt auf Grenzen. Indem sie sie anerkennt, tut sie das Werk der Liebe zu den Menschen, indem sie der Wahrheit die Ehre gibt.50 Extra ecclesiam nulla salus. Ist die- | ser Satz gewiร, dann muร der andere hinzugefรผgt werden, der in der Gotteslehre seine Analogie hat. Gott ist zwar รผberall, aber โer will nicht, daร du ihn รผberall tappestโ.51 Es ist ein Unterschied zwischen der Gegenwart Gottes und seiner Erkennbarkeit. So gewiร allein der erkannte Gott unser Gott ist, und der nicht erkannte Gott niemals unser Gott sein kann, so gewiร muร doch diese Unterscheidung erhalten bleiben, gerade als Aussage des Glaubens, der sich an den offenbaren Gott hรคlt und darin die Einzigartigkeit und Wunderbarkeit der Offenbarung preist. So kann nun auch von der Kirche gesagt werden: Sie wird nirgends erkannt als dort, wo die Verheiรung Gottes ruht, in der sichtbaren Kirche. Nur dort ist sie unsere Kirche. Aber der Glaube, der seines Heils in der sichtbaren Kirche allein gewiร geworden ist, preist die Wunderbarkeit dieses Heils gerade darin, daร er nun auch noch von einem Sein der Kirche jenseits der offenbaren Heilskirche zu reden wagt. Niemals kann er das tun, um das alleinige Heil durch die sichtbare Kirche aufzuheben, niemals auch um dieses oder jenes frommen Menschen willen, der abseits steht, niemals um nun selbst zu urteilen und zu erkennen, wo diese โKirche jenseitsโ ist. Sie bleibt unerkannt, geglaubt von der Heilskirche, um die Herrlichkeit der erkannten Heilsoffenbarung um so hรถher zu preisen. Wehe denen, die aus dieser letzten Glaubensmรถglichkeit der Kirche, die aus dem Glauben lebt: Extra ecclesiam nulla salus, eine Voraussetzung ihrer frommen Spekulation รผber Gerettete und Verlorene machen. Nicht dies ist unser Auftrag. Vielmehr gilt es, von der Anfechtung solcher Fragen zu fliehen zum offenbaren Heil Gottes in der wahren Kirche.
Die Frage nach den Grenzen der Kirche kann dem Glauben zu Anfechtung werden. Sie soll ihm aber allein dienen zur Gewiรheit. Es ist Sache der Kirche, dies immer deutlich zu machen und in jeder Entscheidung รผber ihre Grenze die Gemeinde ihres Heils gewisser werden zu lassen.
19.2. HELMUT GOLLWITZERS STELLUNGNAHME ZU BONHOEFFERS AUFSATZ52
โZur Frage der Kirchengemeinschaft.โ I.53 Hinweise und Bedenken.
Die heftige Diskussion, die der Aufsatz von Dietrich Bonhoeffer im Juniheft der โEvangelischen Theologieโ54 hervorgerufen hat, weist auf die Dringlichkeit der Frage hin, von der die ganze heutige Kirche bewegt ist โ und noch mehr bewegt werden wird, wenn der Druck von auรen die einzelnen Teile der christlichen Kirche noch mehr aneinander drรคngt. Nachdem das Gesetz zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 noch einmal die ganze Frage durch Vereinigung der streitenden โGruppenโ aus der Welt schaffen wollte,55 hat selbst der Reichskirchenausschuร in einem Punkt auf diese Einigung verzichten mรผssen und zwischen Kirche und Thรผringer Deutschen Christen den Trennungsstrich gezogen,56 โ eine Trennung freilich, deren Ernst und Wahrhaftigkeit zur Zeit von den Thรผringer Deutschen Christen mit beachtlichen Einwรคnden bestritten wird1). So sind auch die Ausschรผsse in die Problematik | der Frage, die sie umgehen wollten, hereingezogen. Gerade die Dringlichkeit der Frage aber lรครt es nรถtig erscheinen, einige Miรverstรคndnisse, die gegenรผber den Bonhoefferschen Ausfรผhrungen entstanden sind, zu klรคren und andererseits einige Bedenken nicht zu unterdrรผcken.
Die Entscheidungen des Aufsatzes von Bonhoeffer fallen in seinem ersten Teil. Was dort gesagt wird, fรผhrt โ auch fรผr das konfessionelle Problem โ wirklich weiter und kann nicht genug beachtet werden. Leider ist es zu wenig beachtet worden. Die Kritik an einzelnen Sรคtzen Bonhoeffers hat gezeigt, eine wie seltene Kunst das gerechte Lesen und Verstehen im Zusammenhang ist. Mancher Leser scheint, als er bei dem dritten Teil des Aufsatzes angelangt war, den ersten schon vergessen gehabt zu haben und wuรte nicht mehr, daร dieser letzte Teil nur in dem vom ersten abgesteckten Rahmen verstanden werden darf. Es wurden Isolierungen vorgenommen, die um so unerwarteter sind, als Bonhoeffer selbst sofort nach dem besonders inkriminierten Satz sein Verstรคndnis zu sichern sucht. Dieser Satz ist Bonhoeffers Auslegung von extra ecclesiam nulla salus: โWer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heilโ (Seite 23157). Zu unterstreichen ist โwissentlichโ, โ das heiรt in klarer Entscheidung gegen das Bekenntnis der Bekennenden Kirche. Bonhoeffer betont, das sei nicht seine Erfindung, sondern โvon jeherโ habe die Kirche das so gemeint. Er hat Recht damit. Die Frage nach der wahren Kirche ist von der Frage nach dem Seelenheil nicht zu trennen. Um articuli fundamentales,58 um heilsnotwendige Sรคtze des christlichen Glaubens geht es, oder der Kirchenkampf war ein Pfaffengezรคnk.59
Bonhoeffers Satz ist nicht โgesetzlichโ zu verstehen: Nicht umsonst wurde zu Anfang von Bonhoeffer festgestellt, daร die Frage nach dem Umfang der Kirche aus einem gesetzlichen Kirchenbegriff stamme (Seite 217 [658]). Die Kirche schaut nicht auf ihre Grenze, sondern auf ihren Herrn; ihre eigene Grenze ist ihr verborgen und kann ihr darum immer nur begegnen. Dieses nicht verfรผgende (Seite 218 [660]) SichโBegegnenโLassen geschieht gerade darin, daร sie keinen โletzten eindeutig zu handhabenden Maรstabโ (Seite 229 [673]) bereitliegen hat, wo sie trotz | Differenz noch oder angesichts einer Differenz nicht mehr Glaubens- und Verkรผndigungsgemeinschaft anerkennen kann. Der angefochtene Satz Bonhoeffers kann also nicht zur empirischen Feststellung dienen; er ist nicht Leitfaden fรผr eine Statistik der Heilszugehรถrigkeit an Hand roter, grรผner oder grauer Karten60. โ Das wird noch klarer durch den folgenden Abschnitt (Seite 231 [677]): es handle sich dabei nicht um einen spekulativen Satz zur betrachtenden Abzรคhlung von Geretteten und Verlorenen, sondern der Satz habe nur Sinn als Anrede, Angebot, Mahnung, als der Aufruf der Predigt zum Ernstnehmen des Kampfgegenstandes und der โkirchenpolitischenโ Entscheidung. Gemeint ist also: Wenn du dich wissentlich vom Bekenntnis der Bekennenden Kirche trennst, trennst du dich vom Heil (womit รผbrigens die Freiheit Gottes รผber seine Heilsgabe nicht eingeschrรคnkt wird; davon aber hat, wie Bonhoeffer richtig sagt, die Verkรผndigung nicht zu reden). So verstanden meint dann der Satz nichts anderes als was Luther von der Confessio Augustana sagte: โreddidistis [โฆ] Deo sacrificium electum confessionis, โฆ ut, qui non crediderint, sint inexcusabilesโ612). Anders verstanden, wรคre er blanker Unsinn. Und es wird sich wohl mancher fragen lassen mรผssen, ob er nicht Bonhoeffer so bereitwillig diesen Unsinn zugemutet hat, weil er etwa den ersten Satz der Barmer Erklรคrung62 nicht so ernst nehmen wollte, wie Luther die Augsburgische Erklรคrung genommen hat.
Dieser Hinweis kann nicht geschehen, ohne daร gegen die Formulierung Bonhoeffers Bedenken erhoben werden. Unter dem Begriff โBekennende Kircheโ kann der sichtbare Personenkreis โ oder das die congregatio63 sammelnde Bekenntnis gemeint sein. Nur im zweiten Sinne kann gesagt werden, daร die Bekennende Kirche โdie eine wahre Kirche Jesu Christi in Deutschlandโ ist (Seite 224 [668]). Das soll dann, genauer und unmiรverstรคndlicher formuliert, heiรen: Ihr Bekenntnis ist das der wahren Kirche. Das muร sie sagen, wenn ihr Bekenntnis รผberhaupt ernsthaft und verbindlich sein soll. Im ersten Sinne aber ist auch die Bekennende Kirche ecclesia mixta64. Das muร weniger gegen Bonhoeffer selbst betont werden als gegen manche andere, denen nicht klar ist, daร unter ecclesia vera65 die Kirche der wahren Verkรผndigung und nicht die ecclesia | proprie dicta66 (der coetus vere credentium67) gemeint ist. Die Kirche Jesu Christi aber โistโ weder die lutherische noch die โBekennendeโ noch die rรถmischโkatholische Kirche, sondern das ist einfach die eine christliche Kirche, in die uns der Herr durch die Taufe aufgenommen hat; jede Bekenntniskirche ist nichts anderes als der Teil der einen christlichen Kirche, der sich in Bestรคtigung seiner Taufe โ und heute weiterhin: in Wiederholung seines Konfirmationsgelรผbdes68 (das und nichts anderes bedeutet die rote Karte!) โ um die rechte Stimme der christlichen Kirche unter Absage an ihre falschen Stimmen gesammelt hat. Unsere heutigen Auseinandersetzungen kranken sehr daran, daร diese Unterscheidungen nicht klar sind.
Daร hier besonnen gesprochen werden muร, zeigt gerade das Problem der Neutralen. Bonhoeffer nennt es selbst โein besonderes Problemโ (Seite 230 [675]). Er schneidet alle Fragen an, die sich hier stellen; aber man kann nicht sagen, daร seine Antworten, so wie er sie hier gibt, schon befriedigen; daร er ihre Bedeutung selbst einschrรคnkt mit der Erklรคrung, er wolle damit die Entscheidung der Kirche nicht vorwegnehmen, sondern nur an ihre Notwendigkeit erinnern (Seite 231 [676]), war wohlgetan. Mehr als das, was Bonhoeffer zunรคchst sagt, daร die Neutralen in einer durch Matthรคus 12,30 und durch Markus 9,40 bestimmten โfragwรผrdigen Situationโ seien (Seite 230 [676]), kann wohl auch nicht allgemein gesagt werden. Es dรผrfte auch fรผr eine ernste Anrede an diese Schicht, die gegenรผber dem Streit der wahren und der falschen Stimme der Kirche glaubt unentschieden bleiben oder irgendwelche Spezialanliegen wahren zu dรผrfen, genรผgen. Wenn Bonhoeffer darรผber hinaus erklรคrt, wer bei lauterer Evangeliumsverkรผndigung dennoch dem Papst oder der Reichskirchenregierung gehorsam sei, sei โein Irrlehrer und Verfรผhrer der Gemeindeโ (Seite 232 [678]), so hat das besonderen Widerspruch erregt. Man wird Bonhoeffer fragen mรผssen, ob er hier nicht nun doch im Gehorsam gegen das falsche Kirchenregiment einen eindeutigen Maรstab fรผr die Grenze der Kirche zu haben meint. Es ist schwer zu erkennen, wie er hier ein โgesetzlichesโ Verstรคndnis des Kirchenbegriffs vermeiden kann. Dazu ist Gehorsam gegenรผber einer Kirchenregierung ein sehr vielfรคltiger Begriff; er reicht von der Anerkennung als Verwaltungszentralstelle bis zur Unterstellung unter bischรถfliche Leitung. | Gerade den Neutralen gegenรผber wird ernstgenommen werden mรผssen, daร die Kirche ihre Grenze nicht zieht, sondern auf sie stรถรt. Allgemeine Urteile sind hier nicht am Platze, so ernst die allgemeine Gefahr ist, in der ein Neutraler sich mit seiner Predigt befindet, wenn er ihr mit seinem kirchlichen Handeln eine solche Auslegung und einen solchen Rahmen gibt, wie es das Eingegliedertsein in den Verband der falschen Kirchenleitung ist. Den Neutralen und ebenso den sogenannten โbesseren Deutschen Christenโ wird gesagt werden mรผssen, daร sie sich der Hehlerei schuldig machen. Als in den Jahren vor dem Weltkrieg die Bayerische Landeskirche von der Auseinandersetzung mit den gemรครigten Liberalen (Geyer und Rittelmeyer) bewegt wurde, war dies der Vorwurf, den einer der positiven Rufer im Streit, Kirchenrat Nรคgelsbach, erhob;69 gleichzeitig aber wies er die Konsequenz einer kirchlichen Grenzziehung ab: โSolange die Abweichung vom Bekenntnis nicht von der stillschweigenden Zurรผckstellung zu der offenen Leugnung der Heilstatsachen fortschreitet, ist stets Duldung gutgeheiรen worden, aber freilich nur eine solche Duldung, die das noch zu duldende รbel als รbel deutlich bezeichnet und dadurch den Gedanken der vรถlligen Gleichberechtigung entschieden ferne hรคlt3).โ Analog dieser Haltung wird man auch heute urteilen mรผssen und so in der Linie der besonnenen Worte bleiben, mit denen die Vorrede zum Konkordienbuch von den Christen in anders lehrenden Kirchengebieten spricht4).
Den Anspruch, daร in ihr die Stimme der wahren Kirche zu Worte gekommen sei, hat die Bekennende Kirche erhoben. Die Auslegung aber, die Bonhoeffer dafรผr Seite 225 [668] gibt, ist unmรถglich. Das Bekenntnis der Kirche ist nicht Gottes Wort, sondern Zeugnis der Kirche von Gottes Wort.70 Nicht Gott, sondern die Kirche hat in Barmen und Dahlem gesprochen, wie hoch auch vom Beistand Gottes dabei gedacht werden darf. Es ist nicht einzusehen, warum das nicht genรผgen soll. Was darรผber hinausgeht, wรผrde den Sรคtzen von Barmen selbst widersprechen (vgl. den 1. Barmer Artikel und den Aufruf an die Gemeinden71). Bonhoeffer kann es, solange er gerade Barmen ernst nimmt, nicht so meinen, wie man aus seiner Formulierung vermuten muร | und vermutet hat. Es gibt keine deutlichere und festere Schranke gegen jedes Schwรคrmertum als sie von der Barmer Erklรคrung selbst in ihrem ersten Satz aufgerichtet ist. Es ist bedauerlich, daร Bonhoeffer mit seinen Sรคtzen ein von konfessionalistischer Seite aufgebrachtes kรผnstliches Miรverstรคndnis jenes Barmer Ausdrucks von dem gemeinsamen Wort, das der Synode โin den Mund gelegt worden istโ,72 gefรถrdert hat.
Beflissene Leute, die damit entgegen dem klarsten Sachverhalt die Barmer Erklรคrung selbst zu einer schwรคrmerischen machen wollen, haben das eifrig aufgegriffen.73 Ihnen gegenรผber wird in dem Wahrheitsmoment der Bonhoefferschen Formulierungen nicht nachgegeben werden kรถnnen. Die Kirche darf von der Barmer Synode in gleichem Sinne, wie sie es von dem Augsburgischen Bekenntnisakt tut, glauben, daร hier Gottes Werk geschehen ist, gerade weil sie in Barmen nicht, wie Adolf Schlatter miรversteht5)74, das Handeln und die Fรผhrung Gottes in unserem Leben geleugnet hat. Wer in diesem Glauben nur schwรคrmerische Willkรผr sehen kann, der รผbersieht, daร er sich nicht in der Begeisterung der Stunde grรผndet, sondern darin, daร sich die Kirche in Barmen durch Gottes Werk zu Gottes Wort gefรผhrt sah. Er mรถge es dann auch Schwรคrmerei nennen, wenn Luther im Blick auf das Augsburgische Bekenntnis unter das Bild seines Kurfรผrsten75 die Verse schreibt: โUmb Gottes Wordtes willn ich leid, / Frey bโkannt ich es aus Hertzengrund / โฆ Solchs gabe mir mein Gott besonder, / Unndt fรผr der Weldt wahr es ein Wunderโ6), oder wenn Georg Major die Augustana nennt: doctrinae normam tunc Spiritu Sancto dictante a Melanchthone perscriptam767) oder wenn die Konkordienformel sagt, daร die Lehre von den fรผrnehmsten Artikeln unserer christlichen Lehre immensa Dei Optimi Maximi bonitate atque miseratione77 in der Reformation ans Licht gebracht worden sei8) oder wenn lutherische Dogmatiker die Symbolischen Bรผcher ฮธฮตฯฯฮฝฮตฯ
ฯฯฮฟฮน78 nennen und betonen, daร es hinsichtlich ihrer himmlischen | und gรถttlichen Materie periculosum est, sine adjecta declaratione libros symbolicos humana scripta appellare79 9). Er kann bestreiten, daร es im Falle Barmen angebracht ist, so zu sprechen, und kann dafรผr den Beweis fรผhren, aber er wird nicht von vorneherein dieses Reden als ein schwรคrmerisches verwerfen kรถnnen. Er mag dabei sich daran erinnern, daร gerade Karl Barth das bessere Wissen um die Vorlรคufigkeit des kirchlichen Bekenntnisses und um seinen Abstand vom Worte Gottes als einen Vorzug reformierten Denkens gegenรผber dem lutherischen โGottes Wort und Luthers Lehrโย โ bezeichnet hat10) โ derselbe Karl Barth, der nun auf einmal ein Schwรคrmer geworden sein soll.
Nicht weniger eifrig ist Bonhoeffers Behauptung, daร mit der Barmer Synode der Buchstabe der Augustana โin entscheidender Weise verlassenโ worden sei (Seite 227 [670 f]), aufgegriffen worden. Sollte Bonhoeffer damit gemeint haben, daร durch die Gemeinsamkeit der Barmer Synode die Damnation von Confessio Augustana, art. 1080 aufgehoben und der Zwinglianismus als gleichberechtigte Lehre anerkannt worden sei, so kann ihm darin nicht zugestimmt werden. In der Bekennenden Kirche ist die Auflรถsung des Herrenmahls zu einem Teil des kirchlichen Brauchtums als Gedรคchtnismahl81 hoffentlich nicht weniger verboten als bisher. Die Barmer Erklรคrung widerspricht dieser Damnation nicht, sondern schlieรt sie mit ein. Vor dem Buchstaben der Augustana kann sie bestehen. โ Sollte aber diese Damnation von Confessio Augustana art. 10 so ausgedehnt werden, daร mit ihr nicht nur der Zwinglianismus, sondern auch die heute geltende Form der reformierten Abendmahlslehre verworfen ist, โ und diese Ausdehnung haben einzelne Teile des Luthertums ja von jeher vollzogen und be- | stehen auch heute noch auf ihr, โ dann mรถge man sich klar machen, daร nicht nur die Gemeinsamkeit von Barmen, sondern schon das Faktum des Kirchenbundes der Deutschen Evangelischen Kirche82 dem so verstandenen Buchstaben der Augustana widerspricht. Gerade ein solcher Bund war es ja, den Philipp von Hessen plante83 und der mit dieser Damnation verhindert werden sollte. โUtinam illa coniunctio impediatur. Nam mori malim quam societate Cinglianae causae nostros comaminariโ,84 schrieb Melanchthon damals11 Es bleibt hier keine Wahl: Entweder die heutigen reformierten Gemeinden in Deutschland fallen unter die Damnation von Augsburg, dann ist der Kirchenbund der Deutschen Evangelischen Kirche bekenntniswidrig; oder sie fallen nicht darunter, dann spricht der Buchstabe der Augustana so wenig gegen diesen Kirchenbund mit seiner bekenntnismรครig gegliederten gemeinsamen Kirchenleitung wie gegen eine gemeinsame Synode und, wenn nicht Willkรผr, sondern Gehorsam es verlangt, ein gemeinsames Bekenntnis. Der Begriff einer Bekennenden Kirche ebenso wie der Begriff einer Deutschen Evangelischen Kirche kann dann gebraucht werden ohne schon eine unerlaubte Verwischung noch bestehender Differenzen zu bedeuten. So wenig diese Differenzen die vรถllige Vereinigung schon ermรถglichen, so wenig verhindern sie doch eine so auffallende Demonstration von Gemeinsamkeit, wie sie ein Kirchenbund mit dem wenn auch noch so โuneigentlichโ gebrauchten Titel โKircheโ darstellt. Nur eine falsche Interpretation von Confessio Augustana art. 7 โ im Sinne einer Schuleinheit โ (die aber dann auch den heute gebrauchten Begriff der โlutherischen Kircheโ vรถllig sprengen wรผrde), kann gegenรผber dieser Mรถglichkeit ins Feld gefรผhrt werden.
Die Behauptung, daร die Abendmahlslehre vieler heutiger reformierter Gemeinden und Theologen nicht ebenso kirchentrennend ist wie der Zwinglianismus, ist ein theologisches Urteil, fรผr das der einzelne vorerst noch selbst die Verantwortung รผbernehmen muร. Es nimmt die kirchliche Bestรคtigung, durch die allein die beiden Kirchen wieder in einer aufgehen kรถnnten, nicht vorweg, sondern fragt nach ihr. Weder von Barth noch von Asmussen noch von einem Manne der gegenwรคrtigen Vorlรคufigen Leitung des | DEK.85 wird der Satz Breits bestritten: โDie faktische Annรคherung zwischen der lutherischen und der reformierten Kirche in Lehre und Ordnung kann nur durch ein bekenntnisgebundenes Kirchenregiment zu kirchlicher Gรผltigkeit erhoben werden. Der in theologischen Gesprรคchen erreichte Konsensus hat diese Gรผltigkeit nichtโ12) Gegen die Notwendigkeit der theologischen Gesprรคche und die Bedeutsamkeit ihres Konsensus ist damit freilich nichts gesagt.
Was kann aber von hier aus noch die โBekennende Kircheโ sein? Das Wort schon erregt heute bei manchen, die sich gleichwohl zu ihr zรคhlen, hรถchstes Miรtrauen. Liegt hier aber nicht eine kรผnstliche Verkomplizierung vor? Die Bekennende Kirche ist der bekennende Rest der Deutschen Evangelischen Kirche. Daร dieser Rest ebenso wie das ursprรผngliche Ganze aus lutherischen, reformierten, unierten Gemeinden, Pfarrern, Landeskirchen usw. besteht, daร diese Unterschiede durch die neu geschenkte Gemeinsamkeit des Bekennens noch nicht beseitigt sind, โ das ist in Barmen selbst festgestellt und seither von keinem der wesentlichen Mรคnner bestritten worden. Dadurch wird aber andererseits nicht aufgehoben, daร das in โBarmenโ abgelegte gute Bekenntnis86 das gehorsame Wort der wahren Kirche Jesu Christi war, und daร es fรผr Lutheraner wie Reformierte bedeutsam sein muร, wenn sie sich ohne Willkรผr im Gleichklang des Bekenntnisses der wahren Kirche Christi begegnen, wenn sich also eine โpartielle Bekenntnisunionโ (Barth) ereignet, die ohne ihren Plan eingetreten ist und die sie nur unter Gefahr des Ungehorsams gegen die Heilige Schrift hรคtten vermeiden kรถnnen. Mehr als diese faktische Einmรผtigkeit in dem heute von der einen Kirche Christi geforderten Bekenntnis hat aber Bonhoeffer, soviel ich sehe, nicht behaupten wollen. Denn weder er noch sonst jemand, der Beachtung verdient, hat von dem theologischen Kuriosum einer โneuenโ, in Barmen โgegrรผndetenโ Kirche gesprochen, auรerhalb der kein Heil sei, sondern man sprach von der wahren, dauernden Kirche Christi, die โvon jeherโ ihren Glauben fรผr heilsnotwendig hielt und in deren Kontinuitรคt sich zu wissen man von der Schrift dankbar, jawohl, โdemรผtig und stau- | nendโ87 das Recht erhielt, wo immer nur Pfarrer und Gemeinden in diesen drei Jahren ihren einen Herrn bekannt haben. Wir kรถnnten umgekehrt fragen, ob eigentlich jene Kritiker Bonhoeffers glauben, daร einer, der sich wissentlich vom Bekenntnis der lutherischen Kirche trenne, sich vom Heil nicht trenne, und was eigentlich eine lutherische Konfessionskirche noch soll, wenn sie das glauben.
Es vollzieht sich heute so etwas wie ein Gericht รผber die Vertreter des lutherischen Konfessionalismus: sie vergessen, daร die Theologie in erster Linie nicht die Verteidigung einer Konfession, sondern die Selbstkritik der Konfession vor dem Worte Gottes zu leisten hat, โ und verlieren damit auch die wirksamste Mรถglichkeit der Verteidigung: das vollkrรคftige positive Zeugnis von der Herrlichkeit ihres Bekenntnisses. Sie rufen uns nicht mit Macht zum gleichen Bekenntnis (wie es gerade die von ihnen angegriffenen Theologen getan haben!), es gelingt ihnen kein, aber auch kein geistliches Wort, das geeignet wรคre, auch nur einen einzigen armen Heiden (oder einen armen Reformierten) anzulocken und zu รผberfรผhren und einen im Kampf stehenden Christen im Jahre 1936 zu stรคrken, zu binden und auszurichten. Sie verteidigen, statt sieges gewiร zu bezeugen und zu entfalten, โ und so tragen ihre Aufsรคtze und Schriften eine tiefreichende Langeweile an sich, daร man gern die Lektรผre beendet und abwartet, bis sie endlich einmal verstehen, daร man dem lutherischen Bekenntnis schlecht dient, solange man zu seiner Verteidigung die Entstellung anderer Meinungen und Bekenntnisse nรถtig hat. Wer einzelne Theologen oder ganze Konfessionen verketzert wegen etwas, was sie nicht meinen und sagen, beweist damit nichts anderes als die bedenkliche Nรคhe des Konfessionalismus zu einer Konfessionspolitik, in der das achte Gebot88 so wenig mehr vorkommt wie in der รผbrigen Politik.
Wir sollen dankbar sein, daร die lutherischen Kirchen โ aus langer Lรคhmung aufgerรผttelt โ sich in Barmen zu einem hรถrbaren, in die Zeit treffenden Bekenntnis ihres Glaubens haben fรผhren lassen und daร sie sich hierin mit dem bekennenden Rest der anderen Konfession trafen. Wir sollen uns angesichts eines solchen Geschenkes nicht verfรผhren lassen durch Leute, die vor uns im | Tone der Juden von Johannes 5,1089 wieder das Gesetz aufrichten: โEs ziemt nicht, daร ihr mit den Reformierten zusammen eine Synode haltet und das gleiche Bekenntnis sprecht!โ Dieses Bekenntnis hat uns das von Martin Luther gepredigte Evangelium wieder besser als frรผher verstehen lassen. Des sind wir frรถhlich.90 Der Herr der Kirche stellt uns unter kein โEs ziemt nichtโ, er weicht von den Juden und spricht zu dem geheilten Lahmen: โSiehe zu, du bist gesund geworden; sรผndige hinfort nicht mehr, daร dir nicht etwas รrgeres widerfahre!โ (Johannes 5,14).91
19.3. BONHOEFFERS FRAGEN ZUR DISKUSSION DES AUFSATZES92
II.93 Fragen.
Statt jetzt schon in eine Auseinandersetzung einzutreten mit all den รuรerungen und Angriffen, die mein Aufsatz รผber die Frage nach der Kirchengemeinschaft hervorgerufen hat,94 will ich vorerst nur einige weitere ganz einfache Fragen stellen. Soweit man sich bisher mit willkรผrlichen Verkรผrzungen und Entstellungen begnรผgt hat, kann ich dem nur die Bitte entgegensetzen, meinen Aufsatz einmal ganz zu lesen, und darf bis dahin alle derartigen รuรerungen von den grรผnen Briefen des Herrn D. Eger95 an bis zu der reinen DC.โPresse einfach รผbergehen. Soweit ernsthafte theologische Fragen und Bedenken ausgesprochen wurden, so von Gollwitzer, Kรผnneth, Sasse und anderen,96 sind sie in den folgenden Fragen vorlรคufig mit aufgenommen. Ich bin allerdings der Meinung, daร diese Fragen zwischen uns nicht unausgesprochen bleiben dรผrfen und auch ihre ganz klare Antwort fordern, wenn nicht Zweideutigkeit alle echte Gemeinschaft auflรถsen soll. Sie sind so einfach, daร jeder Laie sie versteht. Sie sind so dringlich, daร sie ohne schweren Schaden fรผr die Kirche nicht lรคnger verschwiegen werden dรผrfen. Sie werden zuerst Gegenstand theologischer Arbeit werden, dann ihre Antwort durch eine Synode erhalten mรผssen. |
Erstens: Was ist die Bekennende Kirche? Ist sie die Kirche Jesu Christi, in der das Wort Gottes lauter gepredigt und die Sakramente stiftungsgemรคร verwaltet werden?97 In der brรผderliche Liebe geรผbt wird, mit Verheiรung gebetet wird, Sรผnden vergeben werden und um Christi willen gelitten wird? Ist sie die Stadt auf dem Berge, die nicht verborgen bleiben kann, deren gute Werke die Leute sehen und darรผber den Vater im Himmel preisen?98 Ist die Bekennende Kirche Kirche im neutestamentlichen Sinne, Kirche, der der Geist Gottes verheiรen und geschenkt ist? Kirche, die die Gabe des Heils austeilt in der Kraft des Heiligen Geistes? Kirche, deren wahre Gemeinschaft uns des Heiles teilhaftig und gewiร macht, sichtbare Kirche in der Welt, aber nicht von der Welt,99 sichtbarer Leib, dessen Glieder wir sind,100 solange wir an ihm bleiben, von dem wir uns nicht trennen dรผrfen um des Heiles unserer Seelen willen? Ist die Bekennende Kirche daher Leib Christi mit eigner Gliederung, mit rechtmรครiger Ordnung, rechtmรครigen รmtern, rechtmรครiger Kirchenleitung? Steht die Leitung dieser Kirche im Auftrage Jesu Christi? Ist ihr die Sorge fรผr das Heil der Seelen anbefohlen? Ist diese Kirchenleitung daher befugt zur Vornahme von theologischen Prรผfungen, Ordinationen, Pfarreinfรผhrungen und so weiter? Ist sie um Christi willen verpflichtet, Pfarrer und Gemeinden an sich zu binden? Darf und muร sie erwarten, daร Pfarrer und Gemeinden fรผr diese Bindung an die rechte Kirchenleitung Leiden und Verfolgung auf sich nehmen? Ist die Bekennende Kirche daher verpflichtet zur Lehrzucht und zur Kirchenzucht? An der Antwort auf diese Fragen liegt alles. Werden sie bejaht, dann ist der Weg der Bekennenden Kirche von Barmen bis Oeynhausen folgerichtig und innerlich notwendig, dann ist ihr Kampf um die Leitung der Kirche ein Kampf um die wahre Kirche selbst, das heiรt um das Heil der Seelen der Glรคubigen, dann bedeutet ein Nachgeben an diesem Punkt als Adiaphoron101 die Verleugnung des status confessionis102 und | damit die Preisgabe der Kirche und der Gemeinden an ihre Feinde; dann wird die Bekennende Kirche freilich bei der freien Ausrichtung der frohen Botschaft des Evangeliums immer wieder auf Feinde stoรen, die sich von ihr trennen, um deren Gemeinschaft sie werben wird mit der Predigt des Evangeliums, mit Fรผrbitte und Hoffnung bis zu ihrem letzten Angebot der Gemeinschaft, das nur noch in der furchtlosen Aufdeckung der vollen Wahrheit bestehen kann, daร jene sich von der wahren Kirche Jesu Christi getrennt haben und ohne Verheiรung sind. Werden jene Fragen aber verneint, dann ist der Kampf um das Kirchenregiment frevelhafter Eigensinn; dann wรคre es allerdings nicht einzusehen, warum junge Theologen ihre Existenz aufs Spiel setzen sollen, um von der Bekennenden Kirche geprรผft, ordiniert und ins Pfarramt gewiesen zu werden;103 dann wรคre das Leiden der gefangenen und ausgewiesenen Brรผder um dieser Sache willen nicht mehr Leiden um Christi und seiner Sache willen, dann wรคre unsere Fรผrbitte fรผr sie ohne Verheiรung; dann wรคre auch Zucht der Lehre und des Lebens nicht mรถglich, dann existierte in der Tat fรผr die Bekennende Kirche die Frage der Kirchengemeinschaft als kirchliche Verantwortung und Entscheidung รผberhaupt nicht; dann kann die Bekennende Kirche keine Lehrentscheidungen fรคllen; dann ist sie der Irrlehre ausgeliefert, dann ist sie ihren Feinden verfallen; der Heilige Geist mรผรte von ihr weichen.
Oder ist die Bekennende Kirche ein Bund von bekenntnisbestimmten Bekenntniskirchen? Ist sie selbst also nicht Kirche, sondern organisatorischer Zusammenschluร, ein solcher Bund, in dem mรถglicherweise einander in Lehre und Verkรผndigung ausschlieรende Kirchen mit einander verbunden sind? Oder schlieรt ein solcher Bund die Gleichberechtigung der in ihm zusammengeschlossenen Kirchen ein? Wie ist dann diese Gleichberechtigung bekenntnismรครig legitimiert? Wo liegt das Kriterium dafรผr, welche Kirchen gleichberechtigt sind | und welche nicht? Ist ein gemeinsames Handeln und Sprechen dieser Kirche mรถglich, und mit welcher bekenntnismรครigen Legitimation? Welchen Sinn hat eine gemeinsame Leitung eines solchen Bundes, die jedenfalls keinen kirchenregimentlichen Charakter haben kann?
Oder ist die Bekennende Kirche eine Kampfgemeinschaft, die zu gemeinsamem Bekennen und Handeln zusammengeschlossen ist? Soll darunter verstanden werden, daร angesichts des gemeinsamen Feindes eine gemeinsame Front entstanden ist, eine โBekenntnisfrontโ104? Oder ist in diesem Ausdruck nur angedeutet, daร die Existenz der Bekennenden Kirche noch in vieler Hinsicht so fragwรผrdig ist, daร einfach noch nicht mehr gesagt werden kann und darf?
Oder ist die Bekennende Kirche in Wahrheit Bekenntnisbewegung, analog den mancherlei Glaubensbewegungen105 unserer Tage? Bekennende Kirche als die โBekenntnisgemeinschaftโ aller derer, die das โBekenntnisanliegenโ in einer โBekenntnisbewegungโ zur Geltung bringen wollen? Sie wรคre also innerhalb oder neben der Kirche eine mehr oder weniger private Angelegenheit, die jedenfalls keine kirchliche Autoritรคt hat, also auch niemals das Recht, Ausschlieรlichkeit zu beanspruchen. Sie wรผrde als Bewegung, als Richtung neben anderen Richtungen bestehen und sich damit begnรผgen mรผssen; sie wรคre eine kirchenpolitische Gruppe. Sie wรผrde zwar die DC. bekรคmpfen, aber ihnen niemals die Kirchengemeinschaft aufsagen kรถnnen. Sie wรผrde sich mit der Stรคrke ihres Einflusses begnรผgen und sich damit trรถsten, daร man mit den paar DC. schon fertig werde im freien Spiel der Krรคfte; sie wรผrde aber keinesfalls dieses begreifen, daร durch den einen einzigen, vielleicht ganz ehrlichen, ganz innerlichen, frommen DC., dem diese Kirche ein Amt einrรคumt, die Kirche ihrer Verheiรung verlustig ginge, genau wie durch den einen einzigen nichtarischen Christen oder Pfarrer, den die Kirche wissend fallen lieรe.106 Eine Bekenntnisbewegung wรผrde nie- | mals begreifen, daร die Kirche wahrhaftig nun und nimmer auf den neunundneunzig Bekenntnispfarrern ruht, die sich schon gegen den einen DC. durchsetzen werden, sondern auf der Verheiรung Gottes, die auch den neunundneunzig Bekenntnispfarrern genommen werden kann, wenn sie wissend dem einen Irrlehrer in der Kirche Raum geben. Auch eine Bekenntnisbewegung ist im Grunde deutschchristlich.
Zweitens: Was ist das Bekenntnis der Bekennenden Kirche? Ist die Barmer theologische Erklรคrung ein fรผr sรคmtliche Glieder der Bekennenden Kirche verbindliches Bekenntnis, weil sie eine rechtmรครige, in der Heiligen Schrift begrรผndete Auslegung der reformatorischen Bekenntnisse ist, so wie die Konkordienformel rechtmรครige Auslegung der Augustana ist? Steht die Barmer Erklรคrung in gleicher Wรผrde neben den reformatorischen Bekenntnissen? Ist eine Verpflichtung auf die Barmer Erklรคrung fรผr die Mitglieder der Prรผfungskommission, fรผr die Lehrer der Theologischen Schulen der Bekennenden Kirche oder gar bei der Ordination โ wie es in der Rheinprovinz geรผbt wird107 โ gerechtfertigt und notwendig? Kann ein Lutheraner der Barmer Erklรคrung deshalb ihren Bekenntnischarakter absprechen, weil sie sich selbst nur als โErklรคrungโ ausgibt, obwohl ja auch die Solida Declaratio der Konkordienformel, die โErklรคrung etlicher Artikel Augsburgischer Confession โฆโ108 zu den lutherischen Bekenntnisschriften zรคhlt? Sind die Synoden der Bekennenden Kirche echte Synoden der Kirche Jesu Christi, sofern sie an Schrift und Bekenntnis in der rechten Ordnung bleiben? Ist ihr Bekenntnis immer unter dieser Voraussetzung Zeugnis der wahren Kirche? Ist es dann nicht auch Zeugnis Gottes, des Heiligen Geistes selbst, das Gehorsam fordert?109 Entweder ist die Barmer Erklรคrung ein wahres Bekenntnis zu dem Herrn Jesus, das durch den Heiligen Geist gewirkt ist, โ dann hat es kirchenbildenden und kirchenspaltenden Charakter; oder es ist eine unverbindliche Meinungsรคuรerung | etlicher Theologen, dann ist die Bekennende Kirche seitdem auf einem verhรคngnisvollen Irrweg. Ist nicht der relativen Autoritรคt der Synoden gegenรผber dem Wort der Schrift und ihrer Irrtumsfรคhigkeit damit voll Ausdruck verliehen, daร ihr Wort jedenfalls immer โunter dem Worteโ bleibt, wenn es rechtes Wort sein soll? Oder ist es wahr, daร โnatรผrlich Gott weder durch Barmen noch durch die Dahlemer Botschaft anders geredet hat, als er durch alle Ereignisse der Geschichte redetโ? (Sasse)110. Soll hier wirklich Gottes Wort in seiner Kirche und in der Welt โ allzu deutschchristlich! โ gleichgesetzt werden?
In welchem Sinne beruft sich die Bekennende Kirche auf die Bekenntnisschriften, berufen sich die Lutheraner der Bekennenden Kirche auf die lutherischen Bekenntnisschriften? Der Buchstabe der Bekenntnisschriften verwirft nicht nur die zwinglische, sondern auch die calvinische Abendmahlslehre (F. C. sol. decl. VII, 2), ebenso die calvinische Prรคdestinationslehre (F.C. XI),111 wie sie beide noch heute von den reformierten Brรผdern gelehrt werden. Vor den lutherischen Bekenntnisschriften sind lutherische und reformierte Kirche niemals gleichberechtigte Bekenntniskirchen. Die Frage ist: Ist die Bekennende Kirche bereit, einzelne Urteile der lutherischen Bekenntnisse durch neue Erforschung und Erkenntnis der Heiligen Schrift zu revidieren? Ist sie bereit, die Heilige Schrift daraufhin รผberhaupt zu befragen? Ist sie ferner bereit, auf Grund neuer Belehrung durch die Heilige Schrift รผber Gegensรคtze von einstmals kirchenspaltender Bedeutung anders zu entscheiden als die Bekenntnisschriften? Ist sie willens anzuerkennen, daร รผber Kirchengemeinschaft nicht ein fรผr allemal, sondern auf Grund der Schrift und der Zeugnisse der Kirche jeweils neu entschieden werden muร? Oder aber gilt das Wort der Bekenntnisschriften als die unverรคnderliche Grundlage der Kirche? Ist entgegen der Meinung der Bekenntnisschriften selbst der Buchstabe derselben die einzige | Regel und Norm der Auslegung der Schrift? Oder nimmt die Bekennende Kirche die lutherischen Bekenntnisse gerade dadurch ernst, daร sie sich von ihnen zurรผckweisen lรครt auf die Schrift als einzige Regel und Norm?112 Ist die Bekennende Kirche bereit, von einer falschen lutherischen Orthodoxie den Vorwurf des Schwรคrmertums zu ertragen, wie ihn jeder von dorther zu hรถren bekam, der die Schrift รผber die Bekenntnisschriften stellte? Ist sie dann auch willens, die konfessionellen Differenzen in neuer Prรผfung der Schrift konkret aufzurollen, statt im Grundsรคtzlichen zu bleiben? Will sie bekennen, was sie vom Abendmahl, von der Prรคdestination, von der Person Christi lehrt?
Ist die Bekenntnisunion mit den Reformierten fรผr den Lutheraner ein definitiv verbotener Weg? Verbietet es das Wort Gottes ein fรผr allemal, die nicht wegzuleugnenden Lehrdifferenzen zwischen Reformierten und Lutheranern in der Einen Bekennenden Kirche zu ertragen? Oder bleibt gerade fรผr ein rechtes Verstรคndnis der lutherischen Bekenntnisse auch diese Mรถglichkeit offen fรผr das Wort Gottes selbst? Bleibt sie aber endgรผltig verschlossen, dann ist die Bekennende Kirche wirklich nicht Kirche, sondern eben eine der vielen genannten Grรถรen, die der Unwahrheit und Verfรคlschung des Evangeliums Raum gibt.
Drittens: Was ist Kirchengemeinschaft? Ist Kirchengemeinschaft vom Heiligen Geist geschaffene Einheit und Gemeinschaft am Wort und Sakrament, oder ist sie die Gemeinschaft aller gutgesinnten, ehrlichen, frommen Christen deutschchristlicher, kirchenausschuรmรครiger und bekenntnismรครiger Observanz? Ist die Kirchengemeinschaft begrรผndet allein durch die Wahrheit des Evangeliums oder durch eine von der Wahrheitsfrage unkontrollierte Liebe? Doctrina est coelum, vita est terra (Luther).113 Ist die Kirchengemeinschaft eine Frage der Verkรผndigung und Sakramentsverwaltung oder eine Frage der persรถnlichen Heiligung? Hat die Gemeinschaft | des Gebetes, der Fรผrbitte, der Vergebung, der Beichte und der Zucht noch Verheiรung, wenn die Gemeinschaft des rechten Glaubens nicht geschenkt ist? Ist solche Gemeinschaft ohne dies letzte etwas anderes als frommes Menschenwerk? Ist die Bezeichnung โIrrlehrerโ ein moralisches oder ein religiรถses Werturteil, oder ist es das Urteil des Wortes Gottes รผber Wahrheit und Unwahrheit, Heil und Unheil, das wir nur mit Furcht und Zittern nachsprechen kรถnnen? Ist der Irrlehrer noch unser christlicher Bruder? Besagt die neutestamentliche Unterscheidung zwischen dem irrenden Bruder und dem Irrlehrer114 etwas anderes, als daร der letztere trotz brรผderlicher Warnung und Mahnung auf seinem Irrtum verharrt und sich damit selbst aus der Bruderschaft am Leibe Christi ausschlieรt? Gibt es echte christliche Gemeinschaft und Bruderschaft im neutestamentlichen Sinne ohne Zucht der Wahrheit und des Lebens? Gibt es Gemeinschaft im Heiligen Geist, ohne daร der Heilige Geist zugleich die Kraft der Trennung und Scheidung hat? Ist man bereit zu hรถren, was im vorangegangenen Aufsatz ausfรผhrlich begrรผndet wurde, daร Aufhebung der Gemeinschaft das โfremdeโ Werk der Kirche ist, das sie tut, um ihr eigentliches tun zu kรถnnen, daร Aufhebung der Kirchengemeinschaft letztes Angebot der Gemeinschaft ist?
Aber umgekehrt: was bedeutet eine Gemeinschaft am Wort, die nicht Gemeinschaft am Sakrament werden will? Was kann das Ziel der Gemeinschaft am Wort sein wenn nicht die Sakramentsgemeinschaft? Was bedeutet eine Zucht, die nach auรen geรผbt, aber nach innen vernachlรคssigt wird? Wie kann das Evangelium zur Scheidung stark genug sein, wenn es zur Gemeinschaft, zur consolatio fratrum,115 zur Vergebung, zur Buรe und zur Beichte so schwach ist?
Welcher bekenntnismรครige Unterschied besteht zwischen dem bekenntniswidrigen Kirchenregiment der DC.โReichskirche und den Kirchenausschรผssen? War nach dem Wort der Dahlemer Synode der Gehorsam gegen das bekenntniswidrige | DC.โKirchenregiment Ungehorsam gegen den Herrn Jesus,116 so ist zu fragen, inwiefern der Gehorsam gegen ein bekenntniswidriges Kirchenregiment der Ausschรผsse auf einmal ein โWagnis des Glaubensโ sein soll,117 eine christliche Freiheit, eine freie Gewissensentscheidung? War die geforderte Scheidung von der DC.โReichskirche nicht ein unerlaubtes Gesetz, das den einzelnen auferlegt wurde, warum soll dieselbe Forderung gegenรผber den Ausschรผssen auf einmal โunevangelische Gesetzlichkeitโ118 sein? Zugegeben, daร wir uns einer verรคnderten Lage gegenรผbersehen, was Personen, Sachkenntnis, guten Willen angeht, so ist die Lage im entscheidenden durchaus unverรคndert, nรคmlich in dem Tatbestand der Schrift- und Bekenntniswidrigkeit des kirchenregimentlichen Anspruches. Machte sich jeder, der trotz der Dahlemer Botschaft im Gehorsam der DC.โReichskirche blieb, durch eben diesen Gehorsam gegen ein falsches Kirchenregiment der Zerstรถrung der wahren Kirche Christi schuldig, so ist nicht einzusehen, wie nicht auch der den Kirchenausschรผssen Gehorsame demselben Urteil verfรคllt. Jede Unterscheidung, die hier aus begreiflichen persรถnlichen oder kirchenpolitischen Rรผcksichten vorgenommen wird ohne Begrรผndung aus Schrift und Bekenntnis, gibt zuletzt der Irrlehre in der Kirche Christi Raum.
Es ist ein schwer begreiflicher Wille Gottes, der uns in einer Stunde, in der gemeinsame Abwehr gegen den Feind von auรen nรถtig wรคre, im Innern so zerreiรt. Wir kรถnnen gegen diesen Willen nicht an. Es soll uns wohl nur eines bleiben, sein Wort, sein Sakrament, seine Verheiรung. Wir fragen nach nichts anderem. Denn aus dieser Gabe entspringt das unvergleichliche Geschenk echter Gemeinschaft im Glauben, im Beten, in der Fรผrbitte, im brรผderlichen Dienst, in der Vergebung, in der Beichte, in der Zucht und in der Erkenntnis der Sรผnden und der Barmherzigkeit Jesu Christi. Hier liegt unsere eigentliche Arbeit, das eigentliche Werk der Kirche.
20. GUTACHTEN รBER โIRRLEHREโ IN DER BEKENNENDEN KIRCHE1
Irrlehre in der Bekennenden Kirche?
Das ist die neue Parole der Ausschuรfreunde in der Bekennenden Kirche, mit der die bekennende Pfarrerschaft und die christliche รffentlichkeit beunruhigt werden soll. Die Bekennende Kirche soll mit ihren eigenen Waffen geschlagen werden. Es geht dabei um die Oeynhauser Synode und ihre Erklรคrung รผber die Kirchenleitung.2 Die Ablehnung der Ausschรผsse als rechtmรครige Kirchenleitung und deren Begrรผndung soll Irrlehre sein. So wird jetzt im Namen eines โLuthertumsโ proklamiert, das dem rechten Luthertum damit einen schlechten Dienst leistet. Begleitet sind diese Vorwรผrfe von der popularwissenschaftlichen Behauptung, die Bekennende Kirche sei seit langem รผberfremdet durch โreformierteโ Lehre. Fรผr die lutherischen Pfarrer und Gemeinden gehe es heute um die Befreiung aus der Knechtung durch reformierte โGesetzlichkeitโ und damit zuletzt um die Unterstellung unter die Ausschรผsse, beziehungsweise unter den lutherischen Rat3. Pastor Helbig4, Privatdozent SchottโGreifswald5 und eine anonyme Druckschrift: โOeynhausen so und soโ haben in dieser Richtung geschrieben. Im folgenden soll die Wiederlegung ihrer Thesen vom lutherischen Bekenntnis her unternommen werden.
Nachdem in Barmen die Irrlehre der Deutschen Christen aus der Kirche Christi gewiesen wurde, nachdem in Dahlem die Bekennende Kirche sich eine eigene Kirchenleitung gesetzt hat, nachdem in Augsburg die Organisation der Bekennenden Kirche ausgebaut wurde,6 ist in Oeyn- | hausen zur Frage der rechten Kirchenleitung Stellung genommen worden. Den Kirchenausschรผssen muรte das Recht auf Kirchenleitung nach Schrift und Bekenntnis abgesprochen werden. Die Bekennende Kirche ist damit den in Barmen beschrittenen Weg konsequent weitergegangen. Es gab fรผr sie keine Mรถglichkeit mehr, aus kirchenpolitischโtaktischen Erwรคgungen der Irrlehre Raum zu geben. Wer zu der grundsรคtzlichen Erklรคrung von Barmen ja gesagt hatte, muรte zu der grundsรคtzlichen Erklรคrung von Oeynhausen ebenso ja sagen.
Es muร gleich zu Beginn zugestanden werden, daร in Oeynhausen eine Tรผr offengelassen worden ist, die von allen benutzt werden konnte, die hinausschlรผpfen wollten: im praktischen Teil wird die vom grundsรคtzlichen Teil her gebotene Konsequenz, den Gliedern der Bekennenden Kirche die Mitarbeit an den Ausschรผssen zu verbieten, nicht gezogen.7 Die Entscheidung wird vielmehr der brรผderlichen Beratung durch die Organe der Kirchenleitung รผberlassen. Damit bleibt den Bruderrรคten die Freiheit, die praktischen Folgen des Synodalbeschlusses so oder anders zu ziehen, sofern sie nur mit der Voraussetzung der grundsรคtzlichen Erklรคrung, daร die Kirchenausschรผsse nicht Kirchenleitung sein kรถnnen, vereinbar sind. Es ist damit aber auch zum Beispiel dem Bruderrat Berlin das Recht gelassen, die in dem Brief โOeynhausen so und soโ angegriffene Stellung zu beziehen. Die weiteren Fragen dieser Schrift: Hat Oeynhausen wirklich eine einhellige Lehrmeinung erarbeitet? Wie sind die Oeynhausener Beschlรผsse zustande gekommen? etc. โฆ machen, bei manchem Richtigen, was sie enthalten, den nur allzu deutlichen Versuch, vom eigentlichen Gleis abzulenken. Die in der Synode eindeutig beantwortete Frage bestand darin, daร die Kirchenausschรผsse als Kirchenleitung nicht anerkannt werden kรถnnen. Zu dieser Frage wird aber inhaltlich in dem Brief nicht Stellung genommen. Es wird kein Versuch gemacht, die Erklรคrung der Synode von Schrift und Bekenntnis her zu widerlegen. |
Das Amt der Kirchenleitung.
Die Oeynhausener Synode hat erklรคrt: โDie Kirchenleitung ist Amt der Kirche. Sie kann darum nur von der Kirche berufen und gesetzt werden.โ8 Sie hat damit jede Kirchenleitung, die der Kirche von auรen her gesetzt wird, also die Ausschรผsse, als unrechtmรครig verworfen, denn โdie Ausรผbung der Kirchenleitung durch den Staat oder auf Grund staatlicher Berufung widerspricht der Lehre der Reformation und den reformatorischen Bekenntnisschriftenโ.9
Dieser Satz wird, wenn auch nur zaghaft und ohne Begrรผndung, bestritten, wohl in der Meinung, es komme allein darauf an, welcher Art ein Kirchenregiment sei, nicht aber, von wem es berufen sei.
Dem gegenรผber steht 1. der Schriftbeweis: Das Neue Testament bezeugt die Einsetzung der kirchlichen รmter durch Gott (1. Kor. 12,28), durch Christus (Eph. 4,11), durch den Heiligen Geist (Apg. 20,28), durch die Gemeinde (Apg. 6,5 13,2); durch die Apostel und die Amtstrรคger (Tit. 1,5 und 1. Tim. 5,22), nach sorgfรคltiger Prรผfung. Die Einsetzung eines kirchlichen Amtes durch eine auรerkirchliche Autoritรคt ist fรผr das Neue Testament eine vรถllige Unmรถglichkeit.
2. Bekenntnisschriften: Es ist ein Unterschied zwischen weltlichem und geistlichem Regiment (C.A. 28,4), beide sind von Gott gesetzt; โdarum soll man die zwei Regiment nicht durcheinander werfenโ (28,12).10 Die Einsetzung der Amtstrรคger ist nicht Sache der weltlichen Obrigkeit, sondern der Kirche (Tract. 67); โdarum folgt, wo eine rechte Kirche ist, daร da auch die Macht sei, Kirchendiener zu wรคhlen und zu ordinierenโ. โDie rechte Kirche, weil sie allein das Priestertum hat, muร sie auch Macht haben, Kirchendiener zu wรคhlenโ (69). Wo die weltliche Obrigkeit in Anspruch genommen wird, da sind es die โKรถnige und Fรผrsten als praecipua | membra ecclesiaeโ (54),11 nicht als Politiker. Zwischen dem Staatsmann und der Kirche steht die Bindung an das Bekenntnis.
3. Kundgebung des lutherischen Rats vom 9. 4. 1935: Hier heiรt es unter V: โDas Kirchenregiment steht nach den lutherisehen Bekenntnissen allein der Kirche als Ganzes zu und wird von dem kirchlichen Amt unter Mitwirkung der Gemeinde in der Verantwortung vor der Gesamtkirche ausgeรผbt. Zu den Aufgaben des Kirchenregiments rechnet C.A. 28 ausdrรผcklich nicht nur die Verkรผndigung des Wortes und die Verwaltung der Sakramente, sondern auch die รคuรere Regierung der Kirche durch Erlaร von Kirchengesetzen usw. Ein Anteil des Staates am Kirchenregiment oder gar die Regierung der Kirche durch den Staat wรผrde nach der Anschauung des Bekenntnisses nicht nur dem Wesen der Kirche, sondern auch dem des Staates widersprechen. Denn die Ausรผbung kirchenregimentlicher Funktionen durch den Staat, zum Beispiel die Berufung und Abberufung von Bischรถfen, Pfarrern und kirchlichen Beamten durch die Staatsregierung, wรผrde zur Folge haben, daร der Staat รผber die Lehre der Kirche verfรผgt. Da aber der Staat als solcher nicht wissen kann, was reine Lehre ist und was nicht, wรผrde die Unterstellung der Kirche unter ein staatliches oder ein halbstaatliches Kirchenregiment nicht nur das Ende der lutherischen Kirche als Kirche der reinen Lehre bedeuten, sondern auch dem Staat eine Verantwortung auferlegen, die er seinem Wesen nach niemals tragen kann.โ12
Die Autoritรคt der Kirchenleitung.
Oeynhausen: โDie Trรคger der Kirchenleitung mรผssen durch die Kirche zum Gehorsam gegen Gottes Wort unter Bindung an das Bekenntnis der Kirche verpflichtet werden โฆ Nach der Verheiรung: wer euch hรถrt, der hรถrt mich (Luk. 10,16) hat die Leitung der Kirche Pfarrer und Gemeinden in die | Pflicht des Herrn zu nehmen. Die Glieder der Kirche haben die Verantwortung, den Trรคgern dieses Amtes Gehorsam zu leisten als dem Herrn und nicht den Menschen. Eine Kirchenleitung, die den Gehorsam gegen die heilige Schrift und die Bindung an die Bekenntnisse der Kirche verleugnet, verwirkt ihren Anspruch auf Leitung und zwingt die Kirche, an ihrer statt eine andere Leitung zu setzen.โ13
Erste Gegenbehauptung: Das sei Aufrichtung pรคpstlicher Gewaltherrschaft.
Dagegen: Die Kirchenleitung ist nach der ausdrรผcklichen Erklรคrung der Synode gebunden an Schrift und Bekenntnis. Sie hat ihre Autoritรคt allein, sofern sie aus dieser Bindung handelt. Sie verliert ihr Amt, sobald sie sich davon lรถst. Der Papst aber verfรผgt selbst รผber den endgรผltigen Auslegungsmaรstab der Schrift. Er steht also nicht unter sondern รผber der Schrift. Die Unfehlbarkeit des Papstes ist nur die letzte Konsequenz des rรถmischen Traditionsprinzips.14 Es gibt hier noch eine eigene Autoritรคt neben der Schrift. Der Gehorsam gegen den Papst begrรผndet sich nicht auf die Schrift, der Gehorsam gegen die Kirchenleitung der Bekennenden Kirche begrรผndet sich allein auf die Autoritรคt ihres schrift- und bekenntnismรครigen Handelns.
Zweite Gegenbehauptung: Die Kirchenleitung kann das Wort: โWer euch hรถrt, der hรถrt michโ nur in Anspruch nehmen bei der von ihr ausgerichteten Predigt des Evangeliums, zu der die Weisungen in Sachen der kirchlichen Ordnungen nicht gehรถren.
Dagegen: C.A. 28,21: โDerhalben ist das bischรถfliche Amt nach gรถttlichen Rechten das Evangelium predigen, Sรผnden vergeben, Lehr urteilen und die Lehre, so dem Evangelio entgegen, verwerfen und die Gottlosen, deren gottlos Wesen offenbar ist, aus christlicher Gemeinde ausschlieรen, ohne menschliche Gewalt, allein durch das Wort Gottes; und desfalls sind die Pfarrleut und Kirchen schuldig, den Bischรถfen | gehorsam zu sein laut dieses Spruchs Christi: โWer euch hรถrt, der hรถret michโ.โ15 Zur Ausrichtung der Predigt des Evangeliums gehรถrt die Abwehr der Irrlehren und die Aufhebung der Kirchengemeinschaft mit den Gottlosen, das heiรt Lehrzucht und Kirchenzucht. In all diesen Stรผcken steht der Kirchenleitung die Autoritรคt im Sinne von Luk. 10,16 zu. Verkรผndigung des Evangeliums ist also nicht nur die Predigt von der Rechtfertigung am Sonntag Vormittag, sondern zur Verkรผndigung gehรถrt auch der Ruf in die sichtbare Gemeinschaft der Kirche und die Warnung, die Irrlehre zu verlassen. Die Ablehnung der Ausschรผsse als Kirchenleitung ist solches Lehrurteil, der Gehorsam gegen die Ausschรผsse als Kirchenregiment schlieรt Irrlehre ein. Daher hat die wahre Kirchenleitung die Autoritรคt von Luk. 10,16 fรผr sich in Anspruch zu nehmen in ihrer Ablehnung der falschen Kirchenleitung. Diese Ablehnung und alles, was daraus folgt, gehรถrt selbst zur Verkรผndigung des Evangeliums. Es ist bezeichnenderweise auch nirgends der Versuch unternommen worden, die Ausschรผsse als rechtmรครige Kirchenleitung aus den Bekenntnisschriften zu begrรผnden. Vielmehr ist das Vorgehen rein destruktiv, indem auch den Bruderrรคten und der Vorlรคufigen Kirchenleitung die Rechtmรครigkeit bestritten werden soll. Das bedeutet aber, daร man die Frage der Kirchenleitung zu einer vom Evangelium zu lรถsenden โOrdnungsfrageโ, zu einer Frage โkirchenpolitischer Zweckmรครigkeitโ machen will, was nach oben Gesagtem wiederum den Bekenntnisschriften widerspricht.
Bekenntnis und Ordnung der Kirche.
Oeynhausen hat die Dahlemer Beschlรผsse aufgenommen, indem es sagt: โDie an Gottes Wort gebundene Kirche ist berufen, in Sachen ihrer Lehre und Ordnung allein zu urteilen und zu entscheiden.โ16
Hier setzt der โlutherischeโ Widerspruch ein. Es sei refor- | miert, der Ordnung solch gesetzliches Gewicht zu geben. Es sei dagegen lutherisch, die Ordnungen frei zu geben, sofern sie nicht dem Wort Gottes widersprechen. Kirchenleitung, Verfassung etc. seien Dinge der Ordnung, die um der Liebe und des Friedens willen beziehungsweise โum der Zweckmรครigkeitโ willen, so oder auch anders gestaltet werden dรผrften, niemals aber seien sie gewissensverbindlich. Niemals sei fรผr sie unbedingter Gehorsam in Anspruch zu nehmen.
Dagegen:
1.) Es ist lutherische Lehre, daร alle Ordnung der Kirche im Dienst der Verkรผndigung steht. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck. Sie kann daher verschiedene Gestalt annehmen. Sie ist ein Adiaphoron.17 Es besteht also ein entscheidender Unterschied zwischen Bekenntnis und Ordnung der Kirche.
Es ist lutherische Lehre, daร alle รmter und Ordnungen der Kirche allein am Bekenntnis der Kirche ausgerichtet sein mรผssen. An ihrer Bekenntnisgemรครheit entscheidet sich ihr kirchliches Recht. Bekenntnis und Ordnung der Kirche kรถnnen daher nicht getrennt werden.
Es ist lutherische Lehre, daร die Gemeinde frei ist, ihre Ordnung im Dienst der Verkรผndigung zu gestalten, daร aber in statu confessionis, das heiรt beim Angriff auf die Kirche von auรen her,18 auch die Ordnungen der Kirche zum Bekenntnisstande der Kirche gehรถren, von denen nicht gewichen werden darf, um des Evangeliums willen. Was also innerhalb der Kirche Adiaphoron ist, ist nach auรen hin nicht Adiaphoron, sondern gehรถrt zum Bekenntnis. Bekenntnis und Ordnung der Kirche sind in statu confessionis eins.
Schriftbeweis: 1. Mannigfaltigkeit kirchlicher รmter in den verschiedenen Gemeinden, etwa paulinischen Gemeinden und Jerusalem. 2. Freiheit der gottesdienstlichen Ordnung, aber โdaร alles geschehe zur Besserungโ (1. Kor. 14,26). 3. Status confessionis: Gal. 2,11. |
Bekenntnisschriften: 1. โKirchenordnungen sollen zum Frieden und guter Ordnung der Kirche dienenโ (C.A. 15 und 28,53)19, durch sie wird das Heil erworben. 2. โโฆ daร die Gemeinde Gottes jedes Orts und jeder Zeit nach derselben Gelegenheit Macht habe, solche Zeremonien zu รคndern, wie es der Gemeinde Gottes am nรผtzlichsten und erbaulichsten sein magโ (F.C. ep. 10,4, sol. decl. 10,9).20 Die Ordnung steht also ausschlieรlich im Dienste der Gemeinde, kennt keine anderen Rรผcksichten! โZweckmรครigkeitโ einer Kirchenordnung wird also allein an ihrer Bekenntnisgemรครheit zu bemessen sein. Allein die Bekenntnisgemรครheit ist fรผr die Gemeinde zweckmรครig. Die Freiheit der Ordnung hat ihre definitive Begrenzung am Bekenntnis. 3. F.C. sol. decl. 10, 14, 16, 17 und 5.21 Es ist bezeichnend, daร von dem Lutheraner Flacius hier der โvolksmissionarischeโ Gesichtspunkt besonders geltend gemacht wird: โDas arme Volk sieht am meisten auf die Zeremonien, denn sie kรถnnen die Augen fรผllen, die Lehr aber ist so wohl nicht zu sehenโ (Von wahren und falschen Mitteldingen). Das Volk erkennt den Einbruch der Irrlehre an der Preisgabe der Ordnung! Vergl. die โmitteldingische Hurenfarbโ (Flacius).22
Bekenntnis des heutigen Luthertums: Kundgebung der evangelischโlutherischen Kirche in Bayern 23. August 1934 VII. โDie Kirche ist nach Lehre und Handeln ein Ganzes und wird deshalb im ganzen Umfang ihres Lebens durch ihr Bekenntnis bestimmt. Die Unversehrtheit einer Bekenntniskirche ist nur gewรคhrleistet durch die Kirchengewalt der Bekenntniskirche selbst. Kirchengewalt und Bekenntnis sind nicht zu trennen. Wir verwerfen ein Pseudoluthertum, das behauptet, โsichtbareโ und โunsichtbareโ Kirche kรถnnten geschieden werden, und das sich vermiรt, Kirchenregiment und Kirchenverfassung ohne Beziehung zur eigentlichen Aufgabe und zum Wesensgesetz der Kirche auszugestalten โฆ Es ist eine verhรคngnisvolle Tรคuschung, wenn man glaubt erklรคren | zu dรผrfen, Bekenntnis und Kultus blieben unangetastet, wenn auf die Kirchengewalt Verzicht geleistet wรผrde. Die Grenze zwischen dem Gebiet der kirchlichen Verwaltung und dem Gebiet der Obsorge fรผr Bekenntnis und Kultus ist flieรend โฆ โWo ist in der Kirche รผberhaupt ein Gegenstand, der nicht in irgend einer inneren Verbundenheit zum Bekenntnis steht?!โ (Landesbischof Meiser)โ.23
Offener Brief des Landesbischofs Meiser an den Reichsbischof 2. 10. 34: โDie Deutschen Christen machen sich einer unevangelischen Trennung von Bekenntnis und Kirchengewalt schuldig. Die Kirche ist ein Ganzes nach Bekenntnis, Kultus, Kirchenordnung und Gesetzgebung โฆ, es ist ein schรคdlicher Irrtum, Verfassung und alle รคuรere Ordnung der Kirche nach weltlichen Grundsรคtzen zu gestalten.โ24
Hannoversche Erklรคrung zur Eingliederung 15. Mai 1934: โโฆ es verstรถรt nicht nur gegen das reformierte, sondern auch gegen das lutherische Bekenntnis, kirchliche Ordnung und Kirchenregiment anzusehen als eine Frage der รคuรeren Organisation, die unabhรคngig vom Bekenntnis und Kultus gelรถst werden kรถnnte.โ25
Bekenntnis- und VerfassungsโErklรคrung von 35 Professoren 23. 5. 34: โโฆ es geht somit nicht an, eine bekenntnismรครige Bindung der Kirchenordnung nur fรผr โgewisse reformierte Gruppenโ zuzugestehen, und es ist in der gegenwรคrtigen Lage ohne praktische Bedeutung, wenn lutherische und reformierte Lehre รผber die Maรgeblichkeit der urchristlichen Verfassungsbildung โฆ verschieden urteilen. Und deshalb muร nach allgemein reformatorischen Grundsรคtzen die Kirche zu jeder Zeit allein nach den Gesichtspunkten geordnet und verfaรt werden, die sich aus den Gedanken des Schutzes und der Fรถrderung des kirchlichen Handelns ergebenโ.26
2.27 In der Bestimmung der Aufgaben der Kirchenleitung ist die Sorge fรผr die reine Lehre und die Abwehr der Irrlehre eingeschlossen. Das hat notwendig zur Folge, daร die Kir- | chenleitung Sorge tragen muร fรผr die Vorbildung der Theologen, fรผr Prรผfung und Ordination (Tract. 65, [67]; Schmalk. Artikel III,10)28. So schlieรt das Amt der Lehrzucht an dieser Stelle die Ordnung ein. Damit ist aber nur der Anfang bezeichnet fรผr das gesamte kirchliche Ordnungshandeln.
Es folgt, daร nach lutherischer Lehre Pfarrer und Gemeinden einer Kirchenleitung, die sich in statu confessionis befindet, auch in Fragen der Ordnung Gehorsam schuldig sind, um des Evangeliums willen. Aber auch eine Kirchenleitung, die sich nicht in statu confessionis befindet, hat den Anspruch auf Gehorsam, solange ihre Ordnungen dem Worte Gottes nicht widersprechen (C.A. 28,55).29 Auch dieser Gehorsam geschieht wie jeder schuldige Gehorsam um Gottes willen. Es ist dieser Gehorsam aber ein solcher gegen das 4. Gebot (Groรer Katechismus 158 ff)30, der also eine Grenze hat am Evangelium: Es ist beide Mal Gehorsam gegen den Herrn. Wรคhrend aber in statu confessionis der Gehorsam gegen die Kirchenleitung identisch ist mit dem Gehorsam gegen das Evangelium, ist im andern Fall der Gehorsam gegen die Ordnung begrenzt durch den Gehorsam gegen das Evangelium.
Die Kirchenausschรผsse.
Sie kรถnnen nach lutherischer Lehre nicht als Kirchenleitung anerkannt werden, weil sie bekenntniswidrig sind 1. in ihrer Einsetzung, 2. in ihrer Zusammensetzung, 3. in ihren Grundsรคtzen.
1. Es ist lutherische Lehre, daร niemand in der Kirche รถffentlich lehren darf, er sei denn rechtmรครig berufen (C.A. 14).31 Die Berufung der Ausschรผsse aber ist nicht rechtmรครig, weil nicht durch die Kirche vollzogen (siehe oben).32
2. Es ist lutherische Lehre, daร die Irrlehrer in der Kirchenleitung nicht gehรถrt und geduldet werden dรผrfen. โMan soll | auch den Bischรถfen, so ordentlich gewรคhlet, nicht folgen, wo sie irrenโ (C.A. 28,28 und รถfter).33 Wenn die Bischรถfe die wahre Lehre verfolgen, โmรผssen wir die Bischรถfe fahren lassen und Gott mehr gehorsam sein und wissen, daร die christliche Kirche da ist, da Gottes Wort gelehrt wirdโ (A.C. 14,3 f.).34 Es ist aber nicht nur nachweislich, daร Irrlehrer in den Kirchenausschรผssen sind, sondern auch, daร die rechte Lehre verfolgt wird. Die Ausweisungen der Bekenntnispfarrer in HessenโNassau sind vom dortigen Kirchenausschuร veranlaรt, ebenso die Einsetzung eines DeutscheโChristenโPredigers in Lippstadt.35
3. Es ist lutherische Lehre, daร eine Kirchenleitung, die Irrlehre verbreitet, nicht gehรถrt und geduldet werden darf (siehe oben36). Neben der Tatsache, daร die Kirchenausschรผsse selbst nur auf einer Irrlehre รผber das Wesen der Kirche und Kirchenleitung beruhen, beachte man als eklatantestes Beispiel der Irrlehre aus jรผngster Zeit Zoellners Aufruf zur Wahl vom 29. 3. 3637 und Egers Brief an Zรคnker (30. 3. 36), worin folgende Formulierung bezeichnend ist: โZum Inhalt der Verkรผndigung gehรถren Evangelium und Gesetz, Gnade und Naturโ (Seite 12).38 Wo Gesetz und Natur gleichgesetzt werden, wo die Natur neben der Gnade zum Inhalt der christlichen Verkรผndigung gehรถrt, dort steht man genau bei den Deutschen Christen. Es ist eine zwangslรคufige Entwicklung, die den Kirchenausschuร zu dieser Lehre fรผhrt. Es ist hier im Keim alles enthalten, was an Irrlehre รผber das Wesen der Kirche und des Staates bei den Deutschen Christen vorhanden ist. Es ist ebenso zwangslรคufig, daร die fรผr die Ausschรผsse jรผngst verfaรte Schrift von Bachmann39 bereits Barmen angreifen muร. Der Versuch einer Vermittlungstheologie zwischen Bekennender Kirche und Deutschen Christen ist selbst schon DeutscheโChristenโTheologie. Auch die Lehrentscheidung des Landeskirchenausschusses gegen Ludwig Mรผller darf hier nicht irre fรผhren. Nicht Ludwig Mรผller als Ein- | zelner, als Autor eines Buches, kann uns interessieren.40 Eine echte Lehrentscheidung in Sachen der Deutschen Christen mรผรte sich auf ihr gesamtes theologisches Programm richten. Eine solche aber muร bei der Zusammensetzung der Kirchenausschรผsse ausbleiben.
Donatismus?41
Die hรคufig gehรถrte Rede, die Bekennende Kirche lehre donatistisch,42 dรผrfte auf einem dogmengeschichtlichen Irrtum beruhen. Dem Donatismus ging es um die Frage, ob todsรผndige Amtstrรคger die Sakramente gรผltig spenden kรถnnten. Der Bekennenden Kirche geht es darum, ob Irrlehrer die reine Lehre verkรผndigen, beziehungsweise rechte Kirchenleitung ausรผben kรถnnen. Darin aber denkt die Bekennende Kirche nicht โdonatistischerโ als die ganze Reformation.
Reformiert und lutherisch.
Der dilettantische und propagandistische Gebrauch dieser Worte ist von den Deutschen Christen in den Kirchenkampf eingefรผhrt worden. Die Ausschuรfreunde haben ihn aufgenommen. Es ist bedauerlich, daร die ernste konfessionelle Frage auf diese Weise weithin zum Schlagwort herabgewรผrdigt wird. In der zur Debatte stehenden Frage dรผrfte die entscheidende Lehrdifferenz darin bestehen, daร nach reformierter Lehre die Ordnung der Kirche auch innerhalb der Kirche kein Adiaphoron ist, wenngleich bekanntlich etwa die Lehre von den 4 รmtern43 durchaus nicht verbindlich ist. Daร aber die Ordnungen bekenntnisgebunden sein mรผssen, daร in statu confessionis in der Frage der Ordnungen um keinen Schritt gewichen werden darf, das ist lutherischer und reformierter Lehre gemeinsam, und darum geht es heute.
21. VORTRAG รBER DIE GESCHICHTE DES EVANGELISCHEN KIRCHENLIEDES1 (MITSCHRIFT)2
Das innere Leben der deutschen evangelischen Kirche.
Die alten Christen sangen noch, als sie den Lรถwen vorgeworfen wurden. Der alte Franz von Assisi3 sang noch so laut in seiner Todesstunde, daร einige Brรผder sagten, es gezieme sich nicht fรผr einen Heiligen, so laut singend zu sterben. Die รberwinder in der Apokalypse am glรคsernen Meer singen das Lied Jesu.4
1542 stehen die Tรผrken mordend vor den Toren des Reiches; die frommen Mรคnner der Reformation warten auf den Jรผngsten Tag. Da dichtet Luther ein Kinderlied: โErhalt uns, Herr, bei deinem Wortโ.5 Warum ein Kinderlied? Hier liegt das Geheimnis des reformatorischen Glaubens beschlossen: โBetet, denn es ist keine Hoffnung in den Waffen, sondern im Gebet!โ6 Gott ist nicht mit den stรคrkeren Bataillonen, sondern mit dem kleinen Haufen der betenden und wachenden Gemeinde. Gottes Kraft ist in den Schwachen mรคchtig.7 Was singen die Kinder im Kampf gegen den Antichristen? โErhalt uns, Herr, bei deinem Wortโ! | Die Kinder rufen, beim Wort des Vaters wollen sie bleiben. Das allein soll Recht und Gewalt haben. Dieses Wort allein erhรคlt die Christenheit.
Der Papst ist eins geworden mit den Tรผrken, das heiรt mit dem gottlosen Heidentum. Es soll die wahre Kirche Christi ausgerottet werden. Jesus soll vom Thron gestรผrzt werden. Darum: โBeweis dein Macht, Herr Jesu Christ, der du Herr aller Herren bist; beschirm dein arme Christenheit, daร sie dich lobโ in Ewigkeit!โ
Was ist die Macht Christi? Es ist die verborgene, heimliche Macht des Kreuzes und Leidens. Der Herr hat seiner Gemeinde nichts verheiรen als das Kreuz. Er erhรคlt die Seinen mitten im Kreuz. Das Wort ist das Kreuz!
Und ein Drittes bitten die Kinder: โGott, Heilger Geist, du Trรถster wert, gib deim Volk einโrlei Sinn auf Erd, steh bei uns in der letzten Not, gโleit uns ins Leben aus dem Tod.โ Unter Wort und Kreuz steht die Kirche, vom Heiligen Geist gerufen und gesammelt. Der Heilige Geist leitet seine Kirche vom Tod zum Leben. Doctrina est coelum, vita est terra!8 Auch das christlichste Leben hat keine Macht gegen den Teufel. Es ist selbst noch Erde. Allein das Evangelium hat die Macht. Das ist Rettung. Das begreift auch das Kind.
Luthers Lieder sind durch zweierlei charakterisiert: sie sind ausnahmslos Lieder des Wortes; und er besingt nicht besondere Situationen der Gemeinde (nur ein einziges Mal, als er den Mรคrtyrertod der ersten Mรคrtyrer besingt9). Hundert Jahre spรคter, am Ausgang des dreiรigjรคhrigen Krieges, lebt mitten in diesen Erschรผtterungen nur eine Frage in der Kirche, die Frage nach der Wahrheit des Evangeliums und seiner Verkรผndigung. Die Zeit der Orthodoxie ist vielen unverstรคndlich. Aber haben wir die Wahrheit, so haben wir alles. | Mit ihr ist Gott. Mit der Orthodoxie ist ein Zeichen aufgerichtet: an der Wahrheitsfrage entscheidet sich alles!
Paul Gerhardts Gemeindelieder werden der Gemeinde nur in Zeiten starker Lebendigkeit geschenkt. Er hat gebetet: โSchleuร zu die Jammerpforten und laร an allen Orten auf so viel Blutvergieรen die Freudenstrรถme flieรenโ (Strophe 10 von โNun laรt uns gehn und betenโ).10 Auch sein persรถnliches Leben war von groรem Leid gezeichnet. Aber so wurde er der groรe Prediger des Trostes und der Freude seiner Zeit. Seine Lieder zeugen nicht mehr von den groรen Glaubenskรคmpfen der ersten Christenheit. Luther sang von Anfechtung und Kampf,11 Paul Gerhardt singt: โGib dich zufrieden und sei stilleโ;12 Luther: โEs streit fรผr uns der rechte Mannโ,13 Paul Gerhardt: โHรผter meines Lebens, fรผrwahr, es ist vergebensโ.14 Luther sang: โVerleih uns Frieden gnรคdiglichโ,15 Paul Gerhardt: โBefiehl du deine Wegeโ.16 Luther besang die Christfeste17 mit Worten der Schrift,18 Paul Gerhardt die christliche Erfahrung: โWarum sollt ich mich denn grรคmenโ.19 Mit einer dieser Strophen auf den Lippen ist Paul Gerhardt gestorben.20 Eins ist deutlich, es ist kein Kinderlied. Bei Paul Gerhardt liegt der Akzent darauf, daร ich Christum habe.21 Auf ihn kann ich mein Vertrauen setzen. Also nicht mehr zwischen Himmel und Hรถlle tobt der Kampf, ich selbst bin der Kampfplatz. Es ist nicht so sehr die strahlende Freude des Evangeliums, sondern jedes Trostwort Paul Gerhardts ist noch gezeichnet von dem Leid und den Trรคnen, die seinen Liedern vorangingen. Die Reformatoren erwarteten das Hereinbrechen des Jรผngsten Tages, bei Paul Gerhardt ist davon nicht mehr die Rede. Bei Luther: โSteh bei uns in der letzten Not, gโleit uns ins Leben aus dem Todโ;22 Paul Gerhardt: โDu bist mein, weil ich dich fasse und dich nicht, o mein Licht, aus dem Herzen lasseโ. (Letzte Strophe von โWarum sollt ich mich denn grรคmenโ.)23 Es ist kein unechtes Wort darin. Und doch ist es nicht mehr die Stimme der Reformation, der Kirche, die um Tod und Teufel kรคmpft und der Wiederkunft ihres Herrn gewiร ist. |
Und wieder hundert Jahre spรคter: Zinzendorf und Christian Fรผrchtegott Gellert. Beide fromme Mรคnner, weich bis zur Rรผhrseligkeit. Beide der offiziellen Kirche entfremdet. Zinzendorf grรผndet mit zwรถlf Jahren den Senfkornorden.24 Beiden ist der Maรstab ihrer Frรถmmigkeit das eigene Herz. Zinzendorf sagt so oft: โEs ist mir soโ statt: โEs steht geschriebenโ.25 Beide sind aus demselben Quell gespeist, doch schรคrfste Antipoden: Zinzendorf Pietist, Gellert Aufklรคrung. Beide haben denselben Gegner, die Orthodoxie. Der Pietist sucht das fromme Leben, der Aufklรคrer das vernรผnftige Leben.
Zinzendorf singt: โHerz und Herz vereint zusammen sucht in Gottes Herzen Ruhโ.26 Die Gemeinschaft frommer Herzen ist da und sucht Gott. Aber wer hat sie gestiftet? Ist es der Heilige Geist oder die fromme Menschlichkeit? Ist es die Ruhe der Sรผndenvergebung oder ist es ein seliges Ausruhen in frommen Gefรผhlen? Die Liebesflammen,27 sind sie das reine Feuer des Heiligen Geistes, der Gott liebt im Dienst am Nรคchsten oder ist es ein schwรคrmerischer Minnedienst, hart am Rande der Sprache des Fleisches?28
Fรผr Zinzendorf war das ganze Evangelium Jesus allein. Er berief sich dafรผr auf Luther. Damit hatte er Recht und Unrecht.
Die Aufklรคrung: Luthers Lieder werden umgedichtet.29 Der Mensch ist das Maร aller Frรถmmigkeit geworden, nicht die Schrift. Hier wird Christus nicht genannt.30 Ist die Weisheit, der Allmรคchtige, von denen Gellert redet,31 wirklich der Dreieinige Gott?
Wieder hundert Jahre spรคter, das 19. Jahrhundert: Neu erwachter Konfessionalismus, Erweckungsbewegung, kirchlicher Aktivismus, Individualismus. Das Leben flutet | neben der Kirche her. Was ist das Leben der Kirche? Wir sehen es an einem Lied des kirchlichen Aktivismus, an dem Lied von Spitta: โO komm, du Geist der Wahrheitโ.32 Es ist vieles gesagt und auch nicht gesagt:
1.) Es ist vom Bekenntnis die Rede, aber vom Inhalt wenig. Es ist wichtiger daร bekannt wird als was bekannt wird.
2.) Es ist nicht von der Kirche geredet, sondern von vielen einzelnen Bekennern.
3.) Es ist nicht geredet von der Verheiรung, die der Kirche gegeben ist, sondern als ob die Verheiรungen den trotzigen Bekennern gelten. Es scheint also, als ob das Bekennen als Aktivismus irgendwelche Verheiรung hรคtte.
4.) Es klingt so, als sollten wir mit unserem Bekenntnis die Feinde der Kirche zu Fall bringen. (Hier folgt in meinem Stenogramm der Satz: Vielleicht alle zu wenig erschreckt und erzittert vor dem Gericht Gottes.)33
Ein Lied der innerlichen Frรถmmigkeit: โSo nimm denn meine Hรคnde und fรผhre mich!โ34 Wer singt hier? Nicht die Gemeinde, [sondern] eine einzelne Seele, die ihren Frieden sucht. Bei wem sucht sie den Frieden? Man erfรคhrt es nicht. โDuโ wird gesagt. Der Name Gottes oder Jesu kommt nicht vor. Das wรคre schon zu hart, zu objektiv fรผr dieses Lied. โIch mag nichtโ35 ist etwas anderes als โIch kann nichtโ. Das heiรt: ich bin zu mรผde, zu traurig, ich will gรคnzlich still sein. Das ist der Friede: gefรผhrt werden.
Wo bleibt hier der harte Friede Gottes, der nirgend anderswo geschlossen werden konnte als im Tod des Sohnes, Christi? Der in aller Unruhe heimlich verborgen ist, als er am Kreuz geschlossen wurde? Wo ist eine Erinnerung an die Erkenntnis der Reformation, daร Friede allein in der Vergebung der Sรผnde besteht? Sollte hier nicht eine Stille begehrt werden, die unser Herr selbst nicht empfing? Soll hier nicht etwas vorweggenommen werden, was die neue Welt erst bringen wird?
Diese beiden Lieder entspringen aus derselben Wurzel. Es ist erwachtes religiรถses Leben. Aber es geht neben der Kirche her. Es ist fromme Poesie, aber nicht gepredigtes Wort. Die Frage ist, wie wird dieser Glaube des 19. Jahrhunderts bestehen, wenn einmal groรe Anfechtungen รผber | die Kirche kommen. Die Anfechtungen kamen, und die Antwort war der Kirchenkampf.
Nach vierhundert Jahren Protestantismus dringt der Geist der Reformation wieder durch. Die Mรคchte, die die Kirche bedrohen, sind ungeheuer. Hier lernen wir wieder: das Gebet muร es tun, auch das Gebet der Kinder. Darum hat die Bekennende Kirche wieder beten gelernt. Auch Anfรคnge neuer Lieder sind da (Heinrich Vogel).36 Noch wissen wir nicht, was Gott vorhat mit seiner Bekennenden Kirche. Kein Blick zurรผck ist uns erlaubt, es sei denn der eine auf das Kreuz Christi. Kein Blick in die Zukunft ist uns erlaubt, es sei denn der eine auf den Jรผngsten Tag. So sind wir frei gemacht zum Loben und Singen!37
d) Vierter Kurs. Bruch mit Genf und Arbeit an der โNachfolgeโ
17. Oktober 1936 โ 15. Mรคrz 1937
A. VORLESUNGEN UND รBUNGEN
22. VORLESUNG โKONKRETE ETHIK BEI PAULUSโ1
22.1. VORLESUNGSABSCHNITTE ZU ACTA 2,43โ47 UND ZUM HANDELN DES CHRISTEN แผฮฝ ฮงฯฮนฯฯแฟท (NACHSCHRIFT)
Vers 432: ฯฮญฯฮฑฯฮฑ ฮบฮฑแฝถ ฯฮทฮผฮตแฟฮฑ. Wunder und Zeichen sind etwas nicht Selbstverstรคndliches, Diabolisches bei einer โreligiรถsen Gemeinschaftโ.3 Aber eine Gemeinde, die Neuschรถpfung Gottes ist und an die Gegenwart des Heiligen Geistes glaubt, begreift, daร Wunder und Zeichen zu ihr gehรถren. Wie als Taten Jesu zu ihm, gehรถren sie als Taten der Apostel zu ihnen. โ Es wird ein Doppeltes gesagt: 1. Das reale Eingreifen Gottes in der Gemeinde, das heiรt: die Verheiรung ist erfรผllt, der Heilige Geist ist real gegenwรคrtig. Aber: 2. Die Vollendung ist noch nicht da, es ist noch hinter dieser unserer Welt eine andere Welt, die schon hier und dort durchbricht und sichtbar wird.4 โ Wunder und Zeichen geschehen in einer Gemeinde, und nur dort, die mit dem Heiligen Geist wirklich rechnet, aber ebenso wartet auf das Kommen des Reiches. โ Die ฯฮทฮผฮตแฟฮฑ ฮบฮฑแฝถ ฯฮญฯฮฑฯฮฑ sind freie Gaben Gottes, nicht an das Amt notwendig gebunden. Sie halten die Furcht Gottes wach;5 so unterstรผtzen und umgeben sie wirksam die Predigt des Evangeliums. Es vollzieht sich ein Einbruch Gottes in diese Welt; ihre Gesetze werden aufgehoben, ihre Vorlรคufigkeit wird offenbar.6 Als die Kirche โreligiรถse Gemeinschaftโ wurde, blieben die Wunder aus, und darum muรte an ihre Stelle treten die Innere Mission. Darum steht die Innere Mission auch neben der Kirche.7 Das muรte so sein, aber es hat eben diesen Grund! (Heftigster Feind der Inneren Mission war das strenge Luthertum. Die Bayern; es sei eine โUnternehmungโ. Wie sie auch gegen die Pflicht der Seelsorge des Pfarrers redeten! Und die Orthodoxen gegen die JerusalemโSynode.8)
Vers 44/45: Die herausgerufene Gemeinde schafft sich auch ihren eigenen Raum in den konkreten Lebensbeziehungen. Das heiligste Recht, das Eigentumsgesetz, verliert โ nicht seine Geltung, aber seinen Ernst. Die Gemeinde verzichtet damit auf das ihr von der Welt verbรผrgte Recht und schafft sich eigene Ordnung, sichtbar abgehoben von der Ordnung der Welt.9 Freiwilliger Verzicht und frรถhliche Bejahung des Gesetzes Christi.10 Nicht Zwang oder Gewalt, sondern in Freiheit, trotz Kapitel 5.11 So kรถnnen die Heiden รผber die ersten Christen sagen: โSiehe, wie lieb sie einander habenโ12 Jo 13,34 nota ecclesiae in der Bibel! Die Schwรคrmer, besonders Schwenckfeld, haben dies gegen die lutherischen notae ecclesiae ins Feld gefรผhrt!13
Vers 46: In der Alltรคglichkeit dieses Tuns bekundet sich die innere Freiheit14, die keines Zwanges bedarf. Tรคglich! (In alter reformierter Kirchenordnung des Westens [In der Gemeinde unter dem Kreuz.]15 war tรคglicher Gottesdienst vorgesehen, morgens von 6โ7 Uhr, โnicht รผber eine Stundeโ; und an zwei Nachmittagen der Woche, Mittwoch und Freitags, je zwei Predigten; Sonntags: 6 Uhr, 9 Uhr und drei Nachmittagsgottesdienste beziehungsweise Katechismusunterricht16 โ so war das Wort Gottes unter der Gemeinde, richtiger: die Gemeinde unter dem Wort Gottes.) Der ganze Tag gehรถrt der Kirche.17
Vers 47: Das Allerseltsamste: Die Gemeinde hat Gnade beim Volk. Ist das die Blindheit des Volkes, das den Ernst des Kreuzes Christi noch nicht erkannt hat und noch nicht weiร, daร diese Gemeinde unter dem Kreuz steht? Oder ist es schon die Vorwegnahme der Verheiรung, daร einst alles Volk die Gemeinde Gottes ehren werde? Oder aber ist es die eigentรผmliche Freundlichkeit Gottes, daร Gott um die Gemeinde herum nicht nur den Haร der Welt legt, sondern auch einen Ring der Freundschaft und Sympathie โ daร die Gemeinde also nicht nur Feinde hat, sondern auch begleitet ist von Freunden (wie Auszug aus der babylonischen Gefangenschaft)?18
Vers 47 b: Noch einmal der Einbruch der Gemeinde in die Welt hinein. Gemeinde treibt Mission. Gemeinde (kein Verein) treibt Mission.19 Ihr tรคgliches Wachstum erweist die Kraft des in ihr tรคtigen Heiligen Geistes. Das tรคgliche Wachsen liegt wohl fast auf derselben Ebene wie das WunderโGeschehen. โ
In diesem Raum, dem โneuen Menschenโ, vollzieht sich alles, was รผber Heiligung usw. zu sagen ist.20
Das Handeln des Christen โin Christusโ21
Der ฯฯฯฮฑฮณฮนฯฮผฯฯ22 des Christen
Vgl. die Begriffe des โAbschlieรensโ ฯฮทฯฮตแฟฮฝ, ฯฯฮฟฯ
ฯฮตแฟฮฝ23 โ ฯฯฯฮฑฮณฮฏฮถฮตฮนฮฝ: 1) Christus der Versiegelte: Jo 6,27 (Rm 15,28)24 2) die Versiegelte = die Gemeinde 2. Kr 1,22 Parallelismen mit Vers 21; der das โฆ, hat auch das โฆ, Gott; und noch einmal ebenso: ฮฒฮตฮฒฮฑฮนแฟถฮฝ / ฯฯฯฮฑฮณฮนฯฮฌฮผฮตฮฝฮฟฯ, dieser Parallelismus wieder Fortfรผhrung des Nebeneinanders Vers 20 a + b.25 Eph 1,13 (แผฯฯฮฑฮฒฯฮฝ26 [ฯฮฑฯฮฑฮธฮฎฮบฮท. donum perseverantiae, destinatio.27 โ ฮบฮปฮทฯฮฟฮฝฮฟฮผฮฏฮฑ โ ฯฮตฯฮนฯฮฟฮฏฮทฯฮนฯ folgen dem ฯฯฯฮฑฮณฮฏฯ-Begriff logisch nach; Siegel = Akt der Aneignung, der ฯฮตฯฮนฯฮฟฮฏฮทฯฮนฯ;28 einmal mรถglich wir โerbenโ, und zum anderen besitzt Christus uns. Das แฝ
ฯ29 entweder von 3 ff. her; oder Christus?!); 4,3030 1. Kr 9,2 (โBeglaubigungโ), Rm 4,11 Ofb 7,4 f.31
ฯฯฮฟฯ
ฯฮตแฟฮฝ: Gl 3,23 (Bild des โGefรคngnissesโ) Phl 4,7 (ebenso: โgefangen nehmenโ32 [Gefรคngnis = Schutz! Gesetz Gottes = Schutzhaft; oder Untersuchungshaft?]33) 1. Ptr 1,3โ5 (ฯฮทฯฮตแฟฮฝ, ฮบฮปฮทฯฮฟฮฝฮฟฮผฮฏฮฑ; Gefangenschaft auf Befreiung hin. Zweierlei Bewahrung: einmal das Erbe wird bewahrt, dann der Erbe bewahrt)34. Jo 17,12.15 (ฯฯ
ฮปฮฌฯฯฮตฮนฮฝ, ฯฮทฯฮตแฟฮฝ; der Bewahrende ist immer Christus, nicht wir selbst โ aber wer bewahrt ist, muร auch bewรคhrt sein, man kann herausfallen oder richtiger herausspringen aus dem BewahrtโWerden).35 1 Th 5,23 (die Bewahrung erstreckt sich nicht nur auf den Glauben, sondern auf den ganzen Menschen36) 2. Ptr 2,4.937 Jud 1 Ofb 3,10.38
1. Das Handeln des Christen โแผฮฝ ฮงฯฮนฯฯแฟทโ ist nichts Punktuelles, sondern hat eine Kontinuitรคt. Dem Berufenen wird das Siegel aufgedrรผckt. Damit ergreift Gott, Christus, vรถlligen Besitz.39 Das Siegel ist die Beglaubigung, das Merkzeichen des Berufenen. Gott hat den Menschen zurรผckgeholt aus der Welt und bezeichnet ihn mit seinem Namen.
2. Sein Name ist der Heilige Geist. Das Siegel des Heiligen Geistes ist die Vollendung des Werkes Gottes an den Menschen. Der Kreis hat sich geschlossen und ist nun geschlossen. Im Heiligen Geist gehรถrt der Mensch Gott.
3. Er ist damit abgeschlossen von der Welt. Die Welt kann dieses Siegel nicht brechen. Die Gemeinde ist wie ein versiegelter Zug durch ein fremdes Land. So geht die Gemeinde durch die Welt.
4. ฯฯฮฟฯ
ฯฮตแฟฮฝ = verschlieรen im Gefรคngnis. Entweder gefangen unter dem Gesetz, oder in Christo. Beides ist ein geschlossener Raum; Gott hat verschlossen und hat den Schlรผssel. Es kann keiner in diesen Raum hinein gegen den Willen Gottes. Auch nicht heraus!40 Die โFreiheitโ des Menschen ist freilich, aus diesem fahrenden Zug zu stรผrzen.
5. Das Ziel der Versiegelung ist die ฯฯฯฮทฯฮฏฮฑ41. Es ist alles auf das Ende hin bewahrt, damit wir โam Endeโ bewahrt werden.
6. Die Bewahrung der Gemeinde ist wie die Bewahrung des Noah in der Arche42. Die Arche wird zugemacht und durchs Wasser gerettet (= Taufe 2. Ptr).43 Aber die Mรถglichkeit, herauszustรผrzen.
7. In all diesen Begriffen ist die Gemeinde als der Raum gedacht, in den der einzelne versetzt, in dem er bewahrt und getragen wird. Die Versetzung in den Raum der Gemeinde ist die Rechtfertigung;44 das Bleiben in diesem Raum ist die Heiligung.45
Der แผฮณฮนฮฑฯฮผฯฯ
โHeiligungโ, nicht โHeiligkeitโ. แผฮณฮนฯฯฯฮฝฮท enthรคlt, wenn auch nicht so stark, diesen Charakter.46 These von Bonhoeffer: Der Glaubende wird gerechtfertigt, der Gerechtfertigte wird geheiligt und der Geheiligte wird gerichtet.47
1. Die Heiligung als das Ziel der Rechtfertigung48, als Tat Christi. Rm 6,16โ21 (nach der Rechtfertigung die Heiligung49), 1. Kr 1,30 (Christus ehe Heiligung) 1. Kr 6,11 ([erst] Taufe [dann] Heiligung) (2. Kr 7,1) 2. Th 2,13 1. Pt 1,2 แผฮณฮนฮฑฯฮผแฝธฯ ฯฮฟแฟฆ ฯฮฝฮตฯฮผฮฑฯฮฟฯ. Ofb 22,11 (Voraussetzung fรผr das Geheiligtwerden ist das HeiligโSein; zunรคchst ist Christus unsere Heiligung, dann aber: Ofb 22,1150) Kl 1,22 Eph 1,4.
2. Ziel des แผฮณฮนฮฑฯฮผฯฯ:51 1. Th 3,13 (auf die Wiederkunft Christi) 4,3.7 (แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ52 โ แผฮณฮนฮฑฯฮผฯฯ [Rm 6,19 1. Th 4,4.7 Eph 5,4 f.]53) 5,23. (Auf die Wiederkunft Christi hin) Hb 12,14 (das Schauen Gottes ist gebunden an die Reinheit, Mt 5;54 das Sehen des Herrn ist also weder durch Taufe noch durch Rechtfertigung verbรผrgt55 [Gibt es eine Rechtfertigung ohne Heiligung?]56).
3. Der Grund unserer Heiligung ist Heiligkeit Gottes. Phl 1,27 Eph 4,1 Kl 1,10 1. Th 2,12 (immer wieder แผฮพฮฏฯฯ57) 2. Th 1,11 3. Jo 6 Lev 19 = 1. Pt 1.58
4. Der Ort der Heiligung ist Jesus Christus59 1. Kr 1,2 Hb 10,29 (sein Blut).
Heiligung also nur auf Grund dessen, daร wir von Gott geheiligt sind, heilig sind; die โArcheโ ist abgefahren. Man kann nun herausfallen! Wie eine wandernde Marschkolonne, wo der eine mitwandert mit den anderen; ein gemeinsames โSchritteโtunโ, ฯฮตฯฮนฯฮฑฯฮตแฟฮฝ, Pilgerschaft. Ein selbst schreiten und zugleich mitgehen mรผssen, getragen werden. Das Ziel: am Tage Jesu Christi vor ihm rein dazustehen; das heiรt als ein solcher, der nicht aus dem Raum (aus dem neuen Menschen, aus dem Christus, aus der Gemeinde) herausgetreten ist. Der Glaubende geht in die Arche, die Arche stรถรt ab, die Arche landet; Rechtfertigung, Heiligung, Vollendung. Vgl. Paulus Matthรคus Jakobus. Heiligung als auf Christum bezogener Begriff; um an jenem Tag bestehen zu kรถnnen. Um ihm nicht Schande zu machen; Dankbarkeit.60
22.2. NOTIZEN BONHOEFFERS ZU DEN LASTERKATALOGEN61
Lasterkataloge
R 1,24 ff Geschlechtssรผnde, ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ โ ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ62 โ Zwietracht โ Hochmut โ Anarchisch
R 13,13 Fressen โ Unzucht โ Zwietracht โ (wartet des Leibes).
1 Kor 5,10 f ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ, ฮตแผฐฮดฯฮปฮฟฮปฮฑฯฯฮฏฮฑ63 โ V. 11 โ Lรคsterer, Trunkenbold, Rรคuber
1 Kor 6,9 f ฯฯฯฮฝฮฟฮน, ฮตแผฐฮดฯฮปฮฟฮปฮฌฯฯฮฑฮน64, โฆ ฯฮปฮตฮฟฮฝฮญฮบฯฮฑฮน, ฮบฮปฮญฯฯฮฑฮน65 โ Trunkenbold, Lรคsterer, Rรคuber.66
Gal 5,19โ21 Geschlechtssรผnden, Abgรถtterei โ Zwietracht, Mord โ67
Abgรถtterei (1 K 5,10 6,9 Gal 5,3.19 Kol 3,5.8)68
[Eph] 5,3 f แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ69 โ ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ
Kol 3,5.8 แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ โ ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ = ฮตแผฐฮดฯฮปฮฟฮปฮฑฯฯฮฏฮฑ70
Zorn โ Sรผnde der Zwietracht.
1 Tim 1,9 f71 (แผฮฝฮฟฮผฮฟฮน72 โ kraftlos โ anarchisch โ selbstgefรคllig โ intellektuelle73, Zuchtlose)
2 Tim 3,2โ574
Alle solche werden das Reich Gottes nicht ererben โ Gal 5,21 Eph 5,5 1 Kor 6,9 R 1,32
Ursprung? Wort Jesu: Mark 7,2275 ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ, ฯฯฮฝฮฟฯ76, แผฯฮญฮปฮณฮตฮนฮฑ77, แฝฯฮตฯฮทฯฮฑฮฝฮฏฮฑ78
ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ (Lk 12,15) zusammen mit Hurerei 1 Kor 5,10.11. 6,10 Eph 4,19 5,3.5. Kol 3,5 1 Thess (2,5) 4,4โ6 f. 1 Kor 5,11 6,1079 Habsucht, Gier, Kreaturdienst, Befleckung mit der Welt. ฯฮนฮปฮฑฯฮณฯ ฯฮฏฮฑ80 1 T 6,9 f 3,3 2 T 3,2 Hebr 13,5 โ Jes 2381
แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ82 โ R 6,19 2 Kor 12,21 Gal 5,19 Kol 3,5 Eph 5,3 4,19 R 1,24
A.T. Zeugung, Geburt, Tod โ (Ps 51,7) unrein โ darum ausgesondert fรผr Gott, in bestimmten Schranken. โ โUnreinheitโ ist der ungeordnete Umgang mit den Dingen der Zeugung โ aber rein durch Danksagung (Tit 1,15. 1 T. 4,4) โ แฟฅฯ
ฯฮฑฯฮฏฮฑ = Unreinlichkeit, Schmutz Jc 1,21 โ ฮผฮฟฮปฯ
ฯฮผฯฯ83 2 Kor 7,1
Hurerei unter dem Gericht Gottes R 1,29 1 Kor 5,1 f.9 f 7,2 10,784 2Kor 12,21 Hebr 12,16 13,4
ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ zana85 โ 1 Thess 4,6 โ Gott nicht kennen, Abgรถtterei, Sรผnde der Heiden.86
1 Kor 6,13 ff โ Sรผnde gegen den Leib Christi โ Glieder.
1 Kor 10,7 ff โ Abgรถttisch โ hurerisch, โ Christus versuchen โ murren87 –
Jac 4,4 โ Feindschaft der Welt.
ฮผฮฟฮนฯฮตฮฏฮฑ naโaf88 โ im Dekalog: Zusammenfassung aller derartiger Sรผnde.89
แผฯฮญฮปฮณฮตฮนฮฑ90 R 13,13 2 Kor 12,21 Eph 4,19 Gal 5, 19 1 P 4,3 2 Pet 2,7.18 Jud 4! โ Die freche Schwelgerei, in Hochmut und Gottesverachtung
Grundsรคtzliches zu ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ und ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ โ
1.) Gen 3. Ursรผnde.91 libido โ sein wie Gott, gut und bรถse, Unterscheidung, lustvoll und leidvoll โ falsche Einheit. โ Das Ebenbild entstellt, bedeckt, Scham.92 –
2.) Christus โฆ imago93 โ neuer Leib โ ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ Sรผnde gegen seinen Leib = Befleckung mit der Welt โ (Jac 1,27) โein Leib mit der Hureโ, mit der Welt. โ Sich verlieren, in ฮดฮฟฯ
ฮปฮตฮฏฮฑ94 der Welt (R 6,9)
3.) 1 Kor 7. Beurteilung der Ehe, Enthaltsamkeit. Zucht. Mt 19,11 ff95 Fremd in der Welt,96 Zucht.
4.) Gemeinsam mit ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ โ sich hรคngen an die Welt โ Besitz + Einheit โ Herrschaft.97 10. Gebot libido-Charakter โ Unersรคttlichkeit โ Adams Sรผnde โ Unzufriedenheit โ Alte Leute! Sorge
ฮผฮญฮธฮท, ฮบแฟถฮผฮฟฮน98 โ A.T. Speiseverbote, Opfermahlzeiten, (Fett verbrennen)99 Nasirat100 Bauchsรผnde R 16,18. Phil 3,19 โ gegen den Dienst Christi, Feindschaft gegen das Kreuz. โ Wein Eph 5,18 T 1,7 2,3 1 Petr 4,3 R 13,13 1 Kor 5,11 Gal 5,21 โ aber 1 Tim 5,23 โ Noah101, Lot102 โ die Gewalt des Weines โ dient dem Kรถrper, aber betรคubt ihn mit einem Geist der Erde, macht ihn unzugรคnglich fรผr das Wort Gottes. โ Nasirat, Johannes โ Jesus103 โ nicht ohne Bedeutung die Frage des Weines โ
Sรผnde gegen den Nรคchsten. Haร, Verleumdung, Mord.104
โJeder lebe friedlich105 unter seinem Weinstock und Feigenbaumโ106 โtrunken und tollโ107 โ โWeinstock und Rebenโ108 โKelchโ109
22.3. VORLESUNGSABSCHNITT ZU DEN LASTERKATALOGEN (NACHSCHRIFT)110
Die Lasterkataloge.
Gl 5,19 ff:111 1. Sรผnden der Unzucht 2. = Gรถtzendienst 3. Sรผnden gegen die Gemeinschaft, zusammengefaรt im โMordโ (vgl. Dekalog112) 4. Maรlosigkeit. โ Die Gerichtsdrohung, Vers 21, scheint ebenso wie eine Gruppierung der heidnischen Laster zum paulinischen Stil gehรถrt zu haben. โ Es fehlt hier: Lรผge, Verleumdung usw.
Eph 5,3 ff: Das ฮบฮฑฮธแฟฮบฮฟฮฝ113 kommt aus der Stoa, Rm 1. โ 1. Unzucht 2. Habgier 3. Zungensรผnden. Das erste und zweite wird dann als โGรถtzendienstโ zusammengefaรt.
Kl 3,5.8: 1. Unzucht 2. Habgier = Gรถtzendienst โ es folgt Gerichtsdrohung 3. Sรผnden gegen die Gemeinschaft.
1. Kr 5,10 f 6,9: 1. Unzucht 2. Habgier und Rรคuberei 3. Gรถtzendienerei.114 โ Zum zweiten: 1. Unzucht 2. Habgier 3. Gรถtzendienst und Schmรคhen 4. Zungensรผnden gegen die Gemeinschaft und Sรผnden des Bauches, und Rรคuberei.115 Drittens: Gericht! dann116. Unzucht 2. Diebstahl und Habgier 3. Sรผnden des Bauches, der Zunge, Rรคuberei โ Drohung. โ ฮปฮฟฮนฮดฮฟฯฮตแฟฮฝ117: vor dem Gรถttlichen keine Achtung haben und damit keine Bindung anerkennen; auch โMurrenโ รผber Gottes Barmherzigkeit mit dem Sรผnder. Zu แผ
ฯฯฮฑฮพ vgl. Phl 2118; der Mensch der โRรคuberโ an der Ehre Gottes, zusammenfassend, vgl. Lukas 18. Vgl. dazu Spengler โDer Mensch und die Technikโ.119
Rm 13, 13: 1. Sรผnden des Bauches 2. Unzucht 3. Sรผnden gegen die Gemeinschaft. โ Aufforderung zu einer besonnenen Haltung gegenรผber der ฯฮฌฯฮพ.
Rm 1,24 ff, besonders 29 ff: 1. Unzucht (ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ wieder vor ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ und hinter แผฮดฮนฮบฮฏฮฑ; vgl. 1. Kr 6,2120. Sรผnden gegen die Gemeinschaft, besonders mit der Zunge 3. Sรผnden gegen die Achtung Gottes im besonderen 4. noch einmal: Sรผnden des Hochmuts, hier besonders stark. โ Drohung.
Vilmar unterscheidet: Sรผnden der Fleischeslust, Augenlust, Hoffart121 1. Jo 2,16; das sei schon bei Eva, dann in allen Katalogen des Paulus wieder da. Aber das wird etwas gewalttรคtig.
1. Tm 1,9: betont das ฯฮตแฟฯฮฑฮน122; dem Gerechten liegt es nicht als Last auf, und das heiรt ฮฝฮฟฮผฮฏฮผฯฯ ฯฯแฟฯฮธฮฑฮน123. โ Hier andere Aufzรคhlung, wie auch im 2. Ti124 1. Nichtunterordnung 2. Ehrfurchtslosigkeit gegen Gott 3. gegen die Gemeinschaft 4. Unzucht.
Mk 7,21:125 1. Hurerei 2. Diebstahl 3. Mord 4. Ehebruch 5. Habgier 6. Sรผnden gegen die Gemeinschaft. 7. (Besondere Sรผnden gegen Gott). Ist Paulus etwa von hier aus bestimmt?!126
Die Drohstellen: Gl 6,7 5,21 Eph 5,5 Rm 1,32 1. Kr 6,9.10.
แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ: Gl 5,19 Kl 3,5 Rm 6,19 Eph 5,3 4,19 Rm 1,24 2. Kr 12,21. Zeugung, wie Tod, im Alten Testament unter dem Zeichen der โUnreinheit. Das heiรt: sie sind nicht ausgeschlossen, sondern sie sind ausgesondert fรผr Gottes eigenes Recht und werden daher in besondere Schranken gelegt.127 โUnreinheitโ ist der ungeordnete, gesetzlose Umgang mit diesen Dingen, der Zeugung etwa. Reinheit besteht nicht im Ausschlieรen dieser Dinge, sondern in ihrer Ordnung nach der Weise des Gesetzes.
Fรผr die รbertretung werden Opfer angeordnet. Das Gebiet des Unreinen ist also begrenzt durch: Gesetz, und: Opfer; so ist dies Gebiet ausgesondert fรผr Gott. โ
Neues Testament: Tt 1,15 dem Reinen ist alles rein, und 1. Ti 4,4: alles ist rein dem, der es mit Danksagung gebraucht.128 Das, wofรผr ich nicht danken kann, ist unrein; es ist mir auch schon unrein, wenn ich nicht dafรผr danke. Im Neuen Testament also umgrenzt das Gebiet des Unreinen durch die Danksagung. Jk129: แฟฅฯ
ฯฮฑฯฮฏฮฑ, โUnreinheitโ โ โUnreinlichkeitโ. Beschmutzung, Befleckung des Kรถrpers. Paulus 2. Kr 7,1 kennt noch den ฮผฮฟฮปฯ
ฯฮผฯฯ.130
Jedesmal Androhung des Gerichts, wo davon geredet wird. 2. Kr 7,2 10,7131 Hb 12,16 13,4.
ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ. = zana132 1. Th 4,3 f.6: แผฮณฮนฮฑฯฮผฯฯ sofort wieder gegenรผber ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ. Letztere ist eine Sรผnde spezifisch des โGott nicht kennenden Heidentumsโ 1. Th 4,5; das โGott kennen wollenโ, Gn 3, ist gerade das โGott nicht kennenโ. 1. Kr 6,13 ff: die ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ ist eine Sรผnde am Leib Christi, indem ich meinen Leib dem Leib Christi, der Gemeinde, entziehe. Wir sind selbst Glieder Christi, nicht nur Glieder am Leib Christi.
1. Kr 10,7 f: Vers 7 und 8 und 9 f 10 jedesmal derselbe Anfang. Immer wieder dasselbe, anders ausgesagt.
Jk 4,4: Der Welt Freundschaft, die die ฮผฮฟฮนฯฮฑฮปฮฏฮดฮตฯ133 haben, ist Feindschaft gegen Gott.
ฮผฮฟฮนฯฮตฮฏฮฑ naโaf134. Im Dekalog Zusammenfassung aller einzelnen Unzuchtssรผnden. Vgl. Hosea.135
แผฯฮญฮปฮณฮตฮนฮฑ: Darin liegt noch besonders das freche Verachten und sich Hinwegsetzen รผber die Grenzen. Noch 2. Kr 12,21 1. Pt 4,3 2. Pt 2,7.18 Jd 4136. (Die katholischen Katechismen entnehmen hieraus die Bestimmung der Sรผnde wider den Heiligen Geist: sie sei โauf Gnade hin sรผndigenโ โ die Richtigkeit dieser Bestimmung nach Bonhoeffer fraglich.137)
ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ und ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ zusammengefaรt als: แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ, auch als ฮตแผฐฮดฯฮปฮฟฮปฮฑฯฯฮฏฮฑ. โ Die ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ als besondere Sรผnde des Heidentums: 1. Ti 1.138
1) Nach Gn 3 hat die geschlechtliche Unreinigkeit eine besondere Nรคhe zur Ursรผnde; es besteht tatsรคchlich, was die katholische Erbsรผndenlehre ausdrรผckt, eine besondere Beziehungsnรคhe zwischen der ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ und der Ursรผnde.139 Durch diese Sรผnde tritt eben zugleich eine falsche Trennung wie eine falsche Einheit ein. Mit dem Lernen, Gutes und Bรถses zu unterscheiden, mit dieser Erkenntnis ist diese Sรผnde der Unreinheit im besonderen verbรผndet. [Die hebrรคischen Begriffe] tob und ra bedeuten freilich nicht zunรคchst das sittlich Gut und Bรถse, sondern zunรคchst das Leid- und Lustvolle. (So heiรt es von alten Menschen, daร sie das nicht mehr wuรten, im Alten Testament140). Es meint, vor der sittlichen Scheidung, vielmehr die Ur-Scheidung, die dann freilich auch das Sittliche umfaรt โ aber noch mehr: nรคmlich die ganze Existenz des Menschen, in der er sich auch vom anderen, von Gott unterscheidet, sich selbst erkennt als einen von Gott und der Welt Unterschiedenen usw. Aus dieser Scheidung her kommt auch die wissentliche Scheidung der Geschlechter und die Scheidung von Gott. Der Mensch setzt sich selbst isoliert, als sicut Deus141. Das โUnterscheiden aus eigenem Vermรถgenโ, mit dem dann natรผrlich verbunden ist auch das โVerbinden, Vereinigen nach eigenem Vermรถgenโ, ist die Ursรผnde. Da will der Mensch รผber die Zweiheit verfรผgen, รผber die Gott allein verfรผgen will. Die Ebenbildlichkeit bestand allein, als Adam nicht wuรte, was โgut und bรถseโ ist, sondern Gott das Scheiden und Vereinigen รผberlieร. Von dort her bekommt das jada142 die doppelte Bedeutung: das intellektuelle Einsehen, und das schรถpferische Einsehen und Erkennen in geistiger wie physischer Hinsicht. Von dort kommt auch die mit แผฯฯฯ143, libido verbundene ewige Unruhe in der Einheit und ewige Unruhe in der Zweiheit; es gibt unter dieser Macht keine wahrhaftige Einheit und keine wahrhaftige Zweiheit, sondern der Mensch bleibt im Grunde allein und setzt, sich selbst belรผgend, angeblich den anderen erst sich zum Objekt โ den ihm einst Gott gesetzt hat. So ist der Zusammenhang zwischen Erbsรผnde und Fortpflanzung gewiร richtig. Vgl. die Aufnahme von Gn 1โ3 in 1. Kr 7 Mt 19 Mt 5.144
2) Ein zweiter wichtiger Gedanke: Die ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ steht in besonderem Widerspruch mit dem โLeib Christiโ. Die vollkommene imago Dei145 wird verletzt durch die ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, die eine ฮดฮฟฯ
ฮปฮตฮฏฮฑ der Welt ist, Jk 1,27 Rm 6,9.146
3) Wie steht ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ im Zusammenhang mit der Hurerei? Das Mehr-Haben-Wollen entspricht dem Miรbrauch des anderen Menschen. Bezeichnend ist auch die Zusammenordnung beider im 10. Gebot147! Oder sind orientalische Vorstellungen von der Frau hier mit im Spiel? Wesen der ฯฮปฮตฮฟฮฝฮตฮพฮฏฮฑ: das Raffen, Ansichreiรen, Sichfesthalten am Besitz.
ฮผฮญฮธฮท โ ฮบแฟถฮผฮฟฮน. Vgl. die alttestamentlichen Speisegebote, nach denen das Beste, das Fett, verbrannt werden muรte und nicht selbst verzehrt wurde. Der volle Genuร fand also seine Grenze. Bezรผglich des Trinkens: vgl. die Nasirรคer.148 Die Sรผnden des Bauches heiรen Rm 16,18, vor allem Phl 3,19: โFeindschaft gegen das Kreuzโ (oder ist dort die Beschneidung gemeint?). โ Der Wein hat im Alten wie Neuen Testament besondere Bedeutung; vgl. Noah und seine Sรผnde, Lot und seine Sรผnde, die Nasirรคer und Rechabiter149, Eph 5,18 Tt 1,7 2,3 1. Pt 4,3 Rm 13,13 usw. (โFressen und Saufenโ-Stellen). 1. Ti 5,23 (Timotheus trank also offenbar keinen Wein). Vgl. die Bedeutung des Weines in den Gerichtsdrohungen der Propheten: Js 5 โvon jetzt an werdet ihr nicht mehr trinken von dem Gewรคchs des Weinstocks โฆโ!150 Er hat eine besondere Gewalt. Er dient einerseits dem Kรถrper, andererseits betรคubt er ihn auch und macht ihn unzugรคnglich fรผr das Wort Gottes. Er ist in besonderer Weise der Erde Geist. Vgl. auch bei Jesus selbst: er hat dem Tรคufer gegenรผber Wein getrunken, Hochzeit zu Kana,151 Einsetzung des Heiligen Abendmahls. Der Wein ist fรผr die Bibel eine Gewalt, die den Menschen bestimmen kann und in ihrem Miรbrauch zur Feindschaft gegen das Kreuz fรผhrt. Die Bibel denkt, wie รผber die Ehe, auch รผber Essen und Trinken nicht naturalistisch, sondern rechnet auch hier mit bestimmten Mรคchten, die ernstzunehmen sind.152
23. KASUALIEN1
23.1. โTAUFREDENโ (MITSCHRIFT)2
Jesaja 43,1 (Rendler), Rรถmer 14,6โ83 (Schrรถter), 1. Korinther 6,20 (Krause), Johannes 3,5 (Behrens).4 Den Paten einen โPatenbriefโ (gedruckt) mitgeben; am Jahrestag der Taufe diesen Brief wieder in Erinnerung bringen. Patenversammlungen machen; die Kinder zwingen, den Paten zu besuchen und so weiter.
Verhรคltnis von Taufe und Taufrede. Die Taufe richtet sich auf das Kind, die Taufansprache auf die Taufgemeinde. Im katholischen Ritus nur Taufliturgie, und zwar an den Tรคufling gerichtet (wie in Luthers Taufbรผchlein5). Der Tรคufling wird gefragt die Taufgemeinde antwortet. Krause6: Das Kind hat wohl den Glauben, denn der ist von jeder Qualitรคt unabhรคngig; aber es hat nicht das Bekenntnis, das die Gemeinde stellvertretend bringt. โ Die Altorthodoxen unterschieden im Glauben 1. actus directus (den das Kind haben kann), 2. actus reflectus.7 โ Es antwortet auf die Frage die Gemeinde; das heiรt der Vollzug der Kindertaufe ist nur mรถglich innerhalb einer glaubenden, bekennenden Gemeinde. โ Das Kind antwortet gleichsam in der Gemeinde versteckt;8 Gemeinschaftssakrament wie das Heilige Abendmahl. Dabei ist es schon โdarinโ auf die ausgesprochene Verheiรung hin, wie beim Heiligen Abendmahl das Nebeneinander von Absolution und Genuร der Elemente eins ist. Zu den Voraussetzungen und Bedingungen der Taufe vgl. die โLebensordnung โฆโ.9 Daร kirchliche Trauung vorausgesetzt sei, muร man vom Gemeindekirchenrat beschlieรen lassen.10 Voraussetzung auch: daร die Eltern sich zu Wort und Sakrament halten. โ Bei unchristlichen Eltern Paten von der Gemeinde bestellen.
Heilsnotwendigkeit: in den Bekenntnisschriften selbstverstรคndlich;11 Johannes 3,5. Aber โHeilsnotwendigkeitโ heiรt nicht: daร wir รผber Gottes Gnade verfรผgen und die Taufe das Werk sei, mit dem es geschafft wird. Die Taufhandlung muร von der Gemeinde aus in Zucht genommen werden. Ebenso kann auch die Absolution verweigert werden! Das seelsorgerliche Gesprรคch vor der Taufe gewinnt seinen Ernst erst von der Mรถglichkeit her, die Taufe zu verweigern. Die Verweigerung der Taufe ist nur dadurch gerechtfertigt, wenn die Kirche intensivste Missionspraxis treibt und die NichtโGetauften immer wieder anredet. โ Mit der Taufe stellen wir das Kind nicht in ein โGnadenprinzipโ12, sondern zugleich in die hรถchste Gefรคhrdung des Salzes, das dumm werden kann.13 โ โBilligeโ Gnade ist eine Gnade, die genommen und gesehen wird losgelรถst vom Gericht und von Heiligung und Zucht.14 โ Bei Verweigerung der Taufe den Gemeindekirchenrat beschlieรen lassen.15
Dank fรผr die Gabe der Schรถpfung nicht vergessen; aber dann nicht unmittelbar โum so dankbarer noch โฆโ, sondern: Dies Kind wird in den ersten Tod gegeben, wenn es getauft wird.16 Nur wer das tut, dankt recht fรผr das Kind. In diesem Preisgeben erweist sich die eigentliche Dankbarkeit. โ Das Sterben. Die Gabe: Vergebung der Sรผnde, Rettung aus der Gefangenschaft der Erbsรผnde. โWas vom Fleisch geboren ist โฆโ17; erst durch Christi heilige Geburt ist unsere befleckte Geburt18 geheiligt und die Wiedergeburt begrรผndet. Gabe der Taufe: der Heilige [Geist], der das neue Leben begrรผndet (โStellet euch nicht dieser Welt gleichโ19) nicht nach dem Blut20, sondern nach den Geboten Gottes. Sprechen von der Gliedschaft in der Gemeinde, volles Bรผrgerrecht (wichtig bei Proselytentaufen21; was wir durch das Sterben bei der Taufe verlieren, finden wir alles in der Gemeinde wieder22). Taufe ist Handeln Gottes am Kinde23, die grรถรte Gabe; wird sie verachtet, so wird sie dem Kind zum Gericht = Verachtung der Sohnschaft durch den Kรถnigssohn. Von hier aus Ermahnung an Eltern und Paten als an glaubende und warnende Gemeinde, und Trost dadurch, daร Gott das Kind trรคgt24.
23.2. โBEERDIGUNGSREDENโ (MITSCHRIFT)25
Psalm 27,10โ11 a; Psalm 80,4; Hebrรคer 13,8; 1. Thessalonicher 4,13.
Anrede: Nie โHinterbliebeneโ, sondern immer โGemeindeโ, vielleicht besonders noch die einzelnen Leidtragenden. โ Nie von โtragischemโ Tod reden, das gibt es nicht fรผr Christen. Der โtragischeโ Tod ist der einzig noch echte, wirkliche Tod, der sein Gesicht zeigt; wir kennen in unseren Gemeinden, in den natรผrlichen Fรคllen, gewรถhnlich nur den โmedizinischenโ Tod. Schrecken und Furchtbarkeit des Todes kennen die meisten gar nicht aus eigener Anschauung, darum findet der Protest gegen den Tod oft verschlossene Ohren. Der Protest ist darin begrรผndet: daร hier wieder einer gestorben ist aus der Gemeinde vor der Wiederkunft des Herrn, wiederum ist Macht gegeben dem Satan und dem Tod; ebenso ist auch der Dank und Preis Gottes, Hiob 1,21, auch abgesehen von dem Alter laut zu machen. โ Fรผr den natรผrlichen Menschen ist der Tod der mรคchtigste Herr, der darum auch vergรถtzt wird; fรผr den Christen ist nicht der Tod der Herr, auch nicht einmal der Tod das natรผrliche Ende, sondern die Wiederkunft Christi. Immerhin stehen im Neuen Testament, neben dem Protest gegen den Tod, auch friedlichere Dinge: Lk 2[,29 f], Philipper 1[,23 f]. Beides gehรถrt wohl zusammen; รผber den Tod werden wir anders reden als รผber den Toten. โMitten in dem Tode anficht uns der Hรถlle Rachenโ26 ist nicht die normale Erfahrung, sondern es gibt auch ein seliges Sterben โ freilich nicht, weil der Tod als Freund kรคme, sondern weil Christus der Freund im Tod ist. โ Zur Frage nach der Unsterblichkeit der Seele bei Luther vgl. die Kontroverse zwischen Althaus und Stange27 (letzterer bewies historisch, daร fรผr Luther nur die Seele unsterblich war28). Was wird dann aus dem ฯฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ des Menschen, 1. Thessalonicher 5[,23]29? Vgl. A. Schlatter โBiblische Anthropologieโ30; Franz Delitzsch, โAnthropologieโ31 (sehr gut!), Schlink โDer Mensch in der Verkรผndigung der Kircheโ32. โ Verhรคltnis von Leib und Seele: vgl. die Formel, in der in Aussageform dem Leib der Acker angewiesen wird, der Seele in Gebetsform die Hรคnde Gottes.33 Die Auferstehung des Leibes ist ja fรผr jeden gewiร34; das Gebet geht auf die Auferstehung zum seligen Leben. โ Die Unsterblichkeit der Seele ist nichts โSchรถnesโ (platonisch), sondern etwas Furchtbares; vgl. Offenbarung: Sie werden den Tod suchen und nicht finden.35 Der Tod muร getรถtet werden; Tod ist nicht NichtโSein (das ist griechische Antithese: Tod und Leben = Sein und NichtโSein), sondern der Tod ist die nichtโgรถttliche Existenz. โ Belegstellen zur Frage von der Unsterblichkeit der Seele: Lk 16[,19โ31]36.
Zusammenfassende Bemerkungen von Bonhoeffer37:
1.) Warum keine Verachtung des Todes, sondern feierliche Bestattung? Schรถpfung des Leibes, Auferstehung Christi, Verheiรung der Auferstehung.38 (Die andere Kreatur dagegen hat wohl ihr natรผrliches Grab; รผberhaupt im Neuen Testament die Kreatur weniger berรผcksichtigt als im Alten Testament โ freilich die Engel in Offenbarung als Tiergestalten39.)
2.) Teilnahme der Gemeinde: 1. Lรคuten der Betglocke.40 2. Fรผrbitte etwa ein bis dreimal (Luther)41. Die Fรผrbitte ist auch meist ein Nachholen dessen, wozu frรผher nicht Gelegenheit gegeben war: Man wuรte nicht, daร er krank war und so weiter; also Abtragen einer Schuld. Aber die Fรผrbitte darf nicht die Ruhe des Toten stรถren.42 3. Das Geleite bringt zum Ausdruck, daร der Verstorbene ein Glied am Leibe Christi, der Gemeinde, gewesen ist; der Weg ist das Bild der Wanderschaft der Gemeinde mit diesem Toten.
3.) Der Friedhof. Auf dem Friedhof ist die Gemeinde versammelt, sofern sie entschlafen ist; um sie herum die Lebenden und die Glaubenden.43 Hier auch der besondere Ort, wo die Auferstehung geschehen wird! Darum nach Mรถglichkeit ein konfessioneller Friedhof.44 Das Verlangen, in der Gemeinde zu liegen, ist dasselbe geistliche Verlangen, wie das natรผrliche45, neben Frau und Kindern zu liegen.
4.) Das Haus des Verstorbenen; die Hausfeier. Wenn die Gemeinde auch noch in das Haus geht, so wird das eine โEhrungโ dieses Hauses im christlichen Sinn sein, weil es ein Haus war, das gewรผrdigt wurde, ein christliches Haus zu sein. Die Gemeinde besucht den Toten zum letzten Mal; sie holt ihn dann und nimmt ihn mit zum Friedhof: Mit dem Tode hat der Anspruch der Familie auf ihn ein Ende, er gehรถrt jetzt ganz zur Gemeinde.46
5.) Die Verbrennung. Alle Grรผnde dafรผr vermรถgen nicht zu รผberzeugen gegenรผber dem Bild des Grabes Jesu Christi. Der Wunsch des Christen wird sein, so begraben zu werden, wie sein Herr. โ Willkรผrliche Zerstรถrung des Leibes ist etwas sehr Einschneidendes; was wissen wir, was der Leib vielleicht noch soll? Wir sehen ihn meist zu biologisch an. Vor Gott aber existiert er noch. โ Amos 2,1.47 โ Es gibt auch Verbrennung aus Furcht, auferstehen zu mรผssen! Die Akzidenzien der Verbrennung sind grauenhaft, und theatralisch. Verbrannt wurden frรผher Ketzer, und ihre Asche wurde verstreut, daร sie nicht auferstehen kรถnnte.48
6.) Beerdigungsansprache. Lebende und Tote sind getrennt nur durch kurze Zeit des Schlafes; und die Kirche auf dem Friedhof steht in nรคchster Nรคhe zur Begrรคbnisstรคtte. Eigentlich sagen die Toten zu den Lebenden: Ihr seid die Sterbenden und wir die Lebenden. Die Katakomben waren Bestattungsstรคtte und Gottesdienstraum; die Altรคre zugleich Aufbewahrung fรผr die Gebeine der Heiligen. In der Beerdigung innerhalb der christlichen Gemeinde muร gesagt werden: Dank fรผr sein Leben, Erinnerung an seinen Christenstand, an seinen Dienst in seinem Haus, Beruf und Gemeinde โ und das alles nicht zu seiner, sondern zu Gottes Ehre, und nicht um den Schmerz aufzuwรผhlen49, sondern Gottes Gabe dankbar zu empfangen und herzugeben: Das muร stark gesagt werden: der Dank dafรผr, daร ein Christ da war. Zweitens: der Trost des Evangeliums, nicht allgemein, sondern bezogen auf diesen Toten in Christo.50 Freilich werden solche Todesfรคlle ganz โinnerhalbโ der Gemeinde selten sein, anders in der VolkโGemeinde51. Die Gemeinschaft zwischen Gemeinde und verstorbenem Christen bleibt ewig. Zur Frage des Wiedersehens: Philemon 15,1. Thessalonicher 2,19 und so weiter. รberhaupt bezeugt die Tatsache der leiblichen Auferstehung die Identitรคt; auch, daร die โNamenโ (unsere jetzigen) im Himmel, im Buch des Lebens geschrieben sind52. Freilich wird es ein ganz anderer Leib sein. โ Von diesem Wissen des Wiedersehens aus bekommt das Zusammenleben der Christen auch einen ganz anderen Ernst; so zusammenleben, als stรคnden wir jetzt schon vor Gott.53
7.) Beerdigung eines getauften NichtโChristen, vor nichtโglรคubiger Gemeinde? Wir haben zu bezeugen den Tod als das Ende der Kreatur, das heiรt zuerst das Leben und dann den Tod als Vernichtung dieses Verstorbenen. Den Toten der Gnade Gottes befehlen; der Gemeinde sagen: memento54, Buรe, Entscheidungszeit, Tod, Auferstehung. โ
a. Nekrolog: Wird oft durch weltliche beziehungsweise politische Stellen abgenommen.55 Auf kirchlichem Friedhof die Reden vorher vorlegen lassen beziehungsweise nur jemand sprechen lassen, der auch in der kirchlichen Trauerfeier war. Auf weltlichen Friedhรถfen unter Umstรคnden nach der Feier den Platz verlassen56. โ Wenn mรถglich, bei der Beerdigung รผber das Allgemeine hinaus auch Persรถnliches sagen, soweit man es verbรผrgen kann. Wenn man ihn nicht gekannt hat, das ruhig in der Predigt auch aussprechen. (Bei der Bestattung des als Atheisten bekannten Hoffmann von Fallersleben hielt der Prediger eine glรคnzende, ergreifende Wรผrdigung des Lebens und sagte dann: Aber dieser Mann war ein Narr, denn er wuรte nichts von Gott und so weiter, Amen.57) โ Immerhin kann und wird die positive Wรผrdigung eines Christenlebens fรผr die Gemeinde auferbauend sein. โ Wenn man den Verstorbenen gar nicht kannte, ruhig sagen: Hat er an Christum geglaubt, so wird er bei Christo sein; wenn nicht, dann nicht. โ Nicht negativ moralisieren; das NegativโMoralische nicht verdecken, aber รผbergehen.58
b. Der Trost. Der NichtโChrist will meist einfach Eingehen auf den individuellen Fall, Mitgefรผhl, Bestรคtigung und Bewunderung seines Schmerzes. Der Schmerz ist fรผr viele die Form des Fortlebens des Toten, oder Fortleben in der Erinnerung, und darum ehrende Rede erwรผnscht. Diese degenerierten Trostversuche wird sich echter Schmerz immer verbitten59. Daร es gar keinen Trost gibt60, muร ruhig ausgesprochen werden, Gott ist allein der Trost.61 (Auf dem Dorf, wo der Pastor auch als Vertreter der Dorfgemeinde redet, muร wohl auch gesagt werden, daร die Dorfgemeinde Schmerz empfinden soll, vgl. Hesselbacher62.) Der Segen am Schluร nicht fรผr den Toten, sondern fรผr die Gemeinde bestimmt. (Wieweit ist der Segen ein Sakramentale?63 Bei uns nur bei Konfirmation und Absolution. Wenn Vikar predigt, sollte er auch das Sakrament austeilen kรถnnen โ sogar noch viel eher!64) โ
Sitte des Leichenschmauses an sich gar nichts Schlimmes65; gesunder Beginn der Lockerung des verkrampften Schmerzes, ebenso bei den Soldaten das Fortmarschieren mit frรถhlichem Marsch.66 โ Besser wohl ein freudiger Choral.67 โ Selbstverstรคndlich Hausbesuch vor- und vor allem nachher.
8.) Bestattung beim Freitod. Hier nicht Ort, die Kirchenzucht anzufangen; also uns nicht entziehen. Den Selbstmรถrder unterscheiden vom Mรถrder, daร er nicht mehr die Gnade fรผr diese seine letzte Sรผnde suchen kann. Auch, wenigstens im Laufe der Zeit, gegen solche Sitte wie Selbstmรถrderecke auf dem Friedhof und so weiter reden. โ Sehr oft hat sich auch einer umgebracht, weil ich, der Pastor, nicht vorher bei ihm dagewesen war. Da ist grade von der Schuld etwa der Gemeinde zu predigen.68
24. LEHRVERANSTALTUNG ZUR BEICHTE1
24.1. โBEICHTE UND ABENDMAHLโ (THESEN)2
1. Beichte ist Gemeingut der christlichen Kirche. Sie ist in der lutherischen Kirche bis zum Pietismus geรผbt worden. Der Verlust der Beichte hatte seinen Grund in falscher Beichtpraxis und falschem Verstรคndnis des Evangeliums. Es sind seit 50 Jahren verschiedene Versuche zu ihrer Erneuerung im Gang.
2. Biblisch ist die Beichte begrรผndet in der รbertragung der Schlรผsselgewalt (Mt 18,18 ff. Joh 20,22 f), ferner in einzelnen Ermahnungen (Jak 5,16, Eph 4,32.25). Mit der Schlรผsselgewalt ist den Jรผngern die Vollmacht zur Absolution gegeben.
3. Warum Beichte? Weil sie ein durch Christus angebotenes Gnadenmittel ist, weil wir keine Gnadengabe Gottes ausschlagen sollen.
4. Die Beichte wurde in der Reformation als 3. Sakrament neben Taufe und Abendmahl genannt.3 Sie ist von Christus eingesetzte Heilsgabe, das sichtbare Zeichen ist das Sรผndenbekenntnis.
5. Was ist die Beichte?4 1. Die allgemeine tรคgliche Beichte meiner Schuld vor Gott. 2. Die Beichte gegenรผber dem Bruder, den ich um Vergebung meiner Schuld gegen ihn bitte. 3. Die eigentliche Beichte als Bekenntnis der mich belastenden Sรผnden vor meinem Bruder in dem Blick auf die mir von ihm zuzusprechende Absolution.
6. Zweierlei ist fรผr die Beichte wesentlich: Die Absolution und der Bruder. Der Bruder steht vor mir an Gottes Statt. Wenn ich zum Bruder gehe, gehe ich zu Gott. Er vergibt mir an Christi Statt, indem er mir die Sรผnde abnimmt. Er trรคgt sie selbst und legt sie damit auf Christus. Einer wird dem andern ein Christus. Weil meine Beichte vor dem Bruder als vor Gott geschieht, darum Beichtsiegel.
7. Beichte ist nicht notwendig zum Heil, aber gรถttliche Hilfe zur Heilsgewiรheit.
8. Warum soll ich dem Bruder beichten, wenn ich doch Gott selbst beichten kann? [1.] Es sollte leichter sein, dem Bruder zu beichten als Gott. 2. Damit ich mich in der Demut รผbe und den Stolz als die Wurzel aller Sรผnde รผberwinde.5 3. Erst die ans Licht gekommene Sรผnde weiร ich als ganz รผberwunden. 4. Um in der Schande meiner Sรผnde teilzubekommen an der Schmach Christi am Kreuz. Beichte ist Leiden mit Christus.
9. Beichte ist an sich unabhรคngig vom Abendmahl, aber um das Sakrament des Abendmahls nicht zu entheiligen, hat sie vor dem Abendmahl ihren Ort. Vor der Sรผndenvergebung muร das Sรผndenbekenntnis stattfinden.
10. Beichte ist kein Zwang, sondern Gnade Gottes. Sie ist kein Werk (Aufzรคhlen sรคmtlicher Sรผnden) sondern sie hรคngt allein an der Absolution durch den Bruder, โ sie ist Evangelium. Erneuerung der Beichte wird geschehen kรถnnen, durch rechte Predigt รผber das Wesen der Gemeinde und der Beichte; durch รbung derselben in kleinen Kreisen. Die Wiederentdeckung der Beichte ist eine unvergleichliche Kraft zur Verkรผndigung.6
Gewiรheit der Beichte7 E. A. XI. 71 [โ] Schmach โ E. A. XXVII. 366 ff [โ] XXVIII. 249
24.2. โDIE BEICHTE (NACH DEM GROSSEN KATECHISMUS)โ (MITSCHRIFT)8
Freiheit: 1. im Sollen, 2. von der erzwungen vollkommenen Aufzรคhlung9, 3. von der Hรคufigkeit des Beichtens.10 โ
Zu 1: Nicht gegen das Beichtinstitut, wenn gegen die Einordnung der Beichte unter das โGesetzโ, vgl. 732,27 ff.
Zu 2: Der Katholizismus will prinzipiell das, was uns verborgen ist, sichtbar machen und in seine Gewalt bekommen. โ Katholischer Beichtvorgang11: Gewissenserforschung nach dem Beichtspiegel (der nach dem Dekalog geordnet ist). Die Sรผndenaufzรคhlung ermรถglicht durch die Scheidung in Tod- und lรครliche Sรผnden; fรผr die Erbsรผnde starb Christus, die Tatsรผnden werden vergeben: 1. die Todsรผnden durch die Beichte, 2. die lรครlichen durch die Messe. Nur wer sich seine Todsรผnden hat vergeben lassen in der Beichte, darf zur Messe kommen.12 โ Darum auch wiederholtes Opfer Christi, weil durch Christi Tod nur die Erbsรผnde vergeben ist. โ Die Wiederholungsbeichte schon einmal gebeichteter Sรผnden, die noch bedrรผcken, hat Luther abgelehnt; dann solle man lieber seinen Unglauben beichten.13
726,34: Darin ist schon die ganze spรคtere Verkehrung des Evangeliums zu einem religiรถsen Geschรคft beschlossen; Evangelium = billiger Ablaร. Verwechselung der teuren Gnade mit billiger Gnade.14 Das Evangelium aber ist teuer wie der Schatz im Acker und die Perle und so weiter.15 Selbstvergebung statt Vergebung von Gott her. Folge: unsere Erfahrungslosigkeit von der Realitรคt der Anfechtung, und so weiter16 des Glaubens. 727,117: Das ist keine Werkerei! Vgl. das Gleichnis von der kรถstlichen Perle und so weiter. โ Die Abbitte ist, wie die allgemeine Beichte, Pflicht (728,28)18, auch gegenรผber dem NichtโChristen. Matthรคus 5[,23]: nicht nur, wenn du etwas gegen deinen Bruder hast, sondern wenn dein Bruder etwas gegen dich hat. Das unversรถhnte Herz ist ein Hindernis fรผr den Glauben; bei uns ist das so beim Abendmahlsgang, bei Jesus schon fรผr jeden Gottesdienst und jedes Gebet. Die Sรผnde ist vergeben, wenn ich den anderen um Verzeihung gebeten habe โ auch wenn er sie mir nicht vergibt. Selbst wenn der andere als der Krรคnkende etwas gegen mich hat, muร ich vorher zu ihm gehen; denn er bedarf der Liebe noch viel mehr und ist Gott ferner als der Gekrรคnkte. Humburg: Die ganz groรe Liebe des Vaters ist nicht die zum verlorenen Sohn, sondern daร er zu dem stolzen hinausgeht und ihn bittet.19
Die biblische Begrรผndung der heimlichen Beichte im Schlรผsselamt. โ Die heimliche Beichte richtet sich nicht an den Priester, natรผrlich auch nicht an den Nรคchsten. โ Beim Bruder findet man โAbsolutionโ. In โRatโ20 liegt beides: neben der eigentlichen Absolution auch brรผderlicher Zuspruch und Trรถstung. Unterschied also der Beichte von รผbrigem Sichaussprechen: 1. zwischen zwei christlichen Brรผdern, 2. wirkliches Sรผndenbekenntnis (nicht nur Aussprechen der Not), 3. Ziel die wirkliche Absolution. โ Frage der Vollmacht: Bei der Abendmahlsbeichte vergibt der verordnete Diener, bei der Privatbeichte der Bruder. Ersteres wohl weil es eben geordneter Gemeindegottesdienst ist; auch kann ja jeder Glรคubige Priester werden. Bei Luthers Amtsauffassung: 1. das Amt aus der Gemeinde um der Ordnung willen geordnet, 2. das Amt als Gegenรผber der Gemeinde. Beide Linien da. โ Bei der Wahl des Beichtigers frage ich weniger, ob er mich versteht, als ob er Gottes Wort versteht. Also Zwischenstellung der Beichte zwischen der โObjektivitรคtโ des Abendmahls und der โSubjektivitรคtโ des Predigens. โ Zur Entwicklung der Beichtanmeldung vor dem Abendmahl21: Im 17. Jahrhundert schon wurde es so, daร nur einzelne Gemeindeglieder aus der Kirchenbank in die Sakristei kamen, daร dort statt eines Beichtverhรถrs nur ein Glaubensverhรถr stattfand, das heiรt Aufsagen des Glaubensbekenntnisses, und darauf Absolution stattfand! Diese Form hat auch schon Luther; aber nur bei den Jungen und Einfรคltigen, die sonst die Sรผnde nicht verstehen โ und auch antwortet, nach Bonhoeffer, Luther darauf nie mit Absolution, obschon er diesen Vorgang auch โBeichteโ nennt. Der Pietismus entleerte die Beichte, die in der Orthodoxie zu einem Institut geworden war; Reaktion gegen die โinstitutionelleโ Beichte, so daร die Pietisten die Beichte in ihre Konventikel verlegten. Wiederbelebungsversuche im 19. Jahrhundert durch die konfessionellen Lutheraner, Lรถhe22 und so weiter, nur รผber den Weg des Amtes und des Konventikiellen23. Ebenso heute die Berneuchener (Berneuchener: beide sehen einander nicht an, sondern sitzen nebeneinander und sehen auf das Kreuz24). Umgekehrt der Weg der Oxfordgruppe25. โ Die katholische Seelsorge geht nicht auf die Hausbesuche aus, sondern auf das Kommen der Gemeinde zum Beichtstuhl โ womit die Verlegenheit etwa der Beichte und so weiter etwas stรคrker โรผberwundenโ ist als beim protestantischen Pfarrer, dem die Beichtenden immer wieder begegnen. โ Wichtig und auch zu predigen ist das Beichtsiegel! Das ist besonders wichtig fรผr die Ehefrage. โ Besonders versucht und dรคmonisch versucht ist der Beichtiger, der nicht selbst in der Beichte steht. Daher die christliche Regel im Katholizismus, daร Abt und Papst nicht durch Demokratie begrenzt werden, sondern dadurch, daร sie beichten mรผssen.26 โ Nicht der Beichthรถrer โweiรโ, sondern Gott weiร; es muร vor mir selbst verborgen bleiben.
รber die Notwendigkeit des Bekennens vor Menschen: 1. grรถรere Bewahrung vor Selbstbetrug und grรถรeres Maร an Gewiรheit durch den sichtbaren Bruder, Behรผtung vor SelbstโVergebung; 2. weil die Wurzel aller Sรผnde die superbia27 und diese letztlich in der demรผtigenden Beichte vor einem Bruder zerbrochen wird. 3. Erst die ans Licht getretene Sรผnde erkenne ich als wirklich gerichtete Sรผnde; was jetzt nicht offenbar wird, wird einst offenbar, und umgekehrt (und die Helligkeit ist vor dem anderen unvergleichlich grรถรer und leichter begreiflich als allein im Gebet). Durch das AnsโLichtโTreten der Sรผnde erst wirkliche Trennung von der Sรผnde und der Liebe zu ihr. 4. das Wichtigste: in der Schmach der Beichte besonders teilhaben an der Schmach Christi; unser Tragen des Kreuzes hat in besonderer Weise darin zu bestehen, daร wir unsere Sรผnden aufdecken und von ihm tragen lassen โ damit auch Verheiรung der frรถhlichen Gemeinschaft.
Vieles, was im Neuen Testament โNachfolgeโ heiรt (Abschied geben28), ist heute real nur in der Beichte. โ Gefรคhrlich ist die Anonymitรคt bei Volksmissionen und so weiter, weil damit oft eine Scheu bleibt (vgl. Timmermansโ โBauernpsalmโ29). Beichte = Durchbrechung der Ordnung der Kleidung, Genesis 3[,21]. โ Vgl. Luthers Sermon 151930; auch Tessares dekas (Ersatz fรผr die โ14 Nothelferโ) von Luther31. Zur Gewiรheit (persรถnliche Zusprache): Erlanger Ausgabe 11, 7132; Schmach Christi: Erlanger Ausgabe 27, 366โ36933; 28, 24934. โ Auch Beichte als nota35. โ Bekenntnisschriften 729,10 ff: Nicht auf das Werk, sondern auf das Ziel sehen. โ Schwierigkeit, daร wohl das Beichtsiegel des Pfarrers, nicht aber das des Christen รถffentlich geschรผtzt ist. Auch sollten und mรผรten die Ratschlรคge, die in der Beichte empfangen werden, verschwiegen sein. โ Der Beichtstuhl erst etwa im 13. Jahrhundert; noch im 11. Jahrhundert, zum Beispiel auf einem Taufstein in Bamberg, sitzt der Pfarrer, und daneben kniet das Taufkind.36
25. HOMILETISCHE รBUNGEN
25.1. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF ZU JESAJA 11,1โ9 (MITSCHRIFT)1
1) Christus wird kommen, weissagt der Prophet; Christus ist gekommen, [verkรผndigt] die Kirche. โ Ist die Verheiรung รผberholt?2 Der gekommene Christus ist derselbe, der einmal wiederkommen wird und sein Reich in Kraft aufrichten. Die Verheiรung ist erfรผllt, aber nicht vollendet sichtbar. Was fรผr den Propheten eins war (das Kommen Christi), fรคllt fรผr uns in den Anfang und das Ende der Endzeit auseinander. Jetzt glauben wir es im Kinde von Bethlehem; dann werden wir sehen, was der Prophet redet.
2) Das Heil kommt von den Juden,3 aus dem erniedrigten Haus.4 Juda die Wurzel, Jesus die Frucht; beide untrennbar eins, auch in der Ewigkeit. Den Juden gehรถrt das Heil auch wieder zuletzt.5 Aus Verborgenheit und Niedrigkeit ruft Gott seinen Messias.
3) Auf diesem unansehnlichen Sproร6 ruht die Verheiรung des Geistes, der ihn zum Christus macht.7 Dadurch wird er als Messias bestรคtigt. Durch diesen Geist wird Gottes Weisheit8 รผber ihm sein, so wird er [der] Welt eine Torheit sein; Gottes Ratschluร โ so wird er [der] Welt ein Geheimnis sein; Gottes Stรคrke โ so wird er der Welt ein Schwacher sein; Erkenntnis Gottes โ so wird er Erkenntnis der Sรผnde und Barmherzigkeit haben; Furcht Gottes โ so wird er der Welt, die dem Menschen Furcht machen will, zum Haร werden.
4) Mit Gottes Weisheit begabt, wird er nicht richten nach menschlichem Ansehen9. Adventslied: โIhr Armen und Elenden โฆโ (in โAuf, auf, ihr Reichsgenossen โฆโ).10 Weil er der Christus ist,11 geht er zu den Armen: Wohl euch โฆ! Zu rechtfertigen,12 ist sein Amt. Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbar werden, daร Christus sich zum Armen und Elenden hรคlt, ihm gleich wird bis zum Ende, zum Kreuz.
5) Wo solche Gerechtigkeit ist, der Groรe gedemรผtigt und der Arme erhoben, dort wird Friede sein. In Christi Reich ist Friede unter den Menschen und unter der Kreatur. Ziel unseres Lebens nicht Kampf, sondern Friede โ aber unter Christus, der den Armen und Elenden Recht schafft. Nur durch Christi Gerechtigkeit und die Rechtfertigung des Armen, durchs Kreuz, gibt es Frieden, fรผr Menschen und Kreatur.13
6) Wo das Kreuz herrscht, ist dieser Friede schon jetzt. In der Kirche14 Vorschmack: Gemeinschaft, Liebe, Bruderschaft, zwischen Klassen, Stรคnden und Rassen. Die Botschaft von diesem Frieden muร die Kirche unermรผdlich sagen. Drauรen in der Welt ist Kampf, in der Kirche Friede โ freilich unter Verfolgungen. Und schon geschehen Zeichen und Wunder, weil die Kreatur dem Menschen dienen muร, wo Gott die tรถdlichen Mรคchte der Natur dem Menschen untertan macht und ihm zu Freunden.15
7) Aber das Kreuz steht mitten unter den Feinden Christi; so ist auch der Friede noch verborgen in der Welt. Noch seufzt die Kreatur unter der Knechtschaft des Kampfes und des Leidens.16 Wenn aber Christus wiederkommen wird, wird das Land voll sein der Erkenntnis des Herrn, seine Schรถpfung neu geschaffen17: neue Erde und auf ihr kein Streit usw.18 und Tod, sondern Friede in Ewigkeit. Friede allein durch Gerechtigkeit, Rechtfertigung des Armen; durch den Messias. Christus ist Herr und Fรผrst dieses Friedensreichs.19
25.2. ZU LUKAS 21,25โ36
A. AUS DER BESPRECHUNG
Lucas 21,25โ38.20
In der Angst kein Wort. Elemente kein Wort der Trรถstung. Die Gemeinde allein wird nicht voller Angst und Verzweiflung sein. Christenheit ist auf den Zusammenbruch gefaรt. Sie weiร, worauf es hinausgeht: Christus kommt. Dann seine Kraft offenbar. Die Kraft, die jetzt verborgen ist, dann offenbar. Der einzige feste Punkt, die einzige Weisheit.
Wir dรผrfen uns freuen, denn er ist unser Erlรถser. Was er in uns angefangen hat, wird er dann vollenden. Jetzt Vergebung โ dann Sรผndlosigkeit. Jetzt Zuspruch โ dann durch seine Gegenwart ewige Trรถstung. Jetzt Tod โ dann Auferstehung. Wiederkunft Christi โ Erlรถsung von Sรผnde und Tod.
Ist die Predigt von der Wiederkunft Christi so gewiร? [Vers] 29: Feigenbaumgleichnis. Haben die Zeitgenossen Jesu nicht vergeblich gewartet? Verfรผhrer sagt: Christus kommt nicht. Man kann nicht an den Gekreuzigten und Auferstandenen glauben ohne an den Wiederkommenden. Die Botschaft von der Wiederkunft ist Salz der Predigt. Gibt ihr Kraft zum Leiden.
Wir kรถnnen von dem Wort nicht weichen. Jesus will, daร diese Botschaft verkรผndigt wird.
Wann? Gott weiร es. Ihr dรผrft glauben und beten, daร euer Herr bald komme. Wie ihr den Frรผhling im Winter ersehnt, so betet um das Kommen Jesu. Wenn der Versucher kommt: ist es sicher, daร er kommt, dann Waffe des Wortes: Meine Worte vergehen nicht. Kannst du zweifeln, wenn Jesus uns den Blick in die Zukunft รถffnet? So gewiร du an den Gekreuzigten und Auferstandenen glaubst, so gewiร auch an den, der wiederkommt zu richten die Lebenden und die Toten.21
Keine Beruhigung: Das erlebe ich nicht mehr. Wir kรถnnen es nicht mehr hinnehmen als ein Mรคrchen.
Eine Mahnung, die uns befohlen ist. Hรผtet euch: [Vers] 34. Wenn wir gleichgรผltig werden gegenรผber der Wiederkehr Christi, dann hat der Teufel sein Ziel erreicht. Der Satan arbeitet primitiv: Sorge um tรคgliche Nahrung. Drรผckende Sorge zerdrรผckt die Hoffnung. Urgemeinde fragt, ob man noch heiraten dรผrfe, also sich beschweren?22 Wenn Christus kommt, dann sollen wir von Sorge unbeschwert sein, frei fรผr ihn. Wir kรถnnen auf alles in der Welt verzichten, wenn wir glaubend an Christus hรคngen. Dann ist Sorge, Arbeit, Ehe bereit sein auf das Kommen des Herrn Jesus Christus.
Wie kรถnnen wir bereit sein? Wachen! Das Gegenteil von Sorgen. Blick bleibt nicht bei Ereignissen. Wie ein Wรคchter hoch auf dem Turm in die Ferne schaut so schauen wir auf Christus. Keine Sorgen, Freude, Bewegung der Zeit, alles sehen wir im Licht der vergehenden Welt und des kommenden Herrn.
Diese adventliche Haltung nur durch Gebet Dein Reich komme. Wer das betet, hofft und harrt auf den Tag der Wiederkunft Christi. Noch haben wir gegen Fleisch und Blut zu kรคmpfen. Noch bitten um Beharrung, um Befreiung von Anfechtung. Bittet, daร er euch und alle lauter bewahre auf den Tag Jesu Christi. โ
Zusammenhang23 zwischen gegenwรคrtigen Ereignissen und den Ereignissen vor Christus in innerem Zusammenhang. Das zeigt das Feigenbaumgleichnis. Auch der Hinweis auf die Zerstรถrung Jerusalems.
Welchen Sinn hat die Anwendung der letzten Ereignisse auf die gegenwรคrtige Zeit? Die Zeichen sind Trรถstung fรผr die Gemeinde.24 Katastrophen keinen anderen Sinn als wegzulenken auf die Erwartung des Herrn. Spekulation รผber sie falsch. Es weiร keiner, wann der Herr kommt. Darum nicht an den Zeichen hรคngen bleiben. Wie hรคngen Naturerscheinungen und Christus zusammen?25: Bei der Taufe26: Stillung des Sturmes27: Es ist die Stimme des Schรถpfers. Beim Sterben Jesu: Verfinsterung am Himmel.28 Beim Pfingsttag: Brausen des Windes.29 Erscheinungen der Natur haben Beziehung auf Jesus auch ohne alle Mathematica.30 Auch mit aller Mathematik ist die Wunderbarkeit da.31 Wunder โ wenn ich dadurch hingewiesen werde auf Christi Wiederkunft. Das kann ein ganz allgemeines Naturphรคnomen sein.32 Zeichen sind Zeichen dessen der etwas zeigen will. Wird der nicht verstanden, dann ist das Zeichen nichts, und wรคre es noch so zeichenhaft.
(Sind die Zeichen des Antichrists eindeutig erkennbar? Auch nur vom Glauben her.)
Exegese von Vers 32: ฮณฮตฮฝฮตฮฌ = Volk Israel.33 Parallele in Markus erklรคrt ฮณฮตฮฝฮตฮฌ als โdie, die da stehenโ.34 Vers 32: Irrtumsmรถglichkeit Jesu hier.35 Das ist sehr anstรถรig. Andere Stellen: Mc 10: โNiemand ist gut, denn er einige Gottโ Mt 26: โWarum hast du mich verlassen.โ36 Ruf des von Gott Verlassenen, der sich da gerade an Gott hรคlt. Stirbt nicht als Verzweifelter. Gemeinde sagen: das ist eine dunkle Stelle. Es gibt keine befriedigende Erklรคrung, auch fรผr Luc 21,32 nicht. Dies Geschlecht wird nicht vergehen bis daร alles geschehe.37 Aber das ist das Dringliche: daร es heute noch gesagt ist: dies Geschlecht wird nicht vergehen. Dies Wort wird wieder und wieder neu gesagt: das heiรt: es kann heute geschehen. Eilt! Es kann geschehen. Das ist wahr an dem Satz.
Der Gemeinde soll die Schwierigkeit aufgedeckt werden, ihr nicht verschwiegen werden.
Lc 21,3238 Das wollte Jesus damit sagen: es ist kein Augenblick zu verlieren. Seid dankbar, daร ihr noch Zeit habt! Er, Christus, wird zu seinem Wort stehen.39 Rechte Reaktion der Hรถrer: wir warten auf dich; morgen kommst du!
B. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF (MITSCHRIFT)40
Lukas 21,25โ36.
1. Geschichte von Christoph Blumhardt, der in seinem Pfarrhause einen neuen, nicht benutzten Wagen stehen hatte fรผr den Zeitpunkt, an dem der Herr Christus kommen wรผrde, um ihn abzuholen.41 Das war ein gewisses Warten auf Christus. Sein tรคgliches Leben hat er darauf eingestellt, bereit zu sein fรผr diesen Augenblick. Der Gedanke, wie er einmal vor dem Herrn Jesus stehen wird, und solche Gewiรheit ist etwas ganz Groรes, nichts Lรคcherliches. So groร dieser Glaube ist, ist er doch noch zu klein fรผr die Wiederkunft Christi.42 Wenn sich das ereignet, daร Gottes Sohn zum letzten Mal auf die Erde kommt, dann wird die Welt nicht mehr so aussehen wie jetzt. Die ganze Kreatur wird in Aufregung sein. Gott kommt auf die Erde, sodaร die Sterne mรผssen ihr Licht verlieren und aus der Ordnung kommen mรผssen, denn Gott will die Erde. Die Erde selbst muร erschrecken, weil Gottes Sohn zu ihr kommt. Die Kreatur streckt sich nach ihm43 aus, die ihn noch kennt von seinem Erdenwandel her, da er geherrscht hat44. Sie sehnt sich in aller Auflรถsung nach ihm. Das Meer wird brausen45 vor Angst und vor Freude.46 Wievielmehr die Menschen, alle, die ihn kennen, bei denen er als der Heiland war und als der Richter. Sie werden sich erregen, wenn er kommt. Wenn alle Kreatur sich erregt, dann werden die Menschen warten in begierigem Durst und Furcht der Dinge, die da kommen sollen.47 Furcht รผber der ganzen Menschheit, denn Christus kommt zum Gericht. Er zerstรถrt, die alte Welt wird abgebrochen.
2. Nur an einem Ort der Erde wird alles ganz anders sein. Da wird nicht Angst, sondern Freude [sein], nicht Furcht, sondern erhobene Hรคupter, die frei und stolz ihrem Herrn entgegenwarten und gehen: in der Gemeinde der Christen. Sie wissen, er kommt ihnen nicht zum Gericht, sondern zur Erlรถsung. Beispiel: Im Bergwerk verschรผttete Arbeiter lange im Dunkel abgeschlossen, dann hรถren sie Klopfen, Brechen und Bewegung im Bergwerk. Sie wissen nicht, ist das Klopfen ein letzter Einsturz, oder ist es Klopfen der Retter, die unterwegs sind, um sie zu befreien. Es sind die Retter.48 Erhebet eure Hรคupter, die Erlรถsung kommt. Denn diese Welt ist den Christen eine Fessel, sie ist ihnen zu eng. Sie macht ihnen bange. โKomm doch, Herr Jesu, wo bleibst du so lange, komm doch, uns wird hier auf Erden so bange, so bange.โ49 Nicht Christus macht ihnen Angst, sondern der Leib, die Sรผnde, die Anfechtung50. Christus aber macht sie froh, denn er bringt die Erlรถsung.
3. Wann wird das geschehen? Nehmen wir an, wir wรผรten, es wรคre morgen. Wie wรผrden wir uns verhalten? Jesus: Die Zeichen sind danach, daร es noch zu euren Lebzeiten geschieht. Darum haltet euch bereit! Ob Jesus sich getรคuscht hat? Vers 32: wรถrtlich genommen schon. Aber mรผssen wir nicht dankbar sein, daร er sagt: es kann schon morgen sein, daร er uns in die schnelle Buรe ruft? Er lรครt uns keine Zeit, er lรครt uns keinen Augenblick mehr vor der Umkehr. Das ist der Sinn dieses Verses: Seid bereit! Heute noch! Es geht alles schnell vorรผber, aber das Wort Jesu bleibt in Ewigkeit. Darum tu schnell Buรe. Seid bereit fรผr die Zeit der Erlรถsung, der Ewigkeit!
4. Was sollen wir tun, wenn es morgen geschieht? Uns rรผsten mit Beten und Wachsamkeit, nรผchtern sein, daร uns der Tag nicht รผberrascht. Was ist Essen, Trinken, Wollust und Begierde, wenn es nach einem Augenblick vorรผber ist! Und die Ewigkeit doch nicht gewinnen kann!51 Haltet eine kurze Zeit Zucht! Verliert euch nicht an die Welt mit allerlei Sorgen und รngsten! Haltet Zucht und seid bereit, daร ihr wรผrdig seid, zu stehen vor des Menschen Sohn. Wer ist wรผrdig? Allein der, der ihn erwartet hat.52 Sonst wird nichts verlangt als auf ihn warten, wie jede wahre christliche Gemeinde auf ihn gewartet hat und sich auf seine Wiederkunft freut wie die Braut sich freut, wenn der Brรคutigam kommt.53 Fรผr die wartende Gemeinde muร der Tag Jesu ja ein Freudentag sein.
25.3. ZUM VOLKSTRAUERTAG AM SONNTAG REMINISCERE UND ZU JOHANNES 15,13โ14 UND RรMER 5,6โ8.10 a
A. AUS DER BESPRECHUNG54
Daร die โTrauerโ an Reminiscere nicht im Vordergrund steht, zeigt die Umbenennung von โVolkstrauertagโ in โHeldengedenktagโ (eine Umbenennung, die gewiร nicht viel zu beklagen ist). Bonhoeffer: Am Volkstrauertag doch wohl stรคrker thematisch, als textgebunden, predigen. Situation ja wie die der Volksmission etwa; nicht in erster Linie glaubende Gemeinde als Hรถrer da. Solange die Kirche nicht fรถrmlich erklรคrt hat, daร sie keinen Volkstrauertag feiere, muร sie auch schon Bezug darauf nehmen, und nicht nur anhangsweise. Nicht nur innerkirchlich predigen. [โฆ]55
Der christliche Pazifist hรถrt auf, christlicher Pazifist zu sein und wird idealistischer, wenn er รผber andere und vergangene Kriege zu Gericht sitzt und Programme macht.
B. BONHOEFFERS ENTWรRFE56
Gedanken fรผr den Prediger am Volkstrauertag.
1. Wir sollen nicht so tun, als existierte der Volkstrauertag garnicht. Wir sollen aber erst recht nicht nur anhangsweise oder nebenbei von ihm sprechen. Dafรผr ist die Sache wahrhaftig zu ernst, und wir geben รrgernis, ohne zu erbauen.57 Volk und Obrigkeit haben von uns erbeten, die Predigt des Wortes Gottes auszurichten รผber ein bestimmtes groรes Ereignis in der Geschichte unseres Volkes. Wir entziehen uns dem nicht.58
2. Gottes Wort รผber das Geschehen von 1914โ18 zu sagen, ist unsre Aufgabe. In der heutigen Welt des neuen Kriegsgeschreis wird dies umso dringender nรถtig. โVolkstrauertagโ sagte man am Anfang. Zweierlei war damals zu verkรผndigen: erstens der Trost des Evangeliums fรผr die Trauernden, fรผr das an der Wunde des Krieges noch todkranke Volk. Zweitens Antwort auf die Frage: wie konnte Gott solches zulassen? durch die Predigt vom Kreuz Christi.59 Seit man statt Volkstrauertag โHeldengedenktagโ sagt,60 hat sich die innere Stellung zum Weltkrieg verรคndert. Die Trauer wich dem Stolz im Blick auf die Leistung, das Opfer und den Dienst der Soldaten von 1914โ18 fรผr ihr Volk und Vaterland. Wer wollte sich diesem Gedanken entziehen? Wer wollte nicht angesichts der Mรคnner und Jรผnglinge, die den Tod sahen, ganz stumm, ehrfurchtsvoll und ganz bescheiden werden? Zwei Millionen starben, und noch ist unter uns61 das Heer derer, die unter ihnen waren, vom Tode gezeichnet, noch heute in stummer Gemeinschaft untereinander und mit denen, die fielen.62 Dรผrfen wir vergessen, daร der Boden, auf dem wir leben, durch Blut von Brรผdern uns erhalten und erstritten wurde. Dรผrfen wir hier je aufhรถren, dankbar zu sein.63 Opfer und Dienst von 1914โ18 ist fรผr uns Christen beschรคmend. Solcher Einsatz des Lebens fรผr die Sache des Volkes! Wie steht es mit unsrer Todesbereitschaft fรผr die Sache des Glaubens?64
3. Wir kรถnnen nicht dabei stehen bleiben, auf die Menschen und ihre Taten zu sehen. Wir suchen รผber all dem Gott. In Frankreich gibt es noch heute eine Photographie65 aus dem Krieg, die einen Kruzifixus mitten im Stacheldraht eines zerstรถrten Schรผtzengrabens zeigt.66 Christus im Schรผtzengraben โ was heiรt das? Das treibt uns in die Buรe.67 Ob Sieg, ob Kampf, ob Niederlage โ die Frage ist, ob wir die Christuspredigt in all dem vernehmen, ob wir zur Buรe kommen. Nur dann ist ein Geschehen von Gott fรผr uns โgesegnetโ. Vom Stolz und von der Trauer durch Christus zur Buรe.68
4. Buรe โ weil Gott so gรผtig ist, uns trotz und durch 1914โ18 noch zu erhalten.69 Buรe โ weil wir in dem Geschehen des Weltkrieges erkennen, daร unsre Welt eine verlorne Welt ist, weil Krieg nach dem Wort des Herrn das Vorzeichen des letzten Zerbrechens der Welt unter Gottes Gericht ist. Buรe โ weil der Krieg eine Anfechtung unsers Glaubens an Gott ist und viele ihres Glaubens beraubt.70 Buรe โ weil Krieg Sรผnde ist gegen Gottes Evangelium vom Frieden.71 Buรe โ weil die Christenheit und die Kirchen weithin sich leichtfertig mitschuldig machten, indem sie den Krieg segneten und vor Gott rechtfertigten. Buรe โ weil Christen gegen Christen standen, weil der Weltkrieg ein Krieg โchristlicherโ Vรถlker untereinander war. โChristus im Schรผtzengrabenโ โ das heiรt Gericht รผber eine gottlose Welt. Aber auch unendliche Liebe Gottes, der in diese Gottlosigkeit hineingeht und alle Sรผnde getragen hat.72 Aber allerdings nur im Glauben an dieses gรถttliche Erbarmen im Kreuze Christi gab es und gibt es Vergebung.
5. Wen Gott in die rechte Buรe fรผhrt, den stellt er neu in seinen Dienst. Das ist jetzt fรผr uns die Frage: was ist des Christen Dienst am Volk73, besonders angesichts des Krieges? Fรผrbitte fรผr die Obrigkeit โ das tรคgliche Gebet um den Frieden74! Die Christenheit erbittet und verkรผndigt allein den Frieden. Dienst am Evangelium durch Verkรผndigen und Handeln, Hingabe und Opferbereitschaft75! โ In allem Krieg und Kriegsgeschrei erkennen wir, daร wir Fremdlinge sind76 und Bรผrger einer neuen Welt, die in Kรผrze anbrechen wird, in der Gott Bogen zerbricht und Spieรe zerschlรคgt,77 in der ewiger Friede sein wird, mit Gott und unter den Menschen. Diese Welt heute schon zu bezeugen durch Jesus Christus mit Wort und Leben78 ist unser grรถรter Dienst an unserm Volk.
Anlรครlich einer homiletischen รbung des Seminars รผber die Predigt am Sonntag Reminiscere wurden folgende Texte vorgeschlagen: Jes 2,2โ4; Jes 40,6โ8; Joh 16,33; Luk79 15,29โ32 a; Jes 66,8; Matth 24,6 ff80; 2. Kor 5,14โ16; 1. Joh 3,13โ18. Eine vorgelegte gute Predigt รผber Psalm 25,6โ10 (Introitus)81 zeigt die groรen Schwierigkeiten, diesen Text fรผr den Volkstrauertag fruchtbar zu machen, und erst recht, ihn der Gemeinde dieses Tages einfach genug zu sagen. โ Es folgt ein Entwurf, der in dieser รbung vorgelegt wurde.
Text: Johannes 15,13โ14 und Rรถmer 5,6โ8.10 a.82
1. Wollen wir an diesem Tag der Helden gedenken, ohne Christi zu gedenken? Wollen wir an diesem Tag von den Helden unseres Volkes predigen oder hรถren, statt von Christus zu predigen und zu hรถren? Wollen wir, statt das Opfer des Sohnes Gottes zu preisen, das Opfer der Sรถhne unsers Volkes preisen? Wollen wir verhehlen, daร niemand grรถรere Liebe hat als Christus? Wollen wir uns verhehlen, daร unsere Liebe sich vor der โgrรถรerenโ dieser Gefallenen gewiร zu schรคmen und sie zu ehren hat? Wir sind es Christo schuldig, daร wir menschliche Heldenhaftigkeit und menschliches Opfer nicht an seine Seite rรผcken. Wir sind es diesen Gefallenen schuldig, daร wir aus ihnen nicht Gรถtzenbilder machen, die Gott in seinem Eifer zerschlagen muร. Wir sind es ihnen aber auch schuldig, daร wir uns durch ihre Lebenshingabe unsere Selbstliebe und Selbstgefรคlligkeit zerschlagen und uns erneut vor das Kreuz unseres Herrn treiben lassen.
2. Niemand hat grรถรere Liebe denn der, der sein Leben lรครt fรผr seine Freunde.83 Christi Liebe war freilich dennoch grรถรer; denn er lieร sein Leben fรผr seine Freunde, obwohl sie noch nicht seine Freunde waren. โIhr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebieteโ. Wer unter seinen Jรผngern hat alles getan, was er gebot? Darin preist Gott seine Liebe gegen uns, daร Christus fรผr uns gestorben ist, da wir noch seine Feinde waren. Er hat alle seine Feinde als Freunde angesehen. Er hat niemand bei seinem Sterben mit in den Tod gerissen, sondern durch sein Sterben alle aus dem Tod heraus ins Leben gerissen. Er hat nicht um sein Leben gekรคmpft, sondern es willig dargegeben und sich zur Schlachtbank fรผhren lassen wie ein Lamm โ er, der Gerechte, fรผr die Ungerechten! โ ob er wohl hรคtte Freude haben mรถgen.84
3. Sind wir also davor bewahrt, Christi Sterben mit dem Sterben unserer Gefallenen auf einer Ebene zu sehen, so dรผrfen wir nicht ihrer Liebe, die grรถรer sein dรผrfte als die unsere, die Ehre versagen.85 โFรผr einen Gerechten dรผrfte kaum jemand sterben, allenfalls fรผr eine gute Sacheโ.86 Das gibt es also am Rande dieser Welt der Selbstliebe und des Hasses, daร hin und wieder solche Opferbereitschaft, solcher Einsatz und Verzicht fรผr eine rechte oder fรผr eine als gut befundene, geliebte Sache da ist โ wie selbst โHeiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur tun des Gesetzes Werkโ.87 Das soll uns als Gemeinde Christi beschรคmen und treiben, unser Leben geringer zu achten, wenn anders wir aus unsrer Schwachheit und Feindschaft gegen Gott frei gemacht worden sind durch den Tod des Christus. 1. Joh 3,1688 โ das heiรt nicht allein und heute nicht in erster Linie zum โSterbenโ bereit sein, sondern durch Bezeugung des Opfers Christi im Leben uns im Dienst fรผr unser Volk zu verzehren.89
C. NACHBESPRECHUNG90
Bonhoeffer: (Zur Kriegspredigt)
Der Krieg trรคgt in sich die Rechtfertigung der Sรผnde. Denn er steht im Widerspruch zu Gottes Gebot. Eine endgรผltige Antwort, ob ein Christ teilnimmt oder nicht, muร abgelehnt werden. Beides ist mรถglich. Einer bezeugt seine Solidaritรคt und zieht mit. Der andere sagt: โAuch die Obrigkeit verlangt Sรผnde, ich ziehe nicht mitโ. Auf der einen Seite droht: Militarismus. Und andererseits: doktrinรคrer Pazifismus.
Es geht nicht um eine moralische Wรผrdigung der Menschen. Es ist dort heroisch oder jรคmmerlich feige Tod erlitten worden. Man kann dem Feigen noch dankbarer sein als dem der heldenhaft starb. Was bedeutete es fรผr einen armen feigen Menschen seinen Kopf hinzuhalten! Die Helden haben doch ein Ideal gehabt. Die anderen starben ohne Ideal, jรคmmerlich, aber vielleicht schwerer. Beide erlitten den Tod, standen in einer Reihe wie eine Mauer. Dankbarkeit! Aber in dem allem Gott! Wir haben nachtrรคglich keine Tapferkeitsmedaillen auszuteilen. Auch nicht das Gegenteil. Sie starben. Wie? Wer weiร es. Genug sie starben. Darum leben wir. Das treibt zum Dank und zur Buรe gegen Gott!
Gebet um Sieg der eigenen Sache? Nein. Sie, die Kirche betet nur um den Frieden fรผr die Soldaten auf beiden Seiten.91 Kriegspredigten? Sie waren in Deutschland und England gleicherweise schlimm.92
25.4. ZU APOKALYPSE 22,1โ5
A. AUS DER PREDIGTVORARBEIT
[1936:]93 Der neue Garten des Lebens wird uns gezeigt, der am Ende der Tage auf dieser Erde sein wird; er ist der Garten des Lebens, weil Gott die Mitte dieses Gartens ist und weil sein Leben neues Leben schafft und weitergibt.
Wasser und Brot sind die Grundelemente der Nahrung; lebendiges Wasser, reines und klares Wasser enthรคlt der Lebensstrom, heiliges Wasser. โ Holz des Lebens und Frรผchte der Gesundheit tragen die Bรคume. Es wird kein Mangel mehr sein, weil Frucht die Fรผlle da ist. Der Noachitische Bund ist aufgehoben (Gen 8,22). Es gibt nichts Giftiges, Schlechtes und Verderbliches mehr; es gibt keine Jahreszeiten mehr; es gibt keinen Wechsel mehr.
In diesem Garten wird kein Bannfluch gelten. Es wird nichts mehr geben, was von Gott verbannt und verflucht ist, was unrein ist, was Gott nicht ansieht. Sondern was dort ist, ist rein, von Gott angesehen. Heute gibt es (auch in der Kirche noch) Tod, Fluch, Unreinheit.
Gottes Stuhl wird dort stehen; sein Thron der Herrlichkeit und der Herrschaft; zu seiner Rechten das Lamm, der gekreuzigte und auferstandene und gen Himmel gefahrene Herr, unser Bruder, unser Erlรถser. Heute ist er uns fern, aber dann werden wir ihm nah sein.94
Dienst an Gott und seinem Lamm wird dann der Lebenszweck sein. In diesem Garten werden Gottes Knechte, werden wir, Gott von Angesicht zu Angesicht sehen; heute sehen wir durch einen Spiegel in einem dunklen Wort.95 Dann werden wir Gottes Namen sichtbar an unserer Stirn tragen; heute sind wir nur mit ihm genannt, aber er bleibt unsichtbar an uns. Dort wird im wahrsten Sinne Gottesdienst sein in aller Sichtbarkeit und Herrlichkeit vor Gottes Angesicht.
Und so wird es in alle Ewigkeit sein; durch nichts unterbrochen; nicht durch Finsternis und nicht durch Nacht. Denn wo Gott ganz nah ist, kann nur noch Licht sein. Gott ist das Licht. Dann ist auch alles geschaffene Licht รผberflรผssig; Gott erleuchtet seine Kinder. Sein Licht wird das einzige Licht sein, das vollkommene Licht. โ Heute gibt es noch geschaffenes Licht; heute gibt es noch Finsternis auรer uns und in uns. Aber dann wird alles klar und rein und licht sein.
In alle Ewigkeit wird es so sein. Wir werden teilnehmen an Gottes Herrschaft, an seinem Weltregiment. Das ist dann ewigwรคhrend. Das letzte Bild der Bibel wird unbegrenzte96 Wirklichkeit sein.
[1936/37:]97 Aufriร: II. Die Armut des Lebens in dieser Zeit. a. Unsere Last: Durst; Hunger, Krankheit; Fluch Gottes, Herrenlosigkeit; bรถses Gewissen, Namenlosigkeit (Charakterlosigkeit); Nacht, Knechtschaft. b. Die Flucht der Welt zu falschen Gรถtzen, die doch nicht helfen kรถnnen. c. Das Angeld auf Hoffnung, das die Gemeinde Jesu Christi besitzt. โ I. Der Reichtum des ewigen Lebens und seine Herrlichkeit (im Einzelnen: wie II a, nach dem Text homiletisch).
I. Der Text stellt vor uns hin die ganze Herrlichkeit des kรผnftigen Lebens. Es wird dies ein Leben sein, in dem wir uns nicht mehr jรคmmerlich nรคhren von einem Tag zum anderen; in dem niemand mehr dรผrsten oder hungern wird. Sondern wir werden trinken von seinem ewigen, lebendigen und Leben schaffenden Geist, der dahinstrรถmen wird wie eine Sintflut; und essen von den Frรผchten dieses Geistes, die heranreifen in einem fort und die, ganz nebenher, die letzten Unglรคubigen gesund machen werden. โ Wie denn alles geheiligt sein wird, wird niemand mehr im neuen Leben verflucht sein und so eine wunderbare Gemeinschaft der Heiligen bestehen. In ihrem Mittelpunkt freilich steht der Thron Gottes und des Lammes, und im Dienst an beiden ist die Seligkeit und Gemeinschaft der neuen Menschen gegrรผndet. Das neue Leben wird keine Ruhe, sondern ein Dienen sein! โKammerdienerโ Gottes werden die neuen Menschen sein, weil sie Gott frei ins Angesicht schauen kรถnnen, gerechtfertigt durch Jesum Christum. Und wie sie sich zu ihm bekennen, wird er sich zu ihnen bekennen und seinen Namen auf sie legen, daร sie als seine Kinder erkenntlich und frei sein werden von der Charakterlosigkeit und Herrenlosigkeit. Und die Herrlichkeit dieses Dienstes wird darin sichtbar, daร er kein Ende hat: es wird keine Nacht, keinen Schlaf geben, denn die neuen Menschen werden Kraft haben von Gott her. Und es wird stets licht sein und somit Raum zum Dienst und zur Freude. รber die Mรคchte der Finsternis aber, Tod, Sรผnde und Teufel, werden die neuen Menschen Herren sein, indem sie Gott und dem Lamm dienen, ewiglich.
II. a. Dieser Text deckt auf die Jรคmmerlichkeit des Lebens in dieser Zeit. Da gibt es Durst, Hunger, Krankheit; da gibt es Fluch Gottes, auf uns und andere [gerichtet]; da gibt es Arbeitsund Herrenlosigkeit, daร Menschen nicht wissen, wohin sie gehรถren und wozu sie da sind; da gibt es das bรถse Gewissen, daร wir Menschen nicht in die Augen sehen kรถnnen, geschweige denn Gott; da gibt es Charakterlosigkeit, daร wir bald so, bald so handeln, als hรคtten wir keinen Vater und keinen โCharakterโ und keinen Namen von ihm; da gibt es Nacht, die uns immer wieder niederzwingt, versucht, demรผtigt, ausschaltet; da gibt es Knechtschaft unter Menschen und Laster, die uns des Lebens รผberdrรผssig machen. Und unter dem allen seufzen wir.
b. Freilich will sich die Welt und wollen wir uns nie recht eingestehen, wie jรคmmerlich es mit uns steht. Sie sucht und findet Ersatzspeise, -trank, -arznei; ErsatzโSegen, ErsatzโHerren, Ersatztrost, ErsatzโCharakter, ErsatzโLicht und ErsatzโFreiheit โ ohne doch damit letztlich glรผcklich und wahrhaftig zu sein.
c. Anders die Gemeinde Gottes, die schon heute vom Brรผnnlein Gottes, vom Fleisch und Blut Christi lebt und im Glauben und in der Hoffnung hat, was sie einst in der Vollendung haben wird. In ihr allein quillt das Wasser des Stromes heute schon auf; dort ist Zuflucht!
B. AUS DER BESPRECHUNG98
Besprechung: Entscheidend die Beziehung zwischen regnum gratiae und regnum gloriae.99 รber den Ausdruck ฮพฯฮปฮฟฮฝ100 ist der Skopus zu finden: in diesem Text wird gesagt, daร das Ende herrlicher ist als das Paradies und herrlicher als das Kreuz. Keine SchlaraffenlandโPredigt!101 In Vers 1โ3 immer wieder, in jedem Vers, zurรผckverwiesen auf das Lamm und auf Gott! Das Gegenรผber von Kreuz und gloria liegt schon in dem แผฮดฮตฮนฮพฮญฮฝ ฮผฮฟฮน102: Der auf Patmos gefangene Johannes hรคlt den verfolgten Gemeinden den โWunderspiegelโ vor, und sagt โdas seid ihrโ!103 รberhaupt bei apokalyptischen Predigten das โer zeigteโ als Ausgangspunkt nehmen. โ Die Verbindung von regnum gratiae und regnum gloriae liegt in der Predigt vom โLammโ;104 darin liegt auch der Unterschied deutlich zu aller eschatologischen Sehnsuchtsfรผlle etwa des NS oder des religiรถsen Sozialismus. โ So wird auch die Gefahr vermieden, nur einen Hymnus vorzutragen, statt zu predigen.
Zum filioque105: Karl der Groรe fรผhrte es ein, und rettete damit Deutschland vor der โSchรถpfungstheologieโ!106 Die griechischโorthodoxe Kirche nahm es nicht auf aus ihrer Erlรถsungslehre (ฮธฮตฮฟฯฮฟฮฏฮทฯฮนฯ107), indem dadurch die Schรถpfung geheiligt wird โ und der zweite Artikel zurรผcktritt (das ฮดฮนแฝฐ ฮงฯฮนฯฯฮฟแฟฆ108 hat sie nicht bestritten, aber mit dem Hinweis auf Christus als den Schรถpfer erledigt).
Vers 2: แผฮธฮฝฮท sind Vรถlker. Mit der ฮธฮตฯฮฑฯฮตฮฏฮฑ109 vielleicht der verklรคrte Leib der Seligen bedeutet; es wird keine Krankheit mehr geben. (Bedeutung des Banns110 im Alten Testament: Der Tote wird, was erst vom Kreuz her verstรคndlich ist, ausgesondert, als durch den Teufel dem Tode, und umgekehrt, verfallen; und eben mit dieser Aussonderung ist er Gott zugehรถrig. Darum wird das Verbannte geopfert.)
Vers 4: Taufe. Der mit dem Kainszeichen111 gehรถrt Gott? Wieder Ebenbilder Gottes; die Menschen schรคmen sich nicht mehr voreinander.112 (Wie im Paradies; jedoch ist, Vers 3, die Schlange nicht mehr da.) Vers 5: regieren, aus Genesis 1โ3 รผbernommen.113
C. BONHOEFFERS PREDIGTENTWURF FรR EINEN JUGENDGOTTESDIENST (MITSCHRIFT)114
1. Ihr wiรt von schรถnen deutschen Stรคdten, habt davon gehรถrt und sehnt euch danach, nicht nur davon zu hรถren, sondern sie auch zu sehen. Auch von ferneren Lรคndern habt ihr gehรถrt usw.
2. Wenn ihr an ein noch wunderbareres, hier beschriebenes Land glaubtet, wรผrdet ihr nicht sofort dahin gehen?
3. Nun gibt es dieses Land. Wollt ihr euch da wundern, daร es auch Menschen gibt, die nichts mehr hรคlt, sondern die sehen wollen, was sie gehรถrt haben? Die wissen und wandern? Das sind Christen, die auf gehรถrtes Wort hin wandern zum Schauen: โEr zeigte mirโ. Also nicht Faulpelze, Langweiler, รngstliche, sondern wissend von โฆ,115 die auf der Wanderung durch einen tiefen, dunklen Wald sind, durch den hin und wieder die Stadt durchblitzt, um wieder zu verschwinden. Der Weg ist lang, gefรคhrlich, aber darf nicht schrecken. Der Wald: die Welt und unser Leben; wenn wir aber die Stadt sehen kรถnnen, fallen uns die Augen zu, wir sehen nichts mehr vom Wald, wir โsterbenโ, am Ziel.116
4. Aber das ist in Wirklichkeit nicht Sterben, sondern Leben. Dort erst fangen wir an, wirklich zu leben. Es ist ein Lebensland! Strรถme erfrischen uns hier, aber keiner ist wie Kristall. Jenes Wasser aber ist Gottes Wasser, lรถscht Unreinheit und Durst. Das Wasser kommt ja vom Thron, auf dem das Lamm steht, das rein, keusch, heilig ist, unseren Durst lรถscht.117 โ Lebensbaum118: jetzt kein Verbot mehr!119 Selbst die Blรคtter sollen Heilkraft haben fรผr alle Wunden Leibes und der Seele. Keine Krankheit, kein Schmerz usw. Aber auch keine Unreinheit, Unwahrheit.120 Und schon werden unsere Blicke weggerissen zu dem Thron in der Mitte. Um ihn stehen die, die am Ziel ihrer Wanderung angekommen sind. Ihr Antlitz trรคgt den Glanz und das Widerspiel seiner Herrlichkeit. Schon jetzt tragen wir seinen Namen, aber noch nicht erkennbar. Die Nacht, Widerspiel121 des Todes, wird nicht mehr da sein.122
5. Schon das โSehenโ wรคre wunderbar โ aber es soll sogar ein โHerrschen mit ihmโ werden. Dann werden die Christen nicht mehr verspottet werden und sich schรคmen mรผssen; sondern die anderen werden sich schรคmen mรผssen, die nicht mitgewandert sind, weil sie es nicht glaubten. Die Christen werden recht haben.123
6. Wer fรผhrt und herrscht in jenem Lande? Der seltsamste aller Herrscher: das Lamm. Nur wer es kennt, wird dorthin eingehen. Wir kennen ihn: der gekreuzigte Jesus Christus.124 Nur wer sich hier von ihm fรผhren lรครt, den lรครt er eingehen in sein Reich. Der Wald wird immer finsterer; aber in dem Gekreuzigten ist schon die ganze Zukunft und Herrlichkeit verborgen.125
7. Nun erst sehen wir jenes Land recht.126 Es blitzt vor uns auf, wenn wir aufs Kreuz Christi sehen. Soll es nun wieder vorรผbergehen, oder wollt ihr aufspringen und wandern, daร ihr auch hingelangt? Es ist viel, viel ferner als andere Lรคnder; aber muร es das nicht, wenn es so viel herrlicher ist? Wir brechen auf in den dunklen Wald; aber wir kennen das Ziel, und den, der uns fรผhrt. Ihm nachfolgen. โDer Anfang, das Ende, o Herr, sie sind dein, โฆโ (Fritz Reuter). Fortsetzung: โDie Spanne dazwischen, das Leben, war mein. Und irrt ich im Dunkeln und fand mich nicht aus, Bei dir, Herr, ist Klarheit, und Licht ist dein Haus.โ127
26. DISPUTATION รBER DIE PREDIGT DES GESETZES1
26.1. THESEN VON GERHARD EBELING2
Thesen zu der Frage Wie predigt die Kirche das Gesetz?
I. (Predigt die Kirche รผberhaupt Gesetz?: Gesetz โ Christus) Die Kirche predigt das Gesetz allein als in Jesus Christus erfรผlltes Gesetz.
1) Die Kirche hat von ihrem Herrn nicht den Auftrag bekommen, Gesetz zu predigen, sondern das Evangelium zu predigen.3
2) Es ist das Wesen der Irrlehre, aus der Predigt des Evangeliums Gesetzespredigt zu machen.
3) Das Evangelium ist die frohe Botschaft von dem einfรผrallemal fleischgewordenen, gekreuzigten, auferstandenen und wiederkommenden einzigen Sohn Gottes, Jesus Christus.
4) Gesetz wird da allein als Gottes Wort geoffenbart, gepredigt, gehรถrt und erfรผllt, wo die Offenbarung in Jesus Christus gepredigt und geglaubt wird.
5) Das Gesetz als Wort Gottes ist so von der Offenbarung Gottes in Jesus Christus umschlossen, daร unter Absehung von dieser Offenbarung eine genรผgende theologische Definition des Begriffes โGesetzโ unmรถglich ist.
6) Das Gesetz, wie es in das Blickfeld der kirchlichen Predigt tritt, ist nur konkret durch den Hinweis auf sein mit ihm selbst nicht identisches ฯฮญฮปฮฟฯ4 zu bestimmen als das in Jesus Christus erfรผllte Gesetz.
7) Einheit und Unterschiedenheit von Gesetz und Evangelium sind nicht logisch abzuleiten, sondern nur heilsgeschichtlich aufzuweisen.
8) Gesetz und Evangelium sind keine Gegensรคtze, weil Jesus Christus das eine erste und letzte Wort ist.
9) Gesetz und Evangelium sind in dem einen Wort Gottes dauernd voneinander unterschieden, weil Gott zwischen dem Sรผndenfall und dem jรผngsten Gericht in seiner Offenbarung stรคndig sich herablรครt, so mit den Menschen zu reden, daร er ihnen Zeit und Gelegenheit lรครt zu hรถren beziehungsweise immer wieder nicht zu hรถren.
10) Daร Jesus Christus das Gesetz erfรผllt hat, ist darum identisch damit, daร in ihm die Fรผlle der Zeit gekommen ist.
11) Das Problem der kirchlichen Predigt des Gesetzes ist mit der Spannung zwischen Pneumatologie und Eschatologie5 gegeben.
II. (Was predigt die Kirche als Gesetz?: Gesetz โ Schrift) Als in Christus erfรผlltes Gesetz predigt die Kirche allein das Gesetz, von dem Jesus sagt, daร er es erfรผlle, nรคmlich das durch die Hand des Mose dem Volk Israel geoffenbarte, im Alten Testament und Neuen Testament bezeugte und ausgelegte Gesetz des dreieinigen Gottes.
1) Die Frage nach Inhalt und Umfang des Gesetzes ist nicht zu beantworten von seinem Wirkungsbereich, sondern nur von seinem Offenbarungsbereich her.
2) Der Offenbarungsbereich des Gesetzes ist in doppelter Weise durch die Offenbarung in Jesus Christus begrenzt: nach der gefallenen Schรถpfung hin durch den Kanon, nach der neuen Schรถpfung hin durch den Leib Christi.
3) Das Gesetz umschreibt also in erster Linie den heilsgeschichtlichen Zwischenbereich zwischen dem Sein in Adam und dem Sein in Christus, wobei die Periode: Moses โ Christus ebenso wie die Periode: Adam โ Moses nicht nur historisch, sondern vor allem typologisch zu verstehen ist.
4) Daร Christus das ฯฮญฮปฮฟฯ des Gesetzes ist, heiรt das Dreifache: daร er das Gesetz als heilsgeschichtliche Periode aufgehoben, die Grenzen von dessen Bereich (Kanon โ Leib Christi) in Kraft gesetzt und den Herrschaftsanspruch des Gesetzes durch seinen eigenen Leib รผbernommen und neu vorgebracht hat.
5) Das Gesetz, wie es in den Bereich der kirchlichen Predigt tritt, ist darum immer zunรคchst das Gesetz des Mose (in seiner Einheit von Moral-, Judizial- und Zeremonialgesetz) als die von Gott selbst erรถffnete und in Christus auรer Kraft gesetzte Mรถglichkeit, der Welt das Heil zu geben.
6) Da Jesus Christus als einziger das ganze Gesetz in seiner vollen Auswirkung (Fluch) an seinem Leib auf sich genommen, predigt die Kirche dies als ฯฮปฮฎฯฯฮผฮฑ6 des Gesetzes: die Liebe Christi, die das Leben der ganzen Welt an diesen seinen Leib bindet.
7) Da das von der Kirche gepredigte Gesetz allein dies ist: Bindung des Lebens der Welt an den Leib Christi, so kann die Kirche nicht einzelne Gebote losgelรถst von dieser Beziehung predigen und kann darum auch die Bibel nicht unmittelbar (das heiรt ohne christologische Auslegung) als Gesetzbuch benutzen.
8) Die im christologischen Sinn eigentlich gesetzliche (das heiรt sachgemรครe) Predigt des Gesetzes ist vielmehr die Predigt der Freiheit des an den Leib Christi Gebundenen von der Bindung an irgendwelche verabsolutierten Gebote.
9) Weil der nach auรen durch den Kanon begrenzte Offenbarungsbereich des Gesetzes seine innere Grenze am Leib Christi findet, ist es unmรถglich, die Offenbarung des Gesetzes im Unterschied zur Offenbarung des Evangeliums auf das Alte Testament im Unterschied zum Neuen Testament oder auf bestimmte Stellen im Alten Testament und Neuen Testament zu lokalisieren.
10) Allerdings lokalisiert doch der von der Heilsgeschichte her bestimmte Sprachgebrauch das Gesetz im wesentlichen auf das Alte Testament, ohne damit das Eingebettetsein des Gesetzes in die voraus- und mitlaufende Verheiรung Gottes aufzuheben.
11) Fรผr die Blickrichtung der kirchlichen Predigt dagegen erscheint Gesetz in christologischer Bezogenheit direkter im Neuen Testament, indirekter im Alten Testament, sodaร der kirchlichen Predigt sich das Gesetz Christi beispielsweise in den apostolischen Parรคnesen in grรถรerer Ausgelegtheit darbietet als in der Bergpredigt, und in dieser wieder in grรถรerer Ausgelegtheit als etwa im Dekalog.
12) Der Inhalt der kirchlichen Predigt des Gesetzes ist so vielfรคltig wie die Beziehung zwischen dem Kanon und dem Leib Christi, eine Beziehung, die jeweils in der Auslegung der heiligen Schrift neu aufzudecken ist.
13) Alle Teile des alttestamentlichen Gesetzes (nach der gewรถhnlichen, von auรen her gemachten Unterscheidung: Moral-, Judizial- und Zeremonialgesetz) haben in der christologischen Auslegung grundsรคtzlich die gleiche Beziehung zu Christus, der das ganze Gesetz erfรผllt hat; ihre verschiedene Stellung in der kirchlichen Predigt des Gesetzes dagegen ist begrรผndet in der Unterschiedenheit von einmaligem und wiederholtem Geschehen am Leibe Christi.
14) Die Gegenwart des Gesetzes Christi allein in der kirchlichen Predigt des Gesetzes auf Grund der Auslegung der heiligen Schrift bewahrt davor, unter Vergewaltigung des notwendigerweise widerspruchsvollen biblischen Gesetzesbegriffes als Ziel theologischer Bemรผhung die Erarbeitung eines Gesetzesbegriffes anzusehen, statt der Erarbeitung gewisser Regeln fรผr die kirchliche Predigt des Gesetzes.
III. (Wem predigt die Kirche das Gesetz?: Gesetz โ Welt) Indem die Kirche Jesus Christus verkรผndigt, trifft es ein, daร von Zion das Gesetz ausgeht an alle Vรถlker.7
1) Mit der Verkรผndigung des Evangeliums an alle Welt nimmt die Kirche schlechthin alles gefangen unter den Gehorsam gegen Christus (Gesetz Christi) und kennt keine Kreatur, die dieser Gefangenschaft durch Autonomie oder Neutralitรคt entzogen wรคre.8
2) Die Totalitรคt des Gesetzes Christi ist nicht eine erstrebte, sondern eine in der Erlรถsungstat begrรผndete faktische Totalitรคt.
3) Die faktische Totalitรคt des Gesetzes Christi wird aber offenbar allein, indem die Kirche das Evangelium aufgrund des Alten Testamentes und Neuen Testamentes predigt.
4) Indem die ganze Welt durch die Erlรถsungstat Christi unter den Anspruch des Gesetzes Christi gestellt ist, sind alle Gesetze, Denkschemata, Philosophien und Religionen der Welt entleert; nur das Gesetz des Mose ist erfรผllt.
5) Durch die Gefangennahme der ganzen Welt unter den Gehorsam gegen Christus wird also die ganze Welt in den Gehorsam gegen das Gesetz des Mose, freilich als das von Christus erfรผllte Gesetz gerufen.
6) Da Christus nicht nur die Juden, sondern alle Welt von der Macht der Sรผnde und dem Fluch des Gesetzes erlรถst hat, predigt die Kirche das Gesetz Christi in gleicher Weise Juden und Heiden, als solchen, die getrennt waren nach dem Plan der Heilsgeschichte durch den Offenbarungsbereich des Gesetzes, die aber nun in gleicher Weise als Sรผnder innerhalb des einen Wirkungsbereiches des Gesetzes offenbar sind, und die durch Christi Erfรผllung des Gesetzes Glieder desselben Leibes Christi geworden sind.
7) Der Unterschied des Verhรคltnisses der Juden und der Heiden zum Gesetz ist dieser: wรคhrend jenen das offenbare Gesetz gegenรผbersteht als das Wort Gottes, liegt diesen die Auswirkung des Gesetzes im eigenen Wesen, verborgen unter der Wirklichkeit der Weltmรคchte.
8) Die Parallelen zwischen dem Gesetz des Mose und den Gesetzen der Heiden sind nicht zu verstehen aus der Tatsache der Schรถpfung, auch nicht aus dem vermeintlichen Willen Gottes zur bloรen Erhaltung der Welt, sondern allein aus der christologischen Begrรผndung und Abzielung dieser Erhaltung.
9) Die christologische Verwurzelung der Erhaltung der Welt ist insofern unterschieden von der christologischen Verwurzelung des Gesetzes des Mose, als im Gesetz des Mose Israel die Verheiรung des Lebens gegeben ist, wรคhrend die Weltmรคchte ohne jede Verheiรung รผber die Heiden herrschen.
10) Daร die gefallenen Engelmรคchte wider ihren Willen um Christi willen und zu seiner Ehre zur Erhaltung der Welt bis auf ihr Ende hin da sind, ohne selbst an der von Christus geschaffenen Erlรถsung Anteil zu bekommen, ist im Geheimnis der Prรคdestination begrรผndet.
11) Der Maรstab fรผr die innerweltlichen, im weitesten Sinn politischen Entscheidungen ist nicht ein angeblich neutrales Naturgesetz, sondern allein der Gesichtspunkt, ob und wie dem Leib Christi Raum gegeben wird als der bekennenden Kirche unter dem Wort, die auf ihren Herrn wartet.
12) Das Gesetz Christi trรคgt unmittelbar nichts bei zur immanenten Lรถsung der im Raum des politischen Lebens gestellten Probleme.
13) Das Gesetz Christi bringt darin das Gericht รผber die Welt, daร es diese letztlich sich selbst und ihren immanenten Mรถglichkeiten und Grenzen รผberlรครt, freilich nicht zu neutraler Existenz, sondern zum Verderben, um nur die einzelnen Menschen aus der Herrschaft der Mรคchte herauszurufen.
14) Daร von Zion das Gesetz ausgeht fรผr alle Vรถlker, wird erst dann als Heil der Welt offenbar, wenn Himmel und Erde vergehen, mit allen immanenten Mรคchten und Ordnungen.
15) Die kirchliche Predigt des Gesetzes ergeht im strengen Sinn allein an die, an die die kirchliche Predigt des Evangeliums sich richtet.
IV. (Wie predigt die Kirche das Gesetz?: Gesetz โ Kirche) Wenn die Kirche das Gesetz allein als das in Christus erfรผllte predigt, so folgt daraus, daร Christus allein auch das ฯฮญฮปฮฟฯ der kirchlichen Predigt des Gesetzes ist.
1) Die Kirche predigt allein dann das Gesetz Christi recht, wenn sie nicht sich selbst, sondern Christus als Subjekt ihrer Predigt versteht.
2) Nicht die Kirche, sondern Christus allein ist in der Lage, sein Gesetz zu handhaben (โususโ legis).
3) Die Kirche kann sich also nicht von sich aus entscheiden, hier oder da Gesetz oder Evangelium zu predigen oder Gesetz und Evangelium auf Imperativ und Indikativ zu verteilen, sondern sie kann nur in Auslegung der Heiligen Schrift die Tatsache der Erlรถsung in voller Entfaltung predigen und dabei Christus selber als dem Subjekt des Wortes die Auseinanderlegung in Gesetz und Evangelium zu รผberlassen.
4) Christus handhabt sein Gesetz allein durch die Predigt der Kirche.
5) Wird unter dem primus usus legis die verhรผllte Wirksamkeit des Gesetzes Gottes zur Erhaltung der Welt unter den Hรคnden der Weltmรคchte, so kann dieser sogenannte primus usus legis garnicht in eine Reihe gestellt werden mit dem secundus und tertius usus legis, weil hier weder das offenbare Gesetz Christi gehandhabt ist, noch dementsprechend Christus das Subjekt dieses usus ist, sondern der Deus absconditus.9
6) Dieser auรerhalb des Offenbarungsbereichs des Gesetzes Christi liegende usus legis wird dann zu einem abusus10, wenn er von der Kirche um der Erhaltung und Rechtfertigung der Welt willen gepredigt wird, statt ihn von Christus her und um Christi willen zur Unentschuldbarmachung der Welt allein als Tatsache aufzudecken.
7) Der sogenannte zweite und dritte usus legis allein kann im eigentlichen Sinn als usus legis bezeichnet werden, so freilich, daร die kirchliche Predigt nicht selber Subjekt, sondern nur Mittel dieser von Christus gehandhabten usus ist.
8) Die ususโLehre ist also nur eine systematische Hilfskonstruktion, deren Hineinbeziehung in die praktische Theologie gefรคhrliche Folgen hat und nur รผber die Entfaltung der effectus legis11 Berechtigung hat.
9) Auch der effectus legis ist der Kirche nicht in die Hand gegeben, da Christus sowohl Subjekt dieser Wirkung als auch der effectus selber ist, insofern die Predigt des Gesetzes zu nichts anderem dient als zur Erbauung des Leibes Christi.
10) Dabei ist der effectus legis der jeweiligen konkreten Feststellung durch die Kirche in den Grenzen entzogen, in denen es ihr verwehrt ist, die Herzen zu erforschen; und er ist als ein doppelter zu predigen: als Tรถten des alten Menschen und als Bindung des neuen Menschen an den Leib Christi.
11) Daร dieser effectus in der Einheit beider Richtungen wirklich geschieht, darin besteht die impletio legis12, deren Subjekt Christus ist, so gewiร er es ist, der seinen Leib durch Glaube und Liebe zusammenbindet, deren Subjekt aber auch der Wiedergeborene ist, so gewiร dies wirklich an ein und derselben Person des Menschen geschieht, daร der alte Mensch getรถtet und der neue Mensch zum Glied am Leibe Christi geschaffen wird.
26.2. ANFRAGEN BONHOEFFERS (MITSCHRIFT)13
Fragen. (Bonhoeffer)
1.) Ist das Gesetz Offenbarung und was heiรt das.
2.) Wie verhรคlt sich der Dekalog zum Zeremonialgesetz etc. Gesetz.14
3.) Wie verhรคlt sich das Gesetz des Alten Testaments zum Gesetz des Neuen Testaments.
4.) Worin liegt das Miรverstรคndnis des Gesetzes in Israel?
5.) Darf man sagen, das Evangelium ist das offenbarte Wort Gottes, das sich auf das Tun Gottes erstreckt; das Gesetz ist das offenbarte Wort Gottes, das sich auf das Tun des Menschen erstreckt? In welcher Beziehung stehen diese beiden Aussagen zueinander?
6.) Lรครt sich das Verhรคltnis von Gesetz und Evangelium chronologisch ausdrรผcken?
7.) Gibt es Verkรผndigung des Gesetzes ohne Verkรผndigung des Evangeliums?
8.) Wie verhalten sich die Ordnungen zum Gesetz Gottes?
9.) Welchen Anspruch hat die Kirche auf die Gestaltung der Ordnung (primus usus)?
10.) Was heiรt Erfรผllung des Gesetzes?
11.) Was heiรt Freiheit vom Gesetz?
12.) Was heiรt Aufrichten des Gesetzes?
13.) Was heiรt buchstรคblich und geistliches Verstรคndnis des Gesetzes?
14.) Muร der Christ das Gesetz erfรผllen?
B. VORTRAG
27. VORTRAGSKONZEPT BONHOEFFERS ZUM KONFIRMANDENUNTERRICHT1
Konfirmandenunterrichtsplan2
Warum kommst du in den Konfirmandenunterricht?3
a. Weil ich ein getaufter Christ bin.
b. Weil ich wissen muร, was es heiรt, ein Christ zu sein.
c. Weil ich ein Christ werden soll und will.4
aโ 1. Gott hat etwas an dir getan, ehe du es wuรtest und wolltest.5 Wie er dir das zeitliche Leben schenkt aus freier Gnade, so schenkt er dir auch die Verheiรung des ewigen Lebens aus freiem Willen. Du gehรถrst ihm in Ewigkeit. [โ] NG 131,1โ26 [โ] Jes 43,1 b. Joh 10,28 ich gebe ihnen das ewige Leben.
2. Gott erinnert dich durch die Taufe, daร es eine Ewigkeit gibt nach der Zeit. Er erinnert dich an den Tod und daร du nach dem Tod ewig bei ihm sein sollst. [โ] R 14,7โ9 Luk 10,20 freuet euch โฆ
3. Wie Gott dir fรผr dein zeitliches Leben leibliche Eltern und Geschwister gegeben hat ohne daร [du] es wuรtest und wolltest, so hat er dir auch fรผr das ewige Leben eine geistliche Mutter und geistliche Brรผder und Schwestern gegeben. Er selbst will dein Vater sein, die Mutter ist die Kirche, die Brรผder sind die Glieder der Kirche.7 [โ] 1 Joh 3,1 Mt 23,8
4. Aus all dem lernst du, daร du ganz und gar in Gottes Hand bist und ihm gehรถrst, ob du willst oder nicht, daร Er mit dir handelt, wie es ihm gefรคllt, daร er dein Herr ist. [โ] Jes 65,18 2 Mos 20,2 a. |
bโ Willst du wissen, was es heiรt, ein Christ zu sein, so muรt du es mit Ernst lernen und รผben. Du muรt tรคglich beten und die Bibel lesen, du muรt jeden Sonntag die Predigt hรถren, du muรt wissen, daร alles Lernen mit dem Kopf nichts hilft, wenn du nicht mit dem Herzen und der Tat gehorchen willst. [โ] Ps 34,12 2 Tim 3,15 [Ps] 85,119 119,12.147 f. 111,10 Apg 2,42 1 Tim 4,7 b. 1 Joh 5,3 Joh 7,17 Spr 23,26
cโ Daร du ein Christ wirst, will Gott, will die Gemeinde, wollen deine Eltern. Es sind aber auch viele da, die nicht wollen, daร du ein Christ wirst. Daร du es trotzdem werden kannst, darum muรt du Gott bitten, und dazu soll dir der Unterricht helfen. [โ] 1 Mos 17,1 Ps 119,94 Mk 9,24 Ps 145,18 Ps 7,210 2 Tim 2,3 1 Ti 1,18
Was heiรt es, daร du Christi Namen trรคgst?11 Es heiรt, daร Christus mich angenommen hat, und daร ich mit meinem ganzen Leben12 Christus Ehre und Lob bereiten soll hier und in Ewigkeit. [โ] Phil 2,10 โฆ sich beugen sollen โฆ Mt 28,19 4 Mos 6,27 1 Kor 10,31 b
1. Daร du den Namen Christi tragen darfst, ist deine hรถchste Ehre. Du gehรถrst mit Christus zusammen, du bist sein Glied. [โ] Offbg 22,4
2. Dem Namen Christi muรt du zu jeder Stunde, in Gedanken, Worten und Taten, Ehre bereiten und ihn niemals schรคnden. [โ] Ps 115,1 2 Tim 2,19 โฆ wer den Namen Christi nennt.
3. Der Name Christi stellt dich heraus aus all denen, die sich in der Welt nach anderen Namen nennen. Trรคgst du den Namen Christi, so bist du ein Zeuge Christi, fรผr ihn oder gegen ihn. [โ] Mt 5,14โ16 1 P[etr] 2,12.
4. Wirst du verspottet und leidest du, weil du den Namen Christi trรคgst, so ist das deine hรถchste Wรผrde und Gottes groรe Gnade an dir. [โ] 1 Petr 4,14 Ap. 5,41 | โIhr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.โ (!) 1 Petr 1,16. แผ
ฮณฮนฮฟฮน13
Wer lehrt dich in deinem Leben allezeit Christus Ehre zu machen?14 Christus Ehre bereiten kann ich allein durch Gehorsam, Glauben, Gebet, Empfang seiner Sakramente, Beichte und Empfang der Vergebung meiner Sรผnden.15
Woher weiรt du das? Aus der heiligen Schrift und aus dem Katechismus.
Was ist die heilige Schrift? Sie ist Gottes eigenes Wort,16 in dem er mir und seiner Gemeinde durch seine Propheten und Apostel Jesus Christus als seinen Sohn und meinen Hei[land] verkรผndigen lรครt17.
Was ist das Alte Testament? Das Alte Testament ist Gottes Wort und Zeugnis von seinem Bund mit18 seinem auserwรคhlten Volk, den Kindern Israel, und von dem Kommen19 des Messias,20 Jesus Christus. [โ] Joh 4,22 b 5,39.46 Luk 24,44 Ap 28,23 17,11 R 15,4 1 Kor 15,2 f.
Was ist das Neue Testament? Das Neue Testament ist Gottes Wort und Zeugnis von der Erfรผllung aller Verheiรung in Jesus Christus und von der Grรผndung seiner Kirche durch den Heiligen Geist.21
Fรผr wen ist die heilige Schrift geschrieben? Sie ist geschrieben fรผr die Kirche, daร sie ihre Predigt allein auf sie grรผnde, fรผr jeden, der รผber Gott und Jesus Christus etwas denken oder sagen will,22 daร er jede Wahrheit an der Schrift messe, fรผr dich, daร du darin das lautere Wort Gottes an dich hรถrst und lernst und danach tust. [โ] Eph 2,20 2 Tim 3,16 f.23 |
Was ist der Katechismus? Der Katechismus ist ein Bekenntnis meiner Kirche, in dem die Botschaft der heiligen Schrift zusammengefaรt ist. Er enthรคlt die lautere Lehre des Evangeliums nach der Erkenntnis der Schrift, wie sie der Heilige Geist unserer Kirche gegeben hat.
Wozu braucht die Kirche auรer der Schrift noch ein Bekenntnis? Das Bekenntnis ist die Antwort der Kirche auf das gepredigte24 Wort Gottes. Es ist die Antwort der Kirche auf das Wort der Irrlehrer und Feinde. Das Bekenntnis steht immer unter der Schrift und wird an der Schrift gemessen.
Was sind die hauptsรคchlichen Bekenntnisse unserer Kirche? Kleiner und Groรer Katechismus, Confessio Augustana, die Erklรคrung von Schmalkalden25, Barmer Erklรคrung.26
Wozu ist uns die Schrift und der Katechismus gegeben? Daร wir Jesus Christus recht erkennen und unser Leben zu seiner Ehre fรผhren kรถnnen.
Vom Gehorsam
Wie erkennst du den Willen Gottes? Gott hat uns sein Gesetz offenbart. Nur wenn Gott selbst mir sein Gebot27 sagt, kann ich es wissen.28 [โ] Mi 6,8 [Ps] 119,18
Was wรผrde aus dir29, wenn du Gottes Gebot30 nicht kenntest? Ich mรผรte ein verlorener Mensch sein, der in die Irre geht, der den rechten Weg nicht gehen kann. Darum muร ich Gott | von Herzen dafรผr danken, daร er mir seinen Willen gesagt hat. Sein Gebot ist seine Gnade. [โ] [Lied] 159,431 Ps 119,19 119,7 ich danke dir von rechtem Herzen โฆ [Vers] 5.
Wie heiรt das hรถchste Gebot? โHรถre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein einiger Gott und du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemรผte und von allen deinen Krรคften. Das ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: Du sollst deinen Nรคchsten lieben wie dich selbst.โ (Mk 12,29[โ31 ])
a. Christus gibt das hรถchste Gebot, aber er gibt es mit den Worten des Alten Testaments. Es ist ein und dasselbe Gebot im Alten und Neuen Testament. [โ] Mt 5,17.
b. Israel ist das Volk Gottes, damals und heute. Wir sind das Israel, das Jesus meint. Gott offenbart sein Gebot Israel, seinem Volk, der Kirche. Das ist seine Gnade. [โ] Gal 4.
c. โHรถre Israelโ โ das ist das erste. Israel weiร nicht von selbst Gottes Willen, es muร hรถren. Gott will zu ihm reden. รber allem Tun steht das Hรถren I Sam [3,10] Lk 10[,38โ42] (Maria).
d. Was sollst du hรถren? Gott sagt Israel, daร er allein Gott sei und kein anderer Gott da sei. Er ist Israels Gott und Herr. Der Gott Israels ist der einzige Gott. So hat Er es gewollt und gesagt. Er ist dein Gott. Hรถre das!
e. Hast du gehรถrt und geglaubt, dann kannst du das folgende Gebot verstehen: Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen.32 Er verspricht dir, daร Er allein dein Gott sein will, nun laร ihn allein deinen Gott sein, Er hat dich zuerst geliebt, nun liebe du ihn. Er hat zu dir gesagt: du bist mein, sage du nun auch zu ihm: ich bin dein.33
f. Was hat Gott dir geschenkt? sich selbst. Was sollst du | ihm geben? mich selbst โ mein Herz, Seele, Gemรผt, Krรคfte. Spr 23,2634 Nichts sollst du ihm an dir vorenthalten, er will dich selbst, wie du bist, er will nichts von dir, aber er will dich ganz.35
g. Was heiรt Gott lieben?36 Gott lieben heiรt ihm alles geben, was mir gehรถrt, nichts fรผr mich haben wollen, ihn bei allem was du tust37 nach seinem Willen fragen, gern an ihn denken, gern zu ihm beten, gern sein Wort hรถren und lesen.37
h. Was heiรt: den Nรคchsten lieben, wie dich selbst?39 Es heiรt, ihm ganz gehรถren wollen, nichts fรผr sich selbst wollen, ihm unser ganzes Herz schenken. Nur wer Gott liebt, kann seinen Bruder lieben. Und nur wer seinen Bruder liebt, liebt Gott. [โ] 1 Joh 3,11 3,20 f.40
Wo hat Gott seinem Volk das Gesetz des Lebens offenbart? am Sinai in den 10 Geboten. Ex 20,2โ17 โ biblische Zรคhlung!41
a. Welche Zusage gibt uns Gott vor den Geboten?42 Gott sagt: โich binโ โ wรคhrend alle Menschen werden und vergehen, sagt Gott: โich binโ โ so spricht der am Anfang und Ende ist, Gott, der Schรถpfer.
Gott sagt: ich bin โder Herrโ โ alle Herren der Welt sind dem Tod und der Sรผnde unterworfen. Nur einer ist Herr auch รผber Tod und Sรผnde. โIch bin der Herrโ, so spricht Gott, der Versรถhner, Christus.
Gott sagt: ich bin der Herr โdein Gottโ โ alle Gรถtter der Menschen suchen ihre eigene Ehre, unser Gott sucht uns43, er will dein Gott sein โ so spricht Gott, der Heilige Geist. |
Der Dreieinige Gott will unser Gott sein. Er hat sich aus allen Vรถlkern ein Volk erwรคhlt aus der Knechtschaft in รgyptenland. Das erlรถste Volk ist Israel, die Kirche Gottes. Der Dreieinige Gott schenkt der Kirche seine Treue und Gegenwart. [โ] Offbg 1,8 Jes 41,10.
b. Was offenbart der Dreieinige Gott seiner Gemeinde im ersten Gebot der Schrift?44 Gott ist allein Gott. Wir sollen Gott allein anbeten und an nichts sonst in der Welt unser Herz hรคngen.45 [โ] Mt 6,24.21. 4,10 b Apg 5,29. Jes 42,8.
c. Was offenbart der Dreieinige Gott seiner Gemeinde im zweiten Gebot der Schrift? Gott ist Herr und wir sollen niemals versuchen, ihn mit Bildern, Gleichnissen, Begriffen, Weltanschauungen einzufangen. [โ] Jes 40,25 Joh 4,24 R 1,22 ff[โ25] Apg 17,24 f
d. Was offenbart Gott seiner Gemeinde im dritten Gebot der Schrift? Gottes Name heiรt der Dreieinige Gott. Wir sollen Gottes Namen niemals in den Mund nehmen, wenn wir nicht ihn, den Dreieinigen Gott, aus aufrichtigem Herzen meinen, sonst betrรผgen wir andere und uns mit dem Miรbrauch des offenbaren Namen Gottes. Eid! Wir sollen auch bei keinem geforderten Eid den Namen Gottes miรbrauchen.46 [โ] Mt 6,9 Ps 86,11 111,9 124,8 unsere Hilfe โฆ Joh 12,28 โฆ Vater, verklรคre โฆ
e. Was offenbart Gott seiner Gemeinde im vierten Gebot der Schrift? Gott hat einen Tag der Ruhe gewollt, der allein dem Gottesdienst gehรถrt. Zu dieser Ruhe sollen wir kommen. Darum sollen wir jeden siebenten Tag an diese Ruhe erinnert werden und diesen Tag dem Gottesdienst mit seiner Gemeinde allein hingeben und ihn nicht entheiligen. [โ] Hebr 4,9.10. Mk 16,9 a. Apg 20,7 a Mk 2,27 f. |
f.47 Was offenbart Gott seiner Gemeinde im fรผnften Gebot der Schrift? Gott hat uns unsre Eltern zu Herren gesetzt, daร wir dadurch erinnert werden, daร Er Herr unseres Lebens ist und nicht wir selbst. So hat Gott dem Vater und der Mutter durch sein Gebot grรถรere Ehre gegeben als irgendeiner anderen Macht รผber uns. So hat Gott sie eingesetzt, daร sie an seiner Statt an uns tun und wir ihnen an seiner Statt gehorchen. Eine Gemeinde solchen Gehorsams hat die Verheiรung des langen Lebens.48 [โ] Eph 6,2 Ko 3,20 Spr 4,1 13,1 30,17 17,6 โฆ der Kinder Ehre sind [ihre] Vรคter Luk 2,41โ52 Luk 14,2649
[g.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im sechsten Gebot der Schrift? Gott ist allein der Herr รผber alles Leben und hat uns50 Freund und Feind gegeben, daร wir ihm nicht Schaden tun, ihn hassen, verachten, ihm zรผrnen, sondern ihn lieben, sein Leben erhalten, ihm dienen, wohltun, vergeben, fรผr ihn beten. [โ] Mt 5,21 f 44 I Joh 3,1551 [Gen] 9,6. Mt 26,52 R 12,21
Wer allein fรผhrt das Schwert mit Recht?52 Gott hat ein Amt des Schwertes eingesetzt, den รbeltรคtern zu wehren und den Guten53 zu Lob. Die Obrigkeit soll das gerechte Schwertamt sein; ihm sollen wir gehorchen und nicht widerstehen. [โ] R 13,3 b und 4.
Wie handelt der Christ im Kriege?54 Es gibt hier kein offenbares Gebot Gottes. Niemals kann | die Kirche Krieg und Waffen segnen. Niemals kann der Christ an einem ungerechten Krieg teilhaben.55 Nimmt der Christ das Schwert, so wird er Gott tรคglich um Vergebung der Sรผnde und um Frieden anrufen.
[h.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 7. Gebot der Schrift? Gott hat Mann und Frau geschaffen und ihre Ehe gesegnet und geheiligt.56 Aber er bleibt Herr auch รผber die Ehe. Darum versagt er uns Zuchtlosigkeit und bรถse Lust; darum ist die Ehe unlรถsbar bis zum Tod. Das ist Gottes Ordnung fรผr die Zeit. In der Auferstehung aber werden sie alle sein wie die Engel. [โ] Mt 5,27 f 1 Kor 6,19 1 Thess 4,3 1 Mos 1,27 f 2,18. Mt 19,6 1 Kor 7,29 Zeit ist kurz โฆ Mt 22,30
[i.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 8. Gebot der Schrift? Gott gehรถrt alles,57 was wir haben, nicht uns. Darum schรผtzt er das Eigentum unseres Nรคchsten durch sein Gebot und will daร wir mit unserem Eigentum ihm und dem Nรคchsten dienen.58 [โ] Ps 24,1 Hg [Haggai] 2,8 Ps 9,10 der Herr ist des Armen Schutz Spr 19,17. Jac 2,2โ6 Luk 16,22 Luk 12,15 1 Tim 6,10 Eph 4,28 Spr 30,8 Apg 4,32. Mt 6,24 ihr kรถnnt nicht Gott โฆ
[k.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 9. Gebot? Gott schรผtzt meinen Nรคchsten, daร ich ihm nicht durch faules Geschwรคtz59 und Verleumdung seine Ehre nehme, sondern ihm die Wahrheit mit Liebe sage. [โ] Mt 7,1 Mt 12,36 1 Petr 3,10 Jac 3,2โ12 Ps 15,1โ3 Eph 4,25 R 12,10.
[l.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde im 10. Gebot? Gottes Herrschaft versagt uns nicht nur die bรถse Tat und das bรถse Wort60. Schon das innerste Begehren nach dem Unrecht macht uns vor ihm schuldig, der ganz und gar รผber uns Herr sein will. [โ] Mt 5,48. 1 Sam 16,7 b Ps 139,1 f61 Hebr 4,12 f |
[m.] Was offenbart Gott seiner Gemeinde in allen seinen Geboten? Gott will allein und in allem Herr sein รผber uns. Dazu setzt er uns รผberall Grenzen, daร wir ihn darin finden62 und ihn allein anbeten.
Wie nennt die heilige Schrift die Gesetzgebung am Sinai? Es ist ein Bund63, den Gott mit seinem Volk geschlossen hat. Gott verheiรt seinem Volk Treue und fordert die Treue des Volkes. Gott schlieรt den Bund, nicht das Volk, Gott verbรผrgt sich fรผr ihn mit seinem Wort, nicht wir.
Was verheiรt Gott denen, die seinen Bund halten? Gott verheiรt Barmherzigkeit, Lob, Ehre und ewiges Leben denen, die ihn lieb haben und seinen Bund halten. Gott droht mit Verdammnis denen, die Bรถses tun. [โ] 5 Mos 5,9 R 2,7โ10 Gal 3,12
Wonach wird Gott uns richten? Gott wird uns richten nach unseren Werken, ob sie gut sind oder bรถse. Ewiges Leben und ewiger Tod hรคngt am Halten der Gebote. [โ] 2 Kor 5,10 Mt 16,27 Joh 5,29
Wozu sind uns also die Gebote gegeben? โฆ daร wir sie halten.
Hรคltst du Gottes Gebote?64 nein, ich halte sie nicht, sondern ich bin ihm tรคglich ungehorsam und mache Christus tรคglich Unehre.
Wie nennt die Schrift diesen Ungehorsam? โฆ Sรผnde. |
Was sagt die Schrift รผber unsere Sรผnde? Die Schrift sagt: 1 Mos 8,21 das Dichten โฆ bรถse โฆ R 3,12 f R 7,18 1 Joh 1,8
Was ist die Sรผnde? ist ohne Gott sein, Gottlosigkeit, Unglaube [โ] R 14,23.65
Warum tun wir Sรผnde? Weil wir nicht wollen, daร Gott allein Herr รผber uns sei. Wir wollen sein wie Gott.66 Wir wollen selbst Gott sein, und sei es auch nur einen Augenblick lang.67 [โ] 1 Mos 3,4.5. Deut 27,26 Gal 3,10
Wie entsteht die Sรผnde? Ich weiร es nicht. Ich weiร nur, daร sie da ist und daร ich daran schuld bin. Und ich weiร auch, daร ich nicht anders kann als immer wieder Sรผnde tun. Es ist ein Zwang68, der stรคrker ist als ich. [โ] Jac 1,13โ15 Eph 6,12.
Wie nennt die Kirche diesen Zwang? Erbsรผnde. Damit sagt sie, daร alle Menschen von ihrer Geburt an Sรผnder sind. Sie mรผssen sรผndigen und wissen doch, daร sie selbst daran schuld sind. Das ist ein Geheimnis. [โ] Ps 51,7 R 3,12 f
Wie erklรคrt die heilige Schrift die Erbsรผnde? โฆ sagt, daร durch Adams Ungehorsam69 alle seine Nachkommen unter der Sรผnde sind. In Adam haben wir alle gesรผndigt. [โ] R 5,1170 (1 Mos 4,12?)
Wer ist der Anstifter der Sรผnde? Der Teufel versucht uns mit allerlei Anfechtungen und will uns von Gott losbringen.
Wer ist der Teufel? Der Teufel ist der bรถse Feind Gottes. Er will uns Gott ent- | reiรen und in seine Herrschaft bringen. Er ist der Versucher und Verfรผhrer. Er ist unser Verklรคger. Er ist der Zerstรถrer alles Lebens. Sein Reich ist die ewige Verdammnis. [โ] 1. Mose 3,4.5. Mt 4,1โ11 Eph 6,11 2 Kor 11,14 Hiob 1,6โ12 Offbg 12,10 1 Petr 5,8 Die Dรคmonischen71 โ
Wessen bedient sich der Teufel um uns zur Sรผnde zu verfรผhren? โฆ unseres Fleisches und der Welt.
Was bedeutet in der Schrift Fleisch? Fleisch ist alles in mir, was aus eigener Kraft leben will und die eigene Lust und den eigenen Willen sucht72. Fleisch ist Selbstliebe und Stolz. Auch das scheinbar beste Leben ist Fleisch, wenn es sich selbst liebt und nicht Gott allein die Ehre geben will. Das Fleisch ist Haร gegen Gott. [โ] R 7,18 8,12 f. [I Kor] 15,50
Was bedeutet in der Schrift die โWeltโ? Die Welt ist alles um mich herum, was unter der Macht und dem Fluch der Gottlosigkeit ist. Die Welt ist alles, was mein Herz von Gott abziehen will.73 Ich lebe mitten in dieser Welt.
Wer bist du also? Ich bin verkauft unter die Sรผnde, unter Fleisch, Welt und Teufel und kann Gott und meinen Nรคchsten nicht lieben wie mich selbst.
Was sagt Gott zu dem allen?74 Gott lรครt sein Gebot nicht fallen. Er fรผhrt es zum Ende. Gott muร den Sรผnder strafen. Die Strafe der Sรผnde ist das Todesurteil. Das ist Gottes Zorn.75 [โ] 1 Mos 3,19 c [3,]24 Ps 5,5 Gal 6,7 f R 6,23 a R 5,1276 |
Warum muร Gott zornig sein77? Weil Gott allein heilig ist und weil auch sein Gebot heilig ist und weil das Gebot78 Gottes in Ewigkeit bleiben muร. [โ] 3 Mos 19,2 R 7,12 b Ps 119,96
Straft Gott allein die Menschen um der Sรผnde willen? Gott hat um der Sรผnde der Menschen willen seine ganze Schรถpfung verflucht. Der Mensch soll nicht mehr im Paradies leben, sondern in einer Welt der Arbeit, der Not, des Leidens und des Todes. Wir leben in einer von Gott verfluchten Welt, in der gefallenen Schรถpfung.79
Was sagt Gott durch seinen Zorn80 zu dir? Gott sagt mir, daร ich ein Sรผnder bin und in Ewigkeit verloren und daร kein Mensch mir helfen kann, weil alle Menschen ebenso Sรผnder sind.
Wer allein kann dir helfen, wieder Gott gehorsam zu sein? Gott selbst muร mir helfen, wenn es eine Hilfe geben soll.
Will Gott, daร du verloren gehst? Nein, Gott will nicht daร ich verloren gehe, aber er muร mich doch um meiner Sรผnde willen zum Tod verurteilen. [โ] 1 Tim 2,4 Hes 33,11 Ps 103,8โ10.81
Hast du irgendein Recht darauf, daร Gott dir hilft? Nein; ich habe garkein Recht auf Hilfe; ich kann es auch garnicht begreifen, daร Gott mir helfen will. Ich kann nur beten: Gott, sei mir Sรผnder gnรคdig. [โ] Ps 51.82 |
Vom Glauben
Was hat dir Gott am Anfang der Gebote verheiรen? โฆ daร er mein Gott sein und mich lieben will.
Wie kannst du Gott, dem du ungehorsam warst, dennoch deinen Gott nennen, der dich liebt? Allein im Glauben an den Dreieinigen Gott.83
Warum sprichst du von dem Dreieinigen Gott, da Gott doch sagt, er sei ein einiger Gott?84 Es ist Gottes Geheimnis, daร Er Gott sein will als Vater, Sohn und Heiliger Geist. So ist Gott von Ewigkeit her, ewiger Vater, ewiger Sohn, ewiger Heiliger Geist. So ist Gott fรผr uns der Schรถpfer und Erbarmer, der Versรถhner, der Heiligmacher.
Wie erkennst du Gott den Vater? Allein durch Gott, den Sohn, Jesus Christus und seine Offenbarung. [โ] Mt 11,27 c. Joh 14,6 b
Wie erkennst du Gott, den Sohn, Jesus Christus? Allein durch Gott den Heiligen Geist. [โ] 1 Kor 12,3 (1 Kor 2?)
Wie erkennst du Gott, den Heiligen Geist? Allein dadurch, daร Er mir den Vater und den Sohn offenbart. [โ] Joh 16,14.15.
Wer ist Gott der Vater? Er ist der Vater Jesu Christi in Ewigkeit. Er hat die Welt geschaffen und seinen Sohn zu uns herniedergesandt. Allein durch | Jesus Christus ist er unser Vater.85
Wer ist Gott der Sohn? Er ist Jesus Christus, Gott gleich an Ehre und Macht86 und ist aus Liebe zu uns auf die Erde gekommen, um uns dem Vater zu versรถhnen.
Wer ist Gott der Heilige Geist? Er ist Gott dem Vater und dem Sohn gleich an Ehre87 und Macht und kommt tรคglich zu seiner Gemeinde und wohnt in ihr, um sie zu heiligen und ins Himmelreich zu fรผhren.
Wer ist der Dreieinige Gott? Er ist der ewige Gott, der mein88 Gott sein will. Er ist der Gott der 10 Gebote. Er ist der Gott, an den ich glaube. [โ] Mt 28,19 2 Kor 13,13 1 Joh 4,13 f Jes 6,689
Was ist rechter Glaube?90 Glauben heiรt nicht auf mich selbst, sondern allein auf den Dreieinigen Gott vertrauen. Glauben heiรt allem Augenschein und aller Vernunft zum Trotz hรถren was Er mir in seinem Wort offenbart und es gehorsam annehmen. Glauben heiรt gewiร sein, daร der Dreieinige Gott mein Heiland ist jetzt und in Ewigkeit.
Was ist das Glaubensbekenntnis der Kirche?91 Apostolicum.
Was heiรt es, daร Du Gott deinen Vater92 nennst? Ich glaube, daร Er der Vater Jesu Christi und darum mein lieber Vater ist, dessen Kind ich bin und der fรผr mich sorgt nach Leib, Seele und Geist.93 [โ] Mt 3,17 Eph 3,15โ21 Jes 63,16 b Mt 6,26 Lk 11,13 Ps 103,13 I Petr 5,7 Ps 23 |
Warum muรt du sagen, daร du das glaubst94, kannst du es nicht tรคglich erkennen? ich glaube es gegen alle Vernunft, daร Gott, der Herr, der mich verwerfen muร, mein lieber Vater ist.
Was heiรt es, daร du Gott den Allmรคchtigen nennst? Ich glaube, daร Gott Macht hat รผber alles. Er kann machen, was er will. [โ] 1 Mos 17,1 Jes 40,12โ25 Hiob 38. 42,2 Ps 115,3
Warum muรt du sagen, daร du das glaubst, kannst du es nicht von Natur erkennen? ich glaube es gegen alle Vernunft; denn ich sehe viele andere Mรคchte in der Welt, die stรคrker erscheinen als Gott.
Was heiรt es, daร du Gott den Schรถpfer nennst? Ich glaube, daร Gott alle Dinge aus dem Nichts erschaffen hat, und daร er auch mich erschaffen hat samt allen Geschรถpfen95. Ich glaube, daร seine Schรถpfung sehr gut ist. Ich glaube, daร alle Geschรถpfe dem Schรถpfer dienen mรผssen. [โ] 1 Mos 1,1 Ps 33,9 8,6.7. 104,29 bโ30.
Warum muรt du sagen, daร du das glaubst, kannst du es nicht von Natur erkennen? Ich glaube es gegen alle Vernunft und natรผrliche Erkenntnis, denn ich sehe, daร die Welt in Natur und Geschichte bรถse ist und daร die Sรผnde herrscht und erkenne in ihr den Schรถpfer nicht. Ich glaube es aber, weil das offenbare Wort des Schรถpfers [es] mir sagt. [โ] Hebr 11,3. Ps 19. Ps 104.
Hat der Schรถpfer die gefallene Welt verlassen?96 Nein, Gott erhรคlt mich und alle Geschรถpfe auch in der gefallenen Welt. Er hat der Welt eine Notordnung gegeben, daร sie sich nicht selbst vernichtet, und einen neuen Friedensbund mit ihr gemacht.97 [โ] 1 Mos 8,21โ9,17 |
Wie wirkt Gott, der Schรถpfer, in der erhaltenen Welt?98 Er weiร alle Dinge im voraus und wirkt in allen Dingen. Er setzt dem Bรถsen seine Grenzen und lรครt den Seinen alles zum Besten dienen. [โ] Mt 10,30 Ps 139,1โ3 1 Mos 50,20 R 8,28 Ps 37,5
Warum lรครt Gott soviel Sรผnde99 und Leid in der Welt zu? Wir sollen erkennen, wer wir sind und was wir getan haben. Wir sollen auch erkennen, daร diese Welt nicht unser letztes Ziel ist.
Wozu erhรคlt Gott die gefallene Welt? Gott erhรคlt die Welt allein um100 seines Sohnes Jesus Christi willen,101 den Er uns zur Erlรถsung sendet und auf dessen Wiederkunft wir warten.102
Wodurch ehrst du Gott, den Schรถpfer und Erhalter der Welt? Ich will Gott alle Tage danken, daร er mein Gott ist, ihm gehorchen und ihn bitten, daร er mich erhalte zum ewigen Leben.
Wer ist Jesus103? Er ist Gottes Sohn, das heiรt Gottes Wort und Offenbarung, er ist mein Herr im Leben und Sterben104. Er ist der Christus Gottes. [โ] Joh 1,1.14. Joh 6,68 f
Was hat der Sohn Gottes fรผr dich getan? Er ist um meinetwillen Mensch geworden. Er hat um meinetwillen gelitten bis zum Tode am Kreuz. Er ist um meinetwillen105 auferstanden vom Tode und zum Himmel gefahren. Er wird wiederkommen und mich in sein Reich bringen.106 |
Warum ist Gottes Sohn Mensch geworden? Aus reiner Barmherzigkeit kam er auf die Erde. Er wollte mein Bruder und mein Heiland sein.107 [โ] Luk 2 Phil 2,6 f. 2 Kor 8,9 Gal 4,4 Hebr 2,18
Wo ist Gottes Sohn Mensch geworden? Gott wurde Mensch im Volke Israel.108 Dort hatte er sein Kommen verheiรen durch Gesetz und Propheten. Jesus Christus war Jude aus dem Samen Davids.109 [โ] Joh 4,22 Jes 7,14 9,5 f 11,1 f. Deut 18,15 Mi 5,1 Jer 23,5 f.110
Wie ist Gottes Sohn Mensch geworden?111 Nur so, daร Gott sich wunderbar erniedrigt und die menschliche Natur annimmt, doch ohne die Sรผnde. Er trรคgt in seiner menschlichen Natur die ganze Menschheit. Im Leibe Jesu sind wir alle beschlossen. Er steht und handelt stellvertretend fรผr uns alle. [โ] R 8,3 1 Kor 15,22.
Was heiรt: empfangen vom Heiligen Geist? Jesus112 ist wahrer Gott.
Was heiรt: geboren von der Jungfrau Maria? Jesus ist ohne Sรผnde wahrer Mensch geworden.
Wer ist Jesus Christus? Jesus Christus ist ganz Gott und ganz Mensch in einer Person. Er ist darum der Mittler zwischen Gott und mir und mein Heiland. [โ] 1 Tim 2,5113
Worin unterscheidet sich Jesus, Gottes Sohn, von uns, den Kindern Gottes? Jesus ist Gottes Sohn von Ewigkeit und wir sind nur durch ihn an Kindes Statt von Gott angenommen. Gott ist unser Vater nur durch Jesus. [โ] R 8,15 ff Eph 1,5โ9.114 |
Worin unterscheidet sich Jesus von anderen groรen Menschen und Helden? Alle Helden kommen aus der Niedrigkeit und wollen groร sein, Jesus kommt aus der Hรถhe und will niedrig sein. Alle Helden sind Menschen und wollen wie Gott115 sein, Christus ist Gott und will Mensch sein. Alle Helden sind von der Erde geboren, Christus ist aus Gott geboren.116 [โ] Joh 3,6 Apg 4,12
Was bedeutet es fรผr dich, daร Jesus Christus wahrer Gott ist? Ich darf auf ihn meinen ganzen Glauben setzen und seinem Wort vertrauen im Leben und Sterben. Ich weiร, daร รผberall wo Er ist, Gott selbst ist.117
Was bedeutet es fรผr dich, daร Jesus Christus wahrer Mensch geworden ist? Ich weiร, daร Er mein Bruder ist und all mein Elend fรผr mich getragen hat. Ich weiร, daร er mein Wesen kennt und mir in allen Dingen helfen kann.118
Was bedeutet es fรผr dich, daร Jesus Christus dein Mittler ist? Ich weiร, daร Jesus alles an meiner Statt getan hat. Er hat fรผr mich Fleisch angenommen, fรผr mich das Gebot erfรผllt, er hat fรผr mich die Strafe der Sรผnde erlitten, er ist fรผr mich gestorben und wieder auferstanden. Er steht zwischen mir und Gott. [โ] Joh 14,6
Wer hat dir den Mittler gesetzt? Gott selbst hat mir einen Mittler gegeben. Gott trat fรผr mich ein. Gott hat den Bund wieder aufgerichtet. |
Wozu brauchst du einen Mittler? Ich armer, verlorener Mensch kann Gott nicht von selbst [finden]. Der Gott, den ich von selbst finde, ist119 ein Gehirngespinst120. Darum schenkt Gott mir selbst den Mittler, durch den ich ihn wieder finden kann.
Warum nennst du Jesus Christus deinen Herrn?121 Weil er fรผr mich Teufel und Tod122 besiegt hat und mich aus ihrer Gewalt erlรถst hat, damit ich ihm ganz allein gehรถre und diene.123 [โ] 1 Kor 15,55โ57 1 Joh 3,8 b Heb 2,14 Ti 2,14 R 7,24 f.
Worin besteht die Herrschaft Jesu? Darin, daร er mir dient und daร ich mir von ihm dienen lasse. [โ] Mt 20,28. Joh 13[,1โ15] Fuรwaschung
Worin besteht der Dienst Jesu? Zuerst darin, daร Er uns das Heil Gottes vollkommen offenbart hat, in seiner Lehre. Zweitens darin, daร Er uns mit Gott versรถhnt hat, in seinem Leben und Sterben. Drittens darin, daร Er uns in Ewigkeit regiert, in seinem himmlischen Regiment.
Wie heiรen die drei รmter Jesu? Prophet, Priester, Kรถnig.124
Was sagt die Schrift รผber die Lehre Jesu Christi?125
1. Jesus hat den Anbruch des Reiches Gottes verkรผndigt. [โ] Mt 4,17.23. Mt 5,3.10 12,28 13. 19,14 Luk 17,20 f Luk 10,18 Mt 6,10
2. Jesus hat alle ins Reich Gottes gerufen. [โ] Luk 14,16โ24 Mt 22,42 ff126 Luk 23,42
3. Jesus hat gelehrt, daร das Reich Gottes in ihm angebro- | chen sei und ruft darum alle Menschen zu sich. [โ] Mt 11,2โ6 Mt 11,28 f Joh 14,6
4. Die Gabe des Reiches Gottes ist Sรผndenvergebung, neues Leben in der Gemeinde und ewige Seligkeit. [โ] Mt 5,1โ[12]127 Mk 10,28 ff[โ30]
5. Jesus hat gelehrt, daร in das Reich Gottes nur die kommen kรถnnen, die den Willen Gottes tun. [โ] Mt 7,21
6. Der Wille Gottes ist nicht unsere eigene Gerechtigkeit, sondern Buรe, Glaube und Nachfolge128. [โ] Mt 4,17. 9,13 11 Luk 15(,7) Mk 1,15 Mt 8,5โ13 15,21โ28 21,31 f Mk 9,23 f Mt 21,31 Joh 7,17 Mk 2,13 f Luk 9,57 ff Mt 16[,24โ26]
7. Jesus hat [in] seine Nachfolge des Kreuzes gerufen.129
8. Jesus hat gelehrt, daร die Nachfolge einen Bruch mit dem ganzen vorigen Leben bedeutet. [โ] Mk 2,13 f Mt 19[,16โ30]130 Mt 5,29 ff131.
9. Jesus hat seinen Nachfolgern das ewige Reich zugesagt. [โ] Luk 12[,32]
10. Jesus hat bekannt132, daร er der Christus sei. [โ] Mt 16,13โ21 21,1โ11 26,63 f
11. Jesus hat gelehrt, daร der Glaube an ihn133 รผber Tod und Leben entscheidet. [โ] Joh 3,16.18. 5,24 6,35 14,1
12. Jesus hat gelehrt, daร sein Tod und Auferstehen unsere Erlรถsung ist. [โ] Mk 10,45 Joh 11,25 ff
Zusammengefaรt: Jesus hat verkรผndigt, daร Er der Sohn Gottes des Vaters und unser alleiniges Heil sei.134 [โ] (Apg 4,12 Joh 14,6)
Was sagt die Schrift รผber das Leben Jesu Christi?
Jesus ist der Zรถllner und Sรผnder Bruder gewesen.135 [โ] Mt 9,9โ13 18,11. 19,11136.
Jesus ist der Heiland der Kranken gewesen. [โ] Mk 1,21โ39 und รถfter
Jesus ist Herr รผber die Teufel gewesen. [โ] Mt 8,28 ff Mt 12.22โ30 |
Jesus ist Herr รผber den Tod gewesen. [โ] Luk 7,11 ff 8,40 ff[49โ55] Joh 11,1โ46
Jesus ist Herr รผber die Natur gewesen. [โ] Mt 8,23โ27 14,22โ33
Jesus Christus ist das Wort, das er gepredigt hat, in seinem Leben selbst gewesen. [โ] Joh 1,1โ14. Mt 13 โ Same ist das Wort.
Jesus hat seinem Vater in der Liebe vollkommenen Gehorsam geleistet und damit mit seinem ganzen Leben das Gesetz vollkommen erfรผllt. [โ] Mt 5,17 3,15 (R 3,31) R 10,4 R 13,8 1 Kor 13 Mk 2,23 ff (Sabbath).
Was sagt die Schrift รผber das Leiden und Sterben Jesu Christi?
Das ganze Leben Jesu war ein Leiden (Haร, Verfolgung, Entbehrung). Jesus hat in diesem Leiden Gottes Fluch รผber unsere Sรผnde getragen und ausgekostet.137 [โ] Mk 15,34138.
Jesus ist von den โGerechtenโ und von der weltlichen Obrigkeit seiner Zeit ans Kreuz gebracht worden.139
Jesus hat in seinem Leiden140 den Willen Gottes vollkommen erfรผllt und das Zornesurteil141 รผber unsere Sรผnde vollkommen getragen.
Jesus Christus hat damit der Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes genug getan und uns von dem Zorn Gottes142 erlรถst.
Jesus starb als der in der Schrift verheiรene Messias Israels โ Leidensankรผndigungen [โ] 1 Kor 15,2143. Jes 53
Mit Jesus ist unser Fleisch in den Tod gegeben, sind wir der Welt gekreuzigt[,] abgestorben. [โ] Gal 6,14
So sind uns im Tode Jesu die Sรผnden vergeben. Wir gehรถren nicht mehr der Welt, sondern Jesus.
In Jesus hat Gott selbst gehandelt, Gott selbst hat das Gesetz erfรผllt, Gott selbst hat den Tod erlitten,144 Gott selbst hat uns mit sich versรถhnt, Gott selbst hat seine Gerechtigkeit erwiesen, auf daร Er allein gerecht sei. [โ] 2 Kor 5,21 f145 R 3,23 ff.146 |
Was schenkt dir also das Kreuz Jesu? Ich soll mich in aller Sรผnde, Not und Anfechtung trรถsten, daร mein Herr Jesus in solcher Not bei mir gewesen sei und mich ewig vom Teufel und von der Verdammnis erlรถst hat.
Was bedeutet: โgelittenโ im Glaubensbekenntnis147? Es faรt das ganze Leben Jesu zusammen.
Wie kommt Pontius Pilatus ins Glaubensbekenntnis? Sein Name bezeugt erstens, daร der Tod Jesu148 wirkliche Geschichte gewesen ist. Er bezeugt zweitens, daร Jesus unter dem Beistand der weltlichen Obrigkeit gekreuzigt wurde. Er bezeugt drittens, daร schon mit dem Tod Jesu die Begegnung des Christentums mit dem rรถmischen Reich ihren Anfang nimmt.
Warum heiรt es noch โgestorben und begrabenโ? Damit es ganz gewiร sei, daร Jesus denselben Tod erlitten hat und im Grab gelegen hat wie wir.
Was heiรt โniedergefahren zur Hรถlleโ? Jesus ist auch in die Gemeinschaft und Not der vor seinem Erscheinen Verstorbenen eingegangen, um ihnen das Heil zu bringen.149
Was sagt die Schrift รผber das Kรถnigtum Jesu Christi? Jesus ist auferstanden, zum Himmel gefahren, sitzt zur Rechten des Vaters und wird am Ende der Zeit wiederkommen zum Gericht.
Was schenkt dir die Auferstehung Jesu? Der auferstandene Jesus schenkt mir alle seine Gerechtigkeit. Er schenkt mir dazu ein neues Leben. Er schenkt mir die selige Hoffnung meiner Auferstehung.150 |
Was schenkt dir die Himmelfahrt Jesu?151 Jesus ist jetzt himmlischer Kรถnig รผber alle Welt und mir alle Tage nahe. Jesus ist mein ewiger Fรผrsprecher beim Vater. Jesus wird mich einmal als Glied an seinem Leibe zu sich ziehen. [โ] Luk 24. Apg 1. Mt 28,20 1 Joh 2,1 R 8,34 Joh 12,32 17,24 Kol 3,1
Was heiรt โsitzend zur Rechten Gottesโ?152 Jesus Christus sitzt auf dem Thron Gottes in gleicher Ehre mit dem Vater. Er hat alle Gewalten der Welt entthront und sein Reich eingenommen. Er ist der Herr seiner Kirche, die er regiert und schรผtzt.
Was verheiรt dir die Wiederkunft Christi?153 Jesus Christus wird der letzte Richter รผber alle Welt sein. Er wird gerechtes Gericht halten. Ich darf in froher Hoffnung auf diesen Tag warten, wenn ich mich nur im festen Glauben an Jesus halte und weiร, daร Er das Gericht fรผr mich schon erduldet hat. Darum sollen wir uns freudig auf diesen Tag bereiten.
Wie wirst du deines Glaubens an Gott deinen Vater und Jesus Christus, deinen Herrn, gewiร? Gott, der Heilige Geist, bringt mir Gott, den Vater und Jesus Christus, den Sohn und schenkt und bewahrt mir den rechten Glauben. [โ] Joh 16,13 1 Kor 12,3 b R 8,16 1 Joh 4,13 R 5,5 b154
Wo wirkt der Heilige Geist? Allein in der Kirche, das heiรt in der Gemeinde der Jรผnger Jesu, die in aller Welt ist.
Was ist die Kirche? 1. Die Kirche ist die aus der Welt herausgerufene erwรคhlte Gemeinde unter dem Wort und Sakrament Christi. | 2. Die Kirche ist der sichtbare Leib Christi. 3. Die Kirche ist die neue Menschheit, die in Christus war, von ihm angenommen und erlรถst ist.
Wo findest du die Kirche gewiร?155 Dort, wo in der Kirche156 das Wort von Christus in Wahrheit157 gepredigt wird und die Sakramente stiftungsgemรคร verwaltet werden und der Name Jesu frei bekannt wird.158
Welches ist die rechte Kirche Christi, der du zugehรถrst?159 Es ist die bekennende Kirche in Deutschland.160
Wie alt ist diese Kirche? Sie ist so alt wie die Kirche Christi รผberhaupt, sie ist die Kirche, die von Anfang war und bis ans Ende bleiben wird.
Worauf grรผndet sich diese Kirche? Unsere Kirche grรผndet sich allein auf das Wort Gottes Heiliger Schrift. Dazu hat der Heilige Geist unserer Kirche eine evangelische Auslegung der Schrift und Zeugnis des Glaubens geschenkt in den Bekenntnisschriften der Reformation und der Synode von Barmen.161
Wer regiert die Kirche? Jesus Christus allein regiert die Kirche durch den Heiligen Geist in seinem Wort. In seinem Dienst allein stehen alle รmter der Kirche.162
Wer gibt der Kirche ihre sichtbare Ordnung? Allein die Kirche kann sich ihre Ordnung geben. Denn sie ist der Leib Christi. Die Ordnung steht allein im Dienst der Gemeinde. Sie wird allein gemessen am Wort der Schrift.
Wie sieht die Ordnung unserer Kirche aus? Die Leitung der Kirche liegt bei den Bruderrรคten. Die Ver- | tretung der bekennenden Gemeinden sind die Bekenntnissynoden. Beide sind dem Wort der Schrift allein untertan.
Warum gibt es soviel Kirchen?163 Die wahre Kirche ist Eine Kirche in der ganzen Welt. Es ist auch ein Unterschied zwischen irrenden und falschen Kirchen. Mit den irrenden Kirchen haben164 wir Gemeinschaft, die falsche Kirche hat sich von uns getrennt.165
Una166 Worin besteht die Einheit der bekennenden Kirche? Allein in der รคuรeren Einheit der Verkรผndigung und des Bekenntnisses, nicht in der innerlichen Einheit menschlicher Gefรผhle und Wรผnsche [und] Gebrรคuche.167
Sancta Worin besteht die Heiligkeit der bekennenden Kirche? Darin, daร das wahre Wort Gottes sie heilig macht, das heiรt der Welt entreiรt und Gott zueignet, nicht in einer Heiligkeit des Scheinens.
Catholica Worin besteht die Allgemeinheit der bekennenden Kirche? Die bekennende Kirche umfaรt alle Vรถlker und Rassen der ganzen Erde. Sie ist in Wahrheit katholische Kirche.
Was heiรt: Gemeinschaft der Heiligen? Die Kirche ist eine Gemeinschaft. Gott hat diese Gemeinschaft in Christus geschaffen. Wir sind alle die durch den Heiligen Geist geheiligten Sรผnder. [โ] Eph 2,14 1 Kor 12,5 ff R 12,5 ff
Wie lebt diese Gemeinschaft? Alle leben miteinander und fรผreinander. Sie sind eins am Wort Gottes und am Sakrament, sie beten fรผreinander, sie ermahnen, trรถsten und vergeben einander, | sie lieben und dienen einander in allem was sie haben und sind.168 Sie wissen, daร sie in Ewigkeit zusammen169 sein sollen. [โ] Act 2,42 ff
Was ist dieser Gemeinschaft verheiรen? Der Herr Jesus hat ihr verheiรen, daร sie Verfolgung und Kreuz erleiden muร in seiner Nachfolge. Er hat ihr aber auch die volle Seligkeit brรผderlicher Gemeinschaft und den ewigen Sieg verheiรen.170 [โ] Mk 10,28โ31 Mt 16,21โ26 Mt 10,16โ42 Joh 15,18โ25 16,1โ4 2 Tim 2,11 f
Wie trรคgt die Gemeinde das Leiden? Sie wundert sich nicht und sie schรคmt sich nicht. Sie freut sich vielmehr der Gemeinschaft ihres Herrn. Sie weiร, daร ihr Kreuz ein Zeichen des Sieges ist. Wo einer leidet, da leiden sie alle mit. [โ] 1 Kor 12,23171 1 Petr 4,1.12โ19 2 Tim 2,3
Wie lebt die Gemeinde in der Welt? Sie lebt als Fremdling, der in seine Heimat wandert. Sie macht von den Gรผtern der Welt nur zur Notdurft Gebrauch. Sie hat ihr Herz nicht bei der Welt, sondern im Himmel.172 [โ] Gen 12,1173 1 Petr 1,1 2,11 Ps 119,19 a Phil 3,20
Kann die Gemeinde die Welt lieben? Es ist der Gemeinde verwehrt, die Welt anders zu lieben als Gott die Welt geliebt hat, nรคmlich durch Jesus Christus. [โ] 1 Joh 2,[15โ] 17 Joh 3,16
Worin unterscheidet sich das Leben in der Gemeinde vom Leben in der Welt? Die Gemeinde folgt dem Gebot Jesu, die Welt folgt ihrem eigenen Gesetz. |
Wie kann die Gemeinde174 im weltlichen Beruf leben175? Der Christ nimmt seine Arbeit dankbar aus Gottes Hand. Er fristet durch sie sein Leben und dient gern seinen Nรคchsten. Er gehorcht in ihr aber allein seinem Herrn Jesus Christus. Der Christ weiร, daร er nicht durch seine Arbeit, sondern allein durch die Gรผte Gottes lebt.176 [โ] 1 Thess 4,11 f 2 Thess 3,7โ12. Mt 6,26โ29.
Wie steht die Gemeinde177 zu Familie und Volk? Die Gemeinde erkennt sie dankbar als Gaben des Schรถpfers. Sie weiร aber auch, daร der Heilige Geist Menschen fester zusammenschlieรt als Blut und Geschichte. In der Gemeinde ist nicht Herr und Knecht, Mann und Frau, Jude oder Deutscher, sondern sie sind allzumal einer in Christus. [โ] 1 Tim 4,4 Gal 3,28.
Wie steht die Gemeinde zur weltlichen Obrigkeit? Die Gemeinde ist in weltlichen Dingen der weltlichen Obrigkeit untertan an Gottes Statt, wie ein Fremdling den Gesetzen des Gastlandes gehorcht.178 Die Gemeinde kennt aber nur einen Herrn, dem sie in allem und รผber allem gehorcht, Jesus Christus.179 [โ] Mt 22,21 Kol 1,16
Was tut die Gemeinde fรผr die weltliche Obrigkeit? Sie gehorcht ihr bis zum Einsatz des eigenen leiblichen Lebens, sie ist ein Vorbild ehrbaren Lebens, sie betet fรผr sie, sie predigt dem Volk die Wahrheit des Evangeliums. [โ] 1 Tim 2,1 1 Petr 2,12โ17
Was muร die Gemeinde um Gottes willen von der Obrigkeit erwarten? Die Gemeinde erwartet, daร die Obrigkeit die Gerechten lobt180 und die Bรถsen straft.181 Sie erwartet Freiheit und Schutz ihrer Predigt und ihres ganzen Lebens. Sie fordert Gehorsam gegen Gottes Gebot von jedermann182. [โ] 1 Tim 2,1โ3. |
Wie stellt sich die Gemeinde zur ungerechten Obrigkeit? Die Gemeinde tut das ihr vom Herrn aufgetragene Werk ohne Furcht. Sie gehorcht Gott mehr als den Menschen. Sie leidet willig alle Strafe und betet fรผr ihre Verfolger. [โ] Ap 5,29 1 Petr 2,18โ20.
Warum sagst du: ich glaube183 eine heilige allgemeine Kirche? Die Kirche Christi ist eine Kirche der Sรผnder.184 Ich glaube aber dennoch, daร sie die erwรคhlte Gemeinde Gottes sei.
Was schenkt dir der Heilige Geist?185 Der Heilige Geist schenkt mir tรคglich die Vergebung aller meiner Sรผnden, er lehrt mich die Sรผnde von Herzen hassen, macht mein Herz willig zum Gehorsam und fรผhrt mich durch den Tod ins ewige Leben. [โ] Ps 51,12โ14. 32,1 ff 130 Gal 5,16 ff R 7,14 ff 8,5 ff 1 Thess 4,3 5,23 1 Kor 6,11
Welche Hoffnung gibt dir der Heilige Geist?186 Der Heilige Geist ist mir als Pfand gegeben fรผr die Hoffnung auf das ewige Leben. Ich werde sterben, aber Christus wird mich am jรผngsten Tage leiblich auferwecken zum ewigen Leben in seinem Reich. [โ] 1 Kor 15 Joh 5,39 ff187
Wie kannst du also selig werden?188 Allein durch den Glauben an den Dreieinigen Gott.189 |
Vom Gebet
Warum sollst du beten?190 Weil ich mir selbst nichts nehmen kann, sondern alles von Gott erbitten muร; weil ich Gott danken will fรผr alle seine Gaben.191
Warum darfst du beten? Weil mein Herr Jesus Christus es mir befohlen hat und mein Fรผrsprecher sein will.192
Um was sollst du beten? um alle Notdurft Leibes und der Seele,193 die das Kind vom Vater erbittet.
Welche Gebete sind Gott gefรคllig? Ich soll allein Gott selbst in meinem Gebet anrufen. Ich soll alles, was ich bitte, um Christi willen erbitten.194 Ich soll gewiร glauben, daร Gott mich hรถrt. Ich soll von Herzen beten und nicht nur mit dem Mund (Mt 6,5โ8). Ich soll oftmals am Tage beten (Morgens, Mittags und Abends). (1 Thess 5,17 R 12,12.)195 [โ] Joh 15,7 16,23 f Ps 119196
Wie erhรถrt Gott das Gebet? Er nimmt uns alle unsere Sorge, Not, Sรผnde ab und trรคgt sie selbst. Alle unsere Gebete sind im Kreuz Jesu Christi erhรถrt.197
Wie heiรt dich Jesus beten? Vaterunser.198
Was schenkt dir Gott im Gebet? Er schenkt mir die Gewiรheit, daร ich durch Jesus Christus sein eigen199 bin und bleibe. [โ] R 8,15 f. |
Von Taufe, Predigt und Abendmahl und Beichte200
Wie wirst du des Heils teilhaftig? Durch die Taufe.201
Was geschieht an dir in der Taufe? In der Taufe sterbe ich mit Christus. In der Taufe empfange ich Vergebung aller Sรผnden. In der Taufe werde ich erweckt zum neuen Leben in Christus. In der Taufe werde ich Glied des Leibes Christi, der Gemeinde. [โ] R 6,1 ff Eph 5,14 Gal 3,27 f.
Wie kannst du dessen gewiร sein?202 Allein durch das Wort Gottes, das mir das sagt und dem ich Glauben schenke. Allein durch den Heiligen Geist, der in mir solchen Glauben wirkt.
Wie empfรคngst du den rechten Glauben? Der Glaube kommt aus der Predigt. Ich muร mich zur Predigt des Wortes Gottes halten, in der Gott mich aller seiner Gaben gewiร macht. [โ] R 10,17.
Wie sollst du die Predigt hรถren? Ich soll die Predigt des Evangeliums203 hรถren als Gottes eigenes Wort204 und mich gewiร darauf verlassen, daร mir hier Gott selbst gebietet und mich trรถstet.
Wie will Jesus Christus205 deinen Glauben stรคrken?206 Jesus Christus gibt mir das Heilige Abendmahl. Er schenkt mir darin die Gemeinschaft seines wahren Leibes, er ver- | gibt mir meine Sรผnde und stรคrkt meine Hoffnung auf das ewige Abendmahl im Reich des Vaters.
Wie soll ich das Abendmahl empfangen? Ich soll das Abendmahl empfangen in dem gewissen Glauben, daร ich unter Brot und Wein die wahrhaftige Gemeinschaft mit Leib und Blut Jesu Christi empfange, daร mir meine Sรผnden gewiร vergeben sind und daร ich zu ewigem Leben berufen bin.
Wie bereite ich mich auf das Heilige Abendmahl? Durch die Beichte.
Was ist die Beichte? Es gibt eine allgemeine und eine heimliche Beichte. In der allgemeinen bekenne ich mit der Gemeinde zusammen meine Sรผnde ohne sie bei Namen zu nennen, in der heimlichen Beichte bekenne ich allein meine persรถnliche Sรผnde einem christlichen Bruder.207
Was ist die Hauptsache in der Beichte? Die Hauptsache in der Beichte ist die Sรผndenvergebung, die ich persรถnlich empfange. Christus hat seiner Gemeinde Macht gegeben Sรผnden zu vergeben und zu behalten in seinem Namen. [โ] Mt 18,18 Joh 20,22 f.
Was ist die besondere Gabe der heimlichen Beichte? Ich darf alle meine Sรผnden bei Namen nennen und sie auf Christus legen. Ich werde frei von ihnen durch die Vergebung. Ich werde ein neuer Mensch. [โ] Jak 5,16 Spr 28,13
Warum soll ich die heimliche Beichte brauchen? Damit ich mich nicht selbst betrรผge, damit ich meinen Stolz breche, damit ich ganz gewiร sein kann, daร mir alle Sรผnden vergeben sind. |
Wie soll ich zur Beichte gehen? Ich soll zur Beichte gehen mit dem herzlichen Verlangen nach der Vergebung und Erneuerung meines Wesens. Ich soll demรผtig alles bekennen, was mich beschwert, ich soll im Glauben um Gottes Vergebung bitten. [โ] Ps 51,19.208 Spr 23,26.209
Welche Pflicht210 liegt auf der Beichte? Die Beichte steht unter dem heiligen Beichtsiegel211. Der Beichthรถrer steht an Gottes Statt und ist Mitwisser der Geheimnisse Gottes. Bekenntnis und Vergebung geschehen allein vor Gott.
Was ist also die Beichte? Die Beichte ist nicht ein Gesetz, sondern eine besondere Gnade212 Christi, die er allen anbietet, die in Traurigkeit und Ungewiรheit fallen, und ernstlich Christ sein wollen213.
Was bedeutet die Konfirmation?214
Ich soll bekennen, daร ich die Taufgnade Christi empfangen habe.
Ich soll bekennen, daร ich gelernt habe, was es heiรt ein Christ zu sein.
Ich soll bekennen, daร ich durch die Gnade des Dreieinigen Gottes in der Gemeinde ein Christ sein und werden will bis an mein seliges Ende.215
1 Thema der NTโVorlesung des dritten Kurses war laut Bโs Jahresbericht 1936, s. I/127 S. 260, โDas neue Leben bei Paulusโ. Am Vorlesungsbeginn standen Ausfรผhrungen zum ฮบฮฑฮนฮฝแฝธฯ แผฮฝฮธฯฯฯฮฟฯ und zur Taufe, vgl. DBW 4 (N), 232 und 219โ226. Gang der Vorlesung s. Anhang III S. 1059 f. Dokumentiert wird im folgenden der Abschnitt โWie gewinne ich teil an diesem Sein in Christus?โ durch Mitschriftpunkte WolfโDieter Zimmermanns und durch ein Vorlesungsfragment und Vorbereitungsnotizen aus der Hand Bโs; ferner aus der Mitschrift der รbergang von der Paulus- zur Synoptikerauslegung und die Hinfรผhrung zur Bergpredigt. B wiederholte fรผr den dritten Kurs aus der NTโVorlesung des ersten Kurses 1935 die Auslegung von Synoptikerstellen zum Ruf in die Nachfolge und schloร mit seiner BergpredigtโAuslegung, die er ebenso im ersten und im zweiten Kurs vorgetragen hatte. Beides brachte er 1937 in Teil I des Buches โNachfolgeโ in umgearbeiteter Form zum Druck, s. DBW 4 (N), 27โ192. Die Umarbeitung erfolgte also erst nach dem dritten Kurs. Im 12. Finkenwalder Rundbrief 28. 9. 1936 berichtete Bethge: โDer Herr Direktor versucht immer von Neuem, an sein Buch zu kommen โ er lebt angeblich inkognito unter unsโ.
2 NL B 9,5: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann, รผberschrieben โVom neuen Lebenโ, Seite 14โ19 (= WDZ). Eigenarten seiner Mitschrift sind der freistehende Doppelpunkt โ:โ als Kรผrzel fรผr Gegenรผberstellung und der hรคufige Gebrauch des Gleichheitszeichens (โ=โ). Auch ein Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit kommt vor, das mit โโโ wiedergegeben wird.
3 WDZ รberschrift auf Seite 14. Vgl. DBW 4 (N), 230: โWie gewinnen wir nun lebendigen Anteil โฆ?โ
4 Zu ergรคnzen: in das Sein in Christus.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
5 Dt.: โrein passivโ; vgl. DBW 4 (N), 221 Anm. 9.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
NT Neues Testament
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
6 Gal 5,22 โNestleโ Lutherโdt.: โDie Frucht aber des Geistesโ.
NT Neues Testament
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
NT Neues Testament
7 Vgl. A. Schweitzer, Die Mystik des Apostels Paulus.
8 Dt.: โin Christus hineinโ.
NT Neues Testament
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
9 Siehe Joh 14,1 โNestleโ: โglaubet an mich!โ Vgl. A. Oepke in ThWNT II (1935), 430: Das Glauben auf den Herrn Jesus hin โist eine eigene neutestamentliche Bildungโ.
10 Ergรคnze: โChristiโ.
11 Phlm 5: Glauben โฯฯแฝธฯ ฯแฝธฮฝ ฮบฯฯฮนฮฟฮฝ ฮฮทฯฮฟแฟฆฮฝ (โan den Herrn Jesusโ).
12 Dt.: โGlaube in Christusโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
13 Dt. โGlaube auf ihm [beruhend]โ.
14 Dt.: โGlaube Jesu Christiโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
15 Dt.: โGlaube Gottesโ.
16 Dt.: โGlaube Jesuโ.
17 Zusammenstellung der vorher behandelten Prรคpositionen: (Glauben) โhinein inโ; โinโ; โhin aufโ; โaufโ.
18 Dt.: โGerechtigkeit Gottesโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
19 Dt.: โGerechtigkeit Gottesโ, โeigeneโ, โmeine Gerechtigkeitโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
20 โNestleโ: โGerechtigkeitโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
21 Rรถm 5,16 โNestleโ: โGerechtigkeitโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
22 Dt.: โEnthรผllungโ; Rรถm 1,17 f: โoffenbartโ werden.
23 Dt.: โErscheinungโ; Rรถm 3,21: โoffenbartโ sein.
24 Rรถm 3,25: โdarbietenโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
25 Dt.: โHerrlichkeitโ, in Rรถm 3,23 โNestleโ Lutherโdt. รผbersetzt mit โRuhmโ.
โ Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit
26 Dt.: โRuhmโ; vgl. Rรถm 4,2.
27 Dt.: โGeduldโ
28 Hiermit und mit dem Folgenden vgl. DBW 4 (N), 270โ272.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
29 Dt.: โSรผhnemittelโ; Rรถm 3,25 โNestleโ Lutherโdt.: โGnadenstuhlโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
30 Gemeint: Der Grund fรผr unsere Rechtfertigung liegt in der Selbstrechtfertigung Gottes.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
31 Dt.: โauรerhalb von unsโ (von auรen uns zukommend).
32 Dt.: โHeil schaffende Gerechtigkeitโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
โ Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
33 Die Mitschrift WDZ geht weiter (Seite 20): โVI Sterben und Rechtfertigung. Das Bekenntnis der Sรผnde vor Gott und der Anerkennung Gottes ist zugleich โฆโ; vgl. Bโs Vorlesungsfragment NL A 54,12 (im folgenden wiedergegeben).
34 NL A 54,12: hsl., Tinte; Bโs Bogennumerierung: โ5 a)โ.
35 Dt.: โin der Sรผndeโ; ab โnicht โฆโ Zusatz am Rand. Vgl. DBW 4 (N), 223.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
36 Die letztere Stelle ist zugesetzt. Im โNestleโ bei Rรถm 6,11 Querverweis auf I Petr 2,24.
37 Ersetzt: โim Kreuzโ.
38 Ersetzt: โKreuzโ.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
39 Rรถm 6,11 โNestleโ: โAlso [genauso] auch ihrโ.
40 Diese Worte stehen am linken Seitenrand in der Zeile des griech. Zitats.
41 Ersetzt: โwas bedeutet das fรผr die Sรผnde?โ
42 In der Mitschrift WDZ: โHebr 6,4 10,26 12,16/17โ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
43 Sc.: im neuen Leben.
44 Dt.: โim Fleischโ.
45 Ende von Bโs MsโBogen โ5 a)โ.
46 NL B 9,5: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 21 f (= WDZ).
47 โNestleโ Lutherโdt.: โSรผnde, so uns immer anklebtโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
48 Siehe Mt 12,31 f; Lk 12,10.
49 Hebr 6,4โ6; 12,17.
50 Vgl. M. Luther, Kleiner Katechismus, IV. Hauptstรผck: Taufe (BSLK 516): โโฆ daร der alte Adam in uns durch tรคgliche Reu und Buรe soll ersรคuft werden und sterben mit allen Sunden und bรถsen Lรผsten und wiederum soll herauskommen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Heiligkeit nach Gott frageโ.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
51 Dt.: โSรผnderโ (hier Plural; แผฮผฮฑฯฯฯฮปฯฯ Singular).
52 Dt. als Substantiv: โHeiligerโ. Zum รberwiegen dieses Namens fรผr Christen im NTs. DBW 4 (N), 274 f.
53 Dt.: โFleischโ.
54 โChristus peccator pessimusโ ist eine von Luther รถfter gebrauchte Formel, vgl. bes. M. Luther, GalaterbriefโVorlesung. 1531 (Auslegung zu Gal 3,13: WA 40 I, 434,5โ435,4). Diesen Nachweis wie auch andere Nachweise zu Luther gab Gerhard Ebeling.
55 In der Mitschrift WDZ folgt auf den Seiten 22โ24 der Punkt โVIII Versiegelung und Heiligungโ. Diese Themen erhielten im vierten Kurs ein stรคrkeres Eigengewicht; s. II/22.1 S. 725โ728 Erich Klapproths Nachschrift 1936/37 NL B 9,6. Bei WDZ stehen (gemรคร der nachtrรคglichen Archivpaginierung anschlieรend an den Punkt VIII) auf Seite 25โ31 Mitschriften der Referate von Wilhelm Rott โRechtfertigung und Heiligung bei Calvinโ und B โRechtfertigung und Heiligung im Neuen Testamentโ, die auf der Freizeit fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses am 23. 4. 1936 gehalten wurden. Danach fรคhrt bei WDZ die Mitschrift der NTโVorlesung fรผr den dritten Kurs fort mit dem Abschnitt โIX Das gute Werkโ, s. II/15.5 S. 612.
56 NL A 55,3: hsl., Tinte (meist mit breiter Feder), Verbesserungen mit Bleistift. B hat die griech. Wรถrter fast ausnahmslos ohne Akzente geschrieben.
57 Dt.: โWerke โ schรถneโ.
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
58 Die Bibelstellen in diesem Punkt โ1.โ sind mit viel schmalerer Feder jeweils unter das Stichwort gesetzt.
59 Dt.: โguteโ.
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
60 Dt.: โschlechteโ.
61 Dt.: โbรถseโ.
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
62 LB: โungerechteโ, wรถrtlich โgesetzloseโ.
63 Dt.: โtoteโ.
64 Diese Bibelstelle, mit dem Stichwort แผฮบฮฑฯฯฮฑ (โunfruchtbareโ Werke) zusammen oberhalb der Zeile zugefรผgt, und das Folgende ist mit der breiten Feder geschrieben.
65 Dt.: โWerkeโdes Fleischesโ, s. Vers 19 (nicht: โ18โ).
66 Dt.: โFrucht des Geistesโ, Gal 5,22.
67 Dt.: Werke โder Gottlosigkeitโ.
68 Dt.: โder Finsternisโ.
69 Dt.: โder Buรeโ.
70 Dt.: โWerke โ des Gesetzesโ.
71 Irrtรผmliche Schreibweise Bโs statt: Gal 3,2.5.10.
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
f folgende Seite bzw. folgender Vers
72 Siehe Rรถm 9,16.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
73 Das griech. Wort ist mit Bleistift รผber โalleinโ zugesetzt.
74 Dt.: โSicherheitโ. Gegensรคtzliche Haltung ist certitudo (โGewiรheitโ).
75 โmeinโ, beidemal mit Bleistift, ersetzt: โder [Glaube] โฆ das [Werk]โ.
76 NL B 9,5: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 32โ36 (= WDZ); dazu aus dem vierten Kurs NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 19โ21 (= EK). Beginn des Abschnitts โDas gute Werkโ 1936/37 EK: โDie Rechtfertigung wird nach Paulus den Glaubenden zuteil; die Rettung im Gericht den Geheiligten. Sprechen wir vom Leben โin Christoโ, so stellt sich die Frage nach dem โWerkโ des Christen, nach den โguten Werkenโ ein. Paulus kennt nicht unsere Furcht vor dem guten Werk; Zerstรถrung und Gefรคhrdung des Glaubens sieht er nicht in dem guten Werk, sondern in dem bรถsen Werk. Das gute Werk ist vielmehr das, was der Glaube vollbringt und was am Jรผngsten Tag vor Gott offenbar werden soll.โ Vgl. DBW 4 (N), 294.
77 Vgl. II/15.4 S. 611 f (Bโs Punkte โTheologischesโ zu โDas gute Werkโ; sie erscheinen in verรคnderter Reihenfolge in den Mitschriften des dritten und vierten Kurses) und DBW 4 (N), 294โ296, einschlieรlich Bโs Anmerkung 21) zu Paulus und Jakobus.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
78 1936/37 EK: โist eigentlich Gottes eigenes Werkโ.
79 Im โNestleโ ist แผฯแฝถ แผฯฮณฮฟฮนฯ แผฮณฮฑฮธฮฟแฟฯ, ฮฟแผท ฯฯฮฟฮทฯฮฟฮฏฮผฮฑฯฮตฮฝ แฝ ฮธฮตแฝธฯ (โโฆ die Gott zuvor bereitet hatโ) Lutherโdt. wiedergegeben mit: โzu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hatโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
80 1936/37 EK: โEs ist nicht so, als nรคhme Gott von unserem Handeln fรผr sein Handeln mit uns keine Notiz! Paulus macht das Lob, das der Mensch von Gott zu erwarten hat, zum Motiv seines Handelns selbst. Weil der Mensch weiร, daร er Gott gefallen soll und Lob empfangen soll von Gott her, darum darf er im Blick auf dies Handeln Gottes selbst handeln aus diesem Motiv heraus 1. Kor 3,8.14 4,5 Rm 14,10โ12. Es โglaubtโ zwar der, der in Lastern und Sรผnden lebt, und dieser Glaubende wird gerechtfertigt, aber im Gericht soll der Mensch sich finden lassen im Stande der Heiligung. Wo diese Werke nicht sind, war auch sein Glaube nichts. Von hier aus kein eigentlicher Widerspruch zu Jakobus; Widerspruch nur bei einem nicht rechten Verstรคndnis der paulinischen Rechtfertigungslehre.โ
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
81 1936/37 EK: โdie โRechtfertigungโ durch das Werk wird abgelehnt, und grade dadurch entsteht das โgute Werkโย โ.
82 1936/37 EK: โJakobus erkennt, daร hier wieder (oder: noch) die Mรถglichkeit des Stolzes im Trotzen auf bรถse Werke, im mutwilligen Sรผndigen vorhanden istโ; Randnotiz Klapproths: โZu sehr vom Gegenstand des Glaubens abgesehen, als kรคme es auf โDemutโ an sich anโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
83 1936/37 EK: โBei beiden geht es um Rechtfertigung ganz aus der Gnade Gottes. Darum, wie Rm 2,13: โDer Tรคter wird gerechtfertigtโ.โ
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
84 Mt 7,21.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
85 Dt.: โWerkโ [heiรt in I Kor 13] โLiebeโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
86 Dt.: โvollkommenโ (wรถrtlich: dem Ziel angemessen).
87 Dt.: โMensch mit zwiespรคltiger Seeleโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
88 1936/37 EK: โฮดฮฏฯฯ ฯฮฟฯ โฆ wird interpretiert in Jakobus 2, wo die Einheit von Glaube und Werk auseinanderfallen sollte. [Jak 2,19 Lutherโdt.: โDu glaubst, daร ein einiger Gott ist? Du tust wohl daran; die Teufel glaubenโs auch und โ zittern.โ] ฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯ: โzielโstrebig, auf ein Ziel, nicht auf zweie hin. 3,2. Der Glaubende ist insofern ฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯ, als in ihm nicht bestehen kรถnnen eine Seele, die glaubt, und dazu eine, die ungehorsam ist; sondern Glaube und Gehorsam sind eins.โ
89 1936/37 EK weiter: โNach Paulus ist das ฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯโSein gewรคhrleistet durch das Werk Christi, das uns im Glauben geschenkt wird, aber zum โguten Werkโ treibt.โ Hiernach ist bei EK die Passage zu โFruchtโ aufgezeichnet, s. II/15.6 S. 617 f Anm. 103 zu Bโs Notizen NL A 55,5 (โFruchtโ).
90 Dt.: โdie Tรคter des Gesetzesโ. โNestleโ Lutherโdt.: โdie das Gesetz tunโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
91 Vgl. Rรถm 2,1 f.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
โ Zeichen fรผr Bedeutungsรคhnlichkeit
92 Vgl. I Kor 3,15.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
93 Dt.: โHeiligeโ (Plural).
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
94 Dt.: โich glaubeโ; โdes Glaubensโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
95 Mt 5,6.
96 Hier folgt bei WDZ auf den Seiten 37โ40 โRรถmer 7โ (im โNestleโ bei Rรถm 7 viele BleistiftโUnterstreichungen und โRandnotizen Bโs). Der Abschnitt endet: โRm 6:7. Entgegengesetzter Sprachgebrauch!! Gesetz innerhalb der Heiligung nie ฯฮตฯฯฮฑฮผฮญฮฝฮฟฯ [แฝฯแฝธ ฯแฝดฮฝ แผฮผฮฑฯฯฮฏฮฑฮฝ (โunter die Sรผnde verkauftโ), Rรถm 7,14] herbeifรผhrend. Rm Aufbau paรt 7 nicht rein.โ Die 1936 in diesem dritten Kurs vorgetragenen รberlegungen zu Rรถmer 7 hat B in den folgenden Kursen nicht wiederholt und nichts davon in sein Buch โNachfolgeโ aufgenommen. Bei WDZ Seite 41 folgt die รberleitung von der Paulus- zur Synoptikerexegese, s. II/15.7 S. 618.
97 NL A 55,5: hsl., Tinte, dazu Bleistift und Farbstift. Zuletzt mit Bleistift von Bโs Hand ein Teilstundenplan, s. Anhang III S. 1061.
98 In Bโs รberschrift folgt gestr.: โin der Heiligung.โ
99 Im โNestleโ bei den Versen 25 und 16 gegenseitige Querverweise.
100 Dt.: โgenauโ, โsorgfรคltigโ.
101 Vgl. Phil 3,13.
102 Hier endet das mit Tinte Geschriebene; das Folgende in Bleistiftschrift.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
103 Das letzte Wort mit grรผnem Farbstift. Zu โFruchtโ NL B 9,6: stenographische NTโVorlesungsnachschrift von Erich Klapproth 1936/37 im Anschluร an die Nebeneinanderstellung von Paulus und Jakobus (vgl. II/15.5 S. 612โ615) Seite 21 f: โNach Paulus ist das ฯฮญฮปฮตฮนฮฟฯโSein gewรคhrleistet durch das Werk Christi, das uns im Glauben geschenkt wird, aber zum โguten Werkโ treibt. โDie Sรผnde herrscht nicht mehrโ Rm 6; โeinstmalsโ gab es Werke der Finsternis Eph 2. An der Stelle des guten โWerkesโ steht bei Paulus dann ฮบฮฑฯฯฯฯ, Gl 5 [Gal 5,22]. Darin liegt die Notwendigkeit, die SinnโErfรผllung. [Randnotiz:] ฮบฮฑฯฯฯฯ verwandt mit ฮฝฯฮผฮฟฯ Begriff im Blick auf die โNotwendigkeitโ. Glaube = โBlรผteโ, Altes Testament. [Ende der Randnotiz.]. Zwei wichtige Gesichtspunkte: โFruchtโ ist Gabe, ganz und gar von Gott Gewirktes, und (im Gegensatz zu einem organischen Verstรคndnis der Notwendigkeit): Frucht ist immer etwas ganz Wunderbares, Subjekt der Frucht ist der โGeistโ, der unverfรผgbare. Das โWerkโ ist auch fรผr mich selber da, um den schaffenden Menschen zu loben; die โFruchtโ ist nicht fรผr sich selbst, sondern zum Genuร, das heiรt fรผr Gott โ man bringt Gott nicht โWerkeโ dar, sondern Frรผchte oder Tiere. Jo 15 [vgl. Verse 2โ8 und 16]: Frucht bringen heiรt, andere fรผr Christum gewinnen. Eine liegenbleibende Frucht verfault; ein Werk dagegen kann stehenbleiben und betrachtet werden. โFruchtโ zu fordern, ist ein ganz anderer Imperativ als der, Werke zu bringen; dieser โImperativโ hebt sich eigentlich auf. Das Werk ist โtotโ, die Frucht โlebendigโ, selbst wieder Samentrรคger. Gl 5[,19โ23]: bei den Lastern am Anfang die ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, am Ende ฯฮธฯฮฝฮฟฯ [โUnzuchtโ โ โMiรgunstโ]; bei der Geistesfrucht umgekehrt: zuerst Liebe, am Ende แผฮณฮบฯฮฌฯฮตฮนฮฑ [โZuchtโ].โ Ende der NTโAufzeichnungen Klapproths im vierten Kurs. Siehe DBW 4 (N), 282 f.
104 NL B 9,5: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann im dritten Kurs Seite 41 f, 47 und 49โ53 (= WDZ).
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105 Vgl. DBW 4 (N), 276. Von I Petr 3,20 her (Arche, โin welcher wenige, das ist acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasserโ) ist die Arche Noahs Bild fรผr die Taufe, dann aber รผberhaupt fรผr christliche Existenz in ihrer Bedrohtheit und Rettung in einem. Siehe II/22.1 S. 727 (Nachschrift von Erich Klapproth 1936/37 zu Versiegelung).
106 Vgl. II/15.6 S. 616 f den Beginn der Notizen Bโs zu โWandelnโ NL A 55,5.
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107 Zur โTagesgestaltungโ in Finkenwalde vgl. Anhang III S. 1058 und DB 491 f.
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108 Hier folgen in der NTโVorlesungsmitschrift im dritten Kurs WDZ 1936 Seite 42โ49 Synoptikerauslegungen wie am Anfang des ersten Kurses 1935 zum Ruf in die Nachfolge; vgl. DBW 4 (N), 45โ95. Darin zu Mk 8,34 (โโฆ nehme sein Kreuz auf sichโ) bei WDZ Seite 47 der im folgenden wiedergegebene Passus.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
109 Vgl. Rรถm 6,6.
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110 Hiernach sind die Auslegungen von Mt 26,39โ42 und Lk 14,26 mitgeschrieben, s. DBW 4 (N), 83โ95. Bei WDZ 1936 Seite 49โ53 schlieรt an die Auslegungen das in den nรคchsten Absรคtzen Wiedergegebene an.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
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= Zeichen fรผr Gleichsetzung
111 Mt 11,30; vgl. DBW 4 (N), 23.
112 WDZ Seite 42 zu Mk 2,14: โNachfolge = lauf hinter mir her; Bindung an ihn, inhaltslos und unprogrammatisch.โ DBW 4 (N), 46: โWas wird รผber den Inhalt der Nachfolge gesagt? Folge mir nach, laufe hinter mir her. Das ist alles. Hinter ihm hergehen, das ist etwas schlechthin Inhaltsloses.โ
113 โKonkrete Ethik bei Paulusโ wurde laut Bonhoeffers Jahresbericht 1936 (I/127 S. 260) zum Thema der NTโVorlesung des vierten Kurses. Als โDarstellung einer โkonkreten evangelischen Ethikโย โ im Anschluร an das Buch โNachfolgeโ bezeichnete B in der Haft 1943 seine Arbeit an โEthikโโManuskripten seit 1940, s. DBW 16, 410.
114 Als bloร dem Erkennen unserer Sรผndhaftigkeit dienenden โSรผndenspiegelโ deklarierte die neulutherische wie die liberale Theologie vor allem die Gebote der Bergpredigt.
115 Vgl. Mt 19,21 und Parallelen.
116 Gemeint wahrscheinlich: Anweisung eines Kรถnigs zum Tun.
117 Vgl. Joh 14,23 a.
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118 Vgl. Joh 15,10 a und 14.
119 Statt mit dem Ausdruck โdialektischโ formulierte B in DBW 4 (N), 73: โDas paradoxe Verstรคndnis der Gebote hat sein christliches Recht, aber es darf niemals dazu fรผhren, daร es das einfรคltige Verstรคndnis der Gebote aufhebt.โ
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
120 Vgl. Mt 5,39. Zu diesem Vers DBW 4 (N), 135: โDas Bรถse wird darin ohnmรคchtig, daร es โฆ keinen Widerstand findetโ.
121 Siehe DBW 4 (N), 137 f gegen die Unterscheidung zwischen dem Handeln als Privatperson und dem Handeln im Amt.
122 Vgl. Hg.โAnm. 14 zu DBW 4 (N), 71 f (pseudotheologische Dressur lรครt den Waffengebrauch als BergpredigtโGehorsam erscheinen).
123 Dt.: โbรผrgerliche Gerechtigkeitโ verschieden von โGerechtigkeit Christiโ.
124 Vgl. Friedrich Naumanns โBriefe รผber Religionโ.
125 Aussagen hierzu konnten nicht in das 1937 verรถffentlichte Buch โNachfolgeโ eingehen. In dem letzten โEthikโโMs, an dem B vor seiner Verhaftung Anfang April 1943 schrieb โ er stand seit 19. 3. 1941 unter Verรถffentlichungsverbot โ, ist die Mรถglichkeit christlicher Kriegsdienstverweigerung angedeutet, s. DBW 6 (E), 411. Wehrdienstverweigerung wurde im Dritten Reich, auch schon vor Kriegsausbruch, mit Gefรคngnis, Konzentrationslager und Hinrichtung bestraft; dem fielen etwa 2000 Zeugen Jehovas und andere โ vgl. DB 495: Hermann Stรถhr โ zum Opfer.
126 Vgl. M. Luther, Wider die rรคuberischen und mรถrderischen Rotten der Bauern. 1525 (WA 18, 358,11โ14); ders., Ob Kriegsleute auch in seligem Stande sein kรถnnen. 1526 (WA 19, 656,22โ25): โEin ander frage: Wie wenn mein herr unrecht hette zu kriegen? Antwort: Wenn du weist gewis, das er unrecht hat, so soltu Got mehr furchten und gehorchen denn menschen โฆ und solt nicht kriegen noch dienen; denn du kannst da kein gut gewissen fรผr Gott haben.โ Vgl. auch die Zirkulardisputation รผber Mt 19,21 von 1539 (WA 39 II, 34โ51) und Luthers Brief an Kurfรผrst Johann Friedrich und Herzog Moritz vom 7. 4. 1542 in Sachen Wurzener Fehde (WA.BR 10, 36 Nr. 3733, 157โ162): โUnd rat auch trewlich, das, Wer unter solchem unfriedlichen fursten kriegt, das er lauffe, was er lauffen kan, aus dem felde, Errette seine seele und lasse seinen Rachgyrigen, unsynnigen fursten allein und selbs mit denen, so mit yhm zum teuffel fahren wollen, kriegen. Denn Niemand ist gezwungen, sondern viel mehr yhm verboten, fursten und herrn gehorsam zu sein oder Eid zu halten zu seiner seelen verdammnis, das ist wider Gott und Recht.โ
127 Mt 5,44.
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128 Vgl. DBW 4 (N), 73.
129 Siehe DBW 4 (N), 29โ43. Bei WDZ entsprechen die in seinem Absatz folgenden Gegenรผberstellungen (โ:โ) diesem Gegensatz.
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130 Dt.: โStadtโ, โGemeinwesenโ; vgl. DBW 4 (N), 277 f, mit Hinweis auf Mt 5,14.
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131 Dt.: โfremde Gerechtigkeitโ.
132 Dt.: โSรผndige tapferโ; Lutherzitat โ WA.BR 2, 372,84 f โ, dessen Fortsetzung lautet: sed fortius fide in Christo (โaber tapferer vertraue auf Christusโ). Siehe DBW 4 (N), 38โ40.
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133 Mit โJesus โ Petrusโ begann am 29. 4. 1935 laut Mitschrift von Eberhard Bethge NL B 8 im ersten Kurs die erste Vorlesungsstunde โNTโTheologie. Thema: Nachfolgeโ. Vgl. DBW 4 (N), 31 f.
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134 Vgl. Ps 119. Im Anschluร hieran, am Ende des Kurses โ wie schon am Ende des zweiten Kurses 1935/36 โ, trug B seine BergpredigtโAuslegung gemรคร der Fassung 1935 fรผr den ersten Kurs vor, mitgeschrieben von WolfโDieter Zimmermann 1936 NL B 9,5 Seite 53โ88.
1 Anders als in der Katechetikvorlesung im ersten Kurs 1935 begann B im dritten Kurs 1936 wohl sogleich mit der Darstellung des altkirchlichen Katechumenats. Es folgten Geschichte und Problem der Konfirmation. Am Ende standen Hinweise zum Gesamtaufbau des Konfirmandenunterrichts und zur Anlage der ersten Stunden. Erhalten sind ein Konzeptfragment von Bโs Hand und die Vorlesungsmitschrift von WolfโDieter Zimmermann.
2 NL A 54,5: hsl. Konzeptfragment (doppelseitig beschriebenes Einzelblatt). Die Zugehรถrigkeit zur Vorlesung im dritten Kurs wird nahegelegt durch NL B 12,5: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936 Seite 12โ16 (= WDZ). Grundlage des geschichtlichen รberblicks in den Ziffern 1โ6 sind die Ziffern 1โ4 des Artikels โKonfirmation: I Geschichtlich und praktischโ (K. Eger) in RGG2 III. M. Doerne, Neubau der Konfirmation, erschien erst am Ende des Jahres 1936.
3 1536 erschien die Erstausgabe von Calvins Institutio religionis christianae. Vgl. J. Calvin, Opera selecta I, 169.
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4 Zur hessischen Kirchenordnung vgl. G. Rietschel, Lehrbuch der Liturgik II, 157.
5 K. Eger (RGG2 III Sp. 1144) erwรคhnt unter den rรผhrenden Konfirmationsbrรคuchen โzartes Orgelspiel beim Einsegnungsgebetโ.
6 Nach W. Caspari, Konfirmation, 172, hat als letztes evangelisches Kirchengebiet Hamburg die Konfirmation eingefรผhrt.
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
7 Vgl. in Nr. 8 der โHefte der freien kirchlichโsozialen Konferenzโ A. Stรถcker, Die รnderung der bisherigen Konfirmationspraxis, sowie Stรถckers โErfurter Thesenโ. Die anschlieรende Diskussion zur Konfirmationsfrage ist dokumentiert in den Heften Nr. 11/12 (1900), 15/16 (1901) und 23/24 (1902).
8 Bei WDZ lautet Punkt 2: โKein besonderes Recht [darรผber: โPflichtโ], Kinder von 14 Jahren zum Abendmahl zuzulassen. (Kinder lachen usw.) Kein Kind von sich aus den Wunsch, zum Abendmahl zu gehen; kommt viel spรคter. Kinder gehen auch danach nicht mehr.โ
9 Vgl. den Anfang von Luthers Erklรคrung zum zweiten Glaubensartikel im Kleinen Katechismus (BSLK 511): โIch glรคube, daร Jesus Christus โฆ sei mein HERRโ.
10 Gestr.: โob die Gemeindeโ.
11 Im Sinne von: verantwortbar.
12 Gestr.: โReifeโ.
13 Diese Aussage ist gegensinnig zu M. Schian, Art. โKonfirmation: II. Rechtlichโ in RGG2 III Sp. 1198, wo es heiรt: โEvangelische Kirchen suchen durch Mittel der Kirchenzucht einer Unterlassung [!] der Konfirmation entgegenzuwirkenโ. โ Fortsetzung nach WDZ: โKonsequenzen aufzeigen und mit den Eltern sprechen. Im Dorf dem Gemeindekirchenrat vortragen. Es kann einen Pfarrer keiner zwingen zu konfirmieren. Den Kindern den Freiwilligkeitscharakter mitteilen! Zu Beginn einen Zettel an die Eltern mit 5 Verpflichtungspunkten, der zu unterschreiben ist. Mit den Eltern sprechen!!โ
14 NL B 12,5: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936. Die erst auf Seite 8 (Archivpaginierung) beginnende Vorlesung โKonfirmandenunterrichtโ besteht aus einem Teil รผber den altkirchlichen Katechumenat (Seite 8โ12), wie er schon im ersten Kurs 1935 vorgetragen worden war (vgl. II/11.1 Abschnitt 10), einem Teil รผber die Konfirmation (Seite 13โ16; Bโs Konzept dazu s. II/16.1) und einem Teil รผber den Konfirmandenunterricht (Seite 16โ19), der im folgenden dokumentiert wird. Ein zwischen Lรผcken gesetzter Doppelpunkt ist in den Mitschriften von WDZ Symbol fรผr eine (wie auch immer zu fรผllende) Verhรคltnisbestimmung.
15 Ein mit dem Archivvermerk โSommer 1936โ versehenes Blatt mit Notizen von Bโs Hand lรครt erschlieรen, daร mit den folgenden Positionen Kandidatenantworten aufgenommen worden sind. B notierte folgende Namen und Stichworte: Thurmann: โBibelkundeโ, Marzahn: โ1. Schrift 2. Gemeinde 3. Lebensfรผhrungโ, Schumacher: โJesus sehenโ, Zimmermann: โBekenntnisโ, Wichmann: โย โWunschโ โ โsehr frohโ โ โJesum alleinโย โ, Tetsch: โTaufe โ Abendmahlโ.
16 Von โb)โ aus weist ein schrรคger Pfeil nach links unten auf die nรคchste รberschrift (โBescheidene Zielsetzung: groรes Zielโ).
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
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17 Dt.: โDie Lehre ist der Himmel, das Leben ist die Erde.โ Dies, aus Luthers Galaterbriefvorlesung (WA 57,13), zitiert B รถfter, vgl. auch DBW 4 (N), 291. Die beiden folgenden Sรคtze, von denen nur der erste zwischen Anfรผhrungsstriche gesetzt ist, interpretieren das Zitat im Sinne eines Selbstzeugnisses Luthers. Zu Luthers Unterscheidung von Lehre und Leben und zur Bewertung dieser Differenz fรผr seinen Kampf gegen das Papsttum s. auch WA.TR 1 Nr. 624.
18 Nach P. Maser, Hans Ernst von Kottwitz, 73, stammt der Satz โIch habe mich entschlossen, mich nun gรคnzlich zum Herrn Jesu zu bekehrenโ aus einem nicht erhaltenen Brief von Kottwitz an Tholuck. Vgl. L. Witte, Das Leben Tholuckโs I, 153.
19 Dt.: โIchโ.
20 Vgl. I Tim 1,13.
21 Die nรคchsten drei Sรคtze stehen am Rand, quer in zwei Zeilenblรถcken, neben dem Abschnitt รผber Kottwitz und die Bekehrung.
22 Vgl. Mt 6,3.
23 Abgewiesen wird damit ein Situationsbezug des Unterrichts, der auf Stoffwahl und Anlage der Stunde durchschlรคgt.
24 Gemeint ist der Text, der eines der genannten Themen im Unterricht reprรคsentiert.
25 EG.BP 84, EKG 108.
26 EG.BP 91, EKG 142.
27 Johann Friedrich der Groรmรผtige; vgl. II/19.2 S. 686 Gollwitzers Zitat.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
f folgende Seite bzw. folgender Vers
28 Nach dieser Zeile in der Mitschrift ein waagrechter Strich.
29 Vermutlich nach Act 5,29โ32.
30 Vermutlich Kรผrzel fรผr: Schmalkaldisches Bekenntnis. Luthers Schmalkaldische Artikel von 1537 fanden im Finkenwalder Seminar besondere Beachtung, vgl. DB 512.
BK Bekennende Kirche
31 Eingerรผckt. Weitere Gliederungsbuchstaben fehlen. Die Einrรผckung zeigt, daร der Abschnitt zum Fragenbereich โ3.) eigenes Bekenntnisโ gehรถrt.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
BK Bekennende Kirche
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32 EG.BP 131, EKG 152.
33 Offenbar wies B โ wie im katechetischen Entwurf โChristus der Herrโ 1935 (s. II/4.2) โ auf die legendenumwobene Taufe des Frankenkรถnigs Chlodwig hin.
34 Gemeint vielleicht: โaltkirchlicherโ.
35 Mk 10,14.
36 Das Folgende ist eingerรผckt und dadurch als Ausfรผhrung zu den beiden zuletzt genannten Bibelstellen gekennzeichnet.
37 Gestr.: โund Kerkermeisterโ.
38 Act 10,2.24.47 f.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
f folgende Seite bzw. folgender Vers
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
f folgende Seite bzw. folgender Vers
39 Die Stichworte sind jeweils unterhalb der Bibelstellen notiert.
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40 Zum Fragenkreis Taufe, Glaube, Kindertaufe vgl. Bโs Gutachten von 1942 DBW 16, 563โ587.
1 NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 61; dazu NL B 15,1: Mitschrift von Eberhard Bethge โHimmelfahrtspredigtโ (= EB). Beginn bei EB: โDrei Gesichtspunkte immer in allen Berichten: โฆโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
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2 EB: โChristus erscheint durchs Wort nun.โ
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3 Vgl. M. Luther, Sermon am Himmelfahrtstage (14. Mai) 1523 (WA 12, 562,24โ26): โDarumb hut dich, daร du dir nit also gedenkist, das er yetzund weyt von uns kummen sey, รonder gerad widdersyns, do er auff erden war, war er uns tzu ferren, ytzund ist er uns nah.โ (Im Vergleich wird deutlich, in welcher Weise รberlieferung einen Text vereinfachen kann.) Vor diesem LutherโWort bei EB: โ1โ3 zusammengefaรt: โฆโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
4 NL A 48,2: masch. Hektographie, Beilage zum 7. Finkenwalder Rundbrief 25. 4. 1936; Abdruck: GS IV 183โ186 und PAM II 118โ122. Der Entwurf wurde auf der Freizeit 20.โ24. 4. 1936 fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses in Anwesenheit der Kandidaten des dritten Kurses vorgetragen.
5 Diese LutherโAnspielung, WA 12, 562,25 f, auch in Bโs Himmelfahrtspredigt 25. 5. 1933 DBW 12, 456.
6 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer. Bโs Entwurf wurde auf der Freizeit 20.โ25. 4. 1936 fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses sowie im vierten Kurs 1936/37 vorgetragen. Dazu NL B 15,1: Mitschrift von Eberhard Bethge โTrinitatispredigtโ (= EB); NL B 15,7: Mitschrift Wolf-Dieter Zimmermann Seite 62 (= WDZ). Aus dem vierten Kurs NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 30 f โEx 20,2 (Bonhoeffer)โ (= EK); NL B 13,1: Mitschrift von Johannes Mikley 1936/37 Seite 24 f (= JM). Druck (nach den Mitschriften von Riemer, Bethge und 1936/37 Mickley): GS IV 206โ208 und PAM II 144โ146.
7 Kurze grundsรคtzliche Erwรคgungen zu einer Trinitatispredigt bei EB (รคhnlich WDZ): โ1.) nicht modalistisch (รถkonomische Trinitรคt): Erscheinungsformen verschiedene eines Gottes etwa, das nรคhme der moderne Mensch uns gern ab. 2.) Mehr die immanente Trinitรคt (ein Gott aber drei Personen). Das erste wird immer gern genommen aus Rationalismus.โ WDZ nach Hinweis auf Jes 59,20 f: โMitteilung des Geheimnisses und einer unglaublichen Wahrheit. Und Sinn fรผr unser Heilsleben. Wenn Christus und Heiliger Geist nicht Gott wรคre, kรถnnten wir uns nicht auf ihn verlassen.โ 1936/37 EK in der Besprechung eines Kandidatenentwurfs zu II Kor 13,13: โWenn von der รถkonomischen, nicht von der immanenten [Trinitรคt] gepredigt wird, ist die Gefahr, daร ein Abriร der ganzen Soteriologie gegeben wird, und [die Predigt] so stark referierend wird.โ
8 1936/37 EK: โWir kommen aus den stรผrmischen Vorgรคngen und Kรคmpfen des Tages, vom Leide und Sterben der Menschen โโ.
9 1936/37 EK: โuns nicht im Zweifel lรครtโ.
10 Vgl. Ps 103,16.
11 1936/37 EK: โder von Ewigkeit her Schรถpfer istโ.
12 1936/37 EK: โwie wenn ein Mensch sagt โich bin deinโ.โ
13 1936/37 JM: โWer ist dies Volk Israel? Ein Volk wie andere?โ
14 Vgl. in der zweiten Strophe von Luthers Lied โEin feste Burg ist unser Gottโ EG.BP 90, EKG 201: โโฆ kein andrer Gott, das Feld muร er behaltenโ.
15 NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 22 f.
16 WolfโDieter Zimmermann drรผckt durch das Zeichen โ:โ Gegenรผberstellung aus.
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[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
17 NL A 53,4: hsl., Tinte; Abdruck: GS IV 190โ193 und PAM II 125โ128. Dazu NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936 Seite 24โ26 (= WDZ); aus dem vierten Kurs NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 27โ29 (= JM).
18 Die Stellenangabe ist mit Bleistift รผber dem Text zugesetzt.
19 Vgl. Ps 121,1.
20 Vgl. Ps 104,2.
21 Lk 9,31.
22 โzusammen vom Kreuzโ ist mit Bleistift zugesetzt.
23 Ersetzt: โdie Auferstehung selbst verstehenโ.
24 Vgl. Vers 4 (Petrus zu Jesus); โโฆ gut โฆ bauenโ ist Zufรผgung am unteren MsโRand.
25 Ersetzt: โund die Jรผnger erfahrenโ.
26 WDZ: โChristusvision Luthers. โWeiche von mir Satan, denn mein Herr ist ein gekreuzigter Herrโ. Tischreden.โย โ Siehe WA.TR 1, 287 Nr. 610 Luthers Abwehr einer verfรผhrerisch herrlichen Christuserscheinung: โHebe dich, du Schandteufel! Ich weiร von keinem andern Christo, denn der gecreuziget worden ist und der in seinem Wort fรผrgebildet und geprediget wird.โ โ Im Ms beginnt hiernach der zu โ6.โ umnumerierte Punkt. Der dazwischengeschobene neue Punkt โ5.โ ist auf der nรคchsten MsโSeite formuliert. 1936/37 JM hat erst Punkt โ6โ mitgeschrieben, danach: โ5) vor 6)โ.
27 1936/37 JM Zusatz: โschnellโ.
28 NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann (= WDZ) Seite 74, 75, 76 f und 72 f.
29 Von diesem Wort Verweispfeil in die folgende Zeile (โdes Todesโ).
30 Wohl Schreibfehler statt: weite.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
31 Diese beiden Sรคtze sind durch Querstrich vom Vorhergehenden getrennt und durch zwei Seitenstriche hervorgehoben.
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= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
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usw. und so weiter
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
32 NL A 48,2: masch. Hektographie, Beilage zum 9. Finkenwalder Rundbrief 24. 6. 1936; Abdruck: GS IV 233โ236 und PAM II 182โ185. Dazu NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 77โ79 (= WDZ).
33 Apk 1,19.
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34 WDZ: โdie Anbruch des Gerichtstages zeigenโ.
35 Dan 7,9โ27.
36 WDZ: โWeiรes Haar = Ewigkeit.โ
37 Im Frรผhjahr und Sommer 1936 waren der Pfarrer von Seelow Johannes Pecina und der an Pecinas Stelle entsandte Vikar Willi Brandenburg im Polizeigefรคngnis Frankfurt an der Oder in Haft, vgl. DB 612.
38 WDZ Seite 79 am Ende der Mitschrift: โSchreibe ist noch einzufรผgen. bei WDZ fehlt im zweiten Punkt der Mitschrift das Wort โSchreibeโ (aus Apk 1,19), das in der Rundbriefbeilage ohne weitere Erklรคrung steht, s. S. 641 Punkt โ2)โ.
39 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer (= GR). Druck (nach den Mitschriften von Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 227โ229 und PAM II 175โ177.
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40 Bei GR steht: โDarumโ.
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41 Bei GR steht: โdeineโ.
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42 Bei GR steht: โeinemโ.
43 Unter dem nationalsozialistischen Regime verlangte die โJugendorganisationโ, die Hitlerjugend, von den Kindern z. B., regimekritische รuรerungen ihrer Eltern zur Anzeige zu bringen.
44 Sc. Gottes (das Vierte Gebot).
45 In der Transkription deutet โ(?)โ hinter โwahrenโ an: unsichere Lesart.
46 GS IV 228: โโฆ stellt uns in die rechte Erfรผllung seines Gebotesโ.
47 DBW 4 (N), 87 ist Lk 14,26 zitiert: โSo jemand zu mir kommt und haรt nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brรผder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jรผnger sein.โ
48 GS IV 229: โIn der Nachfolge des Herrn entsteht eine neue Freiheit und eine neue Erfรผllung seines Wortes.โ
49 Mk 10,28โ31, zitiert in DBW 4 (N), 94.
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50 NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 56 f.
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51 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 29. Dazu NL B 13,1: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 23 (= JM).
52 Lk 17,20โ37.
53 Dt.: โungerechtโ.
usw. und so weiter
54 Vgl. A. Jรผlicher, Die Gleichnisreden Jesu (24โ121: โDas Wesen der Gleichnisreden Jesuโ), 84: โIch definire das Gleichnis als die jenige Redefigur, in welcher die Wirkung eines Satzes (Gedankens) gesichert werden soll durch Nebenstellung eines รคhnlichen, einem anderen Gebiet angehรถrigen, seiner Wirkung gewissen Satzes.โ
55 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer (= GR). Druck (nach den Mitschriften von Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 231โ233 und PAM II 179โ182.
56 Das Bild von den eingeschlossenen Bergleuten erscheint schon in Bโs Londoner Adventspredigt zu Lk 21,28 am 3. 12. 1933 DBW 13, 332 f.
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57 Bei GR steht: โder Gerechtlosigkeit derโ.
58 So GR (vielleicht statt: โbittenโ).
59 So GR (vielleicht statt: โwirklichesโ).
60 Zu ergรคnzen: โโฆ finden werdeโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
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61 NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 16 f (= WDZ).
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
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62 Bei WDZ steht: โdaraufโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
63 Dieser Absatz ist durch Anstreichungen hervorgehoben.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
64 Sc. Christus.
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65 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 25 f.
66 Dt.: โAnwendungโ.
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67 Dt.: โVergleichspunktโ.
vgl. vergleiche
68 Vgl. Luthers Erklรคrung der Taufe im Kleinen Katechismus (BSLK 516): โWasser tutโs freilich nicht, sondern das Wort Gottes โฆโ.
69 NL B 15,5: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer. Dazu NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann Seite 17 f (= WDZ); aus dem vierten Kurs NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 26 f โEntwurf von Bonhoefferโ (= EK). Druck (nach den Mitschriften von Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 229โ231 und PAM II 177โ179.
70 In Gerhard Riemers Transkription des folgenden Entwurfs stehen diese vier Uberlegungsschritte dem jeweiligen Punkt wie eine รberschrift voran. Dabei wurde โ4.โ modifiziert zu: โGott schafft die Mรถglichkeit zum Heil durch die eherne Schlangeโ. Die Bโs Entwurf vorangehende Gliederung sehr รคhnlich bei WDZ (โI Blick auf รgypten und Murren; abgewandter Blick โฆ IV Gott schafft Mรถglichkeit der Rรผckkehr; entzieh dich nichtโ).
71 1936/37 EK: โโฆ รgypten und die Vergangenheit?โ
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72 1936/37 EK: โstatt vorwรคrts auf die Verheiรungโ.
73 Vers 8 LB: โwer gebissen ist und siehet sie an, der soll lebenโ.
74 1936/37 EK: โNicht das verheiรene Land und die Zukunft sollen sie ansehen, sondern den von Gott ihnen geschickten Tod und die Strafe.โ
75 Hier 1936/37 EK: โ5.โ
76 1936/37 EK zusรคtzlich: โGott umstellt sie ganz und gar mit dem Tod, in der ehernen wie den lebendigen Schlangen.โ
77 1936/37 EK: โIn dieser furchtbaren Gestalt muร Gott sich nun um ihres Ungehorsams willen finden lassen.โ
78 1936/37 EK zusรคtzlich: โโ er hat sie ja geschickt. Gott im Tode, in der Strafe, in der Schuld โโ.
79 1936/37 EK Schluร: โNur in der Strafe, Schuld, Not, im Blick auf all dieses, liegt der Zugang zu Gott. Hier findet Israel seinen Gott wieder.โ
1 NL A 54,7: hsl. Konzept (Tinte, Ergรคnzungen zum Teil und Schluร ganz mit Bleistift). Der Text bietet die (durch Stichworte und Bibelstellen gelegentlich angereicherte) Gliederung der Stunde, liturgische Angaben und Notizen zur Durchfรผhrung des Themas. Das Entstehungsjahr 1936 lรครt sich erschlieรen aus der Erwรคhnung einer Unterrichtseinheit โHeilige Schriftโ beim Gesamtaufbau des Konfirmandenunterrichts in der Vorlesung im dritten Kurs 1936 (vgl. II/16), aus dem vergleichbaren FrageโAntwortโTyp mit biblischen Belegen im Konfirmandenunterrichtsplan vom Oktober 1936 (II/27) und aus dem Aufbau des erstmals im vierten Kurs 1936/37 vorgetragenen Homiletikabschnitts โDer Pfarrer und die Bibelโ, der โ im Blick auf das Bibelverhรคltnis der Kandidaten โ beginnt (II/10.2 S. 510): โDer Pfarrer begegnet der Bibel in dreifachem Gebrauch: sie liegt auf der Kanzel, auf dem Studiertisch und auf dem Betpult.โ
2 Ab โTag โฆโ Zusatz. Vgl. Ps 1,2 LB: โโฆ redet von seinem Gesetz Tag und Nacht!โ In diesem Psalmvers (ebenso Ps 119,48) ist das Verb (โredenโ) auch mit โsinnenโ zu รผbersetzen.
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3 Diese Zeile ist zugesetzt. โMittelalterโ erschlossen aus: โM. A.โ Vgl. in der Homiletikvorlesung 1936/37 (II/10.2 โDer Pfarrer und die Bibelโ S. 510): โEs ist gut, sich hin und wieder an die Zeit der handgeschriebenen und gemalten Bibeln zu erinnernโ.
4 Zusatz am Rande, gestr.: โdaร wir ihm gehorchen sollen und durch ihn allein selig werdenโ.
5 Das Folgende ist am Rande und zwischen den Zeilen eingefรผgt.
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6 Zunรคchst an 5. Stelle. Bezifferung aus โ5.โ zu โ6.โ verรคndert.
7 Positionen 5 und 7 sind Hinzufรผgungen. โ Unterhalb dieser Zeile Querstrich.
8 EG.BP 91, EKG 142.
9 Ps 119,105.
10 Vgl. Jes 40,8; I Petr 1,25. โ Unterhalb dieser Zeile Querstrich.
11 Gemeint sind die von Gott selbst beschriebenen Gesetzestafeln (Ex 31,18 und 32,15 f).
12 Dt.: โAusliefererโ. So wurden Christen genannt, die in rรถmischen Verfolgungszeiten die heiligen Schriften auslieferten.
13 Rudolf Koch, nach K. B. Ritter โals ein vom Wort Ergriffener zum Schreiberโ geworden (RGG3 III Sp. 1688), war die in evangelischen Kreisen maรgebliche Autoritรคt der Schrift- und Buchkunst. B sah durch Kochs Werk die Geschichte der handschriftlichen Bibelwortgestaltung โ vom โMittelalterโ (vgl. oben) โ bis in die Gegenwart fortgefรผhrt.
1 Als Vortrag gehalten in Finkenwalde auf der Freizeit 20.โ25. 4. 1936 fรผr die Teilnehmer des ersten Kurses. Dazu NL B 25: Mitschrift von Eberhard Bethge am 22. 4. 1936 Seite 7โ10 (= EB). Die Hรถrer drรคngten auf Verรถffentlichung des Vortrags. Druckfassung in Evangelische Theologie 3 (1936, Juniheft), 214โ233; Nachdruck: GS II 217โ241. Das Ms ist nicht erhalten. Die Wiedergabe folgt, mit geringfรผgigen Abweichungen in Fรคllen eindeutiger Versehen, zeichengetreu der Fassung von 1936 in EvTh; die Innenpaginierung (auch bei II/19.2 und 3) entspricht GS II. Zur Wirkung des Aufsatzes vgl. auรer II/19.2 (und II/19.3) vor allem DB 587โ597. Im 10. Finkenwalder Rundbrief 22. 7. 1936 schrieb B, s. I/98 S. 201: โIch wollte jedem von Euch ein Separat der โKirchengemeinschaftโ schicken [Sonderdrucke waren im 7. Finkenwalder Rundbrief 25. 4. 1936 versprochen worden]. Aber es war nicht mehr zu bekommen.โ
2 In der Vorlesung โDas Wesen der Kircheโ 1932 DBW 11, 251 nannte B John Wyclif und Jan Hus.
3 Vgl. CA VII (BSLK 61): โEs wird auch gelehret, daร alle Zeit mรผsse ein heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Glรคubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente lauts des Evangelii gereicht werdenโ.
4 EB: โnumerus praedestinatorem [โdie Zahl der Erwรคhltenโ] Augustinโ; s. DBW 1 (SC), 104 mit Hg.โAnm. 105 (zu Augustin).
5 Der mit diesem Satz beginnende und der folgende Absatz (bis โhingenommen ist?โ) sind im Druck (EvTh 3, 214 f) petit gesetzt.
6 Vgl. CA VII (BSLK 58): โSolchen Glauben zu erlangen, hat Gott das Predigtamt eingesetzt, Evangelium und Sakrament gegeben, dadurch er als durch Mittel den Heiligen Geist gibt, welcher den Glauben, wo und wann er will, in denen, so das Evangelium hรถren, wirketโ.
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7 Vgl. Mt 13,24โ30.
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8 Vgl. II Sam 24,1โ15.
9 Vgl. II Tim 2,19: โDer Herr kennt die Seinenโ.
10 Dt.: โvon vornhereinโ.
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11 Vgl. II/1. 1 (1935 โWasist Konfession?โ) S. 308: โKetzertaufstreitโ, entschieden 314; im 381 beschlossenen, 451 bestรคtigten nicaenoโkonstantinopolitanischen Glaubensbekenntnis (BSLK 27): โIch bekenne eine einige Taufeโ.
12 Wenn jemand die Taufe begehre, sie aber aus รคuรeren Grรผnden, die nicht bei ihm selbst liegen, nicht empfangen kรถnne, gelte der Wunsch, die โBegierdeโ, soviel wie der Vollzug. Beim Mรคrtyrer, der noch Katechumene war, sei die Taufe durch das Martyrium, die โBluttaufeโ, ersetzt.
13 Vgl. CA VIII (BSLK 60 f): โItem, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nicht anders ist dann die Versammlung aller Glรคubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler, auch รถffentlicher Sรผnder unter den Frommen bleiben (cum in hac vita multi hypocritae et mali admixti sint)โ โ ecclesia mixta (โgemischte Kircheโ).
14 Vgl. Reklamation aller Getauften fรผr die rรถmischโkatholische Kirche: Im Briefwechsel (7. 8. und 3. 9. 1873) mit Kaiser Wilhelm I. erhob Pius IX. den Anspruch, daร jeder, der die Taufe empfangen hat, in irgendeiner Art dem Papst angehรถre.
15 Das Apostolische, das Nicaenische und das Athanasianische Glaubensbekenntnis (BSLK 21โ30) stellte Luther 1538 unter die รberschrift: โDie drey Symbola oder Bekentnis des glaubens Christi jnn der kirchen eintrechtiglich gebrauchtโ (WA 50, 262โ283).
16 Seit der ersten Weltkonferenz fรผr Glaube und Kirchenverfassung in Lausanne August 1927 galt, daร die an dieser รถkumenischen Bewegung teilnehmenden Kirchen โaccept our Lord Jesus Christ as God and Saviourโ (โunseren Herrn Jesus Christus als Gott und Heiland anerkennenโ), vgl. I/14 S. 59 f in Hodgsons Brief an B 26. 7. 1935.
17 Vgl. Schmalkaldische Artikel (1537) I. Teil (BSLK 414 f).
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18 Unter den reformatorischen Theologen wurde 1525โ1529 um das richtige Verstรคndnis des Abendmahls gestritten.
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19 Vgl. u. a. Apologie der [Augsburgischen] Konfession XXII โVon beiderlei Gestalt im Abendmahlโ (BSLK 329: โsolcher Brauch wird auch heutiges Tages gehalten in der griechischen Kirchenโ, wรคhrend in der rรถmischen Kirche die โOrdnung Christiโ geรคndert ist).
20 Vgl. I Joh 2,18 f; II Thess 2,4โ12.
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21 Dt.: โgrundsรคtzlichโ.
22 Vgl. Jes 28,21 LB: daร Gott โsein Werk vollbringe auf eine fremde Weiseโ.
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23 Bei EB steht โPraktisch:โ vor dem jetzt folgenden Teil.
24 Vgl. die Verwerfungssรคtze innerhalb der Thesen IโIV der Barmer Theologischen Erklรคrung vom 31. 5. 1934, s. Bekenntnisse 1934, 93โ95.
25 Punkt III. 1 der โBotschaft der Bekenntnissynode der Deutschen Evangelischen Kircheโ vom 20. 10. 1934, s. Bekenntnisse 1934, 158 (โWir stellen fest: โฆ Die Mรคnner, die sich der Kirchenleitung im Reich und in den Lรคndern bemรคchtigten, haben sich durch ihr Handeln von der christlichen Kirche geschiedenโ), vgl. I/11 S. 55 Anm. 4.
26 Vgl. neben der Barmer Theologischen Erklรคrung und der Botschaft der Dahlemer Synode insbesondere den โAufruf an die Gemeinden der Deutschen Evangelischen Kircheโ, den der Prรคses der Synode und der Reichsbruderrat am 7. 11. 1934 herausgaben, s. Bekenntnisse 1934, 160โ162.
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27 โNeutralโ wollten die hinsichtlich der BK Unentschiedenen sein, s. S. 675 f Punkt 4 in diesem Aufsatzteil II. EB: โMissionsfeld?โ
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28 Von Reichskirchenminister Kerrl im Oktober 1935 staatlicherseits eingesetzte Kirchenleitungsgremien.
29 Die Dahlemer Bekenntnissynode hatte das โkirchliche Notrechtโ verkรผndet, zu dem auch die Einrichtung von Notpfarrรคmtern gehรถrte. Vgl. die โBotschaftโ der Synode, besonders III. 2 und 3, s. Bekenntnisse 1934, 158.
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30 Vgl. die radikale Ablehnung der Barmer Synode durch die Lutheraner Werner Elert und Paul Althaus im โAnsbacher Ratschlagโ vom 11. 6. 1934, s. Bekenntnisse 1934, 102โ104.
31 Vgl. die Prรคambel der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 11. 7. 1933: โSie [die DEK] vereinigt die aus der Reformation erwachsenen gleichberechtigt nebeneinanderstehenden Bekenntnisse in einem feierlichen Bundeโ (Text in E. R. Huber/W. Huber, Staat und Kirche IV, 861).
32 Die Lutheraner Hans Asmussen und Thomas Breit waren an der Formulierung der Barmer Erklรคrung beteiligt, die lutherischen Bischรถfe Hans Meiser und August Marahrens waren Teilnehmer der Synode.
33 Vgl. Prรคambel der Barmer Erklรคrung, Bekenntnisse 1934, 93: โWir befehlen es Gott, was dies fรผr das Verhรคltnis der Bekenntniskirchen untereinander bedeuten mag.โ (Dazu K. Scholder, Die Kirchen und das Dritte Reich I [1986], 191: โDie Konkordie reformatorischer Kirchen in Europa aus dem Jahre 1973 [Leuenberger Konkordie] hat mit der Erklรคrung der vollen Kirchengemeinschaft unter allen reformatorischen Kirchen die Hoffnung der Barmer Synode eingelรถstโ.)
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34 Vgl. A. Boyens, Kirchenkampf und รkumene 1933โ39, 337 (in den โEntschlieรungen zur kirchlichen Lage in Deutschlandโ des รkumenischen Rates fรผr Praktisches Christentum am 30. 8. 1934): Der รkumenische Rat gibt โseiner รberzeugung Ausdruck, daร ein autokratisches Kirchenregiment, besonders wenn es durch feierlichen Eid dem Gewissen auferlegt wird, die Anwendung von Gewaltmethoden und die Unterdrรผckung freier Aussprache mit dem wahren Wesen der Kirche Christi unvereinbar sindโ.
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35 Die Namen der zwei Meeresungeheuer in Homers Odyssee XII bezeichnen fรผr die Schiffahrt gefรคhrliche Meerengen.
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36 EB: โPraktisch 1.)โ. Im Druck (EvTh 3, 229โ231) sind die bis vor โIII.โ folgenden Absรคtze (einschlieรlich โโฆ Angebot der Gemeinschaft.โ) petit gesetzt.
37 Vgl. Martin Luthers Brief von den Schleichern und Winkelpredigern. 1532 (WA 30 III, 518โ527; bes. 524 f, mit Bezug auf I Kor 14).
38 Vgl. Apologie der [Augsburgischen] Konfession XV โVon den menschlichen Satzungenโ, BSLK 300: โAlso wird das Pabsttum auch ein Stรผcke vom Reich Antichristiโ; Schmalkaldische Artikel, BSLK 430 f (unter Berufung auf II Thess 2,4).
39 Vgl. M. Luther, Das eyn Christliche versammlung odder gemeyne recht und macht habe, alle lere tzu urteilen und lerer tzu beruffen, eyn und abtzusetzen. Grund und ursach aus der schrifft. 1523 (WA 11, 408โ416).
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40 Vgl. DB 361: Mit Franz Hildebrandt kรคmpfte B nach der (NSโ) โbraunenโ Generalsynode der ApU vom 5./6. 9. 1933 โfรผr die umgehende Einleitung von Amtsniederlegungenโ, da die auf der Synode dominierende Seite durch Einfรผhrung des Arierparagraphen in die Kirche das Schisma vollzogen habe.
41 Vgl. Beschlรผsse der 4. Bekenntnissynode der DEK Oeynhausen 17.โ22. 2. 1936, bes. โVon der Kirchenleitungโ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937, Nr. 165, 417โ420).
42 Kandidaten, die sich den Ausschรผssen unterstellten, verloren damit das Recht der Ausbildung in einem Predigerseminar der BK. In der Regel schieden sie damit aus der BK aus. Vgl. DB 571.
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43 Vgl. A. Schlatter, Die Grenzen der kirchlichen Gemeinschaft (in: Mรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?), 20: โWeil das Gesetz und die Gnade im gรถttlichen Wort untrennbar beisammen sind, gibt es โฆ kein Anathema, das die kirchliche Gemeinschaft aufhebt, das nicht den Glauben an die fรผr alle geschehene Rechtfertigung in sich hรคtte. Darum ist jeder Abbruch der Gemeinschaft zugleich ihre Anbietungโ.
44 Dt.: โAuรerhalb der Kirche [gibt es] kein Heilโ; Cyprian von Karthago, Epistola 73, 21. Vgl. DBW 10, 492 Bโs Anspielung 1928 auf Cyprian, De unitate ecclesiae 6.
45 Auf diesen Satz folgt bei EB: โNicht eigener Anspruch, sondern Christus ist so anspruchsvoll.โ Zu Bโs Satz erschien im โNachrichtendienst fรผr die Evangelische Kirche der Altpreuรischen Unionโ (hg. von Johannes Eger, dem Vorsitzenden des Landeskirchenausschusses), Ausgabe vom 1.7. 1936, Seite 5 Spalte 2, folgender Kommentar: โNein, dieser Satz ist nicht etwa eine bรถswillige Erfindung oder Unterstellung, mit der die โFeinde Christiโ der Sache der Bekennenden Kirche Schaden zuzufรผgen versuchten! Sondern dieser Satz ist schwarz auf weiร von einem Mann der Bekennenden Kirche, Liz. Bonhoeffer, niedergeschrieben worden. So zu lesen im neuesten Heft der โEvangelischen Theologieโ, Seite 231. Und der Satz steht nicht etwa hypothetisch da, sondern mit schรถner apodiktischer Bestimmtheit. Mit derselben apodiktischen Bestimmtheit, mit der Herr Immer weiร, daร die Zusammenarbeit mit den Kirchenausschรผssen ein beharrliches Fortschreiten โauf dem Wege der Sรผndeโ bedeutet. Was wollen wir dazu sagen? Gar nichts. Wir lassen diese theologischen Gipfelleistungen, in deren eisige Hรถhe die Botschaft des Evangeliums anscheinend nicht mehr heraufdringen konnte, fรผr sich stehen. Arme evangelische Kirche, in der man sich mit solchen Fรผndlein wichtig machen darf: โWer sich wissentlich von der Bekennenden Kirche in Deutschland trennt, trennt sich vom Heil!โย โ In diesem โNachrichtendienstโ steht Seite 3โ5 ein Artikel โDonatistische Hรคresieโ (vgl. II/20 S. 712 f in Bโs โIrrlehreโโGutachten) gegen Karl Immer, der โein gewaltiges Ketzergericht รผber die Ausschรผsse abgehaltenโ habe, a. a. O., 3.
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46 Bei EB folgt: โSchmalkaldische Artikel 3,4โ (BSLK 437).
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] Hinzufรผgungen der Herausgeber
47 Vgl. II/19.2 S. 684 Helmut Gollwitzers Bedenken gegen โSeite 232โ.
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48 Siehe I/46 S. 110 in Bโs Brief 25. 1. 1936 an Friedrich Schauer (โSie nennen das alles Richtgeistโ).
49 EB: โund nicht bei uns?โ
50 Vgl. das แผฮปฮทฮธฮตฯฮตฮนฮฝ แผฮฝ แผฮณฮฌฯแฟ (โdie Wahrheit bezeugen in Liebeโ, Eph 4,15), auf das B sich im Brief 25. 1. 1936 beruft, s. I/46 S. 110 (und I/14 S. 62, am Ende des Briefes von Hodgson 26. 7. 1935).
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51 Vgl. M. Luther, Daร diese Wort Christi โDas ist mein leibโ noch fest stehen. 1527 (WA 23, 150,10 f [Handschrift]): โChristus ob er gleich allenthalben da ist, lesst er sich nicht so greiffen vnd tappenโ.
52 Evangelische Theologie 3 (1936, Oktoberheft), 398โ405; Nachdruck GS II 245โ255. Die Wiedergabe folgt dem Druck 1936; Gollwitzers eigene Anmerkungen sind mit runden Klammern versehen. Von Gollwitzer war im Juniheft anschlieรend an Bโs Aufsatz abgedruckt (EvTh 3, 234โ256): โDie Bedeutung der Bekenntnisbewegung und der Bekenntnis-Synoden fรผr die Kircheโ.
53 Als โII.โ schlossen in EvTh 3, 405 Bโs โFragenโ an, s. II/19.3.
54 Juni 1936, 214โ233; auf diese Paginierung beziehen sich Gollwitzers Seitenangaben.
55 In dem betreffenden Gesetz des kurz zuvor (Juli 1935) installierten Reichskirchenministeriums unter Hanns Kerrl wurde die Errichtung eines โReichskirchenausschussesโ anstelle der deutschโchristlichen โReichskirchenregierungโ unter Ludwig Mรผller verfรผgt.
56 Die Thรผringer DC, geleitet durch die Pfarrer Leffler und Leutheuser, waren eine radikale, organisatorisch selbstรคndige Gruppe der Glaubensbewegung Deutsche Christen.
1 Siehe Wolf Meyer-Erlach., โKirchenpolitischer Leichtsinn oder christliche Verantwortungโ in: โBriefe an Deutsche Christenโ, 1. 9. 1936.
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57 Siehe II/19.1 S. 676. Die Seitenzahlen im vorliegenden Band stehen im folgenden in eckigen Klammern im Text.
58 Dt.: โGrundlegungsartikelโ.
59 So wurde von der gesamten nationalsozialistischen Presse der Kirchenkampf mit Vorliebe tituliert, regelmรครig von Goebbels.
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60 Selbstverpflichtung auf das Barmer Bekenntnis und damit Zugehรถrigkeitserklรคrung zur BK. โRote Kartenโ waren in den รถstlichen Kirchenprovinzen wie BerlinโBrandenburg, Pommern und Ostpreuรen in Gebrauch, โgrรผneโ in den westlichen (Rheinland und Westfalen), โgraueโ in den sรผdlichen Provinzen.
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61 Dt.: โIhr habt Gott ein ausgezeichnetes Opfer des Bekennens dargebracht, so daร unentschuldbar sind, die nicht glaubenโ, vgl. Rรถm 1,20.
2 An [Jonas, Spalatin,] Melanchthon [und Agricola], 15. Juli 1530, bei Enders, Bd. 8, Seite 112 [WA.BR 5, 480].
62 Siehe Bekenntnisse 1934, 93: โJesus Christus, wie er uns in der heiligen Schrift bรฉzeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu hรถren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.โ
63 Dt.: โVersammlungโ.
64 Dt.: โgemischte Kircheโ. Vgl. Mt 13,24โ30 (Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen) und den Anklang an dieses Gleichnis in CA VIII (BSLK 62).
65 Dt.: โwahre Kircheโ.
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66 Dt.: โKirche im eigentlichen Sinneโ.
67 Dt.: โVersammlung der wahrhaft Glaubendenโ. Vgl. CA VIII.
68 Das Konfirmationsgelรผbde nach der Agende fรผr die Evangelische Kirche der altpreuรischen Union (Entwurf 1930), 290 f: โGeistlicher [nach dem gemeinsamen Glaubensbekenntnis]: Wollt ihr nun im Vertrauen auf Gottes Gnade den Weg des Glaubens gehen, wider die Sรผnde ritterlich kรคmpfen und im Gehorsam gegen Gott und euern Herrn Jesum Christum wandeln? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe. โ Konfirmanden: Ja, mit Gottes Hilfe. โ Geistlicher: Seid ihr darum auch gewillt, unserer evangelischen Kirche die Treue zu halten, ihrer Zucht und Ordnung euch zu unterwerfen und an ihren Segnungen in Wort und Sakrament teilzunehmen, und ist es endlich euer Wunsch, getreue und tรคtige Glieder der Gemeinde zu werden? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe. โ Konfirmanden: Ja, mit Gottes Hilfe.โ Eine Alternative zur ersten Frage lautet: โโฆ Seid ihr nun willig, nach dem Maร eures Alters und Verstรคndnisses den Weg des Glaubens zu gehen, wider die Sรผnde ritterlich zu kรคmpfen, im Gehorsam gegen Gott und euern Herrn Jesum Christum zu wandeln und euer Leben in Gottes Hand zu geben? So antwortet: Ja, mit Gottes Hilfe.โ In der Agende von 1895, 33 f, lauten die Fragen so: โWollet ihr solchem Glauben gemรคร wandeln, der Sรผnde absagen und eurem Heiland nachfolgen, so antwortet: Ja, mit Gottes Hรผlfe.โ โWollet ihr auch, damit ihr solches alles vermรถget, die euch dargebotenen Gnadenmittel gewissenhaft gebrauchen, euch mit fleiรigem Gebet zu Gottes Wort und Tisch treulich halten, der Ordnung und Zucht der Kirche euch willig unterwerfen und also mit Gottes Hรผlfe als getreue Glieder unserer evangelischen Kirche im rechten Glauben und gottseligen Leben beharren bis ans Ende? so antwortet: Ja, wir wollen es mit Gottes Hรผlfe.โ
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69 โLiberaleโ und โPositiveโ: konkurrierende Gruppierungen innerhalb der evangelischen Kirche (vor dem Beginn des Kirchenkampfes).
3 Jahrbuch fรผr die evangelischโlutherische Landeskirche Bayerns, 1912, Seite 42.
4 Die Bekenntnisschriften der evangelischโlutherischen Kirche, 1930, Seite 11 f.
70 Vgl. DB 594: B hat seine Formulierung nicht verteidigt, sondern Gollwitzers Begriff โZeugnisโ aufgenommen; s. in Bโs โFragenโ II/19.3 S. 697.
vgl. vergleiche
71 Siehe Bekenntnisse 1934, 93 (Barmen I) und 160โ162 (โAufruf an die Gemeinden der Deutschen Evangelischen Kircheโ am 7. 11. 1934).
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72 Siehe im Aufruf โAn unsere Brรผder im Amtโ 30. 7. 1935 (I/18 S. 66): โโฆ Dank gegen Gott den Herrn, daร er uns in Barmen ein gemeinsames Wort in den Mund gelegt โฆโ. Vgl. H. Strathmann, Schrift und Bekenntnis (in: A. Schlatter u. a., Mรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?), 46: โDaร โwir [die Lutheraner, Reformierten und Unierten auf der Barmer Bekenntnissynode] von Gott geradezu zusammengeprรผgelt worden sindโ, ist nachgerade ein geflรผgeltes Wort geworden.โ
73 Werner Elert sprach in โGesichtspunkte und Material zur Beantwortung der vom Reichskirchenausschuร gestellten Frage โWas heiรt Kirchenleitung?โย โ, wohl im Juli 1937, von โden blasphemischen Worten Bonhoeffers, in denen er Gott den Herrn fรผr menschliches Tun verantwortlich machtโ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937, Nr. 306, 880โ885, Zitat 885).
5 In: โMรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?โ, 1936.
74 Vgl. A. Schlatter, Das Evangelium und das Bekenntnis (in: Mรผssen wir heute lutherisch oder reformiert sein?), 27: โEs ist ein wunderlicher Irrtum, daร wir uns mit unserem Bekenntnis in eine zeitlose Abstraktheit hinaufschwingen kรถnnten. Du โฆ antwortest ihm [Jesus] auf Grund deines Erlebens aus deiner Geschichte heraus; und diese deine Geschichte ist die deines Geschlechtes.โ 31: โโฆ ein evangelisches Bekenntnis โฆ einigt uns und hat darum bindende Macht โฆ Diese Bindung macht uns frei, frei auch dazu, ein neues Geschlecht zu sein, das biologisch und vรถlkisch und tatenlustig denktโ.
75 Johann Friedrich von Sachsen.
6 WA. 35, 589.
76 Dt.: โRichtschnur der Lehre, von Melanchthon seinerzeit durch Diktat des Heiligen Geistes niedergeschriebenโ.
7 nach Johs. Ficker, โDie Eigenart des Augsburgischen Bekenntnissesโ, Halle 1930, Seite 42.
77 Dt.: โdurch unermeรliche Gรผte und Erbarmen des allerbesten und allerhรถchsten Gottesโ.
8 Die Bekenntnisschriften der evangelischโlutherischen Kirche, Seite 829.
78 Dt.: โeingegeben von Gott [dem Heiligen Geist]โ.
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79 Dt.: โEs ist gefรคhrlich, ohne hinzugefรผgte Erklรคrung die symbolischen Bรผcher als menschliche Schriften zu bezeichnenโ.
9 Hollaz, Examen theol., ed. Teller, 1750, p. 58 f.: Das gilt 1. ratione objecti, quoniam continent et exponunt verbum Dei prophetis et apostolis olim immediate inspiratum et quidquid ex verbo Dei per manifestam consequentiam elicitur; 2. ratione mediatae illuminationis, neque enim dubitamus, quin Deus speciali concursu influxerit in mentes fidelium doctorum, qui symbola conscripserunt, mentes eorum illustraverit et voluntates ipsorum flexerit, ut verissima saluberrimaque dogmata mente conceperint et calamo expresserint [โ1. auf Grund des Gegenstands, da sie (sc. die Bekenntnisschriften) ja das Wort Gottes, das einst den Propheten und Aposteln unmittelbar eingegeben wurde, und was aus dem Worte Gottes durch offenkundige Folgerichtigkeit abgeleitet wird, enthalten und auslegen; 2. auf Grund der mittelbaren Erleuchtung; wir zweifeln nรคmlich nicht, daร Gott durch eine individuelle Einwirkung in den Geist der glรคubigen Lehrer, die die Bekenntnisse niederschrieben, eingeflossen ist, ihren Geist erleuchtet hat und ihren Willen dahin brachte, daร sie die im hรถchsten Maรe wahren und heilsamen Lehren im Geist erfaรten und mit der Feder ausdrรผcktenโ].โ Die รbernahme und Wiederholung dieser orthodoxen Aussage soll mit diesem Hinweis nicht empfohlen werden!
10 โDie Theologie und die Kircheโ, Seite 79 f.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
f folgende Seite bzw. folgender Vers
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
art. articulus
80 CA X (BSLK 62 f): โVom heiligen Abendmahl. Von dem Abendmahl des Herrn wird also gelehrt, daร wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwรคrtig sei und da ausgeteilt und genommen werde. Derhalben wird auch die Gegenlehr verworfen [โet improbant secus docentesโ].โ โDamnationโ: Verwerfung.
81 Mit โAuflรถsung โฆ Gedรคchtnismahlโ beschreibt Gollwitzer den โZwinglianismusโ.
art. articulus
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82 Der Deutsche Evangelische Kirchenbund war am Himmelfahrtstag (25. 5.) 1922 in Wittenberg gegrรผndet worden.
83 Philipp von Hessen veranlaรte das Marburger Religionsgesprรคch von 1529, um den Abendmahlsstreit zwischen Luther und Zwingli beizulegen. Das Gesprรคch fรผhrte nicht zur Einigung, so daร kein Bund gegen den katholischen Kaiser zustande kam.
84 Dt.: โO daร doch jene Vereinigung verhindert werden mรถchte! Denn ich wollte lieber sterben, als daร durch die Gemeinschaft mit der Zwinglianischen Sache die Unseren verdorben wรผrden.โ
11 Am 20. Juni 1529 an Hieron. Baumgartner, CR. 1, 1077.
art. articulus
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DEK Deutsche Evangelische Kirche
85 Vermutlich hier als Abkรผrzung fรผr: Deutscher Evangelischer Kirchenbund.
12 Th. Breit, โBekenntnisgebundenes Kirchenregimentโ, in: Wort und Tat, August 1936.
usw. und so weiter
86 Vgl. I Tim 6,12 (โein gutes Bekenntnisโ).
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87 Vgl. II/19.1 S. 671 (โstaunend und demรผtigโ).
88 Ex 20,16: โDu sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nรคchsten.โ
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89 โNestleโ Lutherโdt.: โDa sprachen die Juden zu dem, der geheilt worden war: es ist heute Sabbat; es ziemt dir nicht, das Bett zu tragen.โ
90 Anspielung auf Ps 126,3.
91 รber Bโs Aufsatz zur โKirchengemeinschaftโ korrespondierte Gollwitzer mit Friedrich Duensing โ dieser hatte in der Zeitschrift โUm Glauben und Kircheโ am 9. 7. 1936 B โgesetzliches Verstรคndnis des evangelischen Kirchenbegriffsโ vorgeworfen โ (13. 7. bzw. 20. 8. 1936 GS VI 403โ408), mit Ernst Wolf (21. 8. 1936 GS VI 408โ411) und schlieรlich mit Wilhelm Pressel (10. 2. 1937 GS VI 411โ414).
92 Evangelische Theologie 3 (1936, Oktoberheft), 405โ410; Nachdruck GS II 255โ263.
93 In EvTh 3, 405 schloร dieser Beitrag unmittelbar an denjenigen Gollwitzers (โI.โ) an; beide Texte waren petit gesetzt.
94 Diese Auseinandersetzung hat es schriftlich nicht gegeben.
95 Als Vorsitzender des altpreuรischen Landeskirchenausschusses gab Johannes Eger den โNachrichtendienst fรผr die Evangelische Kirche der Altpreuรischen Unionโ heraus.
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96 Gollwitzers โHinweise und Bedenkenโ s. II/19.2. W. Kรผnneth, Kirchlicher Radikalismus? H. Sasse, Wider das Schwรคrmertum. Vgl. DB 592โ595.
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97 Vgl. CA VII (BSLK 61).
98 Mt 5,14โ16.
99 Vgl. Joh 17,14.
100 Vgl. I Kor 12,12โ27.
101 Vgl. Solida Declaratio X: โVon Kirchengebrรคuchen, so man Adiaphora oder Mittelding nenntโ (BSLK 1053).
102 Dt.: โBekenntnisstandโ, Situation, in der das Bekenntnis gefordert ist; vgl. Bโs Erlรคuterung im โIrrlehreโโGutachten II/20 S. 707 (โbeim Angriff auf die Kirche von auรen herโ).
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103 Hiermit ist die Existenz der โillegalenโ Pfarrer der BK beschrieben, die in allen genannten Punkten den staatlichen Kirchengesetzen zuwider handelten.
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104 Benennung seitens der lutherischen Konfessionalisten, die den Namen โBekennende Kircheโ als schwรคrmerisch bezeichneten. โFrontโ sollte zum Ausdruck bringen, daร der Zusammenschluร nur fรผr eine bestimmte Kampfsituation gegen die Deutschen Christen Gรผltigkeit hรคtte.
105 Die Deutschen Christen bezeichneten sich offiziell als โGlaubensbewegungโ; vgl. auch die Deutsche Glaubensbewegung unter J. W. Hauer.
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DC Deutsche Christen
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106 Vgl. die Konflikte um die Einfรผhrung des โArierparagraphenโ in die Kirche im Sommer 1933; s. dazu DB 357โ378.
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107 In der Rheinischen Kirche erfolgte auf Verlangen der Kandidaten bereits 1935 die Ordination auf das Barmer Bekenntnis (Mitteilung von Wolfgang Scherffig). Die 5. Rheinische Bekenntnissynode, die in BarmenโGemarke 29. 6.โ3. 7. 1936 tagte, faรte als Beschluร 2 (J. Beckmann, Rheinische Synoden 1933โ1945, 298): โZiffer 2 a): Synode bestรคtigt die bisherige รbung, daร die Prediger unter ausdrรผcklicher Bezugnahme auf die Barmer Lehrentscheidung ordiniert werden. b) Auรerdem ist darauf hinzuwirken, daร die Bekenntnisse, auf die der Ordinand zu verpflichten ist, bei der Ordination mit Namen genannt werden.โ
108 Formulierung in der Uberschrift der Solida Declaratio innerhalb der Konkordienformel (1577), BSLK 829.
109 Den Begriff โZeugnisโ hatte Gollwitzer kritisch gegen B benutzt, vgl. II/19.2 S. 685: โDas Bekenntnis der Kirche ist nicht Gottes Wort, sondern Zeugnis der Kirche von Gottes Wort.โ
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110 H. Sasse, Wider das Schwรคrmertum, 779.
sol. decl. Solida Declaratio (in den lutherischen Bekenntnisschriften)
111 Vgl. BSLK 973 und 1063โ1091.
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112 Vgl. den Beginn der Epitome BSLK 767: โWir glauben, lehren und bekennen, daร die einige Regel und Richtschnur [lat.: โunicam regulam et normamโ], nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurteilet werden sollenโ, die Heilige Schrift sei; s. auch 769.
113 Dt.: โDie Lehre ist der Himmel, das Leben ist die Erdeโ, Luther in der Vorlesung รผber den Galaterbrief 1531/35 (WA 40 II, 51,8 f).
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114 Vgl. Gal 6,1 und II Joh 1.7โ11.
115 Dt.: โbrรผderliche Stรคrkungโ; der Ausdruck ist in den Schmalkaldischen Artikeln, โVom Evangelioโ (BSKL 449), mit dem Hinweis auf Mt 18,19 verbunden.
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DC Deutsche Christen
116 Vgl. โBotschaftโ der 2. Bekenntnissynode der DEK zu Dahlem, III, 3 (Bekenntnisse 1934, 158): โWir fordern die christlichen Gemeinden, ihre Pfarrer und รltesten auf, von der bisherigen Reichskirchenregierung und ihren Behรถrden keine Weisungen entgegenzunehmen und sich von der Zusammenarbeit mit denen zurรผckzuziehen, die diesem Kirchenregiment weiterhin gehorsam sein wollen.โ
117 Vgl. W. Kรผnneth, Kirchlicher Radikalismus?, 277 f: โMuร nicht auch in der Tatsache โฆ der Kirchenausschรผsse โฆ eine Fรผgung Gottes gesehen werden, in der eine Frage Gottes an uns gerichtet ist? โฆ Kรถnnte es nicht sein, daร es gerade Gottes Wille ist, daร wir das Wagnis auf uns nehmen sollen, den Weg der Kirchenausschรผsse โฆ in der Getrostheit des Glaubens zu beschreiten?โ
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118 W. Kรผnneth, a. a. O., 278.
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1 NL A 56,2: masch. Hektographie. Gutachten fรผr den pommerschen Bruderrat, von diesem aus Stettin im Juni 1936 an die Pfarrer der BK Pommerns versandt, auรerdem Beilage zum 9. Finkenwalder Rundbrief 24. 6. 1936. Abdruck: GS II 264โ275 (dem entspricht die Innenpaginierung).
2 Die 4. Reichsbekenntnissynode der DEK in Bad Oeynhausen 17.โ22. 2. 1936 hatte mit ihrem Beschluร โVon der Kirchenleitungโ den vom Reichskirchenminister Kerrl bestellten Kirchenausschรผssen die Rechtmรครigkeit als Kirchenleitung bestritten (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937 Nr. 165, 417โ420, Zitat 418): โDa es unmรถglich ist, Kirchenleitung ohne Bindung an die bekenntnismรครige Wahrheit und ohne Verwerfung des bekenntniswidrigen Irrtums auszuรผben, ist es der Kirche verwehrt, solche Ausschรผsse โ auch fรผr eine รbergangszeit โ als โLeitung und Vertretung der Kircheโ anzuerkennen.โ
3 Am 25. 8. 1934 war in Hannover der Lutherische Rat gegrรผndet worden, ein organisatorischer Zusammenschluร der sich dezidiert lutherisch verstehenden Krรคfte innerhalb der DEK. Aus ihm ging der Rat der EvangelischโLutherischen Kirche Deutschlands hervor, der sich am 18. 3. 1936 konstituierte und die โgeistliche Leitungโ der sogenannten โintaktenโ lutherischen Landeskirchen von Hannover, Wรผrttemberg und Bayern รผbernahm. Vgl. DB 586.
4 Heinrich Helbig, Pastor in Stralsund.
5 Vermutlich bezieht B sich auf den Aufsatz โGilt die Verheiรung Lukas 10,16 den Trรคgern des Amtes der Kirchenleitung?โ von Erdmann Schott, der am 17. 5. 1936 in โDer Reichsboteโ erschien.
6 Reichsbekenntnissynoden in WuppertalโBarmen 29.โ31. 5. 1934, BerlinโDahlem 19./20. 10. 1934, Augsburg 4.โ6. 6. 1935.
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7 Abschnitt C des Beschlusses โVon der Kirchenleitungโ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937, 419 f).
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
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8 Abschnitt A Punkt 2 (a. a. O., 417).
9 Vgl. Abschnitt A Punkt 3 (a. a. O., 418 โโฆ Lehre der Reformatoren โฆโ).
10 Vgl. in Artikel 28 der Confessio Augustana (1530) โVon der Bischofen Gewaltโ BSLK 121 (โUnterschied des geistlichen und weltlichen Gewalts, Schwertes und Regimentesโ) und 122 (โdie zwei Regiment, das geistlich und weltlich, nicht in einander mengen und werfenโ).
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11 Vgl. in Melanchthons Traktat โVon der Gewalt und Oberkeit des Bapstsโ (De potestate et primatu papae tractatus. 1537), BSLK 491 und 488 (โKonig und Fursten als furnehme Gelieder der Kirchenโ).
usw. und so weiter
12 Vgl. das Gutachten โzur Frage des Staatskirchentumsโ (mit besonderer Berรผcksichtigung des landesherrlichen โSummepiscopatsโ), verรถffentlicht am 9. 4. 1935 vom Lutherischen Rat, s. Bekenntnisse 1935, 89โ91, Zitat 90 f.
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13 Abschnitt A Punkt 2 (K. D. Schmidt, Dokumente a. a. O., 417).
14 Im Ersten Vatikanischen Konzil (1869โ1870) wurde die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes in allen Lehrentscheidungen รผber Glauben und Sitten durch die Annahme der โKonstitution รผber die Kircheโ (18. 7. 1870) zum Dogma erhoben, vor allem unter Berufung auf die Lehre von der ununterbrochenen รberlieferung der Lehrtradition von den urchristlichen Aposteln an (Apostolische Sukzession).
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15 BSLK 123 f (dort Stellenangabe โLucรค am 10.โ).
16 Abschnitt A Punkt 3 des Oeynhauser Beschlusses โVon der Kirchenleitungโ (K. D. Schmidt, Dokumente a. a. O., 417), vgl. die Dahlemer Botschaft vom 20. 10. 1934, IV, s. Bekenntnisse 1934, 158.
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etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
17 Vgl. FC, Epitome X (BSLK 813) โVon Kirchengebrรคuche, so man Adiaphora oder Mitteldinge nennet.โ
18 Zum Begriff status confessionis (โBekenntnisstandโ) vgl. FC, SD X, 10 (BSLK 1057): โโฆ zur Zeit der Bekanntnus, da die Feinde Gottes Worts die reine Lehre des H. Evangelii begehren zu unterdrรผckenโ.
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19 BSLK 69 (vgl. 129, CA XXVIII, 55): โSolch Ordnung gebuhrt der christlichen Versamblung umb der Lieb und Friedes willen zu haltenโ.
sol. decl. Solida Declaratio (in den lutherischen Bekenntnisschriften)
20 BSLK 814, รคhnlich 1056.
sol. decl. Solida Declaratio (in den lutherischen Bekenntnisschriften)
21 Vgl. BSLK 1058 f und 1055.
22 BSLK 1058, 1059 und 1055, dazu Anm. 4 (FlaciusโZitat โDas arme Volk โฆโ) und Anm. 2 (โHurenfarbโ [in der Anmerkung erklรคrt als: Schminke]).
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23 Vgl. Kundgebung der EvangelischโLutherischen Kirche in Bayern โBekenntnisstand und Kirchengewaltโ, s. Bekenntnisse 1934 (151โ154), 153.
24 Bekenntnisse 1934 (142โ148), 145: Punkt 6 des Briefes.
25 Bekenntnisse 1934, 85 f: Punkt 1 der Erklรคrung.
26 Bekenntnisse 1934 (81โ83), 81 f: Punkt I der Bekenntnis- und Verfassungserklรคrung.
27 โDagegen: 1.)โ s. oben S. 707.
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28 BSLK 490 und 491 (in NL A 46,2 ist die zweite Belegstelle aus Melanchthons Tractatus von 1537 irrtรผmlich mit โ76โ statt 67 angegeben); BSLK 457 f.
29 BSLK 129.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
30 BSLK 601 (im vierten Gebot โdreierlei Vรคterโ: โdes Gebluts, im Hause und im Landeโ).
31 BSLK 69.
32 Siehe den Beginn von Bโs Abschnitt โDas Amt der Kirchenleitungโ S. 702 f.
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33 BSLK 124 f.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
34 BSLK 297.
35 Der Landeskirchenausschuร von HessenโNassau hatte Mitte 1936 รผber den Reichskirchenminister die polizeiliche Ausweisung der Bekenntnispfarrer Romberg (WiesbadenโDotzheim) und Hermann Hechler (Heppenheim) aus ihren Gemeinden erreicht, vgl. K. Meier, Der evangelische Kirchenkampf II, 308 Anm. 836.
36 Im Abschnitt โDie Autoritรคt der Kirchenleitungโ zu โC.A. 28,21โ S. 705 f.
37 Wilhelm Zoellner verfaรte als Vorsitzender des Reichskirchenausschusses am 20. 3. (aus Anlaร der Reichstagswahl am 29. 3.) 1936 einen Aufruf โAn die Christen aller Vรถlkerโ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937 Nr. 193, 506 f, Zitate 506). Darin wird Adolf Hitler, der in seiner Rede am 7. 3. 1936 (Tag der Remilitarisierung des Rheinlandes) โerneut das politische Gewissen des deutschen Volkes und der Vรถlker der Welt aufgerufenโ habe, die volle Unterstรผtzung in seinem Kampf gegen den Bolschewismus zugesichert, denn: โDas deutsche Volk ist das Volk der Reformation und hat im Kampf um den christlichen Glauben den letzten und schwersten Einsatz nicht gescheut. Nachdem das tรถdliche und zersetzende Gift des Bolschewismus sich in allen Vรถlkern auszuwirken begonnen hat, nachdem alle Vรถlker der Erde dem Todfeind aller gottgeschaffenen irdischen Ordnung in ihrer eigenen Mitte begegnen, ist das Ringen des deutschen Volkes schicksalhaft geworden fรผr die kommende Geschichte aller christlichen Vรถlker der Erde.โ
38 โSeite 12โ bezieht sich offenbar auf die B vorliegende Fassung. Vgl. K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937 Nr. 205, 530โ548: Briefwechsel 30. 3.โ9. 5. 1936 zwischen Otto Zรคnker, Bischof von Breslau, und dem ApUโLandeskirchenausschuร, dessen Vorsitzender Johannes Eger war; 543 (Eger 9. 5. 1936): โZu den Dingen, die dem Landeskirchenausschuร wichtig sind, gehรถrt auch die Anerkennung des entscheidenden Dienstes, den der Nationalsozialismus dem Glaubens- und Existenzverstรคndnis geleistet hat [Hervorhebung durch Eger], indem er vergessene oder verdeckte schรถpfungsmรครige Gebundenheiten unseres Volkes wieder aufdeckte und in den Mittelpunkt seiner Idee rรผckte. Diese echte innere Bezogenheit von Nationalsozialismus und Christentum ist auch von der anderen Seite her da. โฆ Zum vollen Inhalt der Verkรผndigung in einer evangelischen Kirche gehรถren Evangelium und Gesetz, Gnade und Natur.โ
39 W. Bachmann, Die Kirchenausschรผsse und die junge Kirche, 1936.
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40 Das Gutachten des Reichskirchenausschusses รผber Ludwig Mรผllers Buch โDeutsche Gottesworteโ (1936 erschienen im Verlag Deutsche Christen Weimar/Thรผringen) vom 17. 4. 1936 schlieรt: โDer Verfasser sagt sich mit dieser Schrift und ihrem Nachwort von der im Worte Gottes begrรผndeten, aus dem Bekenntnis heraus lebenden und ohne Lehre nicht existenzfรคhigen evangelischen Kirche los. Alle seine gegenteiligen Erklรคrungen werden damit als unwahr entlarvtโ (K. D. Schmidt, Dokumente 1935โ1937 Nr. 216, 589โ594, Zitat 594).
41 Donatisten, Angehรถrige einer (nach dem Bischof Donatus von Karthago genannten) in Fragen der Heiligung rigorosen Bewegung zu Beginn des 4. Jahrhunderts, lehnten die Mรถglichkeit einer zweiten Buรe ab. CA VIII โWas die Kirche sei?โ enthรคlt eine Verdammung der Donatisten (BSLK 62).
42 Am 1. 7. 1936 erschien im โNachrichtendienst fรผr die Evangelische Kirche der Altpreuรischen Unionโ (hg. von Johannes Eger), 3โ5, ein gegen die BK gerichteter Artikel โDonatistische Hรคresieโ.
43 Vgl. die auf Johannes Calvin zurรผckgehende Lehre von den vier รmtern โ Institutio (1559) IV, 3,1โ9, dt. O. Weber 714โ720 โ, denen die Leitung der Kirche รผbertragen ist: Pastorenamt, Amt des Lehrers der heiligen Schrift, รltestenamt, Diakonenamt. In den Bekenntnissen der Reformierten Kirche erfuhr diese Lehre unterschiedliche Rezeption (schwankend zwischen drei und vier รmtern) und erreichte nie verbindlichen Charakter.
1 Der Vortrag wurde am 5. 8. 1936 in einer Veranstaltungsreihe der Bekennenden Kirche anlรครlich der Berliner Olympiade in der รผberfรผllten ApostelโPaulus-Kirche und anschlieรend in der gleichfalls รผberfรผllten ZwรถlfโApostelโKirche, beide in BerlinโSchรถneberg, vor insgesamt mehr als 3000 Zuhรถrern gehalten. Zur Vorgeschichte, Vorbereitung und Wirkung des Vortrags vgl. I/95, 103, 106 (Bโs Briefe an Bethge 21. 7., 31. 7. und 6. 8. 1936) und DB 609โ611. Zum Ansatz fรผr die Liedbewertung in diesem Vortrag s. Bโs Dogmatische รbungen 1932/33 DBW 12, 181 und die Londoner Cantate-Predigt zu Ps 98,1 vom 29. 4. 1934 DBW 13, 351โ356, dazu L. Christ, Das Evangelische Kirchenlied. 1938 griff auch Karl Barth mit seinem Exkurs รผber die evangelische Kirchenlieddichtung KD I/2, 275โ280, auf Lukas Christs Ansatz zurรผck und รผbernahm wie B das Urteil รผber die Verfallsgeschichte.
2 NL A 57,11: stenographische Aufzeichnung in Finkenwalde in masch. Abschrift von Gerhard Riemer; Druck (nach รberarbeitung durch Bethge): GS IV 385โ390 und PAM II 58โ64. Auf Bitten der Kandidaten las B nach seiner Rรผckkehr aus Berlin sein Manuskript vor. Bethge war seit Anfang Juli 1936 nicht in Finkenwalde, sondern in der Bekenntnisgemeinde in Helbra eingesetzt. Riemer hat am Ende seiner Transkription hinzugefรผgt: โGenau so hat Dietrich diesen Vortrag gehalten im Finkenwalder Seminar. Wenn wir auch sonst nicht an die Verbalinspiration glauben im eigentlichen und urtรผmlichen Sinne, so darfst Du wissen, lieber Bruder Bethge, der diktiert hat, war Dietrich und der lediglich Griffel war, und dabei allerdings gleichzeitig versuchte โ wie รผbrigens immer! โ alles mitzubekommen, war ich!โ
3 Er war 44 Jahre alt, als er starb.
4 Vgl. Apk 15,2โ4.
5 EG.BP 91, EKG 142.
6 Anklang an eine Tischrede Luthers, Beginn einer lรคngeren kritischen รuรerung zu den Befestigungsaktivitรคten in Wittenberg angesichts der Tรผrkengefahr, 1542 WA.TR 5, 127 Nr. 5398: โBetet! Quia non est spes amplius in armis, sed in Deoโ; dt. 1538 WA.TR 3, 534 Nr. 3687: โBetet, denn es ist keine Hoffnung mehr da, daร Kriegsrรผstung etwas thun wird; Gott muร es thunโ.
7 Vgl. II Kor 12,9.
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8 Dt.: โDie Lehre ist Himmel, das Leben ist Erde.โ Bei B hรคufiges Zitat, vgl. Luthers GalaterbriefโVorlesung 1531/35 (WA 40 II, 51,8 f).
9 Das Lied beginnt: โEin neues Lied wir heben anโ, EG.BP 388. Aufgenommen sind fรผnf von ursprรผnglich zehn Strophen. Danach folgender Hinweis: โLuthers erstes Lied, von ihm gedichtet auf die Nachricht vom Tode seiner Ordensbrรผder Johannes Esch und Heinrich Voes, die als die ersten Blutzeugen der Reformation am 1. 7. 1523 in Brรผssel auf dem Scheiterhaufen fรผr ihren evangelischen Glauben in den Tod gingen.โ Vgl. M. Jenny, Luthers geistliche Lieder, 85 f und 217โ222. Anfang und Schluร des Liedes finden sich in schriftkรผnstlerischer Gestaltung auch auf der dem Geleitwort vorangehenden Seite des Jugendliederbuches โEin neues Liedโ, 1. Auflage 1932. Das Geleitwort von Otto Riethmรผller stellt eine Beziehung zwischen dem Buchtitel und Luthers Lied her. Im EKG nicht enthalten.
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10 Siehe EG.BP 24, EKG 42 (โNun laรt uns gehn und tretenโ).
11 Vgl. z. B. Strophe 2 und 3 von โNun freut euch, lieben Christen gโmeinโ, EG.BP 148, EKG 239.
12 EG.BP 219, EKG 295.
13 Strophe 2 von โEin feste Burg ist unser Gottโ, EG.BP 90, EKG 201.
14 Vgl. EG.BP 24, EKG 42 (โAch Hรผter unsres Lebensโ) Strophe 6.
15 EG.BP 298, EKG 139.
16 EG.BP 218, EKG 294.
17 Gemeint sind alle Christusfeste (nicht nur das Weihnachtsfest).
18 Vgl. die Weihnachtslieder โVom Himmel hoch, da komm ich herโ โ EG.BP 11, EKG 16 โ und โVom Himmel kam der Engel Scharโ โ EG.BP 12, EKG 17 โ und das Osterlied โChrist lag in Todesbandenโ EG.BP 57, EKG 76.
19 EG.BP 222, EKG 297.
20 So รผberliefert u. a. bei E. E. Koch, Geschichte des Kirchenlieds und Kirchengesangs I, 268.
21 Vgl. Strophe 1 von EG.BP 222, EKG 297: โWarum sollt ich mich denn grรคmen? Hab ich doch Christum noch, wer will mir den nehmen?โ
22 Ende von โErhalt uns, Herr bei deinem Wortโ, EG.BP 91, EKG 142.
23 EG.BP 222,12, EKG 297,12.
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24 โSenfkornโ: vgl. Mt 13,31 f; 17,20. G. Reichel, Der โSenfkornordenโ Zinzendorfs, 1(โ6): โNach Hase hat der Knabe den Orden โmit elf Jahrenโ (1711) gegrรผndetโ; รผber Zeitpunkt und Zweck der Ordensgrรผndung herrschte in der Forschung seither zunehmend Unsicherheit. Reichel zitiert โKirchengeschichte auf der Grundlage akademischer Vorlesungenโ Karl von Hases, III (hg. 1892), 89; vgl. C. A. Hase, Kirchengeschichte, 61848, 482; 121899 f, 467 (Zinzendorf habe den Senfkornorden โschon als Knabeโ gegrรผndet).
25 Vgl. Mt 4,4.7.10.
26 EG.BP 108, EKG 217.
27 Kritische Anspielung auf die Eingangsstrophe von EG.BP 108, EKG 217: โLasset eure Liebesflammen lodern auf den Heiland zuโ.
28 Zu Bโs Leseerfahrungen รผber Zinzendorf vgl. im Brief an Bethge 31. 7. 1936 I/103 S. 210 (โJa, das ist der Mensch! der fromme Mensch! Es graut einem โฆโ).
29 Zu Friedrich Gottlieb Klopstocks geistlichen Liedern gehรถren auch โVerรคnderte Liederโ, darunter umgedichtete Luthertexte. Sein Programm machte bei einigen rationalistischen Gesangbuchherausgebern Schule.
30 Abschwรคchung in der Fassung GS IV 388 und PAM II 62: โChristus wird kaum noch genanntโ; vgl. Weihnachtslied โDies ist der Tag, den Gott gemachtโ (EG.BP 19, EKG 34), Passionslied โHerr, stรคrke mich, dein Leiden zu bedenkenโ (EG.BP 53, EKG 71) und Osterlied โJesus lebt, mit ihm auch ichโ (EG.BP 67, EKG 89), alle von Christian Fรผrchtegott Gellert.
31 Vgl. EG.BP 259,12: โDer kleinste Halm ist deiner Weisheit Spiegelโ; EG.BP 261,1: โWie groร ist des Allmรคchtgen Gรผteโ.
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32 EG.BP 84, EKG 108.
33 Riemers Klammerbemerkung wurde umformuliert in der Fassung GS IV 389 und PAM II 63: โVielleicht, daร hier zu wenig der Ton des Zitterns und Erschreckens vor dem Gericht Gottes noch gehรถrt worden ist.โ
34 Verfasserin Julie von Hausmann, EG.BP 561.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
35 Vgl. in Strophe 1 โIch mag allein nicht gehenโ.
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36 In O. Riethmรผllers Sammlung โWehr und Waffen. Lieder der kรคmpfenden Kircheโ von 1935 stehen auch drei Lieder von Heinrich Vogel: โHie Wort des Herrn und Christenschwertโ (17), โWir sind die Bruderschaft der Notโ (24), โGott ruft dich, priesterliche Scharโ (31).
37 In โDie Christliche Weltโ Nr. 16 (1936) erschien ein Bericht โDie evangelische Kirche wรคhrend der OlympiaโFestwochenโ von Hans Schlemmer: โโฆ Waren so die Vortrรคge in der Dreifaltigkeitskirche [Veranstaltungsreihe des Reichskirchenausschusses mit Theologieprofessoren der Berliner Universitรคt als Rednern] wissenschaftlich sehr befriedigend, aber wenig besucht, so lagen die Dinge in der ApostelโPaulusโKirche [Vortragsreihe der BK] fast umgekehrt. Das riesige Gotteshaus war Abend fรผr Abend nicht nur รผberfรผllt, sondern es muรten auch Parallelveranstaltungen mit denselben Rednern in der ebenfalls recht groรen ZwรถlfโApostelโKirche stattfinden, um die Menge der Besucher zu fassen. โฆ Denselben Ton [wie Gerhard Jacobi] schlug Lic. Bonhoeffer (Stettin) an, und zwar illustrierte er seine Darlegungen an einigen Kirchenliedern. Schon mit Paul Gerhardt beginnt nach ihm der Abstieg; Pietismus, Aufklรคrung und 19. Jahrhundert fรผhren immer weiter nach unten, und erst in der Gegenwart, zum Beispiel in den Liedern Heinrich Vogels (!) beginne man sich wieder auf die reformatorische Hรถhe zu erheben. Der Redner suchte diese seine Meinung an der Hand der gewรคhlten Kirchenlieder zu beweisen, was ihm insofern auch gelang, als er in Auswahl und Zitierung die denkbar grรถรte Willkรผr walten lieร, sich zum Beispiel nicht scheute, aus der ersten Hรคlfte einer Strophe irgend etwas nachzuweisen, wรคhrend er die das Gegenteil besagende zweite Hรคlfte weglieร usw. Wenn man bedachte, daร es sich hier um einen Schรผler Harnacks handelte, so konnte man angesichts solcher โGeschichtsbetrachtungโ sehr traurig werden. Im Grunde ging auch der dritte Redner, Professor Iwand (Kรถnigsberg) in derselben Linie. โฆ Alles in allem: In der Dreifaltigkeitskirche wertvolle, wissenschaftlich aufgeschlossene Theologie, aber nur eine kleine Zuhรถrerschaft: in der ApostelโPaulusโKirche enge und sehr anfechtbare Theologie, aber starke religiรถse Kraft und eine mit grรถรter Andacht lauschende riesige Gemeinde. Dieser Tatbestand muร im Hinblick auf die Zukunft der evangelischen Kirche die schwersten Bedenken erregenโ.
1 Im 13. Finkenwalder Rundbrief 25. 10. 1936 ist angekรผndigt, B werde โin diesem Semester รผber konkrete Ethik bei Paulus arbeitenโ; so heiรt auch in Bโs Jahresbericht 1936 das Thema im Neuen Testament im vierten Kurs, s. I/127 S. 260. Bei Erich Klapproth (1936/37 NL B 9,6) lautet die รberschrift โDas neue Gebotโ, bei Johannes Mickley (1936/37 NL B 9,3) โKonkrete Ethik, das neue Gebot, bei Paulusโ. Gang der Vorlesung s. Anhang III S. 1061. Dokumentiert wird im folgenden Erich Klapproths Nachschrift (nicht alle Unterstreichungen bei Klapproth werden wiedergegeben) der Auslegung von Act 2,43โ47 und der anschlieรenden Ausfรผhrungen zu Versiegelung, zu Heiligung und zu den Lasterkatalogen sowie โ dem letzteren Nachschriftstรผck vorgeschaltet โ Notizen รผber โLasterkatalogeโ von Bโs Hand. Danach behandelte B โDas gute Werkโ รคhnlich wie im dritten Kurs, s. II/15.5 S. 612โ616; Aufzeichnungen von 1936/37 sind dort in der Kommentierung zu finden, auch II/15.6 S. 617 f Anm. 103 das erst am Schluร des vierten Kurses hinzugekommene Stรผck รผber โFruchtโ.
2 Act 2,43. Zu Vers 42 s. im zweiten Kurs II/8.1 S. 431โ434 Bโs Ausfรผhrungen am 18. 11. 1935. Vers 43โ47 NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth 1936/37 Seite 11 f (= EK); parallel im vierten Kurs NL B 9,3: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 15โ18 (= JM); im fรผnften Kurs NL B 9,4: Mitschrift von Otto Dudzus 1937 Seite 2โ4 (= OD). Zu Act 2,43โ47 im zweiten Kurs NL B Nachtragsdokument: stenographische Mitschrift 1935/36 in masch. Transkription 1989 von Friedrich Trentepohl Seite 6 f (= FTr); parallel im zweiten Kurs NL B 18: Mitschrift von Eberhard Bethge 1935/36 Seite 9โ11 (= EB). Vgl. DBW 4 (N), 248 f, dort ohne Auslegung des Verses 43.
3 JM: โEs wรคre magisch gewesen, wenn es in religiรถser Gemeinschaft gewesen wรคre.โ
4 JM: โ(Wie Protuberanzen in der Sonnenfinsternis sichtbar sind.)โ 1937 OD: โย โWunderโ besagen zweierlei. 1. Gegenwart des Reiches Gottes und 2. daร Reich noch nicht da ist; sonst wรคren es keine bloรen ฯฮญฯฮฑฯฮฑ ฮบฮฑแฝถ ฯฮทฮผฮตแฟฮฑ, sondern dann wรคre das die Regel. Auch Naturkrรคfte werden auรer Kraft gesetzt. Das der Raum der Gemeinde. Unterschied zwischen ฯฮญฯฮฑฯฮฑ und ฯฮทฮผฮตแฟฮฑ[:] ฯฮญฯฮฑฯฮฑ nรคher am Mirakel. Erregen Furcht.โ
5 JM: โSie zeugen von Gottes Wunderbarkeit und Fremdheitโ.
6 1935/36 EB: โDie Liebe durchbricht die Gesetze der Welt.โ
7 Dieser Satz steht bei EK als Anmerkung unten auf der Seite.
8 โDie Bayern โฆ Synodeโ ist bei EK eine Anmerkung. In Jerusalem fand 1928 die 2. Weltmissionskonferenz statt. JM: โ(Protest des strengen Luthertums gegen innere Mission hat seine Berechtigung, aber nur verbunden mit der Bitte um eine neue Offenbarung Gottes in Zeichen und Wundern. Solange keine Zeichen und Wunder in der Kirche sind, mรผssen wir froh sein, daร innere Mission da ist. Innere Mission: daร Menschen tun, ersetzen wollen, was Gott damals durch seinen Geist selber tat.)โ
9 1935/36 EB: โGabe Gottes ist gegeben zu treuen Hรคnden, sie auszuteilen.โ
10 1935/36 FTr: โSelbstverleugnung, Liebe zum Nรคchsten wie zu sich selbst, ohne Verdienstlichkeit, aus Freude an der gottgeschenkten Bruderschaft, die vom Wort herkommt und zum Sakrament geht.โ
11 Vgl. Act 5,1โ11 (Ananias und Saphira). 1937 OD: โV. 44 ein neuer Raum. Geht รผber kultischen Raum hinaus als Raum des christlichen Miteinanderlebens. Nicht nur zum Gottesdienst gemeinsam gehen, sondern durch gemeinsamen Gottesdienst ergeben sich ganz bestimmte Ordnungen. Gesetz des Eigentums wird auรer Kraft gesetzt. Nicht durchbrochen, aber seines Ernstes beraubt und in die Freiheit der Kinder Gottes gestellt. Aus kultischem Raum gestaltet sich Lebensraum. Dieser Gedanke sehr wichtig. Gemeinde hat nicht genug mit gottesdienstlichem Raum, damit, daร Wort und Sakrament unangetastet bleibt. Eingriff in Lebensraum, Beziehungen der Gemeinde untereinander ist auch schon Eingriff in die Gemeinde. Kein Gesetz wird auferlegt, sondern aus der Freiheit heraus ist es gerade dieser Raum. (Siehe Ananias.) Daร in der Gemeinde jedem ausgeteilt wird, wie es ihm not ist, das ist wichtig, nicht daร es in der Gรผtergemeinschaft verwirklicht wurde. Schon zu den ersten Erkenntnissen der Gemeinde gehรถrt es, daร niemand darben darf. Das unbedingt der Lebensraum der christlichen Gemeinde. (Heute Gaben an nichtarische Christen.)โ
12 Tertullian, Apologeticus 39; vgl. DBW 4 (N), 284.
13 JM: โvon Schwenckfeld wird Liebe als nota gegen Luther zitiertโ. Zu nota bzw. notae ecclesiae (โZeichen, an demโ bzw. โan denen die Kirche erkannt wirdโ) CA VII (BSLK 61).
14 1935/36 EB: โAlltรคglichkeit bezeugt die vรถllige Freiheit. Nichts Exzeptionelles sondern normal.โ
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
15 Das in eckigen Klammern Wiedergegebene โ โ[In โฆ Kreuz.]โ โ steht bei EK als Anmerkung unten auf der Seite.
16 Siehe Kirchenordnung der Kurpfalz 1563 (darin ist der Heidelberger Katechismus enthalten) in: W. Niesel, Bekenntnisschriften und Kirchenordnungen, 184, 200; 203: โalle morgen โฆ daร die Lection / vermanung vnd Gebet sich nit vber eine halbe stund erstrecke.โ
17 1937 OD: โV. 46. Halten sich regelmรครig zum Tempel. Auรer Tempelraum werden Privathรคuser in Anspruch genommen. Arkandisziplin fรคngt an. Predigen kann man noch im Tempel, aber nicht Brotbrechen. Also Hรคuser eine Notlรถsung. Oder auch in Hรคusern, weil Fortsetzung von Jesu letztem Mahl (PassahโMahl), das auch im Haus stattfand. Oder schlieรlich war das Brotbrechen auch nur gemeinsame gewรถhnliche Mahlzeit, oder nicht gewรถhnliche Mahlzeit, sondern Herrenmahl. Deshalb auch โJauchzen und Einfalt des Herzensโ [Act 2,47].โ
18 JM: โ(vgl. Auszug Israels aus Babylon!)โ, s. Esra 1. Zu Act 2,47 โGnade beim ganzen Volkโ 1937 OD: โฮปฮฑฯฯ ist hier โam haโarets [hebrรคisch, โVolk des Landesโ], das Volk Gottes. ฮปฮฑฯฯ als beschrรคnkter Begriff. รber der ersten Gemeinde liegt kein Kreuz. ฯฮฌฯฮนฯ [โGnadeโ] beim ganzen Volk im Anfang, Vorwegnahme des eschatologischen Glanzes, wo alle Gott erkennen und loben. Und 2., beim Entstehen einer jungen Kirche immer freundlicher Glanz, bei der 1. Gemeinde warโs so, bei der jรผdischen Exilsgemeinde auch, ferner Reformation und Bek[enntnisโ]Gemeinde.โ
19 1937 OD: โGemeinde ist Missionsgemeinde ihrem Wesen nach.โ Bei OD, im fรผnften Kurs, schlieรt an: โGemeinde als Gegenwart Christi, als gegenwรคrtiger sichtbarer Christus selbst bei Paulus. Eph. 2,15 โฆ ฮบฮฑฮนฮฝแฝธฯ แผฮฝฮธฯฯฯฮฟฯโ.
usw. und so weiter
20 JM: โDas alles spielt sich ab in Verbindung des Leibes mit dem Haupt Christus und innerhalb der Gemeinde.โ Hier schlieรt im vierten Kurs an: โDas Handeln des Christen โin Christusโย โ.
21 NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth Seite 13โ15 (= EK); dazu parallel im vierten Kurs NL B 9,3: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 Seite 18โ20.23โ25 (= JM); im dritten Kurs NL B 9,5: Mitschrift von Wolf-Dieter Zimmermann 1936 Seite 22โ24 (= WDZ) unter der auf Seite 14 gestellten Frage โWie gewinne ich teil an diesem Sein in Christus?โ โ s. II/15.1 S. 602 โ Punkt โVIII Versiegelung und Heiligungโ. Vgl. in DBW 4 (N) bes. 276 f.
22 Dt.: โVersiegelungโ
Vgl. vergleiche
23 Dt.: โverwahrenโ, โbewahrenโ.
24 JM: โ(Frucht = Steuer)โ. 1936 WDZ zu Rรถm 15,28: โSprachgebrauch = Kollekte; in sich abgeschlossen; der Frucht kann nichts mehr geschehen; sichergestellt.โ Bei EK eine Randnotiz, uni. auรer: โ+ Joh 3,33โ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
25 Bei EK ab โParallelismen mit Vers 21โ als Anmerkung zu II Kor 1,22 unten auf der Seite. Vgl. in Vers 21 f Luther-dt.: der โbefestigt โฆ und versiegeltโ hat. 1936 WDZ: โ2. Kor 1,22 ฯฯฯฮฑฮณฮฏฯ und ฯฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ [โGeistโ] parallel.โ
26 Dt.: โUnterpfandโ.
27 โ[ฯฮฑฯฮฑฮธฮฎฮบฮท โฆ destinatio.]โ bei EK Anmerkung und Randnotiz. Dt.: โanvertrautes Gutโ, โGabe des Beharrensโ, โBestimmungโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
28 1936 WDZ: โEph 1,13 ฯฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ = Mittel der ฯฯฯฮฑฮณฮฏฯ; Pfand; Eigentum.โ Vgl. in Eph 1,14 Luther-dt.: โwelcher ist das Pfand unseres Erbes zu unsrer Erlรถsung, daร wir sein Eigentum wรผrdenโ.
29 In Eph 1,14 das erste Wort (Lutherโdt.: โwelcherโ).
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
30 1936 WDZ: โEph 4,30 Ziel; auf etwas hin versiegeln (Tag Christi)โ.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
31 JM: โdie 144.000 Versiegelten auf Zionโ; 1936 WDZ: โBewahrung des Eigentums bis zum Tag Jesu.โ
32 JM: โDer Friede Gottes der hรถher ist denn alle Vernunft der nehme gefangen eure Herzen und Sinnenโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
33 โ[Gefรคngnis โฆ?]โ bei EK Randnotiz.
34 JM zu I Petr 1,5: โverschlossen in der Kraft Gottes durch den Glauben auf das zukรผnftige Heilโ.
35 JM zu Joh 17,12: โich bewahrte sie in deinem Namen die du mir gegeben hast (ฯฯ ฮปฮฌฯฯฮตฮนฮฝ; Name wie Raum gedacht). Judas: โKind des Verderbensโ [in Vers 12 Lutherโdt.: โdas verlorene Kindโ], Gefahr des Herausfallensโ.
36 JM: bewahrt wird โder ganze Leib, der auferstehen sollโ.
37 1936 WDZ: โin der Hรถlle aufbewahrt. 2. Petr. 3,7โ.
38 1936 WDZ: โAlso immer eschatologisch gebraucht!โ
39 1936 WDZ zusรคtzlich: โsein Eigentum.โ
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
40 โAuch nicht heraus!โ ist bei EK Randnotiz.
41 Dt.: โHeilโ.
42 Vgl. Gen 6,5โ8,19.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
43 Siehe I Petr 3,20 f.
44 JM: โDie Versetzung geschieht: in Taufe und Rechtfertigung.โ
45 JM zusรคtzlich: โ(Arche ein Schiff: Gemeinde fรคhrt durch die Welt)โ.
46 Dieser Satz steht bei EK als Anmerkung unten auf der Seite.
47 Vgl. DBW 4 (N), 296.
48 1936 WDZ: โZiel der Rechtfertigung, der Versรถhnungโ.
49 แผฮณฮนฮฑฯฮผฯฯ steht in Rรถm 6,22. Bei JM: 6,16โ23 โฆ 1. Kor 1,30โ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
50 JM: โwer geheiligt ist, soll sich weiter heiligenโ.
51 1936 WDZ: โZiel der Heiligung = Bestehen am Tag Jesu Christiโ.
52 Dt.: โUnreinigkeitโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
f folgende Seite bzw. folgender Vers
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
53 โ[Rm โฆ f.]โ bei EK Anmerkung.
54 JM: โSelig sind die reines Herzens sindโ, s. Mt 5,8 (โdenn sie werden Gott schauenโ).
55 JM zusรคtzlich: โsondern durch Heiligung. Kolosser 1,22 โฆ Eph 1,3.4 โฆ 5,5โ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
56 โ[Gibt โฆ?]โ bei EK Randnotiz. 1936 WDZ: โHebr 12,14 1. Petr. 1,2. Gerechtfertigt, um geheiligt zu werden, um bestehen zu kรถnnen. Nicht Selbstheiligung, um unseres Charakters willen, sondern um des Tages Jesu willen.โ
57 JM: โIhr sollt Gottes wรผrdig wandeln!โ
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
58 Lev 19,2; I Petr 1,16; vgl. DBW 4 (N), 270 und 276.
59 1936 WDZ: โOrt der Heiligung = แผฮฝ ฮงฯฮนฯฯแฟทโ.
Vgl. vergleiche
60 โUm โฆ Dankbarkeitโ ist bei EK Randnotiz. JM: โ(Die ฯฮฟฮนฮทฯฮฑแฝถ ฯฮฟแฟฆ ฮฝฯฮผฮฟฯ ฮดฮนฮบฮฑฮนฯฮธฮฎฯฮฟฮฝฯฮฑฮน [Rรถm 2,13 b โNestleโ Lutherโdt.: โdie das Gesetz tun, werden gerecht seinโ]!) Heiligung nicht als Tugend verstanden, sondern als das in Christus hineingetanwerden und von ihm zum Ziel gebracht werden. Heiligung โ um der ฯฮฑฯฮฟฯ ฯฮฏฮฑ willen.โ Bei EK folgt nach einer Leerzeile auf Seite 15: โDie Lasterkataloge.โ 1936 WDZ hat nach dem Punkt 4: โ5) Heiligung ist Existenz im Raum des Christus = der Gemeinde; die Existenz, die aufbewahrt wird bis auf jenen Tag. Siegel, bewahren, heiliger Geist = Raum zwischen Reich Christi jetzt und jรผngstem Tag. Der Glaubende wird gerechtfertigt. Der Geheiligte wird im Gericht errettet, nicht durch Heiligung, sondern durch Glauben.โ Mit letzterem Satz vgl. DBW 4 (N), 296. In der neutestamentlichen Vorlesung 1936 wurde als nรคchstes โDas gute Werkโ behandelt, s. II/15.5 (S. 612โ616).
61 NL A 55,19: hsl., anfangs Bleistiftschrift mit Farbstiftzusatz, dann Tintenschrift mit Bleistiftzusรคtzen. Vgl. II/22.3 S. 732 die Nachschrift NL B 9,6 von Erich Klapproth (= EK), in der die Behandlung der Lasterkataloge mit Gal 5,19โ21 beginnt. Siehe DBW 4 (N), 279โ289.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
62 Dt.: โHurereiโ โ โHabgierโ.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
63 Dt.: โGรถtzendienstโ (wรถrtlich: โBilderdienstโ).
V. Vers
f folgende Seite bzw. folgender Vers
64 Dt.: โEhebrecherโ, โGรถtzendienerโ.
65 Dt.: โHabgierigeโ, โDiebeโ.
66 Eine Zeile tiefer, gestr.: โ2 Kor 12,20 fโ.
67 Eine Zeile tiefer, gestr.: โEph 4,31โ.
68 Diese Zeile ist mit rotem Farbstift zugesetzt. โAbgรถttereiโ steht Gal 5,3.19 nicht, aber in Vers 20.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
f folgende Seite bzw. folgender Vers
69 Dt.: โUnreinheitโ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
70 Das Folgende eingerรผckt in der nรคchsten Zeile.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
71 Mit der Stellenangabe in der folgenden Zeile (II Tim 3,2โ5) durch eine Zusammenfassungslinie verbunden. Das jetzt Folgende (bis โZuchtloseโ) steht rechts von dieser Linie.
72 Dt.: โdie Gesetzlosenโ.
73 U. L.; aber vgl. DBW 4 (N), 247 zu II Tim 3,7: โNeigung zum Problematisieren um des Problematisierens willenโ.
74 Unterhalb dieser Stellenangabe Querstrich (zum Ziehen der Bilanz aus den angefรผhrten Bibelstellen).
75 โUrsprung?โ (stark unterstrichen) steht als Zusatz vor (doppelt unterstrichen) โWort Jesu: Mark 7,22โ. Siehe DBW 4 (N), 280 Bโs Anm. 17): Mk 7,21 f mag als โUrsprung dieser Lasterkataloge โฆ anzusehen seinโ.
76 Dt.: โMordโ.
77 Dt.: โSchwelgereiโ.
78 Dt.: โรberheblichkeitโ. โ Das Folgende ist durch einen seitenbreiten Querstrich vom Vorigen abgesetzt.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
79 Die letzteren (wiederholenden) Stellenangaben aus I Kor sind ein Tintenzusatz. Das Folgende ist mit Tinte geschrieben.
80 Dt.: โGeldgierโ.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
81 Vgl. Jes 23,1โ14 (โLast รผber Tyrusโ, die Krรคmerstadt) und 23,18 (โnicht zu Schรคtze sammelnโ) mit Mt 6,19; dazu DBW 4 (N), 168: โAm angesammelten Schatz hรคngt das Herz.โ
82 Auf Seite 2 des Bogens NL A 55,19 oberhalb des Abschnitts zu แผฮบฮฑฮธฮฑฯฯฮฏฮฑ stehen Notizen zu ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, die durch eine Umstellungslinie mit โ[I Kor] 7,2 10,7โ in der Zeile โHurerei unter dem Gericht Gottes โฆโ verbunden sind, s. weiter unten.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
83 Dt.: โBefleckungโ.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
f folgende Seite bzw. folgender Vers
84 Mit dieser Stellenangabe (genauer: I Kor 10,8) ist die Umstellungslinie der Notizen zu ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ verbunden, die im folgenden Abschnitt wiedergegeben werden.
85 Entsprechung zu ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ im AT; im Ms hebrรคisch geschrieben.
86 โHeiden, die von Gott nichts wissenโ sind in I Thess 4,5 genannt.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
87 I Kor 10,7โ10.
88 Dt.: โEhebruchโ (griech. und hebrรคisch).
89 Ex 20,14.
90 Dt.: โUnzuchtโ.
91 Siehe DBW 4 (N), 280: โSรผnde Adamsโ.
92 Vgl. DBW 3 (SF), 95 u. รถ. (zu โSchamโ).
93 Dt.: โEbenbildlichkeitโ Gottes; vgl. Gen 1,27. B hat โEbenbildโ โ in Punkt โ1.)โ โ und โChristusโ โ hier in Punkt โ2.)โ โ doppelt unterstrichen.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
94 Dt.: โKnechtschaftโ oder โSklavereiโ.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
95 Im โNestleโ bei I Kor 7,7 Querverweis auf Mt 19,12. Im griech. Text von Mt 19,10.12 Bleistiftunterstreichungen. B hatte die Stelle in der NTโVorlesung am 1. 7. 1935 (Mitschrift Eberhard Bethge NL B 8 Seite 17) und im Sommer 1936 (Mitschrift Wolf-Dieter Zimmermann NL B 9,5 Seite 49) besprochen.
96 Vgl. I Kor 7,29โ31 (Haben, als hรคtte man nicht).
97 Das Folgende bis โโฆ Sorgeโ sind Bleistiftzusรคtze.
98 LB รผbersetzt: โFressen und Saufenโ. Zum Vorkommen von โฮผฮญฮธฮท (Trunkenheit)โ und โฮบแฟถฮผฮฟฮน (รผppige Gelage)โ in Lasterkatalogen des Neuen Testaments vgl. ThWNT IV, 552 f.
99 Vgl. u. a. Lev 1,8.12; 3,3 f; 7,22โ27 (kein Fett essen).
100 Vgl. Num 6,1โ21 (LB: โGesetz der Nasirรคerโ), bes. 6,2 f: โGelรผbdeโ, โsich Weins und starkes Getrรคnks enthaltenโ. Siehe auch das โGelรผbdeโ in Act 21,23โ26.
101 Vgl. Gen 9,20โ23.
102 Vgl. Gen 19,30โ35.
103 Johannes der Tรคufer trank im Unterschied zu Jesus keinen Wein; vgl. Mt 11,18 f.
104 Ende der Tintennotizen; der folgende Schluร der Notizen mit Bleistift.
105 Von hier Bleistiftstrich nach oben zu โNoah, Lotโ.
106 I Reg 5,5 (bzw. 4,25 = Nebenzรคhlung in LB im 1. Buch von den Kรถnigen): โdaร Juda und Israel sicher wohneten, ein jeglicher unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaumโ; auch Micha 4,4 und Sacharja 3,10.
107 Vgl. Jes 28,1.7 (โWeh der prรคchtigen Krone der Trunkenenโ โ โvom Wein toll wordenโ).
108 Vgl. Joh 15,1โ8.
109 Siehe das Kelch-Wort aus der Einsetzung des heiligen Abendmahls (Mk 14,23โ25).
110 NL B 9,6: stenographische Nachschrift von Erich Klapproth Seite 15โ19 (= EK) im Anschluร an den Abschnitt รผber Heiligung, s. II/22.1 S. 727 f; dazu NL B 9,3: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 25 f (= JM); im fรผnften Kurs NL B 9,4: Mitschrift von Otto Dudzus 1937 Seite 20 f (= OD).
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
111 JM: โGal 5,19โ23: Offenbar sind die Werke des Fleisches โฆ die Frucht des Geistes โฆ Laster โ Ankรผndigung des Gerichts: โwerden das Reich Gottes nicht erben.โ Eph 5,3โ. 1937 OD: โDie Laster der bรถse Hintergrund, von dem die Gemeinde befreit ist.โ
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
vgl. vergleiche
112 Ex 20,13.
usw. und so weiter
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
113 Rรถm 1,28 โNestleโ Lutherโdt.: โwas โฆ taugtโ; vgl. Eph 5,4 (โziemenโ).
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
f folgende Seite bzw. folgender Vers
114 Siehe I Kor 5,10.
115 I Kor 5,11; das folgende โDrittensโ: 5,12 f.
116 I Kor 6,9 f.
117 Dt.: โlรคsternโ, โschmรคhenโ.
vgl. vergleiche
118 Phil 2,6.
vgl. vergleiche
Vgl. vergleiche
119 Vgl. mit Lk 18,14 (โDenn wer sich selbst erhรถht, der wird erniedrigt werdenโ) DBW 3 (SF), 63 (wir herrschen nicht, โweil wir unsere Herrschaft nicht von Gott her empfangen, sondern selbst an uns reiรenโ). Von Bโs Vorlesung โSchรถpfung und Fallโ im Jahre 1932 hatte Klapproth eine Nachschrift angefertigt, s. NL B 5,2, in der es an dieser Stelle heiรt: โMit der Technik herrscht nicht der Mensch รผber die Welt, sondern die Welt รผber ihn.โ
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
vgl. vergleiche
120 I Kor 6,9.
121 Vgl. A. F. C. Vilmar, Dogmatik I, 355: โAufnahme des dreifachen Reizes des Bรถsen nach der dreifachen Natur des Menschen 1) Fleisch โฆ (Sinnlichkeit), 2) Augen (Seele) โฆ 3) Hochmut (Geist)โ.
122 Dt.: โaufgelegtโ.
123 Vgl. I Tim 1,8 (ฯฯแฟฯฮฑฮน) โNestleโ Lutherโdt.: โso es jemand recht brauchtโ.
124 Vgl. II Tim 3,2โ5.
125 Mk 7,21 f.
126 Siehe DBW 4 (N), 280 Bโs Anm. 17).
127 JM: โEs gibt einen von Gott geordneten Umgang mit Tod und Geschlechtlichkeit.โ
128 JM: โGebiet des Reinen ist begrenzt durch das Gebet.โ
129 Jak 1,21.
130 JM: โ1. Kor 5,1: Gericht fรผr Unreinheit.โ
131 EK hat diese und die vorige Stellenangabe nachtrรคglich mit (Bleistiftโ)Fragezeichen versehen. Siehe Bโs Notizen II/22.2 S. 730: โHurerei unter dem Gericht Gottes โฆ [I Kor] 7,2 10,7โ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
132 Bei EK hebrรคisch geschrieben.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
f folgende Seite bzw. folgender Vers
f folgende Seite bzw. folgender Vers
133 โNestleโ Lutherโdt.: โEhebrecher und Ehebrecherinnenโ.
134 Bei EK hebrรคisch geschrieben.
Vgl. vergleiche
135 Siehe u. a. Hos 1,2 LB: โdas Land lรคuft vom HErrn der Hurerei nachโ.
136 Jud 4 โNestleโ Lutherโdt.: โDie sind Gottlose, ziehen die Gnade unseres Gottes auf Mutwillenโ.
137 Anders gemeint โ zustimmend in Form einer rhetorischen Frage โ DBW 4 (N), 39: โHat der katholische Katechismus nicht recht, wenn er hierin [a.a.O., 38: im โmutwilligen Sรผndigen auf Gnade hinโ] die Sรผnde wider den heiligen Geist erkennt?โ โ Bei JM gibt es Aufzeichnungen nur zum vorhergehenden, nicht mehr zum folgenden Teil der LasterkatalogeโBesprechung. Offenbar begann hier eine neue Vorlesungsstunde, an der Mickley nicht teilnahm.
138 Vgl. I Tim 1,9 f.
139 Vgl. DBW 3 (SF), 117 f.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
140 Vgl. in LB II Sam 19,36 (Nebenzรคhlung Vers 35), Barsillai zu David: โIch bin heute achtzig Jahre alt. Wie sollte ich kennen, was gut oder bรถse istโ; Hinweis hierauf in der von B fรผr โSchรถpfung und Fallโ โ s. DBW 3 (SF), 82 u. รถ. โ durchgearbeiteten Abhandlung von Hans Schmidt, Die Erzรคhlung von Paradies und Sรผndenfall, 27.
usw. und so weiter
141 Dt.: โwie Gottโ. 1937 OD: โSeinโwieโGott, das der Grund, aus dem das alles entspringt. Mensch zerrissen in sich. Adam will jetzt nicht mehr fรผr Eva da sein, sondern sie fรผr sich haben. Geschlechtlichkeit treibt wohl zueinander, aber wenn eins, entzweit sie auch.โ
142 Dt.: โErkennenโ (hebrรคischer Begriff).
143 Dt.: โleidenschaftliche Liebeโ.
Vgl. vergleiche
144 Vgl. Mt 19,1โ12; 5,27โ32.
145 Vgl. in Bโs Notizen II/22.2 S. 731: โEbenbildโ Gottes.
146 Ist Jak 4,4 statt Jak 1,27 gemeint? Statt Rรถm 6,9 vgl. eher 6,19.
147 Ex 20,17.
Vgl. vergleiche
vgl. vergleiche
148 Vgl. in Num 6,1โ21 (LB: โGesetz der Nasirรคerโ): Wenn ein Mensch ein โsonderlich Gelรผbde tutโ, โder soll sich Weins und starkes Getrรคnks enthaltenโ (Vers 2 f LB).
vgl. vergleiche
149 Vgl. Jer 35,6: Die Rechabiter โtrinken nicht Weinโ.
usw. und so weiter
Vgl. vergleiche
150 Von โJs 5 โฆโ an bei EK Randnotiz. Vgl. Jes 5,11: โWeh denen, die โฆ der Wein erhitztโ; Mk 14,25 im Anschluร an die Einsetzung des Abendmahls: โWahrlich, ich sage euch, daร ich [Jesus] hinfort nicht trinken werde vom Gewรคchs des Weinstocks โฆโ.
Vgl. vergleiche
151 Joh 2,3โ10.
152 Hierauf folgt bei EK auf Seite 19: โDas gute Werk. Die Rechtfertigung wird nach Paulus den Glaubenden zuteil; die Rettung im Gericht den Geheiligten. โฆโ; die Nachschrift EK 1936/37 endet auf Seite 21 f (zu Gal 5,19โ23): โโฆ bei den Lastern am Anfang die ฯฮฟฯฮฝฮตฮฏฮฑ, am Ende ฯฮธฯฮฝฮฟฯ; bei der Geistesfrucht umgekehrt: zuerst Liebe, am Ende แผฮณฮบฯฮฌฯฮตฮนฮฑ.โ Siehe II/15.6 S. 618 Anm. 103 zur Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936.
1 B hat im Rahmen der Seelsorgevorlesung auch รผber die Beerdigung (im dritten Kurs 1936, Sammelvikariat 1938/39), die Trauung und die Taufe (Sammelvikariat 1938/39) vorgetragen. Damit folgte er dem Beispiel von H. Asmussen, Die Seelsorge, Kapitel 4โ6. Auรerhalb der Seelsorgevorlesung und als โKasualienโ (Obertitel) zusammengefaรt sind die Taufe und die Beerdigung im vierten Kurs 1936/37 behandelt worden. Beide Abschnitte unterstreichen durch die รberschriften โTaufredenโ, โBeerdigungsredenโ den homiletischen Aspekt der jeweiligen Amtshandlung, was aber nicht als Einschrรคnkung miรverstanden werden darf. Neben und mit der Wortverkรผndigung werden Fragen der Gemeindeordnung und der Liturgie behandelt. Erich Klapproth notierte in seiner Mitschrift schon beim Obertitel โKasualienโ den Hinweis auf die von Otto Dietz 1928 herausgegebene โLutheragendeโ.
2 NL B 11,2 (Seite 38 f): stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37. Bei der Kompilation der Seelsorgevorlesung in GS V 414 โDie Taufeโ nicht berรผcksichtigt.
3 Richtig: Rรถm 14,7โ9.
4 Die Kandidaten im vierten Kurs Alfred Rendler, FriedrichโErnst Schrรถter, Gerhard Krause, Otto Berendts hatten vermutlich Entwรผrfe zu Taufansprachen vorzulegen.
5 Luthers โTaufbรผchleinโ von 1523 (WA 12, 42โ48) und dessen Neubearbeitung von 1526 (WA 19, 537โ541; s. auch BSLK 535โ541) werden auf dem Hintergrund der spรคtmittelalterlichen Taufformulare kommentiert von B. Jordahn in Leiturgia V, 355โ423. Die in der Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils erneuerte Ordnung der katholischen Kindertaufe bezieht durch Anrede und Homilie auch Eltern, Paten und Taufgemeinde in die Handlung ein; vgl. Kleines Rituale 24โ37.
6 Es folgt ein Gesprรคchsbeitrag des Kandidaten Gerhard Krause.
7 In seiner Habilitationsschrift bestimmt B actus directus und actus reflexus durch die Unterscheidung zwischen โdirektem Bewuรtseinโ und dem โBewuรtsein der Reflexionโ, vgl. DBW 2 (AS), 23. Beide Weisen des Bewuรtseins bezog der altprotestantische Dogmatiker David Hollaz I. auf den Glauben: Die Kinder haben nur den vom Heiligen Geist durch die Taufe entzรผndeten unmittelbaren und einfachen Glauben, nicht den reflektierten; vgl. das Zitat aus โHollaz: Examenโ DBW 2, 159. B hatte das Problem des Kinderglaubens zuvor schon in seiner Dissertation behandelt, s. DBW 1 (SC), 164 f.
8 In DBW 1 (SC), 164, konnte B auch umgekehrt sagen, in dem Kind glaube die ganze Gemeinde.
vgl. vergleiche
9 Eine โOrdnung des kirchlichen Lebensโ wurde in der Evangelischen Kirche der Altpreuรischen Union erstmals 1930 in Kraft gesetzt. Sie lรถste das โKirchengesetz betr. die Verletzung kirchlicher Pflichten in Bezug auf Taufe, Konfirmation und Trauungโ von 1880 ab (P. C. Bloth, TRE 17, 431).
10 Diese Voraussetzung geht รผber die Festlegungen der Lebensordnung 1930 hinaus.
11 Vgl. CA IX (BSLK 63 [161]): โDe baptismo docent, quod sit necessarius ad salutemโ; dt.: โVon der Tauf wird gelehret, daร sie notig sei, und daร dadurch Gnad angeboten werdeโ.
12 Vgl. DBW 4 (N), 39 (โGnade als Prinzipโ) u. รถ.
13 Mt 5,13.
14 Vgl. DBW 4 (N), 30 (โBillige Gnade โฆ ist Taufe ohne Gemeindezuchtโ).
15 Zu den vorstehenden Aussagen รผber Gemeindezucht und Taufverweigerung vgl. Bโs spรคteres Gutachten zur Tauffrage 1942 DBW 16 II/14 (bes. [GS III 452 f]: โeine rechte evangelische Taufzucht wird heute von der christlichen Gemeinde gefordertโ). Im Taufkapitel der โSeelsorgeโ von Asmussen ist Taufverweigerung bzw. Taufaufschub kein Thema.
16 Vgl. II/3.9 (Bโs Predigtentwurf zu Rรถm 6,1โ11). Daร mit der Taufe das natรผrliche Leben nicht eine Steigerung erfรคhrt, sondern ins Gericht gestellt wird, betont stark H. Asmussen, a. a. O., 84โ86. รhnlich auch im Entwurf einer Taufrede in NL B 15,4 (Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37).
17 Joh 3,6.
18 Vgl. Ps 51,7.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
19 Rรถm 12,2.
20 H. Asmussen, a. a. O., 80โ84, aktualisierte das biblische โFleisch und Geistโ fรผr die Tauflehre als โBlut und Geistโ.
21 Mit diesem Begriff ist in erster Linie die Taufe von Juden gemeint (Mickley 1936/37 NL B 15,4: โJudentaufeโ). Vgl. II/28 (NTโVorlesung 1937) S. 823 (Hinweis auf die โgetauften Judenโ). Zu Bโs Initiativen in der sog. Judenfrage, eingeschlossen sein Eintreten fรผr die vollen kirchlichen Rechte von Gemeindegliedern, die als Juden getauft wurden, vgl. Chr.โR. Mรผller, Dietrich Bonhoeffers Kampf (fรผr die Finkenwalder Zeit: 161โ179).
22 Vgl. Mk 10,28โ31.
23 U. L.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
24 B betonte in der soziologischen Betrachtung der Taufe DBW 1 (SC), 164 f, daร die Gemeinde ihre getauften Kinder โtrรคgtโ.
25 NL B 11,2 (Seite 40โ44): stenographische Mitschrift von Erich Klapproth 1936/37. Bei der Kompilation der Seelsorgevorlesung in GS V 406โ412 โDie Beerdigungโ nicht berรผcksichtigt.
f folgende Seite bzw. folgender Vers
f folgende Seite bzw. folgender Vers
26 Anfang von Luthers zweiter Strophe des Gesangs โMitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangenโ EG.BP 305, EKG 309.
vgl. vergleiche
27 Von Carl Stange vor allem: Die Unsterblichkeit der Seele; ferner: Zur Auslegung der Aussagen Luthers; Luther und das fรผnfte Laterankonzil; Das Ende aller Dinge. Von Paul Althaus: Die letzten Dinge (11922, 21924, 31926, 41933); Unsterblichkeit und ewiges Sterben bei Luther. Die Kontroverse der beiden Lutherinterpreten zog sich รผber Jahre hin. Sie betraf die Vereinbarkeit bzw. Unvereinbarkeit philosophischer und theologischer Denkansรคtze in der Unsterblichkeitsfrage.
28 D. h.: nicht der Geist.
29 Hier wird der โGeistโ (ฯฮฝฮตแฟฆฮผฮฑ) vor โSeeleโ und โLeibโ genannt.
Vgl. vergleiche
30 Vielleicht ist gemeint A. Schlatter, Das christliche Dogma. Dort wird die Gotteslehre von der Anthropologie her erreicht.
31 Richtig: โPsychologieโ. Auf Delitzschs โSystem der biblischen Psychologieโ von 1855 hatte B in seiner Habilitationsschrift zurรผckgegriffen, s. DBW 2 (AS), 158โ160. Die Trichotomie in I Thess 5,23 wird von Delitzsch, 341, mit Luther als der Natur zugehรถrig und also in Gรคnze als โFleischโ bzw. unter dem Anspruch und der Wirklichkeit des erneuernden โGeistesโ angesehen.
32 Erschienen 1936!
vgl. vergleiche
33 B bezieht sich auf den Anfang der Bestattungsformel (Agende fรผr die Evangelische Kirche der altpreuรischen Union, Entwurf, 313, im Anschluร an Agende 1895, die ihrerseits die Bestattungsformel des โBook of Common Prayerโ zum Vorbild hat): โNachdem es dem allmรคchtigen Gott gefallen hat, unsern Bruder (Schwester) aus diesem Leben abzurufen, befehlen wir seine (ihre) Seele der Gnade Gottes und legen seinen (ihren) Leib in Gottes Acker.โ
34 Im Sinne von: bestimmt zu erwarten.
vgl. vergleiche
35 Apk 9,6.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
36 Zum Nachtragen weiterer Stellen ist Platz gelassen.
37 Alles Bisherige zu โBeerdigungsredenโ, eine gedrรคngte Orientierung zur โmaterialenโ Homiletik der Bestattungspredigt, ist nur in der Mitschrift Erich Klapproths รผberliefert. Zu den folgenden bezifferten Absรคtzen aus dem dritten Kurs NL B 11,1: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936 (= WDZ; im vierten Kurs parallel NL B 11,3: Mitschrift von Johannes Mickley 1936/37 (= JM); aus dem Sammelvikariat NL B 11,5: Mitschrift von Hans Werner Jensen 1938/39 (= HWJ). Diese Zusammenfassung zur Bestattungshandlung โ die darin behandelten Aspekte der kirchlichen Bestattung sind Topoi der praktischโtheologischen Lehrbuchliteratur, vgl. G. Rietschel, Lehrbuch II, 306โ345; E. C. Achelis, Lehrbuch I, 520โ532; H. Asmussen, Die Seelsorge, 156โ183 โ hatte ihren ersten Platz in der 1936 erweiterten Seelsorgevorlesung. Sie wird dort (nach WDZ) eingeleitet durch eine knappe Besinnung, nach der beim Kasus Tod mit seiner โseelsorgerlich bestimmten Redeโ dem โDienst des Wortesโ der Primat vor dem โDienst der Sitteโ zukommt. โPfarrer nicht Mund irdischer Gemeinde.โ Das steht im Gegensatz zu F. Niebergall, Die Kasualrede, 141: โSinn der Begrรคbnisfeier ist: die kirchliche Gemeinde spricht durch ihren Mund, den Diener des Wortes, am Grabe aus, was ihr Bewuรtsein รผber Tod und Leben am Grabe eines ihrer Mitglieder aussagt.โ
38 1936 WDZ Verweis auch auf Jesu Begrรคbnis, 1938/39 HWJ auch auf Jesu leeres Grab, das B als Zeugnis der Identitรคt des mit Leib und Seele toten bzw. des mit Leib und Seele erweckten Menschen gilt.
39 Vgl. Apk 4,7 (โNestleโ Lutherโdt.: Lรถwe, Kalb, Adler).
40 1936 WDZ: โBetglocke in der Sterbestunde. Christ kann nicht allein sein; jeder Heilige und Christus selbst leiden und sterben mit. Wer stirbt, mit dem stirbt die ganze Gemeinde (Luther!).โ Vgl. DBW 1 (SC), 119 (โdaร Christus und die Gemeinde der Heiligen mit mir leidet und stirbtโ, und Zitat aus Luthers Sermon von dem hochwรผrdigen Sakrament des heiligen wahren Leichnams Christi und von den Bruderschaften von 1519 WA 2, 745).
41 WA 10/III, 409; 26, 508. An beiden Stellen spricht Luther von ein- oder zweimaligem Gebet.
42 1936 WDZ ausfรผhrlicher zur gottesdienstlichen Fรผrbitte fรผr einen Verstorbenen. Nach Hinweisen zur konfessionellen Differenz (Reformierte, Lutheraner, Katholiken): โEntscheidung ist gefallen; er steht vor dem Richterstuhl; trotzdem Gott anrufen. โ Keine Seelenmesse; sondern Fรผrbitte als ein mit ihm fertig werden; kein Gรถtzendienst und Totenkult. โ Im Totenreich keine Bekehrung mehr zu Gott; Entscheidungszeit abgelaufen. โ Fรผrbitte = Gott, kehre ihm sein Herz zu dir. โ Auf lange Zeit bitten um den Toten = ein nicht zur Ruhe kommen an der Barmherzigkeit Gottes; aber man soll seine Barmherzigkeit glauben; nicht das alles dauernd in Frage stellen. Gott hat sich dem Menschen bis zu seinem Tod die Grenze gesetzt. Deshalb Menschenentscheidung und Gottes Entscheidung durch Tod einander gleichgeordnet. Gottes Wille ist entschieden (Prรคdestination). โ Hรถllenfahrt = die bis zum Tod Jesu Verstorbenen; nicht Menschwerdung dadurch entwรผrdigen. โ Der eigene Glaube des Zurรผckgebliebenen soll gestรคrkt und gefestigt werden. Gott รผber alle Dinge lieben; nicht Totenkult; nicht ihn mehr lieben als Gott. โ Tod mahnt, fรผr die Lebenden zu beten und selbst im Glauben zu stehen.โ
43 1938/39 HWJ: โDas muร man hin und wieder der Gemeinde klarmachen. Ort grรถรter Geistlichkeit.โ
44 1936 WDZ: โGewisses Recht der konfessionellen Friedhรถfe. Schmรผcken dieses Gemeinderaumes; Leiber der Heiligen warten. Besonderes (geweihtes) Stรผck Erde, durch diese in sie hineingelegte Saat; um der Auferstehungshoffnung willen.โ
45 Folgt versehentlich: โdes natรผrlichenโ.
46 1936 WDZ zusรคtzlich zu dieser Deutung der Hausfeier noch: โHilfe fรผr Trennung vom Verstorbenen fรผrs Haus. Christus kommt als Gemeinde ins Haus; nachher kommt Haus wieder vor Christus.โ
47 Bibelstelle am Rand. Angefรผhrt auch bei E. C. Achelis, Lehrbuch III, 527.
48 1936 WDZ Fortsetzung: โAuferstehung nicht recht gepredigt von der Kirche; deshalb so viel Verbrennung.โ 1938/39 HWJ vorsichtiger zur Verbrennung: โKeine letzten dogmatischen Grรผnde dagegen.โ โRelatives Recht, zum Begrรคbnis anzuraten. Nicht Teilnahme an Verbrennung verweigern.โ
49 Vgl. H. Asmussen, a. a. O., 174.
50 JM: โFreut euch! Er ist beim Herrn! Trennung: kleine Zeit, kurzer Schlaf.โ
51 โVolkโ: u. L.
52 Lk 10,20; Phil 4,3; Apk 3,5.
53 1936 WDZ: โGanze Stรคdte stehen vor Gott im Gericht (Kapernaum) [vgl. Mt 11,23]. Erkennen gehรถrt zur Gemeinde. Hierarchie des Himmelreichs; ganze Herrlichkeit der neuen Welt. โ Menschen sind fรผreinander geschaffen; man wird sich also sehen und erkennen.โ
54 โmemento (mori)โ, dt.: โgedenke (des Sterbens)โ.
55 Vgl. H. Asmussen, a. a. O., 167.
56 Anders JM: โBei politischen Beerdigungen auf stรคdtischen Friedhรถfen sollte der Pfarrer zuerst die anderen reden lassen und dann am Ende reden.โ
57 Ein publizistischer Reflex auf das Ereignis in der Kรถlnischen Volkszeitung vom 27. 1. 1874, wo mit dem Datum des Vortages aus Hรถxter gemeldet wird: โDas Tagesgesprรคch bildet noch die Grabrede des hiesigen Superintendenten Beckhaus bei der Beerdigung des Dichters H. v. Fallersleben. โฆ Er ist ein positivโglรคubiger Christ und Geistlicher, dabei auch ein Charakter. So hat jene Grabrede unmรถglich Allen zusagen kรถnnen, wohl aber den Christglรคubigen. In unseren Augen ist das ein groรes Verdienst.โ
58 Vgl. H. Asmussen, a. a. O., 169; 166โ170 argumentiert Asmussen gegen die โwertende Leichenredeโ, fรผr den โberichtenden Nekrologโ und die โVerkรผndigung des Wortes Gottesโ.
59 Die Stichworte โsich verbittenโ und โDegenerationโ bei H. Asmussen, 174.
60 H. Asmussen, 176: Voraussetzen, was wir uns gern verbergen, โdaร es nรคmlich keinen Trost gibtโ. 1938/39 HWJ: โDer wirklich Betroffene will niemand, der ihn trรถstet. Er will und kann allein hรถren: es gibt keinen Trost als den einen, daร Christus auferstanden und Gott dein Gott ist. Anschein, als gรคbe es falschen Trost, vermeiden. Diese Lรผcke bleibt, und sie soll bleiben.โ
61 1936 WDZ: โIch kann nicht trรถsten. Aber Gott kanns. Ruhe nur in Gott; sonst Vergessen und Berauschen. Freude am Willen Gottes gewinnen; der bleibt in Ewigkeit. Tatsache, daร der andere da ist, kann groรer Trost sein. Gefรผhl vom Pfarrer, daร jedes Wort verfehlt ist. Es ist nichts mehr zu sagen; es ist gesprochen; nur noch das Wort kann gesagt werden.โ
vgl. vergleiche
62 Karl Hesselbacher, Autor u. a. von: Aus der Dorfkirche, 1909; Die Seelsorge auf dem Dorfe, 31920.
63 Definition des katholischen Kirchenrechts (nach LThK IX, 233): Sakramentalien sind โDinge oder Handlungen, die die Kirche in einer gewissen Nachahmung der Sakramente zu verwenden pflegt, um auf Grund ihres Gebetes vor allem geistliche Wirkungen zu erlangenโ.
64 Mithin ist er selbstverstรคndlich auch zum Segen berechtigt.
65 1936 WDZ erweitert: โMan muร daran teilnehmen. Pfarrer Eingangsgebet. Lieder usw. in Hinterpommern.โ
66 รblich gewesen bei Beerdigungen von Mitgliedern des Kriegervereins.
67 Dies ist eine Bemerkung am Rand.
68 1936 WDZ zusรคtzlich รผber Beerdigung, bei der es sich um einen โVerfolger der Kircheโ im Verhรคltnis zu โAngehรถrigen, die um ihn ringenโ handelt: โWahrheit bleibt und muร bei angenommener Beerdigung gesagt werden. Befehlung dieses Menschen der Gnade Gottes; ist hier nicht mรถglich. Kein Segen und Vaterunser.โ Anschlieรend: โBeerdigung mehr als Predigt an die Gemeinde; es ist ein letztes, das auch mit dem Toten zu tun hat.โ
1 B hat sich vor den Kandidaten auch abgesehen von der Seelsorgevorlesung zusammenhรคngend zur Beichte geรคuรert. Dokumentiert werden im folgenden zwei Einzeltexte aus der Finkenwalder รberlieferung.
2 NL A 42,1 (26): hektographierte Thesenreihe (wie NL B 11,7 b), 1 Seite; รผber dem Text hsl. (Archivnotiz) โ1936โ, unter dem Textende von Bโs Hand Hinweise auf Stellen in der Erlanger Ausgabe von Luthers Werken. Rรผckseite (quer beschrieben) linke Hรคlfte Entwurf eines Briefanfangs: โMy dear Lord Bishop [Bell], more than a year has passed since I have written to you last. In the meantime [gestr.: โwe have done our work without interruptionโ] much has happened that I should like to tell you. When you came to Berlin last time I unfortunately could not see [gestr.: โbecauseโ]โ (โHochverehrter Herr Bischof, mehr als ein Jahr ist seit meinem letzten Schreiben an Sie vergangen. Inzwischen [โhaben wir ohne Unterbrechung unsere Arbeit getanโ] ist vieles geschehen, was ich Ihnen gern berichten wรผrde. Als Sie letztes Mal nach Berlin kamen, konnte ich [Sie] leider nicht sehen [weil]โ. Vgl. I/25 (Brief Bโs an Bell 8. 9. 1935). Rรผckseite rechte Hรคlfte Notizen mit BSLKโStellenangaben zu Gesetz, vgl. II/26.2.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
f folgende Seite bzw. folgender Vers
3 BSLK 292,27โ29 (โAbsolutioโ), 705,47โ706,9 (โBuรeโ); grundsรคtzlich: M. Luther im โSermon von dem Sakrament der Buรeโ 1519 (WA 2, 715).
4 Die folgende Einteilung nach Luthers Groรem Katechismus BSLK 727โ729.
5 Vgl. II/12.2 (Seelsorgevorlesung Erweiterung 1936) S. 591.
6 Die folgenden Hinweise auf Lutherstellen nach der Erlanger Ausgabe hat B den Thesen hsl. in drei Zeilen untereinander hinzugefรผgt. Alle drei Stellenangaben auch in II/24.2 (Klapproths Mitschrift am 21. 12. 1936) S. 754 f.
7 Aus Bโs hsl. Abkรผrzung โd. B.โ erschlossen.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
8 NL B 20: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth, datiert โFinkenwalde 21. 12. 32โ (richtig: 1936). Beginn auf der Kladdenseite, auf welcher Klapproths Mitschrift des Konfirmandenunterrichtplans, s. II/27, endet. Unten auf der Seite Anmerkung zur รberschrift: โKatholiken: Beicht, Sรผnd; Luther: Beichte, Sรผnde. Bei der katholischen Bibelรผbersetzung lange Disputation รผber das โlutherische eโ.โ Bezugnahmen auf Luthers Groรen Katechismus, โEin kurze Vermahnung zu der Beichtโ, nach BSLK 725โ733, meist nur mit Seiten- und Zeilenangabe.
9 Gegen dieses Gebot der rรถmischen Kirchenlehre polemisiert Luther an vielen Stellen, z. B. in der Schrift โVon der Beichte, ob die der Papst Macht habe zu gebietenโ von 1521, in EA (Erlanger Ausgabe) 27, 357.
10 Vgl. BSLK 725,31โ726,19.
vgl. vergleiche
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
11 Zum folgenden vgl. Catechismus ex Decreto Consilii Tridentini, dort: De Poenitentiae Sacramento (212โ250); Katholischer Katechismus, 87โ94.
12 Hierzu Anmerkung unten auf der Seite: โVielleicht steht deshalb in alten Katechismen die Beichte vor dem Abendmahl.โ
13 Vgl. im โSermon von dem Sakrament der Buรeโ von 1519 WA 2, 720 f. Auch der Katholische Katechismus, 88, schlieรt die wiederholte Beichte von schon gรผltig gebeichteten Sรผnden eindeutig aus.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
14 Daร die Absolution nur bei rechter Beichtpraxis โteuerโ wird, las B auch bei W. Lรถhe, Drei Bรผcher, 179.
15 Mt 13,44โ46. Vgl. 4 (N), 30 f.
16 Steht wohl fรผr die Wiederholung: โunsere Erfahrungslosigkeit von der Realitรคtโ.
17 Offenbar Bezugnahme auf das Wort โtuenโ (โWas wรคre das, daร Du nur wolltest Genieร haben und nichts dazu tuen noch darauf wenden?โ).
Vgl. vergleiche
18 Offenbar Bezugnahme auf das Wort โnรถtigeโ (โรถffentliche, tรคgliche und nรถtige Beichteโ).
19 Anspielung auf Paul Humburgs Titel 1936 โDie ganz groรe Liebeโ.
20 Offenbar Bezugnahme auf BSLK 728,35 (โRat, Trost und Stรคrke zu holenโ).
21 Vgl. A. Schรถnherr, Lutherische Privatbeichte, 15โ24. Diese ganze Schrift ist dem in Finkenwalde empfangenen Impuls von Bโs Beichtlehre verpflichtet.
22 Vgl. W. Lรถhe, Drei Bรผcher, 176โ180; ders., Der evangelische Geistliche II, 263โ285.
23 Vielleicht Schreibfehler, statt: Institutionellen.
24 Siehe die (Berneuchener) โOrdnung der Beichteโ, IV.
25 In der 1921 durch Frank Buchman ins Leben gerufenen โOxfordgruppenbewegungโ geschah das Sรผndenbekenntnis in der Gruppe. B hat in der Seelsorgevorlesung 1938/39 โ NL B 11, 5 (Nachschrift von Hans Werner Jensen) Seite 1 โ diese freie Form der Beichte der kultischโamtlichen bei den Berneuchenern gegenรผbergestellt.
26 Vgl. II/12.1 (Seelsorgevorlesung) [7.] S. 586 Anm. 106 1936 WDZ.
27 Dt.: โHoffartโ; s. II/12.2 (Seelsorgevorlesung Ergรคnzung 1936) S. 591.
28 Vgl. Lk 9,61 f.
vgl. vergleiche
29 Der Roman โBauernpsalmโ von Felix Timmermans war 1936 in dt. รbersetzung erschienen; s. dort 42โ45.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
Vgl. vergleiche
30 Ein Sermon von dem Sakrament der Buรe (WA 2, 713โ723).
31 Richtig: โTesseradecas (consolatoria)โ, โVierzehn (Trostgrรผnde)โ. Anfang des Titels einer Trostschrift Luthers, die er 1520 unter Bezugnahme auf den Kult der โ14 Nothelferโ schrieb (WA 6, 104โ134).
32 Predigt Luthers aus der Fastenpostille 1525 zu Mt 8,23โ27 (WA 17 II, 104โ109): EA1 11, 70โ76. Auf Seite 71 handelt der zweite Abschnitt von der Gewiรheit des Glaubens, der auch im Sturm nicht widerlegt wรผrde: โDenn das ist des Glaubens hohe Kunst und Kraft, daร er siehet, das nicht gesehen wird, und siehet nicht, das doch gefรผhlet wird, ja, das drรผcket und dringet: gleichwie der Unglaube nur siehet, das er fรผhlet, und gar nicht hangen mag an dem, das er nicht fรผhlet.โ
33 Luthers Schrift โVon der Beichte, ob die der Papst Macht habe zu gebietenโ von 1521 (WA 8, 138โ185): EA1 27, 319โ379; 367 รผber Beichtscham und Kreuz: โDaร wir aber williglich und gerne beichten, sollen uns zwo Ursach reizen. Die erst, das heilige Kreuz, das ist die Schand und Schaam, daร der Mensch sich williglich entblรถรet fรผr einem andern Menschen, und sich selbs vorklagt und vorhohnet. Das ist ein kostlich Stuck von dem heiligen Kreuz.โ 368 f: โIch weiร auch nit, ob der einen rechten lebendigen Glauben habe, der nit so viel leiden, oder sich zu leiden begeben will, daร er fur einem Menschen zu Schanden werd, und ein solch klein Stuck von dem heiligen Kreuz nit tragen will; sintemal ein iglich Christen ein Kreuz tragen muร, soll er selig und sein Glaub bewรคhrt werden. So ist hie kein Leiden ein Kreuzleiden, denn allein die Schaam und Schand, daร er (wie Christus) mit den Sundern geachtet werdeโ, dazu Hinweis auf Jes 53,12.
34 Acht Sermone D. M. Luthers von ihm gepredigt zu Wittenberg in der Fasten, 1523 (Invocavitpredigten, WA 10 III, 1โ64): EA1 28, 202โ285. Vielleicht ist auf Seite 249 der Satz gemeint: โZum dritten ist eine Beicht, da einer dem andern beichtet, und nimmet ihn allein auf einen Ort, und erzรคhlt ihm, was sein Noth und Anliegen ist, auf daร er von ihm ein trรถstlich Wort hรถre, damit er sein Gewissen stille.โ Vgl. vor diesen drei EAโStellenangaben: โGewiรheit (persรถnliche Zusprache)โ; s. auch II/24.1 S. 750 Bโs hsl. Notiz am Ende der Thesenreihe.
35 Dt.: โKennzeichenโ der Kirche, zu denen Luther u. a. auch die Beichte zรคhlte (WA 50, 631 f [628โ644] und 51, 480 f [479โ485]: Schlรผsselgebrauch; vgl. BSLK 234,28โ235,6).
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
36 Der Taufstein der Oberen Pfarrkirche zu Bamberg, โwahrscheinlich eine Arbeit vom Ende des 14. Jahrhundertsโ (R. BaumgรคrtelโFleischmann, Bamberger Plastik, 177) ist mit Holzreliefs aus dem frรผhen 16. Jahrhundert umkleidet, auf denen die sieben Sakramente dargestellt sind (Besprechung der Holzreliefs und zwei Fotos โ Trauung, Firmung โ a. a. O.). Das Beichtrelief zeigt einen Geistlichen, der auf einem durch Podest erhรถhten Wangenstuhl sitzt und einem neben ihm knieenden Mann (keinem โTaufkindโ) zuhรถrt.
1 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 7 f (โBonhoefferโ). Dazu NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 1โ5 (= JM); auf Seite 1 ist mit Kugelschreiber, also erst in der Nachkriegszeit, zugesetzt: โ(Von Bonhoeffer im Seminar diktiert)โ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
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2 JM: โWort des Profeten ist eigentlich รผberholt. Wir wissen ja eigentlich schon alles. Fรผr uns schon alles erfรผllt, worauf Profet wartete. Wirklich alles erfรผllt? Friede schon da โ durch Christus? โChristus ist gekommenโ sagt die Kirche und mit ihm sein ganzes Reich, und der Friede.โ
3 Joh 4,22.
4 JM: โaus dem Stumpf Isais, dem geringen Hausโ.
5 Vgl. Rรถm 11,25โ27. JM: โHeil kommt von den Juden und den Juden gehรถrt das Heil.โ
6 JM: โStamm Isais, Judaโ.
7 JM: โโฆ Verheiรung daร der Geist Gottes auf ihm sein wird, der ihn zum Christus macht.โ
8 JM: โund Verstandโ.
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9 JM fรคhrt fort: โsondern nach gรถttlicher Gerechtigkeit. Wird dem Elenden und Armen sich zuwenden, ihm Recht schaffen, den Stolzen schlagen durch sein Wort. Durch sein Wort ergeht das Gericht. In der Gerechtigkeit Gottes hilft Christus dem Elenden zurecht zur Gerechtigkeit.โ
10 Zitiert ist aus โNun jauchzet, all ihr Frommenโ Strophe 5, EG.BP 3, EKG 7; vgl. EG.BP 4, EKG 8.
11 JM fรคhrt fort: โรผber dem des Herrn Geist istโ.
12 JM: โeuch [sc. โArme, Unterdrรผckteโ] zu rechtfertigen, dasโ.
13 JM: โIm Kreuz aber ist Friede gewiร.โ
14 JM fรคhrt fort: โhaben wir einenโ.
15 JM hier: โSadhu S. Singh. Gebet, Leopard. Andrewsโ. In der Finkenwalder Seminarbibliothek stand das Buch โZu des Meisters Fรผรen: Sadhu Sundar Singhs Botschaftโ aus Bโs Besitz; dort im Kapitel โVom Gebetโ 32 f: โEs bedeutet nicht viel, wenn einer wilde Tiere, Blitze, Licht, Wind und die andern Krรคfte der Natur zu bezรคhmen versteht โฆ Die Bezรคhmer der Naturkrรคfte haben ihren Machtbereich nur in der Luft und am Himmelsgewรถlbe. Aber die Gebetsmenschen siegen รผber den Satan, รผber sich selbst und รผber die Welt.โ Durch Charles Freer Andrews, einen englischer Quรคker, kam B in Kontakt zu Mahatma Gandhi, vgl. DB 470 und Brief Andrewsโ an B 29. 4. 1934 DBW 13, 130.
16 Vgl. Rรถm 8,19โ21.
17 JM: โDann wird Gott seine Schรถpfung neuschaffenโ.
usw. und so weiter
18 JM statt โusw.โ: โKampfโ.
19 JM: โIhn nennen wir den Herrn und Fรผrsten des Friedensreiches.โ
20 NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 5โ9 und 9 f. Neben der Stellenangabe Zusatz Mickleys mit Kugelschreiber: โ(von Bruder Bonhoeffer im Seminar diktiert)โ.
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21 Ende des Zweiten Artikels im Apostolischen Glaubensbekenntnis.
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22 B nennt in DBW 4 (N), 264: I Kor 7,7.33โ40.
23 Von der vorhergehenden Mitschrift (Seite 5โ9) ist durch einen Querstrich die mit diesem Wort beginnende Passage (Seite 9 f) abgesetzt; zu dieser NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 9 (= EK).
24 EK: โNicht Erweckungspredigt fรผr die Weltโ.
25 EK: โBei seiner Geburt reiรt der Himmel aufโ, s. Lk 2,13.
26 Mk 1,10.
27 Mt 8,26. EK: โer bedroht die Naturโ.
28 Mt 27,45.
29 Act 2,2.
30 EK: โSeine Stimme versteht sie, unsere nicht.โ
31 Vgl. DBW 3 (SF), 49 f (โZahlโ, โMathematikโ).
32 EK: โes kann ein Erdbeben sein, ein Regen usw.โ.
= Zeichen fรผr Gleichsetzung
33 EK: โแผก ฮณฮตฮฝฮตฮฌ: โbรถse, unglรคubige Menschenโ wird es geben bis ans Ende der Welt.โ Vgl. Mt 12,39; Lk 11,29. EK: โVers 32: Nach Vilmar wird geredet im ganzen Zusammenhang einmal vom Weltgericht, zweitens vom [Gericht] รผber Jerusalem. Beide fallen nur in unserem Verstand auseinander, sind im Grund dasselbe. Um diese Identitรคt festzustellen, wirft Jesus hier ein Wort aus dem zweiten Gericht in Sรคtze รผber das erste hinein.โ Vgl. A. F. C. Vilmar, Collegium Biblicum, Neues Testament I, 316โ328.
34 Vgl. Mk 13,24โ37.
35 EK mit ausdrรผcklicher Namensnennung: โBonhoeffer: Die Irrtumsmรถglichkeit Jesu wird hier deutlich.โ
36 EK: โMk 10,19 15,34โ. Siehe Mk 10,18; Mt 27,46 (Parallele zu Mk 15,34).
37 Dieses Zitat ist am Rand zugesetzt, โallesโ doppelt unterstrichen.
38 Stellenangabe am Rand.
39 EK: โGerhard: Nicht zu Gericht sitzen รผber das Wort, sondern uns als die Betroffenen verstehen. Was ist uns denn damit genommen (und nicht vielmehr geschenkt), daร es jenem Geschlecht nicht geschehen ist! Christus wird schon [zu] diesem Wort stehen, wenn es sein Wort ist; und es ist niedergeschrieben, als die NichtโErfรผllung schon deutlich war.โ Ein Diskussionsbeitrag von Gerhard Ebeling, mit dem Klapproth befreundet war.
40 Bei NL B 15,2 (Verfasser unbekannt, im Nachlaร mit Wolfgang Schraders masch. Transkriptionen von 1935 archiviert, aber Lk 21,25โ36 wurde nur 1936/37 in homiletischen รbungen behandelt): masch. Durchschlag, 2 Seiten. Dazu NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 9 f โBonhoefferโ (= EK); NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 11โ13 โBonhoeffer: Entwurfโ (= JM). Druck (nach der Mitschrift des unbekannten Verfassers und der von Mickley): GS IV 225โ227 und PAM II 172โ174.
41 EK: โtรคglich ging er an der Garage vorbeiโ. Vgl. K. Barth, Die protestantische Theologie im 19. Jahrhundert (zurรผckgehend auf Vorlesungen in Mรผnster und Bonn bis 1933), 592: โBlumhardt hat das Anbrechen einer der Wiederkunft Christi vorangehenden geschichtlichen Gnadenzeit fรผr unmittelbar bevorstehend gehalten, โฆ so sehr, daร nach glaubwรผrdiger รberlieferung in Boll jahraus jahrein eine Kutsche mit allem Zubehรถr bereitgehalten worden sein soll, um gegebenenfalls sofort die Reise ins heilige Land, dem wiederkommenden entgegen, anzutretenโ.
42 EK: โNicht einmal unser Tod ist gewiร; allein die Wiederkunft! Aber Blumhardtโs Vorstellung war zu klein.โ
43 JM: โnach dem zweiten Adamโ.
44 EK: โรผber sie geherrscht wie Adam es sollteโ, vgl. Gen 1,28.
45 JM: โDas [Meer] kennt ihn.โ
46 EK verweist auf Rรถm 8 (vgl. Vers 19โ22).
47 Zu โDurstโ vgl. DBW 3 (SF), 132 f.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
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48 In der Londoner Adventspredigt zu Lk 21,28 am 3. 12. 1933 DBW 13, 332 ging B auf ein schweres Grubenunglรผck ein, das sich kurz zuvor in Wales ereignet hatte. EK: โDer letzte Einsturz ist ihre Befreiung.โ
49 Lied von Chr. Weselovius aus Schemellis Gesangbuch, vertont von Johann Sebastian Bach (gedruckt 1736).
50 EK: โsondern die Erde, ihre Sรผnde, ihre Leidenโ.
51 Vgl. I Joh 2,16 f.
52 EK und JM: โWie Blumhardtโ.
53 Vgl. Mt 25,1โ13.
54 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 23 โBesprechungenโ. Davor, Seite 20 f, steht die Mitschrift des Entwurfs zu โJo 15,13 f + Rm 5,6โ8. 10 aโ, und auf Seite 22 hat Klapproth โPsalm 25,6โ10 (Gerhard [Ebeling])โ ausfรผhrlich und โAndere Entwรผrfe: Eph 6,14โ17 โฆ Js 2,2โ4โ kรผrzer mitgeschrieben. Demnach wich die Reihenfolge in dieser homiletischen รbung von der sonst eingehaltenen ab: Der Predigtentwurf (Bonhoeffers) erscheint am Anfang statt am Schluร. In der Rundbriefbeilage โ s. S. 768 f โ ist er wieder an den Schluร gerรผckt.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
55 Es folgt ein Absatz, in dem Texte angegeben und Teilnehmer des vierten Kurses genannt sind sowie: โMt 15,29โ32 a (Bonhoeffer) Js 66,8 (Bonhoeffer: Geburt aus dem Geist gegenรผber der Geburt aus dem Kampf) โฆ Mt 24,6 ff (Krieg als Zeichen des Vergehens dieser Welt, Krieg โ Verfรผhrung [von โKriegโ zeigt ein Pfeil auf โVerfรผhrungโ; Mt 24,6โ14]; 2. Kr 5,14โ16; 1. Jo 3,13โ18; Ofb 8,13 (freilich wegen seiner Kรผrze etwas sehr schwierig).โ
56 NL A 48,2 und 53,6: masch. Hektographie, Beilage zum 16. Finkenwalder Rundbrief 21. 1. 1937; Abdruck: GS IV 197โ201 und PAM II 132โ136. Dazu NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 23โ25 โWas am Heldengedenktag gesagt werden sollte (grundsรคtzliche Notizen): Bonhoefferโ (= EK) sowie Seite 20 f; NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 31โ34 โThesen zum Volkstrauertagโ (= JM). Am Volkstrauertag 1932 hatte B zu Mt 24,6โ14 gepredigt (DBW 11, 398โ408).
57 Randnotiz bei EK: โBeziehen auf die Gedenktafeln und Orden in der Kirche.โ Vgl. hierzu den โFall Dehnโ: Gรผnther Dehn gab 1928 in Magdeburg in einem Vortrag zu erwรคgen, ob die Errichtung von Gefallenendenkmรคlern in der Kirche und die รผbliche Parallelisierung des Todes fรผr das Vaterland mit einem christlichen Opfertod vertretbar sei.
58 EK: โDiese Predigt ist eine Art โKasualredeโ (schwieriger schon, ob Muttertag zu berรผcksichtigen; Predigt etwa รผber das Vierte Gebot).โ
59 EK: โUnd zweitens Antwort auf die Theodizeefrage, durch das Kreuz Christi.โ
60 Seit 1936 hieร der am Sonntag Reminiscere begangene Volkstrauertag offiziell โHeldengedenktagโ. Am 16. 3. 1935 war die allgemeine Wehrpflicht eingefรผhrt worden, am 1. 5. 1935 das neue Wehrgesetz in Kraft getreten. Vgl. DB 494.
61 Bei EK Einfรผgungszeichen an dieser Stelle, am Rand: โDas ist den Jรผngeren heute zu sagen.โ
62 JM: โDie die im Krieg waren bilden eine stumme Gemeinschaft mit denen, die sie fallen sahen. Von ihnen trennt uns ein Abstand.โ
63 Anmerkung bei EK: โGerade gegenรผber den Feigen, denen das Sterben so schwer fiel.โ
64 EK: โ(Das Maร von Solidaritรคt zum Ausdruck bringen, das besteht und bestehen kann, ohne daร wir uns der Welt gleichstellen). Wer รผber 1914โ18 spottet oder auch nur moralisiert oder hรถhnt, macht sich selbst unglaubwรผrdig; das Vergangene liegt in der Hand des Gerichtes Gottes.โ
65 JM: โPostkarte:โ und Zusatz รผber der Zeile: โIllustration: auf franzรถsischen Grรคberfeldernโ.
66 Eine Darstellung Christi mit der Dornenkrone aus Stacheldraht (in der graphischen Folge โEcce homoโ von George Grosz 1922) stieร in der kirchlichen รffentlichkeit auf empรถrte Ablehnung (โGotteslรคsterungโ).
67 EK: โWo ist er im Schรผtzengraben? Was will er da, was ist er da? Entscheidend ist, daร wir im Blick auf das Geschehen des Weltkrieges vor Christum gestellt und vor ihm in die Buรe getrieben werden.โ
68 EK: โNur dann ist ein Stรผck Geschichte fรผr uns gesegnet, wenn wir dadurch zur Buรe getrieben werden, ob wir von Trauer oder Stolz, zwei mรถglichen Weisen ganz profaner Gefรผhle kommen.โ
69 EK und JM verweisen auf Rรถm 2 (Vers 4). Randnotiz bei EK: โPassion Christi gegenรผber der โdeutschen Passionโ, trotz und durch: wie beim Kreuz.โ
70 รber die Gefรคhrdung und Zerstรถrung des Glaubens durch den Ersten Weltkrieg sprach B in seiner Predigt am 21. 2. 1932 DBW 11, 404 f.
71 Vgl. B in Fanรธ 28. 8. 1934 DBW 13, 298: โย โFriede auf Erdenโ, das ist โฆ ein mit der Erscheinung Christi selbst gegebenes Gebot.โ
72 EK (โ JM): โAlle Sรผnde, wahrhaftig damit auch die Sรผnde des Krieges.โ
73 EK: โDas die wesentliche Frage des Heldengedenktages!โ
74 EK: โ(vgl. Kirchenlieder, Neujahrslieder; das ChrysostomosโGebet)โ. Siehe unter anderen Kirchenliedern โVerleih uns Frieden gnรคdiglichโ EG.BP 298, EKG 139; โZeuch ein zu deinen Torenโ EG.BP 79,6โ8, EKG 105,8โ10. JM (als Zusatz): โZ. B. Nun laรt uns gehn und tretenโ, s. EG.BP 24, EKG 42 (Neujahrslied). ChrysostomosโGebet: โLasset uns in Frieden den Herrn anrufen um den Frieden der ganzen Welt โฆโ
75 EK: โโ in jedem Punkt, nicht nur im Kriegโ.
76 EK: โโฆ Fremdlinge sind auf dieser Erde und uns der Welt nie gleichstellen kรถnnenโ; vgl. Hebr 11,13 und Rรถm 12,2. DBW 4 (N), 267.
77 Ps 46,10.
78 EK: โmit Leib und Leben auf dem Weg unserer Fremdlingschaft und Nachfolgeโ.
79 Irrtum; bei EK: โMtโ.
ff folgende Seiten bzw. folgende Verse
80 Vgl. Mt 24,6โ14.
81 EK hat Seite 22 einen Entwurf โPsalm 25,6โ10 (Gerhard [Ebeling])โ mitgeschrieben.
82 Zu diesem Entwurf EK Seite 20 f โReminiscere โ Jo 15,13 f und Rm 5,6โ8.10 aโ (= EK); keine Aufzeichnung bei Mickley.
83 Bei EK am Rand: โChristi Sterben und der Gefallenen Sterben.โ
84 Hebr 12,2.
85 Bei EK am Rand: โDer Gefallenen Sterben und unser Leben.โ
86 Diese รbersetzung (von Rรถm 5,7) weicht ab von โNestleโ Lutherโdt. (โNun stirbt kaum jemand um eines Gerechten willen; um des Guten willen dรผrfte vielleicht jemand sterbenโ).
87 Rรถm 2,14.
88 Zitiert bei EK: โDaran haben wir erkannt die Liebe, daร er sein Leben fรผr uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben fรผr die Brรผder lassenโ.
89 Schluร bei EK: โโฆ heute gewiร nicht in erster Linie indem wir fรผr sie sterben, sondern indem wir in unserem ganzen Leben nichts anderen tun als ihnen durch Bezeugung des Opfers Christi zu dienen.โ
90 NLB 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 35 f. Dazu NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 25 (= EK).
91 EK nach Ende der Mitschrift von Bโs โNotizenโ: โWie weit gibt es โDankbarkeitโ gegen Gott fรผr Ordnungen usw.? Nur soweit sie zugleich in die Buรe fรผhrt. Fรผrbitte fรผr die Freiheit des Volkes? Bitte um den Sieg im Krieg niemals; zugleich immer darum, daร dem Feinde Leiden erspart bleibe.โ
92 Vgl. RGG2 IV (1930), im Artikel โPredigt I. Geschichte der Predigtโ, 1426 f: โDie evangelische Kriegspredigt war in Deutschland nicht schlechter als in anderen Lรคndern.โ In der โenglischen Kriegspredigtโ gab es eine Richtung, in der Prediger โdie heilige Sache der eigenen Nation und die Verworfenheit der Gegner betonten und dazu Belege aus der heiligen Schrift herholtenโ.
93 NL B 15,7: Niederschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936 Seite 83 f โApoc. 22,1โ5โ.
94 Dieser Satz ist am Rand zugefรผgt. โ In den jetzt folgenden Absatz hat Zimmermann mit Einfรผgungszeichen und langem Pfeil umgestellt, was er weiter oben, ursprรผnglich als dritten Absatz, geschrieben hatte (โIn diesem Garten werden โฆ unsichtbar an unsโ).
95 I Kor 13,12.
96 Gestr.: โWahrheit undโ.
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
97 NL B 15,3: Niederschrift (โAufriรโ in Langschrift, ab โI. Der Text stellt vor uns hin โฆโ stenographisch) von Erich Klapproth 1936/37 Seite 10โ12 โOfb 22,1โ5โ.
c. circa, ungefรคhr
[ Hinzufรผgungen der Herausgeber
] Hinzufรผgungen der Herausgeber
98 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 12 f. Dazu aus dem dritten Kurs NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936 Seite 80โ82.
99 Dt.: โReich der Gnadeโ und โReich der Herrlichkeitโ.
100 Dt.: โHolzโ (โBaumโ).
101 1936 WDZ: โWie umgehen wir, daร Schilderung hiervon Schlaraffenland wird?โ
102 Dt.: โer zeigte mirโ.
103 1936 WDZ: โVers 3โ5 Johannes aus dem Gesicht herausfallend und schildernd; er sieht die Gemeinde und sagt, so wird[โ]s sein.โ Nach โโฆ Schlaraffenland wird?โ: โฮดฮฟฯ ฮปฮตฯฮตฮนฮฝ [โdienenโ]; Stuhl Gottes; Abhรคngigkeit von Gott.โ
104 1936 WDZ: โBlick auf das geschlachtete Lamm verbindet uns heute mit dem ewigen Bild. Willst du diesen triumphierenden Christus sehen, so muรt du diesen Gekreuzigten liebhaben. Das Lamm herrscht. Aber der Weg geht durch viel Trรผbsal. deo frui [โGott genieรenโ, d. h. die Wohltaten Gottes empfangen] nur durch Gehorsam dem Gekreuzigten Christus gegenรผber.โ
NS Nationalsozialismus, nationalsozialistisch
105 Dt.: โund vom Sohnโ. NicaenoโConstantinopolitanum, Artikel vom heiligen Geist: โDer vom Vater und dem Sohn ausgehetโ (BSLK 27, und Anm.: โIn karolingischer Zeit ist das filioque ins Symbol eingefรผgtโ); vgl. Apk 22,1: โder [Strom] ging aus von dem Stuhl Gottes und des Lammesโ.
106 Vgl. II/9.1 S. 467 Anm. 14 Bethge 6. 11. 1935 NL B 9,1 Seite 15: โfilioque (Karl der Groรe Beginn des Kampfes gegen die DC!!!!)โ. Im Dritten Reich betrachteten u. a. die Deutschen Christen Natur und Geschichte als theologische Erkenntnisquelle neben dem Offenbarungswort Gottes.
107 Lehre von der Vergรถttlichung.
108 Dt.: โdurch Christusโ.
109 Dt.: โHeilungโ. 1936 WDZ: โLeben dauernd aus Gott = Heilung (Jesu Heilung der Kranken = Wiederherstellung der Schรถpfung Gottes) der Seele und ganzer Existenz. Tod nicht mehr, weil Leben dauernd und รผberall da. Heilung: effektive Gerechtigkeitโ.
110 Vgl. Apk 22,3 (โVerbanntesโ).
111 Gen 4,15 b.
112 Vgl. Gen 3,7โ11.
113 1936 WDZ: โย โregierenโ; wie Adam im Paradies; nicht รผbereinander mehr? Die Herrschenden als die Dienenden. Engelmรคchte.โ Vgl. DBW 3 (SF), 61 f (Herrschaft des Menschen in der Gottebenbildlichkeit).
114 NL B 15,3: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth Seite 13 f โBonhoeffer (Entwurf fรผr einen Jugendgottesdienst)โ. Dazu NL B 15,4: Mitschrift von Johannes Mickley Seite 14โ16 โBonhoeffer-Predigt: รผber Apoc 22,1โ5 (Jugendpredigt)โ (= JM). Aus dem ersten Kurs NL B 10,7: Mitschrift von Eberhard Bethge am 19. 9. 1935 Seite R 26โ28 (= EB). Aus dem dritten Kurs NL B 15,5: masch. Transkription der stenographischen Mitschrift von Gerhard Riemer 1936 (= GR); NL B 15,7: Mitschrift von WolfโDieter Zimmermann 1936 Seite 85โ87 (= WDZ). Druck (nach den Mitschriften 1935 Bethge, 1936 Riemer und 1936/37 Mickley): GS IV 220โ223 und PAM II 159โ163.
usw. und so weiter
115 1936 GR: โvon einem Land wissen von kristallenen Strรถmen und herrlichen Bรคumenโ.
116 1935 EB: โUnd wenn wir soweit sind, dann sind wir mรผde und sehen den Wald garnicht mehr, nur noch die Stadt. Das ist Sterben. Sehen.โ
117 JM: โDarin baden, um alle Unreinheit loszuwerden.โ
118 1935 EB hier: โwo sich einmal das Leben der Menschen entschiedโ. Zu โLebensbaumโ vgl. DBW 3 (SF), 78 f.
119 Vgl. Gen 2,17 (und 3,3).
usw. und so weiter
120 1935 EB: โFluch Gottes ist gewichen.โ 1936 WDZ: โFluch des Ackers Adams gewichen.โ Vgl. DBW 3 (SF), 133โ135.
121 JM: โVorspielโ.
122 1935 EB: โLeben in fruchtbarster Fรผlle. Reinheitโ; JM (โ 1936 WDZ und GR): โLicht: Klarheit, Wahrheit, Offenbarsein.โ
123 1935 EB: โDa werden die Christen herrschen, die Gott liebhat.โ JM: โRegieren: recht haben.โ
124 1936 GR: โzwischen uns und dem gelobten Land steht erโ; JM (โ 1936 WDZ): โEr will Mittler, Weg zum gelobten Land und Reich sein.โ
125 1936 GR: โLeiden, Trรผbsal, Gehorsam, Verzicht, Kreuz liegen zwischen uns und dem Ziel. Er ist das Lamm. Hier gekreuzigt. Dort regiert er auf dem Thron.โ
126 1936 GR: โNun sehen wir โฆ das Land des Lebens in Wahrheit und Klarheit, der geheiligten Menschen und Diener Gottes.โ
127 Inschrift auf dem Grabstein des Dichters Fritz Reuter. Bleistiftnotiz bei EK nach dem ReuterโZitat: โKritik von Gerhard Ebeling: es fehlt die Wiederkunft Christi.โ
1 Im 14. Finkenwalder Rundbrief 30. 11. 1936 NL A 48,2 (14.) teilte Eberhard Bethge mit: โIm Hause selbst sind wir neben der regelmรครigen Arbeit des Semesters durch die Vorbereitung einer groรen Adventsmusik und einer zweitรคgigen Disputation รผber das Thema โWie predigen wir das Gesetz?โ in der letzten Adventswoche vรถllig in Anspruch genommen. Die Disputation wird natรผrlich nur im Rahmen unseres Hauses vor sich gehen; Br. Ebeling Berlin leitet die Vorbereitungen.โ Die Frage der Gesetzespredigt โ sie stand im Zusammenhang mit der NTโVorlesung โKonkrete Ethik bei Paulusโ โ hielt wie kaum eine andere damals in Theologie und Kirche die Gemรผter in Spannung. In gleichem Maรe wie von B wird die Initiative zur Disputation von Kandidaten โ Gerhard Ebeling, Erich Klapproth, Gerhard Krause โ ausgegangen sein. Unter Ebelings Leitung arbeitete ein beauftragter Kreis von Brรผdern wochenlang in allen Freistunden die aktuelle Literatur zu diesem Fragenkomplex durch, um sie in der Disputation zur Sprache zu bringen. Die Aufzeichnungen von Johannes Mikley (NL B 13,1) nennen von Karl Barth โEvangelium und Gesetzโ, von Friedrich Gogarten โIst Volksgesetz Gottesgesetz?โ, von Heinrich Vogel โAcht Artikel evangelischer Lehreโ, von Hans Asmussen den 5. Artikel des โAltonaer Bekenntnissesโ und Passagen aus seinem GalaterbriefโKommentar. Mit dem Rundbrief ist archiviert eine Seite masch. Hektographie โDas Gesetz Gottesโ, I. Im Alten Testament, II. Im Neuen Testament (11 Punkte). Die Disputation fand vom 18. bis 20. 12. zweieinhalb Tage lang vom frรผhen Morgen bis zum spรคten Abend in der klassischen wissenschaftlichen Form von Thesen und Gegenthesen, Referat und Korreferat statt. In Ebelings umfangreichen Thesen fehlt in Zustimmung und Abweisung kaum ein Gesichtspunkt aus der damaligen theologischen Diskussion. Sein Kontrahent war Gerhard Krause; dessen Thesen sind nicht erhalten. Zur Disputation vgl. in Bโs Jahresbericht 21. 12. 1936 I/127 S. 261, und DB 640 f.
2 NL A 48,2 (14.): masch. Hektographie, 4 Seiten. Bei der Disputation im Dezember 1936 lagen die Thesen jedem Teilnehmer hektographiert vor. Gerhard Ebeling hat seine Genehmigung zum Abdruck der Thesen erteilt. Es sei ausdrรผcklich vermerkt, daร sie ein frรผhes Stadium seines Nachdenkens รผber das Verhรคltnis von Evangelium und Gesetz darstellen; vgl. spรคter die Dissertation โEvangelische Evangelienauslegungโ (1942), VII; Zur Lehre vom triplex usus legis (1950), 50โ68; Brief an Eberhard Bethge 30. 9. 1951, zitiert in DB 997; Die nichtreligiรถse Interpretation biblischer Begriffe (1956), 12โ73, bes. 57 ff mit Anm. 6โ9; Die Evidenz des Ethischen (1966), 1โ41. Im Einleitungsreferat 1936 (dem Hg. Otto Dudzus wurde Einblick in die Notizen dazu gewรคhrt) exemplifizierte Ebeling anhand der lutherischen Lehre vom triplex usus legis (โdreifacher [Ge-]Brauch des Gesetzesโ) beim primus usus โ dem ersten, โpolitischenโ Brauch โ die Dringlichkeit am Wort der Kirche zu den weltlichen Ordnungen bzw. Unordnungen, zu Faschismus und Kommunismus, zu geschehenen Wahlfรคlschungen und zur Judenpolitik des Staates; beim secundus usus (โelenchticusโ) โ dem zweiten, den Menschen seiner Sรผnde รผberfรผhrenden Brauch โ stellte er die Frage, ob dem modernen Menschen seine Sรผnde bewuรtgemacht werden kรถnne am Gesetz des Nationalsozialismus oder nicht vielmehr an der Verkรผndigung von Christus; beim tertius usus (โpaedagogicusโ) โ dem dritten, fรผr den Wiedergeborenen gรผltigen Brauch โ bedachte er die Entscheidung des Christen zu Krieg und Frieden, zum Dienst im รถffentlichen Amt und zur Gewissensfreiheit. Die konkreten Fragen mรผรten bei allem Nachdenken รผber das Gesetz im Auge behalten werden, sonst verfalle man in Spekulation; es gehe aber bei allem um die Bereitschaft zum Gehorsam.
3 Vgl. CA V, VII, XXIII (BSLK 58 f, 61, 87โ91).
4 Dt.: โZielโ; vgl. Rรถm 10,4 โNestleโ Lutherโdt.: โdes Gesetzes Endeโ.
5 D. h.: โLehre vom Heiligen Geistโ und โLehre von den letzten Dingenโ.
6 Dt.: โFรผlleโ oder โErfรผllungโ; vgl. Rรถm 13,10; Mt 5,17.
7 Vgl. Jes 2,3 f.
8 Vgl. II Kor 10,5; Kol 1,16; 2,15.
9 Dt.: โder verborgene Gottโ.
10 Dt.: โMiรbrauchโ.
11 Dt.: โWirkung(en) des Gesetzesโ, hier Plural, im folgenden Singular.
12 Dt.: โErfรผllung des Gesetzesโ.
13 NL A 48,2 (14.): in Eberhard Bethges Handschrift auf das freie Drittel der letzten (vierten) Seite der Hektographie der Thesen Ebelings geschrieben. DB 641: โBonhoeffer steuerte der Disputation eine Liste von Anfragen bei, die von dem hintergrรผndigen Fragesatz โIst das Gesetz Offenbarung und was heiรt das?โ bis zu dem vordergrรผndigeren, aber damals nur noch untergrรผndig gestellten reicht: โOb die Kirche einfach einzutreten hat fรผr das Humanum?โย โ B formulierte seine Gedanken zum Brauch des Gesetzes 1942/43 in dem Gutachten โDie Lehre vom primus usus legis nach den Bekenntnisschriften und ihre Kritikโ (DBW 16).
etc. et cetera (โund die รผbrigenโ), und so weiter
14 Gemeint ist: Zeremonial- und Judizialgesetz. Auf der Rรผckseite des Thesenblatts โBeichte und Abendmahlโ NL A 42,1 (26), s. II/24.1, stehen rechts von Bโs Hand Auszรผge aus dem BSLKโRegister zum Stichwort โGesetzโ: โNatรผrlich und offenbartes 160,7 891,50 Zeremonial 160,6 303,32 393,58 Typus Opfer Christi 355. 359,34 muรte aufhรถren nach dem Opfer Christi 355,23 358,30 Christen sind frei davon Gesetz und Evangelium verschiedene Gotteserkenntnis 959,22 Gesetz entspricht der Vernunft 192,38โ.
1 NL A 57,4: hsl., mit zahlreichen Streichungen und Korrekturen, an vielen Stellen Einfรผgungen und Verbesserungen, die erkennbar erst nach der ersten Niederschrift vorgenommen worden sind. Dazu NL B 17,2: Mitschrift von Eberhard Bethge (= EB); NL B 17,1: stenographische Mitschrift von Erich Klapproth (= EK); von der Schรถpfungslehre an, s. S. 802, aus dem Sammelvikariat NL B 12,6: masch. Nachschrift von Heinz Bluhm Januar bis Mรคrz 1938 (= HB). Der Text, von Bethge unter Herbeiziehung seiner Mitschrift erstmals 1960 in GS III 335โ367 ediert, wird hier auf der Grundlage des hsl. Konzepts wiedergegeben. Hervorgehoben werden Textteile, die B unterstrichen hat, zusรคtzlich diejenigen Leitfragen, bei denen er die Unterstreichung zugunsten einer anfรคnglichen Bezifferung noch unterlieร. Diese Bezifferung entfรคllt. Streichungen, Hinzufรผgungen und Verbesserungen im Ms werden in aufschluรreicheren Fรคllen angemerkt. Liednummern โ sie beziehen sich auf EG.BP โ und Bibelstellen stehen, abgesetzt durch โ[โ]โ โam Ende der betr. Absรคtze, auch wenn sie im Ms den Text am linken Rand begleiten. โ Im dritten Kurs 1936 hatte B eine wahrscheinlich nur knappe Vorlesung รผber den Konfirmandenunterricht gehalten (s. II/16), die mit Hinweisen zum Gesamtaufbau und zu den ersten beiden Konfirmandenstunden schloร. Als B fรผr die zu einer Freizeit nach Finkenwalde gerufenen Kandidaten des zweiten Kurses (1935/36) und zugleich fรผr die soeben eingetroffenen Neuen des vierten Kurses (Beginn 17. 10. 1936) den โKonfirmandenunterrichtsplanโ am 20. 10. 1936 vortrug, setzte er also dort ein, wo er im dritten Kurs aufgehรถrt hatte. Vgl. I/125 (Brief an Erwin Sutz 24. 10. 1936) S. 255 Bโs Bericht, er habe โunter genauem Studium des Katechismus von L. Christ [โIch bin der Herr dein Gottโ 2. Auflage] โฆ selbst einen Konfirmandenunterrichtsplan fรผr unsere Seminarbrรผder ausgearbeitetโ. Christs Bรผchlein besteht aus 47 Fragen und Antworten. Sofern B sich an sie anlehnt, erscheinen sie bei ihm mit nur geringfรผgigen Abweichungen in ihrer ursprรผnglichen Reihenfolge und erweisen sich damit als eine maรgebliche Vorlage. Aus Luthers Kleinem Katechismus (= KK [BSLK 501โ527]) รผbernahm B, vom Einleitungsteil abgesehen, das Prinzip der Hauptgliederung (Gehorsam, Glaube, Gebet, Sakramente). Mit dem Heidelberger Katechismus (= HK [BSRK 682โ719]) und mit der Arbeit von Lukas Christ verbinden seinen Text die detaillierten Katechismusfragen und die zu den meisten Fragen beigebrachten biblischen Belege. Beide Katechismen, ebenfalls Luthers Groรer Katechismus (= GK [BSLK 543โ733]), sind auch inhaltlich laufend zu vergleichen. โ Fรผr Bโs โKonfirmandenunterrichtsplanโ ist in der Bonhoefferliteratur die Bezeichnung โZweiter Katechismusversuchโ รผblich geworden. Sie ist zutreffend, sofern es sich wie bei โGlaubst du, so hast duโ (1931 DBW 11, 228โ237) um eine elementarisierende Zusammenschau christlicher Lehre angesichts gegenwรคrtiger Herausforderungen handelt. Zum theologischen Verhรคltnis beider Entwรผrfe s. DB 228โ232. Das Neue des zweiten Versuchs liegt in der Nรถtigung, fรผr konkrete Anfรคnger im Pfarramt theologische Lehre (hier nicht zuletzt in der Auswahl der Schriftstellen prรคsent) und praktische Anweisung (was soll bzw. kann im Konfirmandenunterricht bekennender Gemeinden Vorkommen, und in welcher Ausrichtung?) zu verbinden. Auch in dem von Hans Joachim Iwand geleiteten BKโPredigerseminar Bloestau (spรคter Jordan) ist ein โVorlรคufiger Plan eines Katechismusunterrichtsโ erarbeitet und 1937 versandt worden (Ms im IwandโArchiv E II/9). Katechismusfรถrmige Beitrรคge zu Lehre und Verkรผndigung verรถffentlichte Hans Asmussen (Christenlehre, 1934 u. รถ.; Kurze Auslegung der zehn Gebote, 1936, auch als Sonderdruck verbreitet).
2 Oberhalb der รberschrift Vermerk von Bethges Hand: โam 20. 10. 36 bei Freizeit des 2. Kurses Finkenwaldeโ. Links neben der รberschrift von Bโs Hand untereinander die Stichworte โZiel Text Lied Bildโ. EB (in der Mitschrift 1936) nach dem Notieren der รberschrift: โ(Gesangbuchverse fรผr jede Stunde suchen!) Kein Katechumenenunterricht [so hรคufig der Name des ersten Konfirmandenjahres]. Der mรผรte rein bibelkundlich sein: Geschichte der Bundesschlieรungen. Konfirmandenunterricht. Unter fast allen Fragen Bibelsprรผche zum Lernen. Unterweisung wesentlich Einweisung in die Heilige Schrift. Enthalten darin der Katechismus. (Aber nicht Ausgang.)โ
3 L. Christ, Ich bin, 3: โWarum kommst du in den Unterricht? Weil ich als getaufter Christ ein Glied der Kirche bin und wissen muร, was das bedeutet.โ
4 Zu dieser dreifachen Antwort vgl. S. 818 f die Schluรfrage.
5 Gestr.: โWie er dich erschaffen hat aus freiem Willen, so hat er dich auch in seine Gemeinde hineingestellt aus freiem Willen.โ
6 Dies ist ein spรคterer Randzusatz. โNGโ mag Kรผrzel sein fรผr: Neues Gesangbuch. In dem am 1. Advent 1931 hg. Evangelischen Gesangbuch fรผr Brandenburg und Pommern (EG.BP) ist Nr. 131 das Lied โIch bin getauft auf deinen Namenโ, EKG 152.
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7 Zum cyprianischen Hintergrund des Absatzes vgl. DBW 10, 492; dazu auch Luthers Auslegung des dritten Artikels im GK (BSLK 655): des Heiligen Geistes โsonderliche Gemeine in der Weltโ als โMutter, so ein iglichen Christen zeugt und trรคgt durch das Wort Gottesโ.
8 EB: โ(Der Taufvers!)โ.
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9 Richtig: 86,11.
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10 EB: โ(richtig auf die Verfolger weisen)โ.
11 Vgl. HK Frage 32 (BSRK 691): โWarumb wirst aber du ein Christ genent?โ
12 Eingefรผgt und wieder gestr.: โin der Welt alleinโ.
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13 Dt.: โHeiligeโ. In I Petr 1,16 ist Lev 19,2 zitiert. Vgl. DBW 4 (N), 270.
14 Ersetzt: โWodurch bereitest du in deinem Leben Christus allein die Ehre?โ EK hat (wie vor der Verรคnderung): โWodurch bereitest du โฆ Ehre?โ
15 EK: โ(Das ist der Aufriร des Katechismus!)โ โ vgl. Luthers KK.
16 Gestr.: โan mich und an die Gemeindeโ.
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17 Ersetzt: โmeinen Herrn (bezeugt?)โ. Vom Wort โHeilandโ sind nur die ersten drei Buchstaben geschrieben.
18 Ersetzung mit Bleistift von: โseinen Heilstaten anโ.
19 Ersetzt: โvon der Verheiรungโ.
20 Gestr.: โseines Sohnesโ.
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21 Am Rand mit Bleistift zugefรผgt und wieder gestr.: โWas heiรt Altes Testament? Es ist derโ (zu ergรคnzen vielleicht: Bund). Die Frage โย โAltesโ Testament?โ taucht auch auf in Bโs Notizen NL A 55,23 (5) (in DBW 14 nicht aufgenommen).
22 Gestr.: โfรผr die Theologenโ.
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23 EK: โ(Regelmรครiges Lesen der Schrift als Aufgabe von Stunde zu Stunde; zuerst Besprochenes nachlesen).โ
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24 BleistiftโErsetzung von: โvernommeneโ.
25 BleistiftโZusatz.
26 Hierauf folgte, mehrfach korrigiert und dann insgesamt gestrichen, unter der รberschrift โVom Gehorsamโ die erste Frage und Antwort des neuen Hauptteils. Die Frage lautete zunรคchst โWie kannst du Gott gehorsam sein?โ, ersetzt durch: โWie erkennst du den Willen Gottes?โ Die Antwort mit Bezug auf die letztere Formulierung zunรคchst โIch erkenne Gottes Willen aus dem Gesetz, in dem Gott seinen Willenโ, ersetzt durch: โGott hat uns sein Gesetz offenbart. Nur wenn Gott mir selbst seinen Willen sagt, kann ich ihn wissen.โ
27 Ersetzt: โseinen Willenโ.
28 EK: โ(Offenbarungsbegriff).โ
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29 Gestr.: โwerdenโ.
30 Ersetzt: โWillenโ.
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31 โDein Will gescheh, Herr Gott, zugleichโ aus: โVater unser im Himmelreichโ, EG.BP 159, EKG 241.
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32 Gestr.: โEs ist kein anderer Gott, Alles andere vergeht, Gott ist Leben [ersetzt: โbleibtโ], alles andere ist Trug, Gott ist Wahrheit, alles andere ist Sรผnde, Gott ist Gerechtigkeit. Er will allein dein Gott seinโ.
33 Am Rand gestr.: โJoh 3 โฆ nicht daร wir โฆ Laรt uns ihn lieben, denn Er hat. โฆ 3,19โ (richtig: I Joh 4,10.19).
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34 Zu diesem Vers (es war ein Lieblingsvers Bโs) hielt B am 3. 8. 1941, s. DBW 16, 644โ648, die Gedรคchtnispredigt fรผr den gefallenen Hans-Friedrich von Kleist-Retzow, der 1938 als Bโs Konfirmand diesen Spruch bekommen hatte.
35 Ab โer will nichts โฆโ im ganzen nochmals unterstrichen mit Bleistift.
36 Die Frage, mehrfach verรคndert, hieร zunรคchst: โWoran erkennst du, ob du Gott liebst?โ
37 Ersetzt: โich tueโ.
39 Gestr.: โWer Gott liebt, der liebt auch seinen Nรคchsten.โ
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40 Richtig: I Joh 4,11; 4,20 f.
41 Abweichend vom katechetischen Hauptstrom (Katholizismus, Luthertum) schรคrfte B den Kandidaten die in der reformierten Kirche รผbliche sog. biblische Zรคhlung der Gebote ein, derzufolge an zweiter Stelle das sonst entfallende Bilderverbot und an zehnter Stelle das Doppelverbot des โBegehrensโ steht. EB: โ(Die biblische Zรคhlung also lehren. Bedenken, daร das so verรคnderte Gebot die Gefahr der natรผrlichen Theologie in sich birgt.) (Zehn Gebote von Luther lassen โaus รgyptenlandโ weg, wollen also begreiflicher machen, auf breiterer Vernunft- und Naturbasis.) Zehn Gebote aus Schrift lesen.โ
42 Die folgende trinitarische Auslegung von Ex 20,2 f leitete schon im dritten Kurs 1936 Bโs Predigtentwurf zu diesen Versen ein, vgl. II/17.2 S. 632 (die immanente Trinitรคt, fรผr die โIch bin der Herr, dein Gottโ beansprucht wird, erhรคlt theologisch den Vortritt vor der รถkonomischen Trinitรคt).
43 Ersetzt: โunsre Ehreโ.
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44 L. Christ, Ich bin, 8: โWas fordert Gott im ersten Gebot von dir?โ Die gleiche Frage wird mit kleinen Variationen auch fรผr jedes weitere Gebot gestellt. Wรคhrend B fรผr die eigenen DekalogโFragen eine theologisch strengere Fassung wรคhlt, รผbernimmt er doch von Lukas Christ zahlreiche Bibelstellen.
45 Vgl. GK (BSLK 560): โDas ist, Du sollt mich alleine fur Deinen Gott halten. โฆ Worauf Du nu (sage ich) Dein Herz hรคngest und verlรคssest, das ist eigentlich Dein Gott.โ
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46 Dieser Satz ist unter dem am Rand stehenden Wort โEid!โ mit Bleistift zugesetzt. EB: โ(Meineid, keinen religiรถsen Eid)โ. Vgl. DBW 4 (N), 130โ133 (zu Mt 5,33โ37). Fรผr Bโs Stellung zum Eid vgl. auch J. Glenthรธj, Eideskrise; R. Mokrosch, Gewissensverstรคndnis, 79โ81.
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47 Nach diesem โf.โ im Ms keine weitere Buchstabenbezeichnung der Fragen zum Dekalog.
48 EB: โ(Hier nicht von der Obrigkeit die Rede!! gegen Luther [im] Groรen Katechismusโ). EK: โ(Nicht von allen Obrigkeiten hier reden! Vielleicht auch nicht von den geistlichen Vรคtern).โ Vgl. GK 4. Gebot (BSLK 598 โGehorsam weltlicher Oberkeitโ; 601 โgeistliche Vรคterโ).
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49 EB: โ(Geschichte der Durchbrechung: Lk 14,26, sehr vorsichtig, denn nicht Inhalt des Gebotes ist wichtig, sondern der Herr!)โ; EK: โ(Das Gebot weist nie auf seinen konkreten Inhalt hin, sondern auf seinen Herren!).โ
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50 Gestr.: โden Nรคchsten gegeben, daร wir ihn liebenโ.
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51 Gestr.: โ1 Mose 4,10 f.โ
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52 Keine Entsprechung bei Lukas Christ.
53 Ersetzt: โFrommenโ.
54 Ersetzt: โWas sagt Gott zum Kriege [ersetzt: โDarf ein Christ in den Kriegโ]?โ Die Frage, wie die folgende, mit Bleistift zugesetzte Antwort, steht am Rand. Keine Entsprechung bei Lukas Christ.
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55 Ersetzt: โDer Christ kann gerecht [dieses Wort ist ein Zusatz] an keinem unrechten Krieg teilhaben.โ
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56 Gestr.: โWir sollen erkennen [ersetzt: โEr ordnet und heiligt die Ehe, daร wir erkennenโ], daร auch dort wo Menschen einander ganz gehรถren, sie Gott gehorsam sein mรผssen.โ
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57 Gestr.: โwas ist, und Er hat unsโ.
58 EK (als Anmerkung unten auf der Seite): โGeschรผtzt ist damit das Eigentum des Nรคchsten, nicht meines!โ
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59 Ersetzt: โGeredeโ.
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60 Gestr.: โsondern auch die bรถse Begierde meines Herzens nach dem Unrecht. Er will auch รผber unser Inneres herrschen.โ
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61 Gestr.: โLuk 8,17โ.
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62 Ersetzt: โGott will allein Herr sein รผber uns in jedem Gebiet unseres Lebens [ersetzt: โund es gibt kein Gebiet unseres Handelns, in dem nicht Er sich als der Herr erzeigteโ]. Dazu setzt er uns mit seinen Geboten Grenzen, daร wir รผberall auf Ihn als den Herren unseres Lebens stoรenโ. EK hat: โdaร wir auf ihn als den Herrn unseres Lebens stoรenโ.
63 Vgl. E. Brunner, Das Gebot, 119.
64 Vgl. HK Frage 5 (BSRK 683 f): โKanstu diร alles vollkomlich halten?โ รhnlich Lukas Christ, Ich bin, 18: โKannst du dies alles halten?โ
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65 Frage und Antwort am Rande. Sie fehlen bei EB und EK.
66 Siehe Gen 3,5. Zum theologischen Hintergrund vgl. in Luthers Disputatio contra scholasticam theologiam These 17 (WA 1, 225): Der Mensch kรถnne natรผrlicherweise nicht wollen, daร Gott Gott sei; ja er wolle, daร er selber Gott sei und Gott nicht Gott sei. 1932/33 hat B Gen 3,4 f auf den religiรถs motivierten Ungehorsam hin ausgelegt, DBW 3 (SF), 103โ106.
67 EK: โ(Raub an der Ehre Gottes)โ.
68 Ersetzt: โGewaltโ.
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69 Ersetzt nicht gestr.: โFallโ.
70 Richtig: Rรถm 5,12.
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71 Ersetzt: โBesessenenโ; vgl. Mt 8,24โ33.
72 Gestr.: โund nicht den Gehorsam. Auch die besten Regungen meines Herzens [ersetzt: โEs ist nicht nur mein Kรถrper, sondern auch die besten Regungen meiner Seeleโ] sind Fleisch, wenn sie nicht Gott allein dienen wollen.โ
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73 Zusatz am Rand gestr.: โDie Sรผnde haรt Gott.โ
74 L. Christ, Ich bin, 20: โWas sagt Gott zu solchem Abfalle?โ
75 Dieser Satz, eine Einfรผgung, ersetzt einen an die Frage anschlieรenden gestr. Zusatz: โGott offenbart seinen Zorn. Erโ.
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76 Sรคmtliche Stellen von Lukas Christ รผbernommen.
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77 Ersetzt: โden Sรผnder strafenโ.
78 Ersetzt: โder Willeโ.
79 Dieser Absatz, eine Einfรผgung, ist durch eine Umstellungslinie vor die beiden vorhergehenden Absรคtze verwiesen.
80 Ersetzt: โdie heilige Schriftโ. EK hat โWas sagt Gott durch die heilige Schrift zu dir?โ mitgeschrieben und vor dieser Frage den Passus โStraft Gott allein die Menschen um der Sรผnde willen?โ (also Umstellung und Umformulierung nach dem Vortrag am 20. 10. 1936).
81 Dieser Absatz ist am oberen Blattrand hinzugefรผgt.
82 EB: โlesen Pharisรคer und Zรถllnerโ, s. Gleichnis Lk 18,9โ14. โGott, sei mir Sรผnder gnรคdigโ in Vers 13 ist ein Anklang an Ps 51,3. Bei EK: โ(Ps 51 Lk)โ.
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83 EB: โ(nicht etwa: Wer hilft da? Christus, dabei Abtrennung)โ. Am Rande: โTrinitรคtโ.
84 Vgl. HK Frage 25 (BSRK 689,2 f): โDieweil nur ein einig Gรถttlich wesen ist: warumb nennestu drey, den Vatter, Son vnd heiligen Geist?โ รhnlich L. Christ, Ich bin, 23.
c circa, ungefรคhr
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85 Dieser Satz, am Rand zugefรผgt, ersetzt: โSo ist er durch Jesus Christus unser Vater.โ
86 Vgl. in der zweiten Strophe von Luthers CredoโLied EG.BP 85, EKG 132: โgleicher Gott von Macht und Ehrenโ.
87 Symbolum NicaenoโConstantinopolitanum (BSLK 27): โDer mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und zugleich geehret wirdโ.
88 Ersetzt: โunserโ.
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89 Richtig: 6,3.
90 Vgl. HK Frage 21 (BSRK 687,28): โWas ist warer glaub?โ
91 L. Christ, Ich bin, 22: โWas lehrt dich unsere Kirche glauben?โ
92 Ersetzt: โSchรถpferโ.
93 Gestr.: โEs steht alles in seiner Vaterhand.โ Vgl dazu in der ersten Strophe von Luthers CredoโLied EG.BP 85, EKG 132: โes steht alles in seiner Machtโ.
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94 Das Wort ist doppelt unterstrichen.
95 Vgl. KK (BSLK 510,33 f): โIch glรคube, daร mich Gott geschaffen hat sampt allen Kreaturnโ.
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96 EB am Rande: โErhaltung:โ.
97 Hierdurch ist eine Vorform ohne โNotordnungโ und Noahโ โBundโ ersetzt: โHat Gott die gefallene Welt verlassen [ersetzt: โWas tut der Schรถpferโ]? Nein. Gott erhรคlt mich und alle Geschรถpfe auch in der sรผndigen Welt. Er weiร im voraus alles, was geschehen wird, und wirkt in allen Dingen, er setzt dem Bรถsen seine Grenzen, er lรครt den Seinen alles zum Besten dienen.โ
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98 1938 HB โ โKatechetik. Vorlesungsdiktat Lic. Bonhoeffers im Sammelvikariatskurs in Groรschlรถnwitz in den Monaten Januar bis Mรคrz 1938โ, Archivvermerk: โDr. Heinz Bluhm (?)โ โ setzt mit dieser Frage ein. Statt der Katechismusantwort folgt eine theologische Darlegung: โHier ist auf die Lehre von der providentia Dei [โVorsehung Gottesโ] zurรผckzugreifen mit der conservatio [โErhaltungโ der Welt], dem concursus [โMiteinandergehenโ, nรคmlich Gottes und der natรผrlichen Krรคfte bei allem, was geschieht] und der gubernatio [โRegierungโ der Welt]. โ 1. Zur conservatio = Welterhaltung: conservatio und creatio [โErschaffungโ] sind auseinanderzuhalten. Schรถpfung und Erhaltung sind zweierlei รคhnlich wie Rechtfertigung und Heiligung. Bei der creatio geht es darum, daร die Welt aus dem Nichts erschaffen ist. Die creatio continua [โfortdauernde Erschaffungโ] ist abzulehnen, weil bei dieser Lehre Schรถpfung und Erhaltung zusammengeworfen werden. โ 2. Zum concursus: Hier geht es um die causae secundae [โzweiteโ bzw. nachgeordnete und mittelbare โUrsachenโ], um die Mittel, mit denen die gรถttliche Vorsehung am Werke ist. Die Akkomodation Gottes kann unterschiedlich sein, mit den Starken stark und mit den Schwachen schwach. In diesem Zusammenhang ist die thomistische Gnadenlehre zu beachten. Es kann von einem concursus simultaneus [โgleichzeitigenโ, gleichsinnigen] und von einem concursus specialissimus [โhรถchst besonderenโ und auรerordentlichen โZusammengehenโ] gesprochen werden. โ 3. Bei der gubernatio bricht eine besondere Frage auf, das ist die nach dem Verhรคltnis: Gott und das Bรถse; die Frage: Wie akkomodiert sich Gott an das Bรถse? ist nicht ohne die conservatio und den concursus zu beantworten. Im Verhรคltnis zu dem Bรถsen seien 4 Lehrpunkte festgehalten: 1. die permissio [โZulassungโ; im Text steht irrtรผmlich: impeditio (โHinderungโ), s. die folgende Ziffer โ2.โ], wobei die Frage auftritt, ob es eine gubernatio passiva [โnichttรคtige Regierungโ] gibt; 2. die impeditio, Verhinderung des Bรถsen; 3. die directio [โLenkungโ]: Gen 50,20: โIhr gedachtetโs bรถse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machenโ; 4. die determinatio [โAbgrenzungโ], die Grenze des Bรถsen. Gott lรครt den Seinen alles zum Besten dienen.โ (Es folgen die ausgeschriebenen Bibeltexte Mt 10,30 f; Ps 139,1โ3; Gen 50,19; Rรถm 8,28.) Mit dieser Darlegung hat B sich 1938 angeschlossen an H. Schmid, Dogmatik, ยง 21 De providentia (117โ134). Vgl. auch im Hutterus Redivivus ยงยง 67 f.
99 Ersetzt: โSรผnde und Unrechtโ.
100 โallein umโ ersetzt: โauf die Zukunftโ.
101 Gestr.: โdaร wir zu ihm kommen kรถnnenโ.
102 EB: โJegliche Ordnung der Erhaltung ist um Christi willen. I Kor 8,6!!!โ EK: โ(Christus der Mittler der Schรถpfung und Erhaltung).โ
103 EB: โ(nicht Christus) (Antwort: Christus)โ.
104 Vgl. KK (BSLK 511): โIch glรคube, daร Jesus Christus โฆ sei mein HERRโ; HK Frage 1 (BSRK 682): โWas ist dein einiger trost in leben vnd in sterben? Antwort. Das ich mit Leib vnd Seel, beyde in leben vnd in sterben nicht mein, sonder meines getrewen Heilands Jesu Christi eigen binโ.
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105 Mit dem dreifachen โum meinetwillenโ wird eine Wendung aus dem NicaenoโConstantinopolitanum (BSLK 28) aufgenommen, die รผber das Apostolikum hinausgeht: โwelcher umb uns Menschen und umb unser Seligkeit willen vom Himmel kommen istโ.
106 Unterhalb des Absatzes links am Rand: โMenschwerdungโ. โ 1938 HB anstelle dieser Antwort: โDie Antwort gibt das Apostolicum und besonders die Erklรคrung Luthers zum 2. Artikel.โ
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107 Gestr.: โum mir zu helfenโ; ersetzt: โEr wollte mir nahe und mein Bruder seinโ [ersetzt: โDamit er mir nahe und mir gleich sei, damit er Mitleid haben kรถnnte und mir hรผlfeโ] und weitere Vorformen.
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108 EK: โIn dem Menschenvolk Israelโ.
109 1938 HB: โJesus ist Jude.โ
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110 Dieser Absatz, im Ms am Rande, ist erst nach dem folgenden niedergeschrieben worden.
111 Ersetzt: โWie kann Gott Mensch sein?โ So bei EB und EK; also Ersetzung spรคter.
112 Im Ms folgt, wahrscheinlich gestr.: โChr[istus]โ.
113 EB: โ(lernen!)โ.
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114 รhnlich HK Frage 33 (BSRK 691), wo auch beide Bibelstellen genannt werden (Rรถm 8,15โ17; Eph 1,5 f). Der Absatz ist am oberen Seitenrand hinzugefรผgt.
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115 โwie Gottโ ersetzt: โGรถtterโ.
116 Vgl. H. Schreiner, Das Kreuz Christi und die heldische Idee, 1934.
117 EB: โMk 15,34 Christus: Gott bei den Sรผndern, Verzweifelten โฆ Auf den verzweifelnden Christus kann ich meinen Glauben setzen, weil hier Gott istโ.
118 Ersetzt als Randzufรผgung mit Bleistift die von B eingeklammerte Erstfassung nach โIch weiรโ: โ(daร er mich kennt [ersetzt: โalle meine Not kenntโ]. Ich weiร, daร er mich sucht. Ich weiร, daร er mich liebt.)โ
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119 โIch armer โฆ istโ ersetzt mit Bleistift: โKein Mensch kann nach dem Sรผndenfall von selbst zu Gott kommen. Wer stolz glaubt, er kรถnnte Gott von selbst finden, der findet nurโ.
120 โGehirngespinstโ (so auch von EK mitgeschrieben) ersetzt: โGรถtzenโ.
121 L. Christ, Ich bin, 28 (รคhnlich HK Frage 34): โWarum nennst du Jesum Christum unsern Herrn?โ
122 Ersetzt: โSรผnde, Tod, Welt und Teufelโ.
123 Vgl. KK, Erklรคrung zum zweiten Artikel (BSLK 511); von dort angeregt auch die wieder gestr. BleistiftโErsetzung โsein Eigentum sei und ihmโ. EK hat: โdamit ich sein Eigentum sei und ihm dieneโ. Streichung von โihm ganz allein gehรถreโ im Ms versehentlich nicht rรผckgรคngig gemacht.
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124 EB: โ(Das alte israelitische Prophetentum, Priestertum, Kรถnigtum in Jesus [zu] Ende!)โ. 1938 HB: โ(munus triplex [โdreifaches Amtโ])โ. Vgl. dazu H. Schmid, Dogmatik, ยงยง 34โ37.
125 In einer gestr. Vorform stattโLehreโ: โProphetendienstโ. 1938 HB erweitert: โDies sei in einer Auswahl in 12 Punkten festgehalten.โ In Bโs Konzept ist die Numerierung ein BleistiftโNachtrag, durch den die ursprรผngliche Reihenfolge der Sรคtze verรคndert wird. Reihenfolge in der Erstfassung mit der spรคteren Bezifferung: 1., 2., 5., 6., 4., 3., 7., 8., 10., 11., 12. Satz 9 ist Hinzufรผgung. Reihenfolge bei EB und EK: 1., 2., 5., 6., 4., 3., 10., 11., 12., 7., 8. Zwischen den Positionen 5 und 6 ein weiterer Satz in Bโs Ms am oberen Rand, mit Bleistift gestr.: โJesus hat den Seinen die vollkommene Gottes- und Bruderliebe [ersetzt: โNรคchstenliebeโ] als die Erfรผllung des Gesetzes geboten.โ So bei EB, รคhnlich EK: โJesus hat die vollkommene Gottes- und Bruderliebe als das hรถchste Gebot gegeben.โ EK hatte nach der Frage โโฆ รผber die Lehre Jesu Christi โฆโ zunรคchst, mit Zwischenrรคumen, eine Vorschau notiert (โรber das Leben Jesuโ, โรber das Sterben Jesuโ, โรber das Kรถnigtum Jesuโ, โHimmelfahrt, Hรถllenfahrt, Wiederkunftโ, โWie wirst du dieses Glaubens an Gott den Vater und den Sohn gewiร?โ โDurch den Heiligen Geistโ).
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126 Richtig: Mt 22,1โ14.
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127 Versangabe u. L.; EK: โMt 5,3โ, Beginn der Seligpreisungen.
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128 Ersetzt: โGehorsamโ. EK hat โNachfolgeโ.
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129 Im Ms ist โinโ ersetzt durch ein zweites โseineโ. 1938 HB: โin die Nachfolge seines Kreuzes gerufenโ; Zitat Mt 16,24โ26.
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130 1938 HB: โMk 10,17โ31: Der reiche Jรผnglingโ.
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131 Wohl Vers 29 f.
132 Ersetzt mit Bleistift: โgelehrtโ. EB und EK: โbekanntโ.
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133 Ersetzt: โdie Stellung zu ihmโ.
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134 EB: โ(Seine Lehre: er selbst)โ. EK: โEr hat sich selbst verkรผndigt.โ
135 โBruderโ ersetzt: โGeselleโ. Verรคnderung zu โJesus hat den Zรถllnern und Sรผndern das Evangelium gepredigtโ rรผckgรคngig gemacht.
136 Richtig: Lk 19,10 (dem Vers entspricht Mt 18,11).
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137 Ersetzt (Verรคnderungen mit Bleistift): โden Fluch unserer Sรผnde auf sich genommenโ (dem รคhnlich EK: โโฆ unschuldig auf sich genommenโ). Vgl. HK Frage 37 (BSRK 692): โWas verstehestu durch das wรถrtlein gelitten? Antwort. Daร er an leib vnnd seel, die gantze zeit seines lebens auff erden, sonderlich aber am ende desselben, den zorn Gottes wider die sรผnde des gantzen menschlichen geschlechts getragen hatโ.
138 1938 HB Zusatz: โEs handelt sich hier um die wirkliche Gottverlassenheit am Kreuz, um die Verzweiflung an Gott, das darf nicht abgeschwรคcht werden. Luther zu seiner Frau: โMeinst du, daร es ein Geringes sei, daร Gott von Gott verlassen sei?โย โ (Laut Auskunft des WeimaranaโRegisters, Tรผbingen, weder in Luthers Briefen an Kรคthe noch in Tischreden nachweisbar.)
139 โGerechtenโ (so 1938 HB; im Ms u. L.) ersetzt: โK.โ (Bโs Kรผrzel fรผr: Kirche). Der Satz, am Rand zugefรผgt, fehlt bei EK.
140 Ersetzt (mit Bleistift) nicht gestr.: โKreuzestodโ (so bei EK).
141 Ersetzt: โTodesurteilโ.
142 Ersetzt: โFluch des Gesetzesโ.
143 Richtig: Vers 3.
144 Ersetzt: โhat gelitten,โ danach gestr.: โGott selbst ist gestorbenโ.
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145 Richtig: II Kor 5,20 f.
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146 Gestr.: โDas Kreuz ist der Sieg der Gerechtigkeit Gottesโ.
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147 Zunรคchst hatte B geschrieben: โAposto[likum]โ.
148 Ersetzt: โdaร die Geschichte Jesu keine Phantasie, sondernโ.
149 Hiernach folgt bei EK ein Zeichen (vielleicht โusw.โ) und: โรbergang zum 3. Artikel: Wie wirst du deines Glaubens an Gott โฆ gewiร?โ Siehe weiter unten.
150 Verknappung der Antwort auf Frage 45 des HK (BSRK 694).
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151 Vgl. HK Frage 49 (BSRK 695).
152 Vgl. HK Frage 50 (BSRK 695), deren Antwort B mit dem zweiten Satz neu akzentuiert.
153 Vgl. HK Frage 52 (BSRK 695 f).
154 Gestr.: โWer ist der heilige Geist? Er ist Gott selbst. Wie empfรคngst du den Heiligen Geist?โ 1938 HB ist letztere Frage erhalten geblieben und hat die Antwort bekommen: โDu empfรคngst ihn durch Gottes Wort und durch das Sakrament. Der Heilige Geist ist nicht Menschengeist, er ist nicht der Geist der Natur, sondern er ist Gottes Geist, Gott selbst.โ
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155 EB: โ(notae)โ; notae ecclesiae: โZeichen der Kircheโ.
156 Mit Bleistift verรคndert aus: โeiner Gemeindeโ.
157 Ersetzt: โlauterโ.
158 Vgl. CA VII (BSLK 61 [159 f]). Der Text geht mit den letzten Worten รผber diesen Artikel hinaus. 1938 HB erlรคutert: โBei der einen heiligen allgemeinen Kirche geht es um die congregatio sanctorum in qua [โGemeinschaft der Heiligen, in welcherโ]. In dem theologischen Gesprรคch mit Asmussen ist [richtig vielleicht: ist mit Asmussen] zu beachten, daร es in den Bekenntnisschriften nicht heiรt quae [โwelcheโ], sondern in qua.โ Gegen eine falsche, nรคmlich vorrangig statischโjuristische Inanspruchnahme der Bekenntnisaussage von den Kirchenmerkmalen Wort und Sakrament betonte H. Asmussen, Kirche Augsburgischer Konfession, 27โ32, den Geschehnischarakter von Predigt, Taufe und Abendmahl und also deren Bindung an das Ereignis konkreter Gemeindeversammlung. Die โumstrittenen Worte โbei welchenโ, โin quaโย โ behandelt E. Schlink, Theologie (1940), 272 f (269โ276).
159 Diese Frage und die beiden nรคchsten stehen 1938 HB erst hinter der Frage nach der โAllgemeinheitโ der Kirche (in Bโs Ms Umstellungsverweise mit Tinte, dazu spรคtere mit Bleistift). Die hier wiedergegebene aus dem Ms erschlossene Reihenfolge hat EK.
160 Frage und Antwort bei L. Christ, Ich bin, 36: โZu welcher Kirche gehรถrst du? Ich bin ein Glied der nach Gottes Wort reformierten Kirche, die mit den anderen Reformationskirchen allein Gottes Wort als Richtschnur gelten lรครt.โ Wรคhrend B auf Bibelstellen verzichtet, fรผhrt Christ Mt 4,4; 10,27; II Kor 5,18 b; 5,20; Rรถm 10,14.17; II Tim 2,2 und Kol 3,16 an.
161 Der Hinweis auf โBarmenโ (Barmer Theologische Erklรคrung von 1934) ist mit Bleistift hinzugefรผgt. Die vier folgenden Absรคtze stehen auf einem Zusatzblatt.
162 Zu diesem und dem folgenden Absatz vgl. die 3. und 4. These der Barmer Theologischen Erklรคrung, Bekenntnisse 1934, 94 f.
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163 Frage und Antwort bei L. Christ, Ich bin, 35: โWarum gibt es viele Kirchen? Da die von Gott gestiftete Kirche in dieser Welt ist, ist sie durch die menschliche Sรผnde zerrissen und zerspalten, so daร ich an die eine heilige allgemeine Kirche nur glauben kann.โ Es folgen Bibelstellen: I Kor 3,11; Joh 8,31 b; II Kor 13,5; I Joh 2,19; Kol 2,18 f; Hebr 10,23โ25. Warum an die Kirche geglaubt werden muร, beantwortet B erst mit der letzten seiner auf die Kirche bezรผglichen Fragen, ohne Bibelstellen.
164 EB und EK: โkรถnnen [โฆ] habenโ. 1938 HB: โsuchenโ.
165 EB: โmit der falschen Kirche nicht.โ โ Hiernach, unten auf dem Zusatzblatt: โI polit[icus] 2. el[enchticus] 3. paed[agogicus]โdid[acticus]โ โ dreifacher usus (โBrauchโ) des Gesetzes, vgl. II/26 (Disputation Dezember 1936 โWie predigt die Kirche das Gesetz?โ).
166 Dieser Absatz und die beiden folgenden sind (mit Bleistift) hinter das Zusatzblatt zu โBarmenโ verwiesen. โUnaโ (โdie eine [Kirche]โ), โSanctaโ (โdie heilige [Kirche]โ) und โCatholicaโ (โdie allgemeine [Kirche]โ) stehen am Rande. In diesen drei Absรคtzen hat B die Abkรผrzung โb.โ (fรผr: bekennende) dem Wort โKircheโ รผberall nachtrรคglich hinzugefรผgt. EB schreibt jeweils: โBKโ.
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167 โinnerlichen โฆ Wรผnscheโ ersetzt: โEinheit der รคuรeren Gebrรคucheโ. B hat โGebrรคucheโ mit Bleistift seinem Text wieder zugesetzt.
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168 Die Aussagen dieses Satzes entfaltet, aber in anderer Reihenfolge, DBW 1 (SC), 121โ128.
169 1938 HB: โbei Gottโ.
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170 Ersetzt: โEr hat ihr aber auch verheiรen, daร sie in dieser [Nachfolge] hundertfรคltig wiederempfinge was sie verlรครtโ.
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171 Richtig: I Kor 12,26.
172 Anklรคnge an die Lieder โKommt, Kinder, laรt uns gehenโ (von Gerhard Tersteegen) EG.BP 189, EKG 272, vgl. in der vierten Strophe: โwir brauchenโs nur zur Notโ, und โEs glรคnzet der Christen inwendiges Lebenโ (von Christian Friedrich Richter) EG.BP 176, EKG 265; s. DBW 4 (N), 267 f.
173 1938 HB: โGen 12,1 ist im Sinne der Fremdlingschaft der Gemeinde Jesu Christi auszulegen.โ
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174 Ersetzt: โder Christโ.
175 Ersetzt: โan der Welt teilnehmenโ.
176 EK: โ(Arbeit und tรคglich Brot korrespondieren einander nicht selbstverstรคndlich, sondern kraft der Gnade Gottes!)โ; vgl. DBW 4 (N), 172 zu Mt 6,26 (โauch nicht die Arbeit schafft das tรคgliche Brotโ).
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177 Ersetzt: โder Christโ.
178 Vgl. II/8.6 S. 461โ463 und DBW 4 (N), 266.
179 1938 HB Fortsetzung: โDer Gehorsam gegen die Obrigkeit ist in dem Gehorsam gegen [Jesus Christus] mit enthalten.โ In der Nachschrift irrtรผmlich ein zweites Mal: โgegen die Obrigkeitโ.
180 Ersetzung (mit Bleistift) von: โlohntโ. 1938 HB: โlohntโ.
181 Gestr.: โSie erwartet fรผr sich ein stilles und ruhiges Lebenโ.
182 โvon jedermannโ ist ein Zusatz (mit Bleistift), mitgeschrieben von EK. 1938 HB hat den Zusatz nicht.
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183 โglaubeโ ist doppelt unterstrichen. Vgl. L. Christ, Ich bin, 35 (s. zu S. 811 f Anm. 163).
184 Ersetzt: โIch sehe die sichtbare Kirche mit vielen Fehlern und Sรผnden behaftet.โ
185 Ersetzt: โWovon lebt die Kirche zu jeder Stunde?โ
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186 L. Christ, Ich bin, 39: โWelche Hoffnung gewinnst du als Glied der Kirche?โ Bei Christ handelt es sich um die letzte, bei B um die vorletzte Frage zum dritten Glaubensartikel.
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187 Richtig: Joh 5,28 f. 1938 HB fรผgt hier ein: โWas weiรt du von den letzten Dingen? Es wird ein Jรผngstes Gericht, eine ewige Strafe und eine ewige Herrlichkeit geben. Apk 7,12 ff[โ17].โ
188 Ersetzt die mehrfach korrigierte Frage: โWo findest du Heil im Leben und Sterben?โ
189 Gestr.: โWo wird dir dieses Heil zu teil? In der Taufe.โ
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190 Ersetzt: โWie suchst du Gott? Allein durch das Gebet.โ Vgl. im รผbrigen HK Frage 116 (BSRK 715).
191 Statt โโฆ danken โฆโ 1938 HB Zusatz: โDabei geht es zuerst um das Bittgebet. Dies ist das ursprรผngliche, gleichsam die zu Gott ausgestreckte Hand.โ
192 1938 HB Zusatz: โDer fรผrbittende Christus muร dem Kinde als Leitbild klar werden! Sonst sind Gott, der Mensch und das Gebet als Einheit bildmรครig schwer zu verstehen.โ
193 Vgl. HK Frage 118 (BSRK 716): โWas hat vns Gott befohlen von jm zu bitten? Antwort. Alle geistliche vnd leibliche notturfftโ.
194 Nachtrรคglich eingeklammert und gestr.: โ(Ich soll demรผtig vor Gott mein Elend erkennen)โ.
195 EB statt der Klammer: โ(Tischgebete โฆ)โ.
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196 EK: โPs 119,164โ.
197 Dieser Absatz ist mit Bleistift hinzugefรผgt, von EK fast wรถrtlich notiert (โโฆ schon erhรถrtโ). EB: โ(Darum er der Fรผrsprecher) (Erhรถrung weist aufs Kreuz)โ. Auรerdem fรผnf Ausrufungszeichen.
198 1938 HB: โDas rechte Beten wird uns im โVater unserโ gelehrt.โ Zusatz: โHier wird vorgeschlagen, das โVater unserโ nach der Auslegung in der โNachfolgeโ durchzumeditieren.โ Siehe DBW 4 (N), 160โ163.
199 Ersetzt: โKindโ. Zu โsein eigenโ vgl. KK (Erklรคrung zum zweiten Artikel, BSLK 511) und HK Frage 1 (BSRK 682).
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200 โPredigtโ sowie โund Beichteโ sind Zusรคtze. EK hat nur: โTaufe [ohne Fragen und Antworten]. Abendmahl.โ Danach als erste Frage: โWie bereite ich mich aufs heilige Abendmahl?โ Siehe weiter unten.
201 L. Christ, Ich bin, 40: โWas hilft dir zum Glauben? Die heilige Taufeโ. Lukas Christ hatte schon im Zusammenhang der Sรผndenlehre โWie wirst du dieser Hilfe [nรคmlich des Erbarmens Gottes] teilhaftigโ gefragt, aber dort, 22, โAllein durch den Glaubenโ geantwortet.
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202 Ersetzt: โWoher weiรt du das alles?โ
203 โdes Evangeliumsโ ist eingefรผgt.
204 Die definitorische Aussage in Anlehnung an Bullinger โ BSRK 171: Praedicatio verbi Dei est verbum Dei (โDie Predigt des Wortes Gottes ist das Wort Gottesโ) โ hat B zugunsten eines Ausdrucks handelnder Erwartung vermieden.
205 Ersetzt: โGottโ.
206 Ersetzt nicht gestr., aber von B eingeklammert: โ(dich der Predigt des Evangeliums ganz gewiร machen?)โ. L. Christ, Ich bin, 41: โWas stรคrkt dich im Glauben? Das heilige Abendmahlโ.
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207 1938 HB Zusatz: โHierzu ist der Groรe Katechismus Luthers heranzuziehen.โ Siehe BSLK 725โ733 โEin kurze Vermahnung zu der Beichtโ. Dort auch die Unterscheidung der Beichtarten.
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208 EK: โPs 51,12 ff[โ19]โ.
209 Gestr., aber (laut 1938 HB) in GroรโSchlรถnwitz vorgetragen: โWer kann die Beichte hรถren? Dem Pfarrer ist das Amt dazu aufgetragen. Aber jeder christliche Bruder kann die Beichte hรถren.โ
210 BleistiftโErsetzung oberhalb von nicht gestr.: โGesetzโ. Auch EK hat oberhalb von โGesetzโ โPflichtโ notiert.
211 Ersetzt: โBeichtgeheimnisโ.
212 Verbessert aus: โGnadengabeโ.
213 Zu dieser Wendung vgl. WA 19, 75 (Deutsche Messe, Vorrede). โ Unterhalb dieser Zeile ein Querstrich.
214 L. Christ, Ich bin, 44 (letzte Frage): โWarum wirst du konfirmiert?โ In der Antwort bei Christ kommt das von B im folgenden dreimal gewรคhlte Wort โbekennenโ รผberhaupt nicht vor: โAm Schlusse des Unterrichtes soll ich wissen, daร ich Gott gehรถre und daร mein Leben nur gesegnet sein kann, wenn ich mich als Glied der Kirche stets unter sein richtendes und rettendes Wort stelle.โ
215 1938 HB: โ(Ende des katechetischen Entwurfs fรผr Konfirmanden von Lic. Bonhoeffer)โ. Eberhard Bethge berichtete im 13. Finkenwalder Rundbrief 25. 10. 1936: โWir haben uns die Finger blutig geschrieben, um den Konfirmandenplan Br. Bonhoeffers nur einigermaรen mitzukriegen. Fertig sind wir nicht geworden, und eine Enttรคuschung muร ich Euch auch machen: Ich weiร noch nicht, wann der Plan rauskommen kann. Br. Bonhoeffer mรถchte ihn noch nicht so irgendwie niedergelegt wissen, aus begreiflichen Grรผnden. Der Plan enthรคlt den ganzen Inhalt in Form von Fragen und Antworten, mit Bibelstellen belegt. Wichtig an dem Plan war uns der Aufriร, der den ganzen Katechismus in seinen Hauptstรผcken enthรคlt, und die รbergรคnge von einem Locus zum andern. Es kommt fรผr alle, die sich daran รคrgern wollen, vor: Welches ist die rechte Kirche Christi, der du zugehรถrst? Antwort: Es ist die Bekennende Kirche Deutschlands. Wir waren alle sehr betrรผbt, daร wir die Sache nicht ganz hรถren konnten; es war zu wenig Zeit.โ
BONHOEFFER, D., Illegale Theologenausbildung: Finkenwalde 1935โ1937, XIV, Dietrich Bonhoeffer Werke, Gรผtersloher Verlagshaus, Gรผtersloh 2015Sonderausgabe, 602โ819.

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