{"id":1068,"date":"2024-04-12T11:29:15","date_gmt":"2024-04-12T09:29:15","guid":{"rendered":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/?p=1068"},"modified":"2024-04-12T11:29:15","modified_gmt":"2024-04-12T09:29:15","slug":"bonhoeffer-illegale-theologie-part-iii-lad-rosary","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/1068\/","title":{"rendered":"Bonhoeffer, Illegale Theologie, Part III. LAD Rosary"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Bonhoeffer.webp\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1064\" src=\"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Bonhoeffer.webp\" alt=\"Bonhoeffer\" width=\"318\" height=\"318\" srcset=\"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Bonhoeffer.webp 318w, http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Bonhoeffer-300x300.webp 300w, http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Bonhoeffer-100x100.webp 100w, http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/Bonhoeffer-150x150.webp 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>e) F\u00fcnfter Kurs. Fertigstellung der \u201eNachfolge\u201c, Verbot des Seminars und Ende des Bruderhauses<br \/>\n18. April\u201311. September 1937<\/p>\n<p>A. VORLESUNG<\/p>\n<p>28. VORLESUNG \u201eGEMEINDEAUFBAU UND GEMEINDEZUCHT IM NEUEN TESTAMENT\u201c.1 VORLESUNGSTEILE ZUM RAUM DER VERK\u00dcNDIGUNG UND ZUM RAUM DER \u00c4MTER (MITSCHRIFT)<\/p>\n<p>Der Raum der kirchlichen Verk\u00fcndigung und ihres Bekenntnisses2<\/p>\n<p>Der legitime Raum der christlichen Verk\u00fcndigung ist Synagoge. Mit einer Ausnahme3 predigt Paulus nur in Synagoge. Synagoge in Beziehung zum Tempel keine Kultst\u00e4tte (kein Opfer), sondern St\u00e4tte der Gesetzeslehre. NT legt Gewicht darauf, da\u00df Verk\u00fcndigung in der Synagoge geschieht. Raum der Verk\u00fcndigung nicht die Stra\u00dfe, sondern die Synagoge. Christliche Gemeinde will gerade auch in der Frage des \u00e4u\u00dferen Raumes der legitime Nachfolger des alttestamentlichen Volkes sein.4 Pfingsten wartet die Gemeinde im Tempel zu Jerusalem Acta 2,2 3,11 5,12 5,25 Synagoge 9,20 13,5.14 (am Sabbath) 13,42 14,1 17,1\u20132 \u03ba\u03b1\u03c4\u1f70 \u03c4\u1f78 \u03b5\u1f30\u03c9\u03b8\u03cc\u03c25 Paulus tut\u2019s also regelm\u00e4\u00dfig. 17,17.19 in Synagoge und auf dem Markt, eine der ganz seltenen Stellen. 17,19 auf Areopag gef\u00fchrt. 18,4\u20138 \u00dcbergang von Juden zu Heiden l\u00e4uft parallel mit Abschied von Synagoge und \u00dcbergang zu Haus des Krispus. 19,9 und 10. Nach Ablehnung in Synagoge in Privathaus des Tyrannus.6 \u201eRein gehe ich von nun an zu den Heiden\u201c.7 Solange wird Anspruch auf Synagoge erhoben, bis Widerstand unertr\u00e4glich. Von der Synagoge, deren legitime r\u00e4umliche Erben sie sein wollten, gehen sie erst in H\u00e4user der Christen. Einheit mit Israel wurde von Paulus auch im gemeinsamen Gottesdienst gesucht. Acta 13,14.15 20,7. Am Sabbath kommt Paulus. Christliche Gemeinde h\u00e4lt sich wohl auch an j\u00fcdische Form des Gottesdienstes.8<br \/>\nDer Verk\u00fcndiger, der Apostel tut seinen Dienst umsonst, nach dem Gebot Jesu.9 Matth. 10,8 1. Kor. 9,12.15 2. Thess. 3,8. \u201eUmsonst habt ihr\u2019s empfangen\u201c.10 Auf seiten der Gemeinde entspricht dem die selbstverst\u00e4ndliche Gastfreundschaft. \u201eArbeiter seines Lohnes wert\u201c11, bekommt aber keinen Lohn, sondern nur Nahrung f\u00fcr Tag.12 Paulus legt dem sehr gro\u00dfes Gewicht bei. \u00dcbt selbst Beruf aus. Zeichen der falschen Apostel (2. Kor. 11,7.13 ff Tit. 1,12 1. Petr 513), da\u00df sie ein Gesch\u00e4ft daraus machen. Paulus rechnet es sich zum Ruhm an, nur Philipperbrief anders.14 Paulus will die Reinheit der Verk\u00fcndigung und ihre Glaubw\u00fcrdigkeit nicht belasten. Glaubw\u00fcrdigkeit immer wieder in Frage gestellt durch Beruf, also monatliches Gehalt. Sagen immer wieder, keine innere N\u00f6tigung, sondern um des Geldes willen (cf. Kierkegaard).15<br \/>\nDer Gebrauch der Sakramente. Gibt Sakramente, weil Christus in seinem Leib gegenw\u00e4rtig ist. Weil Christi Leib sichtbar, deshalb Sakramente. Joh. 19: Wasser und Blut flie\u00dft aus seiner Seite.16 Seit altersher dieses bezogen auf Taufe und Abendmahl. Aus gekreuzigtem Leib flie\u00dfen Wasser und Blut. Beide Sakramente in besonderer Beziehung zum Tod Christi. Rm. 6, Kol. 3 Taufe in Tod Christi hinein 1. Kor. 11 \u201eSooft ihr esset, verk\u00fcndiget des Herrn Tod\u201c.17 Hineingetauft werden in Tod Christi bedeutet eingetaucht werden in Leib Christi. 1. Kor. 12,13 Eph. 4,5 1. Kor. 1,13 Gal. 3,27. 1 Kor. 12,13: Taufe kein opus operatum und v\u00f6llige passio unsererseits.18 Philem. (V. 15 biblischer Beweis f\u00fcr \u201eWiedersehen im Jenseits\u201c. Auch 1. Thess. 2,17) V. 16 \u1f10\u03bd \u03c3\u03b1\u03c1\u03ba\u03af und \u1f10\u03bd \u03ba\u03c5\u03c1\u03af\u1ff319 beides nebeneinander. Nicht m\u00f6glich zu sagen: \u201eIn Christus sind wir eins\u201c, \u201eaber im gew\u00f6hnlichen Leben sind wir noch getrennt.\u201c Wenn durch die Taufe ein Leib, dann auch die Beziehungen \u201eim Fleisch\u201c, in den \u00c4mtern u. s. w. entscheidend ge\u00e4ndert. Anspruch der Taufe auch auf das Fleisch. (Steglitzer Synode: Unser Verh\u00e4ltnis zu j\u00fcdischen Br\u00fcdern, zu getauften Juden.)20 Taufe konstituiert die Einheit des Leibes Christi, das Abendmahl konstituiert durch wiederholten Gebrauch die Gemeinschaft, die \u03ba\u03bf\u03b9\u03bd\u03c9\u03bd\u03af\u03b1.21 Mit dem empfangenen Leibe Christi wird die \u03ba\u03bf\u03b9\u03bd\u03c9\u03bd\u03af\u03b1 des Leibes Christi, also Gemeinschaft der Br\u00fcder empfangen (Sermon von 151922). Die durch Abendmahl konstituierte Gemeinschaft. Die engste Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen beim Abendmahl. Man geh\u00f6rt sich bedingungslos.23 In Taufe durch einen Geist zu einem Leib. Im Abendmahl durch einen Leib zu einem Geist. Gegen\u00fcber von Christus und Gemeinde hier am deutlichsten.24 Sakrament hei\u00dft sichtbar Teil bekommen am Leib Christi.<\/p>\n<p>Der Raum der \u00c4mter und der Charismata25<\/p>\n<p>\u201eLeib Christi\u201c schlie\u00dft in sich, da\u00df keine Scheidung von Wesen und Erscheinung der Kirche; etwa Predigt und Sakramente Wesen und \u00c4mter etc. Erscheinung. Das vom \u201eLeib Christi\u201c her unm\u00f6glich. Im \u201eLeib Christi\u201c herrscht das Gesetz des Dienstes, wie der Leib im Dienst gekreuzigt worden. Im Leib Christi bin ich nicht, um etwas f\u00fcr mich zu haben, sondern zu dienen. \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1 [das] entscheidende Wort. Von dem einen \u03b4\u03b9\u03ac\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03c2 \u201eChristus\u201c.26 Neben \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1 die \u03bf\u1f30\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03bc\u03af\u03b1 Eph.27 1. Kor. 4,1 Tit. 1,7. In beiden Begriffen Dienst, nicht irgendwelche Rechte ausgesprochen. Dadurch unterscheiden sie sich von \u201eAmt\u201c. \u201eAmt\u201c bald Titel und Ehrenbezeichnung. \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1 und \u03bf\u1f30\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03bc\u03af\u03b1 k\u00f6nnen niemals Titel und Ehrenbezeichnung sein. \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c2, \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03cd\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03c2,28 \u03b4\u03b9\u03ac\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03c2 nur Dienst- und keine Ehrenbezeichnungen. Diese \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1\u03b9 von Gott eingesetzt, oder von Christus und heiligem Geist. 1. Kor 12,28 von Gott; Eph 4,11 von Christus Acta 20,28 durch Heiligen Geist. Acta 6,5 13,2 durch Gemeinde unter Beistand des Geistes. Tit. 1,5. 1. Tim 5,22 f durch Apostel.29<br \/>\nDiese \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1\u03b9 treten immer da ein, wo Bed\u00fcrfnis vorhanden. In verschiedenen Gemeinden darum jeweils verschieden.<br \/>\nVersehung der \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1\u03b9 liegt nicht im Belieben der Einzelnen. Man kann sich nicht selber daf\u00fcr berufen, sondern der heilige Geist durch Charismen.<br \/>\nDas Charisma ist die durch heiligen Geist erm\u00f6glichte subjektive Voraussetzung f\u00fcr den objektiven Dienst an der Gemeinde.<br \/>\n1. Kor. 12,4 ff. Verh\u00e4ltnis von Charisma und Dienst, \u03c7\u03b1\u03c1\u03af\u03c3\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1 und \u03c0\u03bd\u03b5\u1fe6\u03bc\u03b130 zusammengeordnet, weil \u03c7\u03b1\u03c1\u03af\u03c3\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1 Gabe des einen Geistes.<br \/>\n\u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1\u03b9 und \u03ba\u03cd\u03c1\u03b9\u03bf\u03c231 hier zusammen, weil der \u03ba\u03cd\u03c1\u03b9\u03bf\u03c2 der erste \u03b4\u03b9\u03ac\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03c2.<br \/>\nV. 6. Was durch Amt und \u03c7\u03ac\u03c1\u03b9\u03c3\u03bc\u03b1 gewirkt wird in der Gemeinde, geschieht durch Gott.<br \/>\nV. 7. In dem allem geschieht eine \u03c6\u03b1\u03bd\u03ad\u03c1\u03c9\u03c3\u03b9\u03c232, Sichtbarwerdung des Geistes.<br \/>\nV. 8\u201310 die F\u00fclle der \u03c7\u03b1\u03c1\u03af\u03c3\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1. V. 11: Von dem einen Geist das alles.<br \/>\nV. 8 g\u00f6ttliche Weisheit, die Torheit des Kreuzes als Weisheit versteht. 1. Kor. 1,24 2,6 ff Kol 1,9 2,3 4,5 Ephes. 1,8 (Theologie des Kreuzes).<br \/>\n\u03bb\u03cc\u03b3\u03bf\u03c2 \u03b3\u03bd\u03ce\u03c3\u03b5\u03c9\u03c233 Verschieden beurteilt im NT die Gnosis. \u201eGnosis bl\u00e4ht auf\u201c.34 Aber auch ganz anders. Hier35 gegen\u00fcber \u03c3\u03bf\u03c6\u03af\u03b136 das formalere \u03c7\u03ac\u03c1\u03b9\u03c3\u03bc\u03b1.<br \/>\n\u03c0\u03af\u03c3\u03c4\u03b9\u03c237 ein \u03c7\u03ac\u03c1\u03b9\u03c3\u03bc\u03b1. Analogie 1. Kor. 13,2. Nicht voller Sinn des Heilsglauben[s], sondern besonders stark glauben, Glaube in besonderer Kraft. Luther: \u201eH\u00e4ngt nicht an der Kraft, sondern an der Gewi\u00dfheit unseres Glaubens.\u201c38<br \/>\n\u03c7\u03b1\u03c1\u03af\u03c3\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1 \u1f30\u03b1\u03bc\u03ac\u03c4\u03c9\u03bd39 Plural; einzelne Handlungen und Taten. Keine Kontinuierlichkeit, also keine immanente Gabe, Bef\u00e4higung. Jeweilige Eingriffe Gottes beschrieben. Von Mal zu Mal Gottes Wundertaten erfahren.<br \/>\n\u03c0\u03c1\u03bf\u03c6\u03b7\u03c4\u03b5\u03af\u03b140<br \/>\n\u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03c1\u03af\u03c3\u03b5\u03b9\u03c2 \u03c4\u1ff6\u03bd \u03c0\u03bd\u03b5\u03c5\u03bc\u03ac\u03c4\u03c9\u03bd.41 Das ist ein \u03c7\u03ac\u03c1\u03b9\u03c3\u03bc\u03b1, das uns heute wieder geschenkt ist.<\/p>\n<p>Die \u00c4mter:<\/p>\n<p>Reihenfolge: Apostel, Propheten, Lehrer. Was sind das f\u00fcr \u00c4mter nach dem Willen des dreieinigen Gottes.<br \/>\nF\u00fcr Apostelamt konstitutiv der pers\u00f6nliche Auftrag durch pers\u00f6nliche Berufung oder Erscheinung.42 Die J\u00fcnger, die im Erdenleben Auftrag bekommen haben, bekommen diesen Auftrag vom Auferstandenen best\u00e4tigt.43<br \/>\n2. Kor. 8,23 Titus und die Br\u00fcder hier auch \u1f00\u03c0\u03cc\u03c3\u03c4\u03bf\u03bb\u03bf\u03b944 genannt, Gesandte der Gemeinden, \u1f00\u03c0\u03cc\u03c3\u03c4\u03bf\u03bb\u03bf\u03b9 in ganz weitem Gebrauch. Rm 16,7 Andronikos und Junias \u1f00\u03c0\u03cc\u03c3\u03c4\u03bf\u03bb\u03bf\u03b9 genannt. Gal. 1,19. Herrenbruder Jakobus wird Apostel genannt. 1. Kor. 15,7 \u201enach den 500\u201c \u03c0\u1fb6\u03c3\u03b9\u03bd \u1f00\u03c0\u03bf\u03c3\u03c4\u03cc\u03bb\u03bf\u03b9\u03c2.45 Eine ganz gro\u00dfe Zahl Apostel demnach. Acta 14,4 und 14,14 auch Barnabas Apostel genannt. Acta 1,20 f das genannt, was zum Apostel geh\u00f6rt.46<br \/>\n1. Kor. 9,1 ff.; auch die Begr\u00fcndung genannt.47<br \/>\nAufgabe des Apostels ist Mission und Gemeindegr\u00fcndung. 1. Kor. 9,2 1. Thess. 2,7 2. Kor. 12,2 Gal 4,13 1. Kor. 4,14 ff Eph. 2,20 die Autorit\u00e4t ausgedr\u00fcckt.<br \/>\nActa 8 (im Zusammenhang mit Joh. 20)48 Kann allein der Geist von den Aposteln \u00fcbertragen werden?<br \/>\nLukas 10: Aus den 12 werden 70 Apostel. Auch von ihnen gilt: \u201eWer euch h\u00f6rt, h\u00f6rt mich; wer euch verachtet, der verachtet mich.\u201c49<br \/>\n1. Kor. 12,28 Mt 10,41 Eph. 2,20 3,5 4,11 (:) Hier \u00fcberall Apostel mit Propheten u. s. w. zusammen genannt. Was Amt der Propheten, unklar. Wahrscheinlich Vorhersagung. Agabus Acta 1150 Acta 13,1 Barnabas auch Prophet genannt. Rm 12,6 1. Thess. 5,20 1. Kor 14: In Urchristenheit \u00fcberall im Urchristentum vorhanden. Hat in den schon gegr\u00fcndeten Gemeinden ihre Aufgabe = Weissagung von Christus. Begriff \u03c0\u03c1\u03bf\u03c6\u1fc6\u03c4\u03b1\u03b951 aus der Apokalypse Ap. 22,9 18,20.<br \/>\n\u03b4\u03b9\u03b4\u03ac\u03c3\u03ba\u03b1\u03bb\u03bf\u03c252 1. Kor. 12,8 Rm. 12,753 1. Kor. 14,26 Acta 13,1 (hier Barnabas auch \u03b4\u03b9\u03b4\u03ac\u03c3\u03ba\u03b1\u03bb\u03bf\u03c2) Hebr. 13,7.17.24. Jak. 3,1. \u03b4\u03b9\u03b4\u03ac\u03c3\u03ba\u03b1\u03bb\u03bf\u03c2 \u00fcbt Amt der Unterweisung, neben der Prophetie; hier der kerygmatische Charakter, \u03b4\u03b9\u03b4\u03ac\u03c3\u03ba\u03b1\u03bb\u03bf\u03c2 im NT allerh\u00f6chste W\u00fcrde. Hebr. 13,7.17.24. Hier \u1f21\u03b3\u03bf\u03cd\u03bc\u03b5\u03bd\u03bf\u03c254 in derselben Bedeutung wie \u03b4\u03b9\u03b4\u03ac\u03c3\u03ba\u03b1\u03bb\u03bf\u03c2. Einsetzung, Wahl, freiwillige Meldung zu einem Amt alles noch durcheinander in der 1. Zeit.<br \/>\n\u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c2 ist zun\u00e4chst ein Glied des Presbyterialkollegiums. Bis Ignatius die Gemeinde presbyterial verfa\u00dft, mit der Ausnahme von Jerusalem. Dort monarchische Verfassung, Jakobus. Acta 20,28, die Presbyter gesetzt als \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03b9, \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03cd\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03c2 stellt W\u00fcrde des Amtes dar, \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c2 usw. als Dienst und Funktion. 1. Petr. 5,1\u20132 Phil. 1,1 \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03b955. Also kein monarchischer Episkopat. Neben \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c2 in Phil. 1,1 die \u03b4\u03b9\u03ac\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03b9. \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03cd\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03c2 wahrscheinlich beiden \u00fcbergeordnet. Das andere nur eine oder 2 Funktionen des \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03cd\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03c2\u2013Amtes. 1. Tim.56 die \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03b9 und \u03b4\u03b9\u03ac\u03ba\u03bf\u03bd\u03bf\u03b9 hintereinander genannt. Acta 20,28 mahnt der scheidende \u1f00\u03c0\u03cc\u03c3\u03c4\u03bf\u03bb\u03bf\u03c2 die \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03c5\u03c4\u03ad\u03c1\u03bf\u03c5\u03c2, in seiner Abwesenheit das Amt der \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03b9 zu versehen. 1. Tim. 5,17 Episkopat mit Lehramt verkn\u00fcpft. Ebenso 1. Tim. 357<br \/>\nDiakonat urspr\u00fcnglich neben (1. Tim., Phil. 1,1), sp\u00e4ter unter \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c2. Diakonat entsteht (Acta 6) aus der sozialen Not innerhalb der Gemeinde. Geh\u00f6rt mehr als Tischdienst dazu. Stephanus predigt. Auch weiblicher Diakonat. R\u00f6m 16,1 (Ph\u00f6be), ebenso 1. Tim. 3,11 (Luther falsch \u00fcbersetzt58). Diakonie und Episkopat also zun\u00e4chst nebeneinander, zusammen mit Lehr\u00e4mtern, haben wahrscheinlich das Presbyterium gebildet, im Anschlu\u00df an das A.\u00a0T. (Num.! 1159). Presbyter sollen \u00fcberall in Gemeinde eingesetzt werden. Tit. und Acta 14,23.<br \/>\nAufgabe der Presbyter, Acta 11,30. \u00c4lteste in Jerusalem bekommen und verwalten die Gelder; auch Acta 12,25. In Jerusalem die Apostel und \u00c4ltesten zusammen genannt. Acta 15,2.4.6.22.23. \u00c4lteste sind angesehen. W\u00fcrdentr\u00e4ger. M\u00f6glich, da\u00df Diakone (Acta 6) das erste Presbyterium, in das dann die anderen angesehenen \u00c4mter eingegliedert werden. Acta 20,1860. Jak 5,14 Seelsorgerliche Funktion der \u00c4ltesten. 1. Tim 5,17.19. Presbyter zum Teil haben Auftrag der Verk\u00fcndigung und der Lehre, aber nicht alle. Diese \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03cd\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03b9 k\u00f6nnten die sein, die sonst \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03b9 hei\u00dfen bei Paulus. Einige \u00c4mter, Lehre und Verk\u00fcndigung treten schon aus der Reihe der \u00c4mter im Presbyterium als hervorragend heraus. Monarchischer Episkopat auch angebahnt.<br \/>\n\u03c0\u03c1\u03bf\u03ca\u03c3\u03c4\u03ac\u03bc\u03b5\u03bd\u03bf\u03c261 Rm 12,8, 1. Thess. 5,12. Fraglich, wo sie unterzubringen sind. Gesamtbegriff \u03c0\u03c1\u03b5\u03c3\u03b2\u03cd\u03c4\u03b5\u03c1\u03bf\u03c2 oder f\u00fcr \u1f10\u03c0\u03af\u03c3\u03ba\u03bf\u03c0\u03bf\u03c2.<br \/>\nBesondere Stellung haben die Ersten, Erstbekehrten, Rm 16,1, Phoebe. Auch an anderen Stellen.<br \/>\nDienst der Frauen in Gemeinde. Rm 16,1 Phoebe. Weibliche Prophetie, Acta 21,9 (T\u00f6chter des Philippus). Auch Paulus rechnet damit, da\u00df Frauen Prophetie \u00fcben, 1. Kor. 11,3 ff. Sollen dabei verschleiert sein. Generell (1. Kor. 14,33) der Meinung, da\u00df Frau in der Gemeinde schweigen soll. Wenn Geist \u00fcber sie kommt, dann soll ihm allerdings nicht gewehrt werden.<br \/>\nDirektes Amt f\u00fcr Frau im NT die \u03c7\u03ae\u03c1\u03b1\u03b962. Beamtete Verk\u00fcndigung im NT geh\u00f6rt dem Mann.<br \/>\nIm NT gewisse Weisungen f\u00fcr Aufbau der Gemeinde. Ob heute verbindlich, h\u00e4ngt mit Auffassung der Schrift zusammen. Im NT Vielgestaltigkeit der \u00c4mter. Durch dreieinigen Gott gesetzt. Von innen her kann die Ordnung der Gemeinde variabel sein, je nach den Bed\u00fcrfnissen. Aber niemals von au\u00dfen eine Ordnung zu setzen.<br \/>\nRaum des Leibes Christi geht \u00fcber \u00c4mter, Verk\u00fcndigung hinaus und greift in das Leben jedes einzelnen Christen ein und beansprucht sein ganzes Handeln, Denken, im Beruf und so weiter, Leib Christi \u00fcber Verk\u00fcndigung und Sakramente, auch \u00fcber die Ordnung der Kirche hinaus das t\u00e4gliche Leben, christliche Lebensbeziehung untereinander.63<\/p>\n<p>B. VORTRAG<\/p>\n<p>29. VORTRAG UND DISKUSSIONEN \u00dcBER SCHL\u00dcSSELGEWALT UND GEMEINDEZUCHT1<\/p>\n<p>29.1. VORTRAG BONHOEFFERS \u00dcBER SCHL\u00dcSSELGEWALT UND GEMEINDEZUCHT IM NEUEN TESTAMENT2<\/p>\n<p>S\u00e4tze \u00fcber Schl\u00fcsselgewalt und Gemeindezucht im Neuen Testament<\/p>\n<p>1. Christus hat seiner Kirche Gewalt gegeben, auf Erden S\u00fcnden zu vergeben und zu behalten in g\u00f6ttlicher Vollmacht (Mt. 16,19; 18,18; Joh. 20,23). Ewiges Heil und ewige Verdammnis entscheidet sich an ihrem Wort. Wer unter dem Wort der Verk\u00fcndigung vom s\u00fcndigen Wege umkehrt, Bu\u00dfe tut, der empf\u00e4ngt die Vergebung. Wer bei seiner S\u00fcnde beharrt, empf\u00e4ngt Gericht. Die Kirche kann nicht den Bu\u00dffertigen von der S\u00fcnde l\u00f6sen ohne den Unbu\u00dffertigen bei der S\u00fcnde zu behaften und zu binden. Der L\u00f6seschl\u00fcssel selbst hat keinen ewigen Ernst, wenn nicht auch der Bindeschl\u00fcssel ewigen Ernst hat.3 Will die Kirche im Auftrag und in der Vollmacht Jesu Christi S\u00fcnden vergeben, so mu\u00df sie S\u00fcnde S\u00fcnde nennen, nicht nur, wenn sie vergibt, sondern auch, wo sie nicht vergeben kann. Will die Kirche allein den L\u00f6seschl\u00fcssel \u00fcben, dann kann sie mit ihrer S\u00fcndenvergebung keinen Glauben finden; denn das Wort von der S\u00fcndenvergebung ist dann ein allgemeiner Lehrsatz geworden, aber nicht mehr der lebendige, rettende Eingriff Gottes selbst. Will die Kirche allein den L\u00f6seschl\u00fcssel \u00fcben, dann raubt sie denen, die glauben, die Gewi\u00dfheit der Vergebung; denn was ist eine Vergebung, die nicht Rettung aus der Verdammnis ist?4 Will die Kirche allein den L\u00f6seschl\u00fcssel \u00fcben, so setzt sie sich mit dem Auftrag ihres Herrn in Widerspruch und geht damit des gesamten Auftrages und seiner Verhei\u00dfung verlustig. |<\/p>\n<p>2. Das Schl\u00fcsselamt der Kirche schlie\u00dft einen doppelten Gebrauch ein, die \u00f6ffentliche Predigt und die Privatbeichte mit Absolution bzw. Retention.5 Die \u00f6ffentliche Predigt \u00fcbt beide Schl\u00fcssel aus, indem sie denen die Vergebung zusagt, die Bu\u00dfe tun und glauben, denen aber, die nicht Bu\u00dfe tun, Gericht und Verdammnis. Vergebung kann daher niemals vollm\u00e4chtig gepredigt werden ohne konkrete Bu\u00df- und Gerichtspredigt.6 Dabei erweist sich der Bindeschl\u00fcssel als dem L\u00f6seschl\u00fcssel untergeordnet. Denn da\u00df das Wort die H\u00f6rer bei ihren S\u00fcnden behaftet und verurteilt, ist zugleich der Ruf zur Bu\u00dfe, das hei\u00dft zur Vergebung und zur Gemeinschaft. Dabei ist das Urteil des Bindeschl\u00fcssels g\u00f6ttliches Urteil und gilt in Ewigkeit, wenn der H\u00f6rer nicht Bu\u00dfe tut. Gebunden werden allein die, die das Wort h\u00f6ren, auf da\u00df sie durch das Wort Bu\u00dfe tun und gel\u00f6st werden m\u00f6chten. Die Privatbeichte (Jak. 5,16; Mt. 18,18) tritt zur \u00f6ffentlichen Predigt hinzu um der Gewi\u00dfheit der Absolution willen. Weil in der Predigt die Zusage der Vergebung an Bu\u00dfe und Glaube gekn\u00fcpft ist, kommt der Einzelne in Gefahr, an seiner Bu\u00dfe und seinem Glauben und damit an sich zu verzweifeln oder aber sich selbst zu vergeben. In der Privatbeichte wird ihm angeboten, seine S\u00fcnden pers\u00f6nlich vor Gott zu bekennen und bei Namen zu nennen, durch Gottes Wort strafen zu lassen und die pers\u00f6nliche Absolution durch den Bruder zu empfangen. Der Einzelne bedarf der Privatbeichte, um der Vergebung gewi\u00df zu werden. Die Kirche bedarf der Privatbeichte, um die Absolution dem Einzelnen vollm\u00e4chtig sagen zu k\u00f6nnen und um der Aufrichtigkeit der Bu\u00dfe gewi\u00df zu werden.7 \u201eDeswegen soll mit Ernst verboten sein, da\u00df die Pfarrherrn das Volk nicht bei Haufen insgemein absolvieren \u2026 so jemand die Absolution ins Ungewisse \u00fcber das Volk bei Haufen hinspricht, den soll der Superintendens, wenn er vermahnt ist und nicht abl\u00e4\u00dft, als einen untreuen Mietling | vom Predigtamt absetzen\u201c (Pommersche Kirchenordnung).8 Das Wort der Vergebung darf nicht verschleudert werden.<\/p>\n<p>3. \u201eIhr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben und eure Perlen sollt ihr nicht vor die S\u00e4ue werfen, auf da\u00df sie dieselben nicht zertreten und sich wenden und euch zerrei\u00dfen\u201c (Mt. 7,6).9 Die Zusage der Gnade darf nicht verschleudert werden, sie bedarf des Schutzes vor den Gottlosen. Es gibt solche, die des Heiligtums nicht wert sind. Die Verk\u00fcndigung der Gnade hat ihre Grenze.10 Wer die Gnade nicht erkennt, nicht unterscheidet und nicht begehrt, dem darf sie nicht verk\u00fcndigt werden. Nicht nur wird dadurch das Heiligtum selbst besudelt, nicht nur m\u00fcssen die, die sich vers\u00fcndigen, noch schuldig werden am Heiligsten, sondern der Mi\u00dfbrauch des Heiligen mu\u00df sich gegen die Gemeinde selbst wenden. Die Welt, der die Gnade als Schleuderware hingeworfen wird, wird ihrer \u00fcberdr\u00fcssig, zertritt nicht nur das Heilige, sondern zerrei\u00dft auch die, die es ihr aufdr\u00e4ngen.11 Um des Heiligen willen, um der S\u00fcnder willen und um der Gemeinde willen soll das Heilige gesch\u00fctzt werden vor billiger Preisgabe. Der Schutz des Evangeliums ist die Bu\u00dfpredigt, die S\u00fcnde S\u00fcnde nennt und den S\u00fcnder schuldig spricht. Der Schutz des L\u00f6seschl\u00fcssels ist der Bindeschl\u00fcssel. Nur im Schutz der Bu\u00dfpredigt gibt es Gnadenpredigt.<\/p>\n<p>4. Es ist ein Unterschied zwischen Missionspredigt und Gemeindepredigt. Im Neuen Testament ist er noch ganz deutlich. In beiden ist der Gebrauch des Schl\u00fcsselamtes da, aber in verschiedener Weise. Die Missionspredigt ruft zur Gemeinde. Wer Bu\u00dfe tut und glaubt, dem wird die T\u00fcr zur Gemeinde aufgetan durch die Taufe. Wer gebunden wird, dem wird die T\u00fcr verschlossen. \u00dcber diesen12 hat das Wort keine andere Gewalt als eben diese Versagung der Zulassung zur Taufe. Zur Taufe geh\u00f6rt das Bekenntnis der S\u00fcnden, die Absolution | und das Bekenntnis zu Jesus Christus. Die Wortverk\u00fcndigung in der Gemeinde der Getauften gebraucht die Schl\u00fcssel in der Weise der Gnadenverk\u00fcndigung an den Bu\u00dffertigen und der Gemeindezucht an den Unbu\u00dffertigen.13 Gnadenverk\u00fcndigung hei\u00dft vollen Teil haben an der Gemeinschaft des Leibes Christi. Gemeindezucht hei\u00dft der Weg, der zum teilweisen oder g\u00e4nzlichen Ausschlu\u00df aus dieser Gemeinschaft f\u00fchrt. Gemeindezucht ist also Aus\u00fcbung der Bindegewalt der Kirche an den Gliedern des Leibes Christi. Wie die Bu\u00dfpredigt der Schutz der Evangeliumsverk\u00fcndigung, so ist die Wortverk\u00fcndigung der Schutz der Taufe, so ist die Gemeindezucht der Schutz des Abendmahls.14<\/p>\n<p>5. Gemeinde ist nur da, wo Wort und Sakrament ist (C.A. VII). Leib Christi ist die Gemeinde erst durch Taufe und Abendmahl. Das Wort ist missionarisch, die Wortgemeinde erf\u00e4hrt keine Beschr\u00e4nkung, sofern nur beide Schl\u00fcssel gepredigt werden. Die Sakramentsgemeinde ist die durchs Wort gewonnene Gemeinde der Gl\u00e4ubigen. Zum Wort hat auch der Ungl\u00e4ubige Zutritt, zum Sakrament nicht.15<\/p>\n<p>6.16 Die Taufe ist die Eingliederung in den Leib Christi (Gal. 3,27 f.). Sie ist einmalig, nicht wiederholbar. Der Leib Christi ist die Gemeinde (1. Kor. 12 ff.; R\u00f6m 12 f.)17. Der Eintritt in die Gemeinde des Heils ist einmalig, nicht wiederholbar. Darum w\u00fcrde vollkommener Ausschlu\u00df aus der Gemeinde ewige Verdammnis bedeuten. Eben darum aber kann Gemeindezucht nicht Ausschlu\u00df aus der getauften Gemeinde, sondern immer nur Ausschlu\u00df aus der Gemeinschaft der Taufgemeinde sein.18 Voraussetzung der Taufe ist H\u00f6ren des Wortes, Bu\u00dfe und Glaube; das hei\u00dft f\u00fcr gemeindliche Praxis Unterweisung, Bekenntnis der S\u00fcnde, Absolution, Bekenntnis zu Jesus Christus (Act. 8,35; 2,38; R\u00f6m. 6,2 usw.). Kindertaufe ist darum \u2013 ob im Neuen Testament vorhanden oder nicht \u2013 niemals Taufe an Ungl\u00e4ubigen, was unm\u00f6glich ist, sondern Taufe von solchen, die in der Gemeinde zum Glau- | ben kommen sollen.19 Kindertaufe gibt es darum nur als besondere Gnadengabe Gottes in der Bekenntnisgemeinde. Sie kann niemals \u00fcber den Umfang der Bekenntnisgemeinde hinausgehen. Die Gemeinde ist vor dem Sakrament, vor dem Kind und vor sich selbst verantwortlich daf\u00fcr, da\u00df das Kind durch Unterweisung der Gemeinde zugef\u00fchrt wird (Patenamt).<\/p>\n<p>7. Das Abendmahl ist die wiederholte Speisung der bekennenden Gemeinde der Getauften mit dem wahrhaftigen Leib und Blut Christi. Die Gl\u00e4ubigen werden ihrer leiblichen Verbundenheit mit dem Herrn und untereinander gewi\u00df gemacht und empfangen Vergebung der S\u00fcnden durch Christi Leib. Das Abendmahl ist nicht missionarisch sondern Gemeindemahl im strengen Sinne. Es setzt dabei keinen engeren Kreis voraus als die Gemeinde der Getauften. Allerdings setzt der Empfang des Abendmahls eine Bedingung voraus: Wer zum Abendmahl kommt, mu\u00df unterscheiden k\u00f6nnen (\u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03c1\u03af\u03bd\u03b5\u03b9\u03bd: 1. Kor. 11,29) zwischen dem Leib Christi und irgendeinem anderen Mahl, das hei\u00dft er mu\u00df kommen, um wahrhaftig Leib und Blut Christi zu empfangen. Wer hier nicht \u201eunterscheidet\u201c, empf\u00e4ngt das Mahl in unw\u00fcrdiger Weise und i\u00dft sich das Gericht. Nicht seine falsche Einstellung sondern Leib und Blut Christi wirken in ihm durch Essen und Trinken das Gericht. Weil Leib und Blut im heiligen Abendmahl im Essen und Trinken bleiben was sie sind, ob sie w\u00fcrdig oder unw\u00fcrdig gegessen werden, mu\u00df die Gemeinde Sorge tragen, da\u00df sie nicht unw\u00fcrdig empfangen werden. W\u00fcrdiger Empfang aber setzt \u201eUnterscheidung\u201c der Gabe voraus, das hei\u00dft f\u00fcr die gemeindliche Praxis: Unterweisung \u00fcber das heilige Abendmahl (nicht nat\u00fcrliche Speise, nicht symbolisch, nicht Ged\u00e4chtnismahl, sondern wahrhaftiger Leib und Blut Christi zur Vergebung der S\u00fcnden und zur Gemeinschaft seines Leibes 1. Kor. 11,24; 10,16).<br \/>\nDaraus folgt das Glaubensverh\u00f6r: Pr\u00fcfung (\u03b4\u03bf\u03ba\u03b9\u03bc\u03b1\u03b6\u03ad\u03c4\u03c920!), | ob einer bereit ist, das Sakrament als das zu empfangen, was es ist, das hei\u00dft im Begehren nach der Vergebung der S\u00fcnden, ob er seiner S\u00fcnde absagt. Die Wahrhaftigkeit der Selbstpr\u00fcfung, von der die Schrift redet, kann dem Zweifel entnommen werden durch die Beichte vor dem Bruder. Wo die Gemeinde Zweifel an der Selbstpr\u00fcfung hat, kann sie auf der Pr\u00fcfung durch die Gemeinde bestehen (Anmeldung etc.).21 Um des Heiligtums des Leibes Christi willen, um der Menschen willen und um der Gemeinde willen mu\u00df die Gemeinde den vom Abendmahl ausschlie\u00dfen, der den Leib nicht unterscheidet. Es ist ein Unterschied zwischen dem, der sich am Wort vers\u00fcndigt und dem, der sich am Leib Christi vers\u00fcndigt. Der Ungetaufte, der das Wort nicht h\u00f6rt, bleibt au\u00dfer[halb] des Leibes Christi und steht noch unter dem Ruf zur Gemeinde; wer das Sakrament im Unglauben empf\u00e4ngt, der wird schuldig am Leibe Christi selbst; er hat keine Hilfe mehr, weil er die Hilfe mi\u00dfbraucht hat. Zwar kann sich die Gemeinde niemals vor den Heuchlern sch\u00fctzen, aber um den Menschen vor seiner eigenen Heuchelei zu sch\u00fctzen, sch\u00fctzt sie das Heiligtum durch die Zucht des Wortes und der Gemeinde.<\/p>\n<p>8. Gemeindezucht ist die notwendige sichtbare Folge der rechten Aus\u00fcbung des Schl\u00fcsselamtes innerhalb der Gemeinde. Die neutestamentliche Gemeinde kennt hier eine lange Stufenreihe der Zucht\u00fcbung.22 Der Ursprung aller Zucht\u00fcbung ist die Predigt des Wortes nach beiden Schl\u00fcsseln. Diese Verk\u00fcndigung ist aber nicht beschr\u00e4nkt auf die gottesdienstliche Versammlung. Vielmehr ist der Amtstr\u00e4ger, \u201eder im Hause Gottes wandelt\u201c (1. Tim. 3,15), nirgends von seinem Auftrag entbunden. \u201ePredige das Wort, halte an, die Zeit sei g\u00fcnstig oder ung\u00fcnstig, strafe, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre\u201c (2. Tim. 4,2). Der Amtstr\u00e4ger, der die Schl\u00fcsselgewalt \u00fcbt, soll als Seelsorger im t\u00e4glichen Umgang mit seiner Gemeinde die Zucht \u00fcben. Das geh\u00f6rt zu seinem Amt.23 Es ist der Beginn der Kirchenzucht. Dabei | ist deutlich, da\u00df die Gemeindezucht im Unterschied von der Schl\u00fcsselgewalt nur die S\u00fcnden strafen kann, die offenbar geworden sind. \u201eEtlicher Menschen S\u00fcnden sind offenbar, da\u00df man sie zuvor richten kann, bei etlichen aber werden sie hernach offenbar\u201c (1. Tim. 5,24). So ist die Gemeindezucht eine Verschonung vor der Strafe des letzten Gerichtes. Ist bereits auf dieser ersten Stufe eine L\u00fccke festzustellen, so kann das gesamte Verfahren der Gemeindezucht in Frage gestellt werden; denn wie soll das zweite \u2013 n\u00e4mlich die br\u00fcderliche Vermahnung der Gemeindeglieder untereinander \u2013 lebendig bleiben, wenn der Amtstr\u00e4ger sein Amt vernachl\u00e4ssigt? Die Schrift aber fordert \u201elehret und vermahnet euch untereinander\u201c (Kol. 3,16; 1. Thess. 5,11 u. 14). Allein so kann ja der S\u00fcnde und dem Abfall in der Gemeinde gewehrt werden. Zur Vermahnung geh\u00f6rt auch das Tr\u00f6sten der Kleinm\u00fctigen, Tragen der Schwachen, Geduld \u00fcben gegen jedermann (1. Thess. 5,14). Wo solche Auswirkung des Schl\u00fcsselamtes in der Gemeinde nicht mehr lebt, da wird auch schwerlich die dritte Stufe recht erreicht werden. F\u00e4llt n\u00e4mlich ein Bruder in offenbare S\u00fcnde des Wortes oder der Tat, so mu\u00df die Gemeinde die Kraft haben, das eigentliche Gemeindezuchtverfahren gegen ihn einzuleiten. Dieses besteht in drei St\u00fccken: Die Gemeinde mu\u00df die Kraft haben, sich von dem S\u00fcnder zu trennen. \u201eHabt nichts mit ihm zu schaffen\u201c (2. Thess. 3,14), \u201eWeichet von ihnen\u201c (R. 16,17). \u201eIhr sollt auch nicht mit ihm essen\u201c (Abendmahl?), (1. Kor. 5,11), \u201eMeide solche\u201c (2. Tim. 3,5; 1. Tim. 6,5). \u201eWir gebieten euch aber, liebe Br\u00fcder, in dem Namen unseres Herrn Jesu Christi (!), da\u00df ihr euch entziehet von jedem Bruder, der da unordentlich wandelt und nicht nach der Satzung, die ihr von uns empfangen habt\u201c (2. Thess. 3,6). Dieses Verhalten der Gemeinde ist dazu da, den S\u00fcnder \u201eschamrot\u201c werden zu lassen (2. Thess. 3,14), und ihn dadurch zur\u00fcckzugewinnen. Gewi\u00df schlie\u00dft | dieses Meiden des S\u00fcnders auch seinen zeitweiligen Ausschlu\u00df aus den Handlungen der Gemeinde in sich. Doch soll solches Meiden des offenbaren S\u00fcnders nicht schon die Aufhebung jeder Gemeinschaft sein. Vielmehr soll die Gemeinde, die sich vom S\u00fcnder trennt, diesem begegnen mit dem Wort der Vermahnung \u201eHaltet ihn nicht als einen Feind, sondern vermahnet ihn als einen Bruder\u201c (2. Thess. 3,15).<br \/>\nDer S\u00fcnder bleibt noch Bruder und erf\u00e4hrt eben darum Strafe und Vermahnung der Gemeinde. Es ist barmherzige Br\u00fcderlichkeit, die die Gemeinde Zucht \u00fcben l\u00e4\u00dft. Mit aller Sanftmut m\u00fcssen die Widerspenstigen gestraft, die B\u00f6sen getragen werden, \u201eob ihnen Gott nicht dermaleinst Bu\u00dfe g\u00e4be, die Wahrheit zu erkennen, da\u00df sie wieder n\u00fcchtern werden und der Schlinge des Teufels entgehen und sich von Ihm einfangen lassen in seinen Willen\u201c (2. Tim. 2,26).24 Der Weg dieser Vermahnung wird je nach der S\u00fcnde und je nach dem S\u00fcnder ein verschiedener sein, aber er wird immer dasselbe Ziel haben, zur Bu\u00dfe und zur Vers\u00f6hnung zu f\u00fchren. Kann die S\u00fcnde verborgen bleiben zwischen dir und dem S\u00fcnder, so sollst du sie nicht offenbaren, vielmehr sollst du ihn allein strafen und zur Bu\u00dfe rufen, \u201eso hast du einen Bruder gewonnen\u201c.25 H\u00f6rt er dich aber nicht, sondern verharrt in seiner S\u00fcnde, so sollst du abermals nicht sogleich die S\u00fcnde offenbaren, sondern sollst dir einen oder zwei Zeugen suchen (Mt. 18,15 f.). Des Zeugen bedarf es sowohl wegen des s\u00fcndigen Tatbestandes \u2013 d. h. ist derselbe nicht zu erweisen und wird er von dem Gemeindeglied geleugnet, so befehle man die Sache Gott; Zeugen, nicht Inquisitoren sind die Br\u00fcder \u2013 als auch wegen der Verstockung des S\u00fcnders gegen die Bu\u00dfe. Die Heimlichkeit der Zucht\u00fcbung soll dem S\u00fcnder die Umkehr erleichtern. H\u00f6rt er auch jetzt nicht oder ist die S\u00fcnde sowieso schon offenbar vor der ganzen Gemeinde, dann ist es Sache der ganzen Gemeinde, den S\u00fcn- | der zu ermahnen, zur Umkehr zu rufen (Mt. 18,17; cf. 2. Thess. 3,14). Ist der S\u00fcnder Tr\u00e4ger eines Amtes der Gemeinde, so soll er nur auf zweier oder dreier Zeugen Anklage hin verklagt werden.26 \u201eDie da s\u00fcndigen, die strafe vor allen, auf da\u00df sich auch die anderen f\u00fcrchten\u201c (1. Tim. 5,20). Nun ist die Gemeinde aufgerufen, mit dem Amtstr\u00e4ger zusammen das Schl\u00fcsselamt zu verwalten. Der \u00f6ffentliche Spruch bedarf der \u00f6ffentlichen Vertretung der Gemeinde und des Amtes. \u201eIch beschw\u00f6re dich vor Gott und dem Herrn Jesus Christus und den auserw\u00e4hlten Engeln, da\u00df du solches haltest ohne eigenes Vorurteil und nichts tust nach Gunst\u201c (1. Tim. 5,21), denn nun soll Gottes eigenes Urteil \u00fcber den S\u00fcnder ergehen. Tut dieser aufrichtige Bu\u00dfe, bekennt er \u00f6ffentlich seine S\u00fcnde, so empf\u00e4ngt er die Vergebung aller seiner S\u00fcnden im Namen Gottes (cf. 2. Kor. 2,6 ff.27), beharrt er bei seiner S\u00fcnde, so mu\u00df ihm die Gemeinde im Namen Gottes seine S\u00fcnde behalten. Das aber bedeutet den Ausschlu\u00df aus jeder Gemeinschaft der Gemeinde. \u201eHalte ihn f\u00fcr einen Heiden und Z\u00f6llner\u201c (Mt. 18,17), \u201eWahrlich, ich sage euch;28 was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden l\u00f6sen werdet, soll auch im Himmel los sein\u201c \u2026 \u201eDenn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen\u201c (Mt. 18,18 ff.29). Im Ausschlu\u00df aus der Gemeinde aber wird nur best\u00e4tigt, was schon Tatsache ist, n\u00e4mlich da\u00df der unbu\u00dffertige S\u00fcnder ein solcher ist, der \u201esich selbst verurteilt hat\u201c (Tit. 3,1030). Nicht die Gemeinde verurteilt ihn, er selbst hat das Urteil gesprochen. Diesen vollkommenen Ausschlu\u00df bezeichnet Paulus mit \u201edem Satan \u00fcbergeben\u201c (1. Kor. 5,5; 1. Tim. 1,20). Der Schuldige wird der Welt zur\u00fcckgegeben, in der der Satan herrscht und den Tod wirkt. (Da\u00df hier nicht an einen Akt der Todesstrafe wie Act. 5 gedacht ist, beweist ein Vergleich von 1. Tim. 1,20 und 2. Tim. 2,17; 4,15). Der Schuldige ist aus der Gemein- | schaft des Leibes Christi ausgesto\u00dfen, weil er sich selbst getrennt hat, kein Anrecht an die Gemeinde steht ihm mehr zu. Dennoch bleibt auch dieses letzte Handeln noch ganz im Dienste des Heilszieles mit dem Betroffenen, \u201eda\u00df der Geist selig werde am Tage des Herrn Jesu\u201c (1. Kor. 5,5), \u201eda\u00df er gez\u00fcchtigt werde, nicht mehr zu l\u00e4stern\u201c (1. Tim. 1,20). Die R\u00fcckkehr zur Gemeinde oder die Erlangung des Heiles bleibt das Ziel der Gemeindezucht. Sie bleibt p\u00e4dagogisches Handeln. So gewi\u00df der Spruch der Gemeinde in Ewigkeit besteht, wo der andere nicht Bu\u00dfe tut, so ist dieser Spruch, in dem dem S\u00fcnder das Heil genommen werden mu\u00df, nur das letztm\u00f6gliche Angebot der Gemeinschaft der Gemeinde und des Heils.<br \/>\nFragen wir noch einmal nach der Begr\u00fcndung der Gemeindezucht\u00fcbung, so steht an erster Stelle der Auftrag der Verwaltung beider Schl\u00fcssel. Um des Heiligtums des Evangeliums willen mu\u00df der Bindeschl\u00fcssel ge\u00fcbt werden; d. h. vom Menschen her gesehen: um der Rettung des S\u00fcnders willen mu\u00df der S\u00fcnder gestraft werden; d. h. von der Gemeinde her gesehen: um der Reinheit der Gemeinde willen m\u00fcssen die unreinen Gef\u00e4\u00dfe hinweggetan werden (2. Tim. 2,21)31. Die Gemeinde, die dem S\u00fcnder Gemeinschaft gew\u00e4hrt ohne Zucht\u00fcbung, macht sich selbst mitschuldig an seiner S\u00fcnde (2. Joh. 11). Sie mu\u00df daher besondere Vorsicht \u00fcben, ehe sie einem Gemeindeglied eine Verantwortung in der Gemeinde gibt, der es nicht gewachsen ist (1. Tim. 5,22).32<br \/>\nJenseits aller Gemeindezucht\u00fcbung, die immer im Dienst der Barmherzigkeit steht, selbst \u00fcber die Auslieferung des hartn\u00e4kkigen S\u00fcnders an den Satan hinaus, kennt das Neue Testament als furchtbarste Strafe die Verfluchung, das Anathema.33 Sie ist nicht mehr verbunden mit dem Heilszweck. Sie tritt als Vorwegnahme des g\u00f6ttlichen Urteils auf. Im Alten Testament entspricht ihr der \u201eCherem\u201c34, der an Gottlosen vollstreckt wird. Er bedeutet definitive Absonderung von der Gemeinde. Der Gebannte wird get\u00f6tet. Da- | mit ist ein Doppeltes gesagt: Die Gemeinde vermag den Gebannten unter keinen Umst\u00e4nden mehr zu tragen und zu absolvieren. Darum wird er Gott allein hingegeben. Damit aber ist der Gebannte zugleich verflucht und doch heilig, heilig, weil er Gott ausgeliefert ist. Weil er aber Gott allein geh\u00f6rt als Verfluchter, darum kann die Gemeinde hier nicht mehr Heilsabsichten verfolgen. Da\u00df Anathema Trennung vom Heil bedeutet, beweist R. 9,3. Da\u00df Anathema eschatologisch bezogen ist, legt 1. Kor. 16,22 nahe. Da\u00df vom Anathema der getroffen wird, der das Evangelium selbst durch seine Predigt willentlich zerst\u00f6rt, sagt Gal. 1,8 f. Es ist gewi\u00df kein Zufall, da\u00df die einzige Stelle, die \u00fcber bestimmte Menschen das Anathema spricht, sich auf die Irrlehrer bezieht. Doctrina est coelum, vita terra (Luther).35<\/p>\n<p>9. Die Lehrzucht ist von der Gemeindezucht insofern verschieden, als letztere aus rechter Lehre, d. h. aus rechtem Gebrauch der Schl\u00fcssel folgt, erstere sich aber gegen den Mi\u00dfbrauch der Lehre selbst richtet. Durch falsche Lehre wird die Quelle des Lebens der Gemeinde und der Gemeindezucht verdorben. Darum wiegt die Vers\u00fcndigung gegen die Lehre schwerer als die Vers\u00fcndigung im Wandel. Lehrzucht erstreckt sich in erster Linie auf die Tr\u00e4ger des Lehramtes in der Kirche. Voraussetzung von allem ist, da\u00df bei der \u00dcbertragung des Amtes Gew\u00e4hr daf\u00fcr besteht, da\u00df der Amtstr\u00e4ger \u03b4\u03b9\u03b4\u03b1\u03ba\u03c4\u03b9\u03ba\u03cc\u03c2, zur Lehre bef\u00e4higt ist (1. Tim. 3,2; 2. Tim. 2,24; Tit. 1,9), \u201et\u00fcchtig auch andere zu lehren\u201c (2. Tim. 2,2), da\u00df keinem die H\u00e4nde voreilig aufgelegt werden,36 weil sonst dessen Schuld auf den zur\u00fcckf\u00e4llt, der ihn einsetzte (1. Tim. 5,22). Die Lehrzucht setzt also bereits vor der Berufung ins Lehramt ein. An der \u00e4u\u00dfersten Gewissenhaftigkeit h\u00e4ngt hier Leben und Tod von Gemeinden. Die Lehrzucht aber hat mit der Berufung ins Lehramt kein Ende, vielmehr erst ihren Anfang. In unaufh\u00f6rlicher Ermahnung mu\u00df selbst der bew\u00e4hrte Amtstr\u00e4ger \u2013 Timo- | theus \u2013 zur Bewahrung der rechten, heilsamen Lehre angehalten werden. Das Lesen der Schrift wird ihm daf\u00fcr besonders nahe gelegt. Zu gro\u00df ist die Gefahr des Abirrens (2. Tim. 3,10; 3,14; 4,2; 2,15; 1. Tim. 4,13.16; Tit. 1,9; 3,8). Dazu mu\u00df aber noch die Ermahnung zum vorbildlichen Lebenswandel kommen \u201eHabe acht auf dich selbst und die Lehre\u201c (1. Tim. 4,13 f.37; Act. 20,28). Zur Keuschheit, Demut, Unparteilichkeit, zum Flei\u00df ermahnt zu werden, ist f\u00fcr Timotheus keine Besch\u00e4mung. So steht vor aller Gemeindezucht\u00fcbung die \u00dcbung der Zucht an den Amtstr\u00e4gern. Es ist die Aufgabe des Amtstr\u00e4gers, in seiner Gemeinde die rechte Lehre zu verbreiten und jeder Verkehrung entgegenzutreten. Treten Lehrverschiedenheiten in der Gemeinde auf, so soll die Gemeinde wissen, da\u00df gewisse Unterschiede in der Weise der Verk\u00fcndigung unvermeidlich sind. Aber ob apollisch, ob paulisch, ob petrisch, es soll in allen Dingen dem einen ungeteilten Christus gedient werden (1. Kor. 1,11 ff.38). Alle bewu\u00dften Schulbildungen freilich sollen vermieden werden, weil hier leicht jeder sein Eigenes sucht, aufgeblasen wird, und weil so die Schulbildung eine Brutst\u00e4tte des Ungehorsams gegen Christus wird (1. Tim. 6,5.20; 2. Tim. 2,16; 3,7 f.; Tit. 1,10). Dazu kommt die Schwierigkeit, erlaubte Schulunterschiede und unzul\u00e4ssige Irrlehren zu unterscheiden (vgl. z. B. Offenbarung 2,6 und 2,15).39 Wo offenbare Irrlehre einzieht, dort soll der Amtstr\u00e4ger gebieten, \u201eda\u00df sie nicht anders lehrten\u201c (1. Tim. 1,3); denn er tr\u00e4gt das Lehramt und kann gebieten. Weiter soll er warnen und erinnern, das Wortgez\u00e4nk zu meiden (2. Tim. 2,14). Ist einer als Irrlehrer offenbar, so soll er \u201eeinmal und abermals ermahnt\u201c werden. H\u00f6rt er nicht, so soll mit einem ketzerischen Menschen die Gemeinschaft abgebrochen werden (Tit. 3,10; 1. Tim. 6,4 f.); denn er verf\u00fchrt die Gemeinde (2. Tim. 3,6 f.). \u201eWer nicht in der Lehre Christi bleibt, der hat keinen Gott\u201c. Einem solchen falschen Leh- | rer soll auch die h\u00e4usliche Gemeinschaft und der fromme Gru\u00dfwunsch versagt werden (2. Joh. 1040). Im Irrlehrer kommt der Widerchrist. Nicht der S\u00fcnder in seinem Lebenswandel, sondern allein der Irrlehrer wird Antichrist genannt. Ihm allein gilt das Anathema von Gal. 1,9.41<br \/>\n\u00dcber das Verh\u00e4ltnis von Lehrzucht und Gemeindezucht gilt: Es gibt keine Gemeindezucht ohne Lehrzucht. Es gibt aber auch keine Lehrzucht, die nicht zur Gemeindezucht f\u00fchren m\u00fc\u00dfte. Paulus wirft den Korinthern vor, da\u00df sie in ihrer Aufgeblasenheit Schismata42 anrichten wollen ohne doch Gemeindezucht zu \u00fcben (1. Kor. 5,2). Diese Trennung der Lehrfrage von der Frage des Wandels in der Gemeinde ist unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>10. Gemeindezucht setzt nicht nur ein intaktes Lehramt, sondern eine rechte Ordnung der \u00c4mter in der Gemeinde voraus. Die Ordnung der Gemeinde mu\u00df im Dienst der rechten Verwaltung des Schl\u00fcsselamtes und aller daraus folgenden Handlungen der Gemeinde stehen. Die Gemeinde ist der Leib Christi, in dem bis in alle Gliederungen hinein allein sein Geist regiert. Das Neue Testament bezeugt die Einsetzung der kirchlichen \u00c4mter durch Gott selbst (1. Kor. 12,28), durch Christus (Eph. 4,11), durch den Heiligen Geist (Act. 20,28), durch die Gemeinde unter dem Beistand des Heiligen Geistes (Act. 6,5; 13,2), durch die Apostel und Amtstr\u00e4ger nach sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fcfung (Tit. 1,5; 1. Tim. 5,2343). Die Einsetzung in kirchliche \u00c4mter von au\u00dferhalb der Gemeinde her ist f\u00fcr das Neue Testament undenkbar. Denn die Gemeinde ist der Leib Christi. Zwar gibt es f\u00fcr den Aufbau der \u00c4mterordnung in der Gemeinde keine festen Regeln. Die Gemeinde in Jerusalem ist anders geordnet als die kleinasiatischen. Hier besteht Freiheit, da\u00df nur \u201ealles geschehe zur Besserung\u201c (1. Kor. 14,26), das hei\u00dft zur rechten Auferbauung des Leibes Christi durch die Gewalt der Schl\u00fcssel.44<\/p>\n<p>29.2. THESEN NACH DEM VORTRAG IN FINKENWALDE (NACHSCHRIFT)45<\/p>\n<p>Thesen<\/p>\n<p>1) Wichtig ist es, da\u00df wir f\u00fcr unser kirchliches Handeln in Sachen der Gemeindezucht einen Auftrag haben m\u00fcssen. Er liegt im Bindeschl\u00fcssel, ohne den der L\u00f6seschl\u00fcssel nicht gegeben ist.<br \/>\n2) Greift die Kirche nicht Gott mit dem Schl\u00fcsselamt vor und setzt sich an die Stelle des Heiligen Geistes? Antwort: Christus gibt ihr das gerade, die Vollmacht Gottes \u2013 Matth. 1846. Ohne den Schutz des Bindeschl\u00fcssels wird Gottes Gnade eine Idee.<br \/>\n3) K\u00f6nnen wir uns in der Aus\u00fcbung des Bindeschl\u00fcssels nicht irren? Antwort: Luther sagt: Wenn einer zu Unrecht gebannt wird, ist das die gr\u00f6\u00dfte Gnade f\u00fcr ihn. Wir m\u00fcssen es wagen.47<br \/>\n4.) Haben wir heute \u00fcberhaupt eine Kirche, an der wir Zucht \u00fcben k\u00f6nnen? Mu\u00df man nicht warten, bis uns wieder Kirche gegeben wird? Und bis dahin die Mi\u00dfst\u00e4nde tragen? Antwort: In dieser verrotteten Kirche ist die Una Sancta.48 Wir brauchen nicht auf sie zu warten, sondern m\u00fcssen die vorhandene Kirche durch Kirchenzucht beschneiden, so kommt die Kirche. Wir m\u00fcssen das Wort, das uns die Schl\u00fcsselgewalt gibt, als Verhei\u00dfung ergreifen und so mit ihm arbeiten.<br \/>\n5.) Da bei Einf\u00fchrung der Kirchenzucht Unverst\u00e4ndnis zu bef\u00fcrchten ist, mu\u00df man der Gemeinde das Vers\u00e4umnis zeigen und ihr sagen, wie hier die Zucht einzusetzen hat.<\/p>\n<p>29.3. AUSSPRACHE \u00dcBER DEN VORTRAG \u201eSCHL\u00dcSSELGEWALT UND GEMEINDEZUCHT IM NEUEN TESTAMENT UND BEI DEN REFORMATOREN\u201c (NACHSCHRIFT)49<\/p>\n<p>Die Aussprache bewegt sich um folgende Fragenkreise: I. Verh\u00e4ltnis von Predigt und Beichte. II. Verh\u00e4ltnis von Wort und Sakrament. III. Bestimmung der konfessionellen Unterschiede in Bezug auf die Lehre von der Schl\u00fcsselgewalt. IV. Wege zur praktischen Durchf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Aussprache: Verh\u00e4ltnis Predigt und Beichte:<\/p>\n<p>Bonhoeffer: Kein Unterschied in der Gabe, sondern ein Unterschied in der Gewi\u00dfheit. Der Unterschied Wort \u2013 Sakrament ist auch ein Unterschied in der Gabe. Die Predigt ist volles Verk\u00fcndigen des Heils, aber unter Vorbehalt des Glaubens. In der Beichte ist das unmittelbare Absolutionswort da, weil Erkundung des Glaubens vorhergegangen. Bei der Predigt ist Anfechtung m\u00f6glich, von dieser Anfechtung und Sorge soll ich im Beichtgespr\u00e4ch frei gemacht werden.<br \/>\nSchniewind: Ist die Bedingung: wenn ihr glaubt \u2013 so ganz biblisch? Darf ich nicht glauben, da\u00df das Wort Glauben wirkt, wenn es ergeht. Ebenso beim Gespr\u00e4ch. Ganz zuf\u00e4llige Worte benutzt Gott oft. Der Zweifel kann sich auch an das Beichtgespr\u00e4ch h\u00e4ngen. Das ganze Wort ist \u03c0\u03b1\u03c1\u03ac\u03ba\u03bb\u03b7\u03c3\u03b9\u03c250, \u201eseelsorgerliche Predigt\u201c, das ist es, worauf heute alle warten. Jede wirkliche Predigt ist eine Art Beichte.<br \/>\nBonhoeffer: Beichte ist eine besondere Gnade Gottes, die mir hilft in der Anfechtung, ob etwa ich mir selbst gn\u00e4dig bin, ob ich Rechtfertigung der S\u00fcnde glaube und nicht Rechtfertigung des S\u00fcnders.<br \/>\nSchniewind: Die Einsamkeit des Einzelnen vor Gott kann auch in der Einsamkeit von Bruder zu Bruder nur geahnt werden. \u2013 Der Freispruch ist zugleich das Todesurteil. Du darfst dich f\u00fcr tot erachten, du bist vor Gottes Urteil tot.<\/p>\n<p>II. Wort und Sakrament<\/p>\n<p>Bonhoeffer: Die Gabe im Wort ist anders. Im Wesen identisch und doch nur im Sakrament die Teilhabe am Leibe Christi.<br \/>\nSchniewind: Dasselbe gilt auch vom Wort. Ich wei\u00df nicht, ob wir \u00fcber das verbum visibile51 hinauskommen k\u00f6nnen. Denn im Wort habe ich ihn52 selbst und ich kann ihn nie mehr haben als im Wort. \u2013 Gewi\u00df nimmt das Abendmahl l\u00e4ngst nicht mehr die Stelle ein bei uns wie im Urchristentum und im Neuen Testament. Christus handelt, leidet, redet in der Gemeinde, er ist garnicht anders da. Vom Wort her kommt dann das Leiden, die Heiligung, die Ordnung. Das Sakrament ist wie die irdische Gegenwart Jesu unter seinen J\u00fcngern. Das H\u00f6chste ist das Wort.<\/p>\n<p>III. Die konfessionelle Unterscheidung<\/p>\n<p>Wird nicht ausf\u00fchrlich besprochen. Schniewind: Das Letzte im Unterschied liegt in der Stellung zum Gesetz. Die Reformierten k\u00e4mpfen gegen den Antinomismus, die Lutheraner gegen den Nomismus.53 Reformiertes Charisma = die Warnung vor der securitas54; aber wehe, wenn wir darin stecken bleiben und nicht mehr h\u00f6ren: certissimus es!55<\/p>\n<p>IV. Praktische Fragen<\/p>\n<p>Giersch56: Frage: ob Kirchenzucht (oder Ordnung), h\u00e4ngt nicht am \u201eFall\u201c sondern am Handeln in diesem Fall.<br \/>\nGibt es verschiedene Zucht bei der Bekennenden Kirche und bei denen, die drau\u00dfen?<br \/>\nBonhoeffer: Bei uns geht es an; Gericht am Hause Gottes.57 Wenn wir in die Bu\u00dfe gehen, wenn es bei uns Theologen in der Bekennenden Kirche anhebt, dann werden die Heiden sp\u00fcren: Hier redet Gott. Dann werden auch sie kommen.<br \/>\nSchniewind: Bitte um den Heiligen Geist. Da\u00df man mit Furcht und Zittern vor Gott steht,58 das ist die Sache, und mit gro\u00dfer Freude, (unendlicher Freude), denn das ist die Vergebung.<br \/>\nBonhoeffer: Es geht zuerst durch uns und dann auf dem Weg der Predigt Schritt f\u00fcr Schritt weiter. Viel Geduld n\u00f6tig!<br \/>\nSchniewind: (Es hatte einer davon gesprochen, ob er bisher Bu\u00dfpredigt in seiner Gemeinde gehalten.) Ich \u201ewill\u201c gar nicht Bu\u00dfpredigt halten. Kann garnicht Bu\u00dfpredigt halten wollen. Wort Gottes = lebendig, sch\u00e4rfer denn ein zweischneidiges Schwert59. \u2013 Tholucks Predigten waren so n\u00fcchtern wie nur m\u00f6glich, und jede Predigt ging in\u2019s Zentrum! Aber man kann das nicht sagen wollen, sich vornehmen. \u201eWehe uns, wenn wir nicht \u2026\u201c, hei\u00dft es da.60<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>TEIL III<\/p>\n<p>Predigten, Meditationen, Bibelarbeiten<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>a) Erster Kurs. Aufbau des Predigerseminars in Zingst und Finkenwalde<br \/>\n26. April\u201316. Oktober 1935<\/p>\n<p>1. PREDIGT ZU PSALM 42. ZINGST, EXAUDI, 2. 6. 19351<\/p>\n<p>Psalm 42<\/p>\n<p>Eine Unterweisung der Kinder Korah, vorzusingen.<br \/>\nWie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.<br \/>\nMeine Seele d\u00fcrstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, da\u00df ich Gottes Angesicht schaue?<br \/>\nMeine Tr\u00e4nen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man t\u00e4glich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?<br \/>\nWenn ich denn des innewerde, so sch\u00fctte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes, mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern.<br \/>\nWas betr\u00fcbst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, da\u00df er mir hilft mit seinem Angesicht.<br \/>\nMein Gott, betr\u00fcbt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berg.<br \/>\nDeine Fluten rauschen daher, da\u00df hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen \u00fcber mich.<br \/>\nDer Herr hat des Tages verhei\u00dfen seine G\u00fcte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.<br \/>\nIch sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum mu\u00df ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dr\u00e4ngt?<br \/>\nEs ist als ein Mord in meinen Gebeinen, da\u00df mich meine Feinde schm\u00e4hen, wenn sie t\u00e4glich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?<br \/>\nWas betr\u00fcbst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, da\u00df er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.<\/p>\n<p>Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.<br \/>\nHast du in einer kalten Herbstnacht im Walde einmal das durchdringende Schreien eines Hirsches geh\u00f6rt? Der ganze Wald erschauert unter diesem Schrei des Verlangens. So schreit hier eine menschliche Seele, nicht nach einem irdischen Gut, sondern nach Gott. Ein Frommer, dem Gott ferne ger\u00fcckt ist, verlangt nach dem Gott des Heils und der Gnade. Er kennt den Gott, zu dem er schreit. Er ist nicht der Sucher nach dem unbekannten Gott2, der nie etwas finden wird. Er hat Gottes Hilfe und N\u00e4he einst erfahren. Darum braucht er nicht ins Leere zu rufen. Er ruft seinen Gott an. Wir k\u00f6nnen Gott nur recht suchen, wenn er sich uns schon offenbart hat, wenn wir schon einmal gefunden haben.3<br \/>\nHerr Gott, erwecke in meiner Seele das gro\u00dfe Verlangen nach dir. Du kennst mich und ich kenne dich. Hilf mir, dich suchen und finden. Amen.<\/p>\n<p>Hilf, Helfer, hilf in Angst und Not,<br \/>\nerbarm dich mein, du treuer Gott!<br \/>\nIch bin ja doch dein liebes Kind<br \/>\ntrotz Teufel, Welt und aller S\u00fcnd.4 |<\/p>\n<p>Meine Seele d\u00fcrstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, da\u00df ich Gottes Angesicht schaue?<br \/>\nDurst nach Gott. Wir kennen den leiblichen Durst, wenn kein Wasser da ist, wir kennen den Durst der Leidenschaft nach Gl\u00fcck und Leben. Kennen wir auch den Durst der Seele nach Gott? Ein Gott, der nur ein Gedanke oder ein Ideal ist, kann diesen Durst niemals stillen. Nach dem lebendigen Gott, dem Gott und Ursprung allen wahren Lebens, d\u00fcrstet unsere Seele. Wann wird er unseren Durst stillen? Wenn wir dahin kommen, da\u00df wir sein Angesicht schauen. Gottes Angesicht schauen, das ist das Ziel allen Lebens und das ewige Leben. Wir sehen es in Jesus Christus, dem Gekreuzigten. Haben wir es hier gefunden, dann d\u00fcrsten wir danach, es in aller Klarheit in Ewigkeit zu schauen. Jesus spricht: \u201eWen da d\u00fcrstet, der komme zu mir und trinke\u201c (Joh. 7,37).<br \/>\nHerr, uns verlangt, dich zu schauen von Angesicht zu Angesicht.5 Amen.<\/p>\n<p>S\u00fc\u00dfes Licht, s\u00fc\u00dfes Licht,<br \/>\nSonne, die durch Wolken bricht!<br \/>\nO wann werd ich dahin kommen,<br \/>\nda\u00df ich dort mit allen Frommen<br \/>\nschau dein holdes Angesicht?6<\/p>\n<p>Meine Tr\u00e4nen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man t\u00e4glich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?<br \/>\nWo ist dein Gott? so fragt man uns unruhig, zweifelnd oder h\u00f6hnisch. Tod, S\u00fcnde, Not und Krieg, auch Tapferkeit, Macht und Ehre \u2013 das sieht man. Aber wo ist dein Gott? Der Tr\u00e4nen, die dar\u00fcber flie\u00dfen, da\u00df wir Gott noch nicht sehen, da\u00df wir ihn unsern Br\u00fcdern nicht beweisen k\u00f6nnen, braucht sich keiner zu sch\u00e4men. Es sind Tr\u00e4nen, die um Gottes willen geweint werden und die er z\u00e4hlt (Psalm 56,9). | Wo ist dein Gott? Was k\u00f6nnen wir antworten als auf den Mann zeigen, der sich in Leben, Sterben und Auferstehen als Gottes echter Sohn erwies, Jesus Christus. Er ist im Tode unser Leben, in S\u00fcnde unsere Vergebung, in Not unser Helfer, in Krieg unser Friede. \u201eAuf diesen Menschen sollst du zeigen und sprechen: das ist Gott\u201c (Luther).7<br \/>\nHerr Jesus, wenn ich angefochten bin, weil ich Gott und seine Macht und Liebe nicht sehen kann in dieser Welt, so la\u00df mich fest auf dich blicken, denn du bist mein Herr und mein Gott. Amen.<\/p>\n<p>Such, wer da will, ein ander Ziel,<br \/>\ndie Seligkeit zu finden;<br \/>\nmein Herz allein bedacht soll sein,<br \/>\nauf Christum sich zu gr\u00fcnden;<br \/>\nsein Wort ist wahr, sein Werk sind klar,<br \/>\nsein heilger Mund hat Kraft und Grund,<br \/>\nall Feind zu \u00fcberwinden.8<\/p>\n<p>Wenn ich denn des innewerde, so sch\u00fctte ich mein Herz aus bei mir selbst; denn ich wollte gerne hingehen mit dem Haufen und mit ihnen wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken unter dem Haufen derer, die da feiern.<br \/>\nIch bin allein. Da ist keiner, dem ich mein Herz aussch\u00fctten kann. So tue ich es vor mir selbst und vor dem Gott, zu dem ich schreie. Es ist gut, sein Herz auszusch\u00fctten in der Einsamkeit und den Kummer nicht in sich hineinzufressen. Aber je einsamer ich bin, desto gr\u00f6\u00dfer wird in mir das Verlangen nach der Gemeinschaft mit anderen Christen, nach gemeinsamem Gottesdienst, gemeinsamem Beten und Singen, Loben, Danken und Feiern. Ich sehne mich wieder nach der Kirche. Ich erinnere mich an sie, und die Liebe zu ihr wird gro\u00df in mir. Wer nach Gott ruft, ruft nach Jesus Christus, wer nach Jesus Christus ruft, ruft nach der Kirche.<br \/>\nGott Heiliger Geist, schenke mir Br\u00fcder, mit denen ich im | Glauben und Gebet Gemeinschaft habe, mit denen ich alles tragen kann, was mir auferlegt ist. F\u00fchre mich zur\u00fcck in deine Kirche, zu deinem Wort und zum Heiligen Abendmahl. Amen.<\/p>\n<p>Herz und Herz vereint zusammen<br \/>\nsucht in Gottes Herzen Ruh.<br \/>\nLasset eure Liebesflammen<br \/>\nlodern auf den Heiland zu.<br \/>\nEr das Haupt, wir seine Glieder,<br \/>\ner das Licht und wir der Schein,<br \/>\ner der Meister, wir die Br\u00fcder,<br \/>\ner ist unser, wir sind sein.9<\/p>\n<p>Was betr\u00fcbst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken, da\u00df er mir hilft mit seinem Angesicht.<br \/>\nBetr\u00fcbnis und Unruhe w\u00e4hren nur eine kurze Zeit. Sie sollen mein Herz nicht gefangen nehmen. Sprich auch du zu deiner Seele, la\u00df es ihr nicht zu, da\u00df sie sich qu\u00e4lt und Sorgen macht. Sag zu ihr: Harre auf Gott! Harre nicht von einem Tag zum andern auf mehr Not, mehr Unheil, harre auch nicht auf pl\u00f6tzliche gl\u00fcckliche Wendungen aller Dinge, sondern harre auf Gott! Sein Angesicht, das ist Jesus Christus, wird mir gewi\u00df helfen, und ich werde ihm gewi\u00df daf\u00fcr danken. Ist Jesus bei dir, dann kannst du nur noch danken.<br \/>\nDreieiniger Gott, mache mein Herz fest und gr\u00fcnde es allein auf dich und deine Hilfe. Dann ist mir geholfen und ich will dir in Ewigkeit danken. Amen.<\/p>\n<p>Warum sollt ich mich denn gr\u00e4men?<br \/>\nHab ich doch Christum noch,<br \/>\nwer will mir den nehmen?<br \/>\nWer will mir den Himmel rauben,<br \/>\nden mir schon Gottes Sohn<br \/>\nbeigelegt im Glauben?10 |<\/p>\n<p>Mein Gott, betr\u00fcbt ist meine Seele in mir; darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermonim, auf dem kleinen Berge.<br \/>\nWarum dieser R\u00fcckfall? Mu\u00df denn auf Trost immer wieder Traurigkeit folgen? Das ist das menschliche Herz, das sich nicht tr\u00f6sten lassen will, das von einer Betr\u00fcbnis in die andere f\u00e4llt und nur durch Gott festgehalten werden kann. Fern vom Tempel in Jerusalem, fern von der Kirche und der Gemeinschaft der Gl\u00e4ubigen bleibt die Sehnsucht ungestillt und wach. Die Gedanken gehen zu der geistlichen Heimat, in der Friede und Freude sein wird und das Herz bei Gott einkehrt. Wann werde ich sie wiedersehen?<br \/>\nVater, wenn du mich in die Fremde schickst, dann erhalte mir die heilsame Sehnsucht nach meiner geistlichen Heimat, und richte meine Gedanken auf die ewige Heimat, in der du uns tr\u00f6sten wirst. Amen.<\/p>\n<p>Jerusalem, du hochgebaute Stadt,<br \/>\nwollt Gott, ich w\u00e4r in dir!<br \/>\nMein sehnlich Herz so gro\u00df Verlangen hat<br \/>\nund ist nicht mehr bei mir;<br \/>\nweit \u00fcber Berg und Tale,<br \/>\nweit \u00fcber blaches Feld<br \/>\nschwingt es sich \u00fcber alle<br \/>\nund eilt aus dieser Welt.11<\/p>\n<p>Deine Fluten rauschen daher, da\u00df hier eine Tiefe und da eine Tiefe brausen; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen \u00fcber mich.<br \/>\nFluten, Wogen und Wellen \u2013 h\u00f6rst du, wie das Meer der Welt hier \u00fcber den Frommen hereinbricht? Es will ihn verschlingen, er ist wie ein Ertrinkender, der keinen Grund mehr findet und dessen Kr\u00e4fte versagen. So kann die Welt Macht \u00fcber uns gewinnen. Kennen wir aber auch den, dem | Wind und Meer gehorsam sind (Matth. 8,23\u201327), der zu seiner Zeit aufsteht und das Meer bedroht, und es wird ganz stille?<br \/>\nHerr Jesus Christus, la\u00df mich nicht versinken! Sprich dein starkes Wort und errette mich! Du allein kannst es. Amen.<\/p>\n<p>Einst in meiner letzten Not<br \/>\nla\u00df mich nicht versinken.<br \/>\nSoll ich von dem bittern Tod<br \/>\nWell auf Welle trinken,<br \/>\nreiche mir dann liebentbrannt,<br \/>\nHerr, Herr, deine Glaubenshand!<br \/>\nChrist Kyrie, komm zu uns auf die See!12<\/p>\n<p>Der Herr hat des Tages verhei\u00dfen seine G\u00fcte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.<br \/>\nTag und Nacht, wie endlos lang und trostlos sind sie, wenn wir ohne Gott sind. Aber wie fr\u00f6hlich wird der b\u00f6seste Tag, wenn ich Gottes G\u00fcte darin festhalte und glaube, wenn ich wei\u00df, da\u00df denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen m\u00fcssen13; und wie still und erl\u00f6send wird die tiefste Nacht, wenn ich in ihr zu Gott singe und bete, zu dem Gott, der nicht meinen Tod, sondern mein Leben will, zu dem Gott meines Lebens. Gottes Verhei\u00dfungen gelten und erf\u00fcllen Tag und Nacht, Woche um Woche, Jahr um Jahr. Wenn ich sie nur ergreife!<br \/>\nGott, Heiliger Geist, mache alle deine Verhei\u00dfungen wahr an mir. Ich bin bereit, Tag und Nacht. Erf\u00fclle du mich ganz. Amen.<\/p>\n<p>Sollt ich meinem Gott nicht singen?<br \/>\nSollt ich ihm nicht dankbar sein?<br \/>\nDenn ich seh in allen Dingen,<br \/>\nwie so gut er\u2019s mit mir mein.<br \/>\nIst\u2019s doch nichts als lauter Lieben, |<br \/>\ndas sein treues Herze regt,<br \/>\ndas ohn Ende hebt und tr\u00e4gt,<br \/>\ndie in seinem Dienst sich \u00fcben.<br \/>\nAlles Ding w\u00e4hrt seine Zeit,<br \/>\nGottes Lieb in Ewigkeit.14<\/p>\n<p>Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mein vergessen? Warum mu\u00df ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich dr\u00e4ngt?<br \/>\nWarum hast du mein vergessen? Jedem Christen kommt einmal diese Frage \u00fcber die Lippen, wenn alles gegen ihn steht, wenn ihm alle irdische Hoffnung zerbricht, wenn er sich in dem Lauf der gro\u00dfen Weltereignisse g\u00e4nzlich verloren f\u00fchlt, wenn alle Lebensziele scheitern und alles sinnlos scheint. Dann aber kommt es darauf an, an wen er diese Frage richtet. Nicht an ein dunkles Schicksal, sondern an den Gott, der mein Fels ist und bleibt, der ewige Grund, auf dem mein Leben ruht. Ich gerate in Zweifel, Gott bleibt fest wie ein Fels; ich schwanke, Gott steht unersch\u00fctterlich; ich werde untreu, Gott bleibt treu, Gott mein Fels.<br \/>\nHerr, mein Gott, sei mir ein fester Grund, auf den ich in dieser und in jener Zeit bauen kann. Amen.<\/p>\n<p>La\u00df mich dein sein und bleiben,<br \/>\ndu treuer Gott und Herr,<br \/>\nvon dir la\u00df mich nichts treiben,<br \/>\nhalt mich bei deiner Lehr.<br \/>\nHerr, la\u00df mich nur nicht wanken,<br \/>\ngib mir Best\u00e4ndigkeit;<br \/>\ndaf\u00fcr will ich dir danken<br \/>\nin alle Ewigkeit.15<\/p>\n<p>Es ist wie ein Mord in meinen Gebeinen, da\u00df mich meine Feinde schm\u00e4hen, wenn sie t\u00e4glich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott? |<br \/>\nSchmach dulden und zum Gesp\u00f6tt werden um des Glaubens willen, das ist eine Auszeichnung der Frommen seit Jahrtausenden. Es tut Leib und Seele weh, wenn kein Tag vergeht, ohne da\u00df der Name Gottes angezweifelt und gel\u00e4stert wird. Wo ist nun dein Gott? Ich bekenne ihn vor der Welt und vor allen Feinden Gottes, wenn ich in tiefster Not an Gottes G\u00fcte, in Schuld an die Vergebung, im Tod an das Leben, in der Niederlage an den Sieg, in der Verlassenheit an Gottes gn\u00e4dige Gegenwart glaube. Wer Gott im Kreuze Jesu Christi gefunden hat, wei\u00df, wie wunderlich sich Gott in dieser Welt verbirgt und wie er gerade dort am n\u00e4chsten ist, wo wir ihn am fernsten glauben. Wer Gott im Kreuz gefunden hat, der vergibt auch allen seinen Feinden, weil Gott ihm vergeben hat.<br \/>\nGott, verla\u00df mich nicht, wenn ich Schmach leiden mu\u00df; vergib allen Gottlosen, wie du mir vergeben hast, und bringe uns alle endlich durch das Kreuz deines lieben Sohnes zu dir. Amen.<\/p>\n<p>Herr, unser Gott, la\u00df nicht zuschanden werden<br \/>\ndie, so in ihren N\u00f6ten und Beschwerden<br \/>\nbei Tag und Nacht auf deine G\u00fcte hoffen<br \/>\nund zu dir rufen.16<\/p>\n<p>Was betr\u00fcbst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott! denn ich werde ihm noch danken, da\u00df er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.<br \/>\nSo la\u00df nun allen Kummer fahren und warte! Gott wei\u00df die Stunde der Hilfe und die wird kommen, so wahr Gott Gott ist. Er wird deines Angesichts Hilfe sein; denn er kennt dich und hat dich geliebt, ehe er dich schuf. Er will dich nicht fallen lassen. Du bist in seinen H\u00e4nden. Zuletzt wirst du f\u00fcr alles, was dir widerfuhr, nur danken k\u00f6nnen, denn du hast gelernt, da\u00df der allm\u00e4chtige Gott dein Gott ist. Dein Heil hei\u00dft Jesus Christus. |<br \/>\nDreieiniger Gott, ich danke dir, da\u00df du mich erw\u00e4hlt und geliebt hast. Ich danke dir f\u00fcr alle Wege, die du mich f\u00fchrst. Ich danke dir, da\u00df du mein Gott bist. Amen.<\/p>\n<p>Weicht, ihr Trauergeister,<br \/>\ndenn mein Freudenmeister,<br \/>\nJesus, tritt herein.<br \/>\nDenen, die Gott lieben,<br \/>\nmu\u00df auch ihr Betr\u00fcben<br \/>\nlauter Freude sein.<br \/>\nDuld ich schon<br \/>\nhier Spott und Hohn,<br \/>\ndennoch bleibst du auch im Leide,<br \/>\nJesu, meine Freude.17<\/p>\n<p>2. PREDIGT ZU SACHARJA 3,1\u20135. FINKENWALDE, 5. SONNTAG NACH TRINITATIS, 21. 7. 19351<\/p>\n<p>den 21. VII. 35.<\/p>\n<p>Sacharja 3,1\u20135.<\/p>\n<p>[Und mir ward gezeigt der Hohepriester Josua, stehend vor dem Engel des Herrn; und der Satan stund zu seiner Rechten, da\u00df er ihm widerst\u00fcnde. Und der Herr sprach zu dem Satan: Der Herr schelte dich, du Satan! ja, der Herr schelte dich, der Jerusalem erw\u00e4hlet hat! Ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer errettet ist? Und Josua hatte unreine Kleider an und stand vor dem Engel, welcher antwortete und sprach zu denen, die vor ihm stunden: Tut die unreinen Kleider von ihm! Und er sprach zu ihm: Siehe, ich habe deine S\u00fcnde von dir genommen und habe dich mit Feierkleidern angezogen. Und er sprach: Setzt einen reinen Hut auf sein Haupt! Und sie setzten einen reinen Hut auf sein Haupt und zogen ihm Kleider an, und der Engel des Herrn stund da.]<\/p>\n<p>\u201e- und mir ward gezeigt\u201c \u2013 wem etwas gezeigt wird, der bekommt etwas zu sehen mit seinen Augen. Der Prophet hat Augen \u2013 seht euch all die alten Propheten bilder an, die zu einer Zeit gemalt wurden als man noch etwas verstand von der Bibel \u2013 auf die Augen kommt\u2019s an, die Augen machen den Propheten. Es ist ein dunkles R\u00e4tsel \u00fcber uns, da\u00df wir in g\u00f6ttlichen Dingen keine Augen haben, auf die Ohren kommt\u2019s bei uns an, das H\u00f6ren macht den Christen und den Glaubenden. \u201eNur die Decke vor den Augen kann nicht taugen, seine Klarheit kann nicht ein \u2026\u201c, \u201edenn das ist die gr\u00f6\u00dfte | Plage, wenn am Tage man das Licht nicht sehen kann.\u201c2 Das sind wir \u2013 sagen k\u00f6nnen wir\u2019s wohl, verk\u00fcndigen, schreien, da\u00df einem die Ohren davon gellen und h\u00f6ren k\u00f6nnen wir\u2019s t\u00e4glich in unserer verfallenen Welt, \u00fcber unser von der S\u00fcnde zerfressenes Leben es uns sagen lassen \u2013 es ist eine neue Welt, es ist ein neues Leben, so h\u00f6rt doch \u2013 aber sehen k\u00f6nnen wir es nicht. Denn \u201edie Decke vor den Augen kann nicht taugen\u201c. Tod sehen wir und langsame Verwesung und Zersetzung, Krankheit und Leid sehen wir, Kampf und Mord und Trotz3 und Verzweiflung sehen wir \u2013 und wir h\u00f6ren gegen all das was wir sehen das wunderliche Geschrei4 \u2013 glaubt dem nicht, was ihr seht \u2013 glaubt aber dem, was ihr h\u00f6rt \u2013 es ist alles schon zu Ende gegangen, was ihr seht \u2013 der Tod ist tot, der Kampf ist geschlagen5, die S\u00fcnde ist selbst zur S\u00fcnde geworden \u2013 die Welt eurer Augen lebt nicht mehr \u2013 werdet Menschen des H\u00f6rens, Menschen, die Ohren haben, denn Gott redet zu euch durch eure Ohren.6<br \/>\n\u201e\u2013 und mir ward gezeigt\u201c \u2013 sagt der Prophet, abermals: wir h\u00f6ren nur, da\u00df er es sagt, er hat es gesehen. Nicht mit frechen, vorwitzigen Augen, die zu sehen begehren, was sie nicht sehen d\u00fcrfen, sondern mit ge\u00f6ffneten Augen, vom Herrn ge\u00f6ffnet und erleuchtet, mit gehorsamen Augen. Die Decke vor den Augen ist hier einen Augenblick fortgetan, die H\u00fclle der Welt und der Zeit f\u00e4llt f\u00fcr einen Augenblick \u2013 und die Augen tun sich weit und staunend auf \u2013 \u201eund mir ward gezeigt\u201c \u2013 von Gott gezeigt.<br \/>\n\u201eDer Hohepriester Josua\u201c \u2013 seltsam! t\u00e4glich konnte der Prophet ihn sehen im Tempel, in der Gemeinde. Jeder kannte ihn, das Haupt der j\u00fcdischen Gemeinde, die aus der Verbannung zur\u00fcckgekehrt war; jeder wu\u00dfte, da\u00df er es war, der ans Werk ging, den vom Feind zerst\u00f6rten Tempel, die verw\u00fcstete Gemeinde Gottes und die alten Gottesdienste wieder aufzurichten.7 Wenn irgend einer so | war er es, auf dessen Fr\u00f6mmigkeit und Gerechtigkeit, auf dessen Eifer um den Tempel Gottes, auf dessen unersch\u00fctterlichen Glauben an die Verhei\u00dfung jeder Jude ehrfurchtsvoll sah und sich vor ihm beugte, auf den man alle Hoffnung setzte, der jedem ein frommes Vorbild war in jenen Tagen der Erneuerung der Kirche Gottes. \u201eDer Hohepriester Josua\u201c \u2013 der erw\u00e4hlte Mann Gottes \u2013 vor dem Volk stehend, f\u00fcr es opfernd und im Gebet eintretend, warnend und tr\u00f6stend und aufrufend \u2013 so hatte ihn jeder schon gesehen \u2013.<br \/>\n\u201eDer Hohepriester Josua, stehend vor dem Engel des Herrn\u201c \u2013 nicht vor dem Altar, nicht vor dem Volk, sondern nun gegen\u00fcberstehend dem Engel des Herrn. Dort wo jeder Mensch einmal stehen mu\u00df, nein, wo er eigentlich jeden Augenblick steht, ob er es wei\u00df oder nicht, dort wo alles Licht ist und alles ans Licht kommt,8 dort wo der Mensch im Gebet t\u00e4glich selbst hintritt \u2013 wie sollte dort nicht auch der Hohepriester Josua stehen? wie sollte der fromme und heilige Priester dort nicht gerade am rechten Ort sein? Was f\u00fcr ein herrlicheres und verhei\u00dfungsvolleres Gesicht konnte einem Propheten gezeigt werden?<br \/>\n\u201e\u2013 und der Satan stund zu seiner Rechten, da\u00df er ihm widerst\u00fcnde\u201c \u2013 der Satan neben Josua, dem Hohenpriester! was hat der Satan hier verloren? wer hat ihm den Eingang erlaubt? was hat der Satan an diesem Mann? Nicht scheu und entt\u00e4uscht und geprellt um eine kostbare Beute steht er da, sondern als der Ankl\u00e4ger, als der Feind, \u201eda\u00df er ihm widerst\u00fcnde\u201c, da\u00df er furchtbare Dinge gegen ihn sagte, da\u00df er ans Licht br\u00e4chte, was verborgen blieb in der Welt, da\u00df er ihn enth\u00fcllte, da\u00df er ihn zum S\u00fcnder machte, zum Ungerechten \u2013 ihn, den Hohenpriester Josua! \u2013 \u201eder Satan stund zu seiner Rechten\u201c \u2013 Josua hat das Heil nicht verdient, er ist ein Heilloser, wie alle anderen Menschen, sein Priesterkleid hat ihn nicht zu retten vermocht, er ist nicht der erste Priester und Papst und Pfarrer und Heilige, der mir geh\u00f6rt \u2013 so sagt | Satan. Der Satan hat Freude daran, den Heiligen zu verklagen \u2013 kommt da ein armer elender S\u00fcnder vor den Thron Gottes, so hat der Satan wenig Freude dran, kommt da aber einer mit dem Glanz der Fr\u00f6mmigkeit und der Gerechtigkeit, kommt da ein Kirchenmann, kommt da ein Kirchenreformer, einer, der vor der Welt ein Mann Gottes war, so f\u00e4hrt er herzu, so mu\u00df der Teufel dabei sein, so ist er unwiderstehlich selbst auf dem Plan, hier ist er grade am rechten Ort. Hier in Josua stand ja die ganze erneuerte Kirche Gottes vor dem Richterstuhl, die nach Zerst\u00f6rung und Verw\u00fcstung im Glauben an die Verhei\u00dfung neugebaute Kirche, da mu\u00df der Teufel herzu. Der Satan neben Josua dem Hohenpriester \u2013 ein furchtbares Gesicht.<br \/>\nWird Josua sich verteidigen? darf er etwas sagen gegen seinen Ankl\u00e4ger? nein in dieser Stunde hat kein Mensch mehr ein Wort zu sagen, hier gibt es keine Selbstverteidigung mehr, hier reden nur zwei \u2013 an ihrem Reden h\u00e4ngt das Urteil \u2013 Satan und der ewige F\u00fcrsprecher, Christus.9 Josua mu\u00df stumm bleiben. Aber Christus, der Herr, redet.<br \/>\n\u201eUnd der Herr sprach zu dem Satan: Der Herr schelte dich, du Satan, ja der Herr schelte dich, der Jerusalem erw\u00e4hlt hat. Ist dieser nicht ein Brand, der aus dem Feuer gerettet ist?\u201c Christus10 verteidigt Josua, seinen Hohenpriester. Der Herr schelte dich, Satan \u2013 wei\u00dft du nicht, da\u00df du an diesem Mann kein Recht hast? Kennst du die Regeln deines Spieles so schlecht, da\u00df du dich an diesem Hohenpriester vergreifst? Der Satan wird gescholten \u2013 seltsam, nicht wahr, den Satan zu schelten! \u2013 wie soll der Satan das begreifen, der doch nichts anderes will als von Gott gescholten sein? Der Herr schelte dich, du Satan \u2013 auch deine Satanei hat ihre Grenzen, die du respektieren solltest \u2013 hier ist Gottes Hoherpriester \u2013 die Finger weg, Satan,11 \u2013 hier ist Gottes Eigentum \u2013 \u201eder Jerusalem erw\u00e4hlt hat\u201c \u2013 Jerusalem ist erw\u00e4hlt! es soll neu errichtet werden, der Tempel und die Mauern und die Gottesdienste, dieses | Jerusalem, in dem Josua der Hohepriester ist, ist Gottes Stadt und Kirche, aller Untreue, aller Schw\u00e4che, aller S\u00fcnde zum Trotz. Wo Gott erw\u00e4hlt hat, da hat der Satan kein Recht, wo Gott sich zu einer Kirche bekennt, da darf der Satan aller S\u00fcnde dieser Kirche zum Trotz nicht mehr anklagen \u2013 Gottes Erw\u00e4hlung ist st\u00e4rker als die Anklage des Teufels, der Herr schelte dich, der Jerusalem erw\u00e4hlt hat. \u201eIst dieser nicht ein Holzscheit, das aus dem Feuer errettet ist\u201c \u2013 herausgerissen aus dem Brand, aus dem Feuer, da\u00df es nicht mitverbrenne, herausgerissen und errettet, von Gott lieb und heilig gehalten, nicht der Verdammung anheimgegeben \u2013 wo Gott von einem Menschen sagt: errettet, da hat der Satan sein Recht verloren \u2013 erw\u00e4hlt, errettet, sagt der Herr \u2013 als Josua, sein Hohepriester vom Satan angeklagt wird.<br \/>\nAber Josua hatte unreine Kleider an und stund vor dem Engel\u201c \u2013 der Hohepriester in unreinen Kleidern; den der Prophet t\u00e4glich in den wei\u00dfen gl\u00e4nzenden Kleidern und in dem heiligen Schmuck seines Amtes im Tempel vor dem Volk sah, er steht mit befleckten, unreinen Kleidern vor Gott. Was ist das f\u00fcr ein furchtbares Bild? Ist Josua, der Hohepriester ein verborgener, heimlicher S\u00fcnder? ist er einer von Jenen, die ihr heiliges Kleid zur Decke ihrer Schande und Bosheit tragen, ist er ein Heuchler und Schauspieler, ist er in all seiner Fr\u00f6mmigkeit selbst verwerflich geworden und nun bringt es das Gesicht des Propheten an den Tag? Josua, der Hohepriester, vor dem Engel des Herrn, der Satan ihm zur Seite, um ihn anzuklagen, der Herr f\u00fcr ihn eintretend \u2013 aber Josua hatte unreine und befleckte Kleider an.<br \/>\nHat der Satan nicht recht mit seiner Anklage, hat er nicht ein Recht an diesem Mann, der da in unreinen Kleidern da steht? Was n\u00fctzt es, wenn der Herr den Satan schilt \u2013 wenn er sagt: erw\u00e4hlt, errettet \u2013 Josua hatte unreine Kleider an \u2013 die Erw\u00e4hlung ist verloren, die Errettung hat nichts geholfen \u2013 der Satan hat seine Freude und zeigt auf sein Werk, siehe da \u201edie | unreinen Kleider\u201c! \u2013 und Josua, der Hohepriester steht vor Gott in unreinen Kleidern und darf kein Wort sagen.<br \/>\nEine furchtbare Botschaft, die der Prophet seiner Gemeinde und dem Hohenpriester Josua selbst durch sein Gesicht bringen mu\u00dfte \u2013 wenn Josua unreine Kleider anhatte an jenem Tage, wer sollte denn dann bestehen k\u00f6nnen, wer sollte dann hoffen d\u00fcrfen, in reinen Kleidern vor Gott hinzutreten? Wenn Josua unreine Kleider hat, so hat ja die ganze Gemeinde12 selbst unreine Kleider, dann ist es ja mit aller Treue, mit allem Glauben, mit allem Bekenntnis vor der Welt nichts, dann ist ja auch diese heilige Stadt, diese gereinigte Kirche nichts, dann ist alle Heiligkeit vor Gott nur wie ein unreines Kleid.<br \/>\n\u201eJosua hatte unreine Kleider an\u201c \u2013 nein, nicht weil er ein heimlicher Heuchler war, weil er verwerflich wurde hinter der Decke seiner Fr\u00f6mmigkeit \u2013 Josua hatte unreine Kleider, weil er vor Gott stand. Weil vor Gott alle unsre Heiligkeit, Fr\u00f6mmigkeit und Gerechtigkeit, all unsere Arbeit an der Kirche, an dem Bau der Stadt, die Gott erw\u00e4hlt hat \u2013 ist wie ein unreines Kleid. Wer will es denn wagen, zu sagen aus welcherlei verschiedenen unreinen F\u00e4den das Kleid gewirkt ist, das wir uns und unserer Kirche zu arbeiten am Werk sind,13 wieviel menschlich fatale Unklarheiten dabei im Spiel sind, wie oft uns gerade in unserem kirchlichen Verhalten unser Fleisch und Blut einen b\u00f6sen Streich spielen \u2013 kurz, wir verstehen schon \u2013 es gibt keinen Grund zu glauben, da\u00df wir mit reinen Kleidern da stehen w\u00fcrden, wo Josua, der Hohepriester, mit unreinen Kleidern steht. Wo bleibt angesichts solchen Bildes die Hoffnung?<br \/>\nAllein dort, wo sie f\u00fcr Josua stand \u2013 er hatte nichts zu sagen, kein Wort der Verteidigung, er trug unreine Kleider, er hatte sein Recht verloren \u2013 seine Hoffnung ist der Gott, der ihn vertritt, der f\u00fcr ihn eintritt, der den Satan schilt und verwirft, seine Hoffnung ist der Gott, [der] den Unreinen rein macht \u2013 Christus. Gott spricht zum zweiten Mal, er selbst mu\u00df nun re- | den und sein Wort ist Tat:<br \/>\n\u201e\u2013 tut die unreinen Kleider von ihm\u201c \u2013 rei\u00dft sie ab von ihm; Gott will seinen Hohenpriester, den Brand, den er aus dem Feuer gerettet [hat,] nicht so vor sich sehen. Josua soll rein sein \u2013 das ist Gottes Machtwort. Gott will es so, der Jerusalem erw\u00e4hlt hat, \u2013 und Gott allein kann es tun \u2013 \u201etut die unreinen Kleider von ihm!\u201c \u2013 dieses Werk des Satans, diese Erinnerung an seine Macht und Gewalt und List, \u2013 Josua soll rein vor Gott stehen \u2013 etwa weil er imgrunde doch rein war, weil die Anklage des Satans ihn nicht treffen konnte? Nein \u2013 nur aus einem einzigen Grunde:<br \/>\n\u201e\u2013 siehe, ich habe deine S\u00fcnde von dir genommen\u201c \u2013 das ist das rettende Wort, das ist das sch\u00f6pferische Wort, das ist Gnade und Vergebung \u2013 \u201eich habe deine S\u00fcnde von dir genommen\u201c \u2013 ich habe sie genommen, Gott hat es getan, er hat sie getragen und wir sind frei, er tritt f\u00fcr uns ein und spricht uns frei14 \u2013 \u201esiehe, ich habe deine S\u00fcnde von dir genommen\u201c \u2013 Josua soll rein sein, frei sein, Josua soll nicht gerichtet werden, Josua soll leben. Von diesem Wort lebt Josua, von dem Wort der Vergebung \u2013 er hat unreine Kleider \u2013 tut die unreinen Kleider von ihm, sagt Gott, der Allm\u00e4chtige \u2013 siehe, ich habe deine S\u00fcnde von dir genommen, sagt Gott, der Gn\u00e4dige. Wo Gott die S\u00fcnde und Unreinheit von uns nimmt, da ist Vergebung und neues Leben.<br \/>\n\u201e\u2013 ich habe dich mit Feierkleidern angezogen\u201c \u2013 was ist dies Feierkleid? Es ist das Wort der Vergebung, das die S\u00fcnde und Unreinheit zudeckt, es ist die Gnade, mit der bekleidet15 wir vor Gott treten k\u00f6nnen. Das Wort Gottes selbst, uns gegeben, uns gesagt, ist das rechte und einzige Feierkleid.<br \/>\n\u201eUnd er sprach: setzt einen reinen Hut auf sein Haupt! und sie setzten einen reinen Hut auf sein Haupt und zogen ihm Kleider an und der Engel des Herrn stund da\u201c \u2013 das ist die sichtbare Beglaubigung, das Siegel, das Gott unter sein Wort setzt \u2013 das Kleid der neuen Heiligung und Gerechtigkeit. Das ist das Ja Gottes zu Jerusalem, das er erw\u00e4hlt, zu seinem | Hohenpriester, den er errettet hat. Jerusalem ist gereinigt von seiner S\u00fcnde, Josua ist geheiligt zu neuem Dienst; nicht aus der eigenen Heiligkeit und Gerechtigkeit, sondern aus der Tat Gottes, der seine Kirche, die er erw\u00e4hlt hat, t\u00e4glich reinigt und heiligt, der seine Erw\u00e4hlung h\u00e4lt aller Unreinheit zum Trotz. Und der Engel des Herrn stund da: der Satan ist verschwunden, der Engel des Herrn behielt das Feld und tritt sch\u00fctzend zu Josua, dem Hohenpriester.<br \/>\nDieses Bild und diese Geschichte des Josua ist das Bild und die Geschichte unserer Kirche \u2013 merken wir uns diese drei Bilder \u2013 ich sah Josua, den Hohenpriester stehend vor dem Engel des Herrn und der Satan stund zu seiner Rechten \u2013 die Kirche \u2013 in jedem Augenblick und in der letzten Zeit \u2013 stehend vor Gott und der Satan verklagt sie \u2013 Josua hatte unreine Kleider, die Kirche, unsere Bekennende Kirche steht in unreinen Kleidern vor Gott \u2013 Tut die unreinen Kleider von ihr, ich habe ihr Feierkleider angezogen \u2013 Gott, sprich so auch zu uns und zu dieser Gemeinde, dieses Wort ist unser Leben, mach uns recht fertig vor dir in reinen Kleidern zu stehen. Amen.<\/p>\n<p>3. SKIZZE ZU PROVERBIA 3,27\u2013331<\/p>\n<p>Spr\u00fcche 3,27 ff<\/p>\n<p>[Weigere dich nicht, dem D\u00fcrftigen Gutes zu tun, so deine Hand von Gott hat, solches zu tun. Sprich nicht zu deinem N\u00e4chsten: \u201eGehe hin und komm wieder; morgen will ich dir geben\u201c, so du es doch wohl hast. Trachte nicht B\u00f6ses wider deinen N\u00e4chsten, der auf Treue bei dir wohnet. Hadre nicht mit jemand ohne Ursache, so er dir kein Leid getan hat. Eifre nicht einem Freveln nach und erw\u00e4hle seiner Wege keinen; denn der Herr hat Greuel an dem Abtr\u00fcnnigen, und sein Geheimnis ist bei den Frommen. Im Hause des Gottlosen ist der Fluch des Herrn; aber das Haus der Gerechten wird gesegnet. Er wird der Sp\u00f6tter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben. Die Weisen werden Ehre erben; aber wenn die Narren hoch kommen, werden sie doch zu Schanden.]<\/p>\n<p>1.) Weisheit [ist] etwas anderes als Wissen und Verstand2, Lebenserfahrung3. Gilt nicht nur f\u00fcr die Alten, sondern gerade auch f\u00fcr die Jungen4. Wissen ist menschlich, Weisheit g\u00f6ttlich. Viel Wissen ohne Weisheit, wenig Wissen und viel Weisheit. Weisheit ist das Geschenk, den Willen Gottes in den konkreten Aufgaben des Lebens zu erkennen. Weisheit ist nicht Lebens-, sondern Gottes-, Christuserfahrung im t\u00e4glichen Leben. Sie ordnet die Beziehung des Menschen zu seinem N\u00e4chsten, des Mannes zur Frau, des Freundes zum Freund, [des] Vaters zum Kind, [des] Lehrers zum Sch\u00fcler, zum Armen, zum Feind, zum Besitz, zu den Begierden. Das N\u00e4chstliegende. Die Weisheit stellt die Ordnungen Gottes in der Welt wieder her. Weisheit ist das Evangelium im t\u00e4glichen Leben.<br \/>\n2. Vers 27. Wer ist der D\u00fcrftige? Jeder von uns. Wer ist [der,] der von Gott empfangen hat zu geben? Jeder von uns. Weigere dich nicht \u2013 auf die Bitte nicht sofort nach Gr\u00fcnden suchen, sie auszuschlagen \u2013 recht geben hei\u00dft Gottes Gaben weitergeben, da\u00df sie nicht als meine, sondern als Gottes Gabe erkannt wird. Die gr\u00f6\u00dfte Gabe Gottes: Christus. Weigere dich nicht \u2013 Trost und Ermahnung!<br \/>\nVers 28. Nicht hinausschieben, was du heute tun kannst, du machst deinen Tag \u00e4rmer. Es kann morgen zu sp\u00e4t sein. So handelt Gott am S\u00fcnder!5 Hilfe ist nur dann Hilfe, wenn sie gebraucht wird, nicht wenn es mir gef\u00e4llt, sie anzubieten. \u2013 Verschieben bedeutet ein Nicht\u2013ernstnehmen der letzten Entscheidung [des] Todes6. Jede Bitte kann letzte Entscheidung \u00fcber uns sein. Mit abgeschlagener Bitte sterben?7 \u2013 Mit geplanten guten Taten rechtfertigen wir uns h\u00e4ufig. Wir kommen uns gerecht vor, weil wir Gutes zu tun bereit sind, aber auf das Tun allein kommt es an.<br \/>\nVers 29. Das Vertrauen nicht mi\u00dfbrauchen, \u2013 durch b\u00f6se, feindliche Gedanken oder Pl\u00e4ne, durch b\u00f6se Worte. Nicht \u00fcber den Bruder reden! Du kannst dann nicht mehr mit dem Bruder reden!8<br \/>\nVers 30. Ohne Ursache hadern \u2013 die Antipathie, jene unbegr\u00fcndete Feindseligkeit, die nicht die Natur, sondern der Teufel in uns gebracht hat. Unter Christen gibt es keine Antipathien. Gott hat dich geliebt, hat den anderen geliebt.<br \/>\n[Vers] 31[f]. Nicht neidisch [sein], wenn es einem auf seinen Wegen besser geht als dir \u2013 das Geheimnis, Gott ist zwar verborgen, aber bei uns.<br \/>\n[Vers] 33. Fluch und Segen im Haus, in der Arbeit, in der Gemeinschaft.<\/p>\n<p>4. SKIZZE EINER BEICHTANSPRACHE ZU PROVERBIA 28,131<\/p>\n<p>Spr\u00fcche 28,13.<br \/>\n[Wer seine Missetat leugnet, dem wird es nicht gelingen; wer sie aber bekennt und l\u00e4\u00dft, der wird Barmherzigkeit erlangen.]2<\/p>\n<p>\u2013 Beichtvorbereitung zu unserer letzten gemeinsamen Beichte: wir denken dabei an die letzten Monate und an unser Leben in der Gemeinschaft der Br\u00fcder. \u2013 \u201eGelingen\u201c \u2013 was denn? meine W\u00fcnsche, Vorstellung \u00fcber meinen Christenstand; mein pers\u00f6nliches christliches Leben im Gehorsam gegen Gottes Wort \u2013 es gibt nur einen Weg, da\u00df es gelinge bei Gott und Menschen: unsre S\u00fcnde nicht leugnen, sondern bekennen. Ist es bis heute nicht gelungen, es ist noch Zeit genug, da\u00df es gelinge, n\u00e4mlich wenn du vor Gott auf die Knie gehst und ihm alle deine S\u00fcnde bekennst.<br \/>\nS\u00fcnde leugnen; auf verschiedene Weise: 1. sie auf die anderen abschieben, den anderen belasten, um selbst von der Schuld frei zu werden, zum Verkl\u00e4ger der Br\u00fcder werden. Das ist Verruf und Mord zugleich! 2. sie auf mein Wesen, Eigenart, Veranlagung schieben: \u201eich bin nicht danach\u201c, \u201ees liegt mir nicht\u201c, \u201eich brauche etwas anderes\u201c \u2013 das ist feige Ausflucht vor der Verantwortung, die Gott mir aufgelegt hat, zum Verkl\u00e4ger des Sch\u00f6pfers [werden]3. 3. alles verharmlosen, \u201ekameradschaftliche L\u00f6sung\u201c aller dieser Fragen und S\u00fcnden. Nichtachtung des Bruders, des gemeinsamen Stehens unter dem Wort, dem Gebet, der Andacht.<br \/>\nWarum leugnen wir unsere S\u00fcnde? 1. aus Angst, da\u00df ich als Christ mich so geschlagen geben soll, da\u00df ich alle Schuld auf mich nehmen soll 2. aus Angst vor Gott, da\u00df ich es mit Gott zu tun kriege und mit der Frage nach seiner Barmherzigkeit 3. aus Angst vor den Folgen: wenn ich meine S\u00fcnde er- | kenne, so m\u00fc\u00dfte ich ja mit ihr brechen und das hat sichtbare Folgen. Die Menschen werden es merken. Ich mu\u00df zu Menschen hingehen und sie um Verzeihung bitten, ich mu\u00df ja nun endlich anfangen den Kampf gegen mich selbst und die S\u00fcnde in mir aufzunehmen aller Ruhe und Bequemlichkeit zum Trotz; ich mu\u00df vielleicht den Gang zur Beichte wagen. Darum leugne ich, aber: es wird mir auch nicht gelingen, ich tue, was ich wolle.<br \/>\n\u201eBekennen und Lassen der S\u00fcnde, dem wird es gelingen\u201c \u2013 wie geschieht das? 1. erkennen, da\u00df ich selbst an allem schuld bin; nicht die Umst\u00e4nde, nicht die anderen, nicht meine Anlagen m\u00fcssen anders werden, sondern ich selbst. Sonst ist mir nicht geholfen. Ich habe die Andacht mi\u00dfachtet, die Gebetszeit nicht gen\u00fctzt, die Br\u00fcder nicht geachtet, nicht f\u00fcr sie gebetet, sie nicht um Rat und Hilfe gebeten. Ich selbst! 2. Hingehen zum Bruder und ihn um Verzeihung bitten, da\u00df nichts zwischen uns ist, was uns trennt. Mt 5[,22\u201324]. 3. Die Beichte. Letzte Ermahnung. Kannst du anders nicht mehr zum S\u00fcnder werden, so werde es in der Beichte; und es wird dir gelingen. \u2026 und lassen, der Ha\u00df gegen die S\u00fcnde w\u00e4chst mit der Liebe zu Gott. Ein neues Leben anfangen mit Gottes Hilfe. Unsere Gemeinschaft wird rechte christliche Gemeinschaft und Bruderschaft wenn wir zusammen als S\u00fcnder und gemeinsam Vergebung in einem neuen Anfang gewinnen. Der neue Anfang f\u00fchrt in die Ewigkeit.<\/p>\n<p>5. BIBLISCHE BESINNUNG: DER MORGEN1<\/p>\n<p>Morgensegen. Andacht. Meditation. Gottesdienst. Gesetzlichkeit? Der Tag2. Unsere Launen, unser \u00dcbereifer, Sorgen.<br \/>\nPs 30,6 46,6 55,18 (!) 73,14 127,2 Jes 5,11! Jes 50,4 Klag. 3,23 Hos 12,8 Am 4,4 5,8 Zeph 3,5 3 Mos 22,30 2 Mos 16,7 Joh 21,4 Ufer Jes 26,9 Ps 57,5 119,147 komme in der Fr\u00fche3<\/p>\n<p>Jeder neue Morgen ist ein neuer Anfang unsers Lebens. Jeder Tag ist ein abgeschlossenes Ganzes. Der heutige Tag ist die Grenze unsers Sorgens und M\u00fchens (Mt 6,34 Jac 4,14).4 Er ist lang genug, um Gott zu finden oder zu verlieren, um Glauben zu halten oder in S\u00fcnde und Schande zu fallen.5 Darum schuf Gott Tag und Nacht, damit wir nicht im Grenzenlosen wanderten, sondern am Morgen schon das Ziel des Abends vor uns s\u00e4hen. Wie die alte Sonne doch t\u00e4glich neu aufgeht, so ist auch die ewige Barmherzigkeit6 Gottes alle Morgen neu (Klag. 3,23). Die alte Treue Gottes allmorgendlich neu zu fassen, mitten in einem Leben mit Gott t\u00e4glich ein neues Leben mit ihm beginnen zu d\u00fcrfen, das ist das Geschenk, das Gott uns mit jedem neuen Morgen macht.<br \/>\nIn der heiligen Schrift ist der Morgen eine Zeit voller Wunder. Er ist die Stunde der Hilfe Gottes f\u00fcr seine Kirche7 (Ps 46,6), die Stunde der Freude nach einem Abend des Weinens (Ps 30,6), die Stunde der Verk\u00fcndigung des g\u00f6ttlichen Wortes (Zeph 3,5), der t\u00e4glichen Austeilung des heiligen Mannas (2 Mose 16,13 f). Vor Tagesanbruch geht Jesus beten (Mk 1,35), in der Fr\u00fche gehen die Frauen zum Grab und finden Jesus auferstanden,8 im Morgengrauen finden die J\u00fcnger den Auferstandenen am Ufer des Sees von Tiberias (Joh 21,4). Es ist die Erwartung der Wunder Gottes, die die M\u00e4nner des Glaubens fr\u00fch aufstehn l\u00e4\u00dft (1 Mos 19,27 2 Mos 24,4 Hiob 1,5 und \u00f6fter). Der Schlaf h\u00e4lt sie nicht mehr. Sie eilen der fr\u00fchen Gnade Gottes entgegen. |<br \/>\nBeim Erwachen vertreiben wir die finsteren Gestalten der Nacht und die wirren Tr\u00e4ume, indem wir alsbald den Morgensegen sprechen und uns f\u00fcr diesen Tag f\u00fcr Hilfe dem dreieinigen Gott befehlen. B\u00f6se Launen, unbeherrschte Stimmungen und W\u00fcnsche und Sorgen9, die wir am Tag nicht mehr los werden, sind oft genug Nachtgespenster, die nicht beizeiten verjagt worden sind und uns den Tag verg\u00e4llen wollen. In die ersten Augenblicke des neuen Tages geh\u00f6ren nicht eigene Pl\u00e4ne und Sorgen, auch nicht der \u00dcbereifer der Arbeit, sondern Gottes befreiende Gnade, Gottes segnende N\u00e4he. Wen die Sorge fr\u00fchzeitig aufweckt, zu dem sagt die Schrift: \u201ees ist umsonst, da\u00df ihr fr\u00fche aufsteht und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Tr\u00e4nen\u201c10 (Ps 127,2). Nicht die Angst vor dem Tag, nicht die Last der Werke, die ich zu tun vorhabe, sondern der Herr \u201eweckt mich alle Morgen; er weckt mir das Ohr da\u00df ich h\u00f6re wie ein J\u00fcnger\u201c; so hei\u00dft es vom Knecht Gottes (Jes 50,4). Bevor das Herz sich der Welt aufschlie\u00dft, will Gott es sich erschlie\u00dfen, bevor das Ohr die unz\u00e4hligen Stimmen des Tages vernimmt, soll es in der Fr\u00fche die Stimme des Sch\u00f6pfers und Erl\u00f6sers h\u00f6ren. Die Stille des ersten Morgens hat Gott f\u00fcr sich selbst bereitet. Ihm soll sie geh\u00f6ren.<br \/>\nVor das t\u00e4gliche Brot geh\u00f6rt das t\u00e4gliche Wort. Nur so wird auch das Brot mit Danksagung empfangen. Vor die t\u00e4gliche Arbeit geh\u00f6rt das morgendliche Gebet. Nur so wird die Arbeit in der Erf\u00fcllung des g\u00f6ttlichen Befehls getan. F\u00fcr stille Gebetszeit und gemeinsame Andacht mu\u00df der Morgen eine Stunde hergeben. Das ist wahrhaftig keine vergeudete Zeit. Wie k\u00f6nnten wir anders ger\u00fcstet den Aufgaben, N\u00f6ten und Versuchungen des Tages entgegengehen? Und ob wir auch oft nicht \u201ein Stimmung\u201c daf\u00fcr sind, so ist es doch schuldiger Dienst an dem, der von uns angerufen, gelobt und gebeten sein will und der uns unsern Tag nicht anders als durch sein Wort und unser Gebet segnen will.<br \/>\nEs ist nicht gut von \u201eGesetzlichkeit\u201c zu reden, wo es um die | Ordnung unsers christlichen Lebens, um die Treue in den gebotenen Dingen des Schriftlesens und Betens geht.11 Unordnung zersetzt und zerbricht den Glauben. Das mu\u00df der Theologe besonders lernen, der Zuchtlosigkeit so leicht mit evangelischer Freiheit verwechselt. Wer einmal ein ausf\u00fcllendes geistliches Amt versehen und nicht in Betriebsamkeit sich und seine Arbeit zugrunde richten will, der lerne beizeiten die geistliche Disziplin des Dieners Jesu Christi. Der junge Theologe wird es als eine gro\u00dfe Hilfe erfahren, wenn er sich f\u00fcr sein stilles Gebet und f\u00fcr die Andacht feste Zeiten setzt, die er in gro\u00dfer Beharrlichkeit12 und Geduld einh\u00e4lt.<br \/>\nDie stille Gebetszeit13 braucht jeder Christ. Der Theologe, der Christ sein will, braucht sie n\u00f6tiger als irgend ein anderer. Er braucht mehr Zeit f\u00fcr Gottes Wort14 und f\u00fcr das Gebet, denn dazu ist er besonders [ein]gesetzt15 (Akta 6,4). Wie sollen wir den Tag \u00fcber mit Gottes Wort umgehen, predigen und unterweisen lernen, anderer Menschen Last br\u00fcderlich tragen helfen, wenn wir nicht selbst Gottes Hilfe f\u00fcr den Tag erfahren haben? Wir wollen ja nicht Schw\u00e4tzer und Routiniers werden. Es ist ratsam der stillen Gebetszeit ein Wort Gottes zugrunde zu legen. Das gibt dem Gebet Inhalt, festen Grund und Zuversicht. Es kann f\u00fcr eine Woche derselbe Schriftabschnitt sein.16 Dann wird das Wort in uns zu wohnen und zu leben beginnen und uns bewu\u00dft oder unbewu\u00dft gegenw\u00e4rtig sein. Ein zu rascher Wechsel macht oberfl\u00e4chlich. Auf dem Grund der Schrift lernen wir in der Sprache, in der Gott zu uns gesprochen hat, zu Gott sprechen, wie das Kind zum Vater. Vom Worte Gottes ausgehend beten wir alles was das Wort uns lehrt, bringen wir den kommenden Tag vor Gott und reinigen unsre Gedanken und Vors\u00e4tze vor ihm, beten wir vor allem um die volle Gemeinschaft Jesu Christi mit uns. Wir wollen nicht vergessen f\u00fcr uns selbst zu beten. \u201eAchte deine Seele hoch in Demut\u201c ([Jesus Sirach 10,31]17). Dann aber liegt vor uns das weite Feld der F\u00fcrbitte. Hier weitet sich der | Blick, er sieht nahe und ferne Menschen und Dinge, um sie der Gnade Gottes zu befehlen. Keiner, der uns um unsre F\u00fcrbitte gebeten hat, darf fehlen. Dazu kommen all die, die uns pers\u00f6nlich oder beruflich besonders anbefohlen sind und das sind viele. Schlie\u00dflich wei\u00df jeder von Menschen, denen sonst wohl kaum einer diesen Dienst tut. Nicht vergessen wollen wir, Gott f\u00fcr die zu danken, die uns durch ihre F\u00fcrbitte helfen und st\u00e4rken. Wir wollen die stille Gebetszeit nicht beschlie\u00dfen, bevor wir mehrfach und schlie\u00dflich mit gro\u00dfer Gewi\u00dfheit18 das Amen gesprochen haben.19<br \/>\nZur gemeinsamen Andacht suchen wir Hausgenossen oder Br\u00fcder aus der Nachbarschaft, um mit ihnen zusammen das Wort Gottes zu h\u00f6ren, zu singen und zu beten. In die Andacht geh\u00f6ren vor allem die gemeinsam gelesenen Psalmen, die nur dann zu unsrem Besitz werden, wenn wir sie t\u00e4glich und reichlich und ohne Auslassung lesen und beten, auch dort wo sie uns schwer werden. Dann sollte ein nicht zu bescheidener20 Abschnitt im Alten und Neuen Testament fortlaufend zur Verlesung kommen. Das Lied der Kirche stellt uns in die gro\u00dfe Gemeinde der Gegenwart und Vergangenheit. Das Gebet, das einer f\u00fcr die ganze Gemeinschaft spricht, bringt die gemeinsamen Anliegen der kleinen Hausgemeinde vor Gott.<br \/>\nNun hat Gott in dem Schweigen des Morgens sein Wort geredet, nun haben wir mit ihm und mit der Gemeinde der Christen Gemeinschaft gefunden. Sollten wir nun nicht zuversichtlich an das Tagewerk gehen?<\/p>\n<p>6. AUSLEGUNG ZU R\u00d6MER 9\u201311 (MITSCHRIFT). FINKENWALDE, 28. 9. 19351<\/p>\n<p>R\u00f6mer 9\u201311 Judenproblem.<\/p>\n<p>Wer ist der Jude? Israel nach dem Fleisch?<br \/>\nKapitel 8 zu 9: Begriff der \u201eErw\u00e4hlung\u201c. Juden \u201eBr\u00fcder\u201c2, 9,5 einzige Stelle, wo Christus Gott genannt.<br \/>\nVers 6\u201313 Die Kinder Israel sind nicht = \u03c3\u03c0\u03ad\u03c1\u03bc\u03b13, sondern nur die der Verhei\u00dfung (nicht Ismael, sondern Isaak4). Das \u03c3\u03c0\u03ad\u03c1\u03bc\u03b1 tut nichts, sondern das Wort Gottes, so zu dem \u03c3\u03c0\u03ad\u03c1\u03bc\u03b1 kommt.5<br \/>\nV 1\u20135 wer: nach dem Fleisch6, die die Verhei\u00dfungen usw. haben.7 Israel nach dem Fleisch hat alle [Gaben]8 empfangen der Verhei\u00dfung. Israeliter sind nur Kinder aber der Verhei\u00dfung. Kinder der Verhei\u00dfung9 sind aber nur die Erw\u00e4hlten. Nicht durch das \u03c3\u03c0\u03ad\u03c1\u03bc\u03b1 sind sie Kinder, sondern durch die Erw\u00e4hlung. Aber als die Erw\u00e4hlten die aus dem \u03c3\u03c0\u03ad\u03c1\u03bc\u03b1 \u1f08\u03b2\u03c1\u03b1\u03ac\u03bc.10 Realgrund ist die Erw\u00e4hlung. Erkenntnisgrund: \u03c3\u03c0\u03ad\u03c1\u03bc\u03b1. Nicht weil, empfangen sie das Reich Gottes. Sondern als solche, die hinzugetreten sind, hinzugeh\u00f6ren. Lk 19 \u2026 sintemal auch dieser Same Abrahams ist.11<br \/>\nV 14 ff Weiter: Verstockung. Auf nichts als auf Gottes12 zur\u00fcckgef\u00fchrt. Die Verstockung auf die Erw\u00e4hlung zur\u00fcckgef\u00fchrt (vgl. Vers 12 Luthers Zusatz \u201eaus Gnade des Berufers\u201c, wo griechisch einfach \u1f10\u03ba \u03c4\u03bf\u1fe6 \u03ba\u03b1\u03bb\u03bf\u1fe6\u03bd\u03c4\u03bf\u03c213).<br \/>\nVers 17: Pharaos Verstockung soll dazu dienen, Gottes Ehre in allen Landen zu verk\u00fcndigen. (Kapitel 11 auch: Israels Verstockung. Gott benutzt die Verstockung eines, um einen anderen zu bekehren.) Die Verstockung hat ein Ziel: Verk\u00fcndigung des Namens. Vielleicht auch ein Ende damit.<br \/>\nVers 30\u2013Kapitel 10,3 Hier von ihrer Schuld geredet. Die Erw\u00e4hlungsverstockung ist zugleich Selbstverschuldung.<br \/>\nV 4\u20138 Das Wort des Evangeliums war ihnen schon (den Juden) nahe!<br \/>\nVerstockung: 1.) Gottes Wille 2.) Schuld Israels 3.) Berufung der anderen.<br \/>\nKapitel 11 Versto\u00dfen? Nein, nicht versto\u00dfen. Beweis: er selber.14 Gott [hat] nicht versto\u00dfen, aber verstockt15. \u03bb\u03b5\u1fd6\u03bc\u03bc\u03b1: Rest, Anbruch (Elia)16.<br \/>\nVers 11 Angelaufen, damit sie nachher fallen? Nein. Sondern Fallen um der Heiden willen geschehen. Verstockung stellvertretend leidend f\u00fcr die Heiden, nicht ohne Schuld, darin Unterschied zum Knecht.17 Stellvertretungsgedanke bleibt. Aber Schuld doch.<br \/>\nWarum mu\u00dften die Juden verstockt werden, damit die Heiden das Heil bek\u00e4men? Damit sie Christus kreuzigten (und Deuterojesaja?18). Es bleibt so, da\u00df Israel der Missionar der Welt ist, leidend stellvertretend, aber nun eben durch die Schuld! Kreuz19 ist schuldhafte Verstockung, die Israel aber nicht aus der missionarischen Aufgabe herausnimmt.<br \/>\nStellvertretung: Das hei\u00dft Gott geht nicht ab von seinem Plan. Er benutzt die Schuld dazu. Moralisch das nicht zu verstehen.<br \/>\nVers 15: Erst mit der Auferstehung der Toten wird Annahme Israels kommen.<br \/>\nVers 17 ff: Wenn schon erw\u00e4hlte Zweige abgehauen, um wieviel mehr ein Heide abgehauen.20<br \/>\nVers 25 ff: \u03bc\u03c5\u03c3\u03c4\u03ae\u03c1\u03b9\u03bf\u03bd21 \u2013 Prophetie.<br \/>\nVers 28 ganz deutlich Stellvertretung, Schuld, Wahl bleibt. An den Juden vollzieht sich ein nicht offenbarer Wille Gottes (Wahl), sie bleiben die Geliebten Gottes, aber \u1f10\u03c7\u03b8\u03c1\u03bf\u03af22, zum Heil ihnen und den anderen. Es mu\u00df geschehen (der Verrat), aber wehe dem, der es tut!23<br \/>\nNun Frage: Israel nach dem Fleisch oder durch die Natur? oder durch das Gesetz?<br \/>\nWas ist ein Jude?<\/p>\n<p>7. BIBELARBEIT: K\u00d6NIG DAVID. FINKENWALDE, 8.\u201311. 10. 19351<\/p>\n<p>K\u00f6nig David.<\/p>\n<p>Anleitung zum Lesen der Samuelisb\u00fccher. Beitrag zum Thema: Christus im Alten Testament \u2013 unaktuell, absichtlich \u2013 Versenkung in die Gedanken der Bibel.2<\/p>\n<p>Vorbemerkung: Das Zeugnis des Neuen Testaments und der Propheten von David.3<\/p>\n<p>1. Christus ist der Sohn und Same Davids nach dem Fleisch und nach der Verhei\u00dfung (R 1[,3] Mt 1[,1] Joh 7,42 2 Tim 2,8. Mt 22,42). Die Genealogien4 Mt 1 und Luk 3, die \u00fcber David auf Joseph f\u00fchren, der doch nicht der leibliche Vater Jesu wurde, dr\u00fccken5 den Verhei\u00dfungscharakter der Sohnschaft nach dem Fleisch aus. Gott hat dem fleischlichen Samen Davids die Verhei\u00dfung gegeben, aber damit nicht das Fleisch sich daraus eigenen Ruhm bereite, sondern die Gnade des Verhei\u00dfenden allein gepriesen werde, bekundet sich die Treue Gottes gerade seiner dem fleischlichen Samen gegebenen Verhei\u00dfung darin, da\u00df die Kette der leiblichen V\u00e4ter Jesu mit Joseph abbricht und Jesus als der Sohn der unbefleckten6 Verhei\u00dfung verk\u00fcndet wird7. Diese Verhei\u00dfung kannte David nach dem Zeugnis des Neuen Testaments \u2013 \u201eda er ein Prophet war und wu\u00dfte, da\u00df | ihm Gott verhei\u00dfen hatte mit dem Eide, da\u00df die Frucht seiner Lenden sollte auf seinem Stuhl sitzen \u2026\u201c8 Akta 2,30 \u2013. David wei\u00df sich als den, durch den Christus auf die Welt kommen soll, und durch diese Verhei\u00dfung, Christus sei die Frucht seiner Lenden, wei\u00df er sich auf seinem Thron erhalten. Als der, in dem Christus schon ist, ist er zugleich sein Prophet und Zeuge. Durch die Verhei\u00dfung wei\u00df er schon von der Auferstehung Christi und bezeugt sie. Act 2,31 \u201ehat geredet von der Auferstehung Christi, da\u00df seine Seele nicht dem Tod gelassen ist und sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.\u201c David ist also Zeuge Christi und seiner Auferstehung \u2013 und zwar insofern von allen Propheten qualificierter Zeuge, als er Christus in seinen Lenden tr\u00e4gt, als er selbst durch diese Verhei\u00dfung, das hei\u00dft eben durch den Christus in ihm lebt. Also, Christus war realiter9, nach Fleisch und Verhei\u00dfung in David \u2013 und David war sein Zeuge.<\/p>\n<p>2. Nicht nur in seiner Person, sondern auch in seinem Amt ist Christus nach dem Zeugnis des Neuen Testaments der Erbe Davids. Der Thron Davids, sein K\u00f6nigtum und Reich ist der Thron Christi, Sein K\u00f6nigtum und Sein Reich Luk 1,32.69. Der Thron Davids ist ein ewiger Thron (2 Sam 7[,13]). Die \u201egewissen Gnaden Davids\u201c (Jes. 55,3) sind dem Neuen Testament das Zeugnis f\u00fcr die Auferstehung Christi. Gottes Treue, die er dem David schw\u00f6rt, ist Unterpfand und Beweis, weil im strikten Sinne Gottesbeweis, Gottes eigener Beweis der Auferstehung Christi (Akt 13,34). Der ewige Stuhl Davids ist der Stuhl des auferstandenen Christus, um der Verhei\u00dfung und der Treue Gottes willen. So ist das Reich des Christus\u2013Messias kein anderes als das Reich Davids. Beim messianischen Einzug Jesu in Jerusalem schreit das Volk: \u201eGelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt im Namen des Herrn\u201c Mark 11,10. Amt und Reich Davids sind Amt und Reich Jesu Christi. In David ist Amt und Reich Christi vorgebildet. In Christus, dem Davidssohn, kommt es wieder10.<\/p>\n<p>3. So versteht es sich, da\u00df das Neue Testament die Worte der Psalmen Davids als Christusworte h\u00f6rt: Hebr 2,12 (Ps 22[,23]). Hebr 10,5 (Ps 40,7 ff[\u20139]) hei\u00dft es sogar, da\u00df Christus in diesem Psalm Davids in die | Welt gekommen sei. Christus war real in den Worten Davids pr\u00e4sent, wie ja auch Jesus das Zeugnis des Alten Testaments best\u00e4tigt, David habe im Geist gesprochen (Mt 22,43. 2. Sam 23,2)11. Christus betet am Kreuze Worte aus den davidischen Psalmen, macht sie zu seinen eigenen, best\u00e4tigt sie als die seinen \u2013 \u201eVater, in deine H\u00e4nde\u201c (Luk 23,46 Ps 31,6) \u2013 \u201emich d\u00fcrstet\u201c (Joh 19,28 Ps 22,16) \u2013 \u201eMein Gott \u2026\u201c (Mt 27,46 Ps 22,2). Schlie\u00dflich: Christus nennt sich selbst die Wurzel des Geschlechts, den Stamm David (Offbg 22,16 5,5). Er ist vor David, er tr\u00e4gt David und er ist selbst der Stamm Davids. Ergebnis: David tr\u00e4gt nach Person und Amt Christus in sich. Christus ist in David.<\/p>\n<p>4. Das prophetische Zeugnis kommt darin mit dem neutestamentlichen \u00fcberein, da\u00df es in David den sieht, den Gott wiedererwecken wird als den Messias seines Volkes. In David ist der Messias vorgebildet \u2013 der Messias wird ein neuer K\u00f6nig David sein Hes 34,23 ff[\u201324] Hos 3,5 Jer 30,9.21; etwas anders Jer 33,15 Jes 9,7 11,1 Jes 55,3. Sach 12,8 ff[\u201312].<\/p>\n<p>5. Das einhellige Zeugnis der Propheten und des Neuen Testaments erkennt in David den im Alten Bund vorgebildeten Messias. Christus ist in ihm, und nur dadurch ist er, was er ist. Wie der Opferkult der Schatten war, der von dem geschichtlichen, einmaligen12 Opfer Christi auf den Alten Bund fiel, aber nicht nur \u201eSchatten\u201c, sondern zugleich \u201eVorbild\u201c (Hebr 8,5 \u201eVorbild und Schatten\u201c! 10,1), so mu\u00df nun analog David als \u201eVorbild und Schatten\u201c des Messias verstanden werden.13 Schatten gibt es nur wo es K\u00f6rper gibt. Biblisch hei\u00dft das, da\u00df es Schatten nur gibt weil es Inkarnation, Fleischwerdung des Wortes Gottes gibt. David ist der Schatten des fleischgewordenen Messias. Von der Inkarnation her f\u00e4llt der Schatten auf David. Damit ist die Inkarnation als das Prius14 verstanden. Um der Inkarnation willen und von der Inkarnation her ist David messianischer K\u00f6nig. Wie aber zwischen K\u00f6rper und Schatten ein dimensionaler Unterschied besteht, so besteht er auch zwischen Christus und David. Die Dimension der Fleischwerdung ist das \u1f10\u03c0\u03bf\u03c5\u03c1\u03ac\u03bd\u03b9\u03bf\u03bd, das Himmlische, das von oben her,15 die Dimension des Schattenbildes David ist das irdische16. Wie aber das | himmlische vor dem irdischen ist, so ist Christus vor David.<br \/>\n\u201eVorbild\u201c [ist] David17 [insofern,] als in ihm im Laufe der Heilsgeschichte Christus vorgebildet ist, als zeitliches Vorher18. Wie der Schatten das Bild des K\u00f6rpers ist, so ist die Gestalt David ein Bild Christi. Ein Bild mu\u00df in seiner Ganzheit, in seinen Umrissen gezeigt werden k\u00f6nnen. Es kann angesehen werden. Indem David \u201eBild\u201c Christi ist[, ist] er nicht Wortzeugnis, sondern eben Bildzeugnis. Damit wird eine andere19 Schicht der Beziehung von Altem Testament und Neuem Testament aufgedeckt. Hinter der Schicht des Wortzeugnisses steht die Schicht des Bildzeugnisses. Nach der Unterscheidung der alten Dogmatik20 ist David ein Personaltypus Christi. Und es mu\u00df nun dort, wo das neutestamentliche Zeugnis ernstgenommen wird bei der Auslegung der Davidsgeschichten darum gehen21, David in seiner Person, seinem Amt, seinem Wort und seiner Geschichte als den, in dem nach dem Zeugnis des Neuen Testaments Christus selbst war, als Vorbild und Schatten Christi zu verstehen.22 David ist nur insofern wichtig, als er Zeugnis von Christus ist, nicht f\u00fcr sich, sondern f\u00fcr Christus und so f\u00fcr die Kirche Christi.<\/p>\n<p>I. Salbung und Verfolgung Davids<\/p>\n<p>Die Salbung<\/p>\n<p>Die Geschichte und das Problem Davids ist von Anfang an durch die Tatsache seiner Salbung zum K\u00f6nig bestimmt. Nichts wissen wir vorher von ihm, das erste Wort \u00fcber ihn f\u00e4llt in dem Befehl Gottes an Samuel, David, den Gott sich erw\u00e4hlt hat zum K\u00f6nig, zu salben (1 Sam 16,1). Gottes Erw\u00e4hlung und die Salbung zum K\u00f6nig gehen jedem andern Wort \u00fcber David voraus. David ist wichtig und interessant allein als der von Gott von den s\u00e4ugenden Schafen (Ps 78,[71]23) wegberufene, erw\u00e4hlte und gesalbte K\u00f6nig. Durch die | Salbung wird David biblische Gestalt. Da\u00df David abgesehen von seiner Salbung von keinerlei Interesse und Bedeutung war, zeigt gerade der Bericht, demgem\u00e4\u00df er dem Samuel anfangs garnicht mit vorgef\u00fchrt wird 16,11. Er ist der J\u00fcngste und h\u00fctet die Schafe. Und dem entsprechend wird er auch nachher von seinem \u00e4lteren Bruder Eliab ausgescholten und verachtet 17,28, der die Salbung nicht ernst nimmt. Mit der Salbung empf\u00e4ngt David den Geist Gottes, der bei ihm bleibt \u201evon dem Tag an und f\u00fcrder\u201c 16,13. Noch in seinen letzten Worten bezeugt es David (2 Sam 23,2), da\u00df Gottes Geist durch ihn geredet hat \u2013 und das neutestamentliche Zeugnis best\u00e4tigt es24 (Akt 2,30 Mt 22,43). Der Geist der Salbung ist der Geist des messianischen K\u00f6nigtums. Es ist der eine Geist Gottes, mit dem David gesalbt wurde und Christus \u2013 \u201eDer Geist des Herrn ist bei mir darum, da\u00df er mich gesalbt hat\u201c (Luk 4,18), ist der Geist, der bei der Taufe auf Jesus herabkommt und ihn zum messianischen K\u00f6nig versiegelt.25 Der Geist, der am messianischen K\u00f6nigsamt h\u00e4ngt, kann nicht zugleich auf einem andern, Verworfenen bleiben. Darum \u201ewich der Geist des Herrn von Saul\u201c [I Sam] 16,14 \u2013 und \u2013 seltsam genug! \u2013 Saul wird wahnsinnig. Die gesamte nun folgende Verfolgung Davids durch Saul ist nur als die Tat des vom \u201eb\u00f6sen Geist\u201c besessenen 16,14.23 wahnsinnigen Saul, der bei der Zauberin von Endor endet, zu begreifen. Zwar vermag es der gesalbte David zeitenweise Saul zu erquicken, da\u00df es besser mit ihm wird und der b\u00f6se Geist von ihm wich 1 Sam 16,23 \u2013 aber der Geist Gottes bleibt auf David.<\/p>\n<p>David und Goliath<\/p>\n<p>Die Salbung f\u00fchrt David sofort in den Kampf mit den M\u00e4chten26 der Welt. Es geht hier um die Bew\u00e4hrung der Salbung. Er wei\u00df sich zum Kampf f\u00fcr sein Volk gefordert, dort wo kein anderer ihn wagt. Sein Volk ist in Schande | und Gefahr. Die Heiden h\u00f6hnen es. Er tritt ins Mittel. Verlacht von seinem Bruder, f\u00fcr toll und \u00fcberm\u00fctig gehalten (17,28), gewarnt von Saul (17,33) \u2013 l\u00e4\u00dft er sich nicht zur\u00fcckhalten \u2013 \u201eder Herr, der mich von dem L\u00f6wen und B\u00e4ren errettet hat, wird mich auch erretten von diesem Philister\u201c Vers 37. Derselbe Herr, der ihn gesalbt hat, f\u00fchrt ihn auch in den Kampf.<br \/>\nNun tritt die erste Versuchung an ihn heran. Er sieht den schwer ger\u00fcsteten Philister. Saul will ihn ebenso ausr\u00fcsten. Wehrhaft soll er dem Feind gegen\u00fcbertreten. Er legt den Panzer an. Dann wirft er ihn ab. Nein, David darf nicht stark sein vor den Augen der Welt. Wehrlos, als der, als den ihn Gott berufen hat, als der Hirte, der die Salbung Gottes empfing, will er den Kampf aufnehmen. \u201eIch bin\u2019s nicht gewohnt\u201c Vers 39. Er will nichts anderes werden. Das einzige, was jetzt anders mit ihm ist, ist seine Salbung. Ohne Waffen, wehrlos tritt er in den Kampf.<br \/>\nEs mu\u00df so sein, da\u00df der Feind, da\u00df die Welt den Wehrlosen verachtet und h\u00f6hnt und ihm flucht Vers 42 f. Sie begreift ihn nicht, h\u00e4lt ihn f\u00fcr wahnsinnig oder \u00fcberm\u00fctig, wei\u00df nicht, da\u00df es die rechte Demut gegen Gott und sein Wort ist, die den David wehrlos macht.<br \/>\nDavid sagt, was er zu sagen hat in der Gewi\u00dfheit seiner Salbung27: \u201eDu kommst zu mir mit Schwert, Spie\u00df und Schild; ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, das du geh\u00f6hnt hast.\u201c \u2013 Jesus sagt: \u201eihr seid ausgegangen mit Stangen und Spie\u00dfen mich zu fangen\u201c28 \u2013 und er war wehrlos und sie sanken vor ihm in die Knie. \u201eDer Herr hilft nicht durch Schwert und Spie\u00df; denn der Streit ist des Herrn; er wird euch in unsere Hand geben\u201c Vers 47. Und der Herr bekennt sich zu seinem Gesalbten und hilft ihm zum wunderbaren Sieg.<br \/>\nIn jeder Beziehung ist David hier \u201eVorbild und Schatten\u201c Jesu Christi. Er tritt unmittelbar nach seiner Salbung in den Kampf gegen die Feinde des Volkes Gottes. Er besteht die Ver- | suchung, gro\u00df und m\u00e4chtig zu sein, ein Starker dieser Welt zu sein. Er wird wehrlos. Er wird von der Welt verachtet und geha\u00dft, um seiner Wehrlosigkeit, das hei\u00dft eben um seiner Salbung willen. Er h\u00e4lt sich in seinem Kampf allein an den Gott Israels, der ihn zum K\u00f6nig seines Volkes berufen hat. Er wei\u00df, Gott siegt nicht durch Schwerter und Spie\u00dfe, sondern durch den Glauben seines Gesalbten. Als der zum messianischen K\u00f6nigtum Gesalbte, als Vorbild und Schatten Christi siegt David \u00fcber Goliath. Es ist Christi Sieg in ihm. Denn Christus war in David.<\/p>\n<p>Die Verfolgung<\/p>\n<p>Der gesalbte David kann dem Ha\u00df und der Verfolgung um seiner Salbung willen nicht entgehen. Die Zeit bis zur Thronbesteigung ist eine Zeit der allseitigen fortgesetzten Feindschaft gegen ihn. Der D\u00e4mon in Saul ha\u00dft und flieht ihn. Er erkennt ihn als den Gesalbten, wie die D\u00e4monen Christus erkannten, und weil er wei\u00df, da\u00df David an seine Stelle treten und die Herrschaft ihm geh\u00f6ren wird, geht der Kampf gegen David auf Tod und Leben. Saul oder David, die D\u00e4monen oder Christus \u2013 obwohl Saul zweimal bekennen29 mu\u00df und es wei\u00df 24,18, David, \u201edu bist gerechter als ich; du hast mir Gutes bewiesen, ich aber habe dir B\u00f6ses bewiesen\u201c \u2013 ja, gerade weil er das wei\u00df, da\u00df David ihm B\u00f6ses mit Gutem vergilt, gerade wenn David durch seine Psalmen das Herz Sauls erquicken30 wollte, packt ihn der D\u00e4mon umso wilder, da\u00df er nach David schie\u00dft,31 um ihn zu t\u00f6ten. Der Ha\u00df gegen David treibt Saul zur Abg\u00f6tterei und Zauberei, und schlie\u00dflich zum Selbstmord.<br \/>\nDavid ist ein Fremdling in seinem eigenen Land und im Land der Philister;32 er hat nicht, da er sein Haupt hinlege.33 Er ist der Ausgesto\u00dfene, Gef\u00fcrchtete und Verd\u00e4chtigte. Er hat wenig Gef\u00e4hrten. Jonathan, Sauls Sohn, macht einen Bruderbund mit ihm in Ewigkeit. Der Sohn des Verworfe- | nen erkennt, begreift und liebt den Gesalbten Gottes. Er hat ihn so lieb, wie seine eigene Seele 18,1.3. 20,17 \u2013 so lieb, wie der Mensch den Gesalbten Gottes haben soll \u2013 er liebt seinen Bruder David, wie sich selbst. David ist des Jonathan Liebe \u201esonderlicher denn Frauenliebe\u201c (2 Sam 1,26), wie die rechte Bruderliebe in der Erkenntnis des Gesalbten Gottes sonderlicher ist als die Liebe von Fleisch und Blut. In seiner Liebe zu David erkennt Jonathan, der Sohn Sauls, des K\u00f6nigs, an, da\u00df die Erw\u00e4hlung und Salbung nicht durch Fleisch und Blut ererbt wird, sondern allein auf der freien Gnade Gottes ruht. Jonathan gerade als der Thronerbe34 w\u00e4re es gewesen, von dem die gr\u00f6\u00dfte Feindschaft gegen David verst\u00e4ndlich gewesen w\u00e4re. Aber eben der nat\u00fcrliche Feind wird dem David zum Bruder geschenkt.35 Er gibt ihm seinen Rock, Schwert, G\u00fcrtel \u2013 er gibt ihm, was dem K\u00f6nigssohn geh\u00f6rt 18,4. Er will der N\u00e4chste sein um David, wenn der36 K\u00f6nig sein wird 23,17. Er will der Bruder sein des Gesalbten in selbstloser Liebe.<br \/>\nVon einer seltsamen Schar von Gef\u00e4hrten des Gesalbten und Verfolgten berichtet die Bibel. In der H\u00f6hle von Adullam, in die David nach vergeblichem Umherirren flieht, versammeln sich um ihn seine Br\u00fcder, die ihn einstmals verachteten und \u201eallerlei M\u00e4nner, die in Not und Schulden und betr\u00fcbten Herzens waren; und er war ihr Oberster\u201c 22,2. David wird der S\u00fcnder Geselle, der Freund und Vertraute der M\u00fchseligen und Beladenen, der Hoffnungslosen und Betr\u00fcbten. Er teilt mit ihnen ihr Leben, er ist ihr Oberster \u2013 ist David ein R\u00e4uberh\u00e4uptling, der in seiner Not es mit den Desperados h\u00e4lt wie andere auch? David ist f\u00fcr das biblische Zeugnis immer und \u00fcberall der Gesalbte Gottes. In seinen Lenden ist Christus.<br \/>\nDie gro\u00dfe Versuchung Davids w\u00e4hrend der Jahre der Flucht und Verfolgung ist es, sein K\u00f6nigtum mit Gewalt an sich zu rei\u00dfen, Blut zu vergie\u00dfen, das Reich vorzeitig aufzurichten, | bevor es Gott gef\u00e4llt. War er der Erw\u00e4hlte, so konnte er ja jeden Tag, der der Aufrichtung des Reiches verloren ging, als sinnlos und verloren betrachten. Warum sollte er nicht den, der ihm im Wege stand, Saul, warum sollte er nicht jeden, der sich ihm in den Weg stellte, einfach in der Gewi\u00dfheit seiner Berufung vernichten. So trug es der Teufel immer wieder an ihn heran. Aber die Aufrichtung des messianischen Reiches hat ihre Zeit, die ihr von Gott gesetzt ist und der David nur gehorchen kann. So erf\u00fcllt David die Zeit seiner ihm verordneten Leiden, und wartet \u201ebis ich erfahre, was Gott mit mir tun wird\u201c (1 Sam 22,3). David leidet um seines Reiches willen \u2013 er kann das messianische Reich nur durch die Zeit seines Leidens ererben. Er bleibt frei von Gewalt und Blutschuld. Zweimal wird Saul in seine Hand gegeben. Aber noch ist Saul der Gesalbte, wenn auch der verworfene Gesalbte Gottes. \u201eDas lasse der Herr [ferne] von mir sein, da\u00df ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn; denn er ist der Gesalbte des Herrn\u201c 1. S. 24,7. Und als er nur den Zipfel vom Rock des Saul abgeschnitten hat, schl\u00e4gt ihm sein Herz (24,6); denn er sp\u00fcrt die Macht der Versuchung und er sieht, wie der Teufel am Werk ist, das verhei\u00dfene Reich im Keime zu verderben. Zum zweitenmal tritt der Versucher in der Gestalt des Abisai noch n\u00e4her37 an ihn heran. \u201eGott hat deinen Feind heute in deine Hand beschlossen, so will ich ihn mit dem Spie\u00df stechen\u201c 1 S 26,8. David soll Gottes eigenen Willen erkennen, dem Saul den Tod zu geben, und sein Reich aufzurichten, und der Zeit seines Leidens ein Ende zu machen. So argumentiert38 der Teufel vom Paradies bis zur Versuchung Jesu mit Gottes eigenem Wort, hier mit Gottes Wort aus der gegebenen \u2013 \u201egottgegebenen\u201c \u2013 Situation. Aber David weist den Versucher hinter sich \u2013 \u201ewo der Herr ihn nicht schl\u00e4gt \u2013 so lasse der Herr fern von mir sein\u201c \u2013 1 S 26,10 [f]. David bleibt der Wehrlose, der Verfolgte und Leidende um des | Reiches willen. Und indem er so B\u00f6ses mit Gutem vergilt, bringt39 er den Saul zweimal zur Erkenntnis seiner S\u00fcnde. Nicht durch Gewalt, sondern durch Liebe gewinnt er das Herz des verworfenen Saul. 24,18: \u201eDu bist gerechter als ich. Du hast mir Gutes bewiesen; ich aber habe dir B\u00f6ses bewiesen\u201c. 26,21 ff[\u201325]: \u201eich habe ges\u00fcndigt, komm wieder, mein Sohn David, ich will dir f\u00fcrder kein Leid tun, darum da\u00df meine Seele heutigestags ist teuer gewesen in deinen Augen.\u201c \u2026 David: \u201eDer Herr wird einem jeglichen vergelten nach seiner Gerechtigkeit und seinem Glauben \u2013 er errette mich von aller Tr\u00fcbsal.\u201c Saul: \u201eGesegnet seist du, mein Sohn David, du wirst es tun und hinausf\u00fchren\u201c \u2013 der David fluchte, mu\u00df ihn segnen, der Feind mu\u00df ihn lieben und sein Herz bekehren, um der Salbung, um des Leidens des David willen. Der Feind des Messias, der ihm nach dem Leben steht, liebt ihn in dunkler Liebe, die immer wieder Ha\u00df wird.<br \/>\nAber, da\u00df es deutlich werde, da\u00df es allein Gottes gn\u00e4dige Vorsehung ist, die David vor der Blutschuld bewahrt, wird David noch einmal hart an den Rand der S\u00fcnde gef\u00fchrt. Er will Nabal, der ihn geh\u00f6hnt und verachtet hat, t\u00f6ten (1 S 25). Da schickt Gott die Abigail, und Davids Hand bleibt von Blutschuld unbefleckt. Und David erkennt Gottes F\u00fchrung und bekennt 25,32: \u201eGelobt sei der Herr, der Gott Israels, der dich heutigestages hat mir entgegengesandt \u2013 gesegnet seist du, da\u00df du mir heute gewehrt hast, da\u00df ich nicht in Blutschuld gekommen bin und mir mit eigener Hand geholfen habe.\u201c Auf das letzte kommt es an, der Gesalbte Gottes darf sich nicht mit eigener Hand helfen. Er mu\u00df warten und leiden, bis sein Gott ihm hilft. So hat es David getan. Wo er im Krieg Blut vergie\u00dft, ist es Gotteskrieg, auf Gottes ausdr\u00fccklichen Befehl (23,2 ff[\u20135]!). Als Saul vom Herrn geschlagen ist und Jonathan mit ihm, da leidet David zum letzten Mal um ihretwillen. Er bricht nicht | in Freude aus, sondern er leidet und weint um ihren Tod. So wird er als der gehorsame Gesalbte und durch viel Versuchungen Bew\u00e4hrte, als der Verfolgte und Leidende, B\u00f6ses mit Gutem Vergeltende, von Gott auf den Thron des messianischen Reiches erhoben.40<\/p>\n<p>II. Der messianische K\u00f6nig<\/p>\n<p>Die zweite Salbung<\/p>\n<p>Der g\u00f6ttlichen Salbung durch Samuel folgt eine zweimalige Salbung41 durch die M\u00e4nner von Juda 2 S. 2,4, dann durch die \u00c4ltesten in Israel (5,3). Diese zweite Salbung ist die sichtbare Beglaubigung der ersten Salbung, die im verborgenen geschah. Nun ist David nicht mehr verborgener, leidender, sondern sichtbarer, triumphierender K\u00f6nig. Durch diese sichtbare Salbung merkt David, da\u00df Gott ihn nach den Zeiten der Versuchung und Verfolgung als K\u00f6nig best\u00e4tigt hat. Er hat die Zeit der Versuchung bestanden. Gott sagt durch sein Volk Ja zu ihm. Das Volk f\u00e4llt ihm zu und nennt ihn seinen K\u00f6nig. Er ist K\u00f6nig um des Volkes Israel willen (5,12), um der Kirche willen.42 Das hei\u00dft sein K\u00f6nigtum ist Dienst. Er kommt nicht, um sich dienen zu lassen43, sondern um zu dienen.44 Im Dienst am Volk Gottes besteht sein K\u00f6nigtum.<\/p>\n<p>Einzug in Jerusalem<\/p>\n<p>Seine erste Tat ist die Eroberung von Jerusalem, der Burg Zion. Das bisher unm\u00f6gliche gelingt ihm, die von keinem vor ihm einnehmbare Stadt, die noch in letzter Stunde ihren | Spott gegen ihn hat 5,8, die letzte Festung des Feindes des Volkes Israel wird eingenommen und gerade sie mu\u00df nun zur Stadt Gottes f\u00fcr alle Zeiten werden. Dem gesalbten K\u00f6nig kann kein Feind mehr trotzen. Er mu\u00df den Platz r\u00e4umen und an seiner Stelle wird die Lade Gottes stehen45, wird Gott wohnen. David holt die Lade ein, \u201ederen Namen hei\u00dft: Der Name des Herrn Zebaoth wohnt drauf \u00fcber den Cherubim\u201c 6,2. In Jerusalem bekommt die Lade ihren festen Ort. War sie bisher mit den Kindern Israel umhergewandert \u2013 das Zelt ist grade das Zeichen der Wanderschaft \u201346, so bleibt ihr Ort nun fest. Das hei\u00dft das Reich Gottes ist errichtet, es steht fest, die Zeit des Wanderns und Umherirrens ist vor\u00fcber. Das K\u00f6nigtum Gottes steht fest in Davids Thron auf dem Berg Zion. Bei der Einholung der Lade mu\u00df das Volk Israel und David lernen 6,8, da\u00df Gott zu seinem Werk keiner fremden Hilfe bedarf; als die Lade auf dem Wege ins Wanken ger\u00e4t und Usa zugreift, stirbt er im selben Augenblick, vom Grimm Gottes getroffen 6,7. Gott bedarf zu seinem Weg keiner Menschenhilfe, auch nicht der fromm gemeinten. Gottes Heiligkeit verbietet den eilfertigen menschlichen Zugriff bei seinem Werk.<br \/>\nAls dann die Lade in die Stadt gebracht wird, dem\u00fctigt sich David, denn \u201eer tanzte mit aller Macht vor dem Herrn her und war beg\u00fcrtet mit einem leinenen Rock\u201c. Im Kleid des Priesters f\u00fchrt er als der Priesterk\u00f6nig den Gottesdienst an 6,14. Als Priesterk\u00f6nig tritt er neben das Volk, unter Knechte und M\u00e4gde, in Demut und Gehorsam gegen Gott. Er ist einer von ihnen, der Erw\u00e4hlte Gottes, aber ihr Bruder. Und sein Lohn ist abermals der Spott durch Michal, die Tochter Sauls, die sich den Priesterk\u00f6nig David in anderer W\u00fcrde gedacht hatte, als in der W\u00fcrde der Demut. Aber David sagt: \u201eich will noch geringer werden, denn also und will niedrig sein in meinen Augen und mit den M\u00e4gden | zu Ehren kommen\u201c 2 S. 6,22. Ein Triumphzug in Niedrigkeit und Sanftmut \u2013 so zieht David der K\u00f6nig und Priester mit der Lade, der Gegenwart Gottes, in Jerusalem ein, als der dienende K\u00f6nig seines Volkes. \u201eGelobt sei der da kommt im Namen des Herrn\u201c \u2013 schrie das Volk zu Jerusalem als Jesus einzog.47 \u201eDer Name des Herrn\u201c \u2013 so hei\u00dft die Lade, mit der David einzieht. Gelobt sei der da kommt und mit ihm die Gegenwart Gottes, so gilt es f\u00fcr David und f\u00fcr Christus. Nun hat der K\u00f6nig Ruhe in seinem Haus vor seinen Feinden (7,1), sein Thron ist fest gegr\u00fcndet.48<\/p>\n<p>Der verhei\u00dfene Tempel Gottes<\/p>\n<p>Eben diese Ruhe versteht nun David als die Erf\u00fcllung der dem Mose gegebenen Verhei\u00dfung \u2013 \u201eIhr werdet in dem Lande wohnen, das euch der Herr, euer Gott, wird zum Erbe austeilen, und er wird euch Ruhe geben von allen euren Feinden um euch her und ihr werdet sicher wohnen; wenn dann der Herr, dein Gott, einen Ort erw\u00e4hlt, da\u00df sein Name daselbst wohne \u2026\u201c Deut 12,10 [f]. Diese Verhei\u00dfung versteht David als Befehl, Gott nunmehr den festen Ort zu geben, an dem er wohnen soll, ihm den Tempel zu bauen. Es ist sein Gehorsam gegen die Verhei\u00dfung, der ihn zu diesem Vorhaben bringt. Der Tempel soll die Herrlichkeit des ihm von Gott gegebenen Reiches vollenden. Erst der Tempel erf\u00fcllt die Verhei\u00dfung der Stadt Gottes. K\u00f6nigtum und Priestertum geh\u00f6ren zusammen (siehe Ps 78,68 ff[\u201372]). David beweist seinen dem\u00fctigen Gehorsam darin, da\u00df er nicht aus eigener Machtvollkommenheit selbst\u00e4ndig ans Werk geht. Er fragt49 den Propheten, den ihm Gott gegeben hat, Nathan.<br \/>\nNathan empf\u00e4ngt des Nachts das Wort Gottes, das sowohl ein Nein wie auch ein unerme\u00dflich gro\u00dfes Ja auf Davids Frage enth\u00e4lt. David soll den Tempel nicht bauen. Zwei Gr\u00fcnde stehen dagegen: Erstens, Gott will im Zelt woh- | nen bleiben \u2013 das Zelt als das Zeichen der Wanderschaft besagt, da\u00df die Verhei\u00dfung von Deut 12,10, die David erf\u00fcllt glaubte, eben noch nicht erf\u00fcllt ist. David ist noch nicht der K\u00f6nig, der Ruhe hat von allen seinen Feinden und sicher wohnen wird \u2013 1 K\u00f6n 5,17 Salomo50: \u201e\u2026 David konnte das Haus nicht bauen dem Namen des Herrn seines Gottes wegen des Krieges damit sie ihn umgaben.\u201c51 1 Chron 28,3 \u201eDu bist ein Mann des Krieges und hast Blut vergossen\u201c (und 1 Chron 22,8) \u2013 damit ist gesagt: Das Reich Davids ist noch nicht das Reich der ewigen Ruhe. Es wird aber ein K\u00f6nig des Friedens und nicht des Blutvergie\u00dfens sein, der den Tempel bauen soll. Der Tempel Gottes steht in einem Friedensreich. Wer ist dieser K\u00f6nig? Salomo hat die Verhei\u00dfung auf sich bezogen.52 1 K\u00f6n 5,453: \u201eJetzt gab mir der Herr, mein Gott, Ruhe ringsum und ist kein Widersacher, kein b\u00f6ses Hindernis mehr\u201c. Und Salomo baute den Tempel \u2013 aber er fiel ab \u2013 der Tempel wurde zerst\u00f6rt \u2013 die Frage erhebt sich aufs neue: wer ist der K\u00f6nig des Friedens?<br \/>\nZweitens: Gott fragt: \u201esolltest du mir ein Haus bauen?\u2026 Der Herr verk\u00fcndigt dir, da\u00df der Herr dir ein Haus bauen will\u201c 2 S. 7[,5 und] Vers 11. Was ist das Haus Gottes? was ist der Tempel, die Kirche? nicht ein Haus, das irgendein Mensch bauen kann, nicht einmal der gesalbte Priesterk\u00f6nig David, sondern es ist Gottes eigenes Haus (1 Chron 17,14) und darum sein eigenes Werk, von oben her gebaut. Der Baumeister ist im Himmel. Das war das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis Davids, da\u00df er meinte, er k\u00f6nne dem Herrn selbst eine Kirche bauen. Es war ein frommer, aber doch ein gottloser Gedanke. Die Kirche baut Gott selbst. \u201eSolltest du mir ein Haus bauen?\u201c \u2013 sollte der Mensch den Ort Gottes in der Welt54 bestimmen und die Weise, in der Er unter den Menschen wohnen will? Sollte nicht dein selbsterw\u00e4hltes und selbsterbautes Haus ein Werk und Tempel deiner Religiosit\u00e4t sein, aber nicht der Verhei\u00dfung Gottes? ein Haus, | in dem du anbetest ohne Verhei\u00dfung55, sollte nicht das Haus, das du baust, unter allen Umst\u00e4nden dich und dein Volk eurem Gott abtr\u00fcnnig machen? Kein Mensch bestimmt, was die Kirche sei und wie sie sein solle, sondern Gott allein. \u201eDer Herr will dir ein Haus bauen\u201c \u2013 das ist das Ja zu Davids Frage. Der gn\u00e4dige Gott beantwortet die gottlose Frage Davids mit einer nie dagewesenen Verhei\u00dfung. Er verhei\u00dft ihm nicht nur sein K\u00f6nigtum, sondern ein Haus, ein Reich, eine Kirche, die Gott selbst baut. Wie wird dieses Haus aussehen?<br \/>\nVers 12. David wird sterben. Wenn er schlafen wird mit seinen V\u00e4tern, dann wird sein Same, der von seinem Leibe kommt, erweckt werden. Das scheint in zuk\u00fcnftige Zeiten zu weisen. Dieser Same Davids soll das Reich behalten. Nicht mehr dem David selbst, aber doch ihm in seinem Samen, denn sein Same ist in ihm, soll das Haus Gottes gebaut werden.<br \/>\nVers 13. Dieser Same Davids soll Gott nach seiner Verhei\u00dfung ein Haus bauen und sein Reich wird in Ewigkeit bestehen. Also doch ein Mensch, der Gott sein Haus baut? und dessen Reich ewig sein wird? Auf wen geht diese Verhei\u00dfung, die Salomo auf sich bezog, ohne von Gott gestraft zu werden.<br \/>\nVers 14. Die Verhei\u00dfung verdichtet sich. Es wird der menschliche Same Davids Gottes Sohn genannt werden und Gott wird sein Vater sein. Und durch diesen Samen wird der Tempel Gottes gebaut werden und dieser Tempel des Sohnes Gottes, der Gottes eigener Tempel sein wird, soll ewiglich bleiben Vers 16. Ist Davids Same Gottes Sohn, so ist seine Herrschaft Gottes eigene Herrschaft, so mu\u00df es schlie\u00dflich offenbar werden, da\u00df Gott seine Herrschaft durch den Davids[\u2013]Sohn56 aufrichten will, und da\u00df diese Herrschaft und dieser Tempel in Ewigkeit bleibt. So sagt es der Psalm Davids Ps 2[,7 f]: \u201eDu bist mein lieber Sohn, heute habe ich dich gezeugt \u2026 Ich will dir die Heiden zum Erbe geben und der Welt Enden zum Eigen- | tum.\u201c Und Ps 110[,2]: \u201eDer Herr wird das Zepter deines Reiches senden aus Zion: herrsche mitten unter deinen Feinden.\u201c Davids Sohn wird Gottes Sohn sein, Davids Herrschaft wird Gottes Herrschaft und Reich sein und wenn David l\u00e4ngst schlafen wird, wird sein Reich in Ewigkeit bleiben.<br \/>\nDer Same Davids soll nicht mehr durch Gottes Zorn vernichtet werden, sondern mit Menschenruten soll er gez\u00fcchtigt werden, wenn er s\u00fcndigt. Wie der Vater sein Kind z\u00fcchtigt, weil er es liebt, aber es nie vernichtet, so soll von Davids Samen \u201eGottes Barmherzigkeit nicht mehr entwandt werden, wie ich sie entwandt habe von Saul\u201c Vers 15. Sondern Vers 16 \u201edein Haus und K\u00f6nigreich soll best\u00e4ndig sein ewiglich vor dir und dein Stuhl soll ewiglich bestehen\u201c. Das Haus Davids, das Gott selbst gebaut hat, wird das Reich und die Herrschaft Gottes sein. Der Tempel, den Salomo baute, war verg\u00e4nglich \u2013 durch Menschenruten \u2013 er war nicht das ewige Haus \u2013 er ist nur der Schatten jenes unverg\u00e4nglichen Tempels von dem Jesus, der Sohn Davids, bezeugt, da\u00df er ihn abbrechen und nach drei Tagen wieder aufrichten werde Joh 2,19: \u201eEr redete aber vom Tempel seines Leibes.\u201c Das Haus, das Gott sich bauen will, ist der Same Davids, ist der Leib Christi, seines57 Sohnes \u2013 und dieser Leib ist Christus und in ihm seine Gemeinde.58 Dieser Leib des Sohnes Gottes ist die neue Menschheit, die aus dem Samen Davids nach der Verhei\u00dfung Gottes, durch den Christus Jesus und in ihm geschaffen ist. So empf\u00e4ngt David die Verhei\u00dfung, da\u00df in ihm der Leib Christi, die Kirche Christi schon verborgen sei. Auf wen geht die Verhei\u00dfung? auf den Samen Davids \u2013 den menschlichen Samen \u2013 denn er wird s\u00fcndigen59, also auch auf Salomo \u2013 aber das Reich wird ewiglich bleiben \u2013 das ist allein Gottes eigenes Reich \u2013 so geht die Verhei\u00dfung \u00fcber Salomo cf. I K\u00f6n 8,20 und das Haus Davids auf Jesus Christus. |<br \/>\nDavid empf\u00e4ngt im Glauben diese Verhei\u00dfung. Er erkennt, da\u00df sowohl er wie sein Volk damit von allen K\u00f6nigen und V\u00f6lkern ausgesondert60 sind ohnegleichen. \u2013 \u201eWer bin ich, Herr, Herr, und was ist mein Haus, da\u00df du mich bis hierher gebracht hast?\u201c Vers 18 Vers 23. Aber nicht nur die vergangene Gnade, sondern erst61 die gn\u00e4dige Verhei\u00dfung von \u201efernem Zuk\u00fcnftigen\u201c Vers 19 dem\u00fctigt David. So wird David getrost sterben, denn er wei\u00df, er wird leben, Ps 118,17. Ps 22,23 \u201eIch will deinen Namen predigen meinen Br\u00fcdern \u2026\u201c Hebr 2,12. Er, das hei\u00dft sein Same wird erweckt werden zum Leben, und der Sohn Gottes und sein Haus, das ist, das Haus, das Gott ihm bauen wird, wird ewiglich bleiben. Im Dunkel bleibt der kleine Versteil \u2013 \u201eund das nach dem Gesetz der Menschen\u201c, \u201enach der Weise eines Menschen, Herr, Herr\u201c Vers 19 b. Luthers Randglosse: \u201eDas ist, Du redest mit mir von solchem ewigen Reich, da niemand kann K\u00f6nig sein, er mu\u00df Gott und Mensch sein, weil er mein Sohn und doch f\u00fcr und f\u00fcr soll K\u00f6nig sein, welches allein Gott angeh\u00f6rt.\u201c62 Ist es die staunende, ehrf\u00fcrchtige Anbetung, da\u00df Gott sein Reich, seine Verhei\u00dfung erf\u00fcllen wird in der Weise eines Menschen, als ein Mensch, als Menschgewordener? Ist es der dunkle Hinweis auf die Nacht, in der die Geburt Jesu Christi, des Sohnes Gottes, in der Stadt Davids63 von den himmlischen Heerscharen verk\u00fcndigt wird?<br \/>\nVers 23 ff [\u201329]: Das Volk Israel wird das Volk Gottes bleiben in Ewigkeit, das einzige Volk, das nicht vergehen wird, denn Gott ist sein Herr geworden. Gott hat in ihm Wohnung genommen und sein Haus gebaut. Die Kirche, das wahre Israel ist verhei\u00dfen. Wie sollte David das Bekenntnis seiner Demut und des Dankes [anders] enden als mit der Bitte, Gott wolle sein Wort bekr\u00e4ftigen in Ewigkeit \u2013 Er wolle tun, wie Er geredet hat. Er wolle seinem Volk, seiner Kirche treu bleiben. |<\/p>\n<p>III. David, der gerechtfertigte S\u00fcnder<\/p>\n<p>Die S\u00fcnde<\/p>\n<p>Der messianische K\u00f6nig David f\u00e4llt und wird zum S\u00fcnder. Seine S\u00fcnde ist die S\u00fcnde der Gro\u00dfen, die Gefahr der von Gott Begnadigten und Beschenkten, n\u00e4mlich die falsche Sicherheit64 (securitas statt certitudo65). So beginnt unsere Erz\u00e4hlung damit, da\u00df David nicht mehr, wie gew\u00f6hnlich mit seinem Heer zum Kampf auszieht, sondern Joab schickt und selbst in Jerusalem bleibt 2 S 11,1. Er f\u00fchlt sich sicher in der Stadt Gottes. Er beginnt die Furcht Gottes zu verlieren, dessen Ruf den Begnadigten gerade zur ununterbrochenen Tat zwingt66. Diese Tage67 in Jerusalem f\u00fchren ihn zum Sturz. Er sieht vom Dach seines K\u00f6nigshauses die Bathseba und findet Gefallen an ihr. Er h\u00f6rt, sie sei das Weib Uria\u2019s, des Chittiters. Abermals treibt ihn die gottlose68 Sicherheit seiner Macht zur S\u00fcnde. Er begeht Ehebruch, und Bathseba schickt zu ihm Boten: \u201eich bin schwanger geworden\u201c 11,5. Kann die S\u00fcnde so nicht verborgen bleiben, so mu\u00df eine weitere S\u00fcnde getan werden. David l\u00e4\u00dft Uria aus dem Feld zur\u00fcckholen 11,6 und befiehlt dem Uria zu seiner Frau zu gehen, eben um seine S\u00fcnde zu verdecken. Uria als treuer Knecht Davids wacht aber in der Nacht an Davids T\u00fcr und geht nicht zu seinem Weibe 11,8\u201313. Jetzt mi\u00dfbraucht David frevelhaft sein Recht als Feldherr und l\u00e4\u00dft Uria in der Schlacht vom Feind an gef\u00e4hrdeter Stelle t\u00f6ten. So wird er um seines Ehebruchs willen zum M\u00f6rder. David, der messianische K\u00f6nig, ist Ehebrecher und M\u00f6rder geworden. Und er bleibt in seiner gottlosen Sicherheit, die die Wurzel dieses Falles war, unersch\u00fcttert. David nimmt Bathseba zum Weibe und lebt mit ihr und sie gebiert ihm einen Sohn. | David, zum S\u00fcnder geworden, erkennt seine S\u00fcnde nicht, sondern verh\u00e4rtet sich in ihr ein Jahrang.<br \/>\n\u201eAber die Tat gefiel dem Herrn \u00fcbel, die David tat\u201c (11,27). Gottes Verhei\u00dfung ist dem David zu gro\u00df und schwer geworden. Er wurde an ihr zum S\u00fcnder. Er blieb nicht in der Demut, sondern er s\u00fcndigte auf die Verhei\u00dfung hin, er s\u00fcndigte auf Gnade.69 Auch die Gnade Gottes will getragen sein, und je gr\u00f6\u00dfer sie ist, desto leichter zerbricht der Mensch an ihr. F\u00fcr solche Gnade, in sich den Christus der Welt zu tragen, war David zu schwach.<br \/>\nAber Gottes Verhei\u00dfungen k\u00f6nnen an der S\u00fcnde Davids nicht zuschanden werden. \u201eGlauben wir nicht treu70, so bleibt er doch treu. Er kann sich selbst nicht verleugnen\u201c (2 Tim 2,13). Gottes Verhei\u00dfung ist dem David f\u00fcr die Ewigkeit gegeben. Er h\u00e4lt an seiner Verhei\u00dfung und an seinem Gesalbten [fest]. Und abermals handelt Gott durch seinen Propheten.<br \/>\nDie Verstockung Davids ist so gro\u00df, da\u00df er es wagt, einen anderen Menschen um einer gewi\u00df leichteren S\u00fcnde willen, als er sie begangen hat, des Todes schuldig zu sprechen, bis Nathan ihm sagt: Du bist der Mann.71 Es ist ja das Wesen der Verstokkung, da\u00df wir uns selbst in einer andern Situation vor Gott sehen als den anderen. Wir stehen unter einem Sonderrecht.72 Was uns recht ist, ist dem andern noch lange nicht billig. Und nun bekommt David durch Nathan zu erfahren als wer er selbst wirklich vor Gott dasteht. Als der, den Gott zum K\u00f6nig gesalbt, und dem die Verhei\u00dfung Gottes zuteil wurde, den Gott errettet hat aus vielen N\u00f6ten73 und Gefahren, den er \u00fcbersch\u00fcttet hat mit G\u00fctern \u2013 als der, an dem Gott seine ganze Gnade erwiesen hat, und noch viel mehr Gnade erweisen will 12,8, als der Mann unter der Gnade Gottes ist er zum S\u00fcnder geworden. Er hat das Wort des Herrn verachtet 12,9. Darum mu\u00df sich nun an David schon vollziehen, was Gott seinem Samen angedroht hat. Er will ihn schlagen mit Menschenruten, aber er will ihn nicht | vernichten. David hat unschuldiges Blut vergossen, \u201edarum soll von deinem Hause das Schwert nicht lassen ewiglich\u201c 12,10. David hat die Ehe eines anderen gebrochen, darum sollen seine Weiber von anderen gesch\u00e4ndet werden (12,11). Worin einer s\u00fcndigt, damit wird er auch gestraft. Durch Davids S\u00fcnde kommt das Schwert \u00fcber Davids Haus ewiglich \u2013 mit den letzten Jahren der Regierung Davids beginnt es, \u00fcber Salomo und das davidische Haus geht es weiter. Davids Haus wird gez\u00fcchtigt durch das Schwert, das immer wieder aus Davids eigenem Haus herkommt und das eigene Volk Gottes zerfleischt.74 Davids Reich sollte ein Friedensreich sein, aber das Schwert ist seine dauernde Bedrohung. Der Kampf zwischen der Gewalt75, die das Schwert tr\u00e4gt und der Kirche Gottes ist angek\u00fcndigt und bleibt nun \u201eewiglich\u201c. Davids Sohn, Christus und seine Kirche werden geschlagen von der Gewalt, die das Schwert tr\u00e4gt; und das Schwert z\u00fcchtigt und t\u00f6tet wohl leiblich, aber es t\u00f6tet nicht die Verhei\u00dfung. Vielmehr \u2013 und das ist das Wunder der g\u00f6ttlichen Z\u00fcchtigung \u2013 das Schwert, das gegen das Haus Davids gerichtet ist, \u2013 bringt der Kirche das Leben und die Verhei\u00dfung wieder. Der gekreuzigte Christus steht auf, die Kirche unter dem Kreuz, unter der Z\u00fcchtigung durch das Schwert, empf\u00e4ngt neues Leben. So ist in der Strafe Davids die ganze Gnade Gottes eingeschlossen, so bekennt sich Gott gerade durch sein Strafwort an das Haus David76 zu seiner Verhei\u00dfung. Er bleibt dem Haus Davids in seinem Falle[n] treu. Und Vers 11: aus Davids eignem Haus soll ihm die Schande entstehen, aus seinem eignen Haus soll der aufstehen, der Davids Leib an seinen Weibern sch\u00e4ndet (cf. 16,22). Aus der Kirche des Messias selbst soll der Sohn, der Absalom, sich erheben und die Kirche vor aller Welt \u2013 an der lichten Sonne (12,11) \u2013 entheiligen. Die Entehrung der Kirche Gottes kommt von innen, aus ihr selbst, Absalom \u2013 das ist der Schatten aller derer, die bis in die Gegenwart als S\u00f6hne der Kirche die Sch\u00e4nder der | Kirche sind. Und sie m\u00fcssen ihr furchtbares Werk tun kraft der drohenden Verhei\u00dfung Gottes \u2013 aber weh dem, durch den dieses Werk geschieht.77 Sie werden sich selbst zum Gericht und zum Fall, sie fangen sich selbst ein. Absalom bleibt mit seinen Haaren im Baum h\u00e4ngen und empf\u00e4ngt so den Tod. Das Schwert78 als dauernde Bedrohung des Bestandes seines Hauses \u2013 der Sch\u00e4nder von innen \u2013 das ist das Gericht Gottes \u00fcber Davids S\u00fcnde.<br \/>\nDavid hat jetzt Gottes Wort zum ersten Mal seit seiner S\u00fcnde wieder geh\u00f6rt. Was er selbst nicht vermochte, n\u00e4mlich seine S\u00fcnde einzusehen, eben um seiner verstockten Sicherheit willen, das vermag nun das ihm durch einen anderen Menschen gesagte Wort Gottes. David erkennt aus dem ihm verk\u00fcndigten Wort Gottes und aus ihm allein seine schwere S\u00fcnde. Gott wartet lange, er l\u00e4\u00dft den gefallenen Menschen den Weg seiner S\u00fcnde voll zu Ende gehen, er l\u00e4\u00dft ihn sich verh\u00e4rten und verstocken \u2013 das Wort Gottes hat seine Zeit. Dann schl\u00e4gt es ein und richtet. Vers 13: \u201eDa sprach David zu Nathan: Ich habe ges\u00fcndigt wider den Herrn. Nathan sprach zu David: so hat auch der Herr deine S\u00fcnde weggenommen; du wirst nicht sterben.\u201c Der K\u00f6nig David bekennt seine S\u00fcnde unter dem Wort Gottes, und weil es so ein rechtes Bekenntnis und rechte Bu\u00dfe ist, gibt Nathan dem David zu wissen, da\u00df Gott ihm seine S\u00fcnde schon vergeben habe. Das: \u201eso\u201c79 besagt, da\u00df es das eine Wort Gottes ist, das den David richtet und freispricht. Es ist dasselbe Wort, das in die tiefste Bu\u00dfe und Dem\u00fctigung treibt und begnadigt; denn es ist der eine Gott, der zu seinem Knecht zur\u00fcckkehrt und das nur kann durchs Gericht. Gott kommt im Kreuz als der seine Kirche strafende und vergebende. Ist aber Gott wieder da, so kann David nicht sterben an seiner S\u00fcnde, sondern er lebt als vor Gott gerechtfertigter S\u00fcnder. Gott kommt in Christus zum S\u00fcnder. Weil aber Gott ein Gott ist, der die S\u00fcnde der V\u00e4ter heim- | sucht an den Kindern,80 \u2013 darum mu\u00df der Sohn des Ehebruches sterben. Er soll nicht der echte Same Davids sein. \u201eUnd der Herr schlug das Kind, da\u00df es totkrank ward, und David suchte Gott um des Kn\u00e4bleins willen\u201c (Vers 15. 16). David kann jetzt wieder beten, er kann wieder Gott suchen, nachdem er ihn gefunden hat; es ist kein Unrecht, da\u00df David Gott um seines Kindes willen bittet; es ist ein gl\u00e4ubiges sich dem\u00fctigen vor Gottes Gerichten und sich an ihn halten in seiner Not mit Fasten und Beten. Durch Fasten und Beten aber allein werden die b\u00f6sen D\u00e4monen ausgetrieben (Mk 9,29). Da\u00df David sich in diesen sieben Tagen der Bu\u00dfe nicht an Gott vers\u00fcndigt, wird daraus deutlich, da\u00df er zu der Stunde, als er von dem Verlust,81 der Strafe Gottes, vom Tode seines Kindes h\u00f6rt, aufsteht, sich w\u00e4scht, salbt, in den Tempel geht und Gott anbetet (Vers 20). Er empf\u00e4ngt Gottes Gericht im Glauben und wei\u00df, es ist ein gerechtes Gericht, und betet seinen Gott an. Er ist wieder mit Gott im Frieden.<br \/>\nVers 24 [f]: \u201eund da David sein Weib Bathseba getr\u00f6stet hatte, ging er zu ihr hinein und schlief bei ihr. Und sie gebar einen Sohn, den hie\u00df er Salomo. Und der Herr liebte ihn. Und er gab ihn in die Hand Nathans, des Propheten, und der hie\u00df ihn Jedidjah\u2018 (das ist Liebling des Herrn) um des Herrn willen.\u201c David, der gerechtfertigte S\u00fcnder, erh\u00e4lt Bathseba zum zweitenmal zum Weibe. Bathseba bleibt das Weib seines Ehebruches, er darf sich von der Schuld seiner Vergangenheit nicht einfach trennen. Bathseba bleibt ihm die dauernde Erinnerung an seinen Fall, an seine Dem\u00fctigung, an Gottes Gericht und Vergebung. Er mu\u00df sich damit begn\u00fcgen, da\u00df \u00fcber seiner Ehe mit Bathseba, die er [nicht] von sich sto\u00dfen darf, der Friede Gottes82 ausgesprochen bleibt. Und so nennt er den Sohn, den er am Tag seines Friedensschlusses mit Gott, erzeugt \u2013 Salomo, denn er ist ein Sohn des Friedens. Und der Herr hatte Salomo lieb. Er bekennt sich zu seinem Frieden und David gibt den Salomo dem Propheten | Nathan, durch dessen Wort er den Frieden Gottes wieder empfangen hatte.<br \/>\nSalomo ist der Sohn einer Ehe, die mit Ehebruch und Blutschuld begann, Mt 1,6 \u201eDer K\u00f6nig David zeugte Salomo von dem Weibe des Uria\u201c, er stammt aus dem s\u00fcndlichen Fleisch des David und der Bathseba, aber er ist auch der Sohn, auf dem der Friede Gottes ruht. Der Same Davids, der seine Verhei\u00dfung tragen soll, kommt in diese Welt im Fleisch der S\u00fcnde, \u1f10\u03bd \u03c4\u1ff7 \u1f41\u03bc\u03bf\u03b9\u03ce\u03bc\u03b1\u03c4\u03b9 \u03c3\u03b1\u03c1\u03ba\u03cc\u03c2 R 8,383, aber als der K\u00f6nig des Friedens. Wer ist dieser Same Davids?<br \/>\nDavid erkennt nun auch wieder sein Amt als K\u00f6nig, mit dem Volk Gottes gegen die Feinde zu streiten. \u201eAlso nahm David alles Volk zuhauf84 und zog hin und stritt wider Rabba und gewann es\u201c Vers 29 und kehrte mit seinem ganzen Volk mit einer neuen K\u00f6nigskrone nach Jerusalem zur\u00fcck Vers 30 f.<\/p>\n<p>Die Strafe<\/p>\n<p>Die letzten Jahre der Regierung Davids bringen David t\u00e4glich die Wirklichkeit der Strafandrohung Gottes zu Bewu\u00dftsein. Die Vergebung der S\u00fcnde nimmt die Strafe der S\u00fcnde nicht von uns. Auch der Glaubende mu\u00df sterben, den Sold der S\u00fcnde85 bezahlen, auch David verf\u00e4llt der Strafe seiner S\u00fcnde. Aber die Strafe wird nun nicht mehr erfahren als der Zorn Gottes, sondern als die gn\u00e4dige Z\u00fcchtigung Gottes, der uns alle S\u00fcnden vergibt. Freilich es gilt sich dieser Strafe tief zu beugen und ihr nicht zu widerstehen. Denn die S\u00fcnde will ihre Strafe, in dieser oder in jener Welt. David beugt sich, er ist wieder dem\u00fctig geworden. Sein Sohn Amnon sch\u00e4ndet das Haus, indem er seine Halbschwester schwanger macht. Absalom ermordet den Halbbruder. Die S\u00fcnden Davids wiederholen sich in seinen S\u00f6hnen. Amnon sch\u00e4ndet die Ehe, Absalom ist M\u00f6rder. Dazu vollstreckt sich die Verhei\u00dfung Gottes \u2013 Absalom greift zum Schwert gegen seinen Vater, | nicht nur nach Brudermord, sondern nach Vatermord steht er. Er sch\u00e4ndet selbst die Weiber seines Vaters \u201ean lichter Sonne\u201c und sch\u00e4ndet damit das Haus Davids 16,21 ff[\u201322]. David widersteht nicht, sondern er beugt sich der Strafe. Er mu\u00df Jerusalem verlassen \u2013 der gestrafte David leidet au\u00dferhalb der Tore Jerusalems,86 \u201eund das ganze Land weinte mit lauter Stimme\u201c 15,23. Er tr\u00e4gt den Fluch der S\u00fcnde, die Strafe seines Hauses \u201eund der K\u00f6nig ging \u00fcber den Bach Kidron\u201c ([Vers] 23), denselben Bach, \u00fcber den der Sohn Davids ging, als er die Strafe [f\u00fcr die S\u00fcnde] der Welt sich anschickte zu tragen, in der Nacht vor seiner Kreuzigung.87<br \/>\nEr mu\u00df dem Priester, der die Lade Gottes mitnehmen will, dies verweigern. Er wei\u00df sich nicht im Recht. Er ist der Leidende. \u00dcber ihm ist Gottes strafende Hand88. Er kann Gottes Gnade nicht in Anspruch nehmen, nicht zwingen89 \u2013 und er gibt sich gerade dadurch ganz in Gottes Hand \u2013 \u201eWerde ich Gnade finden vor dem Herrn, so wird er mich wieder holen und wird mich sie sehen [lassen] und sein Haus. Spricht er also: ich habe nicht Lust zu dir, siehe hier bin ich. Er mache es mit mir, wie es ihm wohlgef\u00e4llt\u201c 15,[25.]26. Auf dem Auszug aus Jerusalem \u00fcber den Bach Kidron, um die Strafe seines Hauses zu tragen, flucht ihm Simei mit furchtbaren Worten 16,7. David tr\u00e4gt auch dies. Wieder wird Abisai, der Sohn der Zeruja, ihm zum Versucher,90 sich gegen die Hand Gottes aufzulehnen, dieses Leiden nicht zu tragen \u2013 wer darf dem gesalbten K\u00f6nig fluchen? der ist des Todes 16,9 \u2013 aber David widersteht: \u201eIhr Kinder der Zeruja, was habe ich mit euch zu schaffen? La\u00dft ihn fluchen; denn der Herr hat\u2019s ihn gehei\u00dfen: Fluche David. Wer kann sagen: warum tust du also?\u201c 16,10. David will die ganze Strafe Gottes auskosten und sich nicht schonen. Sie mu\u00df doch getragen sein. Er will sie tragen. Auf ihn falle der Fluch der Menschen, damit seinem Haus die Verhei\u00dfung Gottes erhalten bleibe. |<br \/>\nUnd abermals bekennt sich Gott zu David. Die Feinde werden vernichtet und David kehrt heim. Und sie sandten zum K\u00f6nig: \u201ekomm wieder, du und alle deine Knechte. Also kam der K\u00f6nig wieder\u201c (19,14 f). Komm wieder, K\u00f6nig David, Gesalbter Gottes, gepr\u00fcfter und gestrafter und bew\u00e4hrter \u2013 komm wieder, K\u00f6nig David, der du die Strafe deines Hauses getragen hast. Und David kommt wieder zu seinem Volk.<br \/>\nUnsre Frage ist: wie ist jener David, der zum S\u00fcnder wurde, \u201eVorbild und Schatten Christi\u201c? David ist Mensch, im s\u00fcndlichen Fleisch, David ist nicht Christus, er ist nicht himmlisch, sondern irdisch. Wir verstehen, er ist nicht \u201eVorbild und Schatten\u201c Christi in seinen moralischen Qualit\u00e4ten, in seiner Heiligkeit. Er war es so auch nie. Er ist und bleibt es durch die Erw\u00e4hlung und Salbung und die Gnade Gottes, die ihm treu bleibt. Als der, den Gott durch sein Gericht beugt und dem\u00fctigt und straft, und der Gottes Gericht auch als S\u00fcnder tr\u00e4gt und die Strafe Gottes auf sich nimmt und so die volle Gnade empf\u00e4ngt, gerade als der gerechtfertigte S\u00fcnder ist David der gesalbte K\u00f6nig \u201eVorbild und Schatten\u201c des gekreuzigten Christus.<\/p>\n<p>Davids letzte Worte<\/p>\n<p>\u201eEs sprach David, der Sohn Isais, es sprach der Mann, der hoch erhoben ist, der Gesalbte des Gottes Jakobs, lieblich mit Psalmen Israels. Der Geist des Herrn hat durch mich geredet, und seine Rede ist auf meiner Zunge. Es hat der Gott Israels zu mir geredet, und seine Rede ist auf meiner Zunge: \u2026\u201c (23,1 f). Die Tage Davids gehen zu Ende. Der Gesalbte, Versuchte,91 der Leidende, der Triumphierende, der gerechtfertigte S\u00fcnder \u2013 er ist durch seine Geschichte mit Gott hindurch der Gesalbte geblieben. Er ist der messianische K\u00f6nig, und redet seine letzten Worte durch den heiligen Geist, der nicht von ihm genommen wurde. Seine letzten Worte richten sich nicht | auf Vergangenes, sondern sind Weissagungen des Geistes: \u201eein Gerechter \u2013 Herrscher unter den Menschen, ein Herrscher in der Furcht Gottes \u2013 und ist wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken, da vom Glanz nach dem Regen das Gras aus der Erde w\u00e4chst. Ist nicht mein Haus also bei Gott?\u201c (23,3. 4[\u20135]). Davids Haus ist der Tr\u00e4ger der Verhei\u00dfung \u2013 David selbst ist wohl der Gerechte, aber eben der als S\u00fcnder Gerechtfertigte, David f\u00fcrchtet Gott, aber als S\u00fcnder, der seine Gnade erfahren hat \u2013 Davids Haus tr\u00e4gt die Verhei\u00dfung \u2013 sein Haus wird hier deutlich personifiziert \u2013 es wird92 von ihm geredet als von einem Einzelnen, von einem Menschen. Es ist abermals das Zeugnis von dem Tempel Gottes, der Jesus Christus selbst ist und sein Leib. Jesus Christus wird sein der Gerechte ohne S\u00fcnde, die Gottesfurcht ohne \u00dcbertretung. Von ihm weissagt David, den er in seinen Lenden wei\u00df, nach der Verhei\u00dfung. Der ewige Bund (23,5) ist der Bund in Christus. Aus ihm wird all mein Heil und all mein Wohlgefallen wachsen ([Vers] 5). Aber die B\u00f6sen werden im Zorn Gottes mit Eisen und Spie\u00df vernichtet werden; sie werden mit Feuer verbrannt werden an ihrem Ort. \u2013 Christus wird herrschen, aber die Heillosen werden verworfen sein ins Feuer [Vers] 6. 7.<br \/>\nDie Aufz\u00e4hlung der Namen der Helden Davids, die nicht ohne Bedeutung mit dem treuen Uria, dem Chittiter abschlie\u00dft (Vers 8\u201339), ist die Bekundung93, da\u00df der, der Christus in seinen Lenden tr\u00e4gt und Christi Stuhl94 einnimmt, umgeben ist von Starken und Treuen, wie Christus auf seinem Stuhl umgeben ist von starken und heiligen Engeln.<br \/>\nKapitel 24, das nach Vers 18 offenbar hinter Kapitel 6 geh\u00f6rt, enth\u00e4lt den Bericht von der Vers\u00fcndigung Davids, indem er sein Volk z\u00e4hlen will. Gottes Volk aber soll nicht gez\u00e4hlt werden. Gott allein kennt sein Volk in seiner Zahl. Die Zahl gibt dem Menschen Berechnung, die ihn vom Glauben ab- | h\u00e4lt. Die Strafe Gottes folgt, David erw\u00e4hlt sich in die H\u00e4nde Gottes zu fallen, das hei\u00dft die Pest. Diese macht vor der Mauer Jerusalems Halt. David aber errichtet in Jerusalem Gott einen Altar. Hier schlie\u00dft Kapitel 7 an.95<br \/>\nDas Ende Davids wird sehr menschlich und sarkisch erz\u00e4hlt,96 wof\u00fcr die Geschichte der Abisag von Sunem ein Beispiel ist. David ist Mensch, jetzt alter, erkaltender Mensch \u2013 aber der gesalbte K\u00f6nig. Seine Schw\u00e4che wird von Adonia frevelhaft ausgenutzt. Aber Gott h\u00e4lt den alten David. Er stirbt, nachdem 1 K\u00f6n 2,1\u20134 er seinem Sohn Salomo die Verhei\u00dfung weitergegeben hat, nachdem er der Feinde des Hauses Gottes im Zorn gedacht hat 1. K\u00f6n 2,5 ff[\u20139] im Glauben an den Spro\u00df seines Hauses nach der Verhei\u00dfung, an Jesus Christus, der die Frucht seines Leibes ist. \u201eIch werde nicht sterben, sondern leben und den Namen des Herrn verk\u00fcndigen\u201c [Ps] 118,17.97<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>b) Zweiter Kurs. Gr\u00fcndung des Bruderhauses und Schwedenreise<br \/>\n4. November 1935\u201315. M\u00e4rz 1936<\/p>\n<p>8. PREDIGT ZU MATTH\u00c4US 18,21\u201335. FINKENWALDE, VORLETZTER SONNTAG DES KIRCHENJAHRES, 17. 11. 19351<\/p>\n<p>Predigt \u00fcber Matth\u00e4us 18,21\u201335. Dietrich Bonhoeffer, Finkenwalde 16. November 35.<\/p>\n<p>[Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft mu\u00df ich denn meinem Bruder, der an mir s\u00fcndigt, vergeben? Ist\u2019s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal. Darum ist das Himmelreich gleich einem K\u00f6nige, der mit seinen Knechten rechnen wollte. Und als er anfing zu rechnen, kam ihm einer vor, der war ihm zehntausend Pfund schuldig. Da er\u2019s nun nicht hatte, zu bezahlen, hie\u00df der Herr verkaufen ihn und sein Weib und seine Kinder und alles, was er hatte, und bezahlen. Da fiel der Knecht nieder und betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir; ich will dir\u2019s alles bezahlen. Da jammerte den Herrn des Knechts, und er lie\u00df ihn los, und die Schuld erlie\u00df er ihm auch. Da ging derselbe Knecht hinaus und fand einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Groschen schuldig; und er griff ihn an und w\u00fcrgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du mir schuldig bist! Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir\u2019s alles bezahlen. Er wollte aber nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gef\u00e4ngnis, bis da\u00df er bezahlte, was er schuldig war. Da aber seine Mitknechte solches sahen, wurden sie sehr betr\u00fcbt und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was sich begeben hatte. Da forderte ihn sein Herr vor sich und sprach zu ihm: Du Schalksknecht, alle diese Schuld habe ich dir erlassen, dieweil du mich batest; solltest du denn dich nicht auch erbarmen \u00fcber deinen Mitknecht, wie ich mich \u00fcber dich erbarmt habe? Und sein Herr ward zornig und \u00fcberantwortete ihn den Peinigern, bis da\u00df er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Also wird euch mein himmlischer Vater auch tun, so ihr nicht vergebt von eurem Herzen, ein jeglicher seinem Bruder seine Fehler.]<\/p>\n<p>Wir wollen uns zu Beginn dieser Predigt einmal ganz still und ehrlich fragen, ob wir einen Menschen wissen, aus unserm Umkreis, aus unserer Familie, unter unsern Freunden, \u2013 dem wir ein Unrecht, das er uns angetan hat, nicht vergeben haben; einen Menschen, von dem wir uns einmal im Zorn getrennt haben, \u2013 oder vielleicht auch nicht im offenen Zorn, sondern in stiller Bitterkeit mit dem Gedanken: Das kann ich nicht mehr vertragen, mit diesem Menschen kann ich keine Gemeinschaft mehr haben.<br \/>\nOder sollten wir wirklich so unachtsam sein, da\u00df wir sagen, wir w\u00fc\u00dften keinen? Sind uns die andern Menschen so gleichg\u00fcltig, da\u00df wir garnicht eigentlich wissen, ob wir mit ihnen in Frieden oder in Unfrieden sind? Ob nicht einmal einer nach dem andern aufstehen wird und uns verklagen: Von mir bist du im Unfrieden geschieden \u2013 mich hast du nicht ertragen k\u00f6nnen \u2013 mit mir hast du die Gemeinschaft zerbrochen \u2013 ich war dir unsympathisch und du wandtest dich ab von mir \u2013 ich tat dir einmal weh und da lie\u00dfest du mich allein \u2013 ich kr\u00e4nkte einmal deine Ehre und da brachst du mit mir \u2013 und ich konnte dich nicht wiederfinden \u2013 ich habe dich oft gesucht und du gingst mir aus dem Weg \u2013 und es ist | kein offenes Wort mehr zwischen uns gefallen und ich wollte nichts mehr von dir, nur deine Vergebung und du hast mir nie vergeben k\u00f6nnen. Hier bin ich nun und klage dich an \u2013 kennst du mich noch? \u2013 Ob nicht in jener Stunde Namen vor uns lebendig werden, die wir kaum mehr kennen \u2013 viele, viele verletzte, versto\u00dfene, arme Seelen, denen wir ihre S\u00fcnde nicht vergeben haben. Und unter diesen Menschen vielleicht ein guter Freund, ein Bruder, einer unserer Eltern?<br \/>\nUnd es wird eine einzige gro\u00dfe, drohende, furchtbare Stimme gegen uns werden in jener Stunde: Du bist ein harter Mann gewesen \u2013 all deine Freundlichkeit hilft dir nichts, du warst hart und stolz und kalt wie Stein, du hast dich um keinen von uns gesorgt, wir waren dir alle gleichg\u00fcltig und verha\u00dft, du hast nie gewu\u00dft, was Verzeihung tut, du hast nicht gewu\u00dft, wie wohl sie dem tut, der sie erf\u00e4hrt und wie frei sie den macht, der verzeiht. Du bist immer ein harter Mann gewesen.<br \/>\nWir machen es uns ja so leicht mit den andern Menschen. Wir stumpfen uns g\u00e4nzlich ab und meinen, wenn wir gegen jemand keine b\u00f6sen Gedanken hegen, dann sei das eben dasselbe als h\u00e4tten wir ihm vergeben \u2013 und wir \u00fcbersehen dabei ganz, da\u00df wir keine guten Gedanken \u00fcber ihn haben \u2013 und vergeben, das k\u00f6nnte doch hei\u00dfen, lauter gute Gedanken \u00fcber ihn haben, ihn tragen, wo wir nur k\u00f6nnen. Und das gerade umgehen wir, \u2013 wir tragen den andern Menschen nicht, sondern wir gehen neben ihm her und gew\u00f6hnen uns an sein Schweigen, ja nehmen ihn garnicht ernst \u2013 aber aufs Tragen gerade kommt es an \u2013 den andern in allen St\u00fccken tragen, in allen seinen schwierigen und unangenehmen Seiten, und sein Unrecht und seine S\u00fcnde auch gegen [mich]2 \u2013 schweigen, tragen und lieben ohne aufh\u00f6ren, \u2013 das k\u00e4me dem Vergeben nahe!<br \/>\nWer so zum andern Menschen, zu seinem Vater, seinem Freund, seiner Frau, seinem Mann, aber auch zu den frem- | den Menschen, allen die uns begegnen, steht, der wei\u00df erst, wie schwer das ist. Dem kommt es wohl manchmal \u00fcber die Lippen: Nun kann ich es nicht mehr, nun ertrage ich ihn nicht l\u00e4nger, nun hat meine Kraft ein Ende. Es kann nicht immer so weiter gehen, \u2013 \u201eHerr, wie oft mu\u00df ich denn meinem Bruder, der an mir s\u00fcndigt, vergeben?\u201c Wie lange mu\u00df ich es ertragen, da\u00df er hart gegen mich ist, mich kr\u00e4nkt und verletzt, da\u00df er ohne R\u00fccksicht und Zartheit ist, da\u00df er mir weh tut ohne Ma\u00dfen \u2013 Herr, wie oft \u2026? Es mu\u00df doch einmal ein Ende haben, es mu\u00df doch einmal Unrecht Unrecht genannt werden, es kann doch nicht sein, da\u00df mein Recht dauernd vergewaltigt wird \u2013 \u201eist es genug siebenmal?\u201c Wir l\u00e4cheln vielleicht \u00fcber Petrus, siebenmal, das scheint uns gering \u2013 wie oft haben wir schon vergeben und \u00fcbersehen. Wir sollten aber dennoch ganz und gar nicht l\u00e4cheln, wir haben dem Petrus gegen\u00fcber wahrhaftig keinen Anla\u00df dazu. Siebenmal vergeben, \u2013 wirklich vergeben, das hei\u00dft das uns angetane Unrecht ganz zum besten kehren, B\u00f6ses ganz mit Gutem vergelten, den andern annehmen, als sei er uns immer der liebste Bruder gewesen, das ist keine Kleinigkeit. Ja was wir so vergeben und vergessen nennen: Keine Kr\u00e4he hackt der andern ein Auge aus, aber vergeben, aus lauter Liebe, mit der man den andern nicht loslassen will, sondern ihn weiter tragen, das ist keine Kleinigkeit.<br \/>\nEs ist eine rechte Qual, dies Fragen. Wie werde ich mit diesem Menschen fertig, wie kann ich ihn ertragen? Wo f\u00e4ngt mein Recht ihm gegen\u00fcber an? La\u00dft uns nur mit dieser Frage immer zu Jesus gehen, wie es Petrus tat. Denn gingen wir zu einem andern, fragten wir uns selbst, so bek\u00e4men wir keine oder nur schlechte Hilfe: Jesus aber hilft, nur in ganz wunderlicher Weise. Nicht siebenmal, Petrus, sondern siebenzigmal siebenmal, sagt Jesus, \u2013 und er wei\u00df, so allein hilft er ihm. Nicht z\u00e4hlen, Petrus, sondern vergeben ohne Zahl \u2013 nicht dich qu\u00e4len mit der Frage, wie lange, \u2013 ohne Ende, Pe- | trus, ohne Ende: das ist vergeben \u2013 und das ist Gnade f\u00fcr dich, das allein macht dich frei.<br \/>\nDu z\u00e4hlst, einmal, zweimal, dreimal und immer bedrohlicher wird dir die Sache, \u2013 immer qu\u00e4lender das Verh\u00e4ltnis zum Bruder, \u2013 aber merkst du denn garnicht, solange du noch z\u00e4hlst, solange rechnest du ja immer wieder dem andern seine alte S\u00fcnde auf, solange hast du in Wirklichkeit noch nicht \u2013 noch nicht einmal! \u2013 vergeben. Werde frei, Petrus, vom Z\u00e4hlen, \u2013 vergeben und verzeihen kennt keine Zahl noch Ende \u2013 du brauchst dich nicht zu bek\u00fcmmern um dein eigenes Recht, das ist bei Gott wohl aufgehoben, \u2013 du darfst vergeben ohne Ende! Vergebung ist ohne Anfang und Ende, sie geschieht t\u00e4glich unaufh\u00f6rlich, denn sie kommt von Gott. Das ist Befreiung aus allem Krampfhaften im Zusammensein mit dem N\u00e4chsten, denn hier werden wir befreit von uns selbst, hier d\u00fcrfen wir alles eigene Recht aufgeben und dem andern allein helfen und dienen.<br \/>\nH\u00f6rt nur, wir brauchen garnicht mehr empfindlich zu sein, \u2013 es ist nichts damit gedient, \u2013 wir brauchen nicht auf unsere Ehre bedacht zu sein \u2013 wir brauchen uns auch nicht zu entr\u00fcsten, wenn der andre uns immer wieder Unrecht tut \u2013 wir brauchen nicht mehr den andern fortgesetzt zu richten \u2013 wir brauchen ihn nur zu nehmen, wie er ist, und ihm alles, alles vergeben, ohne Ende, ohne Bedingung. Ist das nicht wirklich gro\u00dfe Gnade, da\u00df wir solchen Frieden haben d\u00fcrfen mit unserm N\u00e4chsten, \u2013 da\u00df keiner und nichts unsern Frieden st\u00f6ren kann? Unsre Freundschaft, unsre Ehe, unsre Bruderschaft empf\u00e4ngt hier, was sie braucht, festen, dauernden Frieden durch die Vergebung.<br \/>\nAls Jesus das dem Petrus sagte, da hat er ihm etwas ganz Fr\u00f6hliches und Herrliches sagen und schenken wollen, da hat er ihn frei machen wollen aus dem qu\u00e4lenden Gegeneinander der Menschen. Ihr d\u00fcrft einander vergeben, sagt Jesus. Das ist wahrhaftig frohe Botschaft. |<br \/>\nAber das ist ja nun das Schlimme, da\u00df da, wo Jesus uns eine ganz gro\u00dfe Hilfe geben will, wo er uns etwas ganz gro\u00dfes schenken will wir sogleich sagen: Ach wie schwer ist das, was Jesus uns da auflegt, wie unertr\u00e4glich schwer. Das ist ja keine Hilfe, das ist ja eine Last. Wer soll denn das k\u00f6nnen, seine[m Bruder]3 alles vergeben und mit ihm zu tragen. Da wacht der ganze Trotz wieder auf: Nein, das will ich nicht und das kann ich nicht. Das hat der andre auch wahrhaftig nicht verdient.<br \/>\nUnd siehe, erst wenn wir so reden, wird Jesus zornig \u00fcber uns. Um Hilfe fragen d\u00fcrfen wir ihn ohne Ende \u2013 aber uns gegen seine Hilfe wehren und sagen: Das sei keine Hilfe, \u2013 das will Jesus nicht. \u201eDu kannst nicht vergeben, du willst nicht vergeben, das hat der andre nicht verdient, \u2013 ja, wer bist denn du, Mensch, da\u00df du so redest?\u201c<br \/>\nUnd in gro\u00dfem Zorn erz\u00e4hlt nun Jesus jene furchtbare Geschichte vom Schalksknecht, von dem Mann, der Barmherzigkeit erfuhr und dennoch ein harter Mann blieb und von dem nun alle Barmherzigkeit genommen wird und \u00fcber den nun Gottes furchtbares Gericht ergeht. Und indem er diese zornige Geschichte erz\u00e4hlt, gibt er uns die gr\u00f6\u00dfte Hilfe, die er uns geben kann, er zeigt uns den Weg zum rechten Vergeben. Den wollen wir nun verstehen.<br \/>\nBesinnen wir uns an einen Augenblick in unserm Leben, in dem Gott uns vor Gericht zog, in dem wir ein verlorener Mann waren? In dem es uns ans Leben ging? Gott forderte Rechenschaft von uns, und es waren nichts als Schulden da, unerme\u00dflich gro\u00dfe Schulden. Unser Leben war befleckt und unrein und schuldig vor ihm und wir hatten nichts, aber auch garnichts aufzuweisen als Schulden und noch einmal Schulden. Besinnen wir uns, wie es uns damals zu Mute war, wie wir nichts zu hoffen hatten, wie verloren und sinnlos [alles] erschien. Wir konnten uns nicht mehr selbst helfen, wir waren g\u00e4nzlich allein \u2013 und vor uns blieb blo\u00df die Strafe, | die gerechte Strafe. Vor ihm konnten wir nicht aufrecht stehen bleiben, vor ihm, vor Gott dem Herrn, sanken wir auf die Knie in unserer Verzagtheit und beteten ihn an: Herr, habe Geduld mit mir \u2013 und allerlei Geschw\u00e4tz kam \u00fcber unsre Lippen, so wie hier der Schalksknecht: Ich will alles bezahlen und wiedergutmachen \u2013 derartiges, und wir wu\u00dften doch genau, wir w\u00fcrden es nie bezahlen k\u00f6nnen, und dann ver\u00e4nderte sich auf einmal alles, Gottes Angesicht trug nicht mehr die Z\u00fcge des Zornes, sondern des gro\u00dfen Jammers und Schmerzes \u00fcber uns Menschen, und er erlie\u00df uns alle Schuld, und es war uns vergeben. Wir waren frei und die Angst war von uns genommen und wir waren wieder froh und konnten Gott ins Angesicht sehen und danken.<br \/>\nSo sahen wir einmal aus, wie jener Schalksknecht. Wie verge\u00dflich wir doch sind! Nun gehen wir hin und packen den, der uns ein kleines Unrecht getan hat, der uns get\u00e4uscht oder verleumdet hat und sprechen zu ihm: Mache wieder gut, was du ges\u00fcndigt hast! Ich kann dir das niemals vergeben! Sehen wir denn nicht, da\u00df wir vielmehr sagen sollten: Was der andre uns hier angetan hat, das ist ja nichts, garnichts gegen das, was ich getan habe gegen Gott und auch gegen ihn? Wer hat denn uns berufen, den andern zu verdammen, die wir selbst viel schwerer dran sind als er?<br \/>\nVers 31\u201334. Nun ist die Gnade vertan, nun ist die ganze alte Schuld neu da, nun kommt der Zorn \u00fcber uns \u2013 nun sind wir verlorene Leute, weil wir die Gnade verachtet haben. Das ist die ganze Lehre: Die S\u00fcnde des andern siehst du aber deine eigene S\u00fcnde erkennst du nicht. In Bu\u00dfe erkenne die Barmherzigkeit Gottes \u00fcber dir und nur so wirst du vergeben k\u00f6nnen.<br \/>\nWie kommen wir dahin, da\u00df wir einander alle S\u00fcnde von Herzen vergeben? Liebe Br\u00fcder, wer es einmal erfahren hat, da\u00df Gott ihn aus einer gro\u00dfen S\u00fcnde gerissen und ihm vergeben hat, wem Gott einmal in solcher Stunde einen Bruder | geschickt hat, dem wir unsre S\u00fcnde sagen durften, wer den Kampf kennt, den der S\u00fcnder gegen die Hilfe f\u00fchrt, weil er sich nicht helfen lassen will, und wer es dennoch erfuhr, da\u00df ihn sein Bruder im Namen Gottes und im Gebet von seiner S\u00fcnde freisprach \u2013 dem vergeht alle Sucht zum Richten und zum Nachtragen, der will nur noch eines: Mittragen an der Not des Bruders, dienen, helfen, vergeben, \u2013 ohne Ma\u00dfen, ohne Bedingung, ohne Ende, \u2013 der kann den s\u00fcndigen Bruder nicht mehr hassen, sondern er liebt ihn umsomehr und vergibt ihm alles, alles. Herr, unser Gott, la\u00df uns deine Barmherzigkeit erfahren, da\u00df wir Barmherzigkeit \u00fcben ohne Ende! Amen.<\/p>\n<p>9. PREDIGT ZU APOKALYPSE 14,6\u201313. FINKENWALDE, TOTENSONNTAG, 24. 11. 19351<\/p>\n<p>Offenbarung 14,6\u201313<\/p>\n<p>[Und ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verk\u00fcndigen denen, die auf Erden wohnen, und allen Heiden und Geschlechtern und Sprachen und V\u00f6lkern, und sprach mit gro\u00dfer Stimme: F\u00fcrchtet Gott und gebet ihm die Ehre; denn die Zeit seines Gerichts ist gekommen! Und betet an den, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und die Wasserbrunnen. Und ein anderer Engel folgte nach, der sprach: Sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die gro\u00dfe Stadt; denn sie hat mit dem Wein ihrer Hurerei getr\u00e4nkt alle Heiden. Und der dritte Engel folgte diesem nach und sprach mit gro\u00dfer Stimme: So jemand das Tier anbetet und sein Bild und nimmt das Malzeichen an seine Stirn oder an seine Hand, der wird von dem Wein des Zorns Gottes trinken, der lauter eingeschenkt ist in seines Zornes Kelch, und wird gequ\u00e4lt werden mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm; und der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier haben angebetet und sein Bild, und so jemand hat das Malzeichen seines Namens angenommen. Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum. Und ich h\u00f6rte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, da\u00df sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach.]<\/p>\n<p>\u201eUnd ich sah\u201c \u2013 der Vorhang zerrei\u00dft und Johannes bekommt zu sehen, wor\u00fcber f\u00fcr unser Auge ein dichter Schleier liegt \u2013 die Welt nach dem Tode. Soviel ist sogleich klar: diese Welt ist alles andre als tot, sie ist in h\u00f6chstem Ma\u00dfe lebendig, voller Handlung, voller Gesichte, voller Worte, voller Qual und voller Seligkeit \u2013 die Welt nach dem Tode ist Leben in h\u00f6chstem Ma\u00dfe. Nicht ein Nichts, ein Verl\u00f6schen erwartet uns, wenn wir die Augen zu tun, sondern einem ungeahnten Geschehen gehen wir entgegen. Keiner tr\u00f6ste sich mit dem falschen Trost: es ist doch bald alles aus, vielmehr lasse er sich sagen: es f\u00e4ngt bald alles an, es wird nun bald ganz ernst, ganz kritisch mit dir.<br \/>\nBereit werden f\u00fcr den Schritt in jene andre Welt, dazu will uns unser Text helfen. Wie lernen die Christen, wie lernt die Gemeinde Christi das Sterben? Das ist die Frage und die Antwort gibt der Text. Es ist eine dreifache Freudenbotschaft, die uns heute aus jener Welt als Trost am Totensonntag und als Hilfe zum Sterben verk\u00fcndigt wird.2 |<br \/>\n\u201eUnd ich sah einen Engel fliegen mitten durch den Himmel, der hatte ein ewiges Evangelium zu verk\u00fcnden \u2026\u201c Wo solche Gesichte, wo die Engel Gottes gesehen werden, da sind wir nicht mehr bei uns, da ist der Himmel aufgetan und die neue Welt. Mitten durch den Himmel fliegt der Engel mit dem ewigen Evangelium. Das geh\u00f6rt also in die Mitte des Himmels wie es in die Mitte der Erde geh\u00f6rt \u2013 das ewige Evangelium. Das ist ein gro\u00dfer Trost f\u00fcr alle Gl\u00e4ubigen \u2013 das Evangelium bleibt doch \u2013 es ist ein ewiges Evangelium \u2013 unser Evangelium, wie wir [es] Sonntag f\u00fcr Sonntag h\u00f6ren3 und predigen \u2013 das Evangelium, das wir in unsern Bibeln bei uns haben, morgens und abends lesen, das unserem Leben einmal eine neue Wendung gegeben, als wir es zum erstenmal recht verstanden4 \u2013 hier verspottet und angegriffen5 und in den Schmutz gezogen, und doch verborgen und heimlich geliebt und bekannt von Bekennern und M\u00e4rtyrern aller Zeiten, von unz\u00e4hligen Herzen \u2013 das Evangelium bleibt ewig \u2013 wir brauchen uns also garnicht zu f\u00fcrchten und darum zu sorgen \u2013 ob es auch so aussieht, als ginge das Evangelium heute unter \u2013 was sind 10 Jahre oder auch mehr, die wir erleben und \u00fcbersehen? \u2013 das Evangelium ist ewig und bleibt dennoch. Es bleibt als die eine und einzige wahre Verk\u00fcndigung von Gott \u00fcber alle Welt6. Und ob tausende von Religionen und Ansichten und Meinungen und Weltanschauungen in der Welt sind, und ob es die sch\u00f6nsten Weltanschauungen seien und ob sie den Menschen das Herz bewegen und r\u00fchren \u2013 sie scheitern alle am Tod, sie m\u00fcssen alle zerbrechen, weil sie nicht wahr sind \u2013 es bleibt nur das Evangelium. Und ehe das Ende kommt, wird es allen V\u00f6lkern, Geschlechtern und Sprachen verk\u00fcndigt sein \u00fcber die ganze Erde \u2013 ob es hier auch scheint, es gebe viele Wege, dort gilt doch nur ein Weg, f\u00fcr alle Menschen auf dem Erdboden: das Evangelium.<br \/>\nUnd seine Sprache ist so einfach, da\u00df sie jeder verstehen mu\u00df: \u201eF\u00fcrchtet Gott und gebt ihm die Ehre; denn die | Zeit des Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der gemacht hat Himmel und Erde und Meer und Wasserbrunnen.\u201c Das ist das 1. Gebot, das ganze Evangelium.7 \u201eF\u00fcrchtet Gott\u201c \u2013 statt der vielen Dinge, die ihr f\u00fcrchtet \u2013 f\u00fcrchtet nicht den kommenden Tag, f\u00fcrchtet nicht die anderen Menschen, f\u00fcrchtet nicht Gewalt und Macht, auch wenn sie euch Besitz und Leben rauben kann, f\u00fcrchtet nicht die Gro\u00dfen in der Welt, f\u00fcrchtet euch auch nicht vor euch selbst, f\u00fcrchtet auch nicht die S\u00fcnde \u2013 an all dieser Furcht werdet ihr sterben \u2013 von all dieser Furcht seid ihr frei, sie ist f\u00fcr euch nicht da \u2013 f\u00fcrchtet aber Gott und ihn allein; denn er hat Macht \u00fcber alle M\u00e4chte dieser Welt, \u2013 vor ihm mu\u00df sich die ganze Welt f\u00fcrchten \u2013 er hat Macht uns das Leben zu geben oder uns zu verderben, \u2013 alles andere ist Spiel \u2013 Gott allein ist ernst, ganz ernst \u2013 f\u00fcrchtet Gottes Ernst \u2013 und \u201egebt ihm die Ehre\u201c. Er will sie haben als der Sch\u00f6pfer der Welt, als unser Sch\u00f6pfer, er will sie haben als der Vers\u00f6hner, der Friede gemacht hat in Christus zwischen Gott und Mensch, er will sie haben als der Erl\u00f6ser, der uns am Ende frei machen will von aller S\u00fcnde und aller Last \u2013 gebt ihm die Ehre in seinem heiligen Evangelium \u2013 \u201edenn die Zeit seines Gerichtes ist gekommen\u201c. Wonach wird Gott an jenem Tage des Gerichtes, dem wir entgegengehen, fragen? nach seinem ewigen Evangelium8: habt ihr dem Evangelium geglaubt und gehorcht? Er wird nicht fragen \u2013 ob wir Deutsche waren oder Juden, ob wir Nationalsozialisten waren oder nicht, auch nicht ob wir zur Bekennenden Kirche geh\u00f6rt haben oder nicht \u2013 ob wir gro\u00df und einflu\u00dfreich und erfolgreich waren, ob wir ein Lebenswerk aufzuweisen haben, ob wir geehrt waren von den Menschen, oder gering und unwichtig und erfolglos und verkannt. Gott wird alle Menschen einmal danach fragen, ob sie vor dem Evangelium sich getrauen k\u00f6nnen zu bestehen \u20139 und das Evangelium allein wird unser Richter sein. Am Evangelium werden sich die Geister scheiden in Ewigkeit. | Wenn wir das wissen, und doch sehen, wie das Evangelium unter uns mi\u00dfachtet wird \u2013 dieses in der Welt und in der Kirche \u2013 dann kann uns ganz angst werden.10 Das wollen wir uns also von dem ersten Bild, das Johannes sah, merken \u2013 ein ewiges Evangelium \u2013 die ewige Verk\u00fcndigung an alle V\u00f6lker, das ewige Gericht \u00fcber alle Menschen \u2013 ein ewiges Evangelium \u2013 das ist der einzige und bleibende Trost f\u00fcr die Gemeinde der Gl\u00e4ubigen, das ist Freudenbotschaft f\u00fcr alle, die noch sterben m\u00fcssen.<br \/>\n\u201eUnd ein anderer Engel folgte nach und sprach: sie ist gefallen, sie ist gefallen, Babylon, die gro\u00dfe Stadt; denn sie hat mit dem Wein ihrer Hurerei getr\u00e4nkt alle Heiden.\u201c Das sah Johannes \u2013 und er sah doch auch das andere: n\u00e4mlich da\u00df Babylon noch gro\u00df war, m\u00e4chtig und kraftstrotzend11 \u2013 da\u00df Babylon noch un\u00fcberwindlich dastand in der Welt und alle Menschen vor ihr zitterten und niederfielen \u2013 Babylon, die Feindin Gottes \u2013 die Stadt, die nicht aufh\u00f6rt ihren Turm bis in den Himmel zu bauen12 \u2013 Babylon, die gegen Christus, den gekreuzigten Herrn13 auf eigene Macht trotzt, die mit ihren gl\u00e4nzenden und verf\u00fchrerischen Lastern die Menschen berauscht, wie die Dirne ihren Buhlen berauscht mit schwerem Wein \u2013 die die Menschen umnebelt und verwirrt und umbuhlt mit allerlei Gepr\u00e4nge und gottlosem Prunk \u2013 Babylon, das die Menschen lieben, umschw\u00e4rmen, dem sie besinnungslos in die Netze laufen \u2013 Babylon, das von seinen Untertanen nichts anderes verlangt als blinde Liebe und Rausch, das ihnen reichlich, verschwenderisch gibt, wonach den Menschen das Herz und die wilde Begierde steht \u2013 wer wollte es wagen, von diesem Babylon zu sagen, es sei nicht ewig?, \u2013 es werde einen tiefen Fall tun \u2013 weh dem14! \u2013 mit welcher Bangigkeit mu\u00df die christliche Gemeinde, \u2013 die nicht B\u00fcrger dieser Stadt sein kann und will, die am Rande, au\u00dferhalb dieser Stadt wohnen und leiden mu\u00df \u2013 auf jene Stadt sehen, mit wieviel Gebeten mu\u00df sie f\u00fcr sie eintreten15, mit wieviel Gebeten ihren Fall herbeigesehnt | haben!16 \u2013 Wer ist Babylon \u2013 war es Rom? Wo ist es heute? Wir wagen es heute noch17 nicht zu sagen \u2013 nicht aus Furcht vor den Menschen! sondern die Gemeinde wei\u00df es noch nicht \u2013 aber sie sieht furchtbare Dinge und Enth\u00fcllungen herannahen \u2013 und nun \u2013 die Stimme vom Himmel, die Freudenbotschaft f\u00fcr die Gemeinde der Gl\u00e4ubigen \u2013 \u201esie ist gefallen, \u2026 Babylon, die Gro\u00dfe \u2026\u201c \u2013 es ist schon alles vollendet, das Gericht ist schon ergangen von Gott her, Babylon ist schon garnicht mehr \u2013 Babylon kann nicht bestehen \u2013 weil es vor Gott nicht bestehen kann. Darum: f\u00fcrchtet euch nicht vor Babylon, es kann euch nichts anhaben \u2013 es ist schon gerichtet \u2013 es ist alles18 nur Staub und Rauch und Tr\u00fcmmer \u2013 nehmt es nicht mehr so blutig ernst, verzehrt euch nicht in eurem Ha\u00df oder eurem Eifer, es ist ja alles nur so vorl\u00e4ufig, so vorl\u00e4ufig \u2013 es ist ja garnicht mehr wichtig \u2013 ganz andere Dinge sind aber wichtig \u2013 bleibt fest im Glauben, haltet fest an Christus, haltet euch unber\u00fchrt von Babylon, bleibt n\u00fcchtern und la\u00dft euch nicht die Furcht \u00fcbermannen \u2013 h\u00f6rt auf die Stimme Gottes, des Allm\u00e4chtigen, der spricht: Sie ist gefallen, \u2026 Babylon, die Gro\u00dfe. Dies allein ist wichtig \u2013 dies allein f\u00fchrt zum Leben \u2013 wer aber Babylon verf\u00e4llt \u2013 der ist dem Tode und Gericht verfallen \u2013 Babylon ist gefallen, freue dich, Gemeinde der Gl\u00e4ubigen! Das ist die zweite Freudenbotschaft f\u00fcr die Gemeinde, die ins Sterben mu\u00df.<br \/>\nVers 9. \u201eUnd der dritte Engel folgte ihm nach und sprach mit gro\u00dfer Stimme: so jemand das Tier anbetet \u2026\u201c Das Tier ist der Herr Babylons, der Mensch der L\u00e4sterung, der \u00dcberhebung und der Gewalt \u2013 und das ist das furchtbare \u2013 dies Tier hat nicht genug daran, da\u00df ihm die Menschen dienen, sondern es will, da\u00df sie sich mit seinem Zeichen bezeichnen an Stirn und Hand \u2013 da\u00df sie ihm sichtbar geh\u00f6ren mit Kopf und Tat \u2013 das Tier will Bekenner! \u2013 wie die Christen sich bezeichnen mit dem Zeichen des Kreuzes, so will das Tier, da\u00df alle mit dem Mal- | zeichen der Gottesl\u00e4sterung gezeichnet seien, die ihm geh\u00f6ren \u2013 und sie beten das Tier an und sagen: wer ist gr\u00f6\u00dfer und m\u00e4chtiger als dies Tier? wer will ihm widerstehen? wer ist herrlicher und g\u00f6ttlicher \u2013 und alle beten es an, die nicht geschrieben sind im Buche des Lebens, deren Namen vor Gott und dem Christus nicht erw\u00e4hlt und gef\u00e4llig sind, deren Namen eine L\u00e4sterung Gottes sind.<br \/>\nVers 10 f: \u201eder wird von dem Wein des Zorns Gottes trinken \u2026\u201c Ein brennender ungemischter Wein ist der Zorn Gottes, den der Mensch bis ins Innerste seiner Gebeine zu sp\u00fcren bekommt. Unaussprechlich furchtbar die Dinge, die nun genannt werden \u2013 es ist nichts hinzuzuf\u00fcgen \u2013 wie soll uns auch solche Botschaft Grund zur Freude sein? \u2013 \u201egequ\u00e4lt mit Feuer und Schwefel vor den heiligen Engeln und dem Lamm\u201c \u2013 sie werden den Christus, den sie l\u00e4sterten, sehen m\u00fcssen in ihrer Qual \u2013 \u201eder Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit\u201c \u2013 \u201ekeine Ruhe bei Tag und Nacht\u201c \u2013 la\u00dft uns angesichts solcher Worte ja nicht laut werden, sondern ganz still und in uns gehen und sprechen: Gott, sei mir S\u00fcnder gn\u00e4dig und schenk uns allen dein Heil! Gott, dir allein geb\u00fchrt die Ehre. Du allein bist gerecht. Du hast uns Ruhe geschaffen von unsern Feinden. Gott, du allein bist unser Trost und unsere Freude!<br \/>\nNein, wir wollen angesichts der furchtbaren Gerichte Gottes \u00fcber die Welt in kein19 sektiererisches Triumphgeheul ausbrechen \u2013 sondern bitten: Gott, gib Geduld deinen Heiligen in aller unserer Ungeduld20, gib Gehorsam deiner Gemeinde dein Gebot der Liebe zu halten \u2013 in allem unserm Ungehorsam, gib Glauben an Jesus \u2013 in allem Unglauben. Und wenn du dann kommst und zu uns trittst und uns forderst vor dir zu stehen: dann sprich auch zu uns \u2013 hier ist Geduld der Heiligen, hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum \u2013 Gott, es ist alles deine Gnade.<br \/>\nWerden wir es nun begreifen, da\u00df angesichts dieser Gerichte | Gottes, dieser Versuchung, in Ha\u00df und Ungeduld und Unglauben zu fallen \u2013 da\u00df es heute eine Gnade ist zu sterben \u2013 weggenommen zu werden \u2013 wer von uns wei\u00df denn, ob er durchh\u00e4lt? Wer wei\u00df denn, wie er in der Stunde der letzten Probe stehen wird \u2013 darum \u2013 \u201eselig sind die Toten, die in dem Herrn sterben, von nun an\u201c \u2013 \u201eselig sind die Toten\u201c \u2013 das m\u00fcssen wir verstehen \u2013 nicht aus M\u00fcdigkeit, aus Unlust, sondern aus der Furcht nicht Glauben zu halten und in der Freude Glauben gehalten zu haben \u2013 \u201eselig sind die Toten\u201c \u2013 \u201evon nun an\u201c \u2013 von solchen Zeiten an, wo die Macht Babylons und des Tieres \u00fcbergro\u00df wird \u2013 aber nicht alle Toten sind selig \u2013 sondern \u201edie in dem Herrn sterben\u201c \u2013 die das Sterben rechtzeitig gelernt haben,21 die Glauben gehalten haben, die sich an Jesus hielten bis zur letzten Stunde, ob unter den Leiden des offenen Martyriums, ob in dem Martyrium einer stillen Einsamkeit \u00fcberstehenden Lebens22 \u2013 die Verhei\u00dfung der Seligkeit des Todes, der Auferstehung gibt es nur f\u00fcr die Gemeinde Jesu Christi \u2013 sie geh\u00f6rt ihr \u2013 und wer sie sonst f\u00fcr sich in Anspruch nimmt, f\u00e4llt Gott in den Arm. \u201eSelig sind die Toten, die in dem Herrn sterben \u2026\u201c in Christus sterben \u2013 da\u00df uns das geschenkt werde, da\u00df unsere letzte Stunde nicht eine schwache Stunde sei \u2013 da\u00df wir als Bekenner Christi sterben. Ob alt oder jung, ob schnell oder nach langem Leiden, ob gefa\u00dft und gepackt von dem Herrn Babylons oder ob still und sanft, da\u00df nur unser letztes Wort sei: Christus,23 das ist heute unser Gebet \u2013 \u201eJa, der Geist spricht \u2026 folgen ihnen nach\u201c24 und dann wird Ruhe sein von unserer Arbeit, das hei\u00dft von der M\u00fchsal und den Leiden und den Anfechtungen, unter denen wir heute stehen, keine Furcht mehr, schwach zu werden, keine Furcht vor der S\u00fcnde und vor der Gewalt Babylons, dann wird Ruhe sein, weil wir Christus als den Herren erkennen und sehen werden \u2013 \u201eund ihre Werke folgen ihnen nach \u2013\u201c. Sie bahnen uns nicht den Weg zu Christus, das tut der Glaube, \u2013 aber sie folgen nach, | die Werke, die in Gott, in Christus getan sind, f\u00fcr die er uns bereitet hat von Anbeginn der Welt; wir kennen sie hier nicht, sie sind verborgen, es sind die Werke, von denen die linke Hand nicht wei\u00df, was die rechte tut25 \u2013 aber sie werden bei uns sein, weil sie zu uns geh\u00f6ren, als das ewige Geschenk Gottes.26<br \/>\nHerr, lehre du deine Gemeinde zu sterben durch dein Evangelium27, gib uns Kraft durchzuhalten, bis du rufst \u2013 wir wollen gern dein ewiges Evangelium schauen! Amen.<\/p>\n<p>10. SKIZZE ZU LUKAS 1,39\u201356. FINKENWALDE, HEILIGABEND1<\/p>\n<p>Lukas 1,39\u201355<\/p>\n<p>Vers 39 Maria \u2013 gratia plena2 \u2013 die Gnadenvolle ist vom Engel an Elisabeth gewiesen worden. Sie macht sich auf, wandert durch das Gebirge, eilends zu Elisabeth. Dem\u00fctig geht die J\u00fcngere zu der \u00c4lteren.<br \/>\nVers 40 Sie gr\u00fc\u00dft Elisabeth zuerst.<br \/>\nVers 41 Die Gegenwart der Gnadenreichen wird alsbald offenbar. Das Kind im Mutterleib, der Vorl\u00e4ufer, Elisabeth wird erf\u00fcllt vom heiligen Geist<br \/>\nVers 42 und prophezeit: \u2026 Frucht des Leibes \u2026<br \/>\nVers 43 Mutter des Herrn; Elisabeth dem\u00fctigt sich vor Maria wie Jesus vor Johannes3<br \/>\nVers 45 Seligpreisung des Glaubens! Andere haben nicht geglaubt! Zacharias! es wird vollendet, es wird Wirklichkeit werden. H\u00f6chste Best\u00e4tigung f\u00fcr Maria. Das Wunder bedarf der Best\u00e4tigung.<br \/>\nVers 46 Adventslied, Maria in der Reihe der alttestamentlichen Frauen Hanna4, Debora5. Sie weist die Ehrung6 von sich weg auf Gott. So handelt der Glaube. Meine Seele \u2013 alles in mir \u2013 stellt den Herrn hoch \u00fcber alles. Es<br \/>\nVers 47 freut sich Gottes \u2026 Gott, nicht seine Gabe! Aber auch seine Gabe ist ja Gott \u2013 Heiland, der Menschgewordene. Freude, er ist bei mir, in mir.<br \/>\nVers 48 Gott beugte sich herab, darum erhebe ich ihn. Nicht \u201eDemut\u201c, sondern Niedrigkeit7. [\u2026] mich seligpreisen \u2026 um deswillen!<br \/>\nVers 49 Gro\u00dfe Dinge an Niedrigen \u2013 Allmacht, Heiligkeit [\u2013] gro\u00dfe Dinge an uns, wenn wir glauben.<br \/>\nVers 50 Seine Barmherzigkeit gilt allen, nicht allein der Maria.<br \/>\nVers 51 f. Das werdende Kind im Mutterleib \u2013 sein Arm ist gewaltiger als die Gewaltigen, die Hoff\u00e4rtigen vernichtet er. Gott im Menschen \u2013 Throne, Majest\u00e4ten wanken, st\u00fcrzen. Niedrige werden Hochgeehrte.<br \/>\nVers 53 Reiche hungern \u2013 die Frommen ern\u00e4hrt Gott.<br \/>\nVers 54 Durch all dies hilft er Israel, s[einer] K[irche].8 Vers 55 Es ist seine Verhei\u00dfung.<br \/>\nVers 56 Blieb 3 Monate. \u2013 Geborgen bei Elisabeth Geheimnis nicht offenbart.<\/p>\n<p>11. PREDIGT ZU PSALM 90. BERLIN, 15. 1. 19361<\/p>\n<p>Trauerfeier f\u00fcr Frau Julie Bonhoeffer am Mittwoch, dem 15. Januar 1936, in der Friedhofskapelle Halensee, gehalten von Dietrich Bonhoeffer.<\/p>\n<p>Mit Fried und Freud fahr ich dahin<br \/>\nin Gottes Willen;<br \/>\ngetrost ist mir mein Herz und Sinn,<br \/>\nsanft und stille.<br \/>\nWie Gott mir verhei\u00dfen hat:<br \/>\nDer Tod ist mein Schlaf worden.2<\/p>\n<p>So spricht die Heilige Schrift: \u201eDer Gerechten Seelen sind in Gottes Hand, und keine Qual r\u00fchret sie an. Von den Unverst\u00e4ndigen werden sie angesehen, als st\u00fcrben sie, und ihr Abschied wird f\u00fcr eine Pein erachtet. Aber sie sind im Frieden3\u201c. \u2013 \u201eUnd Gott wird abwischen alle Tr\u00e4nen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein. Denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl sa\u00df, sprach: Siehe, ich mache alles neu\u201c (Weisheit Salomos 3[,1\u20133]; Offenbarung Joh. 21[,4\u20135 a]).<\/p>\n<p>Jerusalem, du hochgebaute Stadt,<br \/>\nwollt Gott, ich w\u00e4r in dir!<br \/>\nMein sehnlich Herz so gro\u00df Verlangen hat<br \/>\nund ist nicht mehr bei mir;<br \/>\nweit \u00fcber Berg und Tale, weit \u00fcber blaches Feld<br \/>\nschwingt es sich \u00fcber alle und eilt aus dieser Welt.<\/p>\n<p>O sch\u00f6ner Tag und noch viel sch\u00f6n\u2019re Stund,<br \/>\nwann wirst du kommen schier,<br \/>\nda ich mit Lust und freiem Freudenmund<br \/>\ndie Seele geb von mir<br \/>\nin Gottes treue H\u00e4nde zum auserw\u00e4hlten Pfand,<br \/>\nda\u00df sie mit Heil anl\u00e4nde in jenem Vaterland!4<\/p>\n<p>Psalm 90: \u201eHerr Gott, du bist unsere Zuflucht f\u00fcr und f\u00fcr. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit, der du die Menschen l\u00e4ssest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder! Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache. Du l\u00e4ssest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird, das da fr\u00fche bl\u00fchet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorret. Das macht dein Zorn, da\u00df wir so vergehen, und dein Grimm, da\u00df wir so pl\u00f6tzlich dahin m\u00fcssen. Denn unsere Missetaten stellst du vor dich, unsere unerkannte S\u00fcnde ins Licht vor deinem Angesicht. Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschw\u00e4tz. Unser Leben w\u00e4hret siebzig Jahre, und wenn\u2019s hoch kommt, so sind\u2019s achtzig Jahre, und wenn\u2019s k\u00f6stlich gewesen ist, so ist es M\u00fche und Arbeit gewesen; denn es f\u00e4hret schnell dahin, als fl\u00f6gen wir davon. Wer glaubt aber, da\u00df du so sehr z\u00fcrnest, und wer f\u00fcrchtet sich vor solchem deinem Grimm? Lehre uns bedenken, da\u00df wir sterben m\u00fcssen, auf da\u00df wir klug werden. Herr, kehre dich doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gn\u00e4dig! F\u00fclle uns fr\u00fche mit deiner Gnade, so wollen wir r\u00fchmen und fr\u00f6hlich sein unser Leben lang. Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Ungl\u00fcck leiden. Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern. Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und f\u00f6rdere das Werk unserer H\u00e4nde bei uns; ja, das Werk unserer H\u00e4nde wolle er f\u00f6rdern!\u201c5<\/p>\n<p>In gro\u00dfer Dankbarkeit stehen wir heute am Grab unserer guten entschlafenen Gro\u00dfmutter. Gottes Hand ist freundlich | \u00fcber uns gewesen, da\u00df er sie bis heute unter uns gelassen hat.6 Wir k\u00f6nnen uns unser eigenes Leben nicht mehr denken ohne das ihre. Sie geh\u00f6rt ganz zu uns und sie wird immer ganz zu uns geh\u00f6ren. Und Gottes Hand ist auch freundlich \u00fcber ihr gewesen bis zuletzt. Er hat sie nicht allein sein lassen. Er hat sie Kinder, Enkel und Urenkel sehen lassen. Er hat sie noch mitten in ihrer letzten schweren Krankheit f\u00fcr ein paar Tage fr\u00f6hlich und gesund sein lassen, da\u00df sie den heiligen Abend noch einmal mit dem ganzen gro\u00dfen Haus feiern konnte, wie in all den Jahren zuvor.7 In gro\u00dfer Klarheit und Liebe hat sie bis zuletzt an all dem teilnehmen k\u00f6nnen, was jeden von uns pers\u00f6nlich und beruflich bewegte. Sie hat nach allen gefragt, die ihr nahestanden, und f\u00fcr jeden gute und liebe Gedanken und W\u00fcnsche gehabt. Gott hat ihr auch gegeben, in Klarheit zu sehen, wie es um sie stand, und er hat ihr die Kraft dazu gegeben, sich darein zu schicken. Und wenn wir heute traurig werden wollen, da\u00df sie nicht mehr bei uns ist, so sollen wir doch dar\u00fcber niemals vergessen, wie dankbar wir sein m\u00fcssen.<br \/>\n\u201eHerr Gott, du bist unsere Zuflucht f\u00fcr und f\u00fcr\u201c. In einem so langen Leben wie dem ihren gibt es Stunden, in denen man dies besonders lernen mu\u00df, da\u00df man eine Zuflucht braucht. Fr\u00fch hat sie ihren Vater verloren, zwei S\u00f6hne hat sie als Kinder hergeben m\u00fcssen, im Krieg fielen drei Enkels\u00f6hne; im Alter wurde es stiller um sie, als der Gro\u00dfvater starb, als ihre Geschwister heimgingen, als zuletzt noch wenige Jahre vor ihrem Tod unser guter Onkel Otto, ihr \u00e4ltester Sohn, von uns ging. Gott hat oft sichtbar in ihr Leben eingegriffen; da hat sie es immer wieder lernen m\u00fcssen, was sie von Kind auf gewu\u00dft hat: \u201eHerr Gott, du bist unsere Zuflucht f\u00fcr und f\u00fcr. Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit\u201c. Daran hat sie sich auch in ihrer Krankheit gehalten. Sich in den Willen Gottes schicken; tra- | gen, was einem auferlegt ist; beherrscht und klar das Gegebene, das Wirkliche ins Auge fassen; tun, was n\u00f6tig und geboten ist; schweigend und ohne Klage mit sich abmachen, worin einem ein anderer nicht helfen kann, und in alledem sich eine gro\u00dfe innere Fr\u00f6hlichkeit und kraftvolle Lebensbejahung bewahren \u2013 so hat sie ihr Leben aufgefa\u00dft und gef\u00fchrt, so ist sie gestorben, und so haben wir sie geliebt.<br \/>\n\u201eDer du die Menschen l\u00e4ssest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder\u201c. Sie hat das Wiederkommen sehen d\u00fcrfen in drei Generationen, und das war ihre gr\u00f6\u00dfte Freude im Leben. F\u00fcr ihre Kinder, Enkel und Urenkel war sie immer da,8 sie hatte immer und f\u00fcr alles Zeit, Ruhe und Rat. Und obwohl sie ganz mit jedem einzelnen mitlebte, so kam doch ihr Urteil und ihr Rat immer aus einem weiten Abstand von den Dingen, aus einem unvergleichlichen Wissen um alles Menschliche und aus einer gro\u00dfen Liebe. Und w\u00e4hrend sie so die Generationen kommen und wachsen sah, wurde sie selbst bereit zum Gehen. In aller Erfahrung und Weisheit sp\u00fcrte man, da\u00df sie von einer dem\u00fctigen Erkenntnis der Grenzen allen menschlichen Wissens, Urteilens und Lebens getragen war. \u201eTausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache\u201c.<br \/>\n\u201eUnser Leben w\u00e4hret siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, so sind es achtzig Jahre, und wenn es k\u00f6stlich gewesen ist, so ist es M\u00fche und Arbeit gewesen.\u201c 93 Jahre alt ist sie geworden, und sie hat uns das Erbe einer anderen Zeit vermittelt. Mit ihr versinkt uns eine Welt, die wir alle irgendwie in uns tragen und in uns tragen wollen. Die Unbeugsamkeit des Rechtes, das freie Wort des freien Mannes, die Verbindlichkeit eines einmal gegebenen Wortes, die Klarheit und N\u00fcchternheit der Rede, die Redlichkeit und Einfachheit im pers\u00f6nlichen und \u00f6ffentlichen Leben \u2013 daran hing ihr ganzes Herz. Darin lebte sie. Sie hat es in ihrem Leben erfahren, da\u00df es M\u00fche und Arbeit macht, diese Ziele | wahr zu machen im eigenen Leben. Sie hat diese Arbeit und M\u00fche nicht gescheut. Sie konnte es nicht ertragen, wo sie diese Ziele mi\u00dfachtet sah, wo sie das Recht eines Menschen vergewaltigt sah.9 Darum waren ihre letzten Jahre getr\u00fcbt durch das gro\u00dfe Leid, das sie trug \u00fcber das Schicksal der Juden in unserem Volk, an dem sie mittrug und mitlitt.10 Sie stammte aus einer andern Zeit, aus einer andern geistigen Welt \u2013 und diese Welt sinkt nicht11 mit ihr ins Grab. Dieses Erbe, f\u00fcr das wir ihr danken, verpflichtet.<br \/>\nAber nicht nur ihr Leben, sondern gerade auch ihr Tod soll uns zur Lehre werden. \u201eHerr, lehre uns bedenken, da\u00df wir sterben m\u00fcssen, auf da\u00df wir klug werden.\u201c Auch solches sinnerf\u00fcllte, bewu\u00dfte Leben steht unter dem Todesgesetz, das auf allem Menschlichen lastet. Auch wir m\u00fcssen einmal gehen, mit all unseren Idealen, Zielen und unserer Arbeit. Klug werden, das hei\u00dft von seiner Grenze, von seinem Ende wissen, aber viel mehr noch von dem Jenseits dieser Grenze wissen, von dem Gott, der ist von Ewigkeit zu Ewigkeit, in dessen H\u00e4nde wir fallen, ob wir wollen oder nicht, in dessen H\u00e4nden sie jetzt aufgehoben ist in Ewigkeit. Was sollen wir \u00fcber solchem erf\u00fcllten und reichen Leben noch sagen? Wir rufen den Gott an, der unsere Zuflucht ist, zu dem wir fliehen k\u00f6nnen in aller Not und Traurigkeit, Jesus Christus, in dem alle Wahrheit, alle Gerechtigkeit, alle Freiheit und alle Liebe ist. Wir rufen den Gott an, der allen Ha\u00df, alle Lieblosigkeit, alle Unruhe \u00fcberwunden hat durch seine un\u00fcberwindliche Liebe am Kreuz Jesu Christi. Wir bitten, da\u00df sie schauen d\u00fcrfe in Ewigkeit, was hier verh\u00fcllt und verborgen bleibt unter S\u00fcnde und Tod, da\u00df sie in Frieden und Klarheit schauen d\u00fcrfe das ewige Angesicht Gottes in Jesus Christus.<\/p>\n<p>Der Anfang, das Ende, o Herr, sie sind dein,<br \/>\ndie Spanne dazwischen, das Leben, war mein;<br \/>\nund irrt\u2019 ich im Dunkeln und fand mich nicht aus \u2013<br \/>\nBei dir, Herr, ist Klarheit, und Licht ist dein Haus.12 |<\/p>\n<p>Und nun wollen wir nicht mehr traurig sein. Das war nicht ihr Sinn. Sie wollte nie einen Menschen traurig machen. Wir m\u00fcssen zur\u00fcck an unsere Arbeit und an unser Tagewerk. So hat sie es gewu\u00dft und gemeint. Sie liebte \u00fcber alles die Tat und das Tagewerk. Darum wollen wir gest\u00e4rkt von ihrem Grab fortgehen. Gest\u00e4rkt durch ihr Bild, ihr Leben und Sterben, gest\u00e4rkt aber viel mehr durch den Glauben an den Gott, der ihre und unsere Zuflucht ist f\u00fcr und f\u00fcr, gest\u00e4rkt durch Jesus Christus. \u201eUnd der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und f\u00f6rdere das Werk unserer H\u00e4nde bei uns; ja, das Werk unserer H\u00e4nde wolle er f\u00f6rdern!\u201c Amen.<\/p>\n<p>Der ewig reiche Gott<br \/>\nwoll uns bei unserm Leben<br \/>\nein immer fr\u00f6hlich Herz<br \/>\nund edlen Frieden geben<br \/>\nund uns in seiner Gnad<br \/>\nerhalten fort und fort<br \/>\nund uns aus aller Not<br \/>\nerl\u00f6sen hier und dort.13<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>c) Dritter Kurs. Volksmission und Konferenz von Chamby<br \/>\n15. April\u201323. August 1936<\/p>\n<p>12. TRAUPREDIGT ZU I THESSALONICHER 5,16\u201318 (MITSCHRIFT). FALKENSEE, 15. 4. 19361<\/p>\n<p>Traurede f\u00fcr Hilde und Albrecht Sch\u00f6nherr, gehalten am 15. 4. 1936 in der Kirche zu Falkensee durch Pastor D. Bonhoeffer.<\/p>\n<p>\u201eSeid allezeit fr\u00f6hlich. Betet ohne Unterla\u00df. Seid dankbar in allen Dingen, denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an euch\u201c I. Thess 5,16\u201318.<\/p>\n<p>Dies sei unsere Bitte f\u00fcr euch und da\u00df ihr gehorsam zu diesem Willen \u201eJa\u201c sagen wollt.<br \/>\nIhr wollt jetzt auf eigenen F\u00fc\u00dfen wandeln. Ihr wi\u00dft, es bleibt heute ja alles ungewi\u00df in der Zukunft und am morgigen Tag; aber es mu\u00df und soll ganz gewi\u00df sein, da\u00df wir uns in einem solchen Augenblick eins wissen mit dem Willen Gottes an uns. Das gen\u00fcgt uns, und das hilft uns durch alles Ungewisse hindurch.<br \/>\nAlso mit dem Willen Gottes jetzt euch eins zu machen, dazu seid ihr hier. Ihr wollt in kurzem sagen, da\u00df ihr f\u00fcreinander leben wollt, euch einander treu sein wollt, bis der Tod euch | scheidet.2 Da\u00df zwei Menschen ihr Leben gemeinsam f\u00fchren wollen, das geht ja nur, wenn aus zwei Willen \u201eeiner\u201c wird; das geht nicht so zu, da\u00df wir unseren eigenen suchen oder den des anderen. Die einzige Gewi\u00dfheit, da\u00df euer Wille ein Wille werde, liegt nicht an euch, sondern am Willen Gottes. Die einzige Gewi\u00dfheit f\u00fcr die Festigkeit eurer Ehe liegt nicht bei euch, eurer Liebe, euren Vors\u00e4tzen, sondern liegt bei Jesus Christus.3 Da ganz allein liegt die Gewi\u00dfheit, da sucht sie! Dort k\u00f6nnt und sollt und werdet ihr eins sein. Und darum m\u00fcssen wir gerade an solchem Tage, wo die Gedanken ganz um pers\u00f6nliche Dinge kreisen wollen, m\u00fcssen wir4 euch sagen: \u201eTrachtet am ersten nach dem Reiche Gottes, dann wird euch solches alles zufallen\u201c.5 Durch ihn wird euch das andere alles mitgeschenkt werden. Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes!<br \/>\nUnd Gott sei Dank, da\u00df er uns seinen Willen nicht verbirgt, sondern offenbar werden l\u00e4\u00dft. Den Willen Jesu Christi an euch l\u00e4\u00dft er uns offenbar werden in dem Wort, das ihr zuerst geh\u00f6rt habt: \u201eSeid allezeit fr\u00f6hlich \u2026\u201c.<br \/>\nIhr werdet fr\u00f6hlich sein in einer Freude, die ihr einander macht und aneinander habt. Es gibt im Leben nichts, das die Fr\u00f6hlichkeit gr\u00f6\u00dfer machen k\u00f6nnte, als mit einem Menschen zusammen zu sein, den man liebt, mit dem man sich eins wei\u00df. Man ist fr\u00f6hlich, auch fr\u00f6hlich in den \u00e4u\u00dferen Sorgen, weil man den anderen hat. Aber es hei\u00dft nicht: seid heute fr\u00f6hlich und morgen und immer wieder einmal fr\u00f6hlich, sondern es hei\u00dft: seid alle Zeit fr\u00f6hlich. Also nicht nur, wenn ihr sie voneinander nehmen k\u00f6nnt, sondern auch da, wo sie euch einmal versagt wird, wo die \u00e4u\u00dferen Schwierigkeiten euch bedr\u00e4ngen und bedr\u00fccken.<br \/>\nWie kann man das sagen ohne zu \u00fcbertreiben? Man kann es nur sagen und sein, wenn man den ganzen Grund seiner Fr\u00f6hlichkeit von Gott, aus seinem Willen hernimmt. Seid allezeit fr\u00f6hlich, denn ihr seid von Gott erl\u00f6st, frei geworden von allen Sorgen und \u00c4ngsten um die Zukunft und frei geworden von euch selbst. Erl\u00f6st seid ihr, und darum seid ihr alle- | zeit fr\u00f6hlich, denn nun seid ihr allezeit mit Gott und Gott ist mit euch. Wi\u00dft, da\u00df ihr erl\u00f6ste Menschen seid und seid fr\u00f6hlich!<br \/>\nAlbrecht, sei ein fr\u00f6hlicher Pfarrer! Wer sich eins wei\u00df mit Jesus Christus, wei\u00df, da\u00df er erl\u00f6st ist, und wer darum auch so aussieht, der wird seiner Gemeinde eine gro\u00dfe Hilfe sein.6 Die Menschen werden zu ihm kommen, ihm Last auflegen, die er trage. Also sei allezeit fr\u00f6hlich in deinem Amt.<br \/>\nUnd dir, liebe Hilde, sage ich dazu: Hilf deinem Mann allezeit, fr\u00f6hlich zu sein. Es ist ein Dienst, den du deinem Mann und der Gemeinde tust. Hilf ihm dazu durch dein Gebet und durch deine Treue. Hilf dadurch, da\u00df du dir deine Arbeit, deine Zeit so einteilst, da\u00df du mit ihm fr\u00f6hlich sein kannst. Dann werdet ihr verstehen, was Paulus sagt: alles ist euer, ihr aber seid Christi!7<br \/>\nSolche Fr\u00f6hlichkeit aber kommt nur durch Gebet ohne Unterla\u00df. Es ist kein christliches Haus, wo nicht gebetet wird ohne Unterla\u00df. Du, Albrecht, hast in den letzten Jahren mit viel M\u00fche gelernt, was dies Beten ohne Unterla\u00df etwa hei\u00dfen kann,8 und du hast entdeckt, da\u00df es so viel helfen kann, und du wirst es noch mehr entdecken in deinem k\u00fcnftigen Leben. Und du, liebe Hilde, denke daran, da\u00df dein Mann dies heilige Amt f\u00fchren soll, und da\u00df er das nur recht kann, wenn du ihm hilfst und wenn du Ehrfurcht hast vor diesem Amt und vor diesem Beten ohne Unterla\u00df.<br \/>\nBetet miteinander jeden Tag, morgens, mittags, abends, um Festigkeit eurer Ehe, um Bestand und um Vergebung eurer S\u00fcnde. Und vergebt euch alle Tage selbst in diesem Gebet gegenseitig eure S\u00fcnden. Eine Ehe unter der Vergebung sollt ihr f\u00fchren, betet miteinander treu darum, und betet f\u00fcreinander.<br \/>\nDir, liebe Hilde, m\u00f6chte ich noch besonders sagen: Es gibt in der Geschichte manches, wo die Frau Menschen zur\u00fcckgewonnen hat f\u00fcr das Evangelium durch die F\u00fcrbitte. Und ich | m\u00f6chte es dir ganz besonders ans Herz legen, da\u00df du F\u00fcrbitte tust f\u00fcr deinen Mann, deine Familie, alle, die in dein Haus kommen und alle, mit denen du in Ber\u00fchrung kommst.9<br \/>\nUnd seid dankbar in allen Dingen. Richtig beten k\u00f6nnt ihr nur, wenn ihr dankbar seid in allen Dingen, wenn ihr einmal in der Stunde des Todes sagen k\u00f6nnt wie Chrysostomus \u201eGott sei Dank f\u00fcr alles!\u201c10 Seid dankbar nicht nur f\u00fcr euer Gl\u00fcck, sondern auch f\u00fcr alles R\u00e4tselhafte in eurem Leben, f\u00fcr Krankheit, Leiden und Verfolgung um des Evangeliums willen. Seid dankbar in allen Dingen! Seid es heute f\u00fcr all das, was ihr bis zu dieser Stunde empfangen habt. Seid dankbar, da\u00df ihr einander habt. Und vor allem seid dankbar, da\u00df ihr das Wort und den Willen Gottes noch habt bis ans Ende. Seid dankbar, da\u00df Ihr einmal am Ende eures Lebens fr\u00f6hlich sagen k\u00f6nnt: Ja, Gott sei Dank f\u00fcr alles!<br \/>\nUnd nun geht hin in gro\u00dfer Freude und Gewi\u00dfheit, eins geworden, die Augen erhoben zum Kreuz Jesu Christi, allezeit fr\u00f6hlich, ohne Unterla\u00df betend. Amen.<\/p>\n<p>13. BIBELARBEIT ZU ESRA UND NEHEMIA: WIEDERAUFBAU JERUSALEMS. FINKENWALDE, 21. 4. 19361<\/p>\n<p>Der Wiederaufbau Jerusalems nach Esra und Nehemia<\/p>\n<p>I. Die Erweckung<\/p>\n<p>Die Gerichte Gottes \u00fcber sein Volk2 kann nur Er selbst wieder wenden. Es bleibt dem zerst\u00f6rten Jerusalem3 nichts als die Zuversicht, Gott werde sich nach seiner Verhei\u00dfung wieder zu seinem Volk kehren, sonst garnichts. Auflehnung gegen das Gericht Gottes w\u00e4re es, wenn hier einer von sich aus, ungerufen und unbeauftragt daran ginge, die zerst\u00f6rte Kirche wiederaufzubauen. Und geschehe es mit noch so frommem4 Willen, mit noch so reiner Lehre, mit noch so gro\u00dfer seelsorgerlicher Liebe zum Volk. So handelt vorwitziges \u201efrommes Fleisch\u201c, aber nicht der Glaube der Gemeinde Gottes. Sie wartet und beugt sich dem Gericht, bis Gott selbst wiederkommt, und sie betet um5 Erweckung. Aus der Erweckung durch den Geist Gottes kommt Erneuerung der Kirche. Niemals durch Restauration, niemals durch eigenm\u00e4chtiges Aufhebenwollen der Gerichte Gottes. Nur durch seine Gerichte hindurch, nicht aber an ihnen vorbei kommt Gott wieder zu seiner Gemeinde. Die Erwekkung f\u00fchrt aus dem Gericht in die Gnade. Darum ist das Gebet um die Erweckung der Anfang einer echten Erneuerung der Kirche. |<br \/>\nJerusalem ist zerst\u00f6rt. Der Tempel Gottes in seinem Allerheiligsten6 gesch\u00e4ndet, die Priester gefangen und7 aus der Stadt gewiesen, die Mauern der Stadt sind niedergerissen, soda\u00df es keinen Schutz gegen irgendeinen Feind mehr gibt. Wehrlos ist die Kirche jedem Angriff preisgegeben. Fremde M\u00e4chte, fremde Herren, fremde G\u00f6tter sind in Jerusalem eingezogen. Die Gemeinde Gottes ist vom Gericht und Zorn Gottes getroffen in die Gefangenschaft heidnischer Gewalthaber geraten. Als Fremdling mu\u00df das Volk Israel unter den Gottlosen wohnen. Und wer darf sich wundern und entr\u00fcsten, wenn bei einer jahrzehntelangen Dauer heidnischer Gewalt- und Fremdherrschaft viele m\u00fcde und m\u00fcrbe werden, wenn ihnen8 trotz aller Bedr\u00fcckung und Schmach das ohnm\u00e4chtige Dahinvegetieren in relativer Sicherheit unter dem Schutz des fremden K\u00f6nigs9 lieber geworden ist als die ver\u00f6dete friedlose Stadt Gottes, der nur Eines geblieben ist: die Verhei\u00dfung. Wohl sang man durch all die 50 Jahre hindurch10 Lieder der Sehnsucht nach Jerusalem,11 Lieder des Zornes \u00fcber die gottlosen Gewalthaber. Wohl erwartete man mit Zittern und Freude den Tag, an dem Gottes Gericht auf Babylon fallen und Israel frei sein w\u00fcrde. Aber es war doch nur ein Teil der Exulanten, der so an der Verhei\u00dfung blieb. Niemals h\u00e4tte ein eigenm\u00e4chtiger Aufstand zum Ziel gef\u00fchrt. Hier mu\u00dfte im Gehorsam gewartet werden auf den Ruf Gottes. Und nach langem Warten und Beten ruft Gott. Sein Ruf kommt in h\u00f6chst seltsamer Weise; es ist ein doppelter Ruf. Gott erweckt den Geist des Cyrus im ersten Jahr seiner Regierung (Esr 1,1), ihm einen Tempel zu bauen in Jerusalem und das Volk Israel freizulassen. Und Gott erweckt den Geist von 42360 (Esr 2,64) Gliedern der gefangenen Gemeinde zur R\u00fcckkehr nach Jerusalem und zum Tempelbau (Esr 1,5). Was ist diese Erweckung des Cyrus? Cyrus kommt nicht zum Glauben, er wird nicht Jude. Er will dem Gott Israels neben an- | dern G\u00f6ttern auch die Ehre geben. Es sind heidnische Gedanken, die ihn dahin f\u00fchren. Aber es ist Erweckung durch Gott, der die heidnischen Gedanken des politischen Machthabers benutzt, um seiner Kirche Raum zu schaffen. Cyrus begreift zwar nicht, was es um die Kirche, um das Volk Gottes ist, obwohl er selbst der Meinung gewesen sein mag, es zu wissen. Aber er gibt ihr Raum. Das ist genug. Er mu\u00df ihr dienen, wie Nebukadnezar einst dienen mu\u00dfte als Zuchtrute zur Vollstreckung des Gerichts an Israel12. Die Erweckung der Obrigkeiten der Welt dient allein dazu, da\u00df das Volk Gottes in Freiheit \u201eseinem\u201c (1,3) Gott dienen k\u00f6nne, in der Weise die Gott gef\u00e4llt. Wieweit die Obrigkeit selbst begreift, was sie damit tut, ist nicht unbedingt wesentlich. Sie soll der Gemeinde Raum geben, da\u00df sie \u201eein ruhiges und stilles Leben f\u00fchre in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit\u201c (1 Tim 2[,2]). Das ist alles.<br \/>\nDie Erweckung des Volkes Israel ist13 echte Erweckung des Glaubens aufgrund gegebener Verhei\u00dfungen Gottes. Nicht Volksbewegung, nicht j\u00fcdische14 \u201eGlaubensbewegung\u201c, nicht Schwarmgeisterei, sondern \u201eErneuerung\u201c15 der Kirche Gottes im strengen Sinn des Wortes, die zum Wiederaufbau Jerusalems f\u00fchrt, Erweckung aufgrund von Verhei\u00dfung. Da\u00df es sich nicht um M\u00e4chte von unten, sondern um die Macht von oben handelt, geht auch daraus hervor, da\u00df ein Teil des Volkes nicht mitzieht, da\u00df vielmehr erst nach und nach in weiteren kleineren Gruppen die R\u00fcckkehr nach Jerusalem erfolgt. Die Zahl der Erweckten wird ausdr\u00fccklich angegeben. Sie ist immerhin so klein, da\u00df die einzelnen St\u00e4mme und Familien angegeben16 werden k\u00f6nnen (2,1 ff[\u201361]). Diese Namen sollen der Erinnerung der Gemeinde aufbewahrt werden.<br \/>\nDie Schar der Erweckten hatte der Geist Gottes gemacht \u201ewie einen Mann\u201c (2,64), ein Ausdruck, der sich im Folgenden wiederholt zum Zeichen dessen, da\u00df es der Eine Geist war, der sie leitete (3,1 3,9). Im Blick auf die Verhei\u00dfung Gottes waren alle Unterschiede abgetan, aus dem zerfallenen | Volk Gottes war Ein Mann geworden, wie die Gemeinde aller Zeiten Einer ist in Christus (Gal 3,28).<br \/>\nWeil es Erweckung war, darum gab es hier keinen Zwang, auch keine Mitl\u00e4ufer, sondern es war alles auf Freiwilligkeit gestellt, Freiwilligkeit, die durch den Geist Gottes gewirkt ist. Es war ja auch durchaus keine einleuchtende Sache. Konnte das alles nicht eine List des Cyrus sein? Meinte es Cyrus ehrlich mit den Juden? War es nicht \u00fcberaus gef\u00e4hrlich den Auszug zu wagen, all die M\u00fche auf sich zu nehmen, um nachher an ein Tr\u00fcmmerfeld zu kommen?17 Wer solche Zweifel und \u00dcberlegungen noch hatte, mu\u00dfte zur\u00fcckbleiben, er geh\u00f6rte nicht zu den Erweckten. Wie sollte er auch die Anfechtungen und N\u00f6te bestehen, die ihm auf dem Weg bevorstanden?18 Als viel sp\u00e4ter Artaxerxes wohl bereit gewesen w\u00e4re, dem Esra ein Geleit zu stellen, das der Gemeinde Gottes unter dem Schutz der politischen Macht auch ihren Heimzug gew\u00e4hren sollte,19 da \u201esch\u00e4mete ich mich, vom K\u00f6nig Geleit und Reiter zu fordern, uns wider die Feinde zu helfen auf dem Wege. Denn wir hatten dem K\u00f6nige gesagt: Die Hand unseres Gottes ist zum Besten \u00fcber allen, die ihn suchen und seine St\u00e4rke und Zorn ist \u00fcber alle, die ihn verlassen\u201c (8,22). Und es w\u00e4re ja ein Verlassen Gottes20 gewesen, h\u00e4tte man fremde Hilfe begehrt. Die Gemeinde Gottes geht ihren Weg allein. Allein \u2013 in freiem Gehorsam gegen den Gott, der sie auf den Weg ruft. Solcher Gehorsam hat die Verhei\u00dfung, besser: solchen Gehorsam schafft sich allein die Verhei\u00dfung. \u201eUnd die Hand unsers Gottes war \u00fcber uns und errettete uns von der Hand der Feinde und derer, die auf uns hielten auf dem Wege und wir kamen gen Jerusalem\u201c (8,31 f).<br \/>\nAber nicht nur der Auszug, sondern schlechthin alles mu\u00dfte hier auf die Freiwilligkeit der Gemeinde gestellt sein. Das Wort \u201efreiwillig\u201c spielt hier in den Berichten eine besondere Rolle. Die Tatsache, da\u00df eine Gemeinde bereit ist, den ihr von Gott verordneten Weg zu gehen, macht auch die, die nicht mitziehen, hilfsbereit und gebefreudig. Dort wo der | Geist eine Gemeinde bewegt, dort gibt es au\u00dfer dem Ha\u00df der Feinde durch die Freundlichkeit [Gottes] auch immer die Sph\u00e4re der Sympathie, soda\u00df die Gemeinde \u201eGnade hatte bei dem ganzen Volk\u201c Akt 2,47.21 Mit freiwilligen Gaben helfen sie der Gemeinde (1,6). In Jerusalem angelangt, kann der Bau des Hauses Gottes abermals nur durch gro\u00dfe freiwillige Opfer der Gemeinde begonnen werden (2,68 f). Die Zahl der Opfer h\u00e4lt sich auch nicht \u00e4ngstlich an den Rahmen des Gebotenen, sondern sie geht dar\u00fcber hinaus durch allerlei \u201efreiwillige Opfer, die sie freiwillig taten\u201c (3,5). Freiwillig nimmt auch die Gemeinde die Trennung von den heidnischen Weibern auf sich ([Kapitel] 10), freiwillig gehen die Obersten an den Mauerbau (Neh. 2,18), freiwillig erlassen die Reichen den Armen ihre dr\u00fcckenden Schulden (Neh 5,10 ff[\u201312]). Nirgends wird dr\u00fcckender Zwang aufgerichtet, sondern das Gebot Gottes schafft sich \u00fcberall freiwilligen und freudigen Gehorsam. Das alles ist nur m\u00f6glich, wo der Geist Gottes selbst die Gemeinde erweckt hat, wo die Einzelnen bei ihrem Namen gerufen sind von ihrem Gott \u2013 darum die langen und zahlreichen Namenregister in diesen B\u00fcchern22, denen die Listen in der Alten Kirche entsprechen, in die sich die Integrierten einzutragen hatten,23 \u2013 wo es \u201eherausgerufene\u201c Gemeinde, ecclesia24 im eigentlichen Sinn des Wortes ist. Nur eine solche Gemeinde kann Jerusalem wieder aufbauen.<\/p>\n<p>II. Der Aufbau<\/p>\n<p>Echte Erweckung gibt es25 nur aufgrund von gewisser Verhei\u00dfung. Jeder Schritt, der nicht allein durch Glauben an die Verhei\u00dfung, sondern auch noch durch allerlei eigne Pl\u00e4ne bestimmt ist, gef\u00e4hrdet das ganze Werk. Die Verhei\u00dfung aber ist gewi\u00df. Nicht in planlose Schw\u00e4rmerei, sondern in zielbewu\u00dften Gehorsam gegen die Verhei\u00dfung Gottes f\u00fchrt die Erwekkung. Sie ruht auf der Stadt J erusalem und ih- | rem Tempel. Sie ist dem K\u00f6nig David gegeben in Ewigkeit. Sein Same soll den Tempel bauen.26 Salomo wurde der Erbauer des ersten Tempels, der zerbrach, der Davidide Serubabel mu\u00df es sein, der den Tempel zum zweiten Mal baut. Er baut ihn in der Kraft des Christus, dem in David die Verhei\u00dfung gilt. Serubabel empf\u00e4ngt von Cyrus die Ger\u00e4te des Tempels zur\u00fcck (Esra 1,8). Serubabel ist der erste in der langen Reihe der Auswanderer, die aufgez\u00e4hlt werden (2,2). Da\u00df sein Name an der Spitze steht, besagt, da\u00df dieser Auszug zum Bau des Tempels auf Verhei\u00dfung hin geschieht. In diesen Namen war der Name Christi enthalten. Neben dem k\u00f6niglichen Namen steht der Name Jesuas27, der der Hohepriester der Gemeinde wurde (2,2 cf. 3,2 3,8 4,3 5,2).<br \/>\nIhr erstes Werk ist die Errichtung eines Altars in Jerusalem zur Zeit des Laubh\u00fcttenfestes (Esra 3,1 ff[\u20134]). Noch war der Grund des Tempels nicht gelegt (3,6), aber der Ort der Anbetung und der Verk\u00fcndigung ist wiedergewonnen und in Beschlag gelegt. Man f\u00e4ngt mit dem an, was einem geblieben ist und das ist der Ort, an dem es Gott gefallen hatte zu wohnen, um sich von seinem Volk28 finden und anbeten zu lassen. Es ist eine \u201eNotkirche\u201c, dieser Altar, aber eine Kirche unter der Verhei\u00dfung. Die Feier des Laubh\u00fcttenfestes war in diesem Zeitpunkt besonders bedeutungsvoll. Eingesetzt zur Erinnerung an die H\u00fctten, in denen Israel wohnte, als es zum ersten Mal aus der Knechtschaft in \u00c4gypten gef\u00fchrt wurde (Lev 23,43), konnte nun die Gemeinde Gott \u00fcber ihren eigenen Auszug aus der Knechtschaft in Babylon preisen und die unendliche Treue Gottes anbeten.<br \/>\nErst im zweiten Jahr nach der Ankunft kann der Bau des Tempels beginnen (3,8). Die Gemeinde mu\u00dfte Geduld lernen. Die Kirche mu\u00df auch in aufregendsten Zeiten warten lernen!29 Zur Grundsteinlegung ist Serubabel und Jesua und mit ihnen das ganze Volk der Gefangenschaft versammelt und unter jubelnden Dankch\u00f6ren und Psalmen Davids sieht das Volk auf den Tr\u00fcmmern der Burg Zion30 den Grund zum | neuen Tempel gelegt. Zu dem Jauchzen des jungen Volkes aber gesellt sich das laute Weinen der alten Priester, \u201edie das vorige Haus gesehen hatten\u201c (3,12). Die Erinnerung an seine Herrlichkeit und seine schm\u00e4hliche Verw\u00fcstung \u00fcbermannte sie. So mu\u00dfte die G\u00fcte Gottes sich sch\u00e4nden lassen in der Welt, so durften die Feinde Triumphe feiern \u00fcber den allm\u00e4chtigen Gott, so mu\u00dfte Gott selbst das Volk seiner Gnade richten. Und aus dem Weinen der Alten, in dem sich ihre gro\u00dfe Liebe zum Hause Gottes offenbarte, wuchs wiederum das hoffnungsvolle Jauchzen der Jungen umso m\u00e4chtiger, \u201ealso, da\u00df das Volk nicht unterscheiden konnte das Jauchzen mit Freuden und das laute Weinen im Volk, denn das Volk jauchzte laut, da\u00df man das Geschrei ferne h\u00f6rte\u201c (3,13). Aber Jauchzen und Weinen waren ja eins in dem Dank, \u201eda\u00df der Herr g\u00fctig ist und seine Barmherzigkeit ewig w\u00e4hrt \u00fcber Israel\u201c (3,11). Im Glauben war man ausgezogen, im Glauben hatte man das Werk des Wiederaufbaus begonnen, und an Serubabel, dem Sohn Davids, wurde die Verhei\u00dfung Gottes wahr.<\/p>\n<p>III. Die Feinde<\/p>\n<p>Das erste Gelingen macht die Umwelt aufmerksam. Die totgeglaubte Kirche ist wieder lebendig geworden. Sie ist wieder ein nicht mehr zu \u00fcbersehender Faktor des \u00f6ffentlichen Lebens. Es gibt nun zwei Wege f\u00fcr den, dem dieses Geschehen aus irgendwelchen Gr\u00fcnden unerw\u00fcnscht ist. Erster Weg:31 man macht sich diesen Faktor zunutze f\u00fcr die eignen Zwecke. Gelingt das nicht, so geht man zum offenen Angriff \u00fcber. Es ist zun\u00e4chst immer das Kl\u00fcgere, den schwierigen Gegner f\u00fcr sich zu gewinnen. Da m\u00fcssen Konzessionen gemacht werden, oft weitgehende. Die Feinde der Kirche m\u00fcssen sich dazu hergeben, ihre Mithilfe am Aufbau der Kirche anzubieten: La\u00dft uns zu gleichen Teilen die Arbeit \u00fcbernehmen, M\u00e4nner der | politischen Macht32 und M\u00e4nner der Kirche, la\u00dft uns doch zusammen bauen!33 es ist ja unser eigenstes Anliegen, auch wir wollen ja Kirche, wir erkennen ihre Notwendigkeit, wir haben ja denselben Gott wie ihr. La\u00dft uns zusammen bauen (4,1 f). Eine \u00fcberaus schwierige Situation: Hier ist das Angebot der politischen M\u00e4chte an die Kirche. Hier ist nicht nur Schutz des eigenen Unternehmens, hier ist auch eine offene T\u00fcr, die doch nicht ins Schlo\u00df fallen darf. Hier sind Ansatzpunkte. Gewi\u00df, die Motive die zu diesem Angebot f\u00fchren[,] m\u00f6gen34 nicht ganz rein, nicht ganz uneigenn\u00fctzig sein. Aber kann man denn von den politischen M\u00e4chten etwas anderes erwarten? ist es nicht schon etwas ungeheures35, wenn auf dem politischen Programm der Glaube der Kirche auch genannt ist?36 D\u00fcrfen wir die ausgestreckte Hand ausschlagen? Geht es hier nicht einfach darum Vertrauen zu haben, und kann auf solches Angebot hin nicht wirklich Vertrauen von uns erwartet und gefordert werden? Und man denke nur einen Augenblick, man schl\u00fcge das Angebot aus, man bliebe mi\u00dftrauisch, in der Reserve! Welche unabsehbaren Folgen? wer will sie tragen? wer will sie auf sein37 Gewissen nehmen? Geh\u00f6rt es nicht zum Wesen der Kirche, da\u00df sie immer das Beste denkt und erwartet? W\u00e4re es nicht eine Pharis\u00e4erkirche, die ein solches Angebot abschl\u00fcge, die f\u00fcr sich selbst sein will38? Ist das nicht Sektiererei, f\u00fchrt das nicht zur Winkelkirche? Ist damit nicht der ganze Anspruch auf Offentlichkeitsgeltung der Kirche39 aufgegeben? Also, welcher Verantw\u00f6rtliche, welcher Mann, der die Kosten \u00fcberschl\u00e4gt, bevor er einen Turm baut,40 welcher J\u00fcnger, der um die uns gebotene Schlangenklugheit41 wei\u00df, wollte hier \u201eNein\u201c sagen?<br \/>\nUnd doch \u2013 die Antwort des Serubabel ist ein klares \u201eNein\u201c. Es \u201egeziemt uns nicht, mit euch zusammen unserem Gott ein Haus zu bauen, sondern wir allein wollen Jahwe, dem Gott | Israels, bauen\u201c (4,3).42 Diese Antwort ist nicht Willk\u00fcr, nicht \u00dcbermut, sondern die Gemeinde ist nicht frei anders zu antworten.43 Es [ist] nicht ins Belieben der Gemeinde gestellt, Mitarbeiter am Bau der Kirche zu dingen oder anzunehmen nach eigenem Gutd\u00fcnken.44 So verlockend und erfolgversprechend es aussehen mag, einen aufbauwilligen Ausschu\u00df von M\u00e4nnern aller Richtungen aufzustellen,45 so gewi\u00df ist jede solcher Verlockungen f\u00fcr die Kirche eine t\u00f6dliche Versuchung, von dem ihr gebotenen Weg abzugehen. Es kommt ja bei allem nur auf eines an, da\u00df Gott seine Kirche baue und wie soll Er sie bauen, wenn die Wahrheit des Einen Glaubens46 verleugnet wird. Nur im Glauben kann die Kirche gebaut werden, nur auf die Verhei\u00dfung hin.47 Da gelten keine Beteuerungen, man sei auch gl\u00e4ubig, positiv, christlich, \u2013 da gilt allein die Wahrheit, die die Beteuerungen L\u00fcgen straft, also \u2013 das Angebot wird abgeschlagen. Es wird der Weg der Verhei\u00dfung48 gegangen und nicht der Berechnung.<br \/>\nKaum ist das Nein gesprochen, da f\u00e4llt die Maske des Partners. Ist der geistliche Weg fehlgeschlagen, so mu\u00df der politische Weg49 zum Ziele f\u00fchren. Politische Diffamierung, Denunziationen m\u00fcssen dazu dienen. Das Entscheidende und Einfachste ist, man schreit Hochverrat. Dies Wort hat erstens einen durchdringenden Klang, man h\u00f6rt hin, es klingt zweitens sehr patriotisch, und man ist drittens gewi\u00df die Sympathien der Obrigkeit f\u00fcr sich zu gewinnen. Also, der Tempelbau ist Hochverrat gegen den persischen K\u00f6nig. Man will ja damit nur eine politische Machtposition gewinnen, man will die politische Autorit\u00e4t untergraben und das Ende wird sein, da\u00df ein Staat im Staat entsteht, dessen sich der K\u00f6nig nicht mehr erwehren kann. Darum, principiis obsta50 \u2013 der Neubau der Kirche ist Hochverrat, der K\u00f6nig soll ihn verbieten. So der Inhalt der Briefe der Widersacher an den K\u00f6nig Artaxerxes (4,7 ff[\u201316]). Der K\u00f6nig, der selbst Heide und weitab von den Vorg\u00e4ngen, mit vielerlei anderen politischen Dingen besch\u00e4ftigt, | kein eigenes Urteil in diesen Fragen haben kann, leiht sein Ohr den Denunzianten und verbietet den Tempelbau (4,17 ff[\u201322]). Darauf ruht die Arbeit f\u00fcr einige Zeit durch Gewalt (4,23).51<br \/>\nAls Nehemia viel sp\u00e4ter mit Genehmigung seines K\u00f6nigs an den Aufbau der Mauer von Jerusalem geht, stellt sich auch ihm der Feind in den Weg. Als er die Juden ans Werk gehen sieht, versucht er es zun\u00e4chst mit dem Spott, aber auch hier sogleich verbunden mit der politischen Verd\u00e4chtigung: \u201eihr wollt euch wohl gegen den K\u00f6nig emp\u00f6ren!\u201c (Neh. 2,19) und dann: \u201eWollen sie die verbrannten Steine aus den Schutthaufen wieder lebendig machen?\u201c (Neh. 3,34) Die Antwort des Nehemia auf diesen Spott hei\u00dft: \u201eAber wir bauten die Mauer.\u201c52 Auf dies Gerede antwortet die Gemeinde mit der Tat. Nun steht die Mauer da, der Anfang ist gemacht. Der Spott verschl\u00e4gt nicht angesichts der vollzogenen Tatsache. Als der Feind das merkt, geht er zum Angriff \u00fcber. Er will Verwirrung stiften in Jerusalem (4,2). \u201eSie sollen nichts merken und nichts sehen, bis wir mitten unter sie eindringen und sie totschlagen und so der Arbeit ein Ende machen\u201c (4,5). Also frontal k\u00f6nnen sie den Angriff nicht wagen. Sie m\u00fcssen53 sich tarnen, damit sie nicht erkannt werden. W\u00f6lfe in Schafspelzen,54 Feinde der Gemeinde im Gewand der Frommen, der Satan in der Lichtgestalt des Engels55 \u2013 das ist jetzt die Gefahr. Hier mu\u00df die Gemeinde offene Augen und wachsame W\u00e4chter haben. In der Stunde solcher Gefahr spricht die Gemeinde: \u201eDie Kraft der Tr\u00e4ger ist zu schwach und des Schuttes ist zu viel. Wir k\u00f6nnen an der Mauer nicht bauen\u201c (4,4). Das ist eine gro\u00dfe Anfechtung und Versuchung. Und Nehemia vermag die Gefahr der Stunde, die er erkennt, nur zu bannen, indem er die Gemeinde aufruft, nicht auf sich zu sehen, sondern auf den \u201egro\u00dfen, schrecklichen Herrn\u201c und ihn zu f\u00fcrchten, und auf die Br\u00fcder, S\u00f6hne, T\u00f6chter und Frauen, f\u00fcr die ja der ganze Streit ausgefochten wird (4,8). Euer Kampf ist ja nicht in eigener Sache, sondern in ihm wird | entschieden \u00fcber Generationen, Kinder und Kindeskinder. Das mu\u00df euch neuen Mut zum Durchhalten geben. Und sie \u201ekehrten allesamt wieder um zur Mauer, ein jeder zu seiner Arbeit.\u201c (4,9) Und der Plan der Feinde war vereitelt. Dies alles aber ist der Kirche Christi zur wichtigen Erinnerung und Warnung geschrieben bis zum heutigen Tag.<br \/>\nAuch beim Tempelbau m\u00fcssen schlie\u00dflich alle feindlichen Versuche das Werk zu hindern, fehlschlagen. Es treten Propheten auf, Haggai und Sacharja (Esra 5,1 ff[\u20135]), und auf ihr Wort hin machen sich abermals Serubabel und Jesua auf, den Tempel wieder aufzubauen. Dies Wort Gottes war st\u00e4rker als alle politischen Verbote und rief unverz\u00fcglich zur Tat. Man hatte eine Zeitlang geduldig gewartet. Nun, da Gott sich wieder h\u00f6ren lie\u00df, gab es kein Warten mehr. Sofort erfolgt wieder eine namentliche Denunziation beim K\u00f6nig, die aber nichts mehr ausrichtet ([Esra Kapitel] 5 und 6), im Gegenteil dazu f\u00fchrt, da\u00df der K\u00f6nig den Bau ausdr\u00fccklich unter seinen Schutz stellt. Und das Wort, das Nehemia zur Vollendung des Mauerbaus schreibt, mag auch \u00fcber den Tempelbau gesagt sein: und das Werk war fertig. \u201eAls unsere Feinde das h\u00f6rten, da f\u00fcrchteten sich alle Heiden, die um uns waren, und zitterten, mu\u00dften sich sch\u00e4men,56 denn sie erkannten, da\u00df dies Werk von Gott war.\u201c (Neh. 6,15 [f]) Da\u00df am Ende auch die Feinde sich sch\u00e4men m\u00fcssen ihres Unglaubens und erkennen, da\u00df dies Werk von Gott war57, das ist eine gro\u00dfe Verhei\u00dfung. Es ist aber auch ein gro\u00dfer Trost, da\u00df auch unsere Widersacher einmal zur Erkenntnis kommen m\u00fcssen, da\u00df die Kirche Gottes Werk ist. Die Tempelweihe wird mit ungeheurem Aufwand gefeiert \u201emit gro\u00dfer Freude\u201c (Esra 6,1558). Priester und Leviten empfangen ihren Ehrendienst am Tempel und das Passahmahl vereinigt die Kinder der Gefangenschaft mit allen gl\u00e4ubigen Juden zu einer gro\u00dfen Gemeinde (6,21 f). |<\/p>\n<p>IV. Die Reinigung der Gemeinde<\/p>\n<p>Da die Chronologie hier g\u00e4nzlich unsicher ist, gehen wir der Sache nach voran. Der Tempel ist gebaut. Die Gemeinde gesammelt. \u201eDie gn\u00e4dige Hand Gottes war \u00fcber den Kindern der Gefangenschaft gewesen\u201c, wie Nehemia unerm\u00fcdlich wiederholt. Nun galt es, mit ganzem Ernst an den Gemeindeaufbau zu gehen. Da lag noch alles sehr im Argen. Noch war vieles von den \u00dcbelst\u00e4nden, die das Gericht Gottes \u00fcber seine Kirche herbeigef\u00fchrt hatten, unbehoben. Und es bestand die59 Gefahr, diese jetzt angesichts der neuen Wendung nicht mehr abzustellen, und dadurch erneut den Zorn Gottes \u00fcber die Gemeinde zu bringen. Es war der Auftrag des Esra, des Schriftgelehrten, hier den Weg zu weisen. Der Weg des Gemeindeaufbaus ist der Weg zur\u00fcck zur Schrift. Der Ungehorsam60 Jerusalems gegen die Schrift, gegen das Gesetz Gottes, war die Ursache des Zusammenbruches und Zerfallens.61 Weil man allerlei eigene und neue Wege gehen wollte, verlie\u00df man den Weg der Verhei\u00dfung. Aber das angebotene und nicht aufgenommene Wort Gottes, wendet sich gegen den, dem es zur Gnade gegeben war. Das hat die Gemeinde der Gefangenschaft erkannt.62 Zur\u00fcck unter die Schrift, unter das Schriftwort allein, zum einf\u00e4ltigen Gehorsam gegen das Wort Gottes \u2013 so allein durfte die neue Gemeinde vor ihrem Gott stehen.63 Die politische Macht und Freiheit war verloren, das verlockende Spiel mit B\u00fcndnissen aller Art64 war vorbei, Jerusalem stand jetzt unter der politischen Oberhoheit des persischen K\u00f6nigs, es war steuerpflichtig65 und empfing daf\u00fcr den k\u00f6niglichen Schutz. Der Glanz der alten Zeiten war vor\u00fcber. Jerusalem war eine kleine, arme, unansehnliche Gemeinde geworden. Es gereichte keinem zum Vorteil sich zu ihr zu z\u00e4hlen. Aber diese Gemeinde der Erweckten, der Freiwilligen, wurde eine Gemeinde unter dem Wort, unter dem Gesetz. Das war ihr einziger und ganzer Ruhm. Man hatte die Lust verloren, noch eigenm\u00e4chtige Wege zu gehen. Nun wollte man nur noch gehorchen, sich auf das Wort und Gesetz Gottes verlassen und ihm alles andere anheimstellen. Das Wort war genug.<br \/>\nDas Volk wird versammelt; Esra, der Schriftgelehrte, der der Gemeinde von Gott geschenkt war, wird aufgefordert, | das Gesetz des Mose zu bringen und vorzulesen (Neh 8,1 ff). Als Esra das Buch \u00f6ffnet, steht das ganze Volk auf. Den Lobpreis des Esra auf die G\u00fcte Gottes, der seinem Volk dieses Buch gegeben hat, beantwortet die Gemeinde mit einem: Amen, Amen. Nun folgt die Verlesung und unter dem Eindruck des Wortes bricht das Volk in Weinen aus (8,8 f). Die Erkenntnis ihres Abfallens vom Gesetz \u00fcberw\u00e4ltigt sie. Das Gesetz tut sein Werk und treibt die Gemeinde in die Bu\u00dfe, in die S\u00fcndenerkenntnis. Also, kein Stolz \u00fcber das Erreichte, kein Selbstruhm der Gemeinde \u00fcber die ihr geschenkte Wendung der Dinge, sondern Bu\u00dfe und S\u00fcndenerkenntnis unter dem Wort stehen am Anfang des Neubaus der Gemeinde. \u201eGedenke wovon du gefallen bist und tue Bu\u00dfe und tue die ersten Werke\u201c ([Apk] 2,5) \u2013 unter diesem Wort steht die neugewordene Gemeinde. Und in der Bu\u00dfe trifft sie nun das Wort des Esra: [\u201e]Dieser Tag ist heilig dem Herrn, eurem Gott; darum seid nicht traurig und weint nicht. [\u2026] Gehet hin, esset und trinket und sendet denen, die nichts f\u00fcr sich bereitet haben \u2026, denn die Freude am Herrn ist eure St\u00e4rke. Und die Leviten stillten alles Volk und sprachen: seid still, denn der Tag ist heilig. Bek\u00fcmmert euch nicht! Und alles Volk ging hin \u2026 da\u00df es eine gro\u00dfe Freude machte, denn sie hatten die Worte verstanden, die man ihnen hatte kundgetan\u201c (8,9 ff[\u201312]). \u201eSie hatten die Worte verstanden\u201c \u2013 als Gottes Wort, das in die Bu\u00dfe und Dem\u00fctigung treibt und das zugleich das gro\u00dfe Freudenwort ist, da\u00df Gott wieder zu seiner Gemeinde gekommen ist. Gott hat sein Wort wieder kundgetan, sein Gesetz ist seine Gnade. Freuet euch am Gesetz des Herrn.66 So vernahm die Gemeinde Gottes aufs neue das Evangelium. So stand sie in der Freude der Rechtfertigung vor ihrem Herrn. Das Wort der Schrift war der Grund, auf dem die Gemeinde sich neu erbaute.<br \/>\nJetzt wird zum Laubh\u00fcttenfest eingeladen, das mit gro\u00dfem Jubel und Dank gefeiert wird. Dann versammelt sich die Gemeinde noch einmal zum H\u00f6ren des Gesetzes und zur | Neuordnung ihres Lebens. Einen viertel Tag liest Esra aus dem Gesetz, einen viertel Tag lang w\u00e4hrt die Beichte des Volkes, keiner nimmt sich aus, sie stehen alle miteinander unter demselben Wort, demselben Urteil und derselben Gnade. Die Antwort auf das vernommene Wort ist das Bekenntnis der Gemeinde zum Gesetz Gottes. Der Bund Gottes mit seinem Volk wird erneuert und das Volk gelobt Gehorsam. Priester, Leviten, Oberste und das ganze Volk \u2013 \u201everpflichten sich mit einem Eide, zu wandeln im Gesetz Gottes, das durch Mose, den Knecht Gottes, gegeben ist, da\u00df sie es halten.\u201c (10,30) Freiwillig \u00fcbernimmt die Gemeinde die Pflicht, f\u00fcr den Tempel zu sorgen, freiwillig wird der Zehnte wieder aufgebracht, aus freien Kr\u00e4ften der Gemeinde sollen die Gottesdienste getragen werden. Freiwillig unterwirft man sich der Einhaltung des Feiertages, des Sabbath nach dem Gebot Gottes, freiwillig erlassen sp\u00e4ter die Reichen den Armen ihre Schulden. Woher kam diese Freiwilligkeit, als aus67 der erfahrenen N\u00e4he und Barmherzigkeit Gottes in seinem Wort, als aus der Rechtfertigung aus Gnaden allein? Aus der Kraft des Wortes kommt die Kraft des Gehorsams und des Opfers. So steht die Gemeinde rein vor ihrem Herrn.<br \/>\nUnd mit der durch das Wort geschaffenen Reinheit ersteht nun auch die Verpflichtung alles abzutun, was noch an Unreinheit in der Gemeinde war, entsteht die Kraft zur Kirchenzucht. Die Gemeinde Gottes darf nicht durch heidnische Elemente verunreinigt werden. So geschieht das ungeheure, da\u00df die Juden, die heidnische Weiber genommen haben, sich freiwillig von ihnen trennen (Neh 10,3168 Esra 10). Das Volk der Juden mu\u00df rein sein, weil es Gottes eigenes, erw\u00e4hltes Volk ist. Die Erw\u00e4hlung Gottes allein, kein v\u00f6lkischer, kein rassischer, kein politischer Gedanke, konnte zu diesem beispiellosen69 Opfer verpflichten. Um des Wortes Gottes willen tritt die Scheidung ein, mitten in die H\u00e4user greift sie hinein. Aber um des Wortes willen darf sich keiner entziehen. | \u201eUnd des Menschen Feinde werden seine eignen Hausgenossen sein\u201c (Mt 10,36). Das ist die H\u00e4rte des einmal vernommenen Wortes Gottes, da\u00df um seinetwillen sich die Menschen von einander scheiden m\u00fcssen70. Wo eine Gemeinde das Wort wahrhaft neu h\u00f6rt, da mu\u00df die Scheidung von Glaubenden und Ungl\u00e4ubigen71 eintreten, da wird die Kirchenzucht \u2013 um der Wahrheit und um der besser verstandenen Barmherzigkeit willen \u2013 Ereignis. Wo die Kraft zur Kirchenzucht fehlt, dort fehlt auch noch die Kraft des Wortes Gottes. Aber freilich \u2013 der Weg ist nicht umkehrbar \u2013 nur aus dem geh\u00f6rten Wort vollzieht sich die Scheidung, niemals aber kann die Scheidung ein Akt sein, um die Gemeinde erst zum H\u00f6ren des Wortes zu bringen.72<br \/>\nDie Kirche Gottes ist Eine damals und heute. Die Wege, die Gott seine Kirche f\u00fchrt sind immer dieselben, durch Gericht und Strafe und Zerst\u00f6rung h\u00f6rt die Gemeinde neu den Ruf Gottes und seine Verhei\u00dfung. Wo aber Gottes Verhei\u00dfung vernommen und ernstgenommen wird, dort wird Kirche, wo eine Gemeinde bereit wird, nichts mehr zu haben als das Wort, dort steht sie vor [Gott] als die Gemeinde der gerechtfertigten S\u00fcnder. Und zuletzt gilt es:73 \u201eund da alle unsere Feinde das h\u00f6rten, f\u00fcrchteten sich alle Heiden, die um uns her waren und der Mut entfiel ihnen. Denn sie merkten, da\u00df dies Werk von Gott war\u201c (Neh. 6,15 f74).<\/p>\n<p>14. ANLEITUNG ZUR SCHRIFTMEDITATION. FINKENWALDE, 22. 5. 19361<\/p>\n<p>Anleitung zur t\u00e4glichen Meditation.2<\/p>\n<p>1.) Warum meditiere ich?3<\/p>\n<p>Weil ich Christ bin und weil darum jeder Tag f\u00fcr mich verloren ist, an dem ich nicht tiefer in die Erkenntnis des Wortes Gottes in der heiligen Schrift eingedrungen bin. Nur auf dem festen Grund des Wortes Gottes kann ich gewisse Tritte tun. Ich lerne aber als Christ die heilige Schrift nicht anders kennen als durch das H\u00f6ren der Predigt und die betende Meditation.<br \/>\nWeil ich Prediger des Wortes bin. Ich kann die Schrift nicht andern auslegen, wenn ich sie nicht t\u00e4glich zu mir selbst reden lasse. Ich | werde das Wort in meinem Amt mi\u00dfbrauchen, wenn ich nicht anhalte, es betend zu meditieren. Wenn mir im t\u00e4glichen Amt das Wort oft leer wird, wenn ich es nicht mehr erfahre, dann soll mir das ein untr\u00fcglicher Hinweis darauf sein, da\u00df ich das Wort lange nicht mehr habe zu mir selbst reden lassen. Ich vers\u00fcndige mich an meinem Amt, wenn ich nicht selbst t\u00e4glich betend das Wort suche, das mein Herr mir heute sagen will. Den Wortverk\u00fcndigern wird Apostelgeschichte 6,4 besonders das Amt des Gebetes auferlegt. Der Pfarrer4 mu\u00df mehr beten als andere und er hat mehr zu beten.<br \/>\nWeil ich eine feste Gebetszucht n\u00f6tig habe. Wir beten gern nach Stimmungen, kurz, lang oder garnicht. Das ist Willk\u00fcr. Das Gebet ist nicht freies Opfer an Gott, sondern schuldiger Dienst, den er fordert. Wir sind nicht frei, damit nach eigenem Wunsch umzugehen. Gebet ist der erste Gottesdienst am Tage. Gott beansprucht f\u00fcr diesen Dienst unsere Zeit (Ps. 119,147 f. 164). Gott hat Zeit gebraucht, ehe er in Christus zum Heil zu uns kam. Er braucht Zeit, ehe er mir zum Heil in mein Herz kommt.5<br \/>\nWeil ich Hilfe brauche gegen die unfromme Hast und Unruhe, die auch gerade meine Arbeit als Pfarrer gef\u00e4hrdet. Nur aus der Ruhe des Wortes Gottes kommt der rechte hingebende Dienst des Tages.6<\/p>\n<p>2.) Was will ich mit der Meditation?7<\/p>\n<p>Wir wollen jedenfalls anders von der Meditation aufstehen als wir uns hinsetzten. Wir wollen ja Christus begegnen in seinem Wort. In der Begierde zu h\u00f6ren, was er uns heute durch sein Wort wissen lassen und schenken will, gehen wir an den Text. Begegne am Tage erst ihm, ehe Du anderen Menschen begegnest. Lege jeden Morgen alles, was Dich bewegt, besch\u00e4ftigt und bedr\u00fcckt auf ihn, ehe neue Last auf Dich gelegt wird. Frage Dich, was Dich noch hindert, ihm ganz zu folgen, und la\u00df ihn Herr dar\u00fcber werden, ehe neue Hindernisse sich in den Weg stellen.<br \/>\nSeine Gemeinschaft, seine Hilfe und seine Weisung f\u00fcr den Tag durch sein Wort, das ist das Ziel. So wirst Du aufs Neue gest\u00e4rkt im Glauben den Tag beginnen.8<\/p>\n<p>3.) Wie meditiere ich?<\/p>\n<p>Es gibt freie und schriftgebundene Meditation. Um der Gewi\u00dfheit | unseres Gebetes willen raten wir zur schriftgebundenen Meditation. Aber auch um der Zucht unserer Gedanken willen. Schlie\u00dflich wird auch das Wissen um die Gemeinschaft mit anderen, die den gleichen Text meditieren, uns die Schriftmeditation lieb machen.9<br \/>\nWie das Wort eines lieben Menschen dir den ganzen Tag lang nachgeht, so soll das Wort der Schrift unaufh\u00f6rlich in dir nachklingen und an dir arbeiten. Wie du das Wort eines lieben Menschen nicht zergliederst, sondern es hinnimmst, wie es dir gesagt ist, so nimm das Wort der Schrift hin und bewege es in deinem Herzen wie Maria tat.10 Das ist alles. Das ist Meditation. Suche nicht neue Gedanken und Zusammenh\u00e4nge im Text wie zur Predigt! Frage nicht: wie sage ich es weiter, sondern: was sagt es mir!11 Dann bewege dieses Wort lange in deinem Herzen, bis es ganz in dich eingeht und Besitz von dir genommen hat.<br \/>\nEs kommt nicht darauf an, jeden Tag den ganzen vorgenommenen Text durchzugehen. Oft werden wir tagelang an einem Wort h\u00e4ngen bleiben. Unverst\u00e4ndliche Stellen la\u00df ruhig aus und fliehe nicht in die Philologie. Das griechische Neue Testament hat hier nicht seinen Platz, sondern der vertraute Luthertext.12<br \/>\nWenn die Gedanken beim Meditieren zu nahestehenden Menschen oder zu solchen, um die wir in Sorge sind, gehen, dann verweile dort. Da ist der rechte Ort f\u00fcr die F\u00fcrbitte. Bete dann nicht Allgemeines, sondern ganz Besonderes f\u00fcr die dir befohlenen Menschen. Vom Schriftwort la\u00df dir sagen, was du erbitten darfst. Wir d\u00fcrfen uns auch zur Hilfe ruhig die Namen der Menschen aufschreiben, derer wir t\u00e4glich gedenken wollen.13 Auch die F\u00fcrbitte fordert ihre Zeit, wenn sie ernst sein soll. Zu gegebener Zeit achte aber darauf, da\u00df die F\u00fcrbitte nicht wieder zur Flucht vor dem Wichtigsten wird: der Bitte um das eigene Seelenheil.14<br \/>\nWir beginnen die Meditation mit dem Gebet um den heiligen Geist. Mit der Bitte um rechte Sammlung f\u00fcr uns und f\u00fcr alle, von denen wir wissen, da\u00df sie auch meditieren. Dann wenden wir uns zum Text.15 Schlu\u00df der Meditation wollen wir soweit sein, da\u00df wir aus vollem Herzen ein Dankgebet sagen k\u00f6nnen.<br \/>\nWelchen Text und wie lange denselben Text? Es hat sich bew\u00e4hrt, einen Text von ungef\u00e4hr 10 bis 15 Versen eine Woche lang | zu meditieren. Es ist nicht gut, jeden Tag einen anderen Text zu meditieren, da wir nicht immer in gleicher Aufnahmebereitschaft sind und die Texte meistens viel zu gro\u00df sind. Keinesfalls aber nimm deinen Predigttext vom n\u00e4chsten Sonntag. Der geh\u00f6rt in die Predigtmeditation. Es ist eine gro\u00dfe Hilfe, wenn eine Bruderschaft sich allw\u00f6chentlich um denselben Text gesammelt wei\u00df.16<br \/>\nDie Zeit der Meditation liegt morgens vor dem Beginn der Arbeit. Eine halbe Stunde wird die geringste Forderung sein, die eine rechte Meditation an uns stellt. V\u00f6llige \u00e4u\u00dfere Ruhe und der Vorsatz, sich durch keinerlei noch so wichtige Dinge ablenken zu lassen, sind selbstverst\u00e4ndliche Voraussetzungen.<br \/>\nEine leider sehr seltene, aber durchaus m\u00f6gliche Bet\u00e4tigung christlicher Bruderschaft ist die gelegentliche Meditation zu zweien oder mehreren. Zwischen falscher frommer Redseligkeit und unverbindlicher theologischer Diskussion geht hier ein schmaler Weg.<\/p>\n<p>4.) Wie \u00fcberwinden wir die N\u00f6te der Meditation?<\/p>\n<p>Wer sich mit gro\u00dfem Ernst der t\u00e4glichen \u00dcbung der Meditation unterzieht, der wird bald in gro\u00dfe Schwierigkeiten geraten. Meditieren und beten will lange und mit Ernst ge\u00fcbt sein. Dabei gilt zuerst: Werde nicht ungeduldig mit dir selbst. Verkrampfe dich nicht in Verzweiflung \u00fcber deiner Zerstreutheit. Setz dich aber jeden Tag wieder hin und warte sehr geduldig. Wenn die Gedanken immer wieder fortlaufen, so suche sie nicht krampfhaft zu halten. Es ist kein Schade, sie dann einmal dorthin laufen zu lassen, wohin sie zielen; dann aber nimm den Ort oder den Menschen, zu dem sie gehen, in dein Gebet hinein. So findest du zur\u00fcck zu deinem Text, und die Minuten solchen Abschweifens sind nicht verloren und qu\u00e4len nicht mehr.17<br \/>\nMannigfaltig sind die Hilfen, die sich jeder f\u00fcr seine besonderen Schwierigkeiten suchen wird: Immer wieder dasselbe Wort lesen, sich die Gedanken niederschreiben, zeitweilig die Verse auswendig lernen (man wird zwar jeden wirklich durchmeditierten Text sowieso auswendig k\u00f6nnen). Dabei lernen wir aber auch bald die Gefahr kennen, da\u00df wir wieder von der Meditation in die Bibelwissenschaft oder sonstwohin fliehen. Hinter allen N\u00f6ten und Ratlosigkeiten steht ja im Grunde unsere gro\u00dfe Gebetsnot; allzulange sind da viele von uns ohne jede Hilfe und Anleitung geblieben. | Dagegen hilft nichts, als die allerersten \u00dcbungen des Gebets und der Meditation treu und geduldig wieder anfangen. Wir wollen uns weiterhin dadurch helfen lassen, da\u00df andere Br\u00fcder auch meditieren, da\u00df allezeit die ganze heilige Kirche im Himmel und auf Erden mitbetet. Das ist ein Trost in der Schwachheit des Gebets. Wenn wir wirklich einmal nicht wissen, was wir beten sollen, und dar\u00fcber ganz verzagen, so wissen wir doch, da\u00df uns der heilige Geist vertritt mit unaussprechlichem Seufzen.18<br \/>\nWir d\u00fcrfen von diesem t\u00e4glichen Umgehen mit der Schrift nicht lassen und m\u00fcssen gleich damit beginnen, wenn wir es noch nicht taten. Denn wir haben das ewige Leben darin.19<br \/>\n(Aus dem Finkenwalder Predigerseminar)<\/p>\n<p>15. TRAUPREDIGT ZU JOHANNES 13,34. MAGDEBURG, 18. 7. 19361<\/p>\n<p>Joh 13,34<\/p>\n<p>[\u201eEin neu Gebot gebe ich euch, da\u00df ihr euch untereinander liebet, wie ich euch geliebt habe, auf da\u00df auch ihr einander liebhabt\u201c]<\/p>\n<p>Die Liebe als Gebot Jesu Christi ist etwas anderes als die Liebe, die aus dem menschlichen Herzen kommt. Wir d\u00fcrfen heute auch f\u00fcr diese menschliche Liebe danken. Das ist der Sinn der kirchlichen Trauung, da\u00df euch heute das g\u00f6ttliche Ja zu eurer menschlichen Liebe zueinander verk\u00fcndigt | wird. Gott will die Ordnung der Ehe und segnet die Liebe von Mann und Frau zu einander. Das sollen wir nicht verachten oder f\u00fcr eine geringe Sache ansehen. Es ist etwas unbegreiflich Gro\u00dfes, da\u00df der Sch\u00f6pfer so zu seinen Gesch\u00f6pfen Ja sagt, da\u00df er so in ihren Willen einwilligt. Es ist die G\u00fcte des Sch\u00f6pfers, f\u00fcr die wir danken d\u00fcrfen.<br \/>\nAber wir wissen auch, da\u00df alles, was aus unserm Herzen kommt unter einem doppelten Fluch steht: es ist unbest\u00e4ndig und es ist vergiftet mit Selbstsucht. Dieser Fluch steht auch \u00fcber den gr\u00f6\u00dften und sch\u00f6nsten W\u00fcnschen und Vors\u00e4tzen unsers Herzens. Durch Unbest\u00e4ndigkeit und Selbstsucht aber wird die Liebe in ihr Gegenteil verkehrt. Sie ger\u00e4t unter die Macht der S\u00fcnde.<br \/>\nAus dieser Not l\u00e4\u00dft Gott uns helfen. Er will, da\u00df unsre Liebe ewig, selbstlos und rein sei. \u201eEin neu Gebot gebe ich euch \u2013\u201c sagt Jesus: das hei\u00dft wer ihn kennt, der f\u00e4ngt ein neues Leben mit seinem N\u00e4chsten an, ein Leben nach dem Gebot Jesu.2 Jesus spricht zu seinen J\u00fcngern, zu solchen, [die] ihm in ihrem Leben3 folgen wollen. Wie hei\u00dft dieses neue Gebot? \u201eDa\u00df ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe.\u201c Eure Liebe zueinander soll sein wie die Liebe Jesu Christi zu euch. Das ist allerdings etwas neues.<br \/>\nDie Liebe Jesu Christi zu uns \u2013 was ist das? Ist sie uns nur ein Wort oder haben wir sie erfahren. Nur wer sie erfahren hat, kann den andern mit dieser Liebe wiederlieben. Jesu Liebe \u2013 das ist die Liebe4, die aus der Ewigkeit kommt und auf die Ewigkeit zielt. Sie h\u00e4ngt nicht an zeitlichen Dingen, sondern sie umfa\u00dft uns, weil wir ewig sein sollen. Sie l\u00e4\u00dft sich durch nichts hindern, sie ist Gottes ewige Treue zu uns. Habt ihr die erfahren? Jesu Liebe \u2013 das ist die Liebe, die keinen Schmerz, keinen Verzicht, kein Leiden scheut, wenn es dem andern hilft. Es ist die Liebe, mit der er uns allein um unsertwillen geliebt hat, daf\u00fcr auf Erden den Spott und Ha\u00df der Menschen auf sich geladen hat und am Kreuze starb. Jesu Liebe ist Liebe, die das Kreuz auf sich nimmt. Habt ihr die | erfahren? Jesu Liebe \u2013 das ist die Liebe, die uns gilt, so wie wir sind. Wie eine Mutter ihr Kind liebt so wie es ist und es je mehr liebt, je gr\u00f6\u00dfere Not es ihr bereitet, weil sie wei\u00df, da\u00df es ihre Liebe braucht \u2013 so ist die Liebe Jesu zu uns. Er nimmt uns an, wie wir sind. Jesu Liebe \u2013 das ist die Liebe, die uns alle S\u00fcnde vergibt; die uns unz\u00e4hligemale verschont mit gerechten Strafen, die unz\u00e4hlige Mal unsere S\u00fcnde bedeckt und Gnade vor Recht ergehen l\u00e4\u00dft. Jesu Liebe, \u2013 das ist die Liebe die t\u00e4glich f\u00fcr uns betet und eintritt. Jesu Liebe, das ist die ewige Liebe Gottes des Vaters zu uns. Haben wir sie nicht oft erfahren?<br \/>\n\u201eDa\u00df ihr euch untereinander liebt, gleichwie ich euch geliebt habe, auf da\u00df auch ihr einander lieb habt.\u201c Wollt ihr eine Ehe mit Jesus Christus als seine Nachfolger f\u00fchren, so liebt einander mit dieser g\u00f6ttlichen Liebe, liebt einander so, da\u00df ihr in Ewigkeit bei Gott miteinander sein k\u00f6nnt ohne einander zu verklagen. Denkt daran, da\u00df eure Gemeinschaft f\u00fcr die Ewigkeit Gottes berufen ist. Liebt einander so, da\u00df einer um des andern willen keinen Verzicht, kein Leiden scheut, wenn nur dem andern damit gedient ist. Nehmt einander auf, wie ihr seid; rechnet euch eure Fehler nicht vor und denkt daran, da\u00df Gott euch annahm, wie ihr wart.5 Liebt einander so, da\u00df ihr euch t\u00e4glich eure Schuld vergebt. Ohne Vergebung k\u00f6nnt ihr nicht als Christen leben (Vaterunser 5. Bitte!). Liebt einander so, da\u00df ihr f\u00fcr einander betet. Liebt einander nicht nur als Mann und Frau, sondern als Christen. So wird eure Gemeinschaft nicht mit dieser Zeit vergehen, sondern in Ewigkeit bleiben. Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>d) Vierter Kurs. Bruch mit Genf und Arbeit an der \u201eNachfolge\u201c<br \/>\n17. Oktober 1936\u201315. M\u00e4rz 1937<\/p>\n<p>16. BIBELARBEIT ZU DEN TIMOTHEUSBRIEFEN (MITSCHRIFT). FINKENWALDE, 20. 10. 19361<\/p>\n<p>Der Diener am Hause Gottes<\/p>\n<p>I. Paulus und Timotheus<\/p>\n<p>Wie verh\u00e4lt sich der Glaube der gro\u00dfen Paulusbriefe zu den Pastoralbriefinhalten?2<br \/>\nPaulus redet \u00fcber den Wandel dessen, dem im Hause [Gottes] ein Dienst aufgetragen ist. Er schreibt an den \u201erechtschaffenen Sohn im Glauben\u201c I 1,2. Damit ist klar, dieser Brief steht nicht im Verh\u00e4ltnis einer kirchlichen Praxis zur Theorie, sondern Timotheus wird als ein solcher angeredet, der im Glauben mit Paulus eins ist. Timotheus steht im selben Glauben des Paulus, das hei\u00dft er steht im Glauben des R\u00f6merbriefes. Dieses \u201eim Glauben\u201c ist nicht eine vom vollen Gehalt des paulinischen Glaubens gel\u00f6ste Floskel. Ist aber Timotheus das \u201eechte Kind im Glauben\u201c,3 so hei\u00dft das, die ganze Wahrheit des Evangeliums ist vorauszusetzen, die fides quae creditur4. Eben weil sie die Voraussetzung von allem ist, braucht sie nicht explizit dargelegt zu werden. Vielmehr gen\u00fcgt der beil\u00e4ufige Hinweis in den Pastoralbriefen auf diese Voraussetzung II 2,8. So wird geredet zu einem, der immerdar bei dieser guten Lehre gewesen ist I 4,6.5 Die Pastoralbriefe wollen also verstanden werden auf der Voraussetzung des in den gro\u00dfen Paulinen6 gegebenen Glaubensverst\u00e4ndnisses.<br \/>\n\u201eMeinem rechtschaffenen Sohn im Glauben\u201c. Es ist ein Unterschied, ob Paulus jemand seinen rechtschaffenen Sohn im Glauben nennt oder ob einer Paulus | seinen geistigen Vater nennt und es doch nicht ist.7 Wer sein echter Sohn ist, das sagt der Vater allein aus.8<br \/>\nPaulus spricht zu Timotheus nicht als zu einem Freund, als zu einem Bruder, auch nicht als zu einem Gegen\u00fcber von Untergebenen und Vorgesetzten, sondern alles, was Paulus an Timotheus schreibt \u00fcber Dienst und Auftrag, das schreibt er als geistlicher Vater zu seinem Sohn.9 Der Vater kennt seinen Sohn. Er braucht darum nicht immer wieder alles zu wiederholen. Er gibt nicht unverbindliche Ratschl\u00e4ge, er gibt auch keine Dienstanweisungen. Er spricht in allen Dingen als geistlicher Vater \u00fcber alle Dinge in verbindlicher Autoritat, v\u00e4terlicher Ermahnung und Liebe.10<\/p>\n<p>II. Der Wandel im Hause Gottes<\/p>\n<p>Paulus gibt den Grund seines Schreibens an I 3,14 f: Also \u201eda\u00df du wissest, wie du wandeln sollst im Hause Gottes\u201c. Das ist der Zweck des Briefes11. Das soll Leben und Arbeit des Timotheus sein. Es wird ihm in Erinnerung gebracht, da\u00df er nicht etwa dazu da ist, ein berufliches Ideal zu verwirklichen, sondern er ist unter seiner Gemeinde und lebt unter ihr. Sie ist das Haus Gottes12. Er ist also nicht der Prediger vom Sonntag, der Helfer der Armen oder sonst etwas. Es ist nicht die Rede von dieser oder jener T\u00e4tigkeit seinerseits, nein, es ist von ihm selbst die Rede. Timotheus kann seine Arbeit von sich selbst nicht mehr trennen. \u00dcberall sonst geht das, hier nicht. Das ist eben sein Amt und seine Arbeit, recht wandeln im Hause Gottes. Darin besteht sein Amt. Es gibt auch nicht den R\u00fcckzug vom Amt in die pers\u00f6nliche Privatsph\u00e4re oder umgekehrt.13 Timotheus ist keinen Augenblick Privatperson. Jeder Augenblick ist eben Wandel in der Gemeinde, w\u00fcrdiger oder unw\u00fcrdiger.14 |<br \/>\nTimotheus bedarf dazu der apostolischen Belehrung.15 W\u00e4re sein Amt allein die Verk\u00fcndigung der Predigt, dann w\u00fc\u00dfte Timotheus wohl, worum es ginge. Denn lange genug ist er herumgezogen mit Paulus.<br \/>\nDem Timotheus mu\u00df noch einmal gesagt werden, was die Gemeinde sei I 3,15: \u03c3\u03c4\u1fe6\u03bb\u03bf\u03c2 \u03ba\u03b1\u1f76 \u1f10\u03b4\u03c1\u03b1\u03af\u03c9\u03bc\u03b1 \u03c4\u1fc6\u03c2 \u1f00\u03bb\u03b7\u03b8\u03b5\u03af\u03b1\u03c216. Nicht dies steht im Vordergrund, da\u00df Timotheus Tr\u00e4ger der Wahrheit ist \u2013 gewi\u00df ist er dies auch \u2013 sondern da\u00df die ganze Gemeinde Tragpfeiler ist.17 Diese Wahrheit ist nicht eine Lehre, zu deren Verk\u00fcndigung die Gemeinde gesetzt ist, sondern sie ist das Geheimnis, das Mysterium, das in der \u03b5\u1f50\u03c3\u03ad\u03b2\u03b5\u03b9\u03b118 gewahrt wird. Es ist ein Geheimnis, das nicht zur Doktrin aufgel\u00f6st wird, sondern allein in der \u03b5\u1f50\u03c3\u03ad\u03b2\u03b5\u03b9\u03b1 begriffen und angebetet wird; ein Geheimnis, das darum hier auch nicht in einer dogmatischen Formel beschrieben wird, sondern in einem Hymnus.19<br \/>\nKeinerlei gro\u00dfe Dinge werden von Timotheus gefordert, sondern zu dem schlichten Wandel angesichts dieser Wahrheit wird er angehalten.20 Timotheus wird hier nicht der Missionar!21<\/p>\n<p>III. Timotheus<\/p>\n<p>Wer ist Timotheus? Welches Interesse k\u00f6nnen wir an dieser Frage nehmen? Was f\u00fcr ein Mensch ist dieser Diener am Hause Gottes denn gewesen? Was f\u00fcr Gaben und Qualit\u00e4ten besa\u00df er? Welche innere Entwicklung hatte er durchgemacht? Welche Voraussetzung bringt er zu diesem Beruf mit? Alle Antworten werden uns versagt: Acta 16,1 f; II 3,15; II 1,5; Acta 16,3. Worin besteht das Eigenartige all dieser Beschreibungen, die wir von Timotheus kennen? Darin, da\u00df sie so gar nicht von innen, sondern g\u00e4nzlich von au\u00dfen her erfolgen: seine Familie, sein Ruf, seine Erziehung in der Schrift, seine Be- | schneidung. Diese Dinge, deren keines etwas \u00fcber seine innere Geschichte aussagt, gen\u00fcgen zur Beschreibung dieses ungew\u00f6hnlichen Mannes. Kein Wort \u00fcber seine besonderen Gaben und seine besondere Geschichte.22 Warum nicht? Weil offenbar nichts von diesem mit dem Dienst am Hause Gottes zu tun hat. Es ist genug, da\u00df er im Glauben steht und da\u00df er nach au\u00dfen keinen Ansto\u00df gibt.<br \/>\nDas scheint sehr n\u00fcchtern. Also kein Mann der gl\u00e4nzenden Beredsamkeit, kein Mann reformatorischer, vorw\u00e4rts dr\u00e4ngender Geschichte etc.23 All diese Bilder24 stellen den Timotheus ganz in den Schatten. Im Glauben stehen und keinen Ansto\u00df geben! Wir w\u00fcrden sagen, das ist die selbstverst\u00e4ndliche Voraussetzung.25 Paulus aber sagt, das ist alles! Paulus scheint andere Anspr\u00fcche an den Diener am Wort gestellt zu haben als wir.26<br \/>\nDieser Timotheus, der so von au\u00dfen beschrieben ist, ist der treue Gef\u00e4hrte des Paulus gewesen.27 Im R\u00f6merbrief, den beiden Korinthern, im Philipper- und Kolosser- und beiden Thessalonicherbriefen ist er mit unter denen, die gr\u00fc\u00dfen. Paulus nennt ihn R\u00f6m 16,21 seinen Gehilfen, 1. Kor 4,17 seinen lieben und treuen Sohn, 2. Kor 1,1 seinen Bruder. Er nennt ihn auch Phil 1,1 Knecht Jesu Christi, 1. Thess 328 auch Diener Gottes und Gehilfen am Evangelium; oder 1. Kor 16,10: \u201eEr treibt auch das Werk Gottes gleichwie ich.\u201c Dieser Timotheus hat neben dem Apostel kein Eigenleben zu f\u00fchren begehrt. Er hat nichts besonderes neben dem Apostel sein wollen 2. Tim 3,10 f! Timotheus hatte also nicht den Ehrgeiz einer eigenen Lehrbildung, einer eigenen Theologie. Er hatte die apostolische Theologie, das gen\u00fcgte ihm. Er beanspruchte auch nicht das Recht der Freiheit einer eigenen Lebensf\u00fchrung29, sondern wollte leben wie Paulus. Er lebte das apostolische Leben mit Paulus mit. Nicht einmal eigene Pl\u00e4ne, eigene Ideen hatte er in seinem Dienst gehabt. Er handelte wie Paulus30.<br \/>\nWeil Timotheus so gebunden war an die apostolische Lehre und an das apostolische Leben, darum trennte er sich auch nicht von Paulus im Leiden.31 Er trug es ebenso selbstverst\u00e4ndlich und selbstlos, wie es seine Gemeinschaft [mit Paulus] \u00fcberhaupt war.32 Paulus scheint sich hier zu beziehen auf die Ereignisse von Acta 13 und 14. Und offenbar ist Timotheus Zeuge dieser Ereignisse, der Leiden des Paulus gewesen. Das ist sehr bedeutsam. Denn es geht daraus hervor, da\u00df Timotheus von vornherein, schon vor den Reisen wu\u00dfte, mit wem | er es zu tun hatte, wenn er mit Paulus ging. Er hatte den verfolgten und leidenden Paulus doch gesehen und offenbar hierin nicht den Grund zum Ansto\u00df, sondern den zur Gemeinschaft gefunden.33 Die Gemeinschaft der apostolischen Lehre und des apostolischen Lebens, das war die einzige tragf\u00e4hige Voraussetzung f\u00fcr solchen Dienst34. Der alte Apostel, der sp\u00e4ter aus dem Gef\u00e4ngnis in Rom schreibt, kann sich auf diesen seinen echten Sohn im Glauben verlassen bis zuletzt. Es ist begreiflich, da\u00df der Apostel ihn in seinem letzten Brief nach Rom ruft II 1,4; 4,9 und 21.35 Dieser letzte Ruf des Paulus, der seine Hinrichtung erwartet, ist nur eine andere Beschreibung36 des Timotheus von au\u00dfen her, die letzte; aber sie sagt mehr als irgendeine andere zu sagen verm\u00f6chte.<\/p>\n<p>IV. Die Berufung und der Auftrag des Timotheus<\/p>\n<p>Timotheus hat seinen Auftrag von Paulus empfangen, soll in Ephesus bleiben, w\u00e4hrend Paulus nach Mazedonien zieht I 1,3. Er soll achthaben auf die Gemeinde als Haushalter.37 Ephesus war die gr\u00f6\u00dfte der kleinasiatischen Gemeinden. Unter Tr\u00e4nen verl\u00e4\u00dft er Paulus II 1,4. Timotheus handelt hier nach apostolischem Befehl. Er nimmt auch diesen Auftrag wie alles andere aus der Hand des Paulus. Die Arbeit ist gro\u00df und schwer, und Timotheus ist jung. Dazu Trennung vom Apostel.38<br \/>\nEine besondere Schwierigkeit f\u00fcr Timotheus besteht darin, da\u00df er in der Gemeinde auf keinerlei Rechtsordnung und Satzung39 st\u00f6\u00dft. Alles ist auf seine pers\u00f6nliche Bew\u00e4hrung gestellt. Es kommt darauf an, ob er sich als der junge Mann in der jungen Gemeinde geistliche Autorit\u00e4t zu verschaffen wei\u00df. Nirgends kann er sich hinter seiner Person auf sein Amt zur\u00fcckziehen.40<br \/>\nWas bef\u00e4higt den Timotheus so auf sich allein gestellt zu solchem Dienst? Wo sind die Gaben, die er braucht, um Menschen zu gewinnen, zu leiten?41 Hat er die Gabe zu diesem Dienst? Wie soll Timotheus dessen gewi\u00df sein, da\u00df er der rechte Mann f\u00fcr dieses Amt ist? Soll er auf seine Leistung, die er mit Paulus vollbrachte, | zur\u00fccksehen? All die Fragen42 l\u00e4\u00dft Paulus dem Timotheus gar nicht zu. Alle Zweifel, die sich einstellen m\u00f6chten an seiner Gabe und F\u00e4higkeit, schl\u00e4gt Paulus ab, indem er zu ihm sagt: \u201eErinnere dich, da\u00df du erweckest die Gabe Gottes, die in dir ist durch die Auflegung meiner H\u00e4nde.\u201c II 1,6.<br \/>\nVon welchen Gaben redet Paulus? Nicht von irgendeiner nat\u00fcrlichen Anlage und Begabung, sondern von der Gabe, die durch Auflegen seiner H\u00e4nde und der \u00c4ltesten auf Timotheus gekommen ist und nun in ihm wohnt. \u201eEntflamme diese Gabe!\u201c Paulus gibt dem Diener am Wort keinen falschen Trost, etwa: Sieh auf deine reiche Erfahrung, auf deine Erfolge! Paulus sagt anderes zu dem, der in Zweifel ger\u00e4t. Er sagt: es waren M\u00e4nner der Gemeinde da, die die Gabe der Weissagung haben, die haben dich f\u00fcr diese Aufgabe ausgesondert. Es war der Apostel Jesu Christi da, der hat dir die H\u00e4nde aufgelegt und f\u00fcr dich um diese Gabe gebetet. So sei gewi\u00df, Gott hat dich zu dieser Arbeit und zu diesem Amt berufen. Er hat dich ans Werk gestellt. Er wird es dem, den er berufen hat, an keiner Gabe fehlen lassen. Murre nicht, zweifle nicht, sondern erwecke die Gabe, die in dir ist durch Auflegung der H\u00e4nde, die dir geschenkte Gabe des Geistes f\u00fcr dein Amt! \u201eDenn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht\u201c \u2013 auch nicht den vor unserer eigenen Unbrauchbarkeit \u2013 \u201esondern der Kraft und der Liebe und der Zucht\u201c II 1,7. In dem allem II 1,8: \u201eSch\u00e4me dich des Zeugnisses unseres Herrn nicht!\u201c Und I 6,13 ff[\u201321]. Du hast also den Ruf Gottes empfangen; \u201ebewahre das beigelegte Gut durch den Heiligen Geist, der in dir wohnt\u201c II 1,14. Die Gabe ist in ihm dadurch, da\u00df Gottes Wort sie ihm wieder zuspricht. Auf dieses Wort hin ist die Gabe wieder da. Sie ist nicht in uns ruhend, sondern die Gabe ist da, wo das Wort dich trifft und dir sagt, du bist ja zu dieser Aufgabe verordnet. Es ist also der Zuspruch, der hier alles tut, nicht der Zustand.43<br \/>\nTimotheus ist44 gesichert gegen allerlei Widerspruch, den er in seiner Gemeinde h\u00f6ren mu\u00df; gerade auch gegen solche, die sich um ihrer gr\u00f6\u00dferen Gaben [willen] \u00fcber ihn erheben wollen; gegen solche, die seine Jugend verachten wollen I 4,12, die sich auf ihre Erfahrungen st\u00fctzen. Timotheus soll sich nicht unsicher und | zweifelhaft machen lassen an seiner Berufung.45 Die Weissagungen, die Timotheus ins Amt f\u00fchrten, die f\u00fchren ihn auch in den Kampf, in dem er sich bew\u00e4hren mu\u00df vor Beflekkung, Sch\u00e4ndung, Entehrung, mit pers\u00f6nlichen Mitteln dem Amt die W\u00fcrde und die Kraft zu rauben. In der Kraft der Ordination, der Handauflegung gilt es f\u00fcr Timotheus, wesentliche K\u00e4mpfe durchzuk\u00e4mpfen. Er soll eine gute Ritterschaft \u00fcben I 1,18. Er k\u00e4mpft damit nicht f\u00fcr sich selbst, sondern f\u00fcr den Bau der Gemeinde, der ihm befohlen ist.<br \/>\nAber tue alles, indem du Glauben und gutes Gewissen habest I 1,19.46 Es ist f\u00fcr Paulus nicht denkbar, da\u00df einer den Wandel im Hause Gottes recht f\u00fchren kann, der nicht selbst im Glauben steht und vor Gott ein gutes Gewissen hat. Paulus gibt keinen Anla\u00df zu dem Mi\u00dfverst\u00e4ndnis, da\u00df Timotheus in der Kraft seines Glaubens anderen Glauben wecken k\u00f6nnte. Also nicht an seinem Glauben entz\u00fcndet sich anderer Glaube, nein, es bleibt der Auftrag und das Wort. Aber der Auftrag kann nicht recht erf\u00fcllt werden, wenn nicht Timotheus im Glauben steht.47 Aber Paulus denkt an das ganze Amt, nicht nur an das Predigen. Hier wei\u00df Paulus, da\u00df keiner mit vollem Einsatz predigen kann, der nicht selbst im Glauben lebt oder den sein Gewissen verklagt. Ein solcher wird gel\u00e4hmt in seinem Tun, in seinem Zorn und in seiner Kraft. Ein solcher ist kraftlos48, wenn es in den Kampf geht. Es ist hier deutlich, wie eng Amt und Person zusammenliegen. So gewi\u00df die Berufung in das Amt nicht den Glauben schafft, so gewi\u00df sind Berufung und Glaube untrennbar verbunden, wenn das Amt im Segen auch f\u00fcr den, der es tr\u00e4gt, gef\u00fchrt werden soll. Da\u00df Timotheus schon lange im Glauben steht, ist f\u00fcr Paulus gewi\u00df II 1,5. Das pers\u00f6nliche Lebensziel des Timotheus ist also mit dem Ziel der Gemeinde aufs engste verbunden I 6,12. Bleibt Timotheus dem Glauben treu, so bleibt er auch seinem Beruf treu.49 Niemals darf der Amtstr\u00e4ger sich selber rechtfertigen, indem er sich von seiner pers\u00f6nlichen S\u00fcnde auf sein Amt zur\u00fcckzieht. Allein einen Sinn kann die Trennung von Amt und Person haben: | \u201eGottes Wort ist nicht gebunden.\u201c II 2,9. Es h\u00e4ngt niemals an meiner Person, aber meine Person h\u00e4ngt unter allen Umst\u00e4nden an meinem Amt.50 Da\u00df Gottes Wort ungebunden ist und nicht an meiner Person h\u00e4ngt, das ist Trost f\u00fcr den angefochtenen Prediger, aber nicht Ruhekissen f\u00fcr seinen Unglauben. Der Glaube geht nicht zusammen mit unreinem Gewissen.51 In der Gemeinschaft mit Christus ist der Glaubende52 recht fertig gemacht zum guten Werk I 2,10.15; 5,25; 6,18; II 2,21; 3,17; Tit 2,14; 3,1.8.14. Die Meinung, wer den Glauben habe, brauche nach dem guten Gewissen nicht mehr zu fragen, war schon damals vorhanden und f\u00fchrte zum Schiffbruch I 1,19. Wer im Ungehorsam beharrt, wer sich dem Gebot leichtfertig entzieht, der verliert mit dem guten Gewissen auch den Glauben. Denn das b\u00f6se Gewissen ist Gift in ihm, fri\u00dft um sich, zerst\u00f6rt und zersetzt den Glauben. Glaube und gutes Gewissen sind die einzige Forderung, die Paulus an den Diener in der Gemeinde stellt. So auch bei dem Diakon I 3,8 f. Das reine Gewissen ist das Gef\u00e4\u00df des Glaubens II 1,15.53<br \/>\nPaulus fordert kein Wort von Erkenntnissen und Erlebnissen, wo er von Glauben und Gewissen redet. Vielmehr beschreibt er den Bischof und Diakon54 als im Glauben und Gewissen gebunden, nach au\u00dfen unanst\u00f6\u00dflich,55 lange erprobt, nicht Neulinge, an denen der L\u00e4sterer kein Recht findet. Es ist der Mann, der den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit hat; keiner, der in Gefahr kommt, die Bewunderung der Leute auf sich zu ziehen56. Einem solchen werden dann \u2013 und auch ihm nicht allzu bald und unversehens \u2013 die H\u00e4nde aufgelegt, womit er dann zum Dienst an der Gemeinde verordnet ist I 5,22.57 |<\/p>\n<p>V. Timotheus und die Irrlehrer<\/p>\n<p>Timotheus wird in Ephesus zur\u00fcckgelassen, da\u00df er \u201eetlichen geb\u00f6te, da\u00df sie nicht anders lehrten\u201c I 1,3. Sein Auftrag ist also Abwehr der Irrlehre von der Gemeinde. Die Gemeinde scheint dazu allein nicht in der Lage zu sein, sondern es bedarf eines Amtes, des apostolischen Amtes, diesen Auftrag zu versehen. Da\u00df Timotheus gebieten soll macht deutlich, da\u00df die Irrlehrer in der Gemeinde stehen.<br \/>\nWer sind die Irrlehrer? Menschen, die anstelle der gesunden Lehre eigene, selbst gemachte Gedanken, Probleme und Lehren setzen. Sie haben nicht genug an der einfachen Wahrheit, sondern verlieren sich mit Problemen und Weltanschauungen, die niemand beantworten kann, die zu endlosen Fragen f\u00fchren, aber nicht zum Aufbau dienen. Sie huldigen dem antichristlichen Satz, das Streben nach der Wahrheit sei besser als der Besitz und die Erkenntnis der Wahrheit.58 Sie haben die Seuche der Fragen und Wortkriege I 6,4. Sie lernen immerdar und k\u00f6nnen nimmermehr zur Erkenntnis der Wahrheit kommen II 3,7. Es sind die ewig strebenden, ringenden, problematisierenden und ungewissen Menschen. Die Lehre, die aus solcher Haltung entspringt, ist nicht gesund, sondern krank wie ein Krebsgeschw\u00fcr II 2,17.<br \/>\nWarum urteilt Paulus so hart \u00fcber diese nahe stehenden, ernsthaften, menschlichen Menschen? Die Diagnose, die Paulus den Irrlehrern stellt, ist einfach, klar und hart. Es sind die, die das einf\u00e4ltige Gebot nicht wollen, weil sie nicht gehorchen wollen. Dieses ewige Fragen, diese ewige Ungewi\u00dfheit kommt im Grunde aus einem Brandmal, das diese in ihrem Gewissen tragen I 4,2. Darum haben sie keine Gewi\u00dfheit im Glauben an Gottes Wort, dem sie sich entziehen. Sie rechtfertigen ihr unreines Gewissen durch allerlei Fragen, Spekulationen und Zweifel. Sie leben im Schein der Fr\u00f6mmigkeit und sind doch L\u00fcgner I 4,2. Es ist nicht einmal gesagt, da\u00df sie das selbst wissen. Sie glauben, gerade in ihrer ewigen Ungewi\u00dfheit die Heiligen59 zu sein. Sie haben den Schein des gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie II 3,5. Sie haben den Anschein des S\u00fcnders, der im Zittern vor Gott lebt als der Gerechtfertigte, aber seine Kraft verleugnen sie.<br \/>\nAber rechtfertigt sich nicht ihre Christlichkeit darin, da\u00df sie es zu einer ungew\u00f6hnlichen Heiligkeit60 bringen k\u00f6nnen I 4,3? Ist nicht ihr heiliges Leben ein Erweis ihres echten Christenstandes? Mu\u00df ihr Ernst vor den Forderungen uns nicht jedes | Wort der Kritik verbieten?61 Paulus beh\u00e4lt den klaren Blick dessen, der auf das Evangelium allein sieht. Er sieht gerade in dieser Heiligkeit aus Reflexion die ganze Krankheit der Menschen.62 Diese Heiligkeit ist nicht die gesunde Lehre des Evangeliums und [nicht] der Kraft des Gehorsams entsprungen, sondern die Krankheit eines ungehorsamen befleckten Gewissens. Diese Heiligkeit ist die kranke Aufgeblasenheit dessen, der nicht in einf\u00e4ltigem Gehorsam gegen Gott wandeln will I 6,4. Es ist kein Unterschied zwischen solcher Scheinheiligkeit63 und weltlichem Umgetriebenwerden von den eigenen L\u00fcsten II 3,6. Sie schleichen durch die H\u00e4user mit ihrer heimlichen und nicht-\u00f6ffentlichen Lehre. Sie machen sich die Schwachen zu Dienst, sie f\u00fchren die Weiblein gefangen, sie knechten sie durch ein Evangelium des Scheins, der Selbstgef\u00e4lligkeit. Die gro\u00dfen Lasterkataloge I 1,9 f und 6,3 ff64 gelten auch gerade denen, die aus krankem Glauben zu kranker Heiligkeit kommen. Sie alle sind eben derselben Laster schuldig.65 Also nicht weil diese Irrlehrer eine verkehrte Erkenntnis h\u00e4tten, sondern weil sie im Widerspruch gegen Gott leben und leben wollen und verharren, weil sie irgendwie und irgendwo nicht gehorchen wollen, darum ist ihre Lehre so t\u00f6dlich wie ein Krebsgeschw\u00fcr.<br \/>\nWenn das das Bild der Irrlehrer ist, was soll Timotheus dann tun? Soll er ihnen nachgehen, sie durch geduldige Liebe \u00fcberwinden? Soll er die, die im Ernst Christ sein wollen, in der Gemeinde tragen als Br\u00fcder? Soll er \u00fcber die Grundwahrheit des Evangeliums von neuem anfangen [zu] evangelisieren?66 Das entspr\u00e4che dem, was das fromme Fleisch f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Paulus aber gibt eine andere Weisung: Lehre du die gesunde Lehre, die Lehre von der S\u00fcnde des Menschen, von der Bu\u00dfe, von der Barmherzigkeit, vom Gehorsam gegen das Gebot, dann hast du diese67 getan. H\u00f6ren sie nicht, dann tue dich von ihnen I 6,5; 4,7; 6,20; II 3,5.<br \/>\nWarum spricht Paulus so? Er wei\u00df, da\u00df nichts f\u00fcr die Gemeinde verf\u00fchrerischer ist, als da\u00df die sarkische Heiligkeit und Christlichkeit irgendwie best\u00e4rkt wird, dieses fromme Fleisch irgendwie am Leben erhalten wird. Diese Krankheit ist unheilbar ansteckend und gef\u00e4hrlich. Paulus wei\u00df, da\u00df er diesen Leuten nur zu Willen w\u00e4re, wenn er sich nur aufs Diskutieren einlie\u00dfe. | Er best\u00e4rkte sie dann in der Meinung, da\u00df die Wahrheit durch Problematisieren und nicht durch Gehorsam zu gewinnen w\u00e4re. Man kann aber nicht mit solchen diskutieren, die nicht gehorchen wollen.68 Joh 7,17: \u201eSo jemand will des Willen tun, der wird innewerden \u2026\u201c. Aus dem Gehorchen kommt die Erkenntnis.69 Durch Gehorsam gegen sein Wort werden wir in alle Wahrheit geleitet I 1,5.70<br \/>\nJede andere Gemeinschaft m\u00fc\u00dfte mi\u00dfdeutet werden71 und h\u00e4tte keine Verhei\u00dfung. Der einzige christliche Dienst, den Timotheus seiner Gemeinde tun kann ist der, jegliche Gemeinschaft mit ihnen abzubrechen, wo sie die gesunde Lehre verachten.72 In der Gemeinschaft des apostolischen Lebens und der apostolischen Lehre hebt Timotheus die Gemeinschaft mit den Irrlehrern auf.73<\/p>\n<p>VI. Timotheus und seine Gemeinde<\/p>\n<p>Im Auftrag des Apostels steht Timotheus in der Gemeinde, kraft eines guten Gewissens I 1,18 f; 6,3; II 1,13; 4,3; Tit 1,9; 2,1. Darin besteht die Gesundheit der Lehre.74 Keineswegs besteht die Gesundheit der Lehre darin, da\u00df diese Lehre nun irgendwie der Wirklichkeit in gesunder Weise angepa\u00dft w\u00e4re oder da\u00df das Lehrm\u00e4\u00dfige nicht \u00fcbertrieben w\u00e4re. Nicht die Praxis macht die Lehre gesund, sondern die gesunde Lehre wirkt die rechte Praxis, das gute Gewissen, den willigen Gehorsam. Eine Lehre, die das nicht wirkt, ist kranke Lehre. Von Paulus ist dem Timotheus die gesunde Lehre vertraut II 2,2. Er hat bekannt vor treuen Zeugen. Timotheus wiederum empfiehlt75 sie treuen Menschen I 6,12.20.76 \u201eGottes Wort ist nicht gebunden\u201c II 2,9. \u201ePredige das Wort, halte an, es sei zu rechter Zeit oder zur Unzeit\u201c II 4,2.77 Wer wei\u00df denn, was Zeit und Unzeit f\u00fcr ein Wort78 ist? Wer wei\u00df denn die Zeit Gottes? Es gibt | keine M\u00f6glichkeit, den Kairos Gottes aus den Gegebenheiten79 zu kennen. Die Predigt selbst schafft sich den \u03ba\u03b1\u03b9\u03c1\u03cc\u03c280, nicht aber erzwingt sich der \u03ba\u03b1\u03b9\u03c1\u03cc\u03c2 die Predigt. Die Predigt des Timotheus ist nicht beschr\u00e4nkt auf die Sonntagsverk\u00fcndigung.81<br \/>\nWenn Timotheus so sein Amt ausrichtet II 4,3, werden die Menschen die gesunde Lehre nicht ertragen. Sie werden sich der kranken Lehre zuwenden, die der Weichlichkeit schmeichelt. Das mu\u00df so kommen, denn das apostolische Wort scheidet den Glauben82 von der Heuchelei II 4,4. Timotheus soll sich hierdurch nicht beirren lassen II 4,5. \u201eN\u00fcchtern\u201c ist Timotheus dann, wenn er wei\u00df, da\u00df die gesunde Lehre solche Scheidung bringen mu\u00df.83 N\u00fcchtern, wenn er in der Gemeinschaft der apostolischen Lehre bleibt und sein Vertrauen allein auf seinen Auftrag und Sein Wort setzt.84<br \/>\nDeswegen kann ihm auch gesagt werden: \u201eLeide!\u201c Paulus will nicht, da\u00df es etwas Dramatisches sei, dieses Leiden des Amtstr\u00e4gers.85 Darum sagt er es so einfach, so hart und selbstverst\u00e4ndlich. Es ist das apostolische Leben, das hier gro\u00df wird II 2,3.86<br \/>\nNun braucht Paulus nur noch zusammenzufassen: Tue das Werk eines Evangelisten, mache deinen Dienst voll, das hei\u00dft bleibe treu bis zum Ende. Paulus will damit seinem \u201eSohn im Glauben\u201c nicht das Herz schwer machen. Er versichert ihn seiner Gemeinschaft87. \u201eIch werde schon geopfert und die Zeit meines Abscheidens ist nahe\u201c II 4,6. Der Grund der apostolischen Arbeit und der Grund der Schm\u00e4hung ist ein und derselbe! | Timotheus und Paulus haben auf den lebendigen Gott gehofft I 4,10. Das ist das irdische Ziel apostolischer Lehre und apostolischen Lebens, hinter dem die Gewi\u00dfheit steht: \u201eSterben wir mit, so werden wir mit leben \u2026\u201c II 2,11.<br \/>\nWenn wir so das Amt des Timotheus sehen, so ist es fast befremdlich, da\u00df Paulus dem Timotheus trotz allem Ermahnungen f\u00fcr sein pers\u00f6nliches Leben gibt. Wie w\u00fcrde sich heute ein Kirchenmann das verbitten, wenn gesagt w\u00fcrde: \u201eHabe acht auf dich selbst und auf die Lehre \u2026\u201c I 4,16. \u201eSei ein Vorbild \u2026\u201c 4,12. Dazu I 5,22; II 4,22; II 2,24. Timotheus soll seiner Fr\u00f6mmigkeit nicht allzu gewi\u00df sein. Auch er als erfahrener Kirchenmann88 bedarf dieser Mahnung, dieser \u00dcbung89. Der gesunde Glaube bedarf der Ein\u00fcbung,90 der Ermahnung, die den Glaubenden sch\u00fctzt vor den Anl\u00e4ufen des Teufels. Auch Timotheus ist nicht gesch\u00fctzt vor ihnen. Timotheus soll nicht allzu gesetzlich sein: Trink nicht immer Wasser! I 5,23. Die Autorit\u00e4t seines Amtes soll er nicht mi\u00dfverstehen, nicht \u00fcberheblich sein mit den Alten I 5,1 f.91 In seiner Amtsf\u00fchrung soll er nicht parteiisch sein I 5,22.92 Es ist eine harte Seelsorge, die so spricht.93 Die Briefe Luthers an seine Freunde k\u00f6nnen ganz \u00e4hnlich klingen. Wir sind noch viel zu viel in der kranken Lehre drin, als da\u00df wir es verm\u00f6chten, uns in Bezug auf die \u00f6ffentlichen Dinge des Lebens anzureden, ohne gekr\u00e4nkt zu sein.94 Es ist merkw\u00fcrdig, da\u00df Paulus dem Timotheus | die einfachsten Dinge hundertmal gesagt hat. Aber gerade dadurch, da\u00df sie immer wieder gesagt werden, sind sie eine neue Kraft, ein neuer Halt. Warum? Paulus wei\u00df, da\u00df dort, wo ein Christ lebt, der Teufel auf ihn lauert. Timotheus lebt hart am Abgrund, gerade als Diener im Hause Gottes.95 Es geht Paulus darum, da\u00df ihm96 sein Amt nicht zum Fluch werden m\u00f6chte. Die Seligkeit des Timotheus als Amtstr\u00e4ger h\u00e4ngt an seinem Amt97. Person und Amt sind hier selbst ungeschieden. Das Amt kann dem Tr\u00e4ger des Amtes zum Fluch werden oder zur Seligkeit. Es gibt keinen Dispens mehr davon. Am Tag Jesu Christi wird Timotheus Rechenschaft geben m\u00fcssen I 6,14.<br \/>\n\u201eIch gebiete dir vor Gott\u201c, so spricht der Vater zum Sohn I 6,13. Das Gebot, das Timotheus halten soll, schlie\u00dft Amt und Person ein. Paulus nimmt auch das Urteil Gottes \u00fcber das Amt und die Person nicht vorweg.98 Aber Timotheus, dessen Leben in der Gemeinschaft mit der Gemeinde gef\u00fchrt war, wird getrost in seinem Amt mit der Gewi\u00dfheit des Apostels, die auch seine Gewi\u00dfheit werden m\u00f6chte II 4,7 f. Hier sollen dem Timotheus letzte Fr\u00fcchte des apostolischen Amtes und Lebens zuteil werden. Das ist der letzte Wille des alten Paulus an seinen Sohn im Glauben und der Gemeinschaft apostolischen Lebens und apostolischer Lehre.<\/p>\n<p>17. PREDIGTMEDITATION ZU APOKALYPSE 2,1\u20137. FINKENWALDE, 25. 10. 19361<\/p>\n<p>Zum Reformationsfest. Offenbarung 2,1\u20137 (Bruder Bonhoeffer)<\/p>\n<p>1.) Christus selbst ruft eine Gemeinde zur\u00fcck auf den rechten Weg. Das ist Reformation. Er h\u00e4lt die 7 Sterne in der Hand: das hei\u00dft er regiert die gesamte Welt (Sterne \u2013 Engel \u2013 Vorsteher der Gemeinde; die Siebenzahl bedeutet die Ganzheit der Kirche). Er wandelt unter den 7 Leuch- | tern: das hei\u00dft er ist seiner Kirche allezeit nahe und gegenw\u00e4rtig. Darum kennt er sie und kann sie zur\u00fcckrufen.<\/p>\n<p>2.) Christus redet freundlich zu seiner Gemeinde. Ich wei\u00df deine Werke, Arbeit, Geduld. Er spricht zu uns als der, der uns kennt. Ich wei\u00df \u2013 das hei\u00dft es ist nichts verloren und vergessen, was in seiner Gemeinde geschah an sichtbarem Werk, an Unruhe und Anstrengungen, an Festigkeit und Geduld. Unser Werk an unserer Gemeinde ist von Christus nicht f\u00fcr nichts geachtet. Zu dem, der in z\u00e4her Arbeit die Gemeinde gef\u00f6rdert hat an irgendeinem St\u00fcck, sagt Christus: ich wei\u00df es. Zu dem, der in stiller Standhaftigkeit und Geduld vielleicht nichts sichtbares vollbringen konnte, sagt Christus: ich wei\u00df es. Christus wei\u00df die Arbeit unserer bekennenden Kirche und Gemeinden. Er wandelt ja mitten unter ihr. Wenn wir jemandem etwas zu Liebe tun wollen, dann ist es uns ein voller Lohn, wenn er sagt: ich wei\u00df es. Es war kein leeres, unfruchtbares Jahr2 \u2013 Ich wei\u00df es. Jesus redet freundlich mit uns. Es kam auch innere Gefahr \u00fcber die Gemeinde, das B\u00f6se brach in der Gemeinde hervor. Aber die Zucht und die geistliche Macht der Gemeinde war stark genug, da\u00df es keine Gewalt an ihr finden konnte, sondern von ihr geschieden wurde. Das kostete die Gemeinde viel Verzicht und Selbstverleugnung. Christus sagt: Ich wei\u00df es, es ist unvergessen. Schlimmer noch: Versuchung und Verf\u00fchrung blieb nicht aus. M\u00e4nner, die sich nach Christi Namen nannten, M\u00e4nner in eigenem Auftrag wollten die Gemeinde auf falschen Weg f\u00fchren.3 Da zerbrach manches, da brauchte die Gemeinde viel N\u00fcchternheit, Gebet, Erkenntnis aus dem Worte Gottes, bis sie sie als L\u00fcgner erfand und sie von sich abschied. Alle Gewissensnot, die da entstand, aller Kummer und Kampf der Gemeinde, soweit die Wahrheit den Sieg behielt, ist unvergessen. Christus sagt: Ich wei\u00df es. Zu allen, die den Vorwurf h\u00f6ren mu\u00dften, sie k\u00e4mpften ja nur in eigener Sache, aus eigenem Trotz, und die schlie\u00dflich selbst nicht mehr wu\u00dften, woran sie mit sich waren, sagt Christus: Ich wei\u00df es, um meines Namens willen arbeitest du. Zu allen die in langen N\u00e4chten um die Not der | Gemeinde sorgten und beteten, und die des Morgens fr\u00fch wieder an der Arbeit standen, sagt Christus: Ich wei\u00df es, du bist nicht m\u00fcde geworden. Er fa\u00dft alle meine Tr\u00e4nen in einen Krug (Ps 56,9). So freundlich redet Christus mit uns. Er zerbricht und vernichtet uns nicht, er war \u00fcberall dort, wo es um seine Gemeinde ging, selbst dabei, er hat uns gesehen und spricht uns freundlich zu. Er wandelt mitten unter uns.<\/p>\n<p>3.) Christus klagt seine Gemeinde an. Wir sind jetzt dankbar und vertrauensvoll geworden gegen\u00fcber unserem Herren. Er ist aber nicht bei uns, um uns zu loben, sondern um uns auf den rechten Weg zu bringen. Es entspricht der Wahrheit Christi, da\u00df er uns sagt, da\u00df er trotz allem wider uns stehen mu\u00df. Warum? Er wei\u00df, wir waren eine unverzagte k\u00e4mpfende, arbeitende, tapfer seinen Namen bekennende Gemeinde. Das ist nichts Kleines. \u201eAber ich habe wider dich\u201c \u2013 Christus steht gegen seine bekennende Gemeinde! \u2013 \u201eda\u00df du die erste Liebe [ver]l\u00e4ssest. Gedenke, wovon du gefallen bist\u201c \u2013 Des Anfanges, gedenke der ersten Christenheit, gedenke der Zeit der Reformation \u2013 die erste Liebe ist in Gefahr zu schwinden. Vieles ist getan. Aber es ist vieles so hart, so selbstgewi\u00df, als g\u00e4lte es sich selbst zu verteidigen; es ist so vieles nur in eigener Sache, um der eigenen Sicherheit willen gesagt und getan.4 Die erste Liebe, der Anfang band die Gemeinde allein in brennender Hingabe an Jesus und die Br\u00fcder. Keiner wollte etwas f\u00fcr sich haben, es geh\u00f6rte alles dem Herrn und den Br\u00fcdern. Es war ein Wetteifern im br\u00fcderlichen Dienst, es war eine Liebe zum Evangelium, zum Gottesdienst, zu den Werken des Reiches Gottes. Heute h\u00e4ngt unsere Liebe an vielen anderen Dingen, der Welt, der Sicherheit, der Gewohnheit. Es war auch eine bereitwillige Liebe zum Feinde da, die beten, segnen und wohltun konnte. Diese erste Liebe hatte der Herr seiner ersten Gemeinde geschenkt, hat er sie auch uns einmal geschenkt? Konfirmation? Bekehrung? An- | fang der Bekennenden Kirche? Gedenke der ersten Liebe, gedenke der Anf\u00e4nge, vielmehr des Anfangs, der Jesus Christus selbst ist, gedenke, wovon du gefallen bist! Das ist der Grund aller Reformation, nicht Verherrlichung von Menschen und vergangener Geschichte, nicht lutherische Parolen, sondern dankbar Gottes Ruf zur Umkehr h\u00f6ren. So war der Anfang, so anders der Fortgang. Tue die ersten Werke. Es ist derselbe Herr, der eben so freundlich zu uns redete und der uns jetzt droht, er werde den Leuchter unserer Gemeinde umsto\u00dfen, wo wir nicht Bu\u00dfe tun und umkehren. Wir sollen nicht Reformation feiern, sondern Reformation halten. An manchen Kanzeln steht: \u201eerneuert im Jahre \u2026\u201c, da\u00df es doch von unserer Gemeinde hei\u00dfen k\u00f6nnte: Erneuert im Jahre 1936 (Vers 6 bezeugt der Gemeinde, da\u00df sie allerdings die schw\u00e4rmerische gesetzlose Liebe geha\u00dft habe und daran recht getan habe).<\/p>\n<p>4.) Christus verhei\u00dft seiner Gemeinde Herrlichkeit. Das ist das Ziel, da\u00df die Gemeinde diese Verhei\u00dfung zu h\u00f6ren verm\u00f6ge. Dazu mu\u00df sie in die Bu\u00dfe. Nur in der Bu\u00dfe k\u00f6nnen wir hoffen. Der Weg zur Umkehr und zur Hoffnung geht durch das Ohr. Das H\u00f6ren tut es. Das Wort allein wirkt Umkehr und Hoffnung. Das war die Verk\u00fcndigung der Reformation. \u201eWer Ohren hat \u2026\u201c Darum gilt es zu \u00fcberwinden, was an Schein der Welt gegen das Wort steht. Diese \u00dcberwindung mu\u00df jeder gegen sich selbst erringen, damit er auch die Feinde \u00fcberwinden kann. In der Herrlichkeit aber wird die Gemeinde haben, was Leib, Seele und Geist gewi\u00df macht. Sie wird essen vom Baum des Lebens.5 Die Verhei\u00dfung ist das Paradies, in dem wir nicht nur h\u00f6ren, sondern mit allen Sinnen die Herrlichkeit Gottes erkennen werden. Wir werden eine triumphierende Kirche sein.<\/p>\n<p>18. PREDIGT ZU MATTH\u00c4US 26,45 b\u201350. FINKENWALDE, JUDICA, 14. 3. 19371<\/p>\n<p>Predigt am Sonntag Judica 1937 von Bruder Bonhoeffer<\/p>\n<p>Matth\u00e4us 26,45 b\u201350: Siehe, die Stunde ist hier, da\u00df des Menschen Sohn in der S\u00fcnder H\u00e4nde \u00fcberantwortet wird. Stehet auf, la\u00dft uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verr\u00e4t! Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zw\u00f6lfe einer, und mit ihm eine gro\u00dfe Schar mit Schwertern und mit Stangen, von den Hohenpriestern und \u00c4ltesten des Volks. Und der Verr\u00e4ter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich k\u00fcssen werde, der ist\u2019s; den greifet! Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegr\u00fc\u00dfet seist du, Rabbi! und k\u00fc\u00dfte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? da traten sie hinzu und legten die H\u00e4nde an Jesum und griffen ihn.<\/p>\n<p>Ein Geheimnis hatte Jesus seinen J\u00fcngern bis zum letzten Abendmahl verborgen. Zwar hatte er sie nicht im Unklaren gelassen \u00fcber seinen Leidensweg. Zwar hatte er ihnen drei- | mal bezeugt, da\u00df des Menschen Sohn \u00fcberantwortet werden mu\u00df in die H\u00e4nde der S\u00fcnder.2 Aber das tiefste Geheimnis hatte er ihnen noch nicht offenbart. Erst in der Stunde letzter Gemeinschaft beim heiligen Abendmahl konnte er es ihnen sagen: Des Menschen Sohn wird \u00fcberantwortet in die H\u00e4nde der S\u00fcnder \u2013 durch Verrat. Einer unter euch wird mich verraten.3<br \/>\nDie Feinde allein k\u00f6nnen keine Macht \u00fcber ihn gewinnen. Es geh\u00f6rt ein Freund dazu, ein n\u00e4chster Freund, der ihn preisgibt, ein J\u00fcnger, der ihn verr\u00e4t. Nicht von au\u00dfen geschieht das Furchtbarste, sondern von innen. Der Weg Jesu nach Golgatha nimmt seinen Anfang mit J\u00fcngerverrat. Die einen schlafen jenen unbegreiflichen Schlaf in Gethsemane,4 einer verr\u00e4t ihn, zum Schlu\u00df \u201everlie\u00dfen ihn alle J\u00fcnger und flohen\u201c.5<br \/>\nDie Nacht von Gethsemane vollendet sich. \u201eSiehe, die Stunde ist hier\u201c \u2013 jene Stunde, die Jesus vorhergesagt hatte, von der die J\u00fcnger seit langem wu\u00dften, und vor deren Eintreten sie bebten, jene Stunde, auf die sich Jesus so ganz bereitet und f\u00fcr die die J\u00fcnger so ganz und gar unbereitet waren, die Stunde, die nun mit keinem Mittel der Welt mehr hinauszuschieben war \u2013 \u201eSiehe, die Stunde ist hier, da\u00df des Menschen Sohn in der S\u00fcnder H\u00e4nde \u00fcberantwortet wird\u201c.<br \/>\n\u201e\u00dcberantwortet\u201c sagt Jesus, das hei\u00dft, es ist nicht die Welt, die \u00fcber ihn Macht gewinnt, sondern jetzt wird Jesus von den Seinen selbst ausgeliefert, preisgegeben, aufgegeben. Der Schutz wird ihm aufgesagt. Man will sich nicht weiter mit ihm belasten: La\u00dft ihn den Andern. Das ist es, Jesus wird weggeworfen, die sch\u00fctzenden H\u00e4nde der Freunde sinken. M\u00f6gen nun die H\u00e4nde der S\u00fcnder mit ihm tun, was sie wollen. M\u00f6gen sie ihn antasten, deren unheilige H\u00e4nde ihn nie ber\u00fchren durften. M\u00f6gen sie mit ihm spielen, ihn [ver]spotten und schlagen. Wir k\u00f6nnen nichts mehr daran \u00e4ndern. Das hei\u00dft Jesus \u00fcberantworten: nicht mehr f\u00fcr ihn eintreten, | ihn dem Spott und der Macht der \u00d6ffentlichkeit preisgeben, die Welt mit ihm umgehen lassen nach ihrem Mutwillen, nicht mehr zu ihm stehen. Jesus wird von den Seinen der Welt ausgeliefert. Das ist sein Tod.<br \/>\nJesus wei\u00df, was ihm bevorsteht. In Festigkeit und Entschlossenheit ruft er seine J\u00fcnger auf: \u201eStehet auf, la\u00dft uns gehen.\u201c Oftmals hatten die drohenden Feinde vor ihm zur\u00fcckweichen m\u00fcssen, er war frei durch ihre Mitte hindurchgeschritten, ihre H\u00e4nde sanken.6 Damals war seine Stunde noch nicht gekommen. Jetzt ist die Stunde hier. Jetzt geht er ihr in freiem Entschlu\u00df entgegen. Und damit kein Zweifel mehr sei, damit es unzweideutig klar sei, da\u00df die Stunde da ist, in der er \u00fcberantwortet wird, sagt er: \u201eSiehe, er ist da, der mich verr\u00e4t.\u201c Kein Blick f\u00e4llt auf die gro\u00dfe Schar, die heranzieht, auf die Schwerter und Stangen der Feinde. Die h\u00e4tten keine Macht! Jesu Blick trifft allein den, der diese Stunde der Finsternis heraufgef\u00fchrt hat. Auch seine J\u00fcnger sollen wissen, wo der Feind steht. Einen Augenblick liegt alles, liegt Heils- und Weltgeschichte in den H\u00e4nden des einen \u2013 des Verr\u00e4ters. Siehe, er ist da, der mich verr\u00e4t \u2013 und in der Nacht erkennen die J\u00fcnger schaudernd in ihm \u2013 Judas, den J\u00fcnger, den Bruder, den Freund. Schaudernd \u2013 denn als Jesus am Abend derselben Nacht zu ihnen gesagt hatte: Einer von euch wird mich verraten, hatte keiner gewagt, den andern zu beschuldigen. Keiner konnte diese Tat dem andern zutrauen. Darum mu\u00dfte ein jeder fragen: Herr, bin ich\u2019s? Herr, bin ich\u2019s?7 Eher noch war das eigene Herz solcher Tat f\u00e4hig, als der andere, der Bruder.<br \/>\n\u201eUnd als er noch redete, siehe, da kam Judas der Zw\u00f6lfe einer, und mit ihm eine gro\u00dfe Schar, mit Schwertern und mit Stangen.\u201c Jetzt sehen wir nur noch zwei, um die es hier geht. Die J\u00fcnger und die H\u00e4scher treten zur\u00fcck, sie beide tun ihr Werk schlecht. Nur zwei tun ihr Werk so, wie sie es tun mu\u00dften, | Jesus und Judas. Wer ist Judas? das ist die Frage. Es ist eine der ganz alten und gr\u00fcblerischen Fragen der Christenheit. Halten wir uns zun\u00e4chst an das, was der Evangelist uns selbst dazu sagt: Judas, der Zw\u00f6lfe einer. Ob wir etwas sp\u00fcren von dem Grauen, mit dem der Evangelist dieses kleine Satzteilchen geschrieben hat? Judas, der Zw\u00f6lfe einer \u2013 was war hier mehr zu sagen? und war hiermit nicht auch wirklich alles gesagt? das ganze dunkle Geheimnis des Judas und zugleich das tiefste Entsetzen vor seiner Tat. Judas, der Zw\u00f6lfe einer, das hei\u00dft doch: es war unm\u00f6glich, da\u00df dies geschah, es war ganz unm\u00f6glich, und es geschah doch. Nein, hier ist nichts mehr zu erkl\u00e4ren und zu verstehen. Es ist ganz und gar unerkl\u00e4rlich, unbegreiflich, es bleibt ganz und gar R\u00e4tsel \u2013 und doch geschah die Tat. Judas, der Zw\u00f6lfe einer, das hei\u00dft ja nicht nur: er war einer, der Tag und Nacht um Jesus war, einer, der Jesus nachgefolgt war, der es sich etwas hatte kosten lassen, der alles verlassen hatte, um mit Jesus zu sein, ein Bruder, ein Freund, ein Vertrauter des Petrus, des Johannes, des Herren selbst. Es hie\u00df ja noch etwas viel Unbegreiflicheres: Jesus selbst hatte Judas berufen und erw\u00e4hlt! Das ist das eigentliche Geheimnis, denn Jesus wu\u00dfte, wer ihn verraten w\u00fcrde, von Anfang an. Bei Johannes sagt Jesus: Habe ich nicht euch Zw\u00f6lf erw\u00e4hlt, und euer einer ist der Teufel.8 Judas der Zw\u00f6lfe einer \u2013 dabei mu\u00df ja nun der Leser nicht nur auf Judas, sondern vielmehr in gro\u00dfer Best\u00fcrzung auf den Herren schauen, der ihn erw\u00e4hlte. Und die er erw\u00e4hlte, die hat er geliebt. Er hat ihnen Anteil gegeben an seinem ganzen Leben, an dem Geheimnis seiner Person, er hat sie in gleicher Weise ausgesandt zur Predigt des Evangeliums. Er hat ihnen die Vollmacht der Teufelaustreibung und Heilung gegeben \u2013 und Judas war mitten unter ihnen.9 Nirgends eine Andeutung davon, da\u00df Jesus den Judas im Geheimen geha\u00dft h\u00e4tte. Nein, Judas schien durch sein Amt, den Beutel der J\u00fcnger zu verwalten, noch ausgezeichnet vor den andern. | Zwar sagt Johannes einmal, Judas sei ein Dieb gewesen.10 Aber sollte das nicht nur eine dunkle Andeutung daf\u00fcr sein, da\u00df Judas ein Dieb war an Jesus, da\u00df er Jesus stahl, was ihm nicht zukam und es der Welt preisgab? Und sind nicht auch die 30 Silberlinge nur ein Zeichen daf\u00fcr, wie gemein und gering die Gabe der Welt ist f\u00fcr den, der die Gabe Jesu kennt? Und doch wu\u00dfte Jesus von Anfang an, wer ihn verraten w\u00fcrde! Ja, Johannes wei\u00df noch von einem \u00fcberaus geheimnisvollen Zeichen der Verbundenheit Jesu mit Judas zu berichten. In der Nacht des Abendmahls reicht Jesus dem Judas einen eingetauchten Bissen, und mit diesem Zeichen h\u00f6chster Gemeinschaft f\u00e4hrt der Satan in Judas. Darauf spricht Jesus halb bittend, halb befehlend zu Judas: Was du tust, das tue bald.11 Kein anderer begriff, was hier vorging. Es blieb alles zwischen Jesus und Judas.<br \/>\nJudas, der Zw\u00f6lfe einer, von Jesus erw\u00e4hlt, von Jesus in seine Gemeinschaft gezogen, geliebt \u2013 hei\u00dft dies, da\u00df Jesus auch seinem Verr\u00e4ter seine ganze Liebe zeigen und erweisen will? Hei\u00dft es, da\u00df er auch wissen soll, da\u00df es an Jesus im Grunde gar nichts zu verraten gibt? Hei\u00dft es auch dies, da\u00df Jesus in tiefer Liebe den Willen Gottes liebt, der sich in seinem Leidensweg vollzieht, da\u00df er auch den liebt, durch dessen Verrat der Weg frei wird, ja, der nun Jesu Geschick f\u00fcr einen Augenblick in seiner Hand tr\u00e4gt? Hei\u00dft es, da\u00df er ihn liebt als den Vollstrecker des g\u00f6ttlichen Willens und doch wei\u00df: Wehe dem, durch welchen es geschieht?12 Es ist ein gro\u00dfes, unerforschliches Geheimnis \u2013 Judas, der Zw\u00f6lfe einer.<br \/>\nAber es ist ja auch ein Geheimnis von der Seite des Judas her. Was will Judas bei Jesus? Es mu\u00df dieses sein, da\u00df der B\u00f6se vom Unschuldigen, vom Reinen nicht loskommt. Er ha\u00dft ihn, und indem er doch nicht von ihm lassen kann, liebt er ihn eben auch mit der dunklen, leidenschaftlichen Liebe, mit der auch der B\u00f6se, der Teufel, noch um seinen Ursprung in Gott, im Reinen wei\u00df. Der B\u00f6se will der J\u00fcnger des Guten | sein. Der B\u00f6se ist der leidenschaftlichste J\u00fcnger des Guten \u2013 bis er ihn verr\u00e4t. Der B\u00f6se wei\u00df, da\u00df er Gott dienen mu\u00df, und liebt Gott um seiner Macht willen, die er selbst nicht hat, und hat doch nur den einen Drang, \u00fcber Gott13 Macht zu gewinnen. So ist er der J\u00fcnger und mu\u00df seinen Herrn doch verraten. Jesus erw\u00e4hlt den Judas, Judas kann nicht von Jesus lassen. Jesus und Judas geh\u00f6ren zusammen von Anfang an. Keiner l\u00e4\u00dft den andern los.<br \/>\nUnd nun sehen wir dies an der Geschichte selbst: Jesus und Judas verbunden durch einen Ku\u00df. H\u00f6rt das Ungeheuerliche: \u201eUnd der Verr\u00e4ter hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich k\u00fcssen werde, der ist\u2019s; den greifet! Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegr\u00fc\u00dfet seist du, Rabbi! und k\u00fc\u00dfte ihn. Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du gekommen? da traten sie hinzu und legten die H\u00e4nde an Jesum und griffen ihn.\u201c Und: \u201eJudas, verr\u00e4tst du des Menschen Sohn durch einen Ku\u00df?\u201c Noch einmal packt uns die Frage: Wer ist Judas, der des Menschen Sohn mit einem Ku\u00df verr\u00e4t? Es ist gewi\u00df oberfl\u00e4chlich zu sagen, der Ku\u00df sei eben die \u00fcbliche Begr\u00fc\u00dfungsform gewesen. Dieser Ku\u00df war mehr als das! Dieser Ku\u00df war die Vollendung des Weges des Judas, der tiefste Ausdruck f\u00fcr die Gemeinschaft und f\u00fcr die abgrundtiefe Trennung zwischen Jesus und Judas.<br \/>\n\u201eMein Freund warum bist du gekommen?\u201c H\u00f6rt ihr, wie Jesus den Judas noch liebt, wie er ihn noch in dieser Stunde seinen Freund nennt? Jesus will den Judas noch jetzt nicht loslassen. Er l\u00e4\u00dft sich von ihm k\u00fcssen. Er st\u00f6\u00dft ihn nicht zur\u00fcck. Nein, Judas mu\u00df ihn k\u00fcssen. Seine Gemeinschaft mit Jesus mu\u00df sich vollenden. Warum bist du gekommen? Jesus wei\u00df es wohl, warum Judas gekommen ist und dennoch: Warum bist du gekommen? Und: Judas, verr\u00e4tst du des Menschen Sohn mit einem Ku\u00df? Ein letzter Ausdruck der J\u00fcngertreue, vereint mit Verrat. Ein letztes Zeichen der lei- | denschaftlichen Liebe, gepaart mit dem viel leidenschaftlicheren Ha\u00df. Ein letzter Genu\u00df an einer unterw\u00fcrfigen Geste, im Bewu\u00dftsein der \u00dcbermacht des davongetragenen Sieges \u00fcber Jesus. Ein bis ins tiefste hinein entzweites Tun, dieser Judasku\u00df! Von Christus nicht lassen k\u00f6nnen, und ihn doch preisgeben. Judas, verr\u00e4tst du des Menschen Sohn mit einem Ku\u00df? Wer ist Judas? Sollten wir hier nicht auch des Namens gedenken, den er trug? \u201eJudas\u201c, steht er nicht hier f\u00fcr das im tiefsten entzweite Volk, aus dem Jesus stammte, f\u00fcr das erw\u00e4hlte Volk, das die Verhei\u00dfung des Messias empfangen hatte und ihn doch verwarf? f\u00fcr das Volk Juda, das den Messias liebte, und doch so nicht lieben konnte? \u201eJudas\u201c \u2013 sein Name hei\u00dft verdeutscht \u201eDank\u201c. War dieser Ku\u00df nicht der Jesus dargebrachte Dank des entzweiten Volkes des J\u00fcngers und doch zugleich die ewige Absage?14 Wer ist Judas, wer ist der Verr\u00e4ter? Sollten wir angesichts dieser Frage etwas anderes tun k\u00f6nnen, als mit den J\u00fcngern sprechen: Herr, bin ich\u2019s, bin ich\u2019s?<br \/>\n\u201eDa traten sie hinzu und legten die H\u00e4nde an Jesum und griffen ihn.\u201c \u201eIch bin\u2019s, ich sollte b\u00fc\u00dfen an H\u00e4nden und an F\u00fc\u00dfen, gebunden in der H\u00f6ll\u2019. Die Gei\u00dfel und die Banden, und was Du ausgestanden, das hat verdienet meine Seel\u2019.\u201c15 La\u00dft uns noch das letzte Ende ansehen! Zu derselben Stunde, als Jesus Christus sein Erl\u00f6sungsleiden am Kreuz in Golgatha vollbringt, ist Judas hingegangen und hat sich erh\u00e4ngt, hat sich in fruchtloser Reue selbst verdammt.16 Furchtbare Gemeinschaft!<br \/>\nDie Christenheit hat in Judas immer wieder das dunkle Geheimnis der g\u00f6ttlichen Verwerfung und ewigen Verdammung gesehen. Sie hat mit Schrecken den Ernst und das Gericht Gottes an dem Verr\u00e4ter erkannt und bezeugt. Sie hat aber gerade darum nie mit Stolz und \u00dcberheblichkeit auf ihn gesehen, sondern sie hat in Zittern und Erkenntnis der eigenen \u00fcbergro\u00dfen S\u00fcnde gesungen: O du armer Judas, was hast | du getan!17 So wollen auch wir heute nichts anderes sagen als dies: O du armer Judas, was hast du getan! und wollen Zuflucht nehmen zu dem, der um unserer aller S\u00fcnde willen am Kreuz gehangen und uns die Erl\u00f6sung vollbracht hat, und wollen beten:<\/p>\n<p>O hilf Christe, Gottes Sohn<br \/>\nDurch dein bitter Leiden<br \/>\nDa\u00df wir dir stets untertan<br \/>\nAll\u2019 Untugend meiden.<br \/>\nDeinen Tod und sein Ursach\u2019<br \/>\nFruchtbarlich bedenken<br \/>\nDaf\u00fcr, wiewohl arm und schwach,<br \/>\nDir Dankopfer schenken.18 Amen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>e) F\u00fcnfter Kurs. Fertigstellung der \u201eNachfolge\u201c, Verbot des Seminars und Ende des Bruderhauses<br \/>\n18. April\u201311. September 1937<\/p>\n<p>19. PREDIGT ZU PSALM 58. FINKENWALDE, 8. SONNTAG NACH TRINITATIS, 11. 7. 19371<\/p>\n<p>Psalm 58. Predigt vom 11. 7. 37 in Finkenwalde<\/p>\n<p>[Ein g\u00fclden Kleinod Davids, vorzusingen, da\u00df er nicht umk\u00e4me.<br \/>\nSeid ihr denn stumm, da\u00df ihr nicht reden wollt, was recht ist, und richten nach Geb\u00fchr die Menschenkinder? Ihr alle urteilt Unrecht2 im Lande und gehet stracks durch, mit euren H\u00e4nden zu freveln. Die Gottlosen sind verkehret von Mutterscho\u00df an; die L\u00fcgner irren von Mutterleib an. Ihr W\u00fcten ist gleichwie das W\u00fcten einer Schlange, wie eine taube Otter, die ihr Ohr zustopft, da\u00df sie nicht h\u00f6re die Stimme des Zauberers, des Beschw\u00f6rers, der wohl beschw\u00f6ren kann.<br \/>\nGott, zerbrich ihre Z\u00e4hne in ihrem Maul; zersto\u00dfe, Herr, das Gebi\u00df der jungen L\u00f6wen! Sie werden zergehen wie Wasser, das dahinfleu\u00dft. Sie zielen mit ihren Pfeilen; aber dieselben zerbrechen. Sie vergehen, wie eine Schnecke zerflie\u00dft3; wie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht. Ehe eure Dornen reif werden am Dornstrauch, wird sie ein Zorn so frisch wegrei\u00dfen. Der Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache siehet, und wird seine F\u00fc\u00dfe baden in des Gottlosen Blut, da\u00df die Leute werden sagen: Der Gerechte wird ja seiner Frucht genie\u00dfen; es ist ja noch Gott Richter auf Erden.]<\/p>\n<p>Ist dieser furchtbare Rachepsalm unser Gebet? D\u00fcrfen wir denn so beten? Darauf hei\u00dft die Antwort zun\u00e4chst ganz klar: Nein, wir, wir d\u00fcrfen gewi\u00df nicht so beten! Wir tragen ja an aller Feindschaft, die uns begegnet und uns in Not f\u00fchrt, selbst viel eigne Schuld. Wir m\u00fcssen ja bekennen, da\u00df es Gottes gerechte Strafe ist, die uns s\u00fcndige Menschen trifft und dem\u00fctigt. Auch in diesen Notzeiten der Kirche m\u00fcssen wir doch erkennen, da\u00df Gott selbst im Zorn seine Hand gegen uns erhoben hat, um an uns unsere S\u00fcnde heimzusuchen, all unsere geistliche Tr\u00e4gheit, unseren offenen oder stillen Ungehorsam, unsere tiefe Zuchtlosigkeit im t\u00e4glichen Leben unter seinem Wort. Oder wollten wir leugnen, da\u00df jede pers\u00f6nliche S\u00fcnde, auch die verborgenste, Gottes Zorn \u00fcber seine Gemeinde herabziehen mu\u00df? Wie aber sollten denn wir, die wir selbst schuldig sind und Gottes Zorn verdienten, Gottes Rache \u00fcber unsere Feinde herbeirufen, ohne da\u00df diese Rache vielmehr uns selbst treffen m\u00fc\u00dfte? Nein, wir, wir k\u00f6nnen diesen Psalm nicht beten. Nicht weil wir zu gut daf\u00fcr w\u00e4ren,4 (welch ein oberfl\u00e4chlicher Gedanke, welch ein unbegreiflicher Hochmut!), sondern weil wir zu s\u00fcndig, zu b\u00f6se daf\u00fcr sind!<br \/>\nNur wer selbst ganz ohne Schuld ist, kann so beten. Dieser Rachepsalm ist das Gebet des Unschuldigen. \u201eEin g\u00fclden Kleinod Davids, vorzusingen, da\u00df er nicht umk\u00e4me.\u201c \u2013 David ist es, der diesen Psalm betet. David selbst ist nicht unschuldig. Aber es hat Gott gefallen, sich in David den zu | bereiten, der Sohn Davids genannt werden wird, Jesus Christus.5 Darum darf David nicht umkommen, weil von ihm der Christus kommen soll. Niemals h\u00e4tte David f\u00fcr sich so beten k\u00f6nnen gegen seine Feinde, um sein eignes Leben zu [er]halten. Wir wissen, da\u00df David alle pers\u00f6nlichen Schm\u00e4hungen dem\u00fctig ertragen hat. Aber in David ist Christus, ist damit die Kirche Gottes. Darum sind seine Feinde die Feinde Jesu Christi und seiner heiligen Kirche. Darum darf David nicht umkommen vor seinen Feinden. So betet in David die Unschuld Christi selbst diesen Psalm mit und mit Christus die ganze heilige Kirche. Nein, nicht wir S\u00fcnder beten diesen Rachegesang, die Unschuld selbst und allein betet ihn. Die Unschuld Christi tritt vor die Welt und klagt an. Nicht wir klagen an, Christus klagt an. Und wenn Christus die S\u00fcnde verklagt, sind wir dann nicht selbst alsbald mitten unter den Angeklagten? \u201eSeid ihr denn stumm, da\u00df ihr nicht reden wollt, was recht ist und richten nach Geb\u00fchr die Menschenkinder?\u201c Eine b\u00f6se Zeit, wenn die Welt stumm das Unrecht geschehen l\u00e4\u00dft. Wenn die Bedr\u00fcckung der Armen und Elenden laut zum Himmel schreit und die Richter und Herren der Erde schweigen dazu. Wenn die verfolgte Gemeinde in h\u00f6chster Not Gott um Hilfe und die Menschen um Gerechtigkeit anruft, und kein Mund tut sich auf Erden auf, ihr Recht zu schaffen. \u201eSeid ihr denn stumm, da\u00df ihr nicht reden wollt was recht ist und richten nach Geb\u00fchr die Menschenkinder?\u201c Menschenkinder sind es, denen Unrecht geschieht. Mu\u00df denn das in solchen Zeiten immer vergessen sein? H\u00f6rt ihr es: Menschenkinder, die Gesch\u00f6pfe Gottes sind wie ihr, die Schmerz und Elend empfinden wie ihr, die ihr ihnen Gewalt tut; die ihr Gl\u00fcck und ihre Hoffnungen haben wie ihr; die ihre Ehre und ihre Schmach f\u00fchlen, wie ihr; Menschenkinder, die S\u00fcnder sind wie ihr und die Gottes Barmherzigkeit brauchen wie ihr; eure Br\u00fcder! \u201eSeid ihr denn stumm?\u201c O nein, sie sind nicht stumm, man h\u00f6rt ihre | Stimme auf Erden wohl. Aber es ist ein unbarmherziges, ein parteiisches Wort, das sie sprechen. Es richtet nicht nach dem Recht, sondern nach dem Ansehen der Person.<br \/>\n\u201eNein, ihr alle entscheidet ungerecht auf Erden, und eure H\u00e4nde schaffen der Gewalt freie Bahn.\u201c6 Wenn der Mund der Herren der Welt zum Unrecht schweigt, dann richten alsbald die H\u00e4nde b\u00f6se Gewalttat an. Furchtbar ist diese Sprache der Menschenh\u00e4nde wo kein Recht ist. Da entsteht die Not und der Schmerz des Leibes, da sehnt sich die verfolgte, gefangene, geschlagene Gemeinde nach Erl\u00f6sung von diesem Leibe.7 La\u00dft mich in Gottes H\u00e4nde fallen, aber nicht in der Menschen H\u00e4nde!8 H\u00f6ren wir es noch? Christus spricht hier! Er erfuhr das ungerechte Gericht, er fiel in der Menschen H\u00e4nde. Die Unschuld verklagt die ungerechte Welt. Uns S\u00fcndern aber widerf\u00e4hrt nur der gerechte Zorn Gottes.<br \/>\nAber es kann ja nicht anders sein. Es ist ja nicht so, da\u00df es hier um einzelne Verfehlungen geht, die \u00fcberall vorkommen. Nein, hier enth\u00fcllt sich das Geheimnis der Gottlosigkeit selbst9: \u201eDie Gottlosen sind verkehrt von Mutterscho\u00df an, die L\u00fcgner irren von Mutterleib an.\u201c In diese Tiefe des B\u00f6sen sieht nur die vollkommene Unschuld. Wir m\u00f6chten allzugern glauben, es sei hier doch noch etwas zu \u00e4ndern, zu bessern, und zahllose Wege versuchen wir, um hier oder dort etwas zu erreichen. Das bringt uns in gro\u00dfe Unruhe und immer neue Best\u00fcrzung und Emp\u00f6rung, wenn immer wieder schweres Unrecht geschieht. Die Unschuld allein wei\u00df, da\u00df hier alles so gehen mu\u00df, wie es geht. Sie wei\u00df um das dunkle R\u00e4tsel, da\u00df der Satan schon im Mutterscho\u00df die Seinen ergriffen hat und nun rasend antreibt. Nun m\u00fcssen sie sein Werk tun. Welt bleibt Welt, Satan bleibt Satan. In diesem Abgrunde der Erkenntnis gewinnt die Unschuld zugleich die vollkommene Ruhe. Es mu\u00df so sein und es wird nicht anders.<br \/>\n\u201eIhr W\u00fcten ist wie das W\u00fcten einer Schlange, wie eine taube | Otter, die ihr Ohr zustopft, da\u00df sie nicht h\u00f6re die Stimme des Zauberers, des Beschw\u00f6rers, der wohl beschw\u00f6ren kann.\u201c Im Orient kennt man die Zauberer, die Schlangen mit ihrer Stimme b\u00e4ndigen, da\u00df sie gehorchen m\u00fcssen. Eine taube Schlange aber h\u00f6rt diese Stimme nicht und f\u00e4hrt auf den Zauberer los. Wie solche tauben Schlangen sind die Gottlosen, die die Stimme des Beschw\u00f6rers, der wohl beschw\u00f6ren kann, nicht h\u00f6ren k\u00f6nnen. Gott selbst ist der Beschw\u00f6rer, der wohl beschw\u00f6ren kann, sein Wort der Gnade ist es, mit dem er unser Herz bezaubert und beschw\u00f6rt. Mit den s\u00fc\u00dfen Worten seiner Liebe lockt er uns, \u00fcberredet er uns,10 bezwingt er unser Herz, da\u00df wir wie gebannt auf ihn h\u00f6ren und ihm gehorsam sein m\u00fcssen. Es bleibt aber das gro\u00dfe R\u00e4tsel, da\u00df es solche gibt, die h\u00f6ren, und solche, die taube Ohren haben und ihre Ohren zustopfen, da\u00df sie nicht h\u00f6ren k\u00f6nnen. Wir wissen es ja von uns selbst, da\u00df es Zeiten gibt, in denen unsere Ohren taub sind. Es sind die Zeiten, in denen wir in wissentlichem Ungehorsam unser Herz gegen Gottes Willen verstocken und S\u00fcnde auf S\u00fcnde h\u00e4ufen, bis wir schlie\u00dflich garnicht mehr h\u00f6ren k\u00f6nnen.11 Dann ist Satan unser m\u00e4chtig geworden. So verh\u00e4rtet Satan das Herz derer, die ihm dienen m\u00fcssen im Kampf gegen Gottes Reich und Wort. Sie k\u00f6nnen nicht mehr h\u00f6ren, nicht mehr gehorchen. Weil aber ihr Ohr taub ist gegen die Gnade Gottes, darum ist auch ihr Mund stumm f\u00fcr das Recht Gottes. Das sind die Feinde Gottes und seiner Gemeinde, wie sie David, wie sie Christus, wie sie die Kirche Gottes erkennt.<br \/>\nDiese Erkenntnis f\u00fchrt ins Gebet. Wenn dies der Feind ist, dann helfen keine menschlichen K\u00fcnste mehr dazu zum Frieden zu kommen. Dann hilft keine menschliche Kraft mehr, diese Feinde zu \u00fcberwinden. Gottes Name mu\u00df angerufen werden. Und nun beginnen in unserem Psalm jene furchtbaren Gebetsw\u00fcnsche, vor denen uns graut, die wir nur mit Zittern und tiefem inneren Widerstand nachspre- | chen, wenn wir sie lesen. Gott wird angerufen zur Rache \u00fcber die Feinde. \u201eGott, zerbrich ihre Z\u00e4hne in ihrem Maul; zersto\u00dfe, Herr, das Gebi\u00df der jungen L\u00f6wen.\u201c Vor allem wollen wir hier dies lernen: im Angesicht der Feinde Gottes und seiner Kirche k\u00f6nnen wir nur beten. Unser eigner Mut \u2013 und sei er noch so gro\u00df \u2013 all unsere Tapferkeit mu\u00df vor diesem Feinde zerbrechen. Wir haben es mit dem Angriff des Satans zu tun. Da mu\u00df die Sache in die Hand nehmen, der allein Gewalt hat \u00fcber den Satan, Gott selbst. Es w\u00e4re viel, wenn wir dies lernten, da\u00df wir ernstlich zu Gott beten m\u00fcssen in solcher Not. Und dann das andere: Wer Gott die Rache befiehlt, der verzichtet damit auf jede eigne Rache. Wer sich selbst r\u00e4chen will der ahnt noch nicht, mit wem er es zu tun hat, der will seine Sache noch selbst in die Hand nehmen. Wer aber Gott allein die Rache anheim gibt, der ist bereit geworden selbst zu leiden und zu dulden, ohne Rache, ohne einen Gedanken an eigne Rache, ohne Ha\u00df und ohne Widerspruch, der ist sanftm\u00fctig, friedfertig, der liebt seine Feinde. Ihm ist Gottes Sache wichtiger geworden als seine Leiden. Er wei\u00df, Gott wird den Sieg behalten. \u201eMein ist die Rache spricht der Herr, ich will vergelten\u201c12 \u2013 und er wird vergelten! Aber wir sind frei von Rache und Vergeltung. Nur wer ganz frei ist von eignen Rachew\u00fcnschen und von Ha\u00df, und wer ganz gewi\u00df nicht sein Gebet wieder dazu benutzt, um eigne Rachegel\u00fcste zu befriedigen, der kann in der Reinheit des Herzens beten: \u201eGott, zerbrich ihre Z\u00e4hne in ihrem Maul, zersto\u00dfe, Herr, das Gebi\u00df der jungen L\u00f6wen.\u201c Das hei\u00dft ja, Gott deine Sache allein ist es, die hier Schaden leiden soll. Deine Ehre wird gesch\u00e4ndet. Gott nun tritt du herein und vernichte deinen Feind, \u00fcbe deine Gewalt, la\u00df deinen gerechten Zorn entbrennen. Gott l\u00e4\u00dft sich nicht spotten.13 Er wird furchtbar Gericht halten \u00fcber seine Feinde. Und ob wir erschrecken vor dem grauenhaften Wunsche des Psalms, Gottes Gewalt wird noch viel | grauenhafter sein f\u00fcr den, den sie trifft. Und ob wir erschrecken vor Menschenf\u00e4usten, wie viel mehr m\u00fcssen wir erschrecken vor Gottes F\u00e4usten, die den Gottlosen zerschlagen um seines Reiches, seines Namens, seiner Ehre willen. Der Herr der Welt richtet sein Reich auf. Sein ist die Rache \u00fcber seine Feinde.<br \/>\nNun bricht David in einen unerme\u00dflichen Jubel aus. Ganz gewi\u00df ist er der Erh\u00f6rung des Gebets. In sich \u00fcberst\u00fcrzenden Bildern sieht er schon jetzt mitten in Kampf und Not und Leiden den Untergang der Gottlosen. \u201eSie werden vergehen, wie Wasser das dahin flie\u00dft\u201c \u2013 schnell und pl\u00f6tzlich wird [es] ein Ende mit ihnen nehmen. Wie sich Wasser schnell verl\u00e4uft, so werden sie nicht mehr da sein. \u201eSie zielen mit ihren Pfeilen, aber dieselben zerbrechen\u201c \u2013 noch schwirren die todbringenden Pfeile, aber sie k\u00f6nnen keinen Schaden mehr tun, sie sind machtlos. \u201eSie vergehen wie eine Schnecke zerflie\u00dft\u201c \u2013 so voll Verachtung spricht David nun von seinen Feinden. Wie man eine Schnecke zertritt, so wird es sein, wenn Gott die Gewaltigen und Gro\u00dfen dieser Erde zertreten wird. \u201eWie eine unzeitige Geburt eines Weibes sehen sie die Sonne nicht\u201c \u2013 so schnell wird es mit ihnen aus sein, so werden sie im Dunkeln und in der Vergessenheit bleiben, und keiner wird nach ihnen fragen. \u201eEhe eure Dornen reif werden am Dornstrauch, wird sie eine Zornesglut wegrei\u00dfen\u201c \u2013 Gottes Zorn wird die Pl\u00e4ne seiner Feinde nicht zur Reife kommen lassen. Vorzeitig werden die Gottlosen weggerissen mit Gewalt. Sie bringen nichts zu Ende [\u2013] das ist Gottes Rache. Schnell wird sie kommen, schneller als wir geahnt haben.<br \/>\n\u201eDer Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht und wird seine F\u00fc\u00dfe baden in des Gottlosen Blut.\u201c Noch einmal schaudern wir zur\u00fcck vor diesem Psalm. Ist dieses Ende nicht wirklich ganz unm\u00f6glich f\u00fcr uns als Christen zu beten? Liebe Gemeinde, wenn wir hier noch ausweichen, haben wir nichts von allem verstanden. Es geht ganz allein | um Gott und seine Gerechtigkeit. Der Gottlose mu\u00df sterben, damit Gottes Gerechtigkeit siege.14 Es geht hier nicht mehr um menschliche Freundschaft und menschliches Mitleid. Es geht allein darum, da\u00df Gott den Sieg beh\u00e4lt. Wer vor dieser Freude \u00fcber die Rache Gottes und \u00fcber das Blut des Gottlosen zur\u00fcckschreckt, der wei\u00df noch nicht, was am Kreuze Christi geschah. Gottes gerechte Rache \u00fcber den Gottlosen ist ja schon \u00fcber uns gekommen. Das Blut des Gottlosen ist ja schon geflossen. Gottes Todesurteil \u00fcber die gottlosen Menschen ist gesprochen. Gottes Gerechtigkeit ist erf\u00fcllt. Das ist geschehen im Kreuze Jesu Christi. Jesus Christus starb von Gottes Zorn und Rache getroffen den Tod des Gottlosen. Sein Blut ist das Blut, das Gottes Gerechtigkeit forderte f\u00fcr die \u00dcbertretung seiner Gebote. Gottes Rache ist vollstreckt, furchtbarer als es selbst der Psalm wei\u00df, mitten auf der Erde. Christus, der Unschuldige, starb den Tod des Gottlosen, damit wir [ihn] nicht sterben m\u00fcssen. Nun stehen wir als die Gottlosen unter seinem Kreuze und nun l\u00f6st sich ein schwer begreifliches R\u00e4tsel: Jesus Christus, der Unschuldige betet in der Stunde[,] in der Gottes Rache an dem Gottlosen auf Erden, in der unser Psalm sich erf\u00fcllt: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.15 Er der die Rache trug, er allein durfte um Vergebung f\u00fcr die Gottlosen bitten; denn er allein hat uns frei gemacht von Gottes Zorn und Rache, er hat seinen Feinden die Vergebung gebracht und keiner vor ihm durfte so beten. Er allein darf es. Sehen wir ihn an, den Gekreuzigten, so erkennen wir Gottes wahrhaftigen und lebendigen Zorn \u00fcber uns Gottlose und im selben Augenblick die Befreiung von diesem Zorn, und wir h\u00f6ren: Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.<br \/>\n\u201eDer Gerechte wird sich freuen, wenn er solche Rache sieht und wird seine F\u00fc\u00dfe baden in des Gottlosen Blut.\u201c Ist das nicht wahrhaftige Gottesfreude? Ist das nicht Freude der | Gerechten, da\u00df Gottes Gerechtigkeit triumphiert am Kreuze, Freude \u00fcber den Sieg Christi? Gottes Rache ist erloschen und das Blut des Gottlosen, in dem wir uns baden, gibt uns teil am Siege Gottes, das Blut des Gottlosen ist unsere Erl\u00f6sung geworden, es macht uns rein von aller S\u00fcnde.16 Das ist das Wunder.<br \/>\nSo ersteht mitten aus dem Psalm der Rache das Bild des blutigen Heilands, der f\u00fcr die Gottlosen starb von Gottes Rache geschlagen uns zum Heil. Keiner ist hier ausgeschlossen. Christus hat die ganze Rache Gottes f\u00fcr alle getragen. Wer zu ihm kommt, wer sich zu ihm h\u00e4lt, den wird Gottes Zorn und Rache nicht mehr treffen, der ist im Schutze der Gerechtigkeit Christi, wer er auch sei. Wer aber nicht kommen will, wer sich vor dem Kreuze Christi nicht niederwerfen will als Gottloser, wer dem Kreuze Christi trotzt, \u00fcber den wird Gottes Zornesgericht kommen, Gottes Rache, wie sie \u00fcber Christus gekommen ist, aber nicht zum Leben, sondern zum ewigen Tode.<br \/>\n\u201eDie Leute werden sagen: Der Gerechte wird ja seine[r] Frucht noch genie\u00dfen.\u201c Nicht Gl\u00fcck oder Macht oder Ehre dieser Welt ist die Frucht des Gerechten. Sie ist nichts anderes als die Gemeinschaft des Kreuzes Jesu Christi, die Erl\u00f6sung vom Zorne Gottes. \u201eEs ist ja noch Gott Richter auf Erden.\u201c Wo ist Gottes Gericht \u00fcber die Gottlosen auf Erden? Nicht in sichtbarem Ungl\u00fcck, Mi\u00dferfolg oder Schande vor dieser Welt, sondern allein im Kreuze Jesu Christi. Ist uns das nicht genug? Sehen wir nicht in diesem Kreuz alle Feinde Gottes schon gefallen und gerichtet? Was soll all unsere Unruhe, die noch mehr sehen will als dieses Gericht Gottes? Darum, wenn wir irre werden wollen an Gottes Gerechtigkeit auf Erden, so la\u00dft uns auf das Kreuz Christi sehen: hier ist Gericht, hier ist Begnadigung.<br \/>\nWas wir aber einst sehen sollen am j\u00fcngsten Tage, die Errettung der Gerechten und die Verdammnis der Gottlosen, | das verdeckt uns heute noch der Gekreuzigte in seiner Liebe. Wir k\u00f6nnten es auf dieser Erde nicht ertragen. Aber wir d\u00fcrfen gewi\u00df sein, da\u00df alles zur Freude der Gerechten dienen wird. Es ist ja der Sieg und der Triumph Christi der dort offenbar wird in Errettung und Gericht. Bis zu jenem Tage aber wird der Satan weiter die Feinde gegen Christus und seine Gemeinde antreiben, mit Unrecht, Gewalttat und L\u00fcge. Mitten in diesem Toben betet Christus diesen Psalm stellvertretend f\u00fcr uns. Er klagt die Gottlosen an, er ruft Gottes Rache und Gerechtigkeit \u00fcber sie herbei und er gibt sich selbst allen Gottlosen zugute mit seinem unschuldigen Leiden am Kreuze.<br \/>\nUnd nun beten wir diesen Psalm mit, in dem\u00fctigem Dank, da\u00df uns Errettung geschenkt ist vom Zorn durch das Kreuz Christi; in der inbr\u00fcnstigen Bitte, Gott wolle alle unsere Feinde unter das Kreuz Christi bringen und ihnen Gnade schenken, in brennendem Verlangen, der Tag m\u00f6chte bald kommen, an dem Christus sichtbar \u00fcber alle seine Feinde triumphiert und sein Reich aufrichtet. So haben wir diesen Psalm beten gelernt. Amen.<\/p>\n<p>1 Im 17. Finkenwalder Rundbrief 3. 3. 1937 stand, zu B\u2019s Geburtstag am 4. 2. sei an ihn der Wunsch gerichtet worden: \u201eDie \u201aNachfolge\u2018 m\u00f6chte doch noch vor unserer Emeritierung erscheinen\u201c; dazu konnte Bethge \u201eaber tr\u00f6stlich berichten, da\u00df der Teil \u201aBergpredigt\u2018 fertig ist und damit nicht mehr viel an der Vollendung fehlt\u201c; im 18. Finkenwalder Rundbrief 17. 4. 1937: \u201eIn den Ferien hat, wie ich berichten kann, Bruder Bonhoeffer ein gro\u00dfes St\u00fcck seiner Arbeit vorw\u00e4rtsgebracht, was zu k\u00fchnsten Hoffnungen auf Fertigstellung Anla\u00df gibt.\u201c F\u00fcr den f\u00fcnften Kurs erarbeitete Texte dienten B zur Erg\u00e4nzung des Druck\u2013Ms, auch ein Teil der NT\u2013Vorlesung. Deren Thema \u201eGemeindeaufbau und Gemeindezucht\u201c ist im 19. Finkenwalder Rundbrief 15. 5. 1937 genannt. Siehe NL A 48,2 (17.\u201319.). Vgl. II\/29.1 (S\u00e4tze \u00fcber Schl\u00fcsselgewalt und Gemeindezucht im Neuen Testament). Gang der Vorlesung s. Anhang III S. 1063.<\/p>\n<p>2 NL B 9,4: Mitschrift unter der Vorlesungsbezeichnung \u201eNeues Testament\u201c von Otto Dudzus 1937 Seite 7\u201310 (= OD); dazu aus dem zweiten Kurs NL B 18: Mitschrift von Eberhard Bethge am 9. 12. 1935 Seite 20\u201323 (= EB), vgl. II\/8.4 S. 447 f Anm. 124. Anfang des Abschnitts \u201e3.) Verk\u00fcndigung und Bekenntnis\u201c in der Mitschrift EB.<\/p>\n<p>3 1935\/36 EB: \u201e(au\u00dfer in Athen) \u2026 (Athen: Schule, Markt und Gerichtsplatz)\u201c.<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>4 Vgl. die fr\u00fchere Formulierung 1935\/36 EB: \u201eDie christliche Gemeinde will in jeder Beziehung der legitime Erbe des Volkes Gottes sein: darum Raum der Synagoge geh\u00f6rt uns.\u201c<\/p>\n<p>5 Dt.: \u201enach der Gewohnheit\u201c, s. Act 17,2.<\/p>\n<p>6 Siehe Act 19,9.<\/p>\n<p>7 Act 18,6; 18,8: Krispus.<\/p>\n<p>8 1935\/36 EB in Punkt \u201ec.)\u201c \u00fcber die \u201egottesdienstlichen Formen\u201c: \u201eAkt 13,15. Im Rahmen des j\u00fcdischen Gottesdienstes. Schriftlesung, Predigt und Gebet.\u201c<\/p>\n<p>9 1935\/36 EB in Punkt \u201ed.)\u201c zum \u201aLohn\u2018 der Verk\u00fcndiger des Evangeliums: \u201eKeine Gehaltsordnung.\u201c<\/p>\n<p>10 Mt 10,8.<\/p>\n<p>11 Lk 10,7; vgl. DBW 4 (N), 199\u2013201 in B\u2019s Auslegung der Aussendungsrede nach Mt 10.<\/p>\n<p>12 1935\/36 EB: \u201eDer Lohn ist die t\u00e4gliche Nahrung, aber nicht die Sicherung f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag\u201c.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>13 Siehe II Kor 11,7.13\u201315; Tit 1,11; I Petr 5,2.<\/p>\n<p>14 Vgl. Phil 4,10.15\u201318.<\/p>\n<p>15 Vgl. S. Kierkegaard, Augenblick Nr. 1 (24. 5. 1855), in Wilhelm K\u00fctemeyers Kierkegaardbuch \u201eDer Einzelne und die Kirche\u201c (von B f\u00fcr sein Buch \u201eNachfolge\u201c benutzt) 226 und 227 f: \u201e\u2026 es gibt im Lande eine Million Menschen, ergo eine Million Christen \u2013 und [man] stellt dann 1000 Beamte an damit sie davon leben. \u2026 Die Art Geistliche, wie wir sie haben, stehen sich wahrlich am besten wenn sie sich nicht aufspielen und als Wahrheitszeugen zu gelten versuchen; denn wenn sie es sind, nun ja, dann ist das schwierige Problem unendlich leicht gel\u00f6st: man ziehe ohne weiteres ihre ganze Gage ein und spare jede Pension \u2013 in so etwas m\u00fcssen sich ja Wahrheitszeugen zu finden wissen\u201c. Vgl. 1935\/36 EB: \u201ePaulus arbeitet eigenh\u00e4ndig, 2. Kor 11 Vers 7 um seine Sendung deutlich von der der falschen Apostel abzugrenzen. Um der Glaubw\u00fcrdigkeit seines Auftrags willen. Glaubw\u00fcrdigkeit begr\u00fcndet Verzicht.\u201c Bei EB schlie\u00dft an: \u201ee.) Der Dienst des Verk\u00fcndigers ist ein geordneter Dienst Akt 6,4. Wir aber wollen halten am Wort und Gebet. Zur Wortverk\u00fcndigung geh\u00f6rt Schriftstudium. Akt 18,25 die Verk\u00fcndigung geschieht durch einen, der \u201abr\u00fcnstig im Geist\u2018 ist. Akt 6,4 \u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03b5\u03c5\u03c7\u03ae [\u201eGebet\u201c] bezeichnet nicht wohl Gemeindegebet oder so, sondern l\u00e4ngere Gebetszeit, Dienst an der Gemeinde, der nicht von jedem getan werden kann. Die sich absondern zu l\u00e4ngeren Gebetszeiten 1. Kor 7,5 Akt 9,12 [Vers 11: \u201eer betet\u201c] 21,26. Besonderer Dienst an der Gemeinde. Weil die Gemeinde Kr\u00e4fte empf\u00e4ngt Jak 5,16, die es ohne Gebet nicht gibt Mk 9,25 [Vers 29]. Wortverk\u00fcndigung und Gebet geh\u00f6ren nach NT also wohl inniger zusammen als Wortverk\u00fcndigung und Diakonie. Der Verk\u00fcndiger mu\u00df mehr beten als andere. Er darf sich ebensowenig Zeit und Raum zum Gebet wehren lassen, wie er sich Raum und Zeit zur Verk\u00fcndigung wehren lassen darf. Das ist Gottes Ordnung \u00fcber den Verk\u00fcndiger.\u201c<\/p>\n<p>16 Joh 19,34. Siehe DBW 4 (N), 230.<\/p>\n<p>17 Vgl. 1935\/36 EB: \u201ef.) Zur Verk\u00fcndigung geh\u00f6ren auch die Sakramente. Ob durch den Verk\u00fcndiger allein verwaltet, nicht klar. Nicht notwendig an den Verk\u00fcndiger gekn\u00fcpft. Aber es geh\u00f6rt zum Sakramentsdienst jeweils die Verk\u00fcndigung des Todes Christi 1 Kor 1,10[\u201317] R\u00f6 6,3 Kol 2,20 [Vers 12: Taufe; vgl. 3,3] 1. Kor 11,26. Und zwar Tod verk\u00fcndigt als die Gnadengabe an seine Gemeinde. Die Bedeutung der Taufe wird nicht etwa abgewertet. 1. Kor 1,13 Christus und Taufe zusammengewertet, nicht Abwertung gegeneinander, sondern nur Ausrichtung wohl getrennt. Wort geh\u00f6rt allen Menschen; Sakramente geh\u00f6ren nur den Gl\u00e4ubigen, der Gemeinde!\u201c Vgl. DBW 4 (N), 244 f.<\/p>\n<p>18 1935\/36 EB: \u201eDurch die Taufe wird die Gemeinde einer, hineingezogen in die Gemeinde. Einer in Christo 1 Kor 12,13 Eph 4,15 [4,4 f \u201eGeist\u201c, \u201eTaufe\u201c]. Die Zusammengeh\u00f6rigkeit von Taufe und Geist bezeugt, da\u00df die Taufe nicht opus operatum [Werk, das durch blo\u00dfen Vollzug wirksam ist]. Dennoch reine passio [\u201eErleiden\u201c]. Sofern sie Teilhabe am Leib Christi ist. Mitsterben und Mitleben aus der Kraft des Leibes Christi. Taufe Geist Leib Einheit, geh\u00f6ren hier wesentlich zusammen. Aus Taufe auch Einheit der Gemeinde gefolgert 1. Kor 1 [vgl. Vers 13]. Durch die Taufe der Leib Christi umgrenzt. Welche Rechte verleiht die Taufe? Verleiht die volle Teilnahme am Leben des Leibes Christi. Am Raum, den der Leib in der Welt einnimmt. Durch die Einheit in Christus die Unterschiede zwar nicht verloschen, aber gleichg\u00fcltig und uninteressant. Gefragt nicht nach Rasse, sondern nach der Taufe. Hineintaufen in diesen Leib Christi.\u201c Vgl. DBW 4 (N), 250.<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>19 Dt.: \u201eim Fleisch\u201c und \u201eim Herrn\u201c.<\/p>\n<p>20 Zur ApU\u2013Bekenntnissynode in Berlin\u2013Steglitz 23.\u201326. 9. 1935 s. DB 555\u2013559. 1935\/36 EB hat zum Philemonbrief nur: \u201ePhilemonbrief Vers 16! Die Einheit der Gemeinde in vollem Umfang. Unbedingte Teilnahme am ganzen Leben des Leibes Christi.\u201c Im f\u00fcnften Kurs trug B, mitgeschrieben OD 1937 Seite 21 f, die im Buch \u201eNachfolge\u201c gedruckte Philemon\u2013Auslegung vor, s. DBW 4 (N), 251 f.<\/p>\n<p>21 1935\/36 EB Stellenangabe zu \u201eHerstellung der \u03ba\u03bf\u03b9\u03bd\u03c9\u03bd\u03af\u03b1 [\u201eGemeinschaft\u201c]\u201c: \u201e1. Kor 10,16 ff\u201c (s. Vers 16 f). Vgl. DBW 4 (N), 230 und 244.<\/p>\n<p>22 M. Luther, Sermon von dem hochw\u00fcrdigen Sakrament des heiligen wahren Leichnams Christi und von den Bruderschaften. 1519 (WA 2, 738\u2013758). Dieser Sermon war B schon beim Schreiben seiner Dissertation wichtig, s. DBW 1 (SC), 117 Anm. 41).<\/p>\n<p>23 1935\/36 EB: \u201eIn der Abendmahlsgemeinschaft ist die vollkommene Gemeinschaft hergestellt, wo der eine dem anderen bedingungslos geh\u00f6rt, darum Eph 5[,22\u201332] das Ehebild f\u00fcr diese Gemeinschaft gebraucht.\u201c<\/p>\n<p>24 1935\/36 EB: \u201eIneinander von Gemeinde und Christus ausgedr\u00fcckt, dennoch keine Verschmelzung.\u201c Vgl. DBW 4 (N), 234. In Eberhard Bethges Mitschrift am 9. 12. 1935 folgt noch ein Absatz, vgl. II\/8.4 S. 448 Anm. 124. Den Teil \u201eIII. Der Raum der \u00c4mter und der Gaben\u201c schrieb er 1935\/36 nicht mehr mit.<\/p>\n<p>25 NL B 9,4: Mitschrift von Otto Dudzus Seite 10\u201317 (= OD). Vgl. II\/8.6 S. 452\u2013460 B\u2019s Vorlesungs\u2013Ms NL A 57,3 (2) und Friedrich Trentepohls Mitschrift 1935\/36 Seite 15\u201322.<\/p>\n<p>etc. et cetera (\u201eund die \u00fcbrigen\u201c), und so weiter<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>26 Dt.: \u201eDienst\u201c. \u201eDiener\u201c.<\/p>\n<p>27 L\u00fccke bei OD; s. II\/8.6 S. 454: Eph 1,10; 3,2.9. Dt.: \u201eHausverwaltung\u201c oder \u201eHaushalterschaft\u201c.<\/p>\n<p>28 Dt.: \u201eBischof\u201c, \u201e\u00c4ltester\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>29 Vgl. II\/8.6 S. 454: Der Zusatz in B\u2019s Ms zur Einsetzung der \u03b4\u03b9\u03b1\u03ba\u03bf\u03bd\u03af\u03b1\u03b9 wird erst nach dem zweiten Kurs 1935\/36 entstanden sein. Vgl. DBW 4 (N), 245 f.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>30 Dt.: \u201eGnadengaben\u201c und \u201eGeist\u201c.<\/p>\n<p>31 Dt.: \u201eHerr\u201c.<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>32 Dt.: \u201e\u00d6ffentlichwerden\u201c.<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>V. Vers<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>33 Dt.: \u201eWort des Wissens\u201c.<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>34 I Kor 8,1.<\/p>\n<p>35 I Kor 12,8.<\/p>\n<p>36 Dt.: \u201eWeisheit\u201c.<\/p>\n<p>37 Dt.: \u201eGlaube\u201c.<\/p>\n<p>38 Vgl. M. Luther, Auslegung deutsch des Vaterunsers f\u00fcr die einf\u00e4ltigen Laien. 1519 (WA 2, 126\u2013128 \u201eVon dem wortlein Amen\u201c; 127: \u201edeyner warheit gewiszheyt macht mich, das ichs festlich glewb\u201c).<\/p>\n<p>39 Dt.: \u201eGaben des Heilens\u201c.<\/p>\n<p>40 Dt.: \u201eProphetie\u201c. Keine Aufzeichnungen dazu an dieser Stelle; vgl. II\/8.6 S. 456 in B\u2019s Ms: \u201e(siehe unten)\u201c.<\/p>\n<p>41 Dt.: \u201eUnterscheidung der Geister\u201c.<\/p>\n<p>42 Noch nicht so entschieden argumentierte B im zweiten Kurs, s. II\/8.6 S. 457 f Anm. 195 1935\/36 FTr (\u201eOb eine Christuserscheinung Voraussetzung f\u00fcrs Apostelamt ist, lassen wir dahingestellt sein\u201c). Vgl. DBW 4 (N), 243: Die Apostel \u201ehaben den Menschgewordenen, Gekreuzigten und Auferstandenen gesehen\u201c \u2013 eine Zuf\u00fcgung gegen\u00fcber B\u2019s Ms f\u00fcr die Vorlesung am 18. 11. 1935, s. II\/8.1 S. 432.<\/p>\n<p>43 Vgl. Mt 10 und 28,18\u201320.<\/p>\n<p>44 Dt.: \u201eApostel\u201c, vom Verb \u1f00\u03c0\u03bf\u03c3\u03c4\u03ad\u03bb\u03bb\u03b5\u03b9\u03bd, \u201esenden\u201c.<\/p>\n<p>45 I Kor 15,6 f \u201eNestle\u201c: Der Auferstandene ist gesehen worden \u201evon mehr denn f\u00fcnfhundert Br\u00fcdern \u2026 darnach von allen Aposteln\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>46 Vgl. Act 1,21 f.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>47 I Kor 9,1: \u201eHabe ich [Paulus] nicht unsern Herrn Jesus Christus gesehen?\u201c<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>48 Act 8,17; Joh 20,22.<\/p>\n<p>49 Vgl. Mt 10,1 und Lk 10,1; Lk 10,16 (vgl. Mt 10,40).<\/p>\n<p>50 Act 11,28.<\/p>\n<p>= Zeichen f\u00fcr Gleichsetzung<\/p>\n<p>51 Dt.: \u201ePropheten\u201c.<\/p>\n<p>52 Dt.: \u201eLehrer\u201c.<\/p>\n<p>53 Siehe I Kor 12,28; R\u00f6m 12,8.<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>54 Dt.: \u201eLeiter\u201c.<\/p>\n<p>usw. und so weiter<\/p>\n<p>55 Die Pluralform (\u2013\u03bf\u03b9) ist bei OD unterstrichen.<\/p>\n<p>56 I Tim 3,1\u201313.<\/p>\n<p>57 Vgl. I Tim 3,2.<\/p>\n<p>58 I Tim 3,11 \u201eNestle\u201c Luther\u2013dt. \u201eDesgleichen ihre Weiber\u201c (\u201eihre\u201c hat keine Entsprechung im griech. Text) klingt, als handele es sich um Ehefrauen der Diakone.<\/p>\n<p>59 Vgl. Num 11,16.<\/p>\n<p>60 Siehe Act 20,17 (so in B\u2019s Ms).<\/p>\n<p>61 Dt.: \u201eVorsteher\u201c.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>62 Dt.: \u201eWitwen\u201c.<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>NT Neues Testament<\/p>\n<p>63 Hiernach folgt bei OD Seite 17\u201320 \u201eVersiegelung und Heiligung\u201c; s. im vierten Kurs II\/22.1 S. 725\u2013728 1936\/37 EK.<\/p>\n<p>1 DB 643: B lud \u201egleich nach Pfingsten 1937 einige entschlossene Pfarrer aus Pommern, der Provinz Sachsen und Brandenburg zu einer Beratung \u00fcber Recht und M\u00f6glichkeiten der Kirchenzucht nach Finkenwalde ein\u201c, s. I\/140 (Brief 18. 4. 1937 an Martin Strege und Arbeitsplan 19.\u201323. 5. 1937). Auf dieser Pfarrerfreizeit referierte B im Beisein der Kandidaten des f\u00fcnften Kurses \u00fcber Schl\u00fcsselgewalt und Gemeindezucht im Neuen Testament. Bei der Freizeit in Stecklenberg im Harz 24.\u201327. 8. 1937 (vgl. I\/146 Brief B\u2019s an Zippel) behandelte B \u201eSchl\u00fcsselgewalt und Gemeindezucht\u201c nicht nur im NT, sondern auch bei den Reformatoren.<\/p>\n<p>2 NL A 57,5: masch. Hektographie; Abdruck: GS III 369\u2013381. Vgl. DBW 4 (N), 287\u2013292: Wiedergabe (im Erstdruck des Buches \u201eNachfolge\u201c 1937 nahezu zeichengetreu einschlie\u00dflich versehentlicher Interpunktion) der \u201eS\u00e4tze\u201c 8 und 9. Dazu NL B 26: stenographische Mitschrift in masch. Transkription der Aussprache in Finkenwalde Mai 1937 von Heinz Kr\u00fcger (= HKr); NL A 47,6 (5): stenographische Mitschrift in masch. Transkription des Vortrags in Stecklenberg im Harz (Thema dort erweitert: \u201eSchl\u00fcsselgewalt und Gemeindezucht im Neuen Testament und bei den Reformatoren\u201c) am 24. 8. 1937 von Hulda Trebesius Seite 1\u20133 (= HT).<\/p>\n<p>3 Nach Mt 16,19 \u201eNestle\u201c Luther\u2013dt. will Jesus Petrus \u201edes Himmelreichs Schl\u00fcssel geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden l\u00f6sen wirst, soll auch im Himmel los sein\u201c.<\/p>\n<p>4 HT: \u201enicht mehr Rettung aus der Verdammnis, sondern Anwendung eines allgemeinen Satzes: Dieu pardonnera, c\u2019est son metier\u201c (\u201eGott wird verzeihen, das ist sein Beruf\u201c); diesen (Heinrich Heine zugeschriebenen) Ausspruch hatte B auch in der homiletischen \u00dcbung zu R\u00f6m 6,1\u201311 im ersten Kurs zitiert, s. II\/3.9 S. 348 (Mitschrift Bethge 1935).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>bzw. beziehungsweise<\/p>\n<p>5 Vgl. lat. absolvere = losl\u00f6sen, retenire = zur\u00fcckoder behalten.<\/p>\n<p>6 HT: \u201eSchon in der Reformationszeit macht sich Mi\u00dfbrauch geltend: man predigt Gesetz h\u00f6chstens noch als allgemeine S\u00fcndenpredigt. Die Kirchenordnungen fordern demgegen\u00fcber konkrete Bu\u00dfpredigt.\u201c<\/p>\n<p>7 HT: \u201eDer Unterschied zur Predigt: In der Beichte geschieht der Zuspruch nicht nur pronuntiative [als Aussage] sondern effektiv (exhibitive). \u2026 Nicht: die Vergebung h\u00e4ngt an meinem Glauben (Predigt) sondern: mein Glaube h\u00e4ngt an der Vergebung meiner S\u00fcnden (Beichte). Darum darf die exhibitive Absolutionsformel nicht \u00fcber den ganzen Haufen ausgesprochen werden.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>8 Vgl. I\/140.2 S. 285 in der Tagungsplanung: \u201eBezugnahme auf Bugenhagens Kirchenordnung ist erw\u00fcnscht (erh\u00e4ltlich in H. Lietzmann: Kleine Texte).\u201c Die von Hans Lietzmann hg. Reihe \u201eKleine Texte f\u00fcr theologische Vorlesungen und \u00dcbungen\u201c enth\u00e4lt Bugenhagens Braunschweiger Kirchenordnung von 1528, die auch f\u00fcr seine sp\u00e4teren Kirchenordnungen, u. a. die f\u00fcr Pommern von 1535, grundlegend wurde. Ein Exemplar \u201ePommersche Kirchen\u2013Ordnung und Agenda \u2026\u201c, das in der Finkenwalder Seminarbibliothek stand, weist Striche und Notizen bes. zu Kirchenzucht und Beichte auf; an der Stelle \u201eDerowegen soll \u2026\u201c (Agenda, 132) ist neben dem unterstrichenen Text \u201edie Absolution \u2026 absetzen\u201c ein gro\u00dfes Ausrufungszeichen. Vgl. E. Sehling, Die evangelischen Kirchenordnungen IV, 446 (in \u201eAgenda. 1569\u201c): \u201eDerwegen schal mit ernste vorbaden sin, dat de parrherren dat volk nicht bi hupen, in gemene absolveren \u2026 unde so jemand ut giricheit, gunst der l\u00fcde edder ut vuelheit, dat he der arbeit vorhaven si, de absolution int ungewisse aver dat volk buwen hen spreckt, den schal de superintendens, wenn he vormanet is, unde nicht afflet, alse einen untruwen meedtlink vam predigamte affsetten.\u201c A. a. O., 325 in der Einleitung f\u00fcr \u201eDas Herzogthum Pommern\u201c zu dieser Agende: \u201eEin besonderes Gewicht legte die pommersche Geistlichkeit nach Bugenhagen\u2019s Vorgange (s. Kirchenordnung von 1535 [a. a. O., 330 \u201eVan der bicht\u201c]) auf die Beichte.\u201c In der Agende handele es sich um \u201eeine catechetische Fortentwickelung der Lehre von der Schl\u00fcsselgewalt\u201c. HT im Anschlu\u00df: \u201eHier liegt auch der Unterschied zwischen lutherischer und reformierter Auffassung der Schl\u00fcsselgewalt: reformiert: Schl\u00fcsselgewalt = Verk\u00fcndigung des Evangeliums (\u00f6ffentlich) und christliche Bu\u00dfzucht; lutherisch: hier kommt noch die effektive Wirkung der Absolution in der Privatbeichte hinzu, die f\u00e4llt in der reformierten Kirche aus. Beichten ist hier: Sich Rat holen (Heidelberger Katechismus Frage 83 f)\u201c.<\/p>\n<p>9 Hierzu s. DBW 4 (N), 180.<\/p>\n<p>10 Dieser Satz wurde in der Finkenwalder Aussprache angefochten (HKr: \u201edie Kirche ma\u00dfe sich zuviel an\u201c). Siehe II\/29.2 S. 844: These \u201e2)\u201c enth\u00e4lt B\u2019s Entgegnung.<\/p>\n<p>11 HT: \u201eWir fragen im Blick auf unsere bisherige Taufpraxis: Vollzieht sich jetzt schon jener Fluch an uns?\u201c<\/p>\n<p>12 HT: \u201edie da drau\u00dfen (Missionsgemeinde)\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>13 HT: \u201eKirchenzucht gibt es nur innerhalb der Gemeinde.\u201c<\/p>\n<p>14 HT: \u201e(Deutsche Messe 1526 schl\u00e4gt vor, f\u00fcr die, die mit Ernst Christen sein wollen, den Bann = Gemeindezucht wieder einzuf\u00fchren.) Luther wollte \u2013 nein durfte, wie er sagt, noch nicht mit der Bildung solcher Gemeinde anfangen. Wird etwas von dem heute in den bekennenden Gemeinden wahr? \u2013 Der Unterschied zur Missionssituation im Neuen Testament liegt ja darin, da\u00df der \u201agrobe Haufe\u2018 doch die Gemeinde der Getauften ist. Wo setzt Gemeindezucht ein? In den bekennenden Gemeinden. (1529 Entwurf der hessischen Kirchenordnung. Luther stimmt in der Sache zu, lehnt in der Praxis ab: Das mu\u00df wachsen.)\u201c<\/p>\n<p>15 HT: \u201eDie Sakramentsgemeinde ist geschlossen, durchs Wort gewonnene und durchs Sakrament zum Leibe Christi gewordene Gemeinde\u201c.<\/p>\n<p>16 Mit diesem 6. \u201eSatz\u201c vgl. DBW 4 (N), 224\u2013226.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>17 I Kor 12,12\u201330; R\u00f6m 12,4\u201321.<\/p>\n<p>18 HT: \u201eChristliche Bu\u00dfzucht ist immer nur der Ausschlu\u00df aus der Gemeinschaft der Gemeinde, nicht aus der Gemeinde, aus der Kirche. Bu\u00dfzucht kann sich immer nur in dem Rahmen innerhalb der Taufe vollziehen, innerhalb der Gemeinde.\u201c<\/p>\n<p>usw. und so weiter<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>19 HT: \u201eDas hei\u00dft aber, da\u00df Kindertaufe nicht das Sakrament der Bildung einer Volkskirche ist, sondern nur innerhalb einer glaubenden Gemeinde (bekennenden Gemeinde) ge\u00fcbt werden kann. Notwendige Voraussetzung der Taufe ist also: Bereitwilligkeit und F\u00e4higkeit der Kinder zum Katechumenat. Katechumenat beginnt mit dem Patenamt. Patenamt, Katechumenat entspringen notwendig aus dem neutestamentlichen Begriff der Taufe. (Kirchenordnung: Vater des Kindes soll die Taufe erbitten, die Paten sollen fromme Leute sein.)\u201c<\/p>\n<p>20 Vgl. I Kor 11,28: \u201eder pr\u00fcfe sich selbst\u201c (\u1f11\u03b1\u03c5\u03c4\u03cc\u03bd). Hierzu und zu dem im vorigen Absatz zitierten Vers 29 s. DBW 4 (N), 287.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>etc. et cetera (\u201eund die \u00fcbrigen\u201c), und so weiter<\/p>\n<p>21 HT: \u201eWeil ich mir \u00fcber die Kraft meiner Selbstpr\u00fcfung im Zweifel bleiben mu\u00df (Anfechtung!), kann an Stelle der Selbstpr\u00fcfung das Beichtverh\u00f6r treten, um der Gewi\u00dfheit der Selbstpr\u00fcfung willen. (D\u00fcrftiger Rest dessen bei uns ist die Sitte der Anmeldung zum Abendmahl.) Die Reformationsgeschichte zeigt die Schwierigkeit, Glaubensverh\u00f6r und Beichtverh\u00f6r in\u2019s rechte Verh\u00e4ltnis zu setzen. Aus dem Beichtverh\u00f6r wurde Katechismusverh\u00f6r: Sonnabends Katechismus abgefragt, darauf Absolution! Bekenntnisschriften C.A. 25: Keiner soll unverh\u00f6rt zum Abendmahl zugelassen werden.\u201c<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>22 Der folgende Text bis zum Ende des 9. \u201eSatzes\u201c ging ein in B\u2019s Buch \u201eNachfolge\u201c, vgl. DBW 4 (N), 287\u2013292 bis zum Ende der Anmerkung 20).<\/p>\n<p>23 HT: \u201eOrdinationsgel\u00fcbde! Da liegt der praktische Beginn der Kirchenzucht.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>24 So (auch Vers \u201e26\u201c) im Druck der \u201eNachfolge\u201c 1937; s. II Tim 2,25 f, vgl. DBW 4 (N), 289. Im \u201eNestle\u201c Luther\u2013dt. steht in Vers 25 kein \u201enicht\u201c (\u201e\u2026 Gott dermaleinst Bu\u00dfe gebe \u2026\u201c), und Vers 26 lautet: \u201eund sie wieder n\u00fcchtern w\u00fcrden aus des Teufels Strick, von dem sie gefangen sind zu seinem Willen\u201c. Vermutlich sollte B\u2019s Zitat lauten: \u201e\u2026 und sich von ihm [dem Teufel] nicht einfangen lassen in seinen Willen\u201c.<\/p>\n<p>25 Mt 18,15: \u201edeinen Bruder\u201c; auch DBW 4 (N), 289 steht \u201eeinen\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>d. h. das hei\u00dft<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>26 I Tim 5,19.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>27 II Kor 2,6\u201310.<\/p>\n<p>28 Dieses versehentlich gesetzte Semikolon wurde 1937 zeichengetreu im Buch \u201eNachfolge\u201c abgedruckt.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>29 Vers 18 und 20.<\/p>\n<p>30 Siehe Vers 11; \u201eTit. 3,10\u201c auch im Druck der \u201eNachfolge\u201c 1937.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>d. h. das hei\u00dft<\/p>\n<p>d. h. das hei\u00dft<\/p>\n<p>31 Vgl. II Tim 2,20: Gef\u00e4\u00dfe \u201ezu Unehren\u201c; vgl. R\u00f6m 9,21\u201323; Jer 18,6; Jes 45,9.<\/p>\n<p>32 Der hier endende Absatz nicht im Buch \u201eNachfolge\u201c. Mit dem folgenden Absatz beginnt B\u2019s Anmerkung 19) DBW 4 (N), 291, an die sich Anm 20) \u2013 in ihr ist der 9. \u201eSatz\u201c abgedruckt \u2013 anschlie\u00dft.<\/p>\n<p>33 Aus dem Griechischen als Fremdwort in die Kirchensprache \u00fcbernommene Bezeichnung f\u00fcr \u201eAussto\u00dfung\u201c, \u201eVerbannung\u201c, \u201eVerfluchung\u201c aus der kirchlichen Gemeinschaft.<\/p>\n<p>34 Dt.: \u201eBann\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>35 Dt.: \u201eLehre ist Himmel, Leben ist Erde\u201c. Von B h\u00e4ufig zitiertes Lutherwort aus der Galaterbrief\u2013Vorlesung 1531\/35, hier in der Druckfassung WA 57, 13.<\/p>\n<p>d. h. das hei\u00dft<\/p>\n<p>36 Otto Dudzus hat 1937 im Zusammenhang der NT\u2013Vorlesung (NL B 9,4 Seite 29: \u201eDem Satan \u00fcbergeben\u201c, \u1f00\u03bd\u03ac\u03b8\u03b5\u03bc\u03b1, Lehrzucht) notiert: \u201e \u201aNiemandem die H\u00e4nde zu fr\u00fch auflegen\u2018. Timotheus da 40. Wir mit fast 20 Jahren auf Kanzel. Ungeheure Gefahr.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>37 Verse 13\u201316.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>38 Siehe I Kor 1,12 f.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>vgl. vergleiche<\/p>\n<p>z. B. zum Beispiel<\/p>\n<p>39 Von \u201eTreten Lehrverschiedenheiten \u2026\u201c bis hierher nicht in der Anmerkung 20) DBW 4 (N), 292, jedoch \u00e4hnlich a. a. O., 247.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>40 Vgl. auch Vers 9 (\u201eder hat keinen Gott\u201c).<\/p>\n<p>41 HT: \u201eWer hat die Vollmacht, so etwas zu sagen oder zu tun? Es geht nicht darum, da\u00df wir Vollmachten h\u00e4tten, sondern da\u00df hier ein Gebot Christi vorliegt. Wir haben diesen Befehl, die einzige Vollmacht ist der Auftrag und das Gebot Christi, gegen das wir s\u00fcndigen, wenn wir\u2019s in eigener Vollmacht verk\u00fcrzen. Sind die Gemeinden reif? Die Frage nach der Reife ist die Frage nach der Not der Gemeinde. Der Gemeinde tut es not, dann ist sie reif.\u201c<\/p>\n<p>42 Dt.: \u201eSpaltungen\u201c.<\/p>\n<p>43 Siehe Vers 22.<\/p>\n<p>44 Mit diesem 10. \u201eSatz\u201c vgl. DBW 4 (N), 245 f.<\/p>\n<p>45 NL B 26: stenographische Mitschrift in masch. Transkription der Aussprache in Finkenwalde Mai 1937 von Heinz Kr\u00fcger (= HKr); in den Thesen (HKr Seite 1) sind B\u2019s Beitr\u00e4ge in der Aussprache unter den Pfarrern zusammengestellt.<\/p>\n<p>46 Vgl. Vers 15\u201320.<\/p>\n<p>47 Nach HKr verwies Pfarrer Peter Bultmann auf Luther (1521 Bannbulle Papst Leos X. gegen Luther); daraufhin B: \u201eEs mu\u00df gewagt werden!\u201c<\/p>\n<p>48 Dt.: \u201edie eine heilige (Kirche)\u201c.<\/p>\n<p>49 NL A 47,6 (5): stenographische Mitschrift in masch. Transkription der an den Vortrag anschlie\u00dfenden Aussprache in Stecklenberg im Harz am 24. 8. 1937 von Hulda Trebesius Seite 3 f (= HT).<\/p>\n<p>50 Dt.: \u201eTr\u00f6stung\u201c.<\/p>\n<p>51 Dt.: \u201edas sichtbare Wort\u201c.<\/p>\n<p>52 Sc. Christus.<\/p>\n<p>53 Dt.: \u201eGesetzlosigkeit\u201c bzw. \u201eGesetzlichkeit\u201c. Antinomismus und Nomismus sind Begriffe im Streit um die Geltung des Gesetzes im 16. Jahrhundert.<\/p>\n<p>= Zeichen f\u00fcr Gleichsetzung<\/p>\n<p>54 Dt.: \u201e(unzul\u00e4ssige) Heilssicherheit\u201c \u2013 im Gegensatz zur notwendigen \u201eGewi\u00dfheit des Glaubens\u201c (certitudo).<\/p>\n<p>55 Dt.: \u201eDu bist gewi\u00df\u201c (sc. des Glaubens).<\/p>\n<p>56 Pfarrer Giersch war f\u00fcr die Finkenwalder Freizeit Mai 1937 als Referent zum Thema \u201eAufbau einer Bekennenden Gemeinde nach Barmen und Dahlem\u201c vorgesehen. Er scheint in Stecklenberg zum gleichen Thema gesprochen zu haben.<\/p>\n<p>57 Vgl. I Petr 4,17.<\/p>\n<p>58 Vgl. Phil 2,12.<\/p>\n<p>= Zeichen f\u00fcr Gleichsetzung<\/p>\n<p>59 Vgl. Hebr 4,12.<\/p>\n<p>60 Vgl. I Kor 9,16: \u201eUnd wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht predigte!\u201c \u2013 HT hat nicht protokolliert, was Johannes Hamel, ein Teilnehmer der Konferenz, berichtet (Brief an den Hg. Otto Dudzus 15. 12. 1988): \u201eErinnerlich ist mir nur, da\u00df Bonhoeffer \u00fcber die Frage der erneuerten Taufzucht referierte \u2013 Taufe nur gew\u00e4hren an fromme Eltern, die sich zu Gottes Wort halten \u2013 und den h\u00f6chsten Zorn Schniewinds erregte: \u201aNun wollen Sie die armen Menschen massenweise aus der Kirche herauswerfen, denen noch nie das Evangelium gepredigt worden ist! Denn in unseren Gegenden hat es nie eine Erweckung gegeben, alles kam jeweils von der Obrigkeit\u2018 \u2013 und Bonhoeffer schwieg.\u201c Mit Sicherheit nicht aus Mangel an Gegenargumenten!<\/p>\n<p>1 NL A 53,2: masch. Hektographie (wahrscheinlich Abschrift durch Albrecht Sch\u00f6nherr von B\u2019s hsl. Ms [verschollen]); Abdruck: GS IV 391\u2013399 und PAM 11 16\u201324. Die Predigt wurde am Sonntag Exaudi, 2. 6. 1935, in der Dorfkirche Zingst gehalten. Die Seminaristen hatten den Dorfpfarrer um \u00dcberlassung des Gottesdienstes gebeten. Am 2. 6. 1935 schrieb Gerhard Vibrans (vgl. Briefedition \u201eSo ist es gewesen\u201c, 159) an seinen Vater: \u201eHeute hat nun Bonhoeffer eine wunderbare Predigt gehalten, d.h. es war in Praxis ein rechter Bekenntnisgottesdienst oder noch besser: Bittgottesdienst. \u2026 Zwischen Himmelfahrt und Pfingsten ist nun kein guter Gottesdienstbesuch, wir stellten ein wesentliches Kontingent. Trotzdem war der Eindruck gro\u00df. \u2026 die Leute (wir selbstverst\u00e4ndlich) haben alle zugeh\u00f6rt. Als die ber\u00fchmten 19 hessischen Pfarrer usw. [Abk\u00fcndigung der Namen verhafteter Pfarrer] kamen, kam eine Bewegung in die Kirche. Eine Frau vor mir sch\u00fcttelte ihren Kopf, anderer bem\u00e4chtigte sich so eine Erregung, da\u00df sie ihr Taschentuch hervorholten. \u2026 Da\u00df dann noch im Schlu\u00dfgebet ausdr\u00fccklich f\u00fcr Pfarrer im Konzentrationslager und im Gef\u00e4ngnis gebetet wurde, machte sichtlich einen tiefen Eindruck. Welche Gef\u00fchle mag der arme BDM [\u201eBund der Mitte\u201c]-Pastor gehabt haben, der das alles miterlebte. Die Gemeinde kann ja doch nun fragen: Warum sagst Du uns nichts davon? Und die Gegenseite wird mobil machen und sagen: Wie konntest Du diesen Landesverr\u00e4ter auf deine Kanzel lassen?\u201c Vgl. I\/3 das polizeiliche Vernehmungsprotokoll vom 6. 6. 1935.<\/p>\n<p>2 Vgl. Act 17,23.<\/p>\n<p>3 Am 30. 9. 1935 notierte Eberhard Bethge (NL 8\/18 Seite 61) bei B\u2019s Bergpredigtauslegung zu Mt 7,7 (\u201esuchet, so werdet ihr finden\u201c): \u201eAugustin: \u201aDu w\u00fcrdest mich nicht suchen, wenn du mich nicht schon gefunden h\u00e4ttest.\u2018\u00a0\u201c Vgl. DBW 4 (N), 182.<\/p>\n<p>4 EG.BP 216, EKG 287 (Martin Moller 1596) Strophe 1. Diese wie alle folgenden Liedstrophen wurden jeweils nach Kurzauslegung und Gebet von der Gemeinde gesungen.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>5 Vgl. I Kor 13,12.<\/p>\n<p>6 Strophe 2 des geistlichen Liedes von Gustav Knak \u201eLa\u00dft mich gehn, la\u00dft mich gehn, da\u00df ich Jesum m\u00f6ge sehn\u201c EG.BP 581.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>7 Anklang an M. Luther, De captivitate Babylonica ecclesiae. 1520 (WA 6, 511,37 f): \u201eHic homo est deus, hic deus est homo.\u201c (\u201eDieser Mensch ist Gott, dieser Gott ist Mensch.\u201c) Siehe auch DBW 4 (N), 241.<\/p>\n<p>8 EG.BP 196, EKG 249 (Georg Wei\u00dfel 1623) Strophe 1.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>9 EG.BP 108, EKG 217 (nach Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf 1725\/1753) Strophe 1. Am 5. 8. 1936 im Olympiade\u2013Vortrag erhob B gegen das Lied erhebliche theologische Bedenken, s. II\/21 S. 718. F\u00fcr den Gemeindegottesdienst am 2. 6. 1935, dem ersten mit dem Seminar, w\u00e4hlte B aus diesem Lied und geistlichen Volksliedern wie \u201eLa\u00dft mich gehn\u201c und \u201eWie mit grimmgem Unverstand\u201c Strophen aus. Vgl. DB 508 und 506: \u201eBonhoeffer wehrte der Verwechslung der Kanzel mit einem Katheder\u201c und vermittelte \u201eeinen Instinkt f\u00fcr den Sachverhalt des Gottesdienstes\u201c.<\/p>\n<p>10 EG.BP 222, EKG 297 (Paul Gerhardt 1653) Strophe 1.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>11 EG.BP 320, EKG 320 (Johann Matth\u00e4us Meyfart 1626) Strophe 1.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>12 Strophe 4 des geistlichen Liedes von Johannes Daniel Falk \u201eWie mit grimmgem Unverstand\u201c EG.BP 558.<\/p>\n<p>13 Vgl. R\u00f6m 8,28. An diesen Vers erinnerte B dann auch in der Rechenschaft an der Wende zum Jahr 1943 \u201eNach zehn Jahren\u201c DBW 8 (WEN 20: Gott braucht \u201eMenschen, die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen\u201c).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>14 EG.BP 251, EKG 232 (Paul Gerhardt 1653) Strophe 1.<\/p>\n<p>15 EG.BP 161, EKG 140 (Nikolaus Selnecker 1572) Strophe 1.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>16 EG.BP 98, EKG 209 (Johann Heermann 1630) Strophe 1.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>17 Strophe 6 des Liedes \u201eJesu, meine Freude\u201c EG.BP 198, EKG 293 (Johann Franck 1653).<\/p>\n<p>1 NL A 43,17: hsl., Fotokopie (Ms bei Elisabeth Bornkamm); Abdruck: GS V 561\u2013568 und PAM II 25\u201332. Die Predigt wurde am 5. Sonntag nach Trinitatis, 21. 7. 1935, im Predigerseminar Finkenwalde gehalten. Im Ms steht der zusammenh\u00e4ngende Sacharja\u2013Text (LB) der Predigt nicht voran.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>2 Teile aus den Strophen 6 und 7 des Liedes \u201eH\u00fcter, wird die Nacht der S\u00fcnden nicht verschwinden?\u201c EG.BP 180, EKG 266 (Christian Friedrich Richter 1704). Vgl. II Kor 3,13\u201316 zu Ex 34,33.35 (\u201eDecke\u201c).<\/p>\n<p>3 Ersetzt wohl: \u201eS\u00fcnde\u201c.<\/p>\n<p>4 Vgl. Luthers \u00dcbertragung des griech. Wortes \u201eEvangelium\u201c in der Vorrede auf das Neue Testament. 1522 (WA.DB 6, 2,23 f).<\/p>\n<p>5 Ersetzt: \u201eausgek\u00e4mpft\u201c.<\/p>\n<p>6 Vgl. Apk 2,7 u. \u00f6. (\u201eWer Ohren hat, der h\u00f6re\u201c).<\/p>\n<p>7 Vgl. Esra 2,2 u. \u00f6. (Jesua), dazu B\u2019s Bibelarbeit \u00fcber den Wiederaufbau Jerusalems 21. 4. 1936 III\/13 S. 935.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>8 Vgl. die Anspielung (\u201e \u201aDenn auch die Dunkelheit mu\u00df Licht sein vor dir\u2018, sagt der Psalm\u201c) wohl auf Ps 139,12 in B\u2019s Bu\u00dftagspredigt zu II Kor 5,10 in London am 19. 11. 1933 DBW 13, 322.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>9 Ersetzt: \u201eSatan und Gott, der Herr\u201c.<\/p>\n<p>10 Ersetzt: \u201eGott\u201c.<\/p>\n<p>11 Gestr.: \u201esei nicht satanischer als du sein darfst\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>12 Gestr.: \u201ederen Haupt er ist\u201c.<\/p>\n<p>13 Ersetzt: \u201everschiedenen Motiven unsere Arbeit an der Kirche getan wird\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>14 Ersetzt: \u201eer hat sie auf sich genommen und uns [nicht gestr.:] freigesprochen\u201c.<\/p>\n<p>15 Ersetzt: \u201edurch die uns Gott als rein ansieht\u201c. Vom \u201aBekleiden\u2018 \u2013 bzw. \u201eChristus anziehen\u201c (Gal 3,27) \u2013 sprach B in den Finkenwalder NT\u2013Vorlesungen seit dem zweiten Kurs 1935\/36, s. II\/8.2 (\u201eSichtbare Kirche im Neuen Testament\u201c) S. 436 und DBW 4 (N), 233.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>1 NL A 53,11: hsl.; Abdruck: PAM II 137 f. Undatiert, m\u00f6gliche Abfassungszeit Sommer 1935. Vielleicht Skizze einer Wochenschlu\u00dfandacht zu Prov 3,27\u201335. Im Ms ist der Text nicht zitiert, in LB Vers 28 mit Bleistift angestrichen.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>2 Vgl. Prov 3,5 (\u201everla\u00df dich nicht auf deinen Verstand\u201c).<\/p>\n<p>3 \u201aLebenserfahrung\u2018 ist hinzugef\u00fcgt; vgl. etwas weiter unten: Lebens- im Gegensatz zu Gottesund Christuserfahrung.<\/p>\n<p>4 Nachtr\u00e4gliche Hinzuf\u00fcgung am oberen Ms\u2013Rand.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>5 Dieser Satz ist Randbemerkung neben dem folgenden Satzanfang (Gottes Hilfe kommt, wenn sie gebraucht wird).<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>6 Durch Zusatz ver\u00e4ndert aus: \u201eNicht\u2013ernstnehmen des Todes\u201c.<\/p>\n<p>7 \u201eJede Bitte \u2026 sterben?\u201c ist Randbemerkung.<\/p>\n<p>8 Vgl. DBW 5 (GL), 78 f und DB 491 (Finkenwalder Regel).<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>1 NL A 51,8: hsl., undatiert, m\u00f6gliche Abfassungszeit Sommer 1935; Abdruck: GS IV 448 f und PAM II 113\u2013115. Nicht alle Unterstreichungen (sie sind zum Teil doppelt) werden wiedergegeben. Zur in Finkenwalde ge\u00fcbten Beichtpraxis vgl. DBW 5 (GL), 93\u2013102 und DB 532 f.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>2 LB: \u201e\u2026 dem wird nicht gelingen\u201c; B hat mit Bleistift den Vers angestrichen und \u201ees\u201c eingef\u00fcgt. In der Skizze ist der Spruch nicht zitiert.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>3 \u201ezum Verkl\u00e4ger der Br\u00fcder werden\u201c und \u201ezum Verkl\u00e4ger des Sch\u00f6pfers\u201c sind Zus\u00e4tze.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>1 NL A 52,2: hsl., ohne \u00dcberschrift, ohne Datum, aber wahrscheinlich (da voller Erw\u00e4gungen f\u00fcr den Tagesbeginn im gemeinsamen Leben des Seminars) im Sommer 1935 entstanden; Abdruck: GS IV 290\u2013293 und PAM II 185\u2013189. Im Fr\u00fchjahr 1936 lag das Ms der Ausarbeitung der \u201eAnleitung zur t\u00e4glichen Meditation\u201c zugrunde, s. III\/14. Vgl. 1938 DBW 5 (GL), 35\u201338 (Tagesanfang), 70\u201375 (Schriftmeditation) und 38\u201356 (gemeinsame Morgenandacht).<\/p>\n<p>2 Doppelt unterstrichen. Vgl. DBW 3 (SF), 45 f \u201eDer Tag\u201c (zu Gen 1,4 f).<\/p>\n<p>3 Stichworte und Bibelstellen notierte B sich als Merkpunkte f\u00fcr die Weiterarbeit (\u00e4hnlich z. B. II\/22.2 seine Notizen 1936\/37 zu den Lasterkatalogen). Die Angaben \u201e[Ps] 55,18 (!) 73,14\u201c und \u201eAm 4,4 5,8\u201c sind gestrichen.<\/p>\n<p>4 Ersetzt: \u201e\u00dcber den heutigen Tag hinaus sorgen zu wollen, hat Jesus uns verboten.\u201c<\/p>\n<p>5 Ersetzt: \u201eoder in Unglauben zu versinken\u201c.<\/p>\n<p>6 Ersetzt: \u201eGnade\u201c.<\/p>\n<p>7 Ersetzt: \u201eGemeinde\u201c; der Teilsatz ersetzt: \u201eFr\u00fch am Morgen kommt Gott seiner heiligen Stadt, der Kirche, zu helfen.\u201c<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>8 Vgl. Mk 16,2\u20136.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>9 \u201eund Sorgen\u201c, vielleicht gestr., ist Zusatz.<\/p>\n<p>10 LB: \u201emit Sorgen\u201c; \u201emit Tr\u00e4nen\u201c steht auch DBW 5 (GL), 38.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>11 Vgl. I\/119 S. 237 in B\u2019s Brief an Karl Barth 19. 9. 1936 (\u201eWas soll daran wirklich gesetzlich sein, da\u00df ein Christ sich anschickt zu lernen, was beten ist\u201c).<\/p>\n<p>12 Ersetzt: \u201eTreue\u201c.<\/p>\n<p>13 Ein fr\u00fcherer gestr. Beginn dieses Absatzes fuhr fort: \u201eist eine ernste und oft schwere Sache.\u201c<\/p>\n<p>14 Ersetzt: \u201ezum H\u00f6ren des Wortes\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>15 Ersetzt: \u201edenn das ist das Amt, zu dem er gesetzt ist\u201c. Vgl. Bethges Mitschrift am 9. 12. 1935 zu Act 6,4, s. II\/28 S. 822 Anm. 15: \u201e\u03c0\u03c1\u03bf\u03c3\u03b5\u03c5\u03c7\u03ae bezeichnet \u2026 l\u00e4ngere Gebetszeit, Dienst an der Gemeinde, der nicht von jedem getan werden kann. \u2026 Weil die Gemeinde Kr\u00e4fte empf\u00e4ngt \u2026, die es ohne Gebet nicht gibt \u2026 Wortverk\u00fcndigung und Gebet geh\u00f6ren nach NT also wohl inniger zusammen als Wortverk\u00fcndigung und Diakonie.\u201c<\/p>\n<p>16 So wurde es in der Meditationspraxis des Seminars die ganzen Jahre \u00fcber gehalten. In den Finkenwalder Rundbriefen wurden die Schriftabschnitte regelm\u00e4\u00dfig mitgeteilt.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>17 Im Ms eingeklammerte Leerstelle. \u201eAchte deine Seele hoch\u201c notierte B im Herbst 1940 f\u00fcr sein geplantes \u201eEthik\u201c\u2013Buch, s. Zettelnotizen 56 f (Nr. 50).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>18 Ersetzt: \u201ebevor wir mit Freude und Gewi\u00dfheit\u201c.<\/p>\n<p>19 Vgl. 21. 11. 1943 DBW 8, 197: \u201eIch habe die Anweisung Luthers, sich \u201amit dem Kreuze zu segnen\u201b bei Morgen- und Abendgebet ganz von selbst als eine Hilfe empfunden. Es liegt darin etwas Objektives, nach dem man hier [in der Haft] besonderes Verlangen hat.\u201c<\/p>\n<p>20 Ersetzt: \u201ekleiner\u201c.<\/p>\n<p>1 NL B 22 Seite 10\u201312: Mitschrift von Eberhard Bethge am 28. 9. 1935. B\u2019s Auslegung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Behandlung der Judenfrage auf der ApU\u2013Bekenntnissynode in Berlin\u2013Steglitz 23.\u201326. 9. 1935. Nach einem Beschlu\u00df der Synode war die weitere Behandlung dieser Frage an den Reichsbruderrat verwiesen; vgl. DB 558. Intern wurde B bzw. dem Finkenwalder Seminar der Auftrag erteilt, ein theologisches Gutachten f\u00fcr den Reichsbruderrat (f\u00fcr eine in Aussicht genommene Reichssynode zur Judenfrage) vorzubereiten. Dies geht aus Gerhard Vibrans\u2019 Brief an seine Eltern 5. 10. 1935 hervor. Die Datierung in Bethges Mitschrift zeigt, da\u00df B diese Aufgabe unmittelbar nach der R\u00fcckkehr aus Berlin in Angriff nahm.<\/p>\n<p>2 Vgl. R\u00f6m 9,3.<\/p>\n<p>= Zeichen f\u00fcr Gleichsetzung<\/p>\n<p>3 Dt.: \u201eSame\u201c, \u201eNachkommenschaft\u201c; vgl. R\u00f6m 9,7\u20139.<\/p>\n<p>4 In R\u00f6m 9,7 ist Gen 21,12 zitiert: \u201ein Isaak soll dir der Same genannt sein\u201c.<\/p>\n<p>5 Anspielung auf Luthers Erkl\u00e4rung der Taufe im Kleinen Katechismus BSLK 516 (\u201eZum dritten\u201c): \u201eWasser tut\u2019s freilich nicht, sondern das Wort Gottes, so mit und bei dem Wasser ist\u201c.<\/p>\n<p>6 Vgl. R\u00f6m 9,3.<\/p>\n<p>usw. und so weiter<\/p>\n<p>7 Vgl. R\u00f6m 9,4.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>8 Im Ms \u201eGaben\u201c gestr.<\/p>\n<p>9 Vgl. R\u00f6m 9,8.<\/p>\n<p>10 Dt.: \u201eNachkommen Abrahams\u201c, R\u00f6m 9,7.<\/p>\n<p>11 Lk 19,9 (Zach\u00e4us).<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>12 Substantiv fehlt im Ms. Vermutlich: \u201eWille\u201c; vgl. R\u00f6m 9,18 (\u201eSo erbarmt er sich nun, welches er will, und verstockt, welchen er will\u201c) und sp\u00e4ter im Ms (\u201eVerstockung: 1. Gottes Wille\u201c).<\/p>\n<p>vgl. vergleiche<\/p>\n<p>13 Dt.: \u201evon dem Berufenden\u201c.<\/p>\n<p>14 Vgl. R\u00f6m 11,1: Paulus.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>15 Vgl. R\u00f6m 11,7.<\/p>\n<p>16 Vgl. R\u00f6m 11,2\u20134 (Zitate aus I Reg 19,10.14.18 \u00fcber Elia); 9,27 \u1f51\u03c0\u03cc\u03bb\u03b5\u03b9\u03bc\u03bc\u03b1 (\u201e\u00dcberrest\u201c).<\/p>\n<p>17 Anspielung auf die Gestalt des Knechtes Gottes bei Deuterojesaja in den \u201eGottesknechtsliedern\u201c, auf deren Hintergrund B offenbar die Bedeutung und Sendung Israels betrachtete. Vgl. II\/3.6 B\u2019s Predigtentwurf 1935 zu Jes 53.<\/p>\n<p>18 Im Ms schlie\u00dft an das Fragezeichen ein Pfeil an, der auf den folgenden Satz deutet. Vgl. den vorigen Absatz (\u201eStellvertretungsgedanke bleibt\u201c).<\/p>\n<p>19 Im Ms: \u201e\u2020\u201c.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>20 Vgl. R\u00f6m 11,23 (\u201eabgehauen\u201c) und R\u00f6m 11,24 (\u201ewie viel mehr\u201c).<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>21 Dt.: \u201eGeheimnis\u201c.<\/p>\n<p>22 Dt.: \u201eFeinde\u201c.<\/p>\n<p>23 Anspielung auf den Verrat des Judas, vgl. Mt 26,45\u201350 (zu diesem Text predigte B am 14. 3. 1937, s. III\/18).<\/p>\n<p>1 NL A 52,1: hsl.; diese Fassung kommt hier zum Abdruck (Ersetzungen und Streichungen werden in Auswahl dokumentiert). Die Bibelarbeit wurde in Finkenwalde 8.\u201311. 10. 1935 mit der Bruderschaft Pommerscher Vikare gehalten. In Junge Kirche 4 (1936) erschien sie in den Heften 2 (64\u201369), 4 (157\u2013161) und 5 (197\u2013203) in leicht \u00fcberarbeiteter Form (= JK). Die Einteilung in JK in \u201eerste\u201c, \u201ezweite\u201c und \u201edritte Stunde Bibelarbeit\u201c entspricht den Teilen I\u2013III im Ms. Das der Ver\u00f6ffentlichung in JK zugrundeliegende Typoskript, wahrscheinlich von einem der Kandidaten nach dem Ms angefertigt, ist verlorengegangen. Nicht alle Modifikationen (und Entzifferungsirrt\u00fcmer) in der Druckfassung werden im folgenden erw\u00e4hnt. Abdruck der JK\u2013Fassung: GS IV 294\u2013320 (dem entspricht die Innenpaginierung) und PAM II 189\u2013215.<\/p>\n<p>2 F\u00fcr das Ms existiert ein Deckblatt, das auf Vorder- und R\u00fcckseite hsl. Erl\u00e4uterungen von B enth\u00e4lt. Vorderseite: \u201eEine Anleitung f\u00fcr den Christen, den Prediger und den Unterrichtenden zum rechten Lesen der Samuelisb\u00fccher soll hier gegeben werden. Nur in Umrissen kann das geschehen. Es ist zugleich ein praktisch\u2013exegetischer Beitrag zum Problem Christus im Alten Testament. [Im Anschlu\u00df an das Buch von Wilhelm Vischer \u201eDas Christuszeugnis des Alten Testaments\u201c I (1934) war die Diskussion um das angemessene Verst\u00e4ndnis des AT f\u00fcr christliche Predigt neu entbrannt.] \u2013 3 Stunden Bibelarbeit mit der Bruderschaft der pommerschen Bekenntnisvikare.\u201c (Mit diesem Text, etwas gek\u00fcrzt, beginnt in JK \u201eDie erste Stunde\u201c.) R\u00fcckseite: \u201e1. Der Gott des A.\u00a0T. ist der Vater Jesu Christi. Der in Jesus Christus menschgewordene Gott ist der Gott des A.\u00a0T\u2019s. Es ist ein dreieiniger Gott. 2. Das A.\u00a0T. mu\u00df von Menschwerdung und Kreuz, d. h. der uns gegebenen Offenbarung her gelesen werden. Sonst bleiben wir im judaistischen oder heidnischen Verst\u00e4ndnis des A.\u00a0T. 3. Die Menschen und Geschichten des A.\u00a0T. sind nicht moralische Vorbilder, sondern Zeugnisse von der Erw\u00e4hlung und Verhei\u00dfung Gottes. Gottes freies, gn\u00e4diges und zorniges Handeln mit seinem Volk, nicht moralische Exempel bezeugt das A.\u00a0T.\u201c<\/p>\n<p>3 JK als Anmerkung: \u201eTheologische Vorbemerkung: Das neutestamentliche und prophetische Zeugnis von David.\u201c In dieser Anmerkung stehen in JK die folgenden 5 Punkte der \u201eVorbemerkung\u201c.<\/p>\n<p>4 JK: \u201eStammb\u00e4ume\u201c.<\/p>\n<p>5 Gestr. (aber in JK): \u201egerade\u201c.<\/p>\n<p>6 JK: \u201ereinen\u201c.<\/p>\n<p>7 Dieser Satz \u2013 er steht auf einem beigelegten Blatt \u2013 ersetzt eine Streichung im urspr\u00fcnglichen Ms, die beginnt: \u201eGott hat den fleischlichen Samen Davids erw\u00e4hlt, aber so da\u00df seine Wahl und Verhei\u00dfung gerade darin sich erweist, da\u00df es eben am fleischlichen Samen nicht liegt [ersetzt: \u201eEs liegt nicht am fleischlichen Samen, sondern an der Verhei\u00dfung Gottes. Nach der Verhei\u00dfung war David der Vater Jesu Christi (wie nach der Verhei\u00dfung Abraham der Vater Isaaks war)\u201c] \u2026\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>8 Gestr.: \u201ehat er \u201azuvor gesehen\u2018\u00a0\u201c.<\/p>\n<p>9 JK: \u201ewirklich\u201c.<\/p>\n<p>10 \u201ewieder\u201c fehlt in JK.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>11 JK: \u201eChristus war wirklich in den Worten Davids gegenw\u00e4rtig.\u201c Das Satzende (\u201ewie ja auch Jesus \u2026\u201c) fehlt in JK.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>12 \u201egeschichtlichen, einmaligen\u201c fehlt in JK.<\/p>\n<p>13 Im Ms folgen zwei Zeilen (beginnend mit: \u201eAlte Dogmatik unterschied \u2026\u201c), nicht gestr., auf einem Blatt \u201e1 (4) a\u201c ersetzt. Im Ms (auf der 4. Seite des 1. [gefalteten] Bogens) kein Hinweis auf die Ersetzung.<\/p>\n<p>14 Dt.: \u201edas Erste\u201c; JK: \u201eUrspr\u00fcngliche\u201c.<\/p>\n<p>15 Das griech. Wort ist im Ms, wie bei B oft, akzentlos geschrieben; es wird von B selbst erl\u00e4utert. JK: \u201eist das Himmlische, das Von\u2013oben\u2013her\u201c.<\/p>\n<p>16 Gestr.: \u201edas von der Welt.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>17 Ersetzt: \u201e \u201aVorbild\u2018, Beispiel ist David f\u00fcr Christus\u201c. JK: \u201eist David, sofern in ihm Christus vorgebildet ist\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>18 Ersetzt: \u201ePrius\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>19 JK: \u201ebesondere\u201c.<\/p>\n<p>20 Ersetzt war: \u201eAlte Dogmatik unterschied zwischen Real- und Personaltypen. David zu letzteren.\u201c Die Differenzierung findet sich genauestens ausgef\u00fchrt auf dem H\u00f6hepunkt der Tradition typologischer Auslegung des AT bei dem reformierten Dogmatiker Johannes Coccejus.<\/p>\n<p>21 Ende der Ersetzung auf Blatt \u201e1 (4) a\u201c.<\/p>\n<p>22 In JK fehlt das im Ms zugesetzte \u201eals Vorbild \u2026 Christi\u201c.<\/p>\n<p>23 Im Ms ist Vers 69 angegeben.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>24 JK zus\u00e4tzlich: \u201edurch den Mund Jesu\u201c.<\/p>\n<p>25 Gestr.: \u201eNichts wissen wir von Jesus bevor er getauft wird, erfahren wir bei Mk\u201c [nichts vor Mk 1,9]. \u201eWas bei Jesus die Taufe ist, ist bei David die Salbung\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>26 Ersetzt: \u201eder \u00dcbermacht\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>27 JK zus\u00e4tzlich: \u201eund Berufung\u201c.<\/p>\n<p>28 Vgl. Mt 26,55.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>29 Ersetzt: \u201eimmer wieder erkennen\u201c; LB Kopfzeile zu I Sam 26,21: \u201eSaul bekennt sein Unrecht.\u201c<\/p>\n<p>30 JK (Entzifferungsirrtum): \u201eerheitern\u201c.<\/p>\n<p>31 I Sam 18,11; 19,10.<\/p>\n<p>32 Vgl. I Sam 21,11\u201316 und 27,1\u201312.<\/p>\n<p>33 Anspielung auf Mt 8,20.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>34 JK: \u201eals der nat\u00fcrliche Thronerbe\u201c.<\/p>\n<p>35 Gestr.: \u201eer erkennt gegen die Natur, da\u00df der Geist auf David ist und er der messianische K\u00f6nig.\u201c<\/p>\n<p>36 JK: \u201edieser\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>37 JK: \u201eh\u00e4rter\u201c.<\/p>\n<p>38 JK: \u201espricht\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>39 JK (Entzifferungsirrtum): \u201ezwingt\u201c.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>40 Eingeklammert und gestr.: \u201eDavid beh\u00e4lt immer ein Herz, das an unrecht vergossenem Blut schwer tr\u00e4gt. Abner!\u201c Vgl. II Sam 3,28\u201337.<\/p>\n<p>41 Gestr.: \u201ezuerst\u201c.<\/p>\n<p>42 \u201eIsrael\u201c und \u201eum der Kirche willen\u201c sind sp\u00e4tere Zus\u00e4tze.<\/p>\n<p>43 Ersetzt: \u201eum zu herrschen\u201c.<\/p>\n<p>44 Anspielung auf Mt 20,28.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>45 Ersetzt: \u201ewird sich der Tempel Gottes erheben\u201c.<\/p>\n<p>46 \u201edas Zelt \u2026 Wanderschaft\u201c ist sp\u00e4ter zugesetzt; vgl. II Sam 7,6. JK: \u201ewar das Zelt das Zeichen der Wanderschaft Israels\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>47 Vgl. Mk 11,9.<\/p>\n<p>48 Im Ms folgt eine l\u00e4ngere Streichung (David will \u201edem Gott, der in einem Zelt wohnt, einen Tempel bauen \u2026\u201c), durch das Folgende ersetzt.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>49 JK: \u201eEr folgt dem Propheten\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>50 JK: \u201eEs ist Salomos Wort\u201c.<\/p>\n<p>51 Gestr.: \u201eJetzt gab Gott mir Ruhe\u201c, s. I Reg 5,18 LB Hauptz\u00e4hlung (Nebenz\u00e4hlung: 5,4).<\/p>\n<p>52 Gestr.: \u201eSalomo: sein Name!\u201c Namenserkl\u00e4rung in DBW 4 (N), 237: \u201eSalomo, der \u201aSohn des Friedens\u2018 Gottes mit dem Hause David\u201c.<\/p>\n<p>53 LB Nebenz\u00e4hlung.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>54 Von Kirche als dem Ort Gottes in der Welt hatte B in der Vorlesung \u201eDas Wesen der Kirche\u201c im Sommersemester 1932 DBW 11, 247 f, gesprochen.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>55 Gestr.: \u201ezu finden, was du suchst\u201c.<\/p>\n<p>56 \u201eden\u201c ist zugesetzt.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>57 Gestr.: \u201eund Gottes\u201c.<\/p>\n<p>58 Vgl. die von B in seiner Dissertation DBW 1 (SC) und Habilitationsschrift DBW 2 (AS) gebrauchte Formulierung \u201eChristus als Gemeinde existierend\u201c und ihre Weiterf\u00fchrung in DBW 4 (N), 234 im Kapitel \u201eDer Leib Christi\u201c.<\/p>\n<p>59 Vgl. II Sam 7,14 (\u201eMissetat\u201c tun).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>60 JK: \u201eausgezeichnet\u201c.<\/p>\n<p>61 JK: \u201eerst recht\u201c.<\/p>\n<p>62 Randglosse zu II Sam 7,19 in: WA.DB 9 I, 319.<\/p>\n<p>63 Vgl. Lk 2,4.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>64 Ersetzt: \u201eDie Ursache seiner S\u00fcnde ist seine Sicherheit\u201c.<\/p>\n<p>65 Dt.: \u201eSicherheit\u201c (Vertrauen auf das Erreichte, auf den inneren Besitz) statt \u201eGewi\u00dfheit\u201c (stets neues Sich\u2013bergen in Gottes Verhei\u00dfung); Formel aus der reformatorischen Rechtfertigungslehre \u2013 nur hier ist die tiefe Gegens\u00e4tzlichkeit der beiden Begriffe erkennbar. Vgl. DBW 4 (N), 30 (\u201esecurus\u201c).<\/p>\n<p>66 Ersetzt: \u201edessen Ruf keine falsche Sicherheit duldet\u201c.<\/p>\n<p>67 JK: \u201eDiese m\u00fc\u00dfigen Tage\u201c.<\/p>\n<p>68 Ersetzt: \u201efalsche\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>69 Zum \u201aS\u00fcndigen auf Gnade hin\u2018 vgl. DBW 4 (N), 38 f.<\/p>\n<p>70 Ersetzt: \u201eWerden wir untreu\u201c. Die Luther\u2013dt. \u201eNestle\u201c\u2013\u00dcbersetzung von \u03b5\u1f30 \u1f00\u03c0\u03b9\u03c3\u03c4\u03bf\u1fe6\u03bc\u03b5\u03bd: \u201eglauben wir nicht\u201c; so auch in der Fassung JK.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>71 II Sam 12,7.<\/p>\n<p>72 Zu \u201aSonderrecht\u2018 vgl DBW 4 (N), 180.<\/p>\n<p>73 JK (Entzifferungsirrtum): \u201eLeiden\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>74 Ersetzt: \u201egez\u00fcchtigt durch den, der das Schwert tr\u00e4gt, durch [gestr.: \u201edie\u201c] weltliche Gewalt.\u201c<\/p>\n<p>75 Ersetzt: \u201eweltlicher Gewalt\u201c.<\/p>\n<p>76 JK (Entzifferungsirrtum): \u201eseine Straftat an dem Haus David\u201c. Vgl. II Sam 12,10 a.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>77 Vgl. Mt 26,24 (Judas).<\/p>\n<p>78 Gestr.: \u201evon au\u00dfen\u201c.<\/p>\n<p>79 JK: \u201eso im Munde Nathans\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>80 Vgl. Ex 20,5; Dtn 5,9.<\/p>\n<p>81 JK (Entzifferungsirrtum): \u201eVollstreckung\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>82 Gestr.: \u201edie Vers\u00f6hnung mit Gott\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>83 Dt. LB: \u201ein der Gestalt des s\u00fcndlichen Fleisches\u201c; w\u00f6rtlich: \u201ein der \u00c4hnlichkeit\u201c.<\/p>\n<p>84 JK (Entzifferungsirrtum): \u201ezugleich\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>85 Vgl. R\u00f6m 6,23.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>86 Anspielung auf Hebr 13,12.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>87 Gestr.: \u201eJoh 18[,1 ]\u201c. JK: \u201e\u00fcber den der Sohn Davids in der Nacht vor seiner Kreuzigung ging, als er sich anschickte, die Strafe der Welt zu tragen drau\u00dfen vor dem Tor (Hebr. 13,12).\u201c<\/p>\n<p>88 Mit Bleistift ver\u00e4ndert aus: \u201eGottes Strafe\u201c (hier und \u00f6fters im Ms Markierungen schwer leserlicher Stellen, offenbar vom Abschreibenden). JK: \u201eEr tr\u00e4gt das Strafleiden seines Hauses\u201c.<\/p>\n<p>89 Ersetzt: \u201eEr kann Gott nicht zwingen\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>90 Vgl. I Sam 26,8 (die fr\u00fchere Versuchung durch Abisai). JK statt \u201eWieder\u201c: \u201eZum zweitenmal\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>91 JK irrt\u00fcmlich: \u201eVers\u00f6hnte\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>92 JK zus\u00e4tzlich: \u201ein dunkler Weise\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>93 JK statt \u201eist die Bekundung\u201c: \u201ebezeugt\u201c.<\/p>\n<p>94 Ver\u00e4ndert aus: \u201eReich\u201c (so in JK).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>95 Der ganze Abschnitt (\u201eKapitel 24 \u2026 Kapitel 7 an\u201c) erscheint in JK als Anmerkung.<\/p>\n<p>96 JK: \u201efleischlich (1. K\u00f6n. 1,1 ff[\u20134] erz\u00e4hlt.\u201c Die Stellenangabe steht statt des im Ms folgenden Teilsatzes (\u201e\u2026 Abisag von Sunem \u2026\u201c).<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>97 LB: \u201edes Herrn Werke verk\u00fcndigen\u201c. \u2013 In der Stuttgarter Zeitung \u201eDurchbruch\u201c erschien am 26. 3. 1936 folgende Reaktion (\u201eDas Lob Judas im Dritten Reich\u201c) des Journalisten Friedrich Imholz: \u201eDie \u201aJunge Kirche\u2018 (Bekenntnisfront) Heft 4, 15. Februar 1936, bringt einen l\u00e4ngeren Artikel, dessen \u00dcberschrift lautet: \u201aK\u00f6nig David. Die zweite Stunde Bibelarbeit. Der messianische K\u00f6nig. Die zweite Salbung Davids\u2018 (als Kapitel\u00fcberschrift). Die Fu\u00dfnote sagt uns: Fortsetzung der drei Stunden Bibelarbeit, gehalten mit der Bruderschaft pommerscher Vikare. Der Aufsatz beginnt: \u201aDer g\u00f6ttlichen Salbung durch Samuel folgt eine zweimalige Salbung durch die M\u00e4nner von Juda (2. Sam. 2,4), dann durch die \u00c4ltesten in Israel (2. Sam. 5,3) \u2026\u2018 usw. Unser Papier ist uns zu lieb, das widerw\u00e4rtige Geseire um den K\u00f6nig David (dessen Handlungsweise \u00fcbrigens zweifellos gegen das Sittlichkeits- und Moralgef\u00fchl der germanischen Rasse verst\u00f6\u00dft [Formulierung nach Punkt 24 des Parteiprogramms der NSDAP von 1922]), hier abzudrucken. Der Schlu\u00dfabsatz aber ist mehr als bezeichend: [Abdruck des Absatzes zum Ende von II Sam 7 im Fettdruck], V. 23 ff.: Das Volk Israel wird das Volk Gottes bleiben in Ewigkeit, das einzige Volk, das nicht vergehen wird, denn Gott ist sein Herr geworden, Gott hat in ihm Wohnung genommen und sein Haus gebaut. Die Kirche, das wahre Israel, ist verhei\u00dfen. Wie sollte David das Bekenntnis seiner Demut und des Dankes anders enden als mit der Bitte, Gott wolle sein Wort bekr\u00e4ftigen in Ewigkeit, Er wolle tun, wie Er geredet hat. Er wolle seinem Volke, seiner Kirche treu bleiben. Finkenwalde (Pommern) Lic. Dietrich Bonhoeffer.\u2018 Der Anfang des Schlu\u00dfabsatzes (V. 23 ff.) tritt f\u00fcr den Leser nicht gen\u00fcgend hervor, so da\u00df man den Eindruck leicht bekommen kann, die Worte seien Worte des Verfassers. Und wenn man auch diesen Eindruck nicht bekommt, so ist der zusammenfassende Schlu\u00dfgedanke die Verherrlichung des Ehebrechers Seine Majest\u00e4t David, K\u00f6nig von Jahwes Gnaden! Aus diesem Artikel ist wohl klar zu erkennen, was dieser Bekenntnispfarrer Bonhoeffer vom Grundgedanken des nationalsozialistischen Aufbruchs h\u00e4lt: n\u00e4mlich vom Rassegedanken. Ob es nicht angebracht ist, da\u00df man sich mit der \u201aBibelarbeit\u2018 einer solchen \u201aBruderschaft\u2018 von Vikaren befa\u00dft? Es gibt vieles, was harmlos zu nennen ist gegen\u00fcber solchen Vertretern einer orientalischen Glaubenslehre, welche den Weltfeind Juda noch im Jahre 1936 als das \u201aewige Volk\u2018, das \u201awahre Adelsvolk\u2018, das \u201aGottesvolk\u2018 hinzustellen sich erdreistet.\u201c Nach der Lekt\u00fcre des Artikels schrieb B an Eberhard Bethge am 8. 8. 1936, s. I\/107: \u201eIch kam aus dem Lachen kaum heraus \u2026 ein w\u00fcstes D.C. Organ.\u201c<\/p>\n<p>1 NL A 51,1: masch. Hektographie, Beilage zum 3. Finkenwalder Rundbrief 14. 12. 1935; Abdruck: GS IV 399\u2013406 und PAM II 32\u201339. Die Predigt wurde am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, dem 17. 11. 1935, in der Notkirche des Predigerseminars Finkenwalde gehalten (Tagebucheintragung von Friedrich Trentepohl). Die Seminaristen hatten die Turnhalle des ehemaligen P\u00e4dagogiums zur Kapelle umgestaltet; vgl. DB 490 und Bildband 145. In der Rundbriefbeilage steht der Mt\u2013Text (\u201eNestle\u201c Luther\u2013dt.) der Predigt nicht voran.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>2 In der Rundbriefbeilage: \u201eeuch\u201c (in B\u2019s dt. Handschrift sehen \u201emich\u201c und \u201eeuch\u201c \u00e4hnlich aus).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>3 In der Rundbriefbeilage: \u201eseinen Br\u00fcdern\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>1 NL A 43,18: hsl., Fotokopie (Ms bei Elisabeth Bornkamm); Abdruck: GS V 568\u2013576 und PAM II 39\u201347. Die Predigt wurde am Totensonntag, dem 24. 11. 1935, in der Finkenwalder Notkirche gehalten (Tagebucheintragung von Friedrich Trentepohl). B\u2019s Ver\u00e4nderungen in seinem Ms werden in Auswahl dokumentiert. Im Ms steht der zusammenh\u00e4ngende Apk\u2013Text (\u201eNestle\u201c Luther\u2013dt.) der Predigt nicht voran.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>2 Dieser Absatz ersetzt: \u201eVom Tod reden hei\u00dft von diesem Geschehen, [u. L.:] geheimem Leben, am Ende reden, dem wir nicht entgehen, von den Bildern und Gesichten, die Johannes sah und die wir auch einmal sehen werden.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>3 Ersetzt: \u201ewie wir Tag f\u00fcr Tag lesen\u201c.<\/p>\n<p>4 Ersetzt: \u201edas Evangelium von Jesus Christus als dem Helfer und Heiland in unserer Not und S\u00fcnde\u201c.<\/p>\n<p>5 Ersetzt: \u201emi\u00dfachtet\u201c.<\/p>\n<p>6 Ersetzt: \u201eund seiner Welt\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>7 Dieser Satz ist Randnotiz.<\/p>\n<p>8 \u201eWonach \u2026 Evangelium\u201c, mit Bleistift geschrieben, ersetzt die mit Tinte geschriebenen, mit Bleistift d\u00fcnn gestrichenen S\u00e4tze: \u201eUnd dies Gericht ist das Evangelium selbst. Das ewige Evangelium ist der Richter \u00fcber alle Menschen. Gott wird uns im Gericht nur nach dem einen fragen\u201c.<\/p>\n<p>9 Mit Bleistift gestr.: \u201eund vor diesem Gericht wird das Gr\u00f6\u00dfte gering werden\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>10 Die beiden letzten S\u00e4tze, mit Bleistift geschrieben, sind ein Zusatz am Rand.<\/p>\n<p>11 Ersetzt: \u201eunwiderstehlich\u201c.<\/p>\n<p>12 Anspielung auf Gen 11,1\u20139. Gestr.: \u201edie Gott dem Herrn trotzt und selbst Herr sein will\u201c.<\/p>\n<p>13 Ersetzt: \u201eden Sch\u00f6pfer und Richter\u201c.<\/p>\n<p>14 U. L.<\/p>\n<p>15 Ersetzt: \u201egesehen haben \u2026 eingetreten sein\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>16 Vgl. den durch Visser \u2019t Hooft \u00fcberlieferten Ausspruch B\u2019s im September 1941, s. DB 834: \u201e\u2026 ich bete f\u00fcr die Niederlage meines Landes\u201c.<\/p>\n<p>17 Ersetzt: \u201efast\u201c.<\/p>\n<p>18 U. L.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>19 Zusatz gestr.: \u201eungeduldiges\u201c.<\/p>\n<p>20 Ersetzt: \u201ein aller Anfechtung\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>21 Vgl. hiermit die sp\u00e4teren Ausf\u00fchrungen \u00fcber den Tod aus dem ersten Rundbrief an die ehemaligen Seminaristen im Krieg am 20. 9. 1939 DBW 15, 271: \u201e\u2026 da\u00df es uns geschenkt wird, da\u00df uns der Tod von au\u00dfen erst antrifft, wenn wir durch diesen eigenen Tod f\u00fcr ihn bereit gemacht sind, das darf unser Gebet sein\u201c.<\/p>\n<p>22 Ersetzt: \u201eob in der Stille der Einsamkeit\u201c.<\/p>\n<p>23 Gestr.: \u201e\u2013 dann werden wir das ewige Evangelium sehen.\u201c<\/p>\n<p>24 Das angedeutete Zitat von Vers 13 b ist oben auf der letzten Ms\u2013Seite zugesetzt, auf der der Text mit \u201eund dann wird Ruhe sein \u2026\u201c beginnt.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>25 Vgl. Mt 6,3.<\/p>\n<p>26 Gestr.: \u201eSelig sind die Toten, die in dem Herrn sterben \u2026\u201c.<\/p>\n<p>27 Ersetzt: \u201egib uns ein seliges Ende mit dem Bekenntnis zu dem Herrn Christus\u201c.<\/p>\n<p>1 NL A 53,8: hsl., undatiert, wahrscheinlich f\u00fcr eine Andacht 1935 mit den Mitgliedern des Bruderhauses, die \u00fcber Weihnachten mit B in Finkenwalde blieben, s. DB 573 f. Zum Magnificat Lk 1,46\u201355 hatte B in London gepredigt am 17. 12. 1933 DBW 13, 338\u2013343.<\/p>\n<p>2 So \u00fcbersetzt die Vulgata \u03ba\u03b5\u03c7\u03b1\u03c1\u03b9\u03c4\u03c9\u03bc\u03ad\u03bd\u03b7 in Lk 1,28.<\/p>\n<p>3 Irrt\u00fcmliche Reihenfolge statt: Johannes vor Jesus; vgl. Mt 3,11\u201315.<\/p>\n<p>4 I Sam 2,1\u201310.<\/p>\n<p>5 Jdc (Richter) 5.<\/p>\n<p>6 Ersetzt: \u201eden Preis\u201c.<\/p>\n<p>7 \u03c4\u03b1\u03c0\u03b5\u03af\u03bd\u03c9\u03c3\u03b9\u03c2 (\u201eNiedrigkeit\u201c) wird von der Vulgata mit humilitas (\u201eDemut\u201c) \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>8 Im Ms: \u201es. K.\u201c; \u201eK.\u201c, B\u2019s K\u00fcrzel f\u00fcr \u201eKirche\u201c, k\u00f6nnte an dieser Stelle vielleicht als \u201eKnecht\u201c gelesen werden, vgl. Vers 54 \u201eNestle\u201c: \u201e\u2026 hilft seinem Diener Israel auf\u201c.<\/p>\n<p>1 NL A 51,11: Familiensonderdruck M. L. G. Eisemann, Berlin Steglitz; Abdruck: GS IV 456\u2013460 und PAM II 48\u201352.<\/p>\n<p>2 Strophe 1 aus Martin Luthers Sterbelied von 1524 EG.BP 304, EKG 310, leicht ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>3 Zu \u201e\u2026 aber sie sind im Frieden\u201c, Weisheit Salomos 3,3 b, predigte B in London am 26. 11. 1933 (Totensonntag) DBW 13, 325\u2013331.<\/p>\n<p>4 EG.BP 317, EKG 320 (Johann Matth\u00e4us Meyfart 1626) Strophen 1 und 2.<\/p>\n<p>5 Ps 90 wurde im Hause Bonhoeffer regelm\u00e4\u00dfig bei den Feiern zum Jahreswechsel vorgelesen, s. DB 574.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>6 Julie Bonhoeffer lebte seit 1924 im Haus ihres Sohnes in der Wangenheimstra\u00dfe 14, Berlin-Grunewald, s. DB 33.<\/p>\n<p>7 DB 574: \u201eNach Weihnachten [1935] erkrankte die Gro\u00dfmutter Bonhoeffers an einer Lungenentz\u00fcndung\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>8 Wie sie gerade das Leben Dietrichs begleitet hatte, zeigt der langj\u00e4hrige Briefwechsel mit ihm; vgl. I\/32 (ihren Brief an B 24. 10. 1935).<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>9 Vgl. ihren mutigen Protest gegen den Boykott j\u00fcdischer Gesch\u00e4fte am 1. 4. 1933, s. DB 31.<\/p>\n<p>10 Wegen dieser Worte weigerte sich ein anwesender Vetter, der einen hohen Staatsposten bekleidete, nach der Trauerfeier, B die Hand zu geben, s. DB 574.<\/p>\n<p>11 Das \u201anicht\u2018 steht in GS IV 459. Vgl. am Anfang dieses Abschnitts (\u201e\u2026 versinkt uns eine Welt\u201c) und S. 115: Der \u201eTod von Gro\u00dfmama \u2026 war doch ein starker Abschnitt. Und wir k\u00f6nnen doch aus ihrer Art f\u00fcr heute viel lernen.\u201c.<\/p>\n<p>12 Inschrift auf dem Grab Fritz Reuters in Eisenach, von ihm selbst verfa\u00dft; s. F. Reuter, S\u00e4mmtliche Werke I, 35.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>13 Strophe 2 des Liedes \u201eNun danket alle Gott\u201c EG.BP 245, EKG 228 (Martin Rinckart 1636).<\/p>\n<p>1 NL A 51,12: masch. Abschrift der stenographischen Mitschrift der Traupredigt in der Kirche zu Falkensee bei Berlin\u2013Spandau am 15. April 1936; Abdruck: GS IV 460\u2013463 und PAM II 52\u201355.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>2 Vgl. im Trauformular der evangelischen Kirche: \u201e\u2026 den Bund der Ehe \u2026 heilig und unverbr\u00fcchlich halten, bis da\u00df der Tod euch scheidet\u201c.<\/p>\n<p>3 Vgl. 1938 DBW 5 (GL), 18: \u201eWir geh\u00f6ren einander allein durch und in Jesus Christus.\u201c<\/p>\n<p>4 \u201em\u00fcssen wir\u201c ist wiederholt.<\/p>\n<p>5 Mt 6,33.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>6 Anspielung auf Nietzsches Wort (Also sprach Zarathustra [Teil] II, Abschnitt \u201eVon den Priestern\u201c): \u201eBessere Lieder m\u00fc\u00dften sie mir singen, da\u00df ich an ihren Erl\u00f6ser glauben lerne: erl\u00f6ster m\u00fc\u00dften mir seine J\u00fcnger aussehen!\u201c<\/p>\n<p>7 I Kor 3,22 f.<\/p>\n<p>8 Vgl. DBW 5 (GL), 60: \u201e\u2026 hinter dem Es der Tagesarbeit das Du Gottes finden, das ist es, was Paulus \u201aohne Unterla\u00df beten\u2018 (1. Thess. 5,17) nennt. So reicht das Beten des Christen \u00fcber die ihm zugewiesene Zeit hinaus mitten in die Arbeit hinein \u2026 zum gn\u00e4digen Du\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>9 Als Albrecht Sch\u00f6nherr durch Krieg und Gefangenschaft abwesend war, hat seine Frau die Gemeinde Br\u00fcssow in Verk\u00fcndigung und Seelsorge in einer Weise begleitet, da\u00df Bischof Otto Dibelius ihm bei seiner Heimkehr 1946 sagen konnte, besser h\u00e4tte auch er selber, Albrecht Sch\u00f6nherr, diesen Dienst nicht zu leisten vermocht.<\/p>\n<p>10 Die letzten Worte des auf dem Weg in die Verbannung am 14. 9. 409 gestorbenen Kirchenlehrers Johannes Chrysostomos \u201eEhre [!] sei Gott f\u00fcr alles\u201c (Palladius, Vita Chrysostomi 11) hatte B \u00e4hnlich auch in der Predigt zu I Thess 5,16\u201318 im Zweiten Theologischen Examen am 20. 7. 1930 zitiert: \u201eGott sei gedankt f\u00fcr alles\u201c, s. DBW 10, 574.<\/p>\n<p>1 NL A 52,3 a): hsl.; diese Fassung kommt hier zum Abdruck (Ersetzungen und Streichungen werden in Auswahl dokumentiert). Dazu NL A 52,3 b): Durchschlag der von Eberhard Bethge f\u00fcr den Druck 1936 angefertigten Schreibmaschinenvorlage mit zahlreichen hsl. Eintragungen bzw. Verbesserungen Bethges (= EB masch.); ferner die Ver\u00f6ffentlichung in der Jungen Kirche 4 (1936) Heft 14, 653\u2013661 (= JK). Abdruck der Fassung JK: GS IV 321\u2013335 (dem entspricht die Innenpaginierung) und PAM II 216\u2013230. Die Bibelarbeit wurde am 21. 4. 1936 auf der Freizeit f\u00fcr die Teilnehmer des ersten Finkenwalder Kurses gehalten. Im Sommer 1933 hatte B die gleichen Texte auf einer studentischen R\u00fcstzeit in Hermannswerder bei Potsdam behandelt. Vgl. auch I\/51 (Brief an Walter K\u00f6ller 17. 2. 1936): B\u2019s Ank\u00fcndigung einer Bibelarbeit \u00fcber \u201edie B\u00fccher Esra und Nehemia, den Wiederaufbau Jerusalems\u201c in Halle 22. 2. 1936. Vorausgegangen war die nicht erhaltene \u201eMauerbaupredigt\u201c am 12. 1. 1936, als die Kanzelabk\u00fcndigung der BK der ApU gegen die Kirchenaussch\u00fcsse (s. K. D. Schmidt, Dokumente 1935\u20131937, 243 f) verlesen wurde. Nach der Ver\u00f6ffentlichung der Bibelarbeit griff der Greifswalder Alttestamentler Friedrich Baumg\u00e4rtel in seiner Schrift \u201eDie Kirche ist Eine \u2013 die alttestamentlich\u2013j\u00fcdische Kirche und die Kirche Jesu Christi? Eine Verwahrung gegen die Preisgabe des Alten Testaments\u201c, Greifswald 1936 (Datum des Vorworts: 4. 8. 1936), B\u2019s Schriftauslegung an; dem folgte ein Briefwechsel zwischen Baumg\u00e4rtel und Eberhard Baumann, Mitglied des Pommerschen Bruderrats der BK. Vgl. zum Ganzen DB 597\u2013600.<\/p>\n<p>2 Ersetzt: \u201eGemeinde\u201c. Vor diesem Satz gestr. Textbeginn: \u201eGott, der sein Volk, eine Gemeinde zerschlagen hat\u201c.<\/p>\n<p>3 Ersetzt: \u201eder zerst\u00f6rten Gemeinde\u201c.<\/p>\n<p>4 Ersetzt: \u201egutem\u201c.<\/p>\n<p>5 Gestr.: \u201edieses Wiederkommen Gottes in einer rechten\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>6 Ersetzt: \u201eDie Kirche Gottes in ihrem Heiligtum\u201c.<\/p>\n<p>7 JK: \u201eoder\u201c.<\/p>\n<p>8 JK: \u201evielen\u201c.<\/p>\n<p>9 Ersetzt: \u201eSchutz des Staates\u201c.<\/p>\n<p>10 JK: \u201eall die Jahre der Gefangenschaft hindurch\u201c.<\/p>\n<p>11 Gestr. (auch in EB masch. gestr.): \u201ePs. 126. 137\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>12 Vgl. Ez 7.<\/p>\n<p>13 Gestr.: \u201eetwas ganz anderes\u201c.<\/p>\n<p>14 Ersetzt: \u201eisraelitische\u201c.<\/p>\n<p>15 JK: \u201eErweckung\u201c.<\/p>\n<p>16 JK: \u201eaufgez\u00e4hlt\u201c.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>17 JK: \u201ean einem Tr\u00fcmmerfeld zu stehen\u201c.<\/p>\n<p>18 Gestr.: \u201e(8,31)\u201c.<\/p>\n<p>19 Ersetzt: \u201eAls Artaxerxes sp\u00e4ter dem Esra gern ein Geleit zur Sicherheit gestellt h\u00e4tte, als die Gemeinde Gottes unter dem Schutz der politischen Macht ihren Weg antreten sollte\u201c.<\/p>\n<p>20 Ersetzung durch \u201edes Glaubens\u201c r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>21 Vgl. die Auslegung von Act 2,47 in der NT\u2013Vorlesung im vierten (und f\u00fcnften) Kurs 1936\/37 II\/22 S. 724.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>22 JK: \u201ein den Berichten\u201c.<\/p>\n<p>23 \u201edenen die Listen \u2026 einzutragen hatten\u201c ist nachtr\u00e4glich zu dem Wort \u201aNamensregister\u2018 zugesetzt; Hinweis auf die Listen in der Alten Kirche fehlt in JK. Bei B\u2019s Vorlesung \u00fcber den altkirchlichen Katechumenat im vierten Kurs notierte Erich Klapproth 1936\/37, s. II\/11 S. 548 Anm. 76, zur \u201eEinschreibung in die kirchlichen Listen\u201c (\u201eBedeutsam, da nach den Listen die Verfolgungen stattfanden\u201c) den Vergleich mit der roten Mitgliedskarte derer, die sich zur BK hielten.<\/p>\n<p>24 Dt.: \u201eKirche\u201c; \u1f10\u03ba\u03ba\u03bb\u03b7\u03c3\u03af\u03b1 ist etymologisch abzuleiten von \u03ba\u03b1\u03bb\u03ad\u03c9 (\u201eich rufe\u201c) und \u1f10\u03ba (\u201eheraus\u201c).<\/p>\n<p>25 Gestr.: \u201ein der Bibel\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>26 Vgl. II Sam 7 und B\u2019s Ausf\u00fchrungen in der Bibelarbeit \u201eK\u00f6nig David\u201c, s. III\/7 S. 892 f.<\/p>\n<p>27 Diese Namensform regelm\u00e4\u00dfig in den B\u00fcchern Esr und Neh.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>28 Ersetzt: \u201evon Menschen\u201c.<\/p>\n<p>29 Dieser Satz \u2013 im Ms zugef\u00fcgt \u2013 fehlt in JK.<\/p>\n<p>30 JK: \u201edes Berges Zion\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>31 \u201eErster Weg\u201c fehlt in JK.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>32 Ersetzt: \u201edes Staates\u201c.<\/p>\n<p>33 JK f\u00fcgt hier Esr 4,2 ein: \u201eWir wollen mit euch bauen, denn wir suchen euren Gott gleichwie ihr.\u201c<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>34 JK: \u201em\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<p>35 JK: \u201eetwas Bedeutungsvolles\u201c.<\/p>\n<p>36 In Punkt 24 des Programms der NSDAP von 1920 bekannte die Partei sich zu einem \u201epositiven Christentum\u201c.<\/p>\n<p>37 Gestr.: \u201everantwortliches\u201c.<\/p>\n<p>38 JK: \u201ebauen will\u201c.<\/p>\n<p>39 Ersetzt: \u201edes Christentums\u201c. JK: \u201eAnspruch der \u00d6ffentlichkeitskirche\u201c.<\/p>\n<p>40 Vgl. Lk 14,28.<\/p>\n<p>41 Vgl. Mt 10,16.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>42 B weicht vom LB\u2013Wortlaut ab; in LB steht nicht \u201eJahwe\u201c, sondern stets \u201eHErr\u201c (mit zwei gro\u00dfen Anfangsbuchstaben).<\/p>\n<p>43 Gestr.: \u201eDie Verlockungen waren gewi\u00df gro\u00df. Aber es geht nicht an, die Kirche zu gleichen Teilen mit den politischen M\u00e4chten zu bauen\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>44 In JK fehlt \u201eoder anzunehmen nach eigenem Gutd\u00fcnken\u201c.<\/p>\n<p>45 Anspielung auf den von Reichskirchenminister Hanns Kerrl am 3. 10. 1935 eingesetzten Reichskirchenausschu\u00df, mit dessen Hilfe die \u201eWiederherstellung geordneter Zust\u00e4nde\u201c in der Deutschen Evangelischen Kirche erzwungen werden sollte.<\/p>\n<p>46 JK: \u201eWahrheit seines Glaubens\u201c.<\/p>\n<p>47 In JK fehlt \u201enur auf die Verhei\u00dfunghin\u201c.<\/p>\n<p>48 Ersetzung durch \u201edes Gehorsams\u201c r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht.<\/p>\n<p>49 Zweiter Weg, vgl. S. 936 (\u201eErster Weg\u201c).<\/p>\n<p>50 Dt.: \u201eWiderstehe den Anf\u00e4ngen!\u201c (91. Vers von Ovids \u201eRemedia amoris\u201c); fehlt in JK.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>51 JK: \u201eDurch Gewalt gehindert, ruht nun die Arbeit f\u00fcr einige Zeit\u201c.<\/p>\n<p>52 Neh 3,38 nach der Hauptz\u00e4hlung in LB, der B folgt (Nebenz\u00e4hlung: 4,6). Vom LB\u2013Wortlaut weicht B leicht ab.<\/p>\n<p>53 Gestr.: \u201esich verkleiden, sich unsichtbar machen\u201c.<\/p>\n<p>54 Anspielung auf Mt 7,15.<\/p>\n<p>55 Vgl. II Kor 11,14.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>56 Vor \u201emu\u00dften sich sch\u00e4men\u201c (die Worte sind oberhalb der Zeile zugesetzt): \u201e?\u201c; \u201ezitterten\u201c (in der Zeile) ist unterpunktiert. Bei diesem Zitieren von Vers 16 weicht B vom LB\u2013Wortlaut ab.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>57 JK: \u201eda\u00df die Kirche Gottes Werk ist\u201c.<\/p>\n<p>58 Esr 6,16 LB: \u201e\u2026 hielten Einweihung des Hauses Gottes mit Freuden\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>59 Gestr.: \u201egro\u00dfe\u201c.<\/p>\n<p>60 Ersetzt: \u201eWeil Israel ungehorsam\u201c. EB masch.: \u201eGehorsam\u201c (Mi\u00dfverst\u00e4ndnis der Ver\u00e4nderung von \u201eu\u201c zu \u201eU\u201c als Streichung).<\/p>\n<p>61 Ersetzt: \u201eWeil Israel \u2026 abgefallen war, darum kam die Verwerfung \u00fcber es.\u201c<\/p>\n<p>62 Die beiden S\u00e4tze \u201eAber das angebotene \u2026 erkannt\u201c fehlen in JK.<\/p>\n<p>63 JK: \u201edurfte die neue Gemeinde ihre Zukunft vor Gott sehen\u201c.<\/p>\n<p>64 Im Versuch, aus der Abh\u00e4ngigkeit von fremden Gro\u00dfm\u00e4chten loszukommen, hatte Israel sich mehr als ein Jahrhundert lang um wechselnde B\u00fcndnispartner bem\u00fcht, bis schlie\u00dflich Jerusalem 587 vor Christi Geburt von den Belagerungstruppen Nebukadnezars erobert wurde (vgl. Jer 39,1 f).<\/p>\n<p>65 JK: \u201etributpflichtig\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>66 Dieser Satz fehlt in JK.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>67 \u201eals aus\u201c ersetzt: \u201ewenn nicht\u201c.<\/p>\n<p>68 Irrtum; vgl. Neh 10,31 LB Hauptz\u00e4hlung (Nebenz\u00e4hlung: Vers 30).<\/p>\n<p>69 Ersetzt: \u201eungeheuerlichen\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>70 Ersetzt: \u201ejedes Opfer gebracht werden mu\u00df\u201c.<\/p>\n<p>71 JK: \u201ezwischen Gl\u00e4ubigen und Ungl\u00e4ubigen\u201c.<\/p>\n<p>72 \u201eAber freilich \u2026 zu bringen\u201c fehlt in JK.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>73 JK: \u201eZuletzt mu\u00df es gelten\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>74 Zitiert ist Vers 16, hier nach LB.<\/p>\n<p>1 NL A 48,2: masch. Hektographie, Beilage zum 8. Finkenwalder Rundbrief 22. 5. 1936; Abdruck: GS II 478\u2013482. Diese Anleitung wurde am 22. 4. 1936 auf der Freizeit f\u00fcr die Teilnehmer des ersten Kurses vorgetragen und erl\u00e4utert. Die zahlreichen hsl. Zus\u00e4tze auf Eberhard Bethges Exemplar der Anleitung (= EB) sind in den folgenden Anmerkungen dokumentiert. Bethge schrieb in dem von ihm verfa\u00dften 8. Finkenwalder Rundbrief am 22. 5. 1936: \u201eDie Ausarbeitung \u00fcber die Meditation, die Br. Bonhoeffer und ich in Friedrichsbrunn [dem Ferienhaus der Familie B. im Harz in den Osterferien 1936] im Auftrag Staemmlers f\u00fcr den Provinz-S\u00e4chsischen Rundbrief gemacht haben, wird Euch zu Bekanntem von neuem rufen.\u201c Die hier beschriebene Meditationspraxis wurde im Seminar seit den Zingster Tagen ge\u00fcbt. Jetzt erfolgte zum ersten Mal eine schriftliche Fixierung. Sie ging unter Eberhard Bethges Namen an die \u00d6ffentlichkeit. Zum Anteil B\u2019s vgl. die biblische Besinnung III\/5 (Der Morgen). Die Anleitung fand schnell weite Verbreitung in der BK, s. I\/108 B\u2019s Brief an Bethge 10. 8. 1936 (\u201eAsmussen schrieb, er wolle die Anleitung zur Meditation in vielen Exemplaren haben\u201c). Andererseits \u00fcbte Karl Barth Kritik, s. in seinem Brief an B vom 14. 10. 1936 I\/124 S. 252 f (\u201e\u2026 ich k\u00f6nnte \u2026 nicht sagen, da\u00df ich bei dieser Sache sehr gl\u00fccklich war. Ich kann eben schon die grunds\u00e4tzliche Unterscheidung zwischen theologischer Arbeit und erbaulicher Betrachtung \u2026 so nicht mitmachen. Und wiederum st\u00f6rte mich in jenem Schriftst\u00fcck ein schwer zu definierender Geruch eines kl\u00f6sterlichen Eros und Pathos\u201c).<\/p>\n<p>2 Gerhard Vibrans hat in seine Konfirmationsbibel (im Besitz von Frau Lisa Bethge, verwitwete Vibrans) eingetragen: \u201eMeditation ist ein Sichr\u00fcsten und Bereiten auf das letzte \u201aAllein vor Gott stehen\u2018. Der Glaube treibt in die Gemeinschaft, um sich gegenseitig im Glauben zu st\u00e4rken \u2013 zum letzten Einsamwerden. Jeder ist allein zum Tode gefordert [Anspielung auf den Beginn von Luthers erster Predigt am Sonntag Invocavit 9. 3. 1522 (WA 10 III, 1)]. Bonhoeffer am 22. IV. 36\u201c \u2013 w\u00e4hrend der Freizeit f\u00fcr die Teilnehmer des ersten Kurses in Finkenwalde.<\/p>\n<p>3 EB: \u201eWeil ich mich darin \u00fcben mu\u00df vor Gott allein sein zu k\u00f6nnen, denn ich allein stehe im Gericht vor ihm, mu\u00df allein Rechenschaft geben k\u00f6nnen und allein sagen k\u00f6nnen: ich vertraue auf Christus.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>4 EB unter dem Wort \u201ePfarrer\u201c: \u201eAmtstr\u00e4ger\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>5 EB: \u201ebiblischer Zeitbegriff: die Zeit Leihgabe Gottes an uns. Ich kann damit nicht verfahren wie ich will.\u201c<\/p>\n<p>6 EB: \u201eWie sollen wir Frieden in Gottes Auftrag geben, ohne ihn selbst zu suchen?\u201c<\/p>\n<p>7 EB neben \u201e2.)\u201c links am Rand, gestr.: \u201eWeil Erkenntnis meiner Selbst und meiner Umgebung\u201c \u201eWeil mir das den Tag einteilt.\u201c Vgl. den EB-Zusatz am Textschlu\u00df.<\/p>\n<p>8 EB: \u201eHierhin noch: Meditation soll mich selbstst\u00e4ndig in der Schrift machen. Ich soll ohne Autorit\u00e4ten damit umgehen k\u00f6nnen und Mut dazu haben.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>9 EB: \u201eDie freie Meditation gef\u00e4hrlich, weil wir drohen, mit uns allein zu bleiben. Umgang mit Gott aufgrund der Schrift. Selbsterkenntnis nur mit dem Wort. Gebet [ist] bestimmter f\u00fcr eine Zeit auf Grund des Wortes. Das Wort erweitert uns und begrenzt uns sehr heilsam!\u201c Weitere Zuf\u00fcgung rechts neben der vorigen: \u201eBerneuchen da dann Rausch des Gleichtaktes, aber das Gegen\u00fcber?\u201c Der Name des Gutes Berneuchen (Neumark) bezeichnet auch die liturgische Bewegung der Evangelischen Michaelsbruderschaft.<\/p>\n<p>10 Lk 2,19.<\/p>\n<p>11 Vgl. in einer Einf\u00fcgung Bethges weiter unten, s. S. 949, als Charakterisierung der Meditation: \u201edieser pers\u00f6nliche Umgang, dies Ausruhen an einer Stelle\u201c.<\/p>\n<p>12 EB: \u201em\u00f6glichst jetzt die Stuttgarter Jubil\u00e4umsbibel. Gen\u00fcgend Erkl\u00e4rungen.\u201c \u2013 Links am Rand steht bei EB \u201eText und Gebet:\u201c vor dem folgenden Absatz.<\/p>\n<p>13 EB Einf\u00fcgung hier: \u201eDie F\u00fclle der F\u00fcrbitt\u2013Gegenst\u00e4nde bei mir pers\u00f6nlich in Andacht nicht anzubringen\u201c.<\/p>\n<p>14 EB: \u201e!!\u201c Vgl. III\/5 (Der Morgen) S. 874 (\u201eWir wollen nicht vergessen f\u00fcr uns selbst zu beten\u201c); Zettelnotizen 56 f (\u201e \u201aAchte deine Seele hoch\u2018 [Jesus Sirach 10,31]. \u201aSchaden an seiner Seele nehmen\u2018 [Mt 16,26]\u201c). In der Haft am 5. 5. 1944 DBW 8,415 schrieb B an Bethge: \u201eIst nicht die individualistische Frage nach dem pers\u00f6nlichen Seelenheil uns allen fast v\u00f6llig entschwunden? Stehen wir nicht wirklich unter dem Eindruck, da\u00df es wichtigere Dinge gibt, als diese Frage (vielleicht nicht als diese Sache, aber doch als diese Fragel?)?\u201c \u2013 Links am Rand steht bei EB \u201eVerlauf der Meditation:\u201c vor dem folgenden Absatz.<\/p>\n<p>15 EB Einf\u00fcgung hier: \u201eGeduldig warten da\u00df sich das Wort erschlie\u00dft. Ausruhen auf einem Begriff.\u201c Rechts am Rand: \u201ekeine neuen Gedanken denken m\u00fcssen! Und [nicht] b\u00f6se werden \u00fcber Fantasiearmut!\u201c Mit Hinweispfeil auf \u201eVerlauf der Meditation\u201c: \u201eAndacht und Predigtmeditation zu unterscheiden von dieser! Hausandacht ist zu kurz, zu ausgef\u00fcllt, nicht einsam und speziell genug.\u201c Am oberen Seitenrand mit Zuweisungspfeil nach unten: \u201eNun ist es gut, f\u00fcr eine Zeit denselben Text zu behalten. Die Andacht ist etwas anderes als dieser pers\u00f6nliche Umgang, dies Ausruhen an einer Stelle. Jetzt Wochenspruchumgebung. Aber nicht allgemeine Regelungen. Initiative nicht ersticken! Wir d\u00fcrfen auch die Wortbegegnungen nicht mit Organisation zustandezubringen meinen.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>16 Meditationstexte wurden von den Mitgliedern des Bruderhauses jeweils f\u00fcr ca. ein Vierteljahr ausgew\u00e4hlt und den Ehemaligen in Rundbriefen mitgeteilt, niemals ohne die Bitte um Treue im gemeinsamen Meditieren.<\/p>\n<p>17 EB: \u201eKeine Selbstvorw\u00fcrfe wegen Erfahrungslosigkeit!\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>18 R\u00f6m 8,26.<\/p>\n<p>19 Vgl. Joh 5,39. EB unterhalb des Textschlusses: \u201eUnd wir haben einen geordneten Tag und einen pers\u00f6nlich und selbst\u00e4ndig gestalteten Tag, dies Alleinsein befreit. Und wir haben das rechte Verh\u00e4ltnis zur Gemeinschaft der Gemeinde [und] zur Gemeinschaft der Welt nicht als christliches Wissen, sondern haben uns existentiell damit in der Stille befa\u00dft. Das Gebet F\u00fcrbitte ordnet mich und meine Umgebung! Wir wissen, da\u00df der Glaube die Stellung zur Zeitung [wohl irrt\u00fcmlich statt \u201eZeit und\u201c] zu den Zeitgenossen ordnet und regelt, aber erfahren tun wirs nur in solchem absichtslosem Praktizieren! Luthers drei Stunden.\u201c Siehe B\u2019s Seminararbeit \u201eLuthers Stimmungen gegen\u00fcber seinem Werk\u201c Sommersemester 1925 DBW 9, 284 f: \u201eMan [Veit Dietrich im Brief an Melanchthon 30. 7. 1530] berichtet, er [Luther] habe tags\u00fcber w\u00e4hrend der besten Arbeitszeit drei Stunden lang gebetet.\u201c<\/p>\n<p>1 NL A 51,13: hsl.; Abdruck: GS IV 463\u2013465 und PAM II 56\u201358. Diese Traupredigt f\u00fcr Annemarie und Bernhard Riemer wurde am 18.7. 1936 in Magdeburg gehalten. Bernhard Riemer war Eberhard Bethges langj\u00e4hriger Freund, s. E. Bethge, In Zitz gab es keine Juden, 51\u201363.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>2 Ersetzt: \u201e\u2026 N\u00e4chsten an. Ein neues Gebot bindet ihn an den andern\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>3 \u201eihrem Leben\u201c: u. L. (Satz ist am Rand zugesetzt, dort ist der Bogen zum Abheften gelocht).<\/p>\n<p>4 Gestr.: \u201eGottes zu uns\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>5 Vgl. R\u00f6m 15,7.<\/p>\n<p>1 NL B 16,3: stenographische Mitschrift in masch. Transkription von Gerhard Riemer. Dazu NL B 16,2: Mitschrift von Eberhard Bethge (= EB); NL B 16,1: stenographische Mitschrift (Schlu\u00df fehlt) von Erich Klapproth (= EK). Die Bibelarbeit wurde gehalten auf der Finkenwalder Freizeit 19.\u201323. 10. 1936 f\u00fcr die Teilnehmer des zweiten Kurses. Auf den Freizeiten des ersten Kurses 12.\u201317. 4. 1937 und des dritten Kurses 31. 5.\u20134. 6. 1937 wiederholte B diese Bibelarbeit, s. NL B 16,4: Mitschrift von Otto Dudzus 1937 (= OD). Erste Ver\u00f6ffentlichung nach den Mitschriften von 1936 Riemer und EB und 1937 OD: GS IV 344\u2013357 (dem entspricht die Innenpaginierung); leicht \u00fcberarbeitete Fassung PAM II 231\u2013246.<\/p>\n<p>2 1937 OD: \u201eZugang zu Pastoralbriefen uns versperrt durch gro\u00dfe Paulusbriefe. Das hat sachliche Gr\u00fcnde.\u201c<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>3 In I und II Tim immer: \u201erechtschaffener Sohn im Glauben\u201c.<\/p>\n<p>4 Die orthodoxe Dogmatik unterscheidet zwischen fides quae creditur (\u201eGlaube, der geglaubt wird\u201c) und fides qua creditur (\u201eGlaube, durch den\u201c oder \u201emit dem geglaubt wird\u201c); im ersten Fall ist der Inhalt des Glaubens gemeint, im zweiten der Akt des Glaubens.<\/p>\n<p>5 EB: \u201eNicht etwa schon anhebende Verfl\u00fcchtigung von Lehre zu Leben. Sondern dies Erinnern: \u00e4u\u00dferste Festigung der Lehre schon.\u201c 1937 OD: \u201eSolch ein Hinweis kein Beginn einer Verflachung, Fortschreiten von Lehre zu Leben, wie gew\u00f6hnlich ausgelegt.\u201c<\/p>\n<p>6 D. h. in den gro\u00dfen Paulusbriefen.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>7 1937 OD: \u201eUnterschied, ob Paulus jemanden so nennt oder ob jemand sich auf die Vaterschaft des Paulus beruft.\u201c<\/p>\n<p>8 EB: \u201eAnderes, ob Paulus sich zu der Vaterschaft bekennen wird. Timotheus [also] das echte Kind [im Glauben] im Unterschied zu so vielen unechten.\u201c EK: \u201eDie Vaterschaft von unrechten Kindern mu\u00dfte Paulus sp\u00e4ter verleugnen!\u201c<\/p>\n<p>9 1937 OD: \u201eSpricht \u00fcber Amt als geistlicher Vater.\u201c<\/p>\n<p>10 EK: \u201eAutorit\u00e4t und geistliche Liebe zugleich.\u201c<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>11 1937 OD: \u201eeindeutiger Zweck des Briefes\u201c.<\/p>\n<p>12 1937 OD: \u201ein dem er wandeln soll\u201c.<\/p>\n<p>13 EK: \u201eDer R\u00fcckzug von der Person auf das Amt bekommt erst an ganz anderer Stelle ein Recht.\u201c<\/p>\n<p>14 EB: \u201eSein Handeln an der Gemeinde beschr\u00e4nkt sich nicht auf amtliche Funktionen. Als einer der wandelt im Hause Gottes: ordnend, sprechend\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>15 EB: \u201eTimotheus wei\u00df nicht [von] vornherein, was tun und wie, sondern bedarf der Belehrung, obwohl im Glauben des R\u00f6merbriefes stehend.\u201c<\/p>\n<p>16 \u201eNestle\u201c Luther\u2013dt.: \u201eein Pfeiler und eine Grundfeste der Wahrheit\u201c; EK: \u201eS\u00e4ule und Pfeiler der Wahrheit Gottes\u201c. 1937 OD: \u201eEinzigartige Beschreibung. Dazu soll Gemeinde von Timotheus bereit gemacht werden, Pfeiler u. s. w. zu sein.\u201c<\/p>\n<p>17 EB: \u201eDazu die Gemeinde da, da\u00df sie der Sockel ist, auf dem das Licht der Wahrheit brennen kann. Da\u00df die Wahrheit Raum und Ehre bekomme.\u201c EK: \u201eNicht in erster Linie Prediger der Wahrheit, sondern: Tr\u00e4ger der Wahrheit, der nicht unter der Wahrheit des Evangeliums zusammenbricht. Auf diesem Sockel steht das Licht des Evangeliums.\u201c<\/p>\n<p>18 Dt.: \u201eGottesfurcht\u201c, \u201eFr\u00f6mmigkeit\u201c. Von solchem \u201aGeheimnis\u2018 handelte B\u2019s Londoner Trinitatispredigt zu I Kor 2,7\u201310 am 27. 5. 1934 DBW 13, 359\u2013363.<\/p>\n<p>19 Stellenangabe bei EK: \u201eI 3,16\u201c.<\/p>\n<p>20 1937 OD: \u201eGottessohnschaft Christi soll sich als Wahrheit auf Gemeinde niederlassen und diese Wahrheit soll die Gemeinde bewahren. Wandel im Hause Gottes, in dem diese Wahrheit sichtbar ist, dazu wird Timotheus berufen, zu schlichtem Wandel angesichts dieser Wahrheit.\u201c<\/p>\n<p>21 EB: \u201eTimotheus nicht Missionar. Paulus war es und baute das Haus, darin Timotheus wandeln soll.\u201c EK: \u201ePaulus baute das Haus Gottes und war dort Me\u00dfingenieur, Timotheus soll darin wandeln angesichts der Wahrheit des Sohnes Gottes.\u201c<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>22 EB: \u201eNichts ausgesagt \u00fcber seine innere pers\u00f6nliche Geschichte.\u201c<\/p>\n<p>etc. et cetera (\u201eund die \u00fcbrigen\u201c), und so weiter<\/p>\n<p>23 EB hat anstelle dieses Satzes: \u201eEs gibt schlechterdings kein Idealbild, der aufopfernden Hingabe \u2026\u201c.<\/p>\n<p>24 EB: \u201eBilder unseres Kirchenwesens\u201c.<\/p>\n<p>25 EB: \u201e \u201aprimitivste Voraussetzung\u2018 f\u00fcr den Pfarrer!\u201c<\/p>\n<p>26 EB: \u201eOffenbar Paulus hat geringe Anspr\u00fcche an den Diener am Wort gestellt.\u201c<\/p>\n<p>27 EB: \u201eNicht von seiner Seite gewichen.\u201c<\/p>\n<p>28 EK: \u201e1 Th 3,2\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>29 1937 OD: \u201eBeansprucht auch nicht evangelische Freiheit eigener Lebensgestaltung.\u201c<\/p>\n<p>30 1937 OD: \u201enicht spontan, sondern mit den \u03c0\u03c1\u03bf\u03b8\u03ad\u03c3\u03b5\u03b9\u03c2 [\u201eVors\u00e4tze\u201c oder \u201eGesinnung\u201c] des Paulus\u201c, s. II 3,10.<\/p>\n<p>31 EK: \u201eII 3,11\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>32 Textangabe bei EB: \u201eII 3,11\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>33 1937 OD: \u201eWer mit solchem Wissen an die Seite des Apostels trat, war bereit, nichts mehr selber zu sein.\u201c<\/p>\n<p>34 1937 OD: \u201ef\u00fcr apostolischen Dienst\u201c.<\/p>\n<p>35 1937 OD: \u201ePaulus allein in Rom. Verlangt ihn nach Gemeinschaft des Mannes, der in seinem Leben nichts wollte als Gemeinschaft des apostolischen Lebens und Lehre.\u201c<\/p>\n<p>36 1937 OD: \u201eAuch dies eine Beschreibung\u201c.<\/p>\n<p>37 Vgl. I Kor 4,1 und I Petr 4,10.<\/p>\n<p>38 EB: \u201e2 Tim 1,3 doch schwer.\u201c GS IV 348 (DBW 15, 305): \u201eAber der Apostel ist Tag und Nacht im Gebet bei ihm II 1,3.\u201c<\/p>\n<p>39 EB: \u201eRechtssatzungen, die ihn decken und auf die er sich zur\u00fcckziehen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>40 EB: \u201eNirgends kann er seine Person hinter Amt verstecken.\u201c<\/p>\n<p>41 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201eund zu \u00fcberzeugen?\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>42 EK: \u201eFragen nach seiner Legitimation\u201c.<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>43 1937 OD: \u201eDie Gabe von 2. Tim 1,6 kein character indelebilis [\u201eunzerst\u00f6rbarer\u201c (\u201eunverlierbarer\u201c) \u201eCharakter\u201c]. Der Zuspruch ist hier alles und nicht der Zustand.\u201c Einen character indelebilis behauptet die katholische Lehre von der einmal erteilten Priesterweihe.<\/p>\n<p>44 1937 OD: \u201enun\u201c.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>45 EK: \u201eSo ist Timotheus gesichert gegen die, die sein Wort unwirksam machen wollen unter Berufung auf ihre gr\u00f6\u00dferen Gaben, Gelehrsamkeit, Alter, Erfahrung. Er selbst w\u00e4re vielleicht geneigt, den unteren Weg zu gehen und darin das Amt zu l\u00e4stern.\u201c 1937 OD: \u201eBraucht sich nicht zu f\u00fcrchten vor denen, die frommer, asketischer, \u00e4lter sind. Timotheus ist sicher gemacht und fest gemacht vom Apostel gegen Vorw\u00fcrfe, die sich von einem menschlich wirklich h\u00f6heren, asketischeren Standpunkt gegen ihn erheben werden.\u201c<\/p>\n<p>46 1937 OD: \u201eNeben Handauflegung [ist] die entscheidende Voraussetzung (1. Tim. 1,19) Glauben und gutes Gewissen. Ein anderer kann die Gemeinde nicht bauen.\u201c<\/p>\n<p>47 1937 OD: \u201ePaulus rechnet nicht allzu schnell mit der M\u00f6glichkeit, da\u00df auch ein Judas das Evangelium verk\u00fcndigen kann.\u201c<\/p>\n<p>48 EK: \u201ekraftlos in seinem Ermahnen\u201c.<\/p>\n<p>49 EB: \u201eVerliert er den Glauben, macht er den Beruf zunichte.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>50 EK: \u201eaber meine Person h\u00e4ngt am Wort.\u201c 1937 OD: \u201eIch bin wohl gebunden. Da\u00df das Wort frei, [ist] kein Ruhekissen f\u00fcr Faule, sondern Trost in Anfechtung.\u201c<\/p>\n<p>51 EK: \u201e\u201aGlauben und gutes Gewissen\u2018: sch\u00fctzt den Glauben vor Mi\u00dfbrauch.\u201c<\/p>\n<p>52 EK: \u201eentlastet von der S\u00fcnde\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>53 EK erg\u00e4nzt: \u201eim unreinen Gef\u00e4\u00df verdirbt der Glaube.\u201c<\/p>\n<p>54 EB: \u201eAuch bei der Beschreibung der anderen \u00c4mter in I 3[,15\u201316] fordert Paulus mit keinem Wort besondere Erkenntnisse und Erlebnisse\u201c.<\/p>\n<p>55 EK: \u201eKeine Forderung besonderer Erkenntnis usw. Der Mann des Amtes ist lediglich gesund im Glauben und Gewissen, nach innen und au\u00dfen I 5,21.\u201c<\/p>\n<p>56 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201ekein Genie, Virtuos u. s. w.\u201c.<\/p>\n<p>57 EB: \u201eDas [ist] dieselbe Charakterisierung wie bei Timotheus.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>58 Vgl. G. E. Lessing (Eine Duplik, 1777\/78): \u201eVater, gib [\u201eden einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren\u201c]! Die reine Wahrheit ist ja doch nur f\u00fcr dich allein!\u201c<\/p>\n<p>59 EK statt \u201edie Heiligen\u201c: \u201edie wirklich Gerechtfertigten\u201c.<\/p>\n<p>60 EB: \u201eund Askese\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>61 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201eM\u00fcssen wir nicht [ihr] Streben anerkennen?\u201c Vgl. I Kor 13,3; zu I Kor 13,1\u20133 predigte B in London am 14. 10. 1934 DBW 13, 378\u2013386.<\/p>\n<p>62 Vgl. unter der \u00dcberschrift \u201eVon der Verborgenheit des christlichen Lebens\u201c die Auslegung von Mt 6,1\u201318 DBW 4 (N), 150\u2013166.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>63 EB und 1937 OD: \u201eHeiligkeit\u201c.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>ff folgende Seiten bzw. folgende Verse<\/p>\n<p>64 I Tim 6,4 f.<\/p>\n<p>65 EB: \u201eDiese Heiligkeit sind [ist] vor Gottes Evangelium dasselbe wie Wollust.\u201c 1937 OD: \u201eLaster und falsche Heiligkeit h\u00e4ngen hier immer zusammen. Paulus begreift das unter einem und verwirft es.\u201c<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>66 EK: \u201eSoll Timotheus \u2026 mit ihnen [diesen Irrlehrern] diskutieren?\u201c Auch 1937 OD: \u201ediskutieren\u201c.<\/p>\n<p>67 Sc. alles.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>68 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201eDurch Diskutieren kann man jedes Wort der Schrift totschlagen. Fehler liegt nicht im Intellekt, sondern in der Bereitschaft zu gehorchen.\u201c<\/p>\n<p>69 1937 OD: \u201eAus Gehorchen kommt Erkenntnis, nicht aus rechter Erkenntnis Gehorsam. Durch Diskutieren kommen wir in Gefahr, unseren Ungehorsam zu verdecken.\u201c<\/p>\n<p>70 Vgl. Joh 16,13. EB: \u201eDarum keine Gemeinschaft, als die Gemeinschaft der Predigt der Bu\u00dfe und [des] Evangeliums allein.\u201c EK: \u201eGottes Wahrheit wird durch Gehorsam erkannt! Daher darf Timotheus keine andere Gemeinschaft mit ihnen haben, als die der Predigt der reinen Lehre.\u201c<\/p>\n<p>71 EK: \u201eNur die kranke Lehre kann das nicht begreifen, sie schleicht auch dann noch nach I 1,19 [f] II 2,17.\u201c<\/p>\n<p>72 1937 OD: \u201eGibt auch kranke Seelsorge.\u201c<\/p>\n<p>73 Zur Aufhebung unwahr gewordener Gemeinschaft vgl. in B\u2019s Aufsatz \u201eZur Frage nach der Kirchengemeinschaft\u201c II\/19.1 bes. S. 676.<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>74 EK: \u201eWesen der \u201aGesundheit\u2018 der Lehre: da\u00df der Glaube an den Gekreuzigten und Auferstandenen besteht in der Kraft eines guten Gewissens. \u201aKrankheit\u2018: da\u00df der Glaube zur Befriedigung irgendwelcher Menschenbed\u00fcrfnisse dienen soll. \u201aGesund\u2018 hei\u00dft nicht Anpassung an die Welt.\u201c 1937 OD: \u201eGesundheit der Lehre besteht darin, da\u00df Lehre vom Kreuz besteht in Kraft eines guten Gewissens und [in] Gehorsam. Krankheit der Lehre ist, wenn Offenbarung zur Befriedung der menschlichen Spekulation usw. [dient].\u201c<\/p>\n<p>75 1937 OD: \u201ebefiehlt\u201c.<\/p>\n<p>76 EB erg\u00e4nzt: \u201eNiemals kann f\u00fcr den, der apostolischen Auftrag tr\u00e4gt, Frage nach Gunst und Ungunst bestimmend sein.\u201c<\/p>\n<p>77 EK: \u201eDa apostolischer Auftrag, kann nie Gunst oder Ungunst der Zeit die Predigt bestimmen\u201c.<\/p>\n<p>78 EB und EK: \u201ef\u00fcr Gottes Wort\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>79 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201eder Geschichte\u201c. Vgl. II\/7 (Vergegenw\u00e4rtigung neutestamentlicher Texte).<\/p>\n<p>80 Dt.: \u201eZeit(punkt)\u201c.<\/p>\n<p>81 Aus II 4,2 erg\u00e4nzt EB: \u201e\u1f14\u03bb\u03b5\u03b3\u03be\u03bf\u03bd. Keine Menschenfurcht. \u1f10\u03c0\u03b9\u03c4\u03af\u03bc\u03b7\u03c3\u03bf\u03bd, \u03c0\u03b1\u03c1\u03b1\u03ba\u03ac\u03bb\u03b5\u03c3\u03bf\u03bd [\u201eNestle\u201c: \u201estrafe, drohe, ermahne\u201c]. Der \u00dcberf\u00fchrte bestraft, der Bestrafte ermahnt (mit Trost des Evangeliums)\u201c; EK: \u201e\u03ba\u03ae\u03c1\u03c5\u03be\u03bf\u03bd: Die Predigt der gesunden Lehre ist \u00f6ffentliche Predigt, im Gegensatz zur kranken Lehre. Daher nicht Beschr\u00e4nkung auf Sonntagspredigt, sondern st\u00e4ndiges Wachen \u00fcber die Gemeinde: \u1f14\u03bb\u03b5\u03b3\u03be\u03bf\u03bd, \u03c0\u03b1\u03c1\u03b1\u03c4\u03af\u03bc\u03b7\u03c3\u03bf\u03bd.\u201c 1937 OD: \u201ePredigt ist \u00f6ffentliche Verk\u00fcndigung, im Gegensatz zum privatisierenden Durch\u2013die\u2013H\u00e4user\u2013Schleichen.\u201c<\/p>\n<p>82 EK und 1937 OD: \u201eWahrheit\u201c.<\/p>\n<p>83 EB: \u201eSchwermut, da\u00df so viel abfallen. Superbia [\u201eStolz\u201c] wenn er so viel fallen sieht.\u201c EK: \u201e \u201an\u00fcchtern\u2018: nicht der Schwermut verfallen, weil er nicht alle gewinnen kann, und nicht dem Hochmut verf\u00e4llt, weil er soviele fallen sieht.\u201c<\/p>\n<p>84 1937 OD: \u201eWenn Timotheus mit Paulus einer Meinung bleibt in der N\u00fcchternheit der Lehre und des scheidenden Wortes, kann Paulus ihm auch zumuten \u03ba\u03b1\u03ba\u03bf\u03c0\u03ac\u03b8\u03b7\u03c3\u03bf\u03bd [\u201eleide B\u00f6ses\u201c, II 4,5]. Das ganz selbstverst\u00e4ndlich und n\u00fcchtern gesagt.\u201c<\/p>\n<p>85 EB: \u201eNichts Dramatisches aus dem Leiden machen.\u201c EK: \u201eNichts Dramatisches sondern Summe\u201c (hiermit endet EK).<\/p>\n<p>86 1937 OD: \u201eDas apostolische Leben ist Kriegsdienst II 2,3.\u201c<\/p>\n<p>87 1937 OD: \u201eletzte Gemeinschaft\u201c.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>88 1937 OD: \u201eder bew\u00e4hrte Zeuge\u201c.<\/p>\n<p>89 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201ein der Gottseligkeit\u201c.<\/p>\n<p>90 EB f\u00e4hrt fort: \u201edamit nicht stolz.\u201c<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>91 EB: \u201eDen Alten nicht unehrerbietig, Jungen ein Bruder. Nur das [hat er ihnen] voraus, da\u00df er ihnen dienen darf.\u201c<\/p>\n<p>92 EB erg\u00e4nzt: \u201eDamit dem Wort nicht Schaden oder Unehre tun\u201c.<\/p>\n<p>93 EB: \u201eHarter Seelsorger, der ihn so ganz best\u00e4tigt hat eben.\u201c<\/p>\n<p>94 EB: \u201eF\u00fcr uns soll sich von selbst verstehen, was sich f\u00fcr ihn nicht von selbst versteht: die einfachsten Dinge.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>95 EB: \u201eJe echter die \u03b5\u1f50\u03c3\u03ad\u03b2\u03b5\u03b9\u03b1 [\u201eFr\u00f6mmigkeit\u201c], je n\u00e4her der Fall.\u201c<\/p>\n<p>96 EB und 1937 OD: \u201edem Timotheus\u201c.<\/p>\n<p>97 1937 OD erg\u00e4nzt: \u201eBleibt dem Richttag, dem j\u00fcngsten \u00fcberlassen.\u201c<\/p>\n<p>98 EB erg\u00e4nzt: \u201ean der Art, wie er [sein] Amt ausf\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p>f folgende Seite bzw. folgender Vers<\/p>\n<p>1 NL A 48,2: masch. Hektographie, Beilage zum 13. Finkenwalder Rundbrief 25. 10. 1936 (vgl. NL A 53,5: masch. Abschrift); Abdruck: GS IV 193\u2013196 und PAM II 128\u2013132. Nicht nachweisbar in Mit- bzw. Nachschriften der homiletischen \u00dcbungen, also wohl f\u00fcr einen anderen Zweck abgefa\u00dft. Mit fast allen Rundbriefen wurden Predigthilfen, von Mitgliedern des Bruderhauses erstellt, an die Ehemaligen versandt. Die Beilage des 13. Rundbriefs hat die \u00dcberschrift \u201ePredigt-Meditationen\u201c und enth\u00e4lt, au\u00dfer B\u2019s Auslegung (\u201eI.\u201c), als \u201eII.\u201c eine \u201ePredigtmeditation \u00fcber Luk 16,1\u201312\u201c von Horst Lekszas. Zu Apk 2,4 f.7 hielt B eine Reformationsfest-Predigt in Berlin am 6. 11. 1932 DBW 12, 423\u2013431.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>2 Vgl. I\/127 (B\u2019s Jahresbericht 1936).<\/p>\n<p>3 Zu dem Eingreifen der staatlichen Kirchenaussch\u00fcsse in die Arbeit der BK und den damit verbundenen Ersch\u00fctterungen vgl. (au\u00dfer B\u2019s Jahresbericht 1936) DB 570 f.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>4 In der Haft formulierte B in \u201eGedanken zum Tauftag\u201c Mai 1944 DBW 8, 435: \u201eUnsere Kirche, die in diesen Jahren nur um ihre Selbsterhaltung gek\u00e4mpft hat, als w\u00e4re sie ein Selbstzweck, ist unf\u00e4hig, Tr\u00e4ger des vers\u00f6hnenden und erl\u00f6senden Wortes f\u00fcr die Menschen und f\u00fcr die Welt zu sein.\u201c<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>5 Vgl. Apk 22,2.<\/p>\n<p>1 NL A 51,2: masch. Hektographie, Beilage zum 18. Finkenwalder Rundbrief 17. 4. 1937; Abdruck: GS IV 406\u2013413 und PAM II 64\u201371. Die Predigt wurde am 14. 3. 1937 (Sonntag Judica) in der Notkirche des Seminars gehalten.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>2 Vgl. die Leidensank\u00fcndigungen Mk 8,31\u201333; 9,30\u201332; 10,32\u201334.<\/p>\n<p>3 Vgl. Mt 26,20\u201325.<\/p>\n<p>4 Mt 26,40.<\/p>\n<p>5 Mt 26,56.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>6 Vgl. Lk 4,28\u201330; Joh 18,4\u20136.<\/p>\n<p>7 Mt 26,22.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>8 Vgl. Joh 6,70.<\/p>\n<p>9 Vgl. Mt 10,1\u20138.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>10 Joh 12,6.<\/p>\n<p>11 Vgl. Joh 13,26\u201330.<\/p>\n<p>12 Mt 26,24.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>13 Vgl. Auslegung von Gen 3,4 f in DBW 3 (SF), 103.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>14 Vgl. R\u00f6m 11,1 f. 11\u201316.25\u201332 und III\/6 (zu R\u00f6m 9\u201311).<\/p>\n<p>15 Strophe 5 des Passionsliedes \u201eO Welt, sieh hier dein Leben\u201c EG.BP 46, EKG 64 (Paul Gerhardt 1647).<\/p>\n<p>16 Mt 27,3\u20135.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>17 Beginn einer Strophe aus mittelalterlichen Passions- und Osterspielen, oft als Spottlied gebraucht, um unliebsame Gegner l\u00e4cherlich zu machen. In der Reformationszeit wurde durch Hermann Bonnus (1542) aus dem Spottlied ein B\u00fc\u00dflied: \u201eO wir armen S\u00fcnder\u201c EG.BP 363, EKG 57. Vgl. Handbuch zum Evangelischen Kirchengesangbuch III\/1, 275\u2013278.<\/p>\n<p>18 Passionslied EG.BP 35, EKG 56,8 (Michael Wei\u00dfe 1531).<\/p>\n<p>1 NL A 51,3: masch. Hektographie, Beilage zum 22. Finkenwalder Rundbrief 29. 7. 1937; Abdruck: GS IV 413\u2013422 und PAM II 72\u201380. Die Predigt wurde am 11. 7. 1937 (8. Sonntag nach Trinitatis) in der Notkirche des Seminars gehalten. Sie l\u00f6ste unter den Kandidaten eine lebhafte Kontroverse aus. Kritisiert wurden vor allem die David\u2013Christus\u2013Beziehung, die David kaum noch erlaube, wirklicher Mensch mit so menschlichen Reaktionen wie Rachegef\u00fchlen zu sein, und die zu ausschlie\u00dflich gepredigte Verifizierung von Gottes Rache durch das Kreuz Christi. Ein Ergebnis dieser Diskussion war eine Meditation, die ein anderer, wahrscheinlich das Bruderhausmitglied Horst Thurmann, verfa\u00dfte. Horst Lekszas erkl\u00e4rte im Rundbrief: \u201eWir geben diesem Brief eine Predigt und eine Meditation \u00fcber denselben Text, einen Rachepsalm, mit. Um zu einer besseren Durchdenkung der exegetischen Schwierigkeit zu verhelfen: von verschiedenen Verfassern!\u201c Der Text des Psalms steht in der Rundbriefbeilage nicht. Er wird im folgenden so wiedergegeben, wie B ihn gegen\u00fcber dem Drucktext in LB hsl. ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>2 Drucktext LB: \u201eund richten, was gleich ist, ihr Menschenkinder? Ja, mutwillig tut ihr Unrecht\u201c.<\/p>\n<p>3 Drucktext LB: \u201everschmachtet\u201c.<\/p>\n<p>4 So das durchg\u00e4ngige Verst\u00e4ndnis liberaler Psalmenauslegung, wonach Rachepsalmen von unterchristlichem Niveau seien.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>5 Zur hier gepredigten David\u2013Christus\u2013Typologie vgl. in der Bibelarbeit \u201eK\u00f6nig David\u201c III\/7 bes. die Vorbemerkung.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>6 B greift hier und im folgenden zur\u00fcck auf die \u00dcbersetzung des Ps 58 von Hermann Gunkel, Die Psalmen, 249.<\/p>\n<p>7 Vgl. R\u00f6m 7,24.<\/p>\n<p>8 Vgl. II Sam 24,14.<\/p>\n<p>9 Vgl. II Thess 2,3\u20138.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>10 Vgl. in B\u2019s Londoner Predigt zu Jer 20,7 am 21. 1. 1934 DBW 13, 347: das \u201e\u00fcberredende, bet\u00f6rende, verf\u00fchrende Wort der Liebe des Herrn, den es nach seinem Gesch\u00f6pf verlangt\u201c.<\/p>\n<p>11 Vgl. Mk 4,12; zu \u201aVerstockung\u2018 s. in der Seelsorgevorlesung II\/12.1 S. 556\u2013558.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>12 Vgl. Dtn 32,35 und R\u00f6m 12,19.<\/p>\n<p>13 Vgl. Gal 6,7.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>14 Vgl. II\/3.2 (Predigtentwurf zu R\u00f6m 3,23\u201326) und in der NT\u2013Vorlesung im dritten Kurs 1936 \u201eDas neue Leben bei Paulus\u201c II\/15.2.<\/p>\n<p>[ Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>] Hinzuf\u00fcgungen der Herausgeber<\/p>\n<p>15 Lk 23,34.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>16 Vgl. hierzu das Lied \u201eChristi Blut und Gerechtigkeit\u201c EG.BP 154, EKG 273.<\/p>\n<p>| Seitenwende (bei Neuabdruck)<\/p>\n<p>BONHOEFFER, D., Illegale Theologenausbildung: Finkenwalde 1935\u20131937, XIV, Dietrich Bonhoeffer Werke, G\u00fctersloher Verlagshaus, G\u00fctersloh 2015Sonderausgabe, 820\u2013988.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp; e) F\u00fcnfter Kurs. Fertigstellung der \u201eNachfolge\u201c, Verbot des Seminars und Ende des Bruderhauses 18. April\u201311. September 1937 A. VORLESUNG 28. VORLESUNG \u201eGEMEINDEAUFBAU UND GEMEINDEZUCHT IM NEUEN TESTAMENT\u201c.1 VORLESUNGSTEILE ZUM RAUM DER VERK\u00dcNDIGUNG UND ZUM RAUM DER \u00c4MTER (MITSCHRIFT) Der Raum der kirchlichen Verk\u00fcndigung und ihres Bekenntnisses2 Der legitime Raum der christlichen Verk\u00fcndigung ist [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1064,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"templates\/template-full-width.php","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[420],"tags":[416],"class_list":["post-1068","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bonhoeffer","tag-bonhoeffer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1068"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1069,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1068\/revisions\/1069"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1064"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1068"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1068"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/uwerosenkranz.com\/wp\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1068"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}